Der Schweizer Franken bleibt stark, aber die Aufwertung hat Pause. Im Januar 2026 fiel USD/CHF auf 0,7629, im Juli erholte sich das Paar bis 0,8205. Am 24. August 2026 notiert es bei 0,8025 und damit genau zwischen 200-Tage-Linie und 50-Tage-Linie.
Diese Prognose stützt sich auf die Chartanalyse in drei Zeitebenen. Der Tageschart zeigt die kommenden Wochen, der Wochenchart den Weg bis 2028, der Monatschart den langfristigen Rahmen bis 2030. Dazu kommt der stärkste fundamentale Treiber dieses Paares: die Zinsdifferenz von rund dreieinhalb Prozentpunkten zwischen Fed und SNB. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
USD/CHF Prognose: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Aktueller Stand: USD/CHF notiert am 24. August 2026 bei 0,8025. Der Kurs liegt über der 200-Tage-Linie (0,7933) und unter der 50-Tage-Linie (0,8088).
- Die kurzfristige Prognose bleibt eingeklemmt. Erst über 0,8088 wird das Jahreshoch bei 0,8205 zum Ziel, erst unter 0,7933 rückt die 0,78er-Zone in den Blick.
- Aus mittelfristiger Sicht hält sich der Kurs über dem 50-Wochen-Durchschnitt bei 0,7945. Das Wochenchart-Bild ist damit neutral bis leicht freundlich.
- Langfristig dominiert der Abwärtstrend des Dollars. Seit dem Hoch bei 1,0332 im Januar 2017 fällt das Paar in Etappen. Die Parität von 1,00 ist weit entfernt.
- Der Zinsvorteil liegt klar beim Dollar: Fed 3,50 bis 3,75 Prozent gegen SNB 0,00 Prozent. Dass USD/CHF trotzdem nicht steigt, ist der eigentliche Befund dieses Paares.
Was ist das Währungspaar USD/CHF?
USD/CHF ist das Währungspaar aus US-Dollar und Schweizer Franken. Der Kurs gibt an, wie viele Franken ein US-Dollar kostet. Fällt der Kurs, wertet der Dollar ab und der Franken auf.
Trader nennen das Paar „Swissy“. Es gehört zu den Hauptwährungspaaren im Devisenhandel, bewegt sich aber ruhiger als Cable oder der Aussie. Zu EUR/USD besteht eine ausgeprägt negative Korrelation: Steigt der Euro zum Dollar, fällt USD/CHF meist mit.
Der Schweizer Franken gilt als sicherer Hafen. In Krisenphasen fließt Kapital in die Schweiz, weil das Land als politisch und wirtschaftlich stabil gilt. Diese Nachfrage wertet den Franken auf und drückt den USD/CHF-Kurs.
Bei diesem Paar handelt man immer gegen die Notenbank mit. Die Schweizerische Nationalbank hat mehrfach direkt am Devisenmarkt eingegriffen, um eine zu starke Währung zu verhindern. Der bekannteste Fall ist der Frankenschock vom 15. Januar 2015. Damals hob die SNB den Mindestkurs zum Euro ohne Vorwarnung auf, USD/CHF fiel binnen Minuten auf 0,7327. Wie sich das auf der Euro-Seite darstellt, zeigt die EUR/CHF-Prognose.
US-Dollar/Schweizer Franken Prognose kurzfristig für 2026
Zuletzt aktualisiert: 24.08.2026, Kurs 0,8025
Rückblick: Das Jahrestief bei 0,7629 stammt vom 28. Januar 2026. Von dort lief eine Erholung, die Ende Juli bei 0,8205 ihr Hoch fand. Seitdem gibt der Kurs wieder nach. Im August pendelte er zwischen 0,7948 und 0,8145 und damit in einer engen Spanne.
Ausblick: Der Kurs sitzt zwischen zwei Linien fest. Über ihm verläuft die 50-Tage-Linie bei 0,8088, unter ihm die 200-Tage-Linie bei 0,7933. Solange beide halten, bleibt die Seitwärtsbewegung das wahrscheinlichste Szenario. Die Spanne ist mit rund 150 Punkten eng genug, dass sich ein Ausbruch schnell entscheidet.
Kursziel: Nach oben liegt das erste Ziel am Jahreshoch bei 0,8205, erreichbar nur über der 50-Tage-Linie. Nach unten aktiviert ein Bruch der 200-Tage-Linie die Zone um 0,78. Darunter wartet das Jahrestief bei 0,7629, das zugleich der tiefste Stand seit dem Frankenschock ist.

(Eigene Darstellung, Kursdaten Yahoo Finance, Stand 24.08.2026)
Dollar/Franken Prognose mittelfristig bis 2028
Rückblick: Der Wochenchart zeigt seit 2023 eine breite Abwärtsbewegung mit zwischenzeitlichen Erholungen. Jede dieser Erholungen endete tiefer als die vorherige. Das Muster aus tieferen Hochs ist der Kern des mittelfristigen Bildes und bislang nicht gebrochen.
Ausblick: Der 50-Wochen-Durchschnitt liegt bei 0,7945, der Kurs knapp darüber. Diese Linie hat in den vergangenen zwei Jahren mehrfach als Scharnier gewirkt. Wochenschlusskurse darüber sprechen für eine Fortsetzung der Bodenbildung, Schlusskurse darunter für einen neuen Anlauf auf das Jahrestief.
Der Weg bis 2028 hängt an der 0,82er-Zone. Erst ein Wochenschluss über dem Jahreshoch 0,8205 würde die Kette tieferer Hochs beenden. Bis dahin bleibt jede Aufwärtsbewegung eine Gegenbewegung. Nach unten ist 0,7629 die Marke, unter der das Paar in Neuland läuft.

(Eigene Darstellung, Kursdaten Yahoo Finance, Stand 24.08.2026)
US-Dollar/Schweizer Franken Prognose und Chartanalyse: Langfristige Rückschau und Ausblick bis 2030
Rückblick: Der Monatschart zeigt einen Trend, der über Jahrzehnte in dieselbe Richtung läuft. 2011 stützte die SNB den Kurs mit einem Mindestkurs zum Euro, 2015 gab sie ihn auf. Nach einer Erholung bis 1,0332 im Januar 2017 fällt das Paar seither in Etappen. Der Dollar verliert gegenüber dem Franken langfristig an Wert.
Ausblick: Der Kurs notiert unter der 20-Monats-Linie bei 0,8129. Solange das so bleibt, ist der übergeordnete Abwärtstrend intakt. Die Ursache ist kein Zufall, sondern die Inflationsdifferenz: Die Teuerung liegt in der Schweiz seit Jahren deutlich niedriger als in den USA. Ein Franken verliert langsamer an Kaufkraft als ein Dollar, und genau das bildet der Chart ab.
Für den Ausblick bis 2030 gilt deshalb eine unbequeme Regel. Erholungen in diesem Paar sind Gegenbewegungen, bis das Gegenteil bewiesen ist. Ein Anstieg über 0,92 würde die Struktur der vergangenen Jahre ernsthaft infrage stellen. Nach unten ist der Bereich um 0,73 die letzte belastbare Marke, dort lag das Tief des Frankenschocks.

(Eigene Darstellung, Kursdaten Yahoo Finance, Stand 24.08.2026)
Diese Faktoren bewegen den USD/CHF-Kurs
Die Zinsdifferenz ist die größte im Feld der Hauptwährungspaare. Die US-Notenbank Fed hält ihren Leitzins seit dem 29. Juli 2026 bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Die Schweizerische Nationalbank liegt seit dem 18. Juni 2026 bei 0,00 Prozent. Wer Dollar hält, bekommt also rund dreieinhalb Prozentpunkte mehr Zins.
Eine Zinsdifferenz wirkt am Devisenmarkt wie ein Sog: Kapital fließt in die Währung mit dem höheren Zins. Bei USD/CHF müsste dieser Sog den Kurs deutlich nach oben ziehen. Dass er es nicht tut, ist die zentrale Beobachtung an diesem Paar.
Der Grund ist die Rolle des Frankens als sicherer Hafen. In Phasen politischer oder wirtschaftlicher Unsicherheit kaufen Anleger Franken, unabhängig vom Zins. Diese Nachfrage arbeitet gegen die Zinsdifferenz. Über die vergangenen Jahre hat sie sich als die stärkere Kraft erwiesen, und der langfristige Chart zeigt genau das.
Die SNB behält sich Eingriffe ausdrücklich vor. In ihrer Lagebeurteilung vom 18. Juni 2026 bekräftigte sie eine erhöhte Bereitschaft, am Devisenmarkt zu intervenieren, um eine rasche und übermäßige Aufwertung des Frankens zu bremsen. Für die Inflation erwartet sie 0,6 Prozent im Jahr 2026. Solche Interventionen sind für Trader nicht vorhersehbar und das größte Einzelrisiko in diesem Paar.
Zwei Termine gehören in den Kalender. Die Fed entscheidet am 15. und 16. September 2026, die SNB im selben Monat. Bei der Fed stimmten zuletzt drei Mitglieder für eine Erhöhung. Ginge dieser Schritt durch, während die SNB bei null bleibt, würde sich die Zinsdifferenz weiter öffnen. Die Termine stehen im Wirtschaftskalender.
Was Banken für USD/CHF erwarten
Schweizer Institute veröffentlichen regelmäßig Wechselkursprognosen. Der folgende Überblick fasst zusammen, was zuletzt veröffentlicht wurde. Auffällig ist die Bandbreite: Zwischen der tiefsten und der höchsten Erwartung liegen rund sechs Prozent.
| Quelle | Erwartung | Stand |
|---|---|---|
| UBS (Umfrage unter Schweizer Firmen) | 0,78 per Ende 2026 | 10.02.2026 |
| Schwyzer Kantonalbank | 0,81 auf Sicht von 3 bis 9 Monaten, 0,79 auf 12 Monate | 14.07.2026 |
| Traders Union | 0,7997 per Ende 2026 | 08/2026 |
| Finanzradar | 0,84 per Ende 2026 | 08/2026 |
Diese Zahlen sind keine Kursziele, sondern Erwartungen. Sie schreiben Zinspfade fort und können politische Brüche nicht abbilden. Nützlich sind sie trotzdem: Die Mehrheit der Quellen sieht den Kurs am Jahresende unter dem heutigen Niveau, erwartet also einen weiter festen Franken. Das deckt sich mit dem langfristigen Chartbild.
Die Ausreißer sind dabei so lehrreich wie der Mittelwert. Wer 0,84 erwartet, setzt auf die Zinsdifferenz. Wer 0,78 erwartet, setzt auf den sicheren Hafen. Genau diese beiden Kräfte stehen sich in diesem Paar gegenüber, und der Chart zeigt, welche gerade gewinnt.
Technische Analyse von USD/CHF
Eine laufend aktualisierte Übersicht liefert TradingView. Die technische Situation des Paares US-Dollar/Schweizer Franken findet sich hier auf TradingView.
Die Zusammenfassung bündelt mehrere Werkzeuge. Sie stützt sich auf die bekanntesten technischen Indikatoren, wie gleitende Durchschnitte, Oszillatoren und Pivots. Für den langfristigen Blick lässt sich dort das Monatsintervall einstellen.
Ein technisches Rating fasst mehrere Indikatoren zu einem Signal zusammen. Das spart Zeit, ersetzt aber keine eigene Chartanalyse. Die Kennzahl sagt nichts darüber, wo Stopp und Ziel liegen. Genau diese beiden Punkte entscheiden über das Ergebnis eines Trades.
Hinweis: TradingView empfiehlt niemandem den Kauf oder Verkauf eines Finanzinstruments allein auf der Grundlage der Empfehlungen des Indikators “Technische Ratings”. Die Empfehlungen zeigen lediglich die Erfüllung bestimmter Bedingungen einer Reihe von individuellen Indikatoren an, die dem User helfen können, potenziell günstige Bedingungen für eine Transaktion zu erkennen, wenn dies mit seiner Strategie übereinstimmt.
Über US-Dollar / Schweizer Franken
USD/CHF ist kein ausgeprägtes Trendpaar. Es bewegt sich meist in Schwankungen statt in langen Trends, weil der Schweizer Franken als sicherer Hafen gegenläufig auf Krisen reagiert. Kurzfristig schlägt das Paar auf globale Ereignisse deutlich aus, übergeordnet dominiert die breite Seitwärtsphase der vergangenen Jahre.
Auch der zweite große Euro-Crosser lohnt den Blick. Die aktuellen Kursziele und Szenarien liefert die Prognose zu EUR/GBP.
Am anderen Ende der Skala steht eine Weichwährung. Wie sich der Euro gegenüber einer Währung mit hoher Inflation entwickelt, zeigt die Kursprognose zur Türkischen Lira.
USD/CHF Realtime Chart
Wer die Dollar-Seite breiter verfolgt, findet in einer Rohstoffwährung die Gegenprobe. Die Prognose für US-Dollar und kanadischen Dollar zeigt, wie unterschiedlich beide Paare auf denselben US-Dollar reagieren.
Fazit: Der Zins spricht für den Dollar, der Chart nicht
Die USD/CHF-Prognose bleibt zweigeteilt. Kurzfristig sitzt der Kurs zwischen 200-Tage-Linie und 50-Tage-Linie fest. Mittelfristig hält er sich knapp über dem 50-Wochen-Durchschnitt. Langfristig läuft er unter der 20-Monats-Linie und damit im Abwärtstrend.
Fundamental stehen sich zwei Kräfte gegenüber. Die Zinsdifferenz von dreieinhalb Prozentpunkten spricht klar für den Dollar. Die Rolle des Frankens als sicherer Hafen und die niedrige Schweizer Inflation sprechen dagegen. Über die vergangenen Jahre hat sich die zweite Kraft durchgesetzt, und daran hat sich 2026 nichts geändert.
Für die Praxis heißt das, die enge Spanne zu respektieren. Nach oben ist 0,8088 die Schwelle, nach unten 0,7933. Wer das Paar handelt, sollte die SNB-Termine im Blick behalten. Eine Intervention kommt ohne Vorwarnung, und der 15. Januar 2015 hat gezeigt, wie groß die Bewegung dann ausfällt.
Häufige Fragen zur USD/CHF Prognose
Wie ist die USD/CHF Prognose für 2026?
Das Bild bleibt seitwärts bis leicht abwärts. USD/CHF notiert am 24. August 2026 bei 0,8025, eingeklemmt zwischen 200-Tage-Linie (0,7933) und 50-Tage-Linie (0,8088). Die Mehrheit der veröffentlichten Bankprognosen sieht den Kurs zum Jahresende zwischen 0,78 und 0,81.
Warum steigt USD/CHF trotz der hohen Zinsdifferenz nicht?
Weil der Franken als sicherer Hafen gefragt bleibt. Die Fed zahlt 3,50 bis 3,75 Prozent, die SNB null. Dieser Vorteil zieht den Kurs nach oben. Dagegen steht die Nachfrage nach Franken in unsicheren Zeiten, dazu eine Inflation, die in der Schweiz deutlich niedriger liegt als in den USA. Diese zweite Kraft war zuletzt die stärkere.
Wie hoch sind die Leitzinsen in den USA und der Schweiz?
Der Abstand beträgt rund dreieinhalb Prozentpunkte. Die Fed hält ihr Zielband seit dem 29. Juli 2026 bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Die Schweizerische Nationalbank liegt seit dem 18. Juni 2026 bei 0,00 Prozent und verzichtet damit weiterhin auf Negativzinsen.
Kann die SNB den Kurs beeinflussen?
Ja, und sie hat es angekündigt. In ihrer Lagebeurteilung vom 18. Juni 2026 bekräftigte die SNB eine erhöhte Bereitschaft, am Devisenmarkt zu intervenieren. Der bekannteste Eingriff war die Aufgabe des Euro-Mindestkurses am 15. Januar 2015, als USD/CHF binnen Minuten auf 0,7327 fiel.
Ist der Schweizer Franken ein sicherer Hafen?
Ja. In Krisenphasen fließt Kapital in die Schweiz, weil das Land als politisch und wirtschaftlich stabil gilt und die Notenbank als verlässlich. Diese Nachfrage wertet den Franken auf und drückt den USD/CHF-Kurs. Genau deshalb steigt das Paar in Stressphasen oft nicht, obwohl auch der US-Dollar als Fluchtwährung gilt.
Wie lässt sich USD/CHF handeln?
Über Forex-Broker oder Derivate. Das Paar zählt zu den Hauptwährungspaaren, die Spreads sind eng. Gehandelt wird es unter anderem über CFDs. Wegen des Interventionsrisikos gehört zu jeder Position ein Stopp.
Über den Autor: Christian Möhrer
Christian Möhrer ist technischer Analyst bei Kagels Trading. Sein Schwerpunkt liegt auf der Chartanalyse von Devisen, Indizes und Rohstoffen. Für kagels-trading.de erstellt er regelmäßig Kursprognosen und tägliche Markteinschätzungen.
Als Options-Trader ist er seit 2014 aktiv. Über die Jahre hat er einen Videokurs zum Optionshandel aufgebaut und betreut Signal-Dienste. Seine Analysen sind nüchtern, zahlenorientiert und konsequent am Chartbild ausgerichtet.
Die USD/CHF-Prognose schreibt Christian regelmäßig fort. Grundlage sind Tages-, Wochen- und Monatschart mit gleitenden Durchschnitten und markanten Hochs und Tiefs. Dazu kommen die fundamentalen Treiber, also die Zinspolitik von Fed und SNB sowie die Interventionspraxis der Schweizerischen Nationalbank. Jede Aktualisierung hält fest, welche Marken das Chartbild bestätigen oder kippen würden.
Dieser Artikel wurde von Karsten Kagels final geprüft.









