CFD-Handel & CFD-Trading erklärt: der komplette Guide für den CFD-Trader (2024)

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Autor:

Karl-Heinz Ramer

Aktualisiert:

Lesezeit: 58

CFD Handel & CFD Trading

CFD-Trading erklärt – das Wichtigste vorweg

  • Ein CFD (“Contract for Difference”) ist ein Derivat, also ein synthetisches Finanzprodukt, dessen Wert von einem zugrunde liegenden Börsenprodukt (“Underlying”) abgeleitet ist.
  • CFDs (deutsch: “Differenzkontrakt” oder “Differenzgeschäft”) werden nicht an der Börse gehandelt. Der Handel findet “OTC- Over The Counter” statt. Das heißt, das Geschäft ist ein bilaterales Handelsgeschäft zwischen dem Anbieter des CFD (Broker) und dem Trader.
  • Ein CFD ist ein “gehebeltes” Produkt. Beim Kauf eines CFD wird nicht der volle Kurswert fällig, sondern nur ein geringerer Prozentsatz davon, die “Margin”. Diese Margin muss auf dem Handelskonto des Traders verfügbar sein. Sie erfüllt die Funktion eines „Pfandbetrags“.
  • Die Margin dient der Absicherung von möglichen Verlusten aus dem Geschäft und wird im Gewinnfall wieder freigegeben.
  • Der “Hebel”, also das Verhältnis des eingesetzten Kapitals zur tatsächlichen Positionsgröße, ermöglicht dem Trader, mit relativ geringem Kapitalaufwand eine deutlich größeren Position im Markt zu bewegen. Das impliziert gleichzeitig aber das große Risiko im CFD-Trading: die Gefahr des “Überhebelns”, also der Eröffnung einer zu großen Position.
  • Gewinn und Verlust aus einem Trade in CFDs wird aufgrund der Differenz zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs der Position ermittelt. Die Hebelwirkung potenziert die Gewinne, aber auch die Verluste aus dem Geschäft, so dass der Verlust das eingesetzte Kapital weit übersteigen und es schlimmstenfalls zu einem Totalverlust kommen kann.

CFDs, die “Contracts for Difference“, sind für viele Trader ein “Rotes Tuch”. Kritiker malen die Risiken dieser gehebelten Finanzprodukte in den grellsten Farben aus. Bei all den – zugegebenermaßen tatsächlich existierenden – Risiken kommen jedoch die Vorteile der CFDs oft zu kurz. Sie bieten immerhin die Möglichkeit, auch mit einem kleinen Handelskonto überproportional an der Kursbewegung unterschiedlichster Basiswerte zu profitieren. 

CFDs erlauben es Tradern zum Beispiel an Aktienindizes wie dem DAX, an Kryptowährungen wie dem Bitcoin oder an der Preisentwicklung von Rohstoffen zu verdienen. Dass dabei aber für den Trader sehr reale Gefahren existieren, bis hin zum Totalverlust, darf man nicht verschweigen! CFDs sind hochspekulative Produkte, die vor allem unvorsichtige, ungeübte Trader leicht ins Verderben führen können.

Das Produkt “CFD” ist ein relativ neuer Mitspieler an den Finanzmärkten. Sie wurden Mitte der 1990er Jahre in England entwickelt, um Hedgefonds Leerverkäufe an der Börse zu erleichtern und die britische Börsensteuer zu umgehen.

Was sind CFDs, wie werden sie gehandelt, welche Vorteile und Risiken erwarten Sie als Trader und wie können Sie es trotzdem schaffen, mit diesen Finanzprodukten Gewinne zu generieren? Diese Fragen – und noch etliche mehr – werde ich in diesem Artikel beantworten.

Was ist ein “Contract for Difference” (CFD)?

Ein CFD, zu deutsch ein “finanzielles Differenzgeschäft”, ist eine zweiseitige (“bilaterale”) Vereinbarung, mit der eine “Wette” auf die Preisänderung eines zugrunde liegenden Handelsobjekts („Underlying“) abgeschlossen wird.

Das Gesetz über das Kreditwesen (KWG) sagt in § 1, Abs. 11:

»Ein finanzielles Differenzgeschäft (Contract for Difference, CFD) ist ein zweiseitiger Vertrag, in dem sich die eine Seite (der Käufer des CFD) der anderen (dem Verkäufer des CFD) verpflichtet, ihm eine eventuelle Differenz des Marktpreises eines Basiswertes zu einem späteren Zeitpunkt zum Marktpreis zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses zu zahlen.
Im engeren Sinne werden diese Verträge ohne Endfälligkeit geschlossen: Die Position, die mit dem Abschluss des Geschäfts geöffnet wird, wird mit einem zweiten, gegenläufigen Geschäft auf Initiative des Käufers geschlossen. Im Gegenzug erhält der Verkäufer eine Provision, die auf Tagesbasis abgerechnet wird.«

Dröseln wir das Ganze etwas verständlicher auf.

CFDs: Gehebelte Derivate, die nicht an der Börse gehandelt werden

Ein CFD ist ein derivatives („abgeleitetes“) Finanzobjekt. Sein Preis bezieht sich auf den Preis oder Kurs eines zugrunde liegenden Produkts, seinem “Underlying”.

Underlying kann jedes an einer Börse gehandelte Produkt sein: Aktien und Aktienindizes, Anleihen, Rohstoffe, Devisen, Kryptowährungen, Futures oder ETFs. CFDs erlauben dem Privatanleger den Zugang zu Assetklassen, der ihm rechtlich verwehrt oder aufgrund der finanziellen Ansprüche nicht möglich ist.

CFDs werden nicht an einer Börse gehandelt. CFD-Trading findet “Over The Counter” (OTC) statt. Es ist ein bilaterales Finanzgeschäft, das allein zwischen dem Trader und seinem Broker stattfindet. Der Broker stellt dabei den Preis des CFD. Anders als an der Börse findet keine Preisfeststellung nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage statt.

Der Handel mit CFDs stellt an den Trader keine besonderen technischen Ansprüche. CFDs werden über die Online-Plattformen der Broker gehandelt. Handel ist sowohl in Long- als auch in Short-Richtung möglich. Der Vertrag hat keine zeitliche Einschränkung. Die Position wird vom Trader durch ein Gegengeschäft glattgestellt oder – im Verlustfall – durch eine Zwangsglattstellung seitens des Brokers. Eventuelle Einschränkungen der Laufzeiten des Underlyings, wie es zum Beispiel bei Futures der Fall ist, spielen keine Rolle. Der Trader muss sich auch nicht um Verfall- oder Rolltermine kümmern.

CFDs sind “gehebelte Produkte”. Beim Kauf wird nicht der gesamte Nominalwert des Kontrakts als Kaufpreis fällig, sondern nur ein Bruchteil dessen, die “Margin”. Hier liegt jedoch die größte Gefahr für den unbedarften Trader verborgen: Dank CFDs ist es möglich, mit kleinen Beträgen an Märkten zu partizipieren, die im Grund dem “Großen Kapital” vorbehalten sind.

Und das kann leicht “ins Auge gehen”, missachtet man einige grundlegende Spielregeln. Nicht umsonst sind CFD-Broker gesetzlich zu folgender Angabe verpflichtet:

cfd handel risikowarnung vom Broker WHselfinvest
Abb.1: Risikowarnung bei WH Selfinvest; eigener Screenshot

Gewinn oder Verlust beim Handel ermitteln sich aus der Differenz zwischen Eröffnungspreis der Position und dem Ausstiegspreis. Das kann im Verlustfall verheerende Auswirkungen auf das Konto des Traders haben. Der Trader kann ein teures Finanzprodukt – z.B. den DAX-Future – für einen Bruchteil dessen handeln, was er an der Terminbörse kostet.

Entwickelt sich der Kurs des Futures in seinem Sinne, kann er traumhafte Profitmargen erwirtschaften. Wendet er sich jedoch gegen ihn, kann er innerhalb kürzester Zeit bankrott sein.

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Vor- und Nachteile der CFDs

Ich will an dieser Stelle die wesentlichen Vor- und Nachteile der Contracts for Difference kurz darstellen. Auf eine genaue Diskussion dieser Aspekte mit konkreten Beispielen gehe ich in den folgenden Abschnitten ein:

Vorteile von CFDs:

Geringer Kapitalaufwand

  • Der Trader “kauft” einen CFD nicht zum tatsächlichen Preis des zugrundeliegenden Produkts. Er hinterlegt eine “Margin”, die einen Bruchteil des eigentlichen Wertes beträgt.

Handel in Long- und Short-Richtung

  • In manchen Märkten (z.B. Aktien) ist der Handel in Short-Richtung, also der sog. “Leerverkauf”, nur bei ausgewählten Brokern möglich. Das „Shorten“ eines CFDs ist dagegen problemlos.

Produktvielfalt

  • Mit Hilfe von CFDs ist es möglich, an Märkten zu partizipieren, die dem privaten (“Retail”) Trader verschlossen bleiben – sei es, weil der Handel nur institutionellen Händlern gestattet ist oder weil die Kapitalanforderungen den Retail-Trader überfordern würden.
  • CFDs sind für nahezu jedes Produkt der Finanzmärkte erhältlich.

Einfach zu handeln

  • Im Vergleich zu manchen komplexen Finanzprodukten wie Futures oder Optionen stellen CFDs relativ geringe Ansprüche an das Fachwissen, das Sie als Trader mitbringen müssen. Sie müssen z.B. keine Verfallsdaten Ihrer Optionen im Auge behalten oder daran denken, Ihre Futuresposition rechtzeitig zu rollen oder glattzustellen.

Geringe Kontraktgrößen 

  • Ein Futurestrader zum Beispiel kann immer nur komplette Kontrakte handeln. Zwar gibt es für viele Produkte Mini- und Micro-Kontrakte, der Handel eines “halben Kontrakts” ist trotzdem nicht möglich.
  • CFDs erlauben eine wesentlich feinere Stückelung. Beispiel: Ein Futures Kontrakt umfasst 1.000 Barrel Öl, 1 Lot eines Rohöl-CFD umfasst 100 Barrel; man kann auch 0,1 Lots entsprechend 10 Barrel handeln.

Nachteile von CFDs:

OTC-Handel

  • CFD-Trading findet nicht an einer regulären Börse statt, sondern als bilaterales Geschäft zwischen Trader und Broker. Die Überwachung einer staatlichen Börsenaufsicht ist also nicht gegeben.
  • Dennoch gelten für CFD-Broker strenge gesetzliche Maßstäbe, wie ich noch ausführen werde.

Hebeleffekt

  • CFDs sind gehebelte Produkte. Was sich im Gewinnfall als Segen erweist und zu hohen Profiten bei minimalem Einsatz führen kann, kann sich im Verlustfall ins Gegenteil verkehren — und den völligen Ruin des Traders zur Folge haben.
  • Das wichtigste Element beim Handel mit CFDs ist, dass Sie ganz genau wissen, wie die Hebelwirkung sowohl Ihre Gewinne als auch Ihre Verluste vervielfacht.

Finanzierungskosten

  • CFDs sind Produkte des kurzfristigen Traders. Da der Kauf eines CFD mit geliehenem Kapital erfolgt (der Trader hinterlegt lediglich eine Margin, der größere Teil des nötigen Kapitals wird vom Broker zur Verfügung gestellt), entstehen Finanzierungskosten. Sie fallen jedes Mal an, wenn die Position „über Nacht“ gehalten wird.
  • Diese Kosten werden auf Tagesbasis berechnet, so dass CFDs zur längerfristigen Kapitalanlage weniger geeignet scheinen.
  • Auch in Seitwärtsphasen des Marktes können diese Finanzierungskosten die oft minimalen Gewinne „auffressen“.

Warum werden CFDs nicht an der Börse gehandelt?

Einer der großen Kritikpunkte des CFD-Handels ist das Argument, diese Produkte „werden ja nur OTC gehandelt. Es fehlt also die Sicherheit einer Börsenaufsicht.“

Diese Kritik ist berechtigt. Würden CFDs an der Börse gehandelt, dann wäre die Ausführung des Geschäfts überwacht, lückenlos dokumentiert und eine Preistransparenz zum Underlying des CFD sichergestellt. Für die Beilegung von Streitigkeiten wäre ebenfalls die Börsenaufsicht zuständig und nicht eine zivile Stelle.

Börsenüberwachter CFD-Handel: die CONTREX an der Börse München

Tatsächlich gab es den Versuch, den Handel an die Börse bringen, bereits: im Mai 2009 eröffnete an der Börse München die erste europäische CFD-Börse “CONTREX” (ein Kunstwort aus CONTRacts EXchange).

contrex webseite
Abb.2: Website der Börse München vom 11. Mai 2009 — abgerufen bei web.archive.org hier: https://bit.ly/contrex-2009-05-11

Die Handelsüberwachung der Börse München kontrollierte die Kursstellung. Damit gab es auch im CFD-Markt einen neutral überwachten Kurs, mit dem Ziel, ein „Best-Preis-Prinzip“ sicherzustellen. 

CFDs waren nicht länger außerbörslich gehandelte Produkte, sondern wirklich transparent und unter dem Dach einer kontrollierten Börse. So sah es zumindest in der Vorstellung aus.

An der CONTREX konnte dabei aber nach wie vor kein echter, multilateraler Börsenhandel stattfinden (vgl. Sie den Exkurs “Market Maker oder DMA?” weiter unten in diesem Artikel). Der Handel wurde nach wie vor bilateral zwischen Kunde und CFD-Broker abgewickelt.

Allerdings wurde für jeden CFD ein Referenzmarkt festgelegt (z.B. die EUREX für CFDs auf den DAX30) , dessen Kurse bei Kauf oder Verkauf des CFDs als bindend angesehen wurden.

Das brachte jedoch einen Nachteil für den Broker mit sich: ein wesentlicher Faktor der Gewinnmarge, der Spread, wurde neutralisiert. Im Zuge der Kostendeckung waren Broker jetzt gezwungen, Gebühren und Kommissionen zu verlangen, die vorher im Spread „versteckt“ waren.

Das Scheitern der Idee des börsengestützten CFD-Handels

Im Gegenzug reagierten die Kunden. Trotz der Vorteile zeigten sie wenig Interesse. In seinem Buch “CFD-Trading simplified ” (s. Quellenverzeichnis am Ende des Artikels) gibt der Autor Daniel Schütz ein Interview mit Norbert Betz von der Handelsüberwachungsstelle München wieder. Ein Auszug daraus:

D.S.: “Was führte dann zum Scheitern der »CFD-Börse«?”

N.B.: “Schließlich musste man feststellen, dass die Kunden lieber gebührenfrei handeln, was wohl der gesellschaftlichen Entwicklung in Deutschland geschuldet ist. Es fällt dem Kunden offensichtlich leichter, intransparente und versteckte Kosten an den Broker zu bezahlen, als eine transparente Gebühr für einen Handel mit Referenzmarktkursen.

Die Verantwortlichen für die CONTREX mussten im laufenden Geschäftsbetrieb erkennen, dass es nur sehr wenige Kunden gibt, die Wert auf die Transparenz in der Kostenstruktur legen und bereit sind, dafür offensichtlich zu bezahlen. Für die Mehrheit scheint es einfacher zu sein, die intransparentere Kostenstruktur zu verwenden.

Dieses Modell konnte sich im Markt nicht durchsetzen. Diejenigen, die eine gewisse Kurskontrolle haben wollen, kommen mit der DMA-Idee ganz gut zurecht. Die Not der Anleger ist nicht so groß, dass sich ein solches Modell durchsetzt und dass sie bereit sind, an dieser Ecke Gebühren zu bezahlen.”

Daniel Schütz im Gespräch mit Norbert Betz, aus “CFD-Trading simplified”, FinanzBuch Verlag, 2015

Das Prinzip scheiterte am Desinteresse der Kunden und letztlich auch der Broker.

Die CONTREX stellte keinen echten Börsenhandel dar. Der Handel lief weiterhin zwischen CFD-Anbieter und Kunden ab. Die CONTREX sorgte lediglich dafür, dass im Augenblick des Vertragsschlusses die Kurse börsen-echt waren, also identisch mit dem jeweiligen Referenzmarkt. 

Der vom Start weg einzige, als Liquiditäts-Provider an der CONTREX angeschlossene Broker, war die FX-Direkt-Bank. Der Versuch, andere Broker zum “Mitspielen” zu bewegen, blieb ohne Erfolg. 

Das Interesse am Markt für diese Idee war sowohl auf Kunden- als auch auf Anbieterseite eher verhalten. (Norbert Betz. a.a.O.)

Die Insolvenz der FX-Direkt-Bank 2012 besiegelte schließlich das endgültige Aus für den Versuch, CFDs an die Börse zu bringen:

„Am 21.12.2012 hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ein Moratorium über die FXdirekt Bank AG angeordnet und ein Veräußerungs- und Zahlungsverbot erlassen. Außerdem wurde der Verkehr mit der Kundschaft geschlossen und dem Institut untersagt, Zahlungen entgegenzunehmen, die nicht zur Tilgung von Schulden ihm gegenüber bestimmt sind. Begründet wurden diese Maßnahmen seitens der BaFin mit der Notwendigkeit, die verbliebenen Vermögenswerte zu sichern. Aufgrund von erheblichen Verlusten seit Sommer 2012 hätte die FXdirekt Bank AG ihre Eigenmittel erhöhen müssen, was aber nicht mehr habe sichergestellt werden können. Wegen einer negativen Fortführungsprognose sei das Wertpapierhandelsunternehmen zahlungsunfähig und habe daher der BaFin am 21.12.2012 die Insolvenz wegen Überschuldung angezeigt.“

Seimetz&Kollegen, Rechtsanwälte hier: https://www.seimetz-rechtsanwaelte.de/sonstige-verfahren/fxdirekt-bank-ag/
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Wie funktioniert der Handel mit CFDs?

Widmen wir uns nun den wesentlichen Aspekten des CFD-Tradings, die Sie unbedingt berücksichtigen müssen, um nicht Schiffbruch zu erleiden.

Welche CFDs können gehandelt werden und wo?

Das Produktspektrum umfasst fast alle gängigen Assetklassen, darunter 

  • Indizes, Indexfutures
  • Aktien, 
  • Rohstoffe und Rohstoff-Futures
  • Devisen, 
  • Anleihen,
  • ETFs und 
  • Kryptowährungen.

Laut Statistiken des CFD-Verbands e.V. werden in Deutschland, bezogen auf das gehandelte Volumen, vornehmlich Aktienindizes gehandelt. Die Indizes machten 2022 rund 89% des gesamten Handels aus, gefolgt von Devisen (5,6%), Rohstoffen (4,8%) und Aktien (0,8%). Spitzenreiter bei den Indizes ist der DAX mit fast 50% Anteil am gehandelten Volumen, gefolgt vom DJIA und Nasdaq100 mit jeweils rund 20%. (vgl. „Statistik des CFD-Verbands – Jahresvergleich 2013-2022“ — Link in den Quellenangaben)

Der Handel erfolgt über speziell lizensierte CFD-Broker

Jedes Unternehmen, das Deutschland Finanzdienstleistungen erbringen möchte, muss eine schriftliche Genehmigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) besitzen. Das Gleiche gilt für Tochtergesellschaften ausländischer Unternehmen, die eine Niederlassung in Deutschland betreiben. 

Durch die BaFin regulierte/ beaufsichtigte CFD Händler in Deutschland sind:

  • flatexDEGIRO Bank AG (Handelsmarken: flatex, ViTrade)
  • Commerzbank AG (Handelsmarken: comdirect, onvista Bank)
  • S Broker AG & Co. KG
  • IG Europe GmbH
  • WH Selfinvest S.A. Zweigniederlassung Frankfurt am Main
  • GBE brokers Ltd. Niederlassung Hamburg

[Quelle: CFD-Verband Deutschland, https://www.cfdverband.de/ueber-cfds/regulierung]

Was kostet der CFD-Handel?

Es sind 5 zentrale Kostenfaktoren zu berücksichtigen:

Kommissionen und Gebühren des Brokers

Über die Brokergebühren informieren Sie sich vorab mit Hilfe verschiedener Internetportale wie z.B. brokervergleich.de oder finanzen.net (Links finden Sie am Ende des Artikels). Außerdem müssen Sie sich auf der Website des Brokers Ihrer Wahl umsehen, da diese Gebühren öfter Änderungen erfahren.

Es existieren am Markt auch Broker, die einen gebührenfreien Handel bewerben. Hierbei sollten Sie bedenken, welche Bedeutung die Brokergebühren haben: Der Broker finanziert hierüber nicht nur seine Plattform im Web, seine technische Ausstattung und seine Fixkosten. Auch gut geschultes Personal, und damit nicht zuletzt die Qualität seines Supports, kosten Geld.

“Gebührenfreie” Broker müssen diese Gelder dann an anderer Stelle einbringen, z.B. bei der Gestaltung des Spreads.

Ich werde dem Thema “Broker” ein eigenes Kapitel widmen. An dieser Stelle nur soviel, dass gebührenfreie Modelle in der Vergangenheit bereits in einer finanziellen Schieflage des Brokers und schließlich in seiner Zahlungsunfähigkeit endeten.

Margin

Der Handel mit CFDs lässt sich vergleichen mit dem anderer gehebelter Produkte wie zum Beispiel den Futures. Wie dort wird auch beim Kauf (Long-Position) oder Verkauf (Short-Position) eines CFDs nicht der komplette Nominalwert des Produkts fällig.

Vielmehr muss der Trader einen bestimmten Teilbetrag auf seinem Handelskonto verfügbar halten, die sog. Margin.

Die Margin kann als “Pfandbetrag” angesehen werden, der zur Absicherung eventueller Verluste dienen soll. In ihrer “Allgemeinverfügung bezüglich sog. Differenzgeschäfte” hat die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) im Juli 2019 hier verbindliche Zahlen festgeschrieben:

cfd handel hebel marginsaetze
 Tabelle 1: Marginsätze und sich daraus ergebende Hebel im CFD-Handel gemäß der Allgemeinverfügung der BaFin vom 23.07.2019

Beispiel: Die Margin für den Erwerb einer Aktie liegt bei 20%. Für den Kauf von 20 CFDs auf eine Aktie mit einem Kurswert von 80,00€ sind also nicht 1.600€ sondern nur 320€ notwendig.

Dieser geringe Kapitaleinsatz birgt die wahren Gefahren des CFD-Handels. Davon soll noch die Rede sein.

Spread

Ein weiterer Kostenfaktor für den Trader ist der Spread, also die Differenz zwischen den Verkaufs- und dem Ankaufspreis. Der Broker verkauft Ihnen das Produkt zu einem höheren Preis, als er es im selben Moment von Ihnen zurückkaufen würde.

Diese “Bid-Ask-Spread” genannte Differenz stellt die wesentliche Einnahmequelle des Brokers dar.

nasdaq akgtien bid ask spread
Abb.3: Ausgewählte Aktien der NASDAQ mit Bid-, Ask- und letztem Preis – eigener Screenshot, bearbeitet

Den Spread im CFD-Handel setzt der Broker nach eigenem Gutdünken fest. Er kann (und sollte!) sich dabei an den Bid-Ask-Spread der jeweiligen Börse orientieren (vgl. den Exkurs “Market Maker oder DMA?“). Da der CFD-Handel jedoch ein Geschäft zwischen Trader und Broker ist, gibt es hierfür keine gesetzlichen Bestimmungen und kein Aufsichtsgremium.

Ein Beispiel für Spreads bei WH Selfinvest:

cfd forex kontraktspezifikationen whselfinvest
Abb. 4: Beispiel für Spreads bei WH Selfinvest – https://www.whselfinvest.de/de-de/trading/cfd-broker/forex-broker/market-information-sheets eigener Screenshot, bearbeitet

Transaktionsgebühren

Transaktionsgebühren werden nur beim Handel von Aktien- und ETF-CFDs explizit berechnet. Bei Index-CFDs und CFDs auf Rohstoffen sind sie bereits im Spread eingerechnet.

Bei Aktien- und ETF-CFDs wird der exakte Börsenspread an den Anleger weitergegeben. Dabei fällt zusätzlich eine Gebühr, entweder prozentual zum Handelsvolumens oder als Pauschalgebühr pro Transaktion, an. Die Transaktionsgebühr wird jeweils beim Kauf (der Eröffnung) und Verkauf (der Schließung der Position) fällig. Zum Teil wird sie auch als “Round-Turn” Gebühr angegeben, die beide Aktionen einschließt.

Finanzierungskosten

Sie handeln CFDs mit geliehenem Geld. Kaufen Sie einen CFD auf eine Aktie mit Kurswert von 120€, so hinterlegen Sie eine Margin von 20%, also 24€. Den Restbetrag “leiht” Ihnen ihr Broker.

Dafür fallen Zinsen an, die sog. “Finanzierungskosten”. 

Diese Finanzierungskosten fallen allerdings nur an, wenn Sie Ihre Position “über Nacht” halten. (Informieren Sie sich anhand der Geschäftsbedingungen des Brokers über den Zeitpunkt, zu dem eine Position in eine “Overnight” Position transferiert wird).

Die Betrag wird Ihnen berechnet, wenn Sie eine Long-Position halten. Als Inhaber einer Short-Position wird er Ihnen gutgeschrieben. Als Berechnungsgrundlage dient immer die gesamte Positionsgröße, ungeachtet der bereits hinterlegten Margin.

Finanzierungskosten werden auf Tagesbasis ermittelt. Die Berechnung hierbei:

cfd trading finanzierungskosten
 Abb.5: Berechnung der CFD-Finanzierungskosten

Halten Sie eine Long-Position über Nacht, zahlen Sie die Kosten und der Brokeraufschlag wird addiert. Bei einer Short-Position wird der Brokeraufschlag subtrahiert und der resultierende Betrag wird Ihrem Konto gutgeschrieben.

Beispiel: Sie halten 100 CFDs einer Aktie Long mit einem Schlusskurs bei 83€. Der €STR (Euro-Short-Term-Rate) liegt bei 3,403%, der Brokeraufschlag (z.B. bei WH Selfinvest) beträgt 3,5%. Der Betrag der täglichen Finanzierungskosten berechnet sich zu:

► 100 X 83€ X (3,403% + 3,5%) / 360 = 8.300€ X 6,903% / 360 = 1,59€

Weitere brokerabhängige Kosten

Von den Brokern werden oft weitere Gebühren erhoben, die für spezielle Services und Leistungen anfallen. Diese können sein:

  • Kosten für Kursdaten-Abonnements oder für Real-Time Daten
  • Einzahlungs- oder Auszahlungsgebühren (manchmal auch beides)
  • Inaktivitätsgebühren, wenn über einen längeren Zeitraum keine Trades getätigt werden
  • Gebühren für die Nutzung der Handels-Software bzw. für erweiterte Funktionen in der bereitgestellten Software
  • Gebühren für garantierte Stopp-Ausführung. Ein Stopp-Loss wird unabhängig von der Marktvolatilität oder auftretenden Kurslücken (Gaps) zum Kurs der Order garantiert.

Auch hier lohnt sich ein Blick in die AGB der Broker. Achten Sie auch auf „das Kleingedruckte“. Manche Broker fordern eine Mindesteinlage oder auch ein Mindest-Ordervolumen. 

Kosten des Finanzverkehrs

Ein letzter Kostenfaktor, den Sie in Ihre Überlegung einbeziehen müssen, sind die Kosten des Finanzverkehrs, ganz speziell Umrechnungsverluste bei Währungskonvertierungen. Handeln Sie z.B. CFDs auf US-Produkte, erfolgt die Kursstellung in US-Dollars. Sie müssen also die Währung Ihres Euro Kontos umrechnen und dabei Konvertierungs-Abschläge in Kauf nehmen.

Wie werden Gewinn oder Verlust bei CFDs ermittelt?

Der Spread

Das Handelsergebnis ermittelt sich beim Differenzkontrakt – wie der Name vermuten lässt – aus der Differenz der Kurse bei Eröffnung und bei Schluss Ihrer Position.

Dabei müssen Sie den Bid-Ask-Spread betrachten. Wie bei jedem Finanzgeschäft, auch an der Börse, zahlen Sie nicht den offiziellen Börsenkurs. Sie kaufen immer mit Aufschlag (“Briefkurs”) bzw. verkaufen mit einem Abschlag (“Geldkurs”) auf diesen Preis.

Diese Spanne, “Spread” genannt, stellt den eigentlichen Gewinn des Anbieters eines Finanzprodukts dar. Für Sie als Trader schaut dieser Sachverhalt so aus:

geldkurs briefkurs finanzhandel
Tabelle 2: Geld- und Briefkurs im Finanzhandel

Im CFD-Handel gibt es hier aber eine Besonderheit: mit Ausnahme der CFDs auf Aktien und ETFs zahlen Sie nicht den Bid- bzw. Ask-Kurs der Börse. Der CFD-Anbieter, also Ihr Broker, stellt Ihnen diese Kurse nach eigenem Ermessen. 

Und hier liegt ein weiterer wichtiger Kritikpunkt des CFD-Handels: Broker sind hier völlig frei in Ihrer Ausgestaltung des Spreads. Rechtliche Vorgaben, wie vorher anhand der Margin gezeigt, gibt es nicht. Die BaFin drückt es in Ihrer Allgemeinverfügung so aus:

Der Anleger spekuliert somit auf die Entwicklung von Kursen, deren verbindliche Ermittlung und Festsetzung dem CFD-Anbieter obliegen. Diese Kurse können sich zwar grundsätzlich an den verfügbaren Marktpreisen, wie etwa den Börsenpreisen bzw. den in den jeweiligen Referenzmärkten verfügbaren Preisen von Basiswerten, orientieren. Bei der Festsetzung von Kursen, die von den CFD-Anbietern zur Ermittlung der vertraglich geschuldeten Kursdifferenz herangezogen werden, haben die CFD-Anbieter jedoch einen Ermessensspielraum … 

„Allgemeinverfügung bezüglich sog. Differenzgeschäfte“ der BaFin vom 23.07.2019

Dividenden

Ein CFD-Trader, der einen Kontrakt auf einen Index, eine Aktie oder einen Aktien-ETF hält, profitiert von eventuellen Dividenden-Zahlungen dieses Finanzinstruments.

Allerdings nur, wenn in dem betreffenden Kontrakt Long ist. Ist er dagegen Short, stellt ihm der Broker die Dividende in Rechnung.

Dem Inhaber einer Long-Position schreibt der Broker den Dividenden-Betrag anteilmäßig gut (genauer gesagt 85% der Bruttodividende) — nach Abzug von Steuern und Gebühren. Das Konto des Inhabers einer Short-Position wird dagegen mit dem vollen Dividenden-Bruttobetrag belastet.

Der Grund hierfür ist im Handelsverfahren eines Leerverkaufs auf Aktien zu sehen: Der CFD-Broker wird dem Eigentümer der Aktie gleich gesetzt. Er “verleiht” diese Aktie an den Trader, damit dieser sie “verkaufen” kann.

Durch die “Leihe” entgeht dem Broker die Dividende, da diese nur an den Inhaber der Aktie zum Tag der Dividendenzahlung gezahlt wird. Diese entgangene Dividende fordert der Broker nun vom Entleiher, also dem (Short-) Trader, zurück.

CFDs auf Basis von US-Aktien sind nicht dividendenberechtigt. Hier werden die Positionen am Handelstag vor dem Dividenden-Anpassungstag automatisch zum Schlusskurs glatt gestellt und das Öffnen neuer Positionen bis zur nächsten Markteröffnung ausgesetzt. 

Steuern

Gehört der ermittelte Gewinn jetzt tatsächlich komplett mir?

Leider nein. Da gibt es noch jemanden, der sich über Ihre Gewinne freut. CFDs werden steuerlich wie Terminkontrakte behandelt. Es fallen Abgeltungssteuer (pauschal 25 %) plus Solidaritätszuschlag (5,5 Prozent der zu leistenden Einkommensteuer) und gegebenenfalls noch Kirchensteuer an.

In Deutschland ansässig Broker führen die Steuer direkt an die zuständigen Finanzbehörden ab. Broker mit Geschäftssitz im Ausland tun dies nicht; hier muss der Gewinn im Rahmen der Einkommenssteuerveranlagung versteuert werden.

Ein wichtiger Punkt zur Verrechnung der Verluste

Gemäß dem §20 Absatz 6 Satz 5 EStG ist für Termingeschäfte seit Jahresbeginn 2021 eine steuerliche Verlustverrechnung von maximal 20.000 Euro pro Jahr möglich. Außerdem dürfen Verluste aus Termingeschäften nur mit Gewinnen aus Termingeschäften oder Stillhalterprämien verrechnet werden.

CFD-Trading: Steuerliche Maßnahmen behindern Aufbau einer privaten Altersvorsorge

Die Beschränkung der steuerlichen Verlustberechnung muss so schnell wie möglich rückgängig gemacht werden, ist vom CFD-Verband zu hören. Auch wird eine zusätzliche Anlegerkategorie des semiprofessionellen Anlegers gefordert. Aktuell müssen sich CFD-Trader entweder als “professionell” oder “privat” einstufen, wobei an erstere Kategorie hohe Anforderungen gestellt werden. Als privat eingestufte Anleger unterliegen im Handel diversen Beschränkungen, die sie vor übermäßigen Verlusten schützen sollen.

Bleibt von mir noch anzumerken: Die genannte Zahl von 8 Prozent Berufs-Tradern ist nicht unrealistisch, wobei ich glaube, dass es noch weniger sind.

In der Umfrage wurden nicht die Trader berücksichtigt, die keine CFDs handeln, sondern sich ausschließlich auf den Handel von börsennotierten Instrumenten wie Aktien und Futures konzentrieren.

Lesetipp: Trading und Steuern

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Wie viele CFD-Trader gibt es in Deutschland?

Einen interessanten Artikel zum Thema CFD-Trader konnte ich in der FAZ lesen. Dort wird der Frage nachgegangen, wie viele Trader (gesprochen wird nur von den CFD-Tradern) es in Deutschland gibt.

Hier eine kurze Zusammenfassung der genannten Zahlen:

Demnach gibt es grob geschätzt 125.000 aktive Trader, von denen sich 83 Prozent täglich mit dem Thema Geldanlage (Trading) beschäftigen. Im Bevölkerungsdurchschnitt sind es nur 10 Prozent. Jeder Anleger nutzt durchschnittlich 2,3 Konten, so dass die Zahl der Handelskonten im Jahr 2021 auf rund 292.000 gestiegen ist.

Die aktiven CFD-Trader handeln 3,2 Stunden am Tag und vier Tage die Woche. Fast die Hälfte tätigte im vergangenen Jahr mehr als 100 Transaktionen. 92 Prozent schätzen ihren Handelsstil als „offensiv“ ein.

8 Prozent und damit immerhin rund 10.000 Menschen bestreiten mit dem CFD-Trading ihren Lebensunterhalt.

Aktuell verlieren 72 Prozent der Kleinanlegerkonten bei den gängigen CFD-Brokern Geld. Diese sind gesetzlich verpflichtet, dies auf Ihren Internetseiten auszuweisen. Der aktuelle Prozentsatz ist damit nicht außergewöhnlich hoch.

Die befragten CFD-Trader teilten mit, dass sie zwar Wirtschafts- und Finanznachrichten zur Kenntnis nehmen, aber 87 Prozent ihrer Handelsentscheidungen basieren jedoch auf charttechnischer Analyse.

Die Zielgruppe der anlageaffinen Deutschen wird auf etwa 1 Million Menschen geschätzt. Diese Anleger handeln aktiv Aktien, ETFs und Anlagezertifikate.

Hohes Handelsvolumen der CFD-Trader in 2021

Nach Zahlen des CFD-Verbands wurde im Jahr 2021 ein gehandeltes Rekordvolumen von 2,3 Billionen Euro erreicht und der Vorjahreswert um gut 200 Milliarden Euro übertroffen.

Das wichtigste Anlageinstrument ist der CFD-Handel auf den DAX mit 70 Prozent der gemachten Handelsumsätze. Es folgen der Dow Jones Index und Nasdaq Composite mit 17 Prozent und der Euro-Dollar-Wechselkurs mit 7 Prozent. Gold und Rohöl spielen eine untergeordnete Rolle.

Die Zahl der Transaktionen ist hingegen um rund 22 Prozent auf rund 72 Millionen Orders zurückgegangen. Die Handelsaktivität hat sich nach dem Corona Crash Jahr 2020 deutlich beruhigt.

Das Rekordvolumen ist auf einen Anstieg des durchschnittlichen Transaktionsvolumens um rund 40 Prozent auf knapp 32.000 Euro zurückzuführen. Gestiegen sei auch die Zahl der kleinen Konten in Deutschland, um zwar um 12 Prozent auf rund 292000, so der CFD-Verband.

CFDs sind „gehebelte Produkte“: den Hebel verstehen

Das Charakteristikum eines gehebelten Produkts ist die Möglichkeit, mit einem geringen Kapitaleinsatz eine große Geldmenge zu „bewegen“. Der Hebel (=Leverage) stellt das Verhältnis zwischen dem tatsächlichen Positionswert und dem von Ihnen eingesetzten Kapital dar. 

CFD Handel hebel einsetzen
CFD-Handel – Hebel einsetzen für Gewinn oder Verlust

Mittels Hebel können CFD-Trader überproportional an der Kursbewegung verschiedener Basiswerte profitieren. Gewinne potenzieren sich. Der Hebel kann sich jedoch auch in Gegenrichtung bewegen. Und dann kommt das böse Erwachen! Daher ist es überlebenswichtig für Sie als Trader, das Prinzip der Hebelprodukte lückenlos zu verstehen.

CFDs sind nicht die einzigen gehebelten Produkte am Finanzmarkt. Auch Futures sind Hebelprodukte. CFDs werden daher auch manchmal als „Futures des Kleinanlegers“ bezeichnet. Der Vorteil gehebelter Produkte liegt darin, dass auch Trader mit relativ dünner Kapitaldecke an Märkten partizipieren können, die wesentlich größere Investitionen erwarten oder die für den privaten Trader überhaupt nicht zugänglich sind (z.B. Rohstoffmärkte). 

Der Marginsatz bestimmt den Hebel

Der Wert 100 geteilt durch den Prozentsatz der Margin ergibt den Hebel. 

cfd handel berechnung hebel margin
Abb.6: Zusammenhang und Berechnung von Hebel und Margin

Je kleiner die geforderte Margin desto größer der Hebel und desto größer das bewegte Kapital.

Die Margin kann vom Broker jedoch nicht beliebig festgelegt werden. Tabelle 1 (oben) zeigt die laut der Allgemeinverfügung der BaFin zulässigen Mindest-Marginsätze und daraus resultierende Hebel. 

CFDs auf Aktien verlangen eine Margin von 20%. Das ergibt einen Hebel von 5. Mit 100€ Margin kann ein Kapitalwert von 500€ eingesetzt werden. Oder, andersherum ausgedrückt: um an der Kursentwicklung einer Aktie zu partizipieren, die einen Kurswert von 100€ besitzt, müssen Sie 20€ investieren.

Die folgende Tabelle stellt die Anforderungen beim Handel eines Futures auf den DAX gegenüber, wenn der Future direkt gehandelt werden soll und wenn er als CFD gehandelt wird (Die Margin für den Future habe ich von WH Selfinvest übernommen. Margin-Anforderungen bei Futures sind von Broker zu Broker unterschiedlich).

Mit dem in dem Beispiel angenommenen CFD-Tradingkonto in Höhe von 5.000€ wäre ein Futureshandel gar nicht möglich.

vergleich risiko handel futures dax
Tabelle 3: Vergleich des Risikos beim Handel eines Futures auf den DAX.

Überhebelt – die große Gefahr!

Die Möglichkeit, mit einem geringen Kapitaleinsatz ein Finanzprodukt zu erwerben, dessen Kurswert sehr viel größer ist, ist sehr verlockend. Und birgt die größte Gefahr des CFD-Handels: das „Überhebeln“. Das bedeutet das Eröffnen viel zu großer Positionen.

Ein einfaches Rechenbeispiel:

Nehmen wir eine Aktie mit dem Kurswert 100€. Unser Trader verfügt über ein Handelskonto von 50.000€. Möchte er jetzt 50 Aktien erstehen, bedeutet das für ihn die Investition von 5.000€, also 10% seines Gesamtkapitals..

Der Kauf eines CFDs über 50 Aktien kostet ihn dagegen nur 1.000€ (bei der festgelegten Margin von 20%). Für dieselbe Investitionssumme wie vorher könnte er also 250 Aktien über CFD erstehen. Der Wert seiner Position dann: 25.000€!

(Dabei ist noch zu berücksichtigen, dass es ihm ja zunächst gar nichts kostet, da der Betrag nicht zu zahlen ist, sondern lediglich als Margin auf dem Handelskonto verfügbar sein muss.)

Angenommen, der Kurs der Aktie steigt um 5% auf 105€. Im ersten Fall bedeutet das einen Gewinn von 250€, also genau diese 5%. Der Gewinn im zweiten (CFD-) Fall multipliziert sich um den Hebelfaktor 5 auf 1.250€ oder 25%. Gleicher Einsatz, fünffacher Gewinn. (Anmerkung: Gewinn und Verlust werden im CFD-Handel auf Grundlage der Positionsgröße, nicht der hinterlegten Margin ermittelt.)

ABER: ein Hebel wirkt natürlich immer in beide Richtungen. So wie sich der Gewinn um den Faktor 5 multipliziert multipliziert sich auch der Verlust. Und so werden aus 50€ Verlust 1.250€. 

Ein Verlustbeispiel:

Die Tabelle zeigt die Berechnung eines fiktiven Beispiels. Der Händler verfügt über ein Konto in Höhe von 10.000€. Er ersteht einen CFD über 500 Einheiten eines Finanzprodukts mit einem Kurswert von 100€. Der Wert dieser Position beträgt 50.000€. Die Margin des CFD liegt bei 2%, der Hebel beträgt also 50. 

Der Kauf des CFD belastet das Konto mit 1.000€ oder 10%. Es bliebe also noch „Luft nach oben“. Aber sehen Sie sich die Zahlen an:

rechenbeispiel hebel fiktives finanzprodukt
Tabelle 4: Rechenbeispiel eines fiktiven Finanzprodukts mit einem Hebel 1:50

Der Hebel 50 bedeutet: alle Gewinne oder Verluste multiplizieren sich mit dem Faktor 50. Ein 2%iger Kursverfall des Finanzprodukts zehrt bereits die geforderte Margin auf, ein 20%iger Kursrückgang vernichtet das Konto.

Vom Umgang mit dem Hebel

Utopische Hebelsätze von 50 und mehr sind rechtlich nicht mehr zulässig. Wenn man aber bedenkt, dass „des deutschen Traders liebstes Kind“, der DAX, mit einem Hebel von 20 und Forex-Paare auf die sechs „Majors“ mit einem 30er-Hebel gehandelt werden, ist trotzdem Vorsicht geboten.

Schon bei CFDs auf Aktien, die „nur“ mit einem Hebel von 5 gehandelt werden, ergibt ein 5%iger Kursrückgang der Aktie einen 25%igen Verlust im CFD (pro Aktie).

Eine Position, deren Margin-Anforderung 10% des Kontostands beträgt, würde so einen 2,5% Verlust im Konto bedeuten.

cfd aktien hebel rechenbeispiel
Tabelle 5: Rechenbeispiel für einen CFD auf Aktien, Hebel 1:5

In Bezug auf Ihr Risiko- und Positionsmanagement ist daher die Berücksichtigung der Positionsgröße überlebenswichtig.

  • Informieren Sie sich stets über die typische und die aktuell mögliche Schwankungsbreite des Kurses Ihres avisierten Finanzprodukts (Volatilität!). 
  • Ermitteln Sie dann anhand des Hebels die möglichen Verluste Ihrer CFD-Position 
  • und 
  • Setzen Sie diese in Relation zu ihrem maximal vertretbaren Verlust.

Erfolgreiche Trader gehen in vielen Fällen von einem noch vertretbaren Maximalverlust von 2%-2,5% aus. Betrachten Sie das Beispiel in Tabelle 5: bei einer durchschnittlichen Kurs-Schwankungsbreite von 5% wäre eine CFD-Position von 100 Stück dieser Aktie hart an der Grenze.

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Brokerwahl und die Rolle des Brokers

Die Wahl des „richtigen“ Brokers hat bei allen Aktivitäten an den Finanzmärkten einen wesentlichen Einfluss auf Wohl und Wehe des Traders. Überlebenswichtig wird diese Entscheidung jedoch im CFD-Handel. Aufgrund der besonderen Marktsituation ist der Trader auf Zuverlässigkeit und Kundenorientierung des Brokers im höchsten Maße angewiesen. 

Wie ich schon in den vorherigen Abschnitten dargestellt habe, liegt es im Wesentlichen im Ermessen des Brokers, mit welchen Kosten – und auch mit welchen Gewinnen – der private Trader rechnen kann. Ich werde in diesem Kapitel also noch einmal einen Überblick über die wichtigsten Beurteilungskriterien bei der Brokerwahl geben.

Zunächst ein kleiner Exkurs zur Rolle des Brokers an den CFD-Märkten.

EXKURS: Market Maker oder DMA-Broker?

Bei der Auswahl des CFD-Brokers wird Ihnen sehr oft geraten, auf einen sogenannten „DMA-Broker“ („Direct Market Access“) zurückzugreifen und „Market Maker“ zu meiden. Stimmt diese Aussage (die ich in ähnlicher Form ja auch hier gebe) so? Was charakterisiert diese Broker? Was sollten Sie dabei wissen?

Das Handelssystem der Börse und die Rolle des Brokers

Der CFD Handel ist ein bilaterales Finanzgeschäft. Das heißt, ein Geschäft, bei dem es nur zwei Partner gibt: Sie als Käufer (“Long”) oder Verkäufer (“Short”) eines CFDs und ihr Broker als der jeweilige Gegenpart.

An einer regulären Börse dagegen findet ein multilateraler Handel statt: Viele Kaufinteressenten treffen auf eine größere Anzahl Anbieter. Aufgabe der Börse ist es dabei, diese beiden Parteien zusammenzuführen. 

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Abb. 7: Prinzip des multilateralen Handelssystems „Börse“ – Kauf- und Verkaufsinteressenten werden zusammengeführt, um den größtmöglichen Umsatz zu erreichen

Das Ziel ist es dabei aber nicht, beide Gruppen so zusammenzubringen, dass deren Wünsche bestmöglich erfüllt werden. Es wird vielmehr angestrebt, den größtmöglichen Umsatz zu erzielen.

Auf diese Art und Weise sorgt die Börse für einen liquiden Markt. Die Preisstellung findet jetzt im Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage in der Schnittmenge von Verkaufsangeboten und Käufernachfrage statt. Auf dem Niveau, auf dem die meisten Käufer und Verkäufer sich treffen, entsteht ein neuer Preis.

Da nur institutionelle Händler an der Börse zugelassen sind, muss der private Marktteilnehmer („Retail Trader“) auf eine Einrichtung zurückgreifen, die seine Kauf- und Verkaufsaufträge an die Börse weitergibt („routet“): den Broker. 

Die Börse vermittelt dann den Handel, es findet ein Austausch zwischen Verkäufer (VK) und Käufer (K) statt.

broker mittler trader boerse
Abb. 8: Die Rolle des Brokers als Mittler zwischen Trader und der Börse.

Bei einem OTC-Geschäft („Over The Counter“) findet dagegen keine Preisfindung wie an der Börse statt. Der Geschäftsabschluss erfolgt unmittelbar mit dem Broker. Er bereitet hier einen Markt, der eigentlich gar nicht existiert. Er schafft sozusagen einen künstlichen Markt und verpflichtet sich dabei, kontinuierlich verbindliche An- und Verkaufskurse zu stellen. 

Der Trader „kauft“ seine CFDs vom Broker und „verkauft“ sie wieder an diesen. Es findet kein Produktübergang zwischen Käufer und Verkäufer statt, wie an der Börse.

CFDs sind ein Market-Maker-Geschäft — ausschließlich!

Der Markt für CFDs ist bei weitem nicht so liquide ist wie zum Beispiel der eines Futures an der CBOT. Hier ist der Broker derjenige, der Ihnen den Markt mit der notwendigen Liquidität zur Verfügung stellt. Er stellt die Kurse, zu denen Sie jederzeit einen CFD kaufen oder verkaufen können. 

Auch in anderen Bereichen des Börsenhandels, bei Aktien oder Futures, können Broker als Market Maker auftreten. 

broker market maker
Abb. 9: Der CFD Broker als Market Maker

Und der “DMA-Broker” — was charakterisiert ihn?

DMA bedeutet “Direct Market Access”, also direkter Marktzugriff. Der DMA-Broker am Aktienmarkt zum Beispiel stellt Ihnen die realen Börsenkurse zur Verfügung und ermöglicht Ihnen, direkt im Orderbuch der Börsen, wie z.B. dem XETRA-Orderbuch, zu handeln. 

Auf diese Weise kaufen und verkaufen Sie direkt zu den im Orderbuch vorhandenen Preisen. DMA-Handel bietet eine hohe Transparenz. Die Gefahren von Slippage und Requotes werden weitgehend ausgeschaltet. 

Aber: CFDs werden nicht an der Börse gehandelt, hier existiert für den Trader kein unmittelbarer “Marktzugriff”. Im CFD Handel ist die Aussage, ein Broker wäre ein DMA-Broker, also nicht ganz korrekt. Vertrauensbildend ist sie dennoch! Ein DMA-Broker wird seinen Kunden transparent die aktuellen Börsenpreise offenlegen und sich in seiner Preisgestaltung eng an den diesen anlehnen.

Und — was noch wichtiger ist: DMA-Broker sichern 100 Prozent ihrer Kundenaufträge ab

Wie funktioniert das?

Die Absicherung des Brokers

In jedem bilateralen Handelsgeschäft gibt es eine Seite, die Geld ausgibt und eine Seite, die Geld einnimmt. Auf die Spekulation bezogen: Es gibt einen Gewinner und einen Verlierer.

Das heißt: wenn Sie gewinnen, verliert Ihr Broker. Ihr Broker kann nur gewinnen, wenn Sie verlieren. Er ist Ihre wirtschaftliche Gegenpartei – die von Ihnen eingegangene CFD -Position stellt für ihn eine offene Risikoposition dar. 

Da der Broker die Preise stellt und über Eröffnung und Schließung Ihrer Position wacht, ist das keine gute Ausgangsbasis für Sie.

Aber es geht auch anders: der Broker kann sich seinerseits absichern. In diesem Fall gibt der Broker das Risiko an einen sog. “Liquidy-Provider ab. Das ist z.B. ein Bankenpool, der das Risiko (natürlich gegen Gebühr) übernimmt. Der Liquidy-Provider wiederum eröffnet eine identische Position zur CFD-Position des Broker-Kunden an der Börse.

Dieses Geschäftsmodell finden Sie auch unter dem Namen „Straight Through Processing (STP)“. 

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Abb. 10: Prinzip der Absicherung des Brokers über Liquidy-Provider

Das heißt: Kaufen Sie z.B. 100 CFDs auf die VW-Aktie, geht der Liquidy-Provider mit 100 VW-Aktien long an der Börse. Gewinnt die Aktie, muss Ihnen der Broker die Differenz zahlen. Er zahlt jedoch nicht wirklich aus seiner Tasche, sondern aus der Tasche des Liquidy-Providers, der seinerseits Gewinn an der Börse gemacht hat.

Ein permanentes Eins-zu-eins-Absicherungsgeschäft stellt sich jedoch als unwirtschaftlich für den Broker dar. Würde er sich bei jeder noch so kleinen Position 1:1 absichern, würde dies seine Gewinnmarge schmälern, da er seine eigenen Gewinne jetzt nur noch über seine Gebühren und Kommissionen generieren könnte. In der Realität existieren daher oft Mischformen aus Market-Makern und STP Brokern.

Hedging des Brokers in der Praxis

In der Praxis wird der Broker daher zunächst gegenläufige Positionen unterschiedlicher Kunden zusammenführen („Matching“). Geht ein Kunde im DAX Short, ein anderer Long, dann heben sich die Risiken, soweit sie sich decken, gegenseitig auf.

Das verbleibende Restrisiko wird er dann, je nach Größe und Volatilität des Produkts, über den Hedging-Partner absichern oder als eigenes wirtschaftliches Risiko in seinem Handelsbuch belassen.

Fazit: Augen auf bei der Brokerwahl

In jedem Fall lohnt sich ein sehr intensiver Blick in die Unterlagen und Informationen, die Ihnen der Broker Ihres Interesses zur Verfügung stellt. Hier können Sie im Vorfeld Ihrer Entscheidung dem künftigen Partner „auf den Zahn fühlen“. Testen Sie Kundenservice ausgiebig. Vergleichen Sie die Kosten des Brokers und seine Kurse mit den Börsenkursen der jeweiligen „Underlyings“. Stellen Sie Fragen und schaffen Sie sich einen umfassenden Einblick in seine Preisstruktur. Es ist IHR Geld!

Der Broker ist und bleibt Ihr Geschäftspartner im CFD-Handel. Er stellt die notwendige Liquidität zur Verfügung und gewährleistet damit, dass Ihre Kauf- und Verkaufsorder auch wirklich ausgeführt wird. 

cfd handel brokerwahl
CFD-Handel Brokerwahl

Welche Aspekte müssen Sie in Ihre Überlegungen einbeziehen?

Regulierung und Einlagensicherung

Die Frage nach der Regulierung eines Brokers scheint zunächst nicht im Vordergrund Ihrer Überlegungen zu stehen. Broker mit Geschäftssitz in Deutschland sind generell über die BaFin, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht reguliert.

Ähnliche Regulierungsbehörden existieren in den Staaten der EU und Rest-Europas. Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) koordiniert die Zusammenarbeit zwischen nationalen Regulierungsbehörden für Finanzmärkte.

Andere Aufsichtsbehörden:

  • Großbritannien – Financial Conduct Authority (FCA)
  • Schweiz – Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA)
  • USA – United States Securities and Exchange Commission (SEC)
  • Zypern – Cyprus Securities and Exchange Commission (CySEC)

Wichtig wird die Frage der Regulierung jedoch bei Brokern, die z.B. aus Gründen der Kosten- und Steuerersparnis in Südost-Asien oder der Karibik ihren Sitz haben und über Tochtergesellschaften oder Lizenznehmer Finanzgeschäfte abwickeln. 

Eng mit der Frage der Regulierung und Finanzaufsicht hängt die Frage der Einlagensicherung zusammen. Auch Broker können insolvent werden. Wie schaut es dann mit Ihrem Geld aus? 

Broker ohne Banklizenz dürfen keine Kundengelder halten. Diese werden bei Banken, getrennt vom Betriebsvermögen des Brokers, auf individuellen Kundenkonten verwahrt. Hier greift die gesetzliche Einlagensicherung über den Entschädigungsfonds der Banken.

Bei Brokern mit Sitz in Deutschland sind Kundeneinlagen im Insolvenzfall bis maximal 100.000 Euro gesetzlich abgesichert. 

In anderen europäischen Ländern und der USA gibt es vergleichbare Sicherungssysteme. In Großbritannien ist z. B. das FSCS (Financial Services Compensations Scheme) zuständig, in Zypern das Investor Compensation Scheme (ICF).

Kosten und Gebühren

Diesem Aspekt kommt bei der Brokerwahl eine wesentliche Bedeutung zu. Im Kapitel „Was kostet der CFD-Handel” habe ich die einzelnen Kostenfaktoren angesprochen.

Bei der Margin ist der Broker an die gesetzlichen Vorgaben der BaFin gebunden, nicht jedoch hinsichtlich der weiteren Kosten, die er Ihnen auferlegt. Vergleichen Sie daher:

  • Kommissionen und Gebühren (Kontoführung, Ordergebühren, Transaktionsgebühren bei Aktien- und ETF-CFDs)
  • Gebührenaufschlag bei der Ermittlung der Finanzierungskosten (Overnight-Gebühr)
  • Weitere Kosten und Gebühren (Software, Ein-/Auszahlungen, Datenfeeds, Inaktivitätsgebühren, Mindesteinlagen, garantierte Stopps)
  • eventuell vorgeschriebene Mindest- Ordergrößen und Handelsfrequenzen

Spreads

Der Spread ist eine wesentliche Verdienstmöglichkeit des Brokers. Die Spreads können je nach Broker und Basiswert stark variieren. Legen Sie für sich fest, welche Basiswerte Sie handeln möchten und prüfen Sie, welche Unterschiede es bei den Spreads gibt. Je enger der Spread, desto besser.

Achten Sie darauf, ob Ihnen der Broker bei allen Basiswerten den realen Börsen-Spread anbietet (ist bei Aktien- und ETF-CFDs die Regel) und inwieweit er diese Spreads ausweitet.

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Abb. 11: Spreads auf Index-Futures bei WH Selfinvest. – https://www.whselfinvest.de/de-de/trading/cfd-broker/forex-broker/market-information-sheets eigener Screenshot, bearbeitet

Abb. 11 zeigt einen Ausschnitt aus den CFD-Spezifikationen bei WH Selfinvest. Hier gibt es bis zu drei, zeitlich abhängige Spreads: Der kleinere Wert gilt zur Kernhandelszeit des Kassamarktes, der größere Wert, wenn der Kassamarkt geschlossen, aber der Futuresmarkt (im Falle vom France 40 z.B. der aktuelle CAC40 Future) noch geöffnet ist. Ein dritter Wert gilt eventuell, wenn Kassa-als auch Futuresmarkt geschlossen sind.

Der Grund für diese Aufteilung liegt in der Liquidität und Volatilität der Märkte zu den unterschiedlichen Zeiten. 

Absicherung des Brokers

Ein weiterer wichtiger Aspekt Ihrer Entscheidungsfindung muss die Frage sein, wie der Broker sich selbst absichert. Davon hängt es ab, ob Sie gegen Ihren Broker spielen oder nicht. 

Nicht immer werden Sie entsprechende Informationen aus den Internetsites der Anbieter finden. Fragen Sie beim Broker nach! Die Art und Weise, in der Ihnen geantwortet wird, kann ebenfalls ein Kriterium Ihrer Auswahl werden.

Weitere Auswahlkriterien

Natürlich spielen weitere Kriterien ein Rolle, wenn es um die Auswahl des passenden Brokers geht. Hierzu gehören 

  • die Frage nach dem Kundenservice (deutschsprachiger Service, Kompetenz, Reaktionszeit, Freundlichkeit …?) ebenso wie die bereits angesprochene Bereitstellung einer Handelssoftware.
  • Welche Bankverbindungen werden angeboten? Berücksichtigen Sie, dass die Konvertierung der unterschiedlichen Währungen ebenfalls einen Kostenfaktor darstellt.
  • Wie erfolgt die Orderausführung (Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit)?
  • Welches Produktspektrum bietet der Broker?
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Abb. 12: Ausschnitt aus dem Brokervergleich bei finanzen.net (Link in den Quellenangaben) – eigener Screenshot, bearbeitet

Eine umfassende Übersicht von Online-Brokern finden Sie in unserem Artikel Online-Broker – 53 seriöse Anbieter im Überblick. In den Quellenangaben habe ich weitere Links zu Vergleichsportalen gelistet.

Der ultimative Hinweis: Eröffnen sie Demo-Accounts

Letztlich kann ich Ihnen nur den wichtigen Hinweis geben: Eröffnen Sie einen Demo-Account bei den Brokern, die Sie in die engere Auswahl einbezogen haben!

Nur so können Sie alle Aspekte des CFD-Tradings testen, ohne dabei echtes Geld zu riskieren. Und nutzen Sie diese Phase zur intensiven Kontaktpflege zum Kundenservice des Brokers. 

Nutzen Sie die Kontaktmöglichkeiten, die Ihnen das Internet bietet. Schauen Sie sich in Foren der Broker und in sozialen Netzwerken um. 

Brokervergleich

(Risikohinweis: 70,37% der privaten Konten verlieren)

CFD Trading in der Praxis – Überlegungen zum Überleben

Sie haben den passenden Broker gefunden, sich für ein Marktsegment entschieden und erste Erfahrungen auf einem Demokonto sammeln können?

Hier folgen nun einige Stichpunkte, Überlegungen und Hinweise, die Sie unbedingt wissen und beachten sollten, wenn Sie in den realen Handel einsteigen (UND die Sie natürlich auch in Ihr Demotrading integrieren sollen!). 

Managen Sie Ihr Risiko

CFDs sind extrem riskante Finanzprodukte. Das Risiko, das auf die Hebelwirkung zurückzuführen ist, kann bis zum völligen Kapitalverlust führen. Aber es ist kein Risiko, dem Sie schutzlos ausgeliefert sind! Genau wie bei jedem anderen Anlageprodukt können Sie auch bei CFDs mit einem soliden Risiko- und Moneymanagement mögliche Verluste in überschaubaren Grenzen halten.

Die Gefahr für Ihr Kapital geht dabei ja nicht vom Produkt selbst aus. 5 Dollar Kursverlust der Apple-Aktie sind 5$ Verlust, egal ob Sie die Aktie selbst gekauft haben oder einen CFD auf diese Aktie. Die Gefahr ist eine andere:

Der Kurs der Apple-Aktie liegt im Moment bei rund 190$. Erstehen Sie eine einzelne Aktie, kostet Sie das 190 Dollars. Ein CFD auf Aktien wird mit dem Hebel 1:5 gehandelt, die einzelne Aktie kostet Ihnen also eigentlich GAR NICHTS, Sie müssen aber eine Margin in Höhe von 38$ hinterlegen. 

Dies führt dazu, dass viele ungeübte Trader “richtig zugreifen” – sprich sich überhebe(l)n.

Der erste Schritt Ihres Risiko-Managements muss also sein, die korrekte Zahl von Aktien zu ermitteln, die Sie in unserem Beispiel erstehen können. 

Maximales Risiko pro Trade

Hierzu ermitteln Sie zunächst Ihr maximal zulässiges Risiko pro Trade (NICHT pro Position oder pro Produkt!). Gängige Empfehlungen hierfür sind maximal 2 % ihres Kapitals. 

Verfügen Sie also über ein Handelskonto von 10.000€ sind das 200€. 

Ihr Positionsrisiko und die Größe der Position

Ermitteln Sie nun das Risiko der Position aus dem geplanten Einstiegsniveau und dem Stopp-Loss. 

siemens energy 5 minuten chart
Abb.13: Siemens Energy AG, 5min

Sie sehen den 5-Minuten Chart der Siemens Energy AG. Geplant ist ein Short-Einstieg bei 14,645, den Stopp-Loss setzen wir auf Level 16,360. Das Risiko pro Aktie beträgt 1,715 (€).

Gehen wir von einer einzigen Position aus (es sind keine weiteren Positionen im Markt bzw. geplant), so lässt sich jetzt aus dem Quotient ► Maximales_Risiko / Positionsrisiko ◄ die Positionsgröße zu

200 / 1,715 = 116,61 ermitteln. 

Wir runden das Ergebnis auf den nächstkleineren Wert ab, der eine CFD-Stückelung ermöglicht (bei Aktien-CFDs bieten die viele Broker CFDs auf eine einzelne Aktie an). Wir erstehen einen CFD über 116 Aktien. Der Wert unserer Position beträgt 1.698,82€, die erforderliche Margin 85€.

Das mag sehr gering erscheinen. Setzen wir 10% unseres Handelskapitals ein, könnten wir 1.365 Aktien erstehen. Die Margin würde dann 999,52€ betragen, der Positionswert 19.990,43€ — also nahezu das doppelte unseres Kontostandes.

Doch in diesem Fall würde ein Kursanstieg der Aktie auf 14,80€ (etwas mehr als 1%) unser Risikomanagement an seine Grenzen führen. Ein 25%iger Kursgewinn (Kurs bei 18,31) halbiert unser Handelskonto!

risikokalkulation cfd position
Tabelle 6: Risiko-Kalkulation der CFD Position

Sie können jetzt vielleicht erkennen:

Das große Problem im CFD-Handel ist ein psychologisches. Der geringe Kapitalbedarf (der übrigens erst durch die Allgemeinverfügung der BaFin erhöht wurde. Vorher waren Hebel von 1:100 bis hin zu 1:500 gang und gäbe) lenkt den Blick des Traders auf “das viele brachliegende Kapital”

Und verlockt zu hohem Einsätzen. Aber: Glücksritter sind selten auf Dauer erfolgreiche Trader! 

merkzettel trader stay safe trade small
Ein kleiner Merkzettel, am Arbeitsplatz zu befestigen!

Schützt ein Stopp-Loss vor Totalverlust?

Leider Nein! Dazu müssen wir uns daran erinnern, wie eine Stopp-Order funktioniert. Bei einem Überschreiten des Stopp-Niveaus wird die Order aktiv und wandelt sich in eine Market-Order um.

Diese Market-Order wird dann zum nächsten, sich bildenden Preis ausgeführt. Also garantiert eine Stopp-Order NICHT, wie fälschlicherweise oft angenommen wird, dass Sie exakt bei Erreichen des Stopp-Niveaus aus dem Markt gehen.

Dieser Umstand kann “Slippagen” zur Folge haben, die umso gravierender sind, je volatiler ein Markt ist oder wenn er häufige Kurslücken (“Gaps”) aufweist. Der Ausstieg aus einer Position erfolgt dann im ungünstigen Fall weit ober- oder unterhalb des gewünschten Kurslevels.

Das soll jetzt aber keine Aufforderung sein, ohne Stopps zu handeln! 

Ich möchte Sie hier nur auf die Möglichkeit hinweisen, dass Sie trotz Stopp ungünstig aus dem Markt genommen werden können. Aber: nur, weil ein Fallschirm sich manchmal nicht öffnet, wird kein Fallschirmspringer auf seinen Schirm verzichten (mit der Begründung: “Bringt ja eh nix…”). 

Viele Broker bieten, gegen zusätzliche Gebühr, “Garantierte Stopps” an. Dabei soll die Order zu exakt dem gewünschten Preis ausgeführt werden, Gaps und Slippagen sollen der Vergangenheit angehören. Auch hier wieder der Aufruf: lesen Sie in den AGBs des Brokers nach, unter welchen Bedingungen gantierte Stopps greifen.

Margin Call, Zwangsliquidation, Nachschusspflicht

Der Margin Call ist der wohl gefürchtetste Kontakt eines Traders mit seinem Broker. Der Broker informiert den Trader, dass sein Konto wegen aufgelaufener Verluste nicht mehr genug Kapital aufweist, um die Margin zu decken. Er fordert ihn auf, Mittel nachzuschießen. Sonst wird er die offenen Positionen zwangsweise glattstellen. Kommt der Trader dieser Aufforderung nicht rechtzeitig nach, nimmt der Broker seine Positionen aus dem Markt.

Aber es können trotzdem Situationen auftreten, in denen es aufgrund extremer Marktturbulenzen gar nicht oder nicht vollständig möglich ist, alle offenen Positionen zu schließen. In diesem Fall würden Verluste auftreten, die das eingelegte Kapital (zum Teil erheblich) übersteigen. 

Der Trader wäre dadurch gezwungen, diese Verluste aus seinem privaten Vermögen zu decken.

Die Gefahr eines Totalverlusts ist in besonderem Maße bei CFD-Handelsgeschäften existent, besonders wenn der Broker hier tatsächlich der eigentliche “Handelsgegner” des Traders ist. 

Im OTC-Geschäft ist der Anbieter (Broker) nämlich – anders als eine reguläre Börse – nicht verpflichtet, während der Handelszeiten fortlaufend verbindliche Kurse zu veröffentlichen. 

Die Schließung einer bestehenden CFD-Position kann dadurch bewusst verzögert oder sogar komplett ausgesetzt werden. Dies hatte einen erheblichen Nachteil des Traders mit immensen Nachforderungen zur Folge gehabt.

Die Allgemeinverfügung der BaFin vom 23.07.2019 untersagt mit einem sog. “Negativsaldoschutz” aber nun diese Nachschusspflicht

Der Maximalverlust eines Traders, der bisher eben sein gesamtes Privatvermögen bedrohte, ist damit auf das im Tradingkonto eingelegte Kapital begrenzt. Dieses Konto kann und darf kein negativer Saldo aufweisen. (In diesem Umstand ist auch die Begründung zu finden, warum etliche Broker eine Mindest-Kapitaleinlage bei Kontoeröffnung fordern.)

Der Broker greift nun (gezwungenermaßen, und in seinem eigenen Interesse) viel früher zur Liquidation offener Positionen. 

Laut BaFin-Allgemeinverfügung sieht diese “Margin-Glattstellungsschutz” genannte Maßnahme vor: 

  • Die offenen Positionen werden vom Broker glattgestellt, wenn die aufgelaufenen Verluste das Konto des Traders soweit dezimieren würden, dass der Kontosaldo unter 50% der ursprünglich eingeforderten Initial-Margin fallen würde.

Wie wahrscheinlich ist dieser Kursverlust? Auf den ersten Blick relativ unwahrscheinlich. Im obigen Beispiel (Tabelle 6) würde dieser Fall eintreten, wenn der Trader 1.000 Stück der Aktie hält UND diese einen Kursverlust von -66% erleidet.

Doch “relativ Unwahrscheinlich” heißt NICHT “völlig Unmöglich”. 

Schauen wir zum Abschluss dieses Absatzes einmal in den Chart:

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Abb.14: Zweimal Crash – Links EUR-CHF 2015; Rechts: Crude Oil WTI 2020

Abbildung 14 links zeigt den Kurs des Forex-Paares EUR-CHF am 15. Januar 2015; die Schweizer Nationalbank hatte die Abkoppelung des Schweizer Frankens vom Euro bekannt gegeben. Rechts: Der Future Crude Oil WTI (CL) am 20. April 2020; infolge weltweiter “Corona”-Maßnahmen kam es zu Panikreaktionen am Markt.

Besonders interessant im rechten Beispiel ist, dass dieser Kurssturz in einem solchen Tempo erfolgte, dass es der Börse nicht mehr gelang, den Handel mit dem Future auszusetzen (bei ungewöhnlich heftigen Kursbewegungen am Futuresmarkt wird der Handel seitens der Börse eingestellt, bis eine gewisse Beruhigung eingesetzt hat).

Der Schweizer-Franken-Crash hatte Folgen: Die ESMA (European Securities and Markets Authority) begann, den Handel mit CFDs stärker zu regulieren. Die Allgemeinverfügung der BaFin ist ein unmittelbarer Ausfluss der darauf hin folgenden ESMA-Regelungen. (Vergleichen Sie den Internet-Artikel Was ändert sich durch die ESMA-Regeln im CFD-Handel? — Link in den Quellenangaben).

Überlegungen zur Strategie beim CFD-Trading 

Wie bereits mehrfach erwähnt, ist der CFD das Finanzprodukt des Daytraders

Die Position über Nacht zu halten verursacht Finanzierungskosten und birgt eine weitere Gefahr: abhängig von den Handelszeiten und der Marktliquidität des Underlyings können Kurslücken (“Gaps”) auftreten, die teilweise nicht prognostizierbar sind.

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Abb.15a: Der DAX Index an der XETRA – 4 Handelstage, 3 z.T. deutliche Gaps — 15min-Chart, TradingView

Abbildung 15a zeigt den DAX-Index an der EUREX in den ersten August-Tagen dieses Jahres. Sie sehen, dass der Kurs an drei von vier Tagen mit deutlichen Gaps eröffnet hat. Am 02.08 betrug die Kurslücke 212,75 Punkte (entsprechend 212,75€ bei einem Punktwert von 1€/Punkt im CFD).

Ein weiterer Grundsatz: CFDs sind das Finanzprodukt der Trendfolger

Handeln Sie CFDs in stabilen Trendphasen. In Seitwärtsphasen, vor allem, wenn sie über mehrere Tage gehalten werden, können die Finanzierungskosten die schmalen Gewinne (falls überhaupt welche auflaufen) egalisieren.

Schauen Sie sich den DAX an, wie er sich in den Folgetagen entwickelt hat:

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Abb.15b: Die Kursfortsetzung; der DAX im August 2023; 15min-Chart

Der DAX oszilliert über Tage hinweg in einer Range von ca. 200 Punkten. Nach einem Ausbruch am 08.08. kehrt er zur Eröffnung am 09.08. mit einem Gap in die Range zurück.

Ob sich CFDs auch für den Ultra-Kurzzeit-Trader (Scalper) eignen, hängt vom Broker, dessen Zuverlässigkeit und Ausführungsgeschwindigkeit ab. Der CFD-Handel in ultrakurzem Zeitrahmen mag sehr lukrativ sein, sehr risikobehaftet ist er mit Sicherheit!

Verluste mit CFDs: Die 10 häufigsten Fehler

Die meisten Anleger glauben, dass nur die anderen Leute Fehler machen. Tatsache ist jedoch, dass die überwiegende Mehrheit der Trader, Anleger oder Investoren häufig Fehler begehen. Um Ihnen dabei behilflich zu sein, beim Trading die beste Vorgehensweise herauszufinden oder um einfach Ihr Gedächtnis aufzufrischen, folgen nun einige der Hauptfehler, die Sie vermeiden müssen.

Zu wenig Vorbereitung auf den Handel mit CFDs

Viele Leute beginnen mit dem CFD-Trading ohne Handelsplan und denken, dass sie den Markt schon besiegen können. Aber so einfach ist es beim Trading nicht.

Sie müssen Ihre Tradingregeln und Richtlinien festlegen.

Zumindest brauchen Sie die wichtigsten Komponenten wie Handelsmethoden, ein Verfahren zur Bestimmung der Tradingpositionen, Ein- und Ausstiegsregeln, Risikomanagement und Tradingprotokolle.

Betrachten Sie Ihr Trading als ein Geschäft.

Sie brauchen einen Geschäftsplan. Setzen Sie sich Ziele, und werden Sie sich darüber klar, was Sie erreichen wollen, und beantworten Sie die folgenden Fragen:

Warum traden Sie? Um Geld zu verdienen?

Wenn das Ihre Antwort ist, sollten Sie noch einmal darüber nachdenken. Wie wollen Sie dieses Geld verdienen?

Wie hoch ist die Rendite, die Sie sich vorstellen? Bedenken Sie folgendes: Je mehr Geld Sie riskieren, desto höher ist die mögliche Rendite, aber umso höher sind auch die potentiellen Verluste.

Welche Art von Verlusten können Sie ertragen? Welche Art von Verlusten halten Sie nachts wach?

Welche Produkte wollen Sie traden? Aktien? Währungen (FX)? Rohstoffe? Indices?

Offensichtlich können Sie nicht in allen diesen Bereichen ein Experte sein, und daher sollten Sie wirklich überlegen, in welchen Bereichen Sie sich beim Traden wohlfühlen.

Tatsächlich sollten Sie nur das handeln, was Sie kennen.

Da man eine Vielzahl von Produkten handeln kann, ist es verlockend, alle möglichen Produkte zu traden, mit denen Sie vielleicht überhaupt keine Erfahrungen haben.

Wenn Sie also zum Beispiel ein normaler Aktienhändler sind und CFDs handeln wollen, so sollten Sie Aktien-CFDs traden.

Welchen Wert haben CFD-Kontrakte? Wie sind sie aufgebaut?

Wussten Sie beispielsweise, dass 1  CFD auf den DAX-Future bei einem Kursniveau von 11.000 Punkten einen Gesamtumfang von 275.000 € hat (bei 25 € pro Punkt)?

Traden mit dem richtigen Verluststopp

Wenn Sie Daytrading machen, benötigen Sie wahrscheinlich enge Verluststopps, um übermäßige Verluste zu vermeiden.

Wenn Sie hingegen strategischer vorgehen, brauchen Sie vermutlich großzügigere Verluststopps und handeln kleinere Positionen. Oder Sie platzieren möglicherweise überhaupt kein Stop Loss?

Wenn Sie beispielsweise Daimler-Aktien mit einem Wert von 50.000 € als Daytrade kaufen, sollten Sie einen Verluststopp von 2 % in Betracht ziehen und keinen Verluststopp von 10 %, den Sie verwenden könnten, wenn Sie in Daimler-Aktien im Rahmen eines längerfristig angelegten Trades investieren.

Overtrading

Es gibt zwei Formen des Overtrading: hinsichtlich der Häufigkeit und der offenen Positionen.

Heutzutage gibt es eine Fülle von Informationen, die dem Anleger zur Verfügung stehen, sei es über eine Zeitung, eine Tradingzeitschrift, eine Website für Investoren, ein Handelssignalprogramm/Plattform oder direkt von Ihrem Broker.

Alle diese Quellen liefern Handelsideen, die der Anleger berücksichtigen sollte.

Sie müssen sich vor Augen halten, dass Sie die Wahl haben, welche der angebotenen Anregungen Sie umsetzen werden und wie viele.

Je mehr Sie handeln, desto höher ist das Risiko. Und Sie können mit Sicherheit davon ausgehen, dass es diesbezüglich laufend mehr Möglichkeiten geben wird.

Eine Folge des häufigen Handels bedeutet in der Regel, dass Sie am Ende wahrscheinlich zu viele Positionen halten, in der Hoffnung, dass diese alle letztlich Gewinne erzielen werden; dies verwirrt Sie und beeinträchtigt Ihren Entscheidungsprozess.

Dies hat auch oft zur Folge, dass Ihre Positionen unübersichtlich werden.

Sie müssen sich Gedanken darüber machen, wie oft Sie im Rahmen Ihres Tradingplans handeln, und Sie müssen die Häufigkeit Ihrer Handelsaktivitäten regelmäßig überprüfen und nicht allzu weit von den festgelegten Handelsbeschränkungen abweichen.

Überhöhte Hebelwirkung beim CFD Handel

Einer der größten Vorteile von CFDs kann zu den kostspieligsten Fehlern führen.

Sie haben die Möglichkeit, große Positionen mit einer geringen Sicherheitsanforderung (Margin) zu handeln, aber das bedeutet nicht, dass Sie das Maximum auch nutzen müssen, das Ihre Plattform zuläßt.

Gewinne und Verluste werden auf die Größe (den Wert) Ihrer Positionen und nicht auf die sogenannte Anfangsmargin bezogen.

Betrachten Sie immer das maximale Risiko Ihrer gesamten Positionen und die möglichen Verluste dieser Positionen.

Die Risikowarnung „Handeln mit Hebelwirkung birgt ein hohes Risiko für Ihr Kapital, und es ist möglich, mehr zu verlieren als Ihre Anfangsinvestition“ wird aus gutem Grund angeführt.

Unserer Meinung nach ist überhöhte Hebelwirkung der größte Vernichter von CFD-Tradingkonten.

Schauen wir uns folgendes Beispiel an: Sie haben 10.000 € auf dem CFD-Konto und kaufen 20 DAX-Kontrakte mit einem Punktwert von € 1,00, wenn sich der DAX bei einem Kursniveau von 10.500 befindet. Das sind dann insgesamt 210.000 Euro Risiko. Wenn der CFD auf den DAX30 Cash um 4,5 % fällt (was innerhalb weniger Tage passieren kann), haben Sie 9.450 € verloren, also fast den gesamten Wert Ihres Kontos. Es handelt sich hierbei um einen klassischen Fall von überhöhter Hebelwirkung. Somit haben Sie keinerlei Spielraum für starke Kursschwankungen.

Kein Tradingtagebuch führen

Beim Trading ist es wichtig, dass Sie ein Tradingtagebuch führen. Wenn Sie einen Trade eröffnen, müssen Sie diesen dokumentieren:

  • Warum haben Sie die Aktie gekauft?
  • Wo haben Sie darüber gelesen?
  • Wann haben Sie den Entschluss gefasst, die Aktie zu verkaufen?

Später ist es sehr wichtig, dass Sie den Trade analysieren, wobei es keine Rolle spielt, ob es sich um einen Gewinn oder um einen Verlust handelt. War es eine gute Aktienauswahl? Haben Sie sich an Ihren Plan gehalten? Ist das ein Trade, den Sie wiederholen wollen?

Alle Antworten werden Ihnen dabei behilflich sein, eine bessere Disziplin beim Traden zu entwickeln und Ihr zukünftiges Trading zu verbessern.

Namhafte Börsenlegenden wie Warren Buffet sind unerbittlich, wenn es darum geht, ihre Trades zu analysieren und Verantwortung für Fehlentscheidungen zu übernehmen.

Kostspielige Egos

Wollen Sie sich beweisen, dass Sie recht haben, oder wollen Sie Geld verdienen? Niemand mag es, sich zu irren. Tatsächlich denken wir immer, dass wir recht haben und der Markt Unrecht hat, aber das kann eine sehr teure Gewohnheit sein.

Wenn sich der Markt entgegen unserer Überzeugung bewegt, müssen wir uns der Tatsache stellen, dass unsere Annahmen falsch gewesen sein dürften und aus der Marktentwicklung lernen. Stattdessen versenken viele Leute mehr und mehr Geld in einen Verlusttrade und sind davon überzeugt, dass sie Recht haben und der Markt im Unrecht ist.

In solchen Momenten ist es sinnvoll, sich an zwei Zitate von John Maynard Keynes zu erinnern:

„Märkte können sich länger irrational verhalten als Sie und ich solvent bleiben können.“

„Wenn sich meine Informationen ändern, ändere ich meine Schlussfolgerungen. Was tun Sie, mein Herr?“

Erneutes Nachkaufen ist riskant

Das haben wir alle schon einmal erlebt. Es ist eine tolle Aktie. Wir wissen alles darüber. Sie weist gute Fundamentaldaten und eine Wachstumsgeschichte auf.

Jetzt aber, aus irgendeinem unerklärlichen Grund, fällt sie um 30 %. Wir kaufen noch mehr, weil es zu diesem Kurs ein noch besseres Geschäft ist, und wenn es wieder aufwärts geht, können wir den anfänglichen Verlust wieder ausgleichen. Dann fällt die Aktie um weitere 20 %.

Die Rechnung, die sich darauf bezieht, wieder die Gewinnschwelle zu erreichen, kann viele Trader überraschen, die sich damit nicht richtig beschäftigt haben. Denn wenn eine Aktie um 20 % fällt, muss sie um 25 % steigen, um die Gewinnschwelle bzw. den Einstiegskurs zu erreichen .

Wenn eine Aktie um 30 % fällt, muss sie um 43 % steigen, um die Gewinnschwelle zu erreichen.

Wenn eine Aktie um 40 % fällt, muss sie um 67 % steigen. Und wenn eine Aktie um 50 % fällt, muss sie natürlich um 100 % steigen. Wie wahrscheinlich ist es, dass eine Aktie, die gerade um 50 % gefallen ist, ihren Wert verdoppeln wird?

Die Verluste schon frühzeitig zu begrenzen ist von entscheidender Bedeutung. Verlieben Sie sich nie in eine Aktie.

Nur Long-Positionen halten

Wenn Sie nur Long-Positionen in Ihrem Bestand haben, basiert Ihre gesamte Strategie auf der Grundannahme, dass die Kurse nur steigen werden.

Diese ausschließliche Long-Strategie birgt ein hohes Risiko; wenn die Kurse nämlich fallen, werden Ihre gesamten Positionen unweigerlich zu Verlusten führen.

Es fehlt Ihnen ein unverzichtbares Anlageinstrument, das es Ihnen erlaubt, von fallenden Kursen zu profitieren, Ihr Portfolio abzusichern und die Möglichkeit zu haben, Paare zu handeln.

Dies bedeutet, dass Ihr Portfolio sowohl Long- als auch Short-Positionen aufweisen sollte, damit Ihre Anlagen ausgewogener sind.

Investoren sollten sich darüber im Klaren sein, dass sehr große Risiken, die praktisch unbegrenzt sind, mit einer Short-Position verbunden sein können, da die Kurse einer Aktie unbegrenzt steigen könnten.

Ausschließlich Long-Positionen zu halten funktioniert gut in einem Markt, der sich nach oben bewegt, aber es kann nicht selten zu erheblichen und plötzlichen Kursrückgängen kommen. In diesem Fall können sich Ihre Verluste rasch vergrößern.

Short-Positionen in Ihrem Portfolio können bei richtiger Anwendung Ihr Risiko reduzieren.

Eine weitere Verteidigungsstrategie besteht darin, Paare zu traden. Nehmen wir beispielsweise an, Sie sind der Meinung, dass der Kurs von Daimler steigen und der von BMW fallen wird. Sie können eine Long-Position (kaufen) in Daimler und eine Short-Position (verkaufen) in BMW beziehen.

Dies kann einen Teil des Marktrisikos verringern, da Sie die Differenz zwischen den beiden Kursen handeln.

Unrealistische Erwartungen beim CFD Handel

Sie werden von Menschen hören, die ihr Geld mit dem CFD-Trading verdoppeln, oder Werbeanzeigen sehen, in denen behauptet wird, dass Sie nur 15 Minuten pro Tag zu handeln brauchen und nicht mehr arbeiten müssen.

Jeder kann sein Geld verdoppeln, besuchen Sie einfach ein Casino und wählen Sie rot oder schwarz, aber in jedem Fall ist das Risiko immer gegenwärtig.

Ihr Tradingplan sollte die verschiedenen Gewinnstufen enthalten, die Sie zu erreichen versuchen, und was Sie bereit sind zu riskieren. Das sollte Ihnen sagen, ob der Trade zu rechtfertigen ist.

Viele Anleger erwarten sehr hohe Renditen. Sie müssen aber realistisch sein, was Ihre Gewinnerwartungen anbelangt.

So wäre es zum Beispiel naiv zu erwarten, aus einem Kapital von 10.000 € ein Einkommen von 2.000 € pro Monat zu erzielen.

Ein zu großes Risiko eingehen

CFDs stellen ein großes Risiko dar, und daher sollten Sie sicherstellen, dass Sie dieses Risiko handhaben können; dies sollte Ihr Tradingplan gewährleisten.

Sie sollten lediglich das Tradingkapital riskieren, das Sie sich auch leisten können zu verlieren.

Sie sollten sich an Ihre Tradingregeln und Richtlinien halten und dabei das Risiko, die offenen Positionen, die Diversifizierung und die Hebelwirkung berücksichtigen.

Verwenden Sie alle Instrumente der Trading-Plattform, die angeboten werden, beispielsweise Verluststopps, garantierte Verluststopps und nachgezogene Stopps zur Gewinnmitnahme (Trailing stops).

Gehen Sie immer Ihren Tradingplan durch, bevor Sie einen Trade platzieren.

Wenn Sie risikoscheu sind oder nicht über genügend finanzielle Mittel verfügen, die Sie auch verlieren könnten, dann ist das Trading mit CFDs wirklich nicht für Sie geeignet, und daher sollten Sie den Handel mit diesen Produkten nicht in Betracht ziehen.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen des CFD-Handels

Die Tatsache, dass ich in diesem Artikel immer wieder auf die Allgemeinverfügung der BaFin (offizieller Titel 

“Allgemeinverfügung bezüglich sog. Differenzgeschäfte (“Contracts for Difference / CFD”), Geschäftszeichen VBS 7-Wp 5427-2018/0057”)

vom 23.07.2019 verwiesen habe, hat Grund: sie ist das wichtigste Dokument im Zusammenhang mit dem CFD-Handel.

Sie ersetzt die Allgemeinverfügung vom 08.05.2017 (GZ: VBS 7-Wp 5427-2016/0017) und ordnet in Ziffer 1

“ … ein Verbot der Vermarktung, des Vertriebs und des Verkaufs von Differenzgeschäften („Contracts for Difference“, nachfolgend: „CFD“) an Kleinanleger …””

an.

Ziffer 2 führt dann aus, für welche CFD dieses Verbot nicht gilt. Hier werden die gesetzlichen Vorgaben des Handels gelistet, unter anderem 

  • CFD mit unabdingbarem Initial-Margin-Schutz für Kleinanleger (die Festlegung der Mindest- Margins)
  • CFD mit unabdingbarem Margin-Glattstellungsschutz für Kleinanleger (Zwangsliquidation)
  • CFD mit unabdingbarem Negativsaldoschutz für Kleinanleger (Verbot der Nachsusspflicht)

Außerdem beschränkt sie die Werbung, die für CFDs und Forex gemacht werden darf und verbietet Brokern die Gewährung monetärer und nicht monetärer Vorteile, z.B. Bonis für Neueinzahlungen oder Rabatte für bestimmte Handelsvolumen.

Broker müssen seit Inkrafttreten eine anbieterspezifische Risikowarnunge auf ihrer Website, in allen Veröffentlichungen und Anzeigen in der Form

XX% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter.

(vgl. Abbildung 1) platzieren.

Damit setzt die BaFin eine Regulierung der ESMA vom Juni 2018 in nationales Recht um.

Die Allgemeinverfügung beinhaltet eine sehr ausführliche Begründung (Gesamtlänge ca. 36 Seiten). Ich habe die Website verlinkt und empfehle Ihnen, das Dokument in aller Ruhe durchzulesen. 

Mein Fazit: Ist CFD-Handel sicher?

Der Handel mit Differenzkontrakten birgt sehr hohe Risiken. Daraus erwächst die landläufige Meinung, er wäre extrem unsicher. Doch man sollte bedenken: Jeder Handel an der Börse birgt große Unsicherheiten in sich, vollkommene Sicherheit kann und wird es nicht geben. 

Der CFD-Handel birgt dabei aber zwei wesentliche Gefahren:

  • Dass durch den Hebeleffekt die Gefahr eines Verlustes beim CFD-Handel potenziert wird, muss Ihnen als Trader permanent bewusst sein. Ihrem Risiko- und Moneymanagement, vor allem Ihrem Positionsmanagement kommt hier eine überlebenswichtige Funktion zu. 

Das “Überhebeln” genannte Eingehen viel zu großer Positionen kann im Verlustfall dazu führen, dass Sie auf Dauer “aus dem Markt verschwinden”.

  • Da CFDs nicht an einer Börse gehandelt werden und einzig eine Handelsvereinbarung zwischen Ihnen und Ihrem Broker sind, kommt der Auswahl des Brokers eine sehr große Bedeutung zu. 

Gemäß dem Motto “drum prüfe, wer sich bindet” müssen Sie bei der Brokerwahl “genau hinschauen”!  Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit müssen an erster Stelle stehen. Sog. „Discountbroker“ sollten kritisch gesehen werden.

Der Umgang mit CFDs ist mitnichten ein Geschäft für den unerfahrenen Trader! Anbieter, die den CFD-Handel als ideales “Einstiegsgebiet” in den Finanzsektor propagieren, sollten von vornherein als Geschäftspartner ausscheiden.

Wenn sich ein Trader dieser beiden Gefahren bewusst ist, bieten CFDs eine wirklich gute Möglichkeit, mit geringem Kapitaleinsatz Gewinne zu erwirtschaften und den Handel in anderen Bereichen abzusichern und zu differenzieren.

Wenn ein Finanzgeschäft zum Glücksspiel verkommt, ist jeder Handel unsicher. 

Häufige Fragen (FAQ) zum CFD-Handel

Ist CFD Trading in Deutschland erlaubt?

Ja. Der Anbieter (Broker) muss in Deutschland bei der Finanzaufsicht BaFin registriert sein und ist an die Vorgaben der BaFin hinsichtlich des CFD-Handels in der Allgemeinverfügung gebunden.

Wie werden Gewinne aus CFD Trading versteuert?

Gewinne aus dem CFD-Handel werden steuerlich wie Gewinne aus Terminkontrakten behandelt und pauschal mit der Abgeltungssteuer (25 %) plus Solidaritätszuschlag (5,5 Prozent der zu leistenden Einkommensteuer) versteuert. Zusätzlich fällt gegebenenfalls Kirchensteuer an.

Verfällt ein CFD, wenn der Basiswert verfällt?

Nein. Auch wenn sie sich auf zeitlich begrenzte Terminkontrakte beziehen, haben CFDs kein Laufzeitende.

Kann ich CFDs auf US-Produkte handeln?

Ja. Die US-Börsenaufsicht SEC verbietet es US-Brokern lediglich, CFDs an US-Bürger zu veräußern, die ihren Wohnsitz in den USA haben. Für Broker und Personen außerhalb der USA gibt es keine Einschränkungen. 

Warum werden CFDs nicht an der Börse gehandelt?

Es gab bereits 2009 den Versuch der Börse München, den CFD-Handel unter dem Dach der Börse “CONTREX” zu vereinen. Aufgrund des mangelnden Interesses seitens der Kunden und Broker wurde das Projekt wieder fallen gelassen.

Erhalte ich Dividende, wenn ich einen CFD auf Aktien trade?

Als Trader in eine Long-Position erhalten Sie eine anteilsmäßige Dividende; Tradern, die eine Short-Position innehaben, stellt der Broker die Dividende in Rechnung.

Karl-Heinz Ramer