CFD-Handel verstehen: wie CFD-Trading funktioniert und wie du die Risiken im Griff behältst

Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2026

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14 Min

Christian Möhrer

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Christian Möhrer

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Der CFD-Handel ist für viele Privatanleger der einfachste Weg in den gehebelten Börsenhandel. Mit einem Differenzkontrakt (englisch: Contract for Difference, kurz CFD) handelst du die reine Kursbewegung eines Basiswerts, ohne ihn zu besitzen. Das funktioniert mit Aktien, Indizes, Devisen und Rohstoffen, auf steigende wie auf fallende Kurse.

Genau diese Einfachheit macht CFDs aber auch gefährlich. Der Hebel vergrößert Gewinne und Verluste gleichermaßen, und die Warnhinweise der Broker zeigen: Die Mehrheit der Privatkunden verliert mit CFDs Geld. Dieser Guide erklärt dir deshalb beides: wie der CFD-Handel im Detail funktioniert und mit welchen Regeln du die typischen Anfängerfehler vermeidest. Ich handle seit 1978 an den Märkten und habe die CFDs von ihren Anfängen bis zur heutigen Regulierung verfolgt. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

CFD-Handel: das Wichtigste in
30 Sekunden

  • CFDs sind Differenzkontrakte: Du spekulierst auf die Kursdifferenz eines Basiswerts zwischen Einstieg und Ausstieg, wahlweise long oder short.
  • Gehandelt wird mit Hebel: Du hinterlegst je nach Basiswert nur 3,33 bis 50 Prozent als Margin. Der Handel läuft außerbörslich, dein Broker stellt die Kurse und ist deine Gegenpartei.
  • Das Risiko ist real: Laut den Pflicht-Warnhinweisen der Broker verlieren meist 70 bis 80 Prozent der Kleinanlegerkonten Geld.
  • Seit 2019 schützt dich die Regulierung: begrenzte Hebel, automatische Zwangsglattstellung und keine Nachschusspflicht für Privatkunden.

Was ist CFD-Handel?

CFD-Handel ist der außerbörsliche Handel mit Differenzkontrakten (Contracts for Difference): Der Trader spekuliert mit Hebel auf die Kursbewegung eines Basiswerts wie Aktien, Indizes, Devisen oder Rohstoffe, ohne den Basiswert selbst zu besitzen. Gewinn oder Verlust ergeben sich aus der Kursdifferenz zwischen Eröffnung und Schließung der Position.

Rechtlich ist der CFD ein zweiseitiger Vertrag zwischen dir und deinem Broker. Das Kreditwesengesetz definiert ihn in § 1 Abs. 11 KWG als finanzielles Differenzgeschäft: Eine Seite verpflichtet sich, der anderen die Kursdifferenz des Basiswerts auszugleichen. CFDs gehören damit zur Familie der Derivate, genau wie Futures, Optionen und Zertifikate.

Entstanden sind CFDs in den 1990er Jahren in London. Investmentbanken nutzten sie, um Leerverkäufe zu vereinfachen und die britische Börsensteuer (Stamp Duty) zu umgehen. Heute sind sie das Standardprodukt für private Trader, die kurzfristig mit Hebel handeln wollen.

Eine Besonderheit unterscheidet CFDs von Aktien oder Futures: Sie werden an keiner Börse gehandelt. Der Handel läuft außerbörslich (Over the Counter, kurz OTC) direkt zwischen dir und deinem Broker. Was das für Kurse und Kosten bedeutet, liest du weiter unten.

Wie funktioniert der CFD-Handel? Ein Beispiel

Das Prinzip ist in zwei Sätzen erklärt. Du eröffnest eine Position auf einen Basiswert, entweder long (du setzt auf steigende Kurse) oder short (auf fallende Kurse). Beim Schließen rechnet der Broker die Kursdifferenz ab: Sie wird deinem Konto gutgeschrieben oder belastet.

Die Margin ist die Sicherheitsleistung im CFD-Handel: ein Prozentsatz des Positionswerts, den der Trader auf dem Handelskonto hinterlegen muss. Sie dient dem Broker als Pfand gegen mögliche Verluste und wird nach dem Schließen der Position wieder freigegeben.

Ein Zahlenbeispiel macht die Hebelwirkung greifbar. Du kaufst CFDs auf 100 Aktien zu je 100 Euro. Der Positionswert beträgt 10.000 Euro, als Margin hinterlegst du bei 20 Prozent nur 2.000 Euro. Steigt die Aktie um 5 Prozent, gewinnst du 500 Euro, bezogen auf deinen Einsatz sind das 25 Prozent. Fällt sie um 5 Prozent, verlierst du dieselben 500 Euro.

AktienkaufAktien-CFD
Positionswert10.000 €10.000 €
Kapitaleinsatz10.000 €2.000 € (20 % Margin)
Kurs steigt 5 %+500 € (+5 %)+500 € (+25 % auf den Einsatz)
Kurs fällt 5 %-500 € (-5 %)-500 € (-25 % auf den Einsatz)

Wichtig für dein Risikoverständnis: Gewinn und Verlust berechnen sich immer aus der vollen Positionsgröße, nie aus der hinterlegten Margin. Die 2.000 Euro sind kein Kaufpreis, sondern nur ein Pfand auf deinem Konto.

Hebel und Margin: die gesetzlichen Grenzen

Der Hebel (Leverage) beschreibt das Verhältnis zwischen dem Positionswert und dem eingesetzten Kapital. Er berechnet sich als 100 geteilt durch den Marginsatz in Prozent: Eine Margin von 20 Prozent ergibt einen Hebel von 5:1, eine Margin von 3,33 Prozent einen Hebel von 30:1.

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Zusammenhang und Berechnung von Hebel und Margin

Wie viel Hebel erlaubt ist, bestimmt seit 2019 die Aufsicht. Die BaFin hat die Mindest-Margins für Kleinanleger verbindlich festgelegt und folgt dabei den EU-weiten ESMA-Vorgaben:

BasiswertMindest-MarginMaximaler Hebel
Forex-Hauptwährungspaare3,33 %30:1
Übrige Währungspaare, Gold, große Indizes5 %20:1
Rohstoffe (außer Gold), übrige Indizes10 %10:1
Einzelaktien20 %5:1
Kryptowährungen50 %2:1

Die größte Gefahr im CFD-Handel hat einen Namen: Überhebeln. Gemeint ist das Eröffnen viel zu großer Positionen, nur weil die Margin es zulässt. Beim DAX mit Hebel 20 reicht ein Rücksetzer von 5 Prozent, um die komplette Margin auszulöschen. Wie du den Hebel diszipliniert einsetzt, zeigt der Beitrag zum Hebel-Trading; die Kontomechanik dahinter erklärt der Guide zum Margin-Trading.

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Was kostet der CFD-Handel?

CFD-Konten sind meist kostenlos, verdient wird an anderer Stelle. Diese fünf Kostenblöcke solltest du kennen:

  • Spread: die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs. Er fällt bei jedem Trade an. Wie du ihn richtig liest, erklärt der Beitrag zum Bid-Ask-Spread.
  • Finanzierungskosten: Hältst du eine Long-Position über Nacht, zahlst du Zinsen auf den geliehenen Teil der Position (Referenzzins plus Brokeraufschlag, taggenau berechnet).
  • Kommissionen: Bei CFDs auf Aktien und ETFs berechnen die meisten Broker eine Ordergebühr, bei Index- und Rohstoff-CFDs steckt sie im Spread.
  • Dividenden-Anpassungen: Long-Positionen erhalten eine anteilige Gutschrift, Short-Positionen werden mit der Dividende belastet.
  • Nebenkosten: Realtime-Kursdaten, Inaktivitätsgebühren, garantierte Stops oder Währungsumrechnung, je nach Broker.

Der Spread ist die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs eines CFDs. Er fällt bei jedem Trade an und ist die wichtigste Einnahmequelle des CFD-Brokers.

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 Berechnung der CFD-Finanzierungskosten

Ein Kostenpunkt wird chronisch unterschätzt: die Overnight-Gebühr. Sie macht CFDs für langes Halten unattraktiv. Wer eine Position über Wochen hält, zahlt schnell mehr Finanzierungskosten, als die Bewegung des Basiswerts einbringt. CFDs sind ein Werkzeug für den kurzfristigen Handel, nicht für die Altersvorsorge.

Warum werden CFDs nicht an der Börse gehandelt?

CFD-Kurse entstehen nicht durch Angebot und Nachfrage an einer Börse. Dein Broker stellt die Kurse selbst und ist zugleich deine Gegenpartei. Er kann und sollte sich dabei am Referenzmarkt orientieren, rechtlich hat er dabei aber einen Ermessensspielraum.

Ein Market Maker ist ein Broker, der die Kurse für ein Finanzprodukt selbst stellt und als Gegenpartei seiner Kunden auftritt. Im CFD-Handel ist jeder Anbieter ein Market Maker, weil der Handel außerbörslich zwischen Trader und Broker stattfindet.

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Der CFD-Broker als Market Maker: Käufer und Verkäufer handeln direkt mit dem Broker, der Spread ist seine Marge.

Seriöse Broker sichern ihr Risiko ab, statt gegen dich zu handeln. Beim Modell Straight Through Processing (STP) reicht der Broker deine Position an einen Liquiditätsprovider weiter, der sich am echten Markt eindeckt. Frage deinen Broker, wie er sich absichert. Die Antwort sagt viel über seine Seriosität.

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Straight Through Processing: Der STP-Broker reicht deine CFD-Position an einen Liquidity-Provider weiter, der den Gegenwert real an der Börse kauft.

Der Versuch, CFDs an die Börse zu holen, ist übrigens schon gescheitert. 2009 startete die Börse München die CFD-Börse CONTREX mit neutral überwachten Kursen auf Referenzmarktniveau. Das Interesse blieb aus: Die meisten Kunden wählten lieber scheinbar gebührenfreie Angebote mit versteckten Kosten im Spread.

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Website der Börse München vom 11. Mai 2009, archiviert bei https://bit.ly/contrex-2009-05-11

2012 besiegelte die Insolvenz der FXdirekt Bank das Ende des Projekts. Seitdem gilt unverändert: CFD-Handel ist Market-Maker-Handel. Genau deshalb entscheidet die Brokerwahl im CFD-Trading über mehr als nur die Kostenhöhe.

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CFD, Aktie, Future oder Knock-out: die Unterschiede

Bevor du ein CFD-Konto eröffnest, lohnt der Blick auf die Alternativen. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede zwischen CFDs und den gängigen Hebel- und Basisprodukten:

InstrumentHandelsplatzHebelLaufzeitMaximaler Verlust
AktieBörseneinunbegrenztKaufpreis
CFDaußerbörslich (OTC)bis 30:1unbegrenztKontoguthaben
FutureTerminbörsehochVerfallsterminüber den Einsatz hinaus möglich
Knock-out-ZertifikatBörseproduktabhängigbis zum Knock-outKaufpreis
OptionsscheinBörseproduktabhängigLaufzeitendeKaufpreis

Die Einordnung aus der Praxis: Futures sind das transparenteste Instrument, verlangen aber große Konten und Disziplin bei Nachschusspflichten. Verbriefte Produkte wie Knock-out-Zertifikate und Optionsscheine begrenzen den Verlust strikt auf den Kaufpreis, kosten dafür Emittenten-Aufschläge. CFDs liegen dazwischen: flexibel und fein skalierbar, aber außerbörslich und mit Hebelrisiko.

Vor- und Nachteile des CFD-Handels

CFDs haben handfeste Stärken, sonst wären sie nicht so verbreitet. Das sind die wichtigsten Vorteile:

  • Geringer Kapitaleinsatz: Schon kleine Konten können dank Margin an großen Märkten partizipieren.
  • Long und Short: Du profitierst von steigenden und fallenden Kursen, Leerverkäufe sind problemlos möglich.
  • Riesige Produktauswahl: Aktien, Indizes, Devisen, Rohstoffe und Kryptowährungen über ein einziges Konto.
  • Feine Stückelung: Anders als bei Futures kannst du auch Bruchteile eines Kontrakts handeln.
  • Keine Laufzeit: CFDs verfallen nicht, du musst keine Positionen rollen.

Dem stehen Nachteile gegenüber, die du kennen musst, bevor du echtes Geld riskierst:

  • Hebelrisiko: Verluste vervielfachen sich genauso wie Gewinne, bis hin zum Totalverlust des Kontos.
  • OTC-Handel: Es gibt keinen neutralen Börsenkurs, der Broker stellt die Preise nach eigenem Ermessen.
  • Interessenkonflikt: Sichert sich der Broker nicht ab, verdient er an deinen Verlusten.
  • Overnight-Kosten: Finanzierungsgebühren machen längeres Halten teuer.
  • Statistik: Die große Mehrheit der Kleinanleger verliert Geld, das zeigen die Pflicht-Warnhinweise aller Anbieter.

So findest du einen seriösen CFD-Broker

Im CFD-Handel ist der Broker nicht nur Dienstleister, sondern deine Gegenpartei. Prüfe deshalb diese fünf Punkte, bevor du Geld einzahlst:

  1. Regulierung: Der Anbieter braucht eine Lizenz der BaFin oder einer anderen EU-Aufsichtsbehörde. Meide Offshore-Broker, egal wie verlockend die Konditionen wirken.
  2. Einlagensicherung: Kundengelder gehören auf getrennte Konten. In Deutschland sind Einlagen im Insolvenzfall bis 100.000 Euro gesetzlich geschützt.
  3. Kostenstruktur: Vergleiche Spreads, Overnight-Aufschläge und Nebengebühren. Scheinbar kostenlose Broker holen sich ihre Marge im Spread zurück.
  4. Absicherungsmodell: Frage nach, ob der Broker Kundenpositionen absichert (STP) oder das Risiko im eigenen Buch behält.
  5. Demokonto: Teste Plattform, Ausführung und Support ausgiebig mit Spielgeld, bevor ein Euro fließt.
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CFD-Handel Brokerwahl

Einen Überblick über seriöse Anbieter findest du im großen Vergleich der Online-Broker. Achte darauf, dass der Broker die vorgeschriebene Risikowarnung mit seiner Verlustquote ausweist. Fehlt sie, Finger weg.

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Risikomanagement: so überlebst du den CFD-Handel

Die Verlustquoten von 70 bis 80 Prozent sind kein Naturgesetz. Sie entstehen aus immer denselben Fehlern: zu große Positionen, kein Stop-Loss, kein Plan. Mit einem soliden Risikomanagement drehst du die Logik um: Du kontrollierst zuerst das Risiko, dann kommt die Rendite.

Regel Nummer eins: Riskiere pro Trade maximal ein bis zwei Prozent deines Kontos. Bei 10.000 Euro Konto sind das höchstens 200 Euro. Aus dem Abstand zwischen Einstieg und Stop-Loss ergibt sich dann die richtige Positionsgröße: Liegt dein Stop 2 Euro unter dem Einstieg, darfst du 100 Stück handeln, ganz gleich, wie wenig Margin der Broker verlangt.

Der Stop-Loss ist Pflicht, aber kein Vollkasko-Schutz. Bei Kurslücken und in hektischen Märkten wird deine Stop-Loss-Order zum nächsten handelbaren Kurs ausgeführt, mit Slippage. Garantierte Stops schließen das aus, kosten aber eine Extragebühr.

Ein Margin Call ist die Aufforderung des Brokers, zusätzliches Kapital einzuzahlen, weil die aufgelaufenen Verluste die hinterlegte Margin gefährden. Reagiert der Trader nicht, stellt der Broker offene Positionen zwangsweise glatt.

Wie schnell Märkte extrem werden, zeigen zwei historische Tage. Im Januar 2015 stürzte der Euro zum Schweizer Franken binnen Minuten um mehr als 15 Prozent, im April 2020 fiel der WTI-Ölpreis erstmals unter null. Beide Ereignisse überforderten Stops, Broker und Konten weltweit. Plane mit solchen Ausreißern, nicht gegen sie.

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Zweimal Crash: links EUR/CHF im Januar 2015, rechts WTI Crude Oil im April 2020

Diese sechs Fehler kosten CFD-Trader das meiste Geld:

  • ohne schriftlichen Handelsplan starten
  • Überhebeln: Positionen, die das Konto schon bei normaler Schwankung sprengen
  • Overtrading aus Langeweile oder Frust
  • Nachkaufen in laufende Verluste
  • kein Trading-Journal führen
  • unrealistische Renditeerwartungen

CFDs gehören außerdem in den kurzfristigen Handel. Overnight-Gebühren und Kurslücken sprechen gegen langes Halten. Die meisten CFD-Trader sind deshalb im Daytrading oder im Swing-Trading mit Haltedauern von Stunden bis wenigen Tagen unterwegs.

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Regulierung und Steuern beim CFD-Handel

Das wichtigste Dokument für deutsche CFD-Trader ist die Allgemeinverfügung der BaFin vom 23.07.2019. Sie setzt die EU-Vorgaben der ESMA in deutsches Recht um und gilt bis heute. Das Original liest du bei der BaFin, die Details und den Weg zum professionellen Kunden erklärt der Beitrag zur ESMA-Regulierung.

Vier Schutzregeln gelten seit 2019 für jedes Kleinanleger-Konto:

  • Initial-Margin-Schutz: verbindliche Mindest-Margins je Basiswert (siehe Tabelle oben)
  • Margin-Glattstellungsschutz: Der Broker muss Positionen schließen, wenn dein Konto unter 50 Prozent der geforderten Margin fällt.
  • Negativsaldoschutz: keine Nachschusspflicht, dein Verlust endet beim Kontoguthaben.
  • Werbebeschränkungen: Bonusangebote sind verboten, die Risikowarnung mit Verlustquote ist Pflicht.

Der Negativsaldoschutz verbietet seit 2019 die Nachschusspflicht für private CFD-Trader: Das Handelskonto eines Kleinanlegers darf keinen negativen Saldo aufweisen, der maximale Verlust ist auf das eingezahlte Kapital begrenzt.

Bei den Steuern gilt: CFD-Gewinne sind Kapitalerträge. Sie unterliegen der Abgeltungssteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Deutsche Broker führen die Steuer automatisch ab. Wichtig für Vieltrader: Die berüchtigte Verlustverrechnungsgrenze von 20.000 Euro pro Jahr wurde mit dem Jahressteuergesetz 2024 rückwirkend abgeschafft. Alle Details stehen im Beitrag zu den CFD-Steuern.

Ein Blick auf den deutschen Markt zum Schluss: Die Interessen der Branche vertritt der CFD-Verband. Nach seinen Statistiken dominieren Index-CFDs das Geschäft, allen voran der DAX; Devisen, Rohstoffe und Aktien folgen mit deutlichem Abstand.

Mein Fazit: Ist CFD-Handel sinnvoll?

CFDs sind weder Teufelszeug noch Geldmaschine, sie sind ein Werkzeug. Für disziplinierte, kurzfristig orientierte Trader bieten sie flexiblen Marktzugang mit kleinem Kapital, in beide Richtungen und über fast alle Anlageklassen.

Zwei Gefahren entscheiden über dein Überleben: das Überhebeln und die Brokerwahl. Die erste kontrollierst du selbst, über Positionsgrößen und Stops. Die zweite über eine kritische Auswahl nach Regulierung, Kosten und Absicherungsmodell.

Mein Rat nach bald fünf Jahrzehnten an den Märkten: Behandle den CFD-Handel wie ein Handwerk. Lerne die Mechanik, übe auf dem Demokonto, starte klein und akzeptiere, dass die Warnhinweise der Broker keine Formalie sind. Wer das beherzigt, hat mit CFDs ein präzises Instrument. Wer zockt, wird Teil der Verluststatistik.

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Häufige Fragen zum CFD-Handel

Was ist ein CFD einfach erklärt?

Ein CFD (Contract for Difference) ist eine Vereinbarung zwischen dir und deinem Broker, die Kursdifferenz eines Basiswerts zwischen Eröffnung und Schließung der Position auszugleichen. Steigt der Kurs, gewinnt der Käufer; fällt er, gewinnt der Verkäufer. Den Basiswert selbst besitzt du dabei nie.

Ist CFD-Handel in Deutschland erlaubt?

Ja. CFD-Broker brauchen eine Zulassung der BaFin oder einer anderen EU-Aufsichtsbehörde. Für Privatkunden gelten seit 2019 verbindliche Schutzregeln: begrenzte Hebel, automatische Glattstellung und das Verbot der Nachschusspflicht.

Kann man mit CFDs Geld verdienen?

Ja, aber die Mehrheit verliert. Die Pflicht-Warnhinweise der Broker weisen je nach Anbieter meist 70 bis 80 Prozent verlierende Kleinanlegerkonten aus. Wer dauerhaft bestehen will, braucht eine getestete Strategie, striktes Risikomanagement und realistische Erwartungen.

Was ist der Unterschied zwischen Aktien und CFDs?

Beim Aktienkauf wirst du Eigentümer und kannst die Papiere unbegrenzt halten. Ein Aktien-CFD bildet nur den Kurs ab: Du handelst mit Hebel, zahlst Finanzierungskosten über Nacht und hast weder Stimmrecht noch einen direkten Dividendenanspruch.

Wie werden CFD-Gewinne versteuert?

CFD-Gewinne unterliegen der Abgeltungssteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Deutsche Broker führen die Steuer automatisch ab, bei Auslandsbrokern erklärst du die Gewinne in der Anlage KAP. Die frühere Verlustverrechnungsgrenze von 20.000 Euro wurde Ende 2024 rückwirkend abgeschafft.

Sind CFDs für Anfänger geeignet?

Nur mit Einschränkungen. Die Produkte sind einfach zu verstehen, der Hebel bestraft Fehler aber sofort. Starte auf dem Demokonto, handle anfangs mit Mini-Positionen und riskiere nie mehr als ein bis zwei Prozent deines Kontos pro Trade.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und handelt seit 1978 diskretionär nach Price Action. Seine Schwerpunkte sind Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte. CFDs bewertet er aus der Praxis des täglichen Handels heraus.

Als Übersetzer der Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter und langjähriger Repräsentant von Joe Ross in Deutschland hat er die Entwicklung des Derivatehandels über Jahrzehnte aus erster Hand begleitet. Sein Blick auf den CFD-Handel ist der eines Praktikers, der Chancen und Risiken nüchtern gegeneinander abwägt.

In diesem Guide teilt Karsten seine Einschätzung, wann CFDs ein sinnvolles Werkzeug sind und wann nicht. Seine wichtigste Regel für Einsteiger: erst das Risikomanagement, dann der Hebel. Wer die Warnhinweise der Broker ernst nimmt, startet klein und überlebt die Lernphase.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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