Was ist Forex? Umfassender Überblick für Einsteiger

Historie des Forex-Marktes

Der Forex- oder auch Devisenmarkt erfreut sich bei Tradern aufgrund seiner vielfältigen Möglichkeiten äußerster Beliebtheit. Jedoch werden beim Forex-Trading tiefgreifende Vorkenntnisse sowie Erfahrungen vorausgesetzt, da der Handel prinzipiell ein entsprechendes Risiko aufweist. Bevor wir uns im Detail mit der Funktionsweise und den Eigenschaften des Forex-Handels beschäftigen, soll ein kurzer Rückblick dazu dienen, sich zunächst ein Bild von der Historie zu verschaffen.

Der Ursprung des Handelns mit verschiedenen Devisen liegt dabei bereits weit in der Vergangenheit zurück. Schon in der Antike handelten die Griechen mit Währungen: Dies sah so aus, dass eine Vielzahl von Händlern, welche in der Regel aus dem Nahen Osten angereist waren, ihre Währungen im Tausch gegen die Güter der Handelspartner aus Europa anboten. Zu dieser Zeit wurde der Devisenhandel noch sehr einfach gehalten, der Tausch erfolgte prinzipiell auf der Grundlage von Gewicht und Material der entsprechenden Devise.

Im 16. Jahrhundert wurde der Devisenhandel überwiegend von Handelsnationen und einflussreichen Händlerfamilien wie zum Beispiel den Medici aus Italien geprägt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hin entstand schließlich eine erste Institutionalisierung des Währungshandels. Zu diesem Zeitpunkt bestand erstmals die Möglichkeit, ein persönliches Konto in einem fremden Land zu eröffnen und dort dann die entsprechenden Währungen anzusammeln. Später entwickelten sich der Internationale Währungsfonds sowie die Weltbank und das Bretton-Woods-Abkommen, welches die nach dem zweiten Weltkrieg neu geschaffene, internationale Währungsordnung bezeichnet, wobei der US-Dollar die sogenannte Ankerwährung war.

Zunächst kam es zu einer Einigung unter den verschiedenen Zentralbanken, bei sehr intensiven Kursschwankungen einzugreifen. Diese Einschränkung wurde nach einiger Zeit aufgehoben, so dass die Währungskurse zum aktuellen Zeitpunkt beliebig steigen bzw. fallen können. Schwere Staatskrisen führten jedoch teilweise dazu, dass es zu einem Eingriff der Zentralbanken bzw. sogar der entsprechenden Staaten kam, damit intensive Rückgänge von Kursen ausgeglichen werden konnten.

Forex – Was ist das?

Forex Trading Währungszeichen

Der Begriff “Forex” kommt aus dem Englischen und steht für “Foreign Exchange Market”, was sich im Deutschen mit “Devisenmarkt” übersetzen lässt. Im selben Zusammenhang sind auch die Begriffe Währungsmarkt und FX-Markt gebräuchlich. Auf dem Devisenmarkt wird jeden Tag über fünf Billionen US-Dollar Umsatz generiert. Grundsätzlich erlaubt der Forex-Markt den teilnehmenden Händlern, Währungen zu erwerben und weiterzuverkaufen.

Der Ablauf ähnelt dabei dem Umtausch von Währungen im Urlaub. Reist ein deutscher Tourist nach Australien, kann dieser sich noch vor Beginn seiner Reise beispielsweise 500 Euro in AUD-Dollar umtauschen lassen. Wie viele australische Dollar der Urlauber erhält, errechnet sich immer nach dem aktuellen Wechselkurs. Nach Rückkehr ins Heimatland kann diese Person dann anschließend die übrigen AUD-Dollar wieder in Euro umtauschen lassen. Ist der Kurs nun höher als zuvor, profitiert er sogar vom Rücktausch; ist der Kurs jedoch im Vergleich zum vorherigen Stand abgesunken, verliert er dabei Geld.

Der Devisenmarkt kann dementsprechend als ein Netzwerk aus Händlern verstanden werden, welche unterschiedliche Währungen zu einem vereinbarten Preis handeln. Neben der Verwendung des Devisenmarktes vor einem praktischen Hintergrund (Beispiel mit dem Urlaub) findet die Mehrheit des Devisenhandels mit der Intention statt, Gewinne zu erzielen. Die Entwicklung der Kurse ist allerdings nicht selten sehr volatil und genau diese starken Kursschwankungen machen den Handel mit Währungen für Trader so interessant: Denn dadurch werden zum einen die Chancen auf hohe Gewinne signifikant erhöht, zur selben Zeit allerdings auch das Risiko.

Die Marktteilnehmer am Forex-Markt

Der Forex-Markt macht es im Grunde genommen möglich, dass die Währung des einen Landes in die Währung eines anderen Landes adäquat umgetauscht werden kann. Es ist daher auch interessant, welche Marktteilnehmer im Devisenhandel partizipieren. Zunächst nehmen Kreditinstitute generell am Forex-Handel teil und hoffen darauf, von den Kursschwankungen der Währungen profitieren zu können.

Eine bedeutende Teilnehmergruppe sind außerdem die Fondsmanager, bei denen es sich üblicherweise um aktive Devisenhändler handelt. Diese erwerben in der Regel Devisen, welche für grenzüberschreitende Investitionen erforderlich sind. 

Manche Devisenhändler – vor allem Hedgefonds – agieren ähnlich wie private Trader sehr spekulativ am Forex-Markt. Bei Hedgefonds wird entweder diskretionär durch den Mensch gehandelt oder aber per Algorithmus durch die Maschine gesteuert.

Darüber hinaus gibt es noch einige weitere Teilnehmer, die bevorzugt im Devisenmarkt teilnehmen. Dazu zählen zum Beispiel größere Industrieunternehmen sowie private Händler, Devisenmakler und Handelshäuser. Besonders erwähnenswert ist auch die Teilnahme von Zentralbanken

Die Zentralbanken haben nämlich die Möglichkeit – sofern ein entsprechender ökonomischer bzw. wirtschaftlicher Anlass vorliegt – in den Markt zu intervenieren und Maßnahmen einzuleiten, um für ein Gleichgewicht am Forex-Markt zu sorgen. Neben den Zentralbanken gibt es auch einige globale Investmentbanken wie zum Beispiel JP Morgan und die Deutsche Bank, welche ebenfalls am Devisenmarkt partizipieren.

In der Regel geschieht dies in Zusammenarbeit mit den Zentralbanken und Großunternehmen. Anders als es bei Wertpapierbörsen der Fall ist, findet der Großteil des Forex-Handels allerdings außerbörslich im “Interbankenhandel” statt.

Die Besonderheiten beim Forex

Der Forex-Markt hat einige Besonderheiten vorzuweisen, welche ihn vom Aktienmarkt unterscheiden. Ein signifikantes Merkmal besteht darin, dass der Devisenmarkt kein Präsenzmarkt ist, da die Teilnehmer in der Regel über Banken und Broker untereinander handeln. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass auf dem Devisenmarkt selbst dann Gewinne eingefahren werden können, wenn andere Märkte sich in einem Tief befinden und die Kurse am fallen sind.

Hinzu kommt auch, dass der Forex-Markt weder an zeitliche noch an örtliche Rahmenbedingungen gebunden ist. Bis auf das Wochenende kann jeden Tag beinahe 24 Stunden mit Devisen gehandelt werden. An dieser Stelle grenzt sich der Forex-Handel stark vom Aktienhandel ab, welcher zum einen an die entsprechenden Börsen geknüpft ist und zum anderen auch an die Öffnungszeiten derselben. Außerdem kann im Grunde genommen jeder am Devisenhandel teilnehmen und das völlig ortsunabhängig, also auf der ganzen Welt (Internetanschluss natürlich vorausgesetzt).

Wie wird der Devisenmarkt reguliert?

Im Gegensatz zum Aktienmarkt findet die Regulierung des Devisenmarktes ohne äußere Einwirkung statt; das bedeutet, der Forex-Markt reguliert sich zum Großteil selbst. Aus diesem Grund spricht man beim Devisenmarkt auch von einem OTC Over the counter” Markt. OTC bedeutet in diesem Fall, dass alle in einem Handel involvierten Personen selbst für die Preisfindung sowie die Abwicklung des Devisengeschäfts zuständig sind.

Beim Devisenhandel existiert dementsprechend keine Börse, wodurch sämtliche Transaktionsvorgänge unmittelbar zwischen den Tradern stattfinden. Auch ein Broker ist nicht als eine regulierende Institution anzusehen, sondern kann viel eher als Vermittler betrachtet werden. Da es also keine direkte Instanz zur Regulierung des Devisenhandels gibt, könnte man denken, dass es keine Regeln gibt, was das Traden anbelangt. Allerdings existieren sehr wohl einige Regeln, welche insbesondere bei den Brokern Anwendung finden. Je nach Sitz eines Brokers unterliegt dieser den Regeln einer entsprechend zuständigen Behörde. Die deutsche Behörde hierfür ist die Bundesaufsicht für Finanzen (BaFin). Die unterschiedlichen Teilnehmer am Devisenmarkt bilden ein weites dezentrales Netzwerk, in welchem sich die Währungskurse ganz klassisch über Angebot und Nachfrage regulieren. Eine richtige Regulierung ist zum aktuellen Zeitpunkt daher noch nicht gegeben (abgesehen von der Regulierung für Broker).

Devisenmarktsegmente

Wie wir nun wissen, läuft der Devisenhandel also nicht an Börsen ab, sondern unmittelbar zwischen zwei beteiligten Parteien auf einem OTC-Markt. Der Forex-Markt wird dabei von einem globalen Bankennetzwerk gesteuert, welches sich auf vier Handelszentren mit unterschiedlichenen Zeitzonen unterteilt: London, New York, Sydney und Tokio. Es gibt also kein einzelnes Handelszentrum, weshalb der Devisenhandel prinzipiell 24 Stunden täglich möglich ist. Dabei wird in drei verschiedene Segmente des Devisenmarktes unterschieden:

  • Forex-Spot: Hierbei handelt es sich um einen physischen Währungsaustausch, welcher an einem exakt festgelegten Zeitpunkt durchgeführt wird. Die Bezeichnung “Spot” steht kurz für “on the spot” (sofort), der Trade findet also sofort bzw. innerhalb eines kurzen Zeitfensters danach statt.
  • Forex-Forward: Bei einem Handel am Forward Devisenmarkt wird eine Währung zu einem entsprechenden Preis eingekauft bzw. verkauft. Die Transaktion kann im Gegensatz zum Forex-Spot an einem zuvor bestimmten Zeitpunkt oder aber auch innerhalb eines Zeitraumes in der Zukunft durchgeführt werden.
  • Forex-Futures: Der Handel am Future Devisenmarkt läuft so ab, dass ein bestimmter Währungsbetrag zu einem entsprechenden Preis zu einem Zeitpunkt gekauft bzw. verkauft wird, welcher noch in der Zukunft liegt. Im Gegensatz zu den Forex-Forwards sind Forex-Futures jedoch rechtsverbindlich.

Währungspaare

Wie bereits ersichtlich wurde, spielen die Wechselkurse der entsprechenden Währungen eine große Rolle am Forex-Markt. Mit dem Wechselkurs ist die Menge einer bestimmten Währung gemeint, welche erforderlich ist, um eine andere Währung erwerben zu können. Die Begriffe Devisenkurs oder FX-Rate werden hierbei synonym verwendet. Diese Kurse sind natürlich Schwankungen unterworfen, welche von der Nachfrage nach einer entsprechenden Devise entweder ansteigen oder aber abfallen. 

Werfen wir zunächst einen kurzen Blick auf die Währungen, welche mit am häufigsten am Forex-Markt gehandelt werden.

USD-DollarUSD
EuroEUR
Japanischer YenYPN
Britisches PfundGBP
Australischer DollarAUD
Schweizer FrankenCHF
Kanadischer DollarCAD
Mexikanischer PesoMXN
China Yuan RenminbiCNY
Neuseeland-DollarNZD
Schwedischer DollarSEK
Russischer RubelRUB
Hongkong-DollarHKD
Norwegische KroneNOK
Singapur-DollarSGD
Türkische LiraTRY
Südkoreanischer WonKRW
Südafrikanischer RandZAR
Brasilianischer RealBRL
Indische RupieIDR

Wie man sehen kann, setzt sich jede Währung aus drei Buchstaben zusammen, bei welchem die ersten beiden Buchstaben für die jeweilige Region stehen und der letzte Buchstabe dann für die Währung selbst.

Forex Währungssymbole

Ein klassischer Grund für das Ansteigen einer Währung kann beispielsweise die hohe Exportquote eines Landes sein. Nun findet der Handel am Forex-Markt immer mit “Währungspaaren” statt, bei welchen auf die Kursentwicklung bestimmter Währungen spekuliert wird. 

Anschließend sollen daher die am häufigsten gehandelten Währungspaare kurz aufgezeigt werden. In der rechten Spalte wird für jedes Währungspaar das prozentuale Handelsvolumen am Forex-Markt beschrieben (Stand 2010).

US-Dollar/Euro28%
US-Dollar/Japanischer Yen14%
US-Dollar/Britisches Pfund9%
US-Dollar/Australischer Dollar6%
US-Dollar/Kanadischer Dollar5%
US-Dollar/Schweizer Franken4%
Euro/Japanischer Yen3%
Euro/Britisches Pfund3%
US-Dollar/Hongkong-Dollar2%
Euro/Schweizer Franken2%
US-Dollar/Südkoreanischer Won1%
US-Dollar/Schwedische Krone1%
US-Dollar/Indische Rupie1%
Euro/Schwedische Krone1%
US-Dollar/Chinesischer Renminbi1%
US-Dollar/Brasilianischer Real1%
US-Dollar/Südafrikanischer Rand1%
Japanischer Yen/Australischer Dollar1%
Euro/Kanadischer Dollar<1%
Euro/Australischer Dollar<1%

Die Währung, welche in einem Währungspaar an erster Stelle steht, wird auch als Basiswährung bezeichnet, die zweite als Kurswährung.

Beim Forex-Handel wird also immer eine bestimmte Währung mit einer anderen Währung gehandelt, weshalb diese auch paarweise notiert werden. Mit der Basiswährung wird hierbei der Maßstab festgelegt, welcher immer bei einer Einheit liegt. Ist das Währungspaar EUR/USD beispielsweise mit 1,10 notiert, heißt dies, dass 1,00 € einen Wert von 1,10$ aufweist. Als Grundlage hierfür dient der aktuelle Kurs, welcher auch als Spot-Kurs bzw. Kassakurs bezeichnet wird. In den meisten Fällen ist eine der zwei Währungen eines Währungspaares der US-Dollar, da dieser anteilsmäßig am meisten gehandelt wird. Bestehen Währungspaare aus zwei anderen Währungen als dem US-Dollar, nennt man diese auch Währungskreuze bzw. „Crosses“.

Damit der Devisenhandel übersichtlich bleibt, werden die Währungspaare zumeist von den Anbietern in verschiedene Kategorien aufgeteilt:

  • Hauptwährungspaare (Majors): Hierunter fallen die Währungspaare, welche ungefähr 80% des weltweiten Forex-Handels einnehmen (siehe Top Währungspaare weiter oben).
  • Neben-Währungspaare (Minors): In die Gruppe der Neben-Währungspaare fallen alle Währungspaare, welche eher seltener getradet werden. Dies sind häufig Währungspaare, welche aus Hauptwährungen bestehen, allerdings ohne den US-Dollar. Zum Beispiel: EUR/AUD, EUR/CHF, GBP/JPY.
  • Exotische Währungspaare: Bei den exotischen Währungspaaren steht eine Hauptwährung einer kleinen Währung (zum Beispiel der Währung eines Entwicklungslandes) gegenüber. Beispiele hierfür: USD/MXN, GBP/PLN, JPY/CZK.
  • Regionale Währungspaare: Damit sind Währungspaare gemeint, welche nach bestimmten Regionen eingeordnet werden. Zum Beispiel: AUD/NZD, EUR/NOK.

Das Forex-Vokabular

Nun gibt es im Forex-Handel zunächst einige Begriffe, welche im Devisenhandel eine bedeutende Rolle spielen. Aus diesem Grund erscheint es nur sinnvoll, sich die wichtigsten davon im Folgenden etwas genauer anzusehen.

Majors & Minors

Mit den Begriffen “Majors” und “Minors” werden im Grunde nichts anderes als Hauptwährungspaare und Neben-Währungspaare bezeichnet. Majors sind daher die Paare, welche sehr häufig gehandelt werden und welche eine hohe wirtschaftliche Rolle einnehmen (Währungspaare aus EUR, JPY, GBP, USD, etc.). Minors hingegen sind die eher selten gehandelten Währungspaare.

Pips

Der Begriff “Pip” beschreibt eine Einheit, welche im Forex-Handel sehr gebräuchlich ist und mit welcher die Änderung des Preises eines Währungspaares angegeben werden kann. So kann man zum Beispiel die Aussage verwenden, dass ein Trader bei einem bestimmten Währungspaar einen “Gewinn von zehn Pips” erzielt hat. Ein Pip beschreibt die kleinste Einheit, die bei einer Währung notiert werden kann, für gewöhnlich ist es die vierte Stelle nach dem Komma. Sehen wir uns das Beispiel EUR/USD an, ist ein Pip also 0,0001 US-Dollar pro Euro. Kommt es zu einem Kursanstieg dieses Währungspaares von 1,1500 auf 1,1504, so ist dieser um 4 Pips gestiegen.

Wie wirken sich Pips im Forex-Handel aus?

Sehen wir uns nun im Folgenden die Angelegenheit unter Zuhilfenahme eines Beispiels etwas genauer an. Der Trader Markus hat den Markt analysiert und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass der Euro in Relation zum US-Dollar stärker wird, das heißt vergleichsweise an Wert gewinnen wird. Im Zuge dessen erwirbt Markus mit einem Kapital von 5.000 US-Dollar bei einem Kurs von 1,1504 dem Kurs entsprechend 4.346,31 Euros. Die Wirkung der Veränderung des Kurses des Währungspaares in unserem Beispiel wird von der Positionsgröße bestimmt, welche in diesem Falle bei 5.000 US-Dollar angesetzt ist. Der Pip-Wert lässt sich nun folgendermaßen berechnen:

Nehmen wir wir an, dass der EUR/USD-Kurs nun von 1,1504 auf 1,1524 ansteigt. In diesem Fall hat sich die Prognose von Markus also als wahr erwiesen und der Euro hat in Relation zum US-Dollar tatsächlich an Wert zugelegt. Wenn wir jetzt den Gewinn ermitteln wollen, den Markus mit seinem Investment erzielt hat, müssen wir wie folgt vorgehen:

4346,31 EUR x 1,1524 = 5.008,68 USD

Durch den Kursanstieg von 20 Pips konnte Markus also einen Gewinn von 8,68 US-Dollar einfahren. Nun ist es aber wichtig zu wissen, dass tägliche Kursschwankungen von 100 Pips bei Währungspaaren wie diesem nichts außergewöhnliches sind. Zudem würden die eingesetzten 5.000 US-Dollar lediglich einen sehr kleinen Trade darstellen. Denn bei vielen Brokern ist die standardmäßige Positionsgröße bei mindestens 1 Lot (= 100.000 Euro) angesetzt. Durch die Margin (= hinterlegte Sicherheit) ist es für Trader mit geringem Kapital dennoch möglich, mit solchen Positionsgrößen zu traden.

Lot

Mit dem Begriff “Lot” wird eine Größeneinheit bezeichnet, welche beim Forex-Trading gehandelt wird. Ein Lot umfasst 100.000 Einheiten eines bestimmten Währungspaares. Ein Handel mit drei Lots beim Währungspaar EUR/USD umfasst dementsprechend eine Positionsgröße von 300.000 Euro. Im kleineren Maß gibt es “Mini-Lots”, welche 10.000 Einheiten umfassen, sowie “Micro-Lots” bei den populären Währungspaaren. Diese umfassen lediglich 1.000 Einheiten.

Leverage (Hebel)

Mit Hebeln ist es im Devisenhandel möglich, äußerst hohe Gewinne zu erzielen, da diese die Rendite im Falle von steigenden Kursen nach dem Erwerb multiplizieren. Je nach Broker werden unterschiedliche Hebel angeboten, welche von den Tradern genutzt werden können. Je höher der Hebel, desto höher müssen auch die Sicherheiten sein, welche beim Broker hinterlegt werden. Da die Hebel allerdings auch andersherum funktionieren, ist auch ein hohes Risiko gegeben, wodurch es zu schweren Verlusten kommen kann.

Slippage

Grundsätzlich kann es in manchen Fällen passieren, dass beim Erwerb bzw. Verkauf von Devisenpositionen ungewollte Differenzen entstehen (engl. Slippage). Diese können durch die extrem schnellen Bewegungen der Kurse in genau dem Moment hervorgerufen werden. Die Differenz entsteht, wenn die Devisenposition genau im Moment des Kaufs bzw. Verkaufs eine abrupte Kursänderung erfährt. Dieser Fall tritt zwar in der Regel relativ selten ein und macht zumeist nur ein bis zwei Pips aus, kann allerdings bei immensen Positionsgrößen einen erheblichen Beitrag ausmachen.

Margin

Beim Handel mit Hebeln spielt die sogenannte Margin eine bedeutende Rolle. Die Margin beschreibt eine Leistung zur Absicherung, welche vom Trader bei einem entsprechenden Broker hinterlegt werden muss. Sie legt fest, wie hoch die maximalen Hebel sein dürfen. Beim Handel von Devisen mit einer Margin sollte also berücksichtigt werden, dass sich die Höhe der erforderlichen Margin abhängig vom Broker und der entsprechenden Handelsgröße verändert.

Üblicherweise wird die Margin als Prozentsatz der Positionsgröße festgesetzt. Dies sieht dann in der Praxis so aus: Wird beim Forex-Handel auf EUR/USD eine Margin von 3,00% des Gesamtwertes gefordert, ist beispielsweise eine Einzahlung von nur 3.000 Euro notwendig, um mit einem Lot (in diesem Fall 100.000 Euro) handeln zu können.

Spread

Hierbei handelt es sich um die Differenz zwischen dem Ankaufs- (Bid) und Verkaufskurs (Ask) einer Währung. Diese Spanne ist vor allem im Forex-Handel bei den beliebten Währungspaaren meistens niedrig und wird in Pips ausgedrückt. So wie es bei zahlreichen anderen Finanzmärkten üblich ist, werden auch im Forex-Handel beim Öffnen einer Position zwei Preise angeboten. 

Hier gibt es zum einen die Möglichkeit, eine Long-Position zu eröffnen. In diesem Fall wird zum Kaufkurs (oder auch Geldkurs genannt) getradet, welcher in der Regel ein wenig höher angesiedelt ist als der aktuelle Marktpreis. Zum anderen besteht die Möglichkeit des Öffnens einer Short-Position. Hierbei wird zum Verkaufspreis getradet, welcher auch Briefkurs genannt wird. Der Briefpreis liegt hingegen ein wenig unterhalb des aktuellen Marktpreises. Die Geld/Brief-Spanne an sich bzw. der aktuell gestellte Kurs wird auch als “Quotation” bezeichnet.

Welche Faktoren beeinflussen den Forex-Markt?

Auf dem Devisenmarkt können Währungen von Ländern der ganzen Welt getradet werden. Hierdurch sind Prognosen zur Entwicklung von Wechselkursen oft mit einer gewissen Schwierigkeit verbunden, da es eine große Anzahl an Einflussfaktoren gibt, welche zu potentiellen Kursschwankungen beitragen können. Genauso wie die Mehrzahl der Finanzmärkte ist auch der Forex-Handel hauptsächlich von Angebot und Nachfrage abhängig. Aus diesem Grund ist es essentiell, sich ein entsprechendes Verständnis für sämtliche einwirkende Faktoren anzueignen, welche dafür sorgen können, dass es zu Preisschwankungen am Forex-Markt kommen kann.

Zentralbanken

Zunächst spielen die Zentralbanken eine wichtige Rolle. Diesen ist es mittels der regelmäßigen Ankündigung von Maßnahmen möglich, einen großen Einfluss auf die Währungskurse auszuüben. Da die Zentralbanken quasi die Kontrolle über das Angebot innehaben, ist auch der Einflussbereich nicht zu unterschätzen. Durch die Erhöhung der Quantität einer Währung beispielsweise würde es infolgedessen zu einer Wertminderung der Währung selbst kommen.

Nachrichten und Konjunkturdaten

Grundsätzlich sind Banken und andere Anleger eher dazu geneigt, ihr zur Verfügung stehendes Geld in Wirtschaftssysteme zu investieren, bei denen eine entsprechend gute Bonität vorliegt. Der Hintergrund dessen ist, dass diese Länder als tendenziell sichere Investitionsanlagen betrachtet werden können, während dies bei Ländern mit geringer Kreditwürdigkeit hingegen eher weniger der Fall ist. 

Daher ist es in der Konsequenz nicht weiter verwunderlich, dass auch der Journalismus einen gewissen Einfluss auf den Forex-Markt ausüben kann. Denn durch positive News über bestimmte Regionen können die Investitionen dort angekurbelt werden, wodurch sich schließlich auch die Nachfrage nach der entsprechenden Währung in dieser Region erhöht. Steigt dann das Angebot nicht direkt proportional zur Nachfrage der Währung an, entsteht in der Folge ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage, wodurch es dann zu einer Erhöhung des Preises der Währung kommt.

Im umgekehrten Fall kann es natürlich auch sein, dass eine negative Nachricht zur Folge hat, dass der Preis einer Währung sinkt. Grob gesagt stellen also Währungen generell das wirtschaftliche Wohlbefinden der Region dar, für die sie stellvertretend sind.

Marktsentiment

Das Marktsentiment ist häufig eine Folge der News sowie Konjunkturdaten und nimmt ebenfalls eine nicht zu unterschätzende Bedeutung bei der Zusammensetzung der Währungskurse ein. Sind Trader der Meinung, dass sich der Kurs einer Währung zum Beispiel nach oben entwickelt, dann werden diese auch entsprechend investieren und auch andere Personen davon überzeugen, es ihnen gleichzutun. In der Konsequenz kann es auch hierdurch zu einer Erhöhung bzw. Verringerung der Nachfrage kommen.

Wie funktioniert der Forex-Handel?

Auf dem Devisenmarkt findet der Handel mit Währungen statt, bei denen die Kurswerte einer hohen Volatilität unterliegen. Als Trader wird auf das Steigen bzw. Fallen des Kurses einer Währung im Vergleich zu einer anderen Währung spekuliert. Der Gewinn eines Handels ergibt sich aus der Differenz der beiden Währungen abhängig von den Kursen, wobei am Ende noch die Gebühr für den Broker sowie Steuern abgezogen werden müssen. Prinzipiell kann man auch mit einem relativ kleinem Kapital schon in den Forex-Handel einsteigen. 

Darüber hinaus hat der Forex-Handel einiges mit CFDs (Contracts for Difference) gemeinsam. Der Wirkungsgrad der Hebel ist beim Forex-Trading allerdings um ein Vielfaches größer.

Oftmals weisen die Währungskurse jedoch nur sehr geringe Schwankungen auf, welche sich erst im Bereich der dritten oder vierten Nachkommastelle auswirken. Daher ist der Handel mit gehebelten Derivaten nicht ungewöhnlich. Unter Verwendung dieser Hebelwirkung kann selbst von sehr geringen Kursschwankungen stark profitiert werden. Um das ganze zu verdeutlichen, folgt anschließend ein Beispiel.

Forex Trader

Wie schon zuvor will Markus nun wieder darauf spekulieren, dass der Euro in Relation zum US-Dollar an Wert gewinnen wird, aber dieses Mal unter der Verwendung eines Hebels. Markus kann in unserem Beispiel bei einem Wechselkurs von 1,00 € zu 1,10 $ dementsprechend 100.000 Euro für 110.000 Dollar erwerben. Die Besonderheit besteht nun darin, dass es nicht notwendig ist, dem Broker den kompletten Geldbetrag von 110.000 Dollar zu übergeben. Stattdessen genügt es, diesem beispielsweise eine Margin von 1% zu hinterlegen, was einem Betrag von nur 1.100 Dollar entspricht. Sehen wir uns nun zwei mögliche Szenarien an, einem gehen wir davon aus, dass Markus einen Gewinn einfährt und einmal davon, dass er einen Verlust macht.

Forex-Handel mit Gewinn:

Markus verkauft die anfangs erworbenen 100.000 Euro für 113.000 Dollar und fährt somit ein Plus von 3.000 Dollar ein, nachdem er schließlich auch die Margin vom Broker zurückbekommt. Markus hat es also geschafft, seinen ursprünglichen Investitionseinsatz von 1.100 Dollar zu vervielfachen und einen prozentualen Gewinn von +272,72 % zu erwirtschaften. Von diesem Bruttogewinn müssen allerdings noch die Gebühren für den Broker sowie Steuern subtrahiert werden, um auf die Nettosumme zu kommen.

Forex-Handel mit Verlust:

Im ungünstigen Fall verkauft Markus die 100.000 Euro für 108.000 Dollar und muss somit einen Verlust von 2.000 Dollar verzeichnen.

Da der Verlust größer ist als die hinterlegte Margin, ergeben sich Nachschusspflichten. Somit behält der Broker die Margin von 1.100 Dollar für sich ein, außerdem ergibt sich eine Nachschusspflicht von 900 Dollar für Markus, um den entstandenen Verlust wieder auszugleichen. Zuletzt müssen auch noch die Kosten für den Broker bezahlt werden, wodurch sich der Verlust noch einmal vergrößert.

Currency Carry Trade

Eine besonders interessante Möglichkeit des Tradings auf dem Forex-Markt ist das sogenannte “Currency Carry Trading”. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff?

Der Carry Trade fällt in die Kategorie der langfristigen Strategien und basiert auf den Differenzen der Zinssätze unterschiedlicher Währungen. In der Praxis sieht das dann so aus, dass man eine Währung mit einem vergleichsweise geringen Zinssatz verkauft und den Erlös daraus in eine Währung mit einem höheren Zinssatz investiert. Dadurch können Anleger zum einen von der Wertentwicklung der gekauften Währungen und zum anderen auch von der Zinssatzdifferenz profitieren.

Zum besseren Verständnis soll folgendes Beispiel dienen: 

Markus holt sich einen Kredit mit japanischen Yen, weil er dort nur einen geringen Zinssatz von 0,3 Prozent zahlen muss. Die geliehenen Yen tauscht er daraufhin in US-Dollar um und investiert diese in eine Einlage, welche mit 3 Prozent verzinst wird. In der Konsequenz erhält Markus nach einem Jahr ganze 3 Prozent Zinsen auf das investierte Kapital und muss nur 0,3 Prozent Zinsen desselben Kapitals zahlen. Er macht also Gewinn. Zudem könnte dieser Gewinn unter Verwendung eines Hebels noch signifikant vergrößert werden. 

Natürlich gibt es auch bei der Currency Carry Trade Strategie ein gewisses Risiko zu beachten. Denn sollte der US-Dollar im Vergleich zum Yen beispielsweise deutlich an Wert verlieren, dann kann dies möglicherweise selbst durch die positive Zinsdifferenz nicht mehr aufgefangen werden.

Die Handelszeiten am Forex-Markt

Im Gegensatz zur Aktienbörse kann beim Forex-Handel fünf Tage in der Woche für 24 Stunden getradet werden. Der Währungshandel findet dementsprechend unter der Woche pausenlos statt und das in sämtlichen Zeitzonen weltweit. Da Geld bekanntlich niemals schläft, ist es für Unternehmen und Anleger erforderlich, jederzeit Zugang zum Markt erhalten zu können. Am Forex-Markt gibt es eine Unterscheidung in verschiedene Sessions, bei denen es zum Teil zu einer gegenseitigen Überlappung kommt.

Gehen wir von Deutschland und allen Ländern mit derselben Zeitzone aus, so beginnt die Handelswoche hier immer am Sonntag um 23:00 Uhr mit der Asien Session und endet am Freitag mit der USA Session. WIchtig zu wissen ist auch, dass der Forex-Handel selbst an Feiertagen stattfindet (bis auf sehr wenige Ausnahmen), da diese in den unterschiedlichen Ländern nicht dieselben sind.

Dabei ist es wichtig im Hinterkopf zu behalten, dass die Uhrzeiten auf den Handelsplattformen in der Regel an den örtlichen Sitz der jeweiligen Broker angepasst sind! Die zeitliche Differenz zwischen der Plattform und der eigenen lokalen Zeit sollte also niemals außer Acht gelassen werden – und zwar insbesondere für den Fall, dass Nachrichten und Konjunkturdaten beim Trading als Entscheidungshilfen mit einbezogen werden.

Sieht man sich das Aktivitätslevel in Bezug auf das Handelsvolumen an, ist dieses in der Europa sowie in der USA Session am höchsten. Und besonders dann, wenn sich die beiden Sessions überlappen (täglich von 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr), kommt es häufig zur Veröffentlichung essentieller wirtschaftlicher Daten, woraufhin in der Folge erhebliche Bewegungen am Markt resultieren können und somit auch eine hohe Volatilität.

In der Asien Session dagegen verhalten sich die Währungspaare verglichen dazu eher ruhig, außer es werden in diesem Zeitfenster wichtige Konjunkturdaten veröffentlicht.

Im Prinzip gibt es beim Forex-Markt vier verschiedene Haupthandelszeiten. Diese werden von den Handelszeiten in den Städten New York, London, Tokio und Sydney bestimmt.            

Die vier Haupthandelszeiten:   

  1. Sydney-Zeit: GMT (Greenwich Mean Time) + 1
  2. Tokyo-Zeit: GMT + 9
  3. New-York-Zeit: GMT – 4
  4. London-Zeit: GMT + 1

Strategien im Forex-Trading

Grundsätzlich muss man nicht zwingend ein höchst professioneller Trader sein, um am Forex-Markt partizipieren zu können. Eine Sache sollte man sich jedoch gründlich überlegen, bevor man in den Forex-Handel einsteigt: Die Rede ist hier von der passenden Strategie. Welches Ziel soll am Devisenmarkt erreicht werden? Besteht eher Interesse am Handeln kurzer Kursimpulse oder aber soll auf langfristige Trends gesetzt werden? Je nachdem, wie die Antworten auf diese Fragen ausfallen, sieht auch die Strategieentwicklung entsprechend anders aus.

Fest steht jedoch, dass es in dieser Sache keine wirkliche Mischung der Strategien gibt. Durch die Eigenschaften des Forex-Marktes – insbesondere der permanente Handel sowie die “Crossrates” (autonome Querverbindungen der Währungen zueinander) – wird eine Mischform aus kurzfristiger sowie langfristiger Strategiebildung nahezu ausgeschlossen. Dementsprechend gilt es, sich zunächst für eine der beiden Strategie-Richtungen zu entscheiden. Hier unterscheidet man zwischen dem “Longterm-Investment” auf der einen Seite und dem “Scalping” auf der anderen Seite.

Longterm-Investment – Trendfolge

Für den Fall, dass die zeitlichen Kapazitäten nicht gegeben sind oder aber einfach kein Interesse daran besteht, als Trader besonders agil auf kurzfristige Kursimpulse zu lauern, dann empfiehlt sich eine langfristig ausgerichtete Trendfolge-Strategie

Schwankungen auf kurzfristiger Basis am Forex-Markt sind zwar in den meisten Fällen volatiler (da die Devisenkurse nicht selten noch während des einen Tages einen enormen Kurszuwachs verzeichnen, nur um dann am nächsten Tag wieder rapide einzubrechen). Hierdurch wird aber eben auch eine mittelfristige Strategie erheblich verkompliziert. Betrachtet man gewisse Währungspaare allerdings auf lange Sicht, lassen sich oftmals deutliche Trends erkennen, von denen man als langfristig orientierter Investor profitieren kann.

Dies lässt sich auch im nachfolgenden Chart des Währungspaares EUR/USD erkennen, welches die Kursentwicklung der vergangenen Monate zeigt, in denen ein eindeutiger Abwärtstrend vorherrschte.

EUR-USD langfristiger Abwärtstrend Forex
EUR-USD im langfristigen Abwärtstrend

Scalping: Verwendung ultra-kurzfristiger Impulse

Auf der anderen Seite gibt es die Strategie für ein ultra-kurzfristiges Trading namens “Scalping”. Beim Scalping besteht das Ziel darin, kurzfristige Impulse zu erfassen, auf diese zu reagieren und innerhalb kürzester Zeit Gewinne einzufahren. Aus diesem Grund ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass der Devisenmarkt hierbei in sehr engen Zeitrastern (von Stundenebene bis zur Minutenebene) von den Tradern verfolgt werden muss. Zeitraster von einer, zwei oder auch fünf Minuten sind dabei nicht außergewöhnlich und eher die Regel als die Ausnahme.

Wem das Verfolgen nach solchen Trading-Möglichkeiten Spaß macht, der kann mit der entsprechenden Herangehensweise und Disziplin definitiv erfolgreich am Devisenmarkt sein. Dabei wird selbstverständlich vorausgesetzt, dass man als Trader mit einem hohen Kapitaleinsatz handelt, damit man auch von sehr kleinen Impulsen auf der Pip-Ebene profitieren kann.

Im unten abgebildeten Chart beispielsweise kann man die Kursbewegungen des Währungspaares EUR/USD über eine Zeitspanne von nur zwei Stunden erkennen (Stand: 19.07.2019). 

Forex-1-Minuten-Chart-eurusd-scalping
1-Minuten Chart EUR-USD Forex Scalping

Nun stellt sich im nächsten Schritt die Frage, wie man nach Auswahl der entsprechenden Strategie am besten weiter vorgeht. Sowohl für die Strategie des Longterm-Investment als auch für die des Scalpings gibt es nämlich einige Trading-Tools, mit denen man als Investor bzw. Trader arbeiten kann.

Trading-Werkzeuge im Forex-Trading

Eine breite Palette an Trading-Tools ist zwar grundsätzlich nicht verkehrt, allerdings sollte man es damit auch nicht übertreiben. Denn die klassische technische Analyse sowie die Indikatoren der Candlestick-Charts haben sich bereits häufig als nützlich erwiesen, jedoch sollte man es vermeiden, auf zu viele Indikationen zum selben Zeitpunkt zu setzen, da dies zu widersprüchlichen Signalen führen kann.

Daher bewährt es sich üblicherweise, sich auf einige wenige Tools zu konzentrieren und diese für die eigenen Analysen zu verwenden. Doch auch dann sollte klar sein: Kein Tool der Welt kann ausschließlich perfekte Aussagen liefern. Denn es kann jederzeit zu völlig unerwarteten Impulsen kommen, die von externen Faktoren ausgelöst werden (politische Veränderungen, Bank-Maßnahmen bzw. Nachrichten). Es wird also nicht möglich sein, lediglich gewinnbringende Trades abzuschließen. Stattdessen sollte das Ziel darin bestehen, mehr Gewinntrades als Verlusttrades zu verzeichnen und etwaige Verluste möglichst zu begrenzen. Anschließend einige der gebräuchlichsten Tools im Forex-Handel.

Welche Forex Broker gibt es?

Grundsätzlich gibt es mittlerweile Forex-Broker wie Sand am Meer. Aus diesem Grund stellt sich vor allem als Einsteiger die Frage, für welchen Anbieter man sich entscheiden sollte, um möglichst effektiv und kostengünstig traden zu können. Im Folgenden sollen daher fünf bewährte Broker kurz und übersichtlich vorgestellt werden, um sich zumindest einen ersten Einblick verschaffen zu können.

IG

IG – früher auch als IG Markets bekannt – ist seit der Gründung im Jahr 1974 ein beliebter und bewährter Broker für Anleger und Investoren. Mittlerweile ist IG im globalen Vergleich führend, was den Handel von CFDs und Forex betrifft. IG bietet seinen Kunden eine große Auswahl von über 16.000 Märkten an, zwischen denen diese sich entscheiden können. Werfen wir nun einen kurzen Blick auf die allgemeinen Eigenschaften und Vorteile, welche der Anbieter IG mit sich bringt:

  • Spread ab 0,6 Pips im Währungspaar EUR/USD
  • 1 Punkt Spread im DAX
  • Keine Mindesteinlage erforderlich
  • Anmeldung zum kostenlosen Demo-Account möglich
  • Qualifizierter Kundenservice
  • Umfangreiches Einführungsprogramm sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene

flatex

Eine weitere Online-Plattform im Forex-Handel nennt sich flatex. Dieser Broker, welcher 1999 gegründet wurde, ist insbesondere in Deutschland sehr bekannt. Die Besonderheit bei flatex ist die Orderflat, welche im OTC-Handel schon ab 5,90 Euro erhältlich ist. Auch hier sollen die Vorteile in einer Übersicht kurz dargestellt werden.

  • Es sind keine Depotkosten zu zahlen
  • Anmeldung zum kostenlosen Demo-Account möglich
  • Fixpreis ab 5,90 pro Order für den Direkthandel
  • Keine Mindesteinlage erforderlich
  • Eine Limitorder ist mit keinen Kosten verbunden 
  • Es gibt eine große Auswahl an Währungspaaren

LYNX

Der niederländische Broker LYNX wurde im Jahr 2006 in Amsterdam gegründet. Die Hauptniederlassung befindet sich zwar nach wie vor in Amsterdam, jedoch hat der Online Broker mittlerweile auch in zahlreichen anderen Standorten eine Niederlassung, unter anderem auch in Deutschland. Die wichtigsten Eigenschaften nachfolgend kurz zusammengefasst. 

  • Die erforderliche Mindesteinzahlung liegt bei 2.000 Euro
  • Beim Devisenhandel stehen über 80 Währungspaare zur Auswahl
  • Über 7.000 handelbare Instrumente lassen sich über CFDs nutzen
  • Es sind mehr als 200.000 Zertifikate handelbar
  • Spread ab 0,1 Pips im Währungspaar EUR/USD
  • Es sind keine Depotkosten zu zahlen

IC Markets

Das Unternehmen IC Markets wurde im Jahr 2007 in Sydney gegründet und zählt zu den global agierenden True ECN Forex-Brokern. Die Handelsplattformen zeichnen sich insbesondere durch niedrige Latenzzeiten und eine über dem Durchschnitt liegende Liquidität aus. Zu den besonderen Eigenschaften zählen folgende Punkte.

  • Beim Devisenhandel stehen über 60 Währungspaare zur Auswahl
  • Auf den True ECN-Plattformen stehen zum Teil 0,0 Pips breite Spreads zur Verfügung
  • Anmeldung zum kostenlosen Demo-Account möglich
  • Latenzzeit liegt bei weniger als 1 Millisekundetrade
  • Bis zu 50 unterschiedlichen Liquiditätsanbietern
  • Die erforderliche Mindesteinzahlung liegt bei 200 Euro

FXFlat

Der Online Broker FXFlat wurde im Jahr 2007 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Deutschland. Die Besonderheit von FXFlat liegt in der breiten Auswahl bei den Währungspaaren, welche zum Handel zur Auswahl stehen. Die wichtigsten Informationen anschließend wiederum kurz zusammengefasst.

  • Beim Forex-CFD Handel stehen über 60 Währungspaare zur Auswahl
  • Spread ab 0,8 Pips verfügbar
  • Rund um die Uhr Kundenservice
  • Mindesteinlage liegt bei 200 Euro
  • Anmeldung zum kostenlosen Demo-Account möglich

Vorteile des Forex-Trading

Geringe Handelskosten

Für gewöhnlich wird für das Führen eines Forex-Kontos keine oder nur eine sehr geringe Ordergebühr verlangt und es gibt zudem prinzipiell keine Kontoführungsgebühr. Werden Handelskosten verlangt, dann lediglich als “mark up”, also als Aufschlag auf den Spread. Neben einer Kommission muss nur der Forex-Spread für das Erwerben zum Nachfragepreis und für das Verkaufen zum Angebotspreis gezahlt werden. Liegt ein geringer Spread vor, kann man umso leichter in die Gewinnzone kommen.

Dazu kommt noch ein weiterer positiver Faktor: Die niedrige geforderte Ersteinzahlung für die Kontoaktivierung. Dadurch ist die Einstiegsbarriere im Devisenmarkt viel schwächer als in zahlreichen anderen Finanzmärkten. Nicht zuletzt aus diesem Grund konnte der Forex-Markt einen so großen Zuwachs an Tradern und Investoren verzeichnen.

Und auch die Handelssoftware sowie die Analysewerkzeuge können auf vielen Börsen nur kostenpflichtig erworben werden, während diese für Händler am Forex-Markt je nach Broker meistens kostenlos sind.

Kein großes Startkapital erforderlich

Ein weiterer Vorteil des Forex-Marktes besteht darin, dass zu Beginn kein großes Startkapital zwingend notwendig ist. Mit Hilfe des Leverage-Effekts kann somit auch mit einem relativ kleinem Kapital ein großer Gewinn gemacht werden. 

Mit der ESMA ist im August 2018 vergangenen Jahres allerdings eine neue Beschränkung in Kraft getreten, wodurch der Handel mit Hebeln in einem gewissen Grad eingeschränkt wird: Während Professional Clients auch weiterhin mit Hebeln von bis zu 1:500 arbeiten können, müssen sich Retail Clients (Kleinanleger) mit einem maximalen Hebel von 1:30 für die Hauptwährungen zufrieden geben. Aber auch mit diesem relativ niedrigen Hebel ist es  möglich, selbst mit niedrigen Geldsummen von geringen Kursschwankungen zu profitieren und potenzielle Gewinne zu vervielfachen. Und mit einem entsprechenden Risikomanagement kann auch das Risiko in einem gewissen Rahmen eingegrenzt werden.

Liquidität beim Devisenhandel

Ein maßgeblicher Grund für die weltweite Verbreitung ist der hohe Liquiditätsgrad des Devisenmarktes. Da die Globalisierung weiter und weiter voranschreitet, ergeben sich auch für interessierte Anleger und Investoren immer mehr Möglichkeiten zu handeln. In diesem Kontext sehen wir uns nun einige interessante Fakten rund um das Liquiditätsvolumen des Forex-Marktes an: Der Umsatz des Forex-Marktes innerhalb eines Tages ist größer als das Bruttoinlandsprodukt Japans eines ganzen Jahres. An dieser Stelle sei angemerkt, dass Japan die drittgrößte Volkswirtschaft weltweit hat! Der überwiegende Handel findet dabei wie bereits zuvor erwähnt mit den großen Währungspaaren (Majors) statt – ca. 80 Prozent aller getätigten Transaktionen.

Leichter Zugang zum Markt

Dazu kommt noch, dass für den Forex-Handel einzig und allein ein funktionierender Internetzugang erforderlich ist. Nachdem die eigenen Daten von der Plattform verifiziert wurden, kann noch am selben Tag ein Account eröffnet und die erste Einzahlung gemacht werden. An dieser Stelle sei gesagt, dass es insbesondere als Anfänger Sinn macht, den Forex-Handel zunächst einmal mit einem Demokonto auszuprobieren. Denn hier besteht die Möglichkeit, sich ohne finanzielles Risiko und völlig kostenlos näher mit der Handelssoftware MetaTrader und dem Trading an sich vertraut zu machen.

Nachteile des Forex-Trading

Keine richtige Regulierung

Da der Forex-Markt dezentralisiert ist und somit auch ortsunabhängig, gibt es auch keine zentral gesteuerte Regulierung für diesen. Diese Tatsache kann es teilweise erschweren, den geeigneten Broker des Vertrauens ausfindig zu machen. Jedoch gibt es in vielen Ländern bereits Behörden, die dafür zuständig sind, die Broker zu lizenzieren und zu kontrollieren.
Bei sogenannten “Offshore Brokern” sollte man allerdings vorsichtig sein, da diese nicht im selben Land reguliert werden, in welchem diese ihre Dienste anbieten. Achten sie auf rote Flaggen wie zum Beispiel eine hohe Intransparenz der Internet-Website (keine Adresse bzw. Kontaktdaten, etc.).

Marktkenntnisse sind erforderlich

Der Forex-Markt ist jedoch keine Abkürzung zum schnellen Reichtum. Es ist definitiv möglich, mit dem Devisenhandel Geld zu verdienen – man kann sogar sehr viel Geld verdienen – allerdings setzt dies auch eine intensive Beschäftigung mit dem Thema voraus. Neben einem Verständnis für die Anwendung der entsprechenden Tools spielen auch noch weitere zahlreiche Faktoren eine Rolle, welche sich auf die Kurse am Forex-Markt auswirken können. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, sich eingehend mit den verschiedenen Märkten weltweit auseinanderzusetzen, die Nachrichten zu verfolgen und zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Hohes Risiko

Neben den hohen Gewinnen, die am Devisenmarkt durchaus erzielt werden können, darf das Risiko aber nicht außer Acht gelassen werden. Insbesondere beim Handel mit Hebeln können eben auch etwaige Verluste multipliziert werden. So kann es eben auch wie bereits in einem vorigen Beispiel aufgezeigt vorkommen, dass man neben dem Verlust der zu Beginn eingezahlten Margin noch weitere Verluste aufgrund von Nachschusspflichten hinnehmen muss. Grundsätzlich sollte immer mit Bedacht und einem entsprechenden Risikomanagement getradet werden. Daher spielt auch eine gewisse emotionale Disziplin beim Forex-Trading eine bedeutende Rolle.

Emotionale Disziplin beim Trading

Denn selbst die beste Strategie und die besten Tipps sind noch kein Garant dafür, dass man beim Traden immer erfolgreich ist. Und wenn es mal nicht so rund läuft, kann es durchaus vorkommen, dass die Emotionen die Oberhand gewinnen. In diesem Fall tendieren insbesondere Anfänger dazu, die ursprünglich erarbeitete Strategie über Bord zu werfen und emotional verursachte Handlungen am Forex-Markt vorzunehmen, die das ganze in den meisten Fällen dann noch verschlimmern.

Diesem Drang sollte man jedoch widerstehen. Mit den eigenen Strategien sowie Werkzeugen und Routinen für die Marktanalyse kann die Verantwortung für die eigenen Handlungen am Forex-Markt übernommen werden. Dadurch wird der komplette Trading-Prozess an sich über kurzfristige Gewinne gestellt, wodurch nachhaltig und auf lange Sicht erfolgreich getradet werden kann.

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