Lang & Schwarz war jahrelang der Handelsplatz, über den Millionen Privatanleger gehandelt haben, ohne den Namen je bewusst wahrzunehmen. Wer bei Trade Republic eine Aktie kaufte, kaufte sie faktisch über Lang & Schwarz. Das hat sich im Juli 2026 verändert, und zwar grundlegend.
Seit dem 1. Juli 2026 gilt das EU-weite Verbot von Payment for Order Flow. Einen Tag später hat Trade Republic seine exklusive Anbindung an Lang & Schwarz beendet. Für Anleger ändert das die Antwort auf die entscheidende Frage: Über welchen Handelsplatz läuft meine Order eigentlich, und was kostet mich das?
Lesetipp: Trade Republic Nachteile: was die Umstellung geändert hat und was nicht
In diesem Artikel ordne ich ein, was von Lang & Schwarz nach diesem Bruch übrig bleibt. Ich schaue mir die Gebührenstruktur an, die Spreads zu den Randzeiten, die Unterschiede zwischen LS Exchange und LS Tradecenter und die Frage, für welche Anleger sich der Handelsplatz heute noch lohnt. Die Zahlen stammen aus den Geschäftsberichten von Lang & Schwarz, den Angaben der Handelsplätze selbst und meiner eigenen Erfahrung als aktiver Trader. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Lang & Schwarz: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Kein Broker, sondern Infrastruktur: Du eröffnest kein Depot direkt bei Lang & Schwarz. Der Zugang läuft immer über einen Partnerbroker.
- Der Trade-Republic-Bruch: Seit dem 2. Juli 2026 routet Trade Republic nicht mehr exklusiv über Lang & Schwarz. Das Tagesvolumen der LS Exchange fiel am ersten Tag auf 128 Millionen Euro, nach einem Tagesschnitt von 1,112 Milliarden Euro im ersten Halbjahr.
- Kosten: Lang & Schwarz erhebt keine eigenen Ordergebühren. Bezahlt wird über den Spread, dazu kommt die Gebühr des jeweiligen Brokers.
- Der Handelszeit-Vorsprung ist weg: gettex handelt inzwischen ebenfalls von 7:30 bis 23:00 Uhr, Tradegate von 7:30 bis 22:00 Uhr. Geblieben ist der Wochenendhandel, den beide nicht anbieten.
- Offene Altlast: Für die Jahre 2007 bis 2011 stehen 35,3 Millionen Euro Cum-Ex-Risikovorsorge in der Bilanz. Das Einspruchsverfahren läuft noch.
Was ist Lang & Schwarz?
Lang & Schwarz ist ein deutsches Wertpapierhandelsunternehmen, das als Market Maker Kurse für Aktien, ETFs, Anleihen und Derivate stellt und mit der LS Exchange einen eigenen Börsenplatz an der Börse Hamburg betreibt. Privatanleger können dort kein Depot eröffnen. Der Zugang läuft ausschließlich über angebundene Broker.
Der Name taucht in drei Varianten auf, und das sorgt regelmäßig für Verwirrung. Die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft ist die Holding mit Sitz in Düsseldorf. Die Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG ist die operative Handelsgesellschaft, die als Market Maker die Kurse stellt. Die LS Exchange ist der regulierte Börsenplatz, der an der Börse Hamburg betrieben wird.
Der praktische Unterschied für dich: Wenn dein Broker als Ausführungsplatz „L&S“ anzeigt, meint er die TradeCenter-Gesellschaft. Steht dort „LS Exchange“, läuft die Order über den Börsenplatz und damit unter Börsenaufsicht.
| Gegründet | 19. Januar 1996 in Düsseldorf |
| Sitz | Breite Straße 34, Düsseldorf |
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| Börsennotierung | seit 2007, Freiverkehr (Basic Board) der Frankfurter Wertpapierbörse |
| Aufsicht | BaFin; LS Exchange zusätzlich über die Börse Hamburg (Träger: BÖAG Börsen AG) |
| Rolle | Market Maker, Emittent von Derivaten, Betreiber der LS Exchange |
| Handelszeiten | Mo bis Fr 7:30 bis 23:00 Uhr, Sa 10:00 bis 13:00 Uhr, So 17:00 bis 19:00 Uhr |
| Handelbare Produkte | Aktien, ETFs, ETCs, Anleihen, Fonds, Zertifikate, Hebelprodukte, Wikifolios |
| Kein Direkthandel bei | Kryptowährungen (nur ETPs und Zertifikate über Partnerbroker) |
| Depotangebot | nein, Zugang nur über Partnerbroker |
| Mitarbeiter | 95 (Stand 31.12.2025) |
| Handelsergebnis 2025 | 145,4 Millionen Euro (Vorjahr 109,2 Millionen Euro) |
| Webseite | ls-x.de |
Erfahrungen & Vor-/Nachteile
Lang & Schwarz Erfahrungen: Was taugt der Handelsplatz 2026 noch?
Lang & Schwarz ist kein Broker im klassischen Sinn, und das ist der Punkt, den viele Einsteiger zuerst verstehen müssen. Du eröffnest kein Depot bei L&S. Du handelst über einen Partnerbroker, der deine Order weiterleitet. Lang & Schwarz ist die Infrastruktur dahinter.
Meine Einschätzung hat sich im Juli 2026 verschoben. Jahrelang war das Argument für L&S schlicht die Reichweite: Wer über Trade Republic handelte, war ohnehin dort. Diese Automatik ist weg. Damit wird Lang & Schwarz von einer Standardadresse zu einer bewussten Wahl, und die muss man heute anders begründen als vor einem Jahr.
Ich handle selbst seit Jahren über Broker, die L&S als Ausführungspartner anbieten, vor allem für Positionen außerhalb der regulären Börsenzeiten. Was dabei zählt, ist nicht die Länge der Handelszeit auf dem Papier, sondern die Spread-Qualität in genau diesen Randstunden.
Nach dem Umbruch im Juli 2026 sortieren sich Stärken und Schwächen neu. Diese Punkte sind aus Anlegersicht entscheidend.
Vorteile von Lang & Schwarz
- Wochenendhandel als echtes Alleinstellungsmerkmal: samstags von 10:00 bis 13:00 Uhr und sonntags von 17:00 bis 19:00 Uhr. Weder Tradegate noch gettex bieten das an.
- Regulierter Börsenplatz statt reinem OTC: Die LS Exchange läuft unter der Aufsicht der Börse Hamburg. Damit gelten börsenrechtliche Transparenzpflichten.
- Wikifolio-Zertifikate nur hier: Lang & Schwarz emittiert alle Wikifolio-Zertifikate und sichert deren Gegenwert ab.
- Breite Produktpalette aus einer Hand: über 20.000 Wertpapiere außerbörslich plus eigene Hebelprodukte und Optionsscheine als Emittent.
- Keine eigenen Ordergebühren: L&S verlangt weder Courtage noch Depotgebühren. Die Kosten laufen über den Spread und den Broker.
Nachteile von Lang & Schwarz
- Der Handelszeit-Vorsprung ist verschwunden: gettex handelt ebenfalls von 7:30 bis 23:00 Uhr. Der frühere Vorsprung von 30 Minuten am Morgen existiert nicht mehr.
- Spreads zu den Randzeiten: Vor 9:00 Uhr und nach 17:30 Uhr weiten sich die Spannen spürbar. Für aktive Trader ein realer Kostenfaktor.
- Weniger Liquidität nach dem Trade-Republic-Bruch: Sinkendes Volumen bedeutet tendenziell breitere Spreads und ein höheres Risiko, dass der Handel in einzelnen Werten ausgesetzt wird.
- Kein direktes Depot: Der Zugang setzt immer einen Partnerbroker voraus. Du kannst nicht „zu L&S wechseln“.
- Eingeschränkte Kostentransparenz: Du siehst nicht, welcher Anteil der Kosten beim Broker bleibt und welcher beim Market Maker.
- Offene Cum-Ex-Altlast: Für 2007 bis 2011 stehen 35,3 Millionen Euro Risikovorsorge in der Bilanz, das Verfahren ist nicht abgeschlossen.
Der Bruch mit Trade Republic: was sich im Juli 2026 geändert hat
Payment for Order Flow bezeichnet die Praxis, dass ein Handelsplatz einen Broker dafür bezahlt, dass dieser ihm die Kundenorders zuleitet. Die EU hat diese Vergütung zum 1. Juli 2026 verboten, für Deutschland endete die Übergangsfrist am 30. Juni 2026.
Genau dieses Modell verband Lang & Schwarz und Trade Republic. Mit dem Verbot fiel die wirtschaftliche Grundlage der Exklusivanbindung weg. Am 2. Juli 2026 kündigte Trade Republic an, Orders künftig automatisch zum besten verfügbaren Kurs auszuführen, statt sie standardmäßig an Lang & Schwarz zu leiten.
Die Zahlen dazu sind deutlich. Im ersten Halbjahr 2026 lag das durchschnittliche Tagesvolumen der LS Exchange bei 1,112 Milliarden Euro. Am 1. Juli waren es noch 128 Millionen Euro, am 2. Juli 158 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang von rund 88 Prozent gegenüber dem Halbjahresschnitt. Bei der Rheinmetall-Aktie kam die LS Exchange an einem dieser Tage auf einen Marktanteil von 0,06 Prozent.
Wichtig für die Einordnung: Die LS Exchange ist nicht abgeschaltet. Sie läuft weiter und bleibt Teil der Handelsplatz-Auswahl bei Trade Republic, unter anderem für Euro-Anleihen. Verschwunden ist nicht der Handelsplatz, sondern seine automatische Vorrangstellung.
Was das konkret für dich bedeutet
Wer über Trade Republic handelt, muss seine Annahmen aktualisieren. Seit Juli 2026 führt der Broker Orders im Standardmodus automatisch zum besten Kurs unter den relevanten Börsen aus, für 1 Euro Fremdkostenpauschale. Wer den Handelsplatz selbst bestimmen will, wählt aus rund 30 Börsen und zahlt dafür 2 Euro pro Order.
Für dich heißt das dreierlei. Erstens: Du landest nicht mehr automatisch bei Lang & Schwarz. Zweitens: Wenn du gezielt über die LS Exchange handeln willst, etwa für den Wochenendhandel oder für Wikifolios, musst du den Platz aktiv auswählen und bei Trade Republic den höheren Preis akzeptieren. Drittens: Sinkendes Volumen wirkt sich auf die Ausführungsqualität aus. Limitorders sind an einem dünneren Markt kein Komfort mehr, sondern Pflicht.
Wie Lang & Schwarz darauf reagiert
Das Unternehmen hat die Prognose für 2026 auf ein leicht bis moderat rückläufiges Handelsergebnis angepasst. Gleichzeitig baut es das Geschäft mit strukturierten Produkten aus: Im ersten Halbjahr 2026 stieg das Handelsergebnis in diesem Segment auf rund 30 Millionen Euro, nach etwa 20 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Emittiert wurden über 75.000 neue Produkte gegenüber rund 45.000 im ersten Halbjahr 2025.
Strategisch soll ein Multi-Market-Maker-Modell die Abhängigkeit von einzelnen Partnern senken. Vorstand Andreas Fleischmann nennt dafür eine Umsetzung bis Ende 2026 als Ziel. Ob das die Liquidität zurückbringt, lässt sich heute nicht beurteilen. Als Anleger solltest du die Spreads in den Werten, die du handelst, in den kommenden Monaten selbst im Blick behalten, statt dich auf eine Marktstellung zu verlassen, die es so nicht mehr gibt.
Gebühren & Kosten
Lang & Schwarz Gebühren und Kosten 2026
Lang & Schwarz erhebt keine direkten Gebühren für Privatanleger. Das klingt nach Nulltarif, ist aber nur die halbe Wahrheit. Die Kosten entstehen an zwei anderen Stellen: im Spread und beim Broker.
Der Spread ist die Differenz zwischen dem Kurs, zu dem ein Market Maker kauft, und dem Kurs, zu dem er verkauft. Diese Spanne ist seine Vergütung und für den Anleger ein Kostenbestandteil, der nicht auf der Abrechnung auftaucht.
Für Langfristanleger, die selten handeln, fällt das kaum ins Gewicht. Für aktive Trader summiert es sich. Wer täglich mehrere Positionen dreht, zahlt den Spread bei jedem Ein- und Ausstieg.
Der außerbörsliche Handel über Lang & Schwarz ist nicht grundsätzlich teurer als der Börsenhandel. Courtage und Börsenentgelt entfallen, dafür zahlt der Anleger die Geld-Brief-Spanne, die der Market Maker stellt.
Ordergebühren beim Broker
Die eigentliche Ordergebühr hängt nicht von Lang & Schwarz ab, sondern vom Partnerbroker. Diese Übersicht zeigt typische Konditionen.
| Broker | Besonderheit | Ordergebühr |
|---|---|---|
| Trade Republic | Best-Execution automatisch; Handelsplatzwahl kostet 2 € | ab 1 € |
| justTRADE | über LS Exchange ohne Ordergebühr | 0 € |
| Scalable Capital | im PRIME+-Abo enthalten | ab 0 € |
| flatex | volumenabhängig | ab 3,90 € |
| comdirect | zuzüglich 0,26 %, Mindestgebühr gilt | ab 3,90 € |
Konditionen ändern sich. Vor einer Depoteröffnung lohnt der Blick in das aktuelle Preis-Leistungs-Verzeichnis des jeweiligen Online-Brokers, weil einzelne Anbieter ihre Modelle seit dem PFOF-Verbot angepasst haben.
Wann der Spread teuer wird
Der Spread ist keine feste Größe, sondern schwankt mit Uhrzeit und Liquidität. Eng wird er in der Regel zwischen 9:00 und 17:30 Uhr, wenn Xetra und die anderen Handelsplätze parallel aktiv sind. Die Konkurrenz unter den Market Makern hält die Spanne niedrig.
Bei Lang & Schwarz ist der Spread zwischen 9:00 und 17:30 Uhr am engsten, weil Xetra in dieser Zeit als Referenzmarkt Preise liefert. Vor 9:00 Uhr und nach 17:30 Uhr wird die Geld-Brief-Spanne breiter.
Weiter wird er vor 9:00 Uhr und nach 17:30 Uhr. In diesen Stunden sind weniger Handelsplätze aktiv, und der Referenzmarkt liefert keine Preise mehr. Genau hier entstehen die Kosten, die viele Anleger übersehen.
Besonders breit sind die Spannen strukturell bei Hebelprodukten, Zertifikaten und wenig gehandelten Nebenwerten, und zwar unabhängig von der Uhrzeit. Mehr zum Mechanismus steht im Artikel zum Bid-Ask-Spread.
Lang & Schwarz kann den Handel in einzelnen Wertpapieren aussetzen. Weil der Market Maker die Kurse selbst stellt, ruht der Handel in einem Papier, sobald er dafür keine Quotes mehr anbietet.
Praxisregel aus meinem Handelsalltag: Außerhalb der Kernzeit gehe ich grundsätzlich mit Limitorder in den Markt. Eine Marketorder um 22:30 Uhr in einem Nebenwert ist eine Wette auf die Freundlichkeit des Market Makers.
Finanzierungskosten bei Hebelprodukten
Wer gehebelte Produkte über Nacht hält, zahlt Finanzierungskosten. Sie werden über den Spread oder als Tagesgebühr in den Kurs eingerechnet und hängen von Produkt, Hebel und Emittent ab. Für Intraday-Trades spielt das keine Rolle. Wer eine Position mehrere Tage hält, sollte die Haltekosten vorher konkret ausrechnen. Details stehen im Ratgeber zu Hebelprodukten.
Handelszeiten
Lang & Schwarz Handelszeiten im Überblick
Die Handelszeiten waren jahrelang das stärkste Argument für Lang & Schwarz. Am Wochenende sind sie das immer noch, unter der Woche nicht mehr.
| Tag | Handelszeit |
|---|---|
| Montag bis Freitag | 7:30 bis 23:00 Uhr |
| Samstag | 10:00 bis 13:00 Uhr |
| Sonntag | 17:00 bis 19:00 Uhr |
Der Grund für die Relativierung: gettex handelt inzwischen ebenfalls von 7:30 bis 23:00 Uhr, Tradegate von 7:30 bis 22:00 Uhr. Der Vorsprung, der früher eine halbe Stunde am Morgen und eine Stunde am Abend betrug, ist auf eine Stunde am Abend gegenüber Tradegate geschrumpft. Gegenüber gettex gibt es unter der Woche keinen Unterschied mehr.
Geblieben ist der Wochenendhandel, den beide Wettbewerber nicht anbieten. Er läuft ausschließlich außerbörslich über das Tradecenter, nicht über die LS Exchange. Die Liquidität ist dünn und die Spreads sind weit. Für gezielte Reaktionen auf Wochenendmeldungen kann er trotzdem sinnvoll sein. Wer das Prinzip breiter vergleichen will, findet es beim Wochenendhandel über CFDs in anderer Ausprägung. Bei SMARTBROKER+ gibt es seit November 2025 ein eigenes Samstagsfenster, nachzulesen bei den SMARTBROKER+ Handelszeiten.
An Börsenfeiertagen wie Karfreitag, Ostermontag, den beiden Weihnachtsfeiertagen und Neujahr findet kein Handel statt. Die vollständige Übersicht mit allen Feiertagsregelungen, Sonderzeiten und broker-spezifischen Abweichungen steht im ausführlichen Guide zu den Lang & Schwarz Handelszeiten.
LS Exchange & Tradecenter erklärt
Das LS Tradecenter und die LS Exchange erklärt
Lang & Schwarz tritt unter mehreren Namen auf, und viele Anleger sind unsicher, was davon was ist. Die Unterscheidung ist einfacher, als sie klingt.
Es gibt zwei Einheiten, die für Privatanleger zählen. Die Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG ist die operative Handelsgesellschaft. Sie stellt als Market Maker die Kurse und ist die Einheit, über die Partnerbroker ihre Orders ausführen lassen. Zeigt dein Broker als Ausführungsplatz „L&S“ an, ist diese Gesellschaft gemeint.
Die LS Exchange ist der regulierte Börsenplatz. Sie ist keine interne Verrechnungsstelle, sondern ein an der Börse Hamburg betriebenes elektronisches Handelssystem. Träger ist die BÖAG Börsen AG, die auch die Börsen Hamburg und Hannover verantwortet.
Was unterscheidet die LS Exchange vom klassischen OTC-Handel?
Vor der Gründung der LS Exchange im Jahr 2016 agierte Lang & Schwarz als klassischer OTC-Market-Maker: Kauf und Verkauf bilateral zwischen L&S und Kunde, ohne Börsenplatz dazwischen. Mit der LS Exchange kam die Börsenaufsicht dazu. Preisstellung und Ausführung unterliegen dort börsenrechtlichen Transparenzpflichten. Der Kurs ist ein offiziell gestellter Börsenkurs, kein intern kalkulierter OTC-Preis.
| Merkmal | Klassischer OTC-Handel | LS Exchange |
|---|---|---|
| Struktur | bilateral zwischen L&S und Kunde | regulierter Börsenplatz |
| Transparenz | eingeschränkt | börsenrechtlich verpflichtend |
| Aufsicht | BaFin | BaFin und Börse Hamburg |
| Kursstellung | intern kalkuliert | öffentlich gestellte Börsenkurse |
Was ist das LS Tradecenter?
Das LS Tradecenter ist das Informations- und Orderportal von Lang & Schwarz. Es zeigt Kurse und Wertpapierdaten, führt aber selbst keine Depots. Der Handel läuft immer über einen angebundenen Broker.
Der häufigste Irrtum: Das Tradecenter ist kein eigener Broker-Account. Es ist die Schnittstelle zwischen Lang & Schwarz und dem Endkunden. Dein Depot liegt weiterhin beim Broker. Der Wochenendhandel und die Wikifolio-Zertifikate laufen ausschließlich über diesen außerbörslichen Weg.
Wie hängt das für einen normalen Anleger zusammen?
Ein Beispiel aus der Praxis, und zwar in der Fassung von 2026. Du hast ein Depot bei Trade Republic und kaufst eine Aktie. Im Standardmodus sucht der Broker den besten Kurs unter den angebundenen Handelsplätzen. Die LS Exchange ist einer davon, aber nicht mehr automatisch der Zuschlagsempfänger.
Bis Juli 2026 lief dieser Prozess anders, und genau das ist die Änderung, die viele Anleger noch nicht mitbekommen haben: Damals ging die Order standardmäßig an Lang & Schwarz, ohne dass du etwas auswählen musstest.
Praktische Konsequenz: Wer gezielt über die LS Exchange handeln will, muss den Handelsplatz aktiv wählen. Und wer den Broker wechselt, wechselt damit auch den Kreis der verfügbaren Ausführungsplätze und damit Spreads, Handelszeiten und Produktverfügbarkeit. Wie sich das bei den Neobrokern insgesamt darstellt, ist eine eigene Frage.
Produktpalette 2026
Die Produktpalette von Lang & Schwarz 2026
Über Lang & Schwarz sind mehr als 20.000 Wertpapiere außerbörslich handelbar. Dazu kommen über 10.000 eigene Derivate, die das Unternehmen als Emittent selbst begibt. Entscheidend ist dabei der Weg, nicht nur das Produkt: Das Angebot unterscheidet sich danach, ob du über die LS Exchange oder außerbörslich über das Tradecenter handelst.
| Produktkategorie | LS Exchange | Außerbörslich |
|---|---|---|
| Aktien national und international | ja | ja |
| ETFs, ETCs, ETNs | ja | ja |
| Anleihen | eingeschränkt | ja |
| Fonds | nein | ja |
| Hebelprodukte und Zertifikate | eingeschränkt | ja |
| Wikifolio-Zertifikate | nein | ja |
| Wochenendhandel | nein | ja |
| Kryptowährungen direkt | nein | nein |
Hebelprodukte, Zertifikate und Optionsscheine
Die Emission derivativer Produkte ist die Kerntätigkeit der Lang & Schwarz AG, mit Schwerpunkt auf Hebelprodukten und Themenzertifikaten. L&S ist hier nicht nur Ausführungsplatz, sondern selbst Emittent. Wer Knock-outs, Mini-Futures oder Optionsscheine von L&S kauft, handelt direkt mit dem Emittenten.
Dieses Segment ist der Grund, warum das Unternehmen den Volumeneinbruch abfedern konnte. Im ersten Halbjahr 2026 wuchs das Handelsergebnis aus strukturierten Produkten auf rund 30 Millionen Euro.
Wikifolio-Zertifikate
Ein Spezialfall im L&S-Universum: Alle jemals emittierten Wikifolio-Zertifikate sind durch Lang & Schwarz gegen eine Insolvenz des Emissionshauses abgesichert. L&S stellt den Gegenwert aller ausstehenden Zertifikate in bar oder Wertpapieren. Wikifolios sind ausschließlich außerbörslich handelbar, nicht über die LS Exchange.
Kryptowährungen
Über Lang & Schwarz lassen sich keine echten Kryptowährungen handeln. Weder das Tradecenter noch die LS Exchange bieten Bitcoin, Ethereum oder andere Coins als direkte Handelsobjekte an. Wer über einen angebundenen Broker Krypto-Produkte sieht, handelt in aller Regel Krypto-ETPs oder Zertifikate, also verbriefte Wertpapiere und keine Coins.
Wie handele ich über L&S?
Wie handele ich über Lang & Schwarz? (Schritt für Schritt)
Der Weg zum Handel über L&S führt immer über einen Partnerbroker. Das klingt umständlicher, als es ist. In der Praxis läuft der Prozess in fünf Schritten ab.
Schritt 1: Broker wählen. Die wichtigsten Anbieter mit L&S-Anbindung in Deutschland sind Trade Republic, Scalable Capital, flatex, comdirect, Smartbroker+ und justTRADE. Wenn du bereits eines dieser Depots hast, hattest du mit L&S vermutlich schon zu tun.
Schritt 2: Depot eröffnen. Der Prozess läuft vollständig online und dauert in der Regel 10 bis 15 Minuten. Benötigt werden ein Ausweisdokument für die Video-Ident, eine Steueridentifikationsnummer und eine Bankverbindung. Das Depot ist meist innerhalb eines Werktages aktiv.
Schritt 3: Ausführungsplatz auswählen. Hier hat sich 2026 am meisten geändert. Bei Trade Republic ist L&S nicht mehr fest vorgegeben. Im Standardmodus wählt der Broker automatisch, wer gezielt die LS Exchange will, wählt sie aktiv aus. Bei Scalable Capital wählst du zwischen gettex und LS Exchange. Bei flatex und comdirect erscheint beim Ordern eine Liste der Handelsplätze, alternativ lässt sich ein Standardplatz hinterlegen.
Schritt 4: Order aufgeben. Du suchst das Wertpapier per ISIN, WKN oder Namen und wählst den Ordertyp. Eine Marketorder wird sofort zum gestellten Kurs ausgeführt, ohne Preiskontrolle. Eine Limitorder legt einen maximalen Kauf- oder minimalen Verkaufskurs fest. Eine Stop-Order wird erst bei Erreichen eines Kurses aktiv. Außerhalb der Kernzeit ist die Limitorder die einzig sinnvolle Wahl.
Schritt 5: Position verwalten. Nach der Ausführung erscheint die Position im Depot beim Broker. Kursänderungen und Orderhistorie laufen ausschließlich über die Broker-Oberfläche. Lang & Schwarz ist danach nicht mehr sichtbar.
Zwei Fragen kommen dazu immer wieder. Kann ich direkt auf ls-x.de handeln? Nein, die Seite dient der Information und Kurseinsicht. Was passiert mit einer Order außerhalb der Handelszeiten? Sie wird als Vororder gespeichert und ab 7:30 Uhr zur Ausführung gebracht, bei Limitorders mit dem gesetzten Limit.
Wettbewerbsvergleich
LS Exchange, Tradegate und gettex im Vergleich
Der Vergleich der drei großen deutschen Handelsplätze sieht 2026 anders aus als noch 2025. Der Handelszeit-Vorsprung von Lang & Schwarz ist weitgehend eingeebnet, das Volumen hat sich verschoben.
| Merkmal | LS Exchange | Tradegate | gettex |
|---|---|---|---|
| Träger | Börse Hamburg (BÖAG) | Tradegate Exchange GmbH | Börse München |
| Handelszeit Mo bis Fr | 7:30 bis 23:00 Uhr | 7:30 bis 22:00 Uhr | 7:30 bis 23:00 Uhr |
| Wochenendhandel | ja (außerbörslich) | nein | nein |
| Wikifolios handelbar | ja (außerbörslich) | nein | nein |
Eine Korrektur, die in vielen Vergleichen fehlt: gettex ist kein außerbörsliches Handelssystem, sondern ein Handelssegment der Börse München und damit ein öffentlich-rechtlicher Börsenplatz. Die Baader Bank ist dort Market Maker für Aktien, Anleihen, ETFs und Fonds, nicht Träger der Börse. Der oft behauptete Regulierungsvorsprung der LS Exchange gegenüber gettex existiert in dieser Form nicht. Den Zeitvergleich im Detail liefern die gettex Handelszeiten.
Was unterscheidet L&S konkret von Tradegate?
Tradegate ist der direkteste Wettbewerber. Beide handeln ab 7:30 Uhr und ohne Courtage. Der Unterschied liegt am Abend: Tradegate schließt um 22:00 Uhr, die LS Exchange um 23:00 Uhr. Das ist eine Stunde mehr für Trader, die auf US-Nachrichten nach 22:00 Uhr reagieren wollen.
Die zwei echten Unterscheidungsmerkmale sind andere. Den Wochenendhandel gibt es bei Tradegate nicht. Und die Produkttiefe über die eigene Derivate-Emission und die Wikifolio-Anbindung ist bei L&S größer. Mehr zum Wettbewerber steht im Artikel zur Tradegate Exchange.
In der Marktstellung dominiert Tradegate die klassischen Direktbanken wie ING und DKB. Lang & Schwarz hatte das Neobroker-Segment über Trade Republic für sich, und genau diese Position ist seit Juli 2026 offen.
Wann ist L&S die bessere Wahl?
Es bleiben drei Situationen, in denen Lang & Schwarz klar vorn liegt. Erstens der Wochenendhandel: Wer samstags oder sonntags auf eine Meldung reagieren will, hat in Deutschland keine Alternative. Zweitens Wikifolios: Wer diese Zertifikate handelt, ist auf L&S angewiesen. Drittens die späte Abendstunde zwischen 22:00 und 23:00 Uhr gegenüber Tradegate.
Für alles andere ist der Unterschied kleiner geworden. Wer ausschließlich während der Xetra-Kernzeit handelt, merkt zwischen den drei Handelsplätzen im Alltag wenig. Die Wahl des Brokers ist dann wichtiger als die Wahl des Ausführungsplatzes.
Ist Lang & Schwarz seriös? Aufsicht, Cum-Ex und Einlagensicherung
Die Frage nach der Seriosität ist bei Lang & Schwarz berechtigt . Die Antwort fällt für die beiden Seiten unterschiedlich aus. Auf der Aufsichtsseite ist die Lage klar, auf der steuerrechtlichen nicht.
Betreiber des Handelsplatzes ist die Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG mit Sitz in Düsseldorf, eingetragen beim Amtsgericht Düsseldorf unter HRA 21180. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die börsennotierte Lang & Schwarz Aktiengesellschaft.
Lang & Schwarz ist ein von der BaFin beaufsichtigtes Wertpapierhandelsunternehmen. Das Unternehmen ist seit 2007 börsennotiert und seit 1996 am Markt aktiv.
Der Handel an der LS Exchange wird von der öffentlich-rechtlichen Handelsüberwachungsstelle der Börse Hamburg kontrolliert. Der außerbörsliche Direkthandel über das LS Tradecenter unterliegt dieser Börsenaufsicht nicht.
Die Cum-Ex-Altlast
Das ist der Punkt, den die meisten Erfahrungsberichte auslassen. Gegen Lang & Schwarz stehen Vorwürfe der Beteiligung an sogenannten Cum-Ex-Geschäften in den Jahren 2007 bis 2011. Das Unternehmen hat dafür Risikovorsorge gebildet.
Der belegte Stand aus dem Geschäftsbericht: Von insgesamt 78,4 Millionen Euro Steuerrückstellungen entfallen 35,3 Millionen Euro auf diese Vorwürfe, davon 19,4 Millionen Euro auf Zinsen nach der Abgabenordnung. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Rückstellung ausschließlich durch die laufende Verzinsung um 1,3 Millionen Euro.
Gegen die geänderten Steuerbescheide für die Jahre 2007, 2008 und 2009 hat das Unternehmen Einspruch eingelegt. Die Einspruchsverfahren sind noch nicht entschieden.
Einordnung mit klarer Grenze: Es handelt sich um Vorwürfe und laufende Verfahren, nicht um rechtskräftige Feststellungen. Die Unschuldsvermutung gilt. Für dich als Anleger ist der praktische Punkt ein anderer: Deine Wertpapiere liegen im Depot deines Brokers, nicht bei Lang & Schwarz. Ein bilanzielles Risiko beim Market Maker berührt dein Depot nicht unmittelbar.
Was ist mit meinem Geld bei Lang & Schwarz?
Bei Lang & Schwarz liegt weder dein Geld noch dein Depot. Das ist in diesem Zusammenhang die wichtigste Information. Guthaben und Wertpapiere liegen beim Partnerbroker beziehungsweise dessen Depotbank. Die Frage nach der Einlagensicherung beantwortet also dein Broker, nicht der Handelsplatz.
Eine Ausnahme sind Wikifolio-Zertifikate: Sie sind Schuldverschreibungen von Lang & Schwarz. Hier trägst du ein Emittentenrisiko, das L&S nach eigener Angabe durch Hinterlegung des Gegenwerts absichert.
Lang & Schwarz: Unternehmen und Historie
Lang & Schwarz wurde am 19. Januar 1996 in Düsseldorf gegründet und hat sich in knapp drei Jahrzehnten von einem kleinen Wertpapierhandelshaus zu einem der bekanntesten deutschen Market Maker entwickelt. Das Unternehmen beschäftigte zum 31. Dezember 2025 95 Mitarbeiter und notiert im Freiverkehr (Basic Board) der Frankfurter Wertpapierbörse.
Der entscheidende Wachstumsschritt kam 2010 mit der Gründung der Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG. Sie übernahm das Market-Making aus der Muttergesellschaft und baute es aus, zunächst außerbörslich, später an regulierten Börsenplätzen. Wann sich der Weg über einen Market Maker lohnt und wann die Börse günstiger ist, klärt unser Beitrag dazu, welchen Handelsplatz du wählen solltest.
2016 startete Lang & Schwarz zusammen mit der Börse Hamburg die LS Exchange. Damit vollzog das Unternehmen den Schritt vom reinen OTC-Market-Maker zur börslich beaufsichtigten Handelsinfrastruktur.
Ab 2019 folgte die Phase, die das Unternehmen groß machte. Die Anbindung von Trade Republic brachte enorme Volumina. Das Handelsergebnis stieg 2025 auf 145,4 Millionen Euro nach 109,2 Millionen Euro im Vorjahr, das Konzernergebnis auf 48,6 Millionen Euro. Die Dividende wurde auf 2,00 Euro je Aktie angehoben.
Im Juli 2026 endete diese Phase. Das PFOF-Verbot und der Wechsel von Trade Republic haben das Geschäftsmodell in seiner bisherigen Form beendet. Das Unternehmen setzt seitdem auf strukturierte Produkte und ein Multi-Market-Maker-Modell, das bis Ende 2026 stehen soll.
Fazit: Für wen sich Lang & Schwarz 2026 noch lohnt
Lang & Schwarz ist 2026 kein Standard mehr, sondern eine Spezialadresse. Das ist die kürzeste ehrliche Zusammenfassung nach dem Umbruch im Juli.
Wer am Wochenende handeln will, wer Wikifolio-Zertifikate im Depot hat oder wer die Stunde zwischen 22:00 und 23:00 Uhr braucht, findet hier weiterhin ein Angebot, das die Wettbewerber nicht haben. Das sind echte Argumente, und sie werden dadurch nicht schlechter, dass der Handelsplatz kleiner geworden ist.
Für alle anderen hat sich die Rechnung verschoben. Der Handelszeit-Vorsprung unter der Woche ist gegenüber gettex verschwunden und gegenüber Tradegate auf eine Stunde geschrumpft. Gleichzeitig bedeutet weniger Volumen tendenziell breitere Spreads. Wer über Trade Republic handelt, zahlt für die gezielte Wahl der LS Exchange inzwischen sogar mehr als für die automatische Ausführung.
Mein praktischer Rat: Prüfe bei deinem Broker, über welchen Handelsplatz deine Orders tatsächlich laufen, und vergleiche die gestellten Kurse zu deiner üblichen Handelszeit. Diese Prüfung dauert fünf Minuten und ist seit Juli 2026 mehr wert als jede pauschale Empfehlung für oder gegen einen Handelsplatz. Und wenn du außerhalb der Kernzeit handelst, nutze konsequent Limitorders.
Häufige Fragen zu Lang & Schwarz
Wer steckt hinter Lang & Schwarz?
Hinter Lang & Schwarz steht eine 1996 in Düsseldorf gegründete Aktiengesellschaft. Das Unternehmen stellt Kurse für Aktien, ETFs, Anleihen, Zertifikate und Hebelprodukte und betreibt mit der LS Exchange einen eigenen Börsenplatz an der Börse Hamburg. Ein eigenes Depot bietet Lang & Schwarz nicht an, der Zugang läuft über Partnerbroker.
Nutzt Trade Republic noch Lang & Schwarz?
Nicht mehr automatisch. Seit dem 2. Juli 2026 führt Trade Republic Orders im Standardmodus zum besten verfügbaren Kurs aus, statt sie standardmäßig an Lang & Schwarz zu leiten. Auslöser war das EU-Verbot von Payment for Order Flow zum 1. Juli 2026. Die LS Exchange bleibt als wählbarer Handelsplatz Teil des Angebots, unter anderem für Euro-Anleihen.
Was ist der Unterschied zwischen LS Exchange und LS Tradecenter?
Das LS Tradecenter ist das Informations- und Orderportal, die LS Exchange ist der regulierte Börsenplatz. Über das Tradecenter laufen der außerbörsliche Handel, der Wochenendhandel und die Wikifolio-Zertifikate. Über die LS Exchange läuft der börsliche Handel unter Aufsicht der Börse Hamburg. Depots führt keine der beiden Einheiten.
Welche Handelszeiten hat Lang & Schwarz?
Montag bis Freitag von 7:30 bis 23:00 Uhr, samstags von 10:00 bis 13:00 Uhr und sonntags von 17:00 bis 19:00 Uhr. Der Wochenendhandel läuft ausschließlich außerbörslich über das Tradecenter. Unter der Woche handelt gettex inzwischen zu denselben Zeiten, Tradegate schließt eine Stunde früher.
Wie hoch sind die Gebühren bei Lang & Schwarz?
Lang & Schwarz erhebt keine eigenen Order- oder Depotgebühren. Die Kosten entstehen über den Spread und über die Gebühr des Partnerbrokers. Bei Trade Republic sind das seit Juli 2026 1 Euro pro Order im automatischen Modus und 2 Euro, wenn du den Handelsplatz selbst wählst. Über justTRADE ist der Handel über die LS Exchange ohne Ordergebühr möglich.
Ist Lang & Schwarz seriös und reguliert?
Ja, das Unternehmen ist ein von der BaFin beaufsichtigtes Wertpapierhandelsunternehmen und seit 2007 börsennotiert. Die LS Exchange unterliegt zusätzlich der Aufsicht der Börse Hamburg. Offen ist ein steuerrechtliches Verfahren zu Cum-Ex-Vorwürfen für die Jahre 2007 bis 2011, für das 35,3 Millionen Euro zurückgestellt sind. Es handelt sich um laufende Verfahren, nicht um rechtskräftige Feststellungen.
Kann ich direkt über Lang & Schwarz ein Depot eröffnen?
Nein. Lang & Schwarz führt keine Depots für Privatanleger. Der Zugang läuft ausschließlich über angebundene Broker wie Trade Republic, Scalable Capital, flatex, comdirect oder justTRADE. Das LS Tradecenter kannst du frei für Kurseinsicht und Produktrecherche nutzen, der Handel selbst läuft aber immer über deinen Broker.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er ist seit 1980 aktiver Trader an den internationalen Finanzmärkten mit Schwerpunkt auf Forex, Aktienindizes, Rohstoffen und Zinsmärkten.
In den späten 1980er Jahren übersetzte er Robert Prechters Elliott-Wave-Standardwerke ins Deutsche und trug damit maßgeblich dazu bei, die Elliott-Wellen-Analyse im deutschsprachigen Raum bekannt zu machen. Über 17 Jahre war er der Repräsentant von Joe Ross in Deutschland, bekannt für praxisnahe Handelsstrategien wie den Ross-Haken und den Traders Trick Entry. Karsten übersetzte und veröffentlichte alle 14 Fachbücher von Ross auf Deutsch.
Diesen Erfahrungsbericht bewertet Karsten aus der Perspektive eines aktiven Traders mit über 40 Jahren Markterfahrung. Im Fokus steht die Frage, wie sich die LS Exchange nach dem Wegfall der Trade-Republic-Exklusivität im praktischen Handelsalltag schlägt und für welche Anleger sie sich noch eignet.
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Zuletzt geprüft am 7. August 2026 von Karsten Kagels.












