Lang & Schwarz AG, der Platzhirsch im deutschen Broker-Geschäft

Lang & Schwarz Aktiengesellschaft
Lang & Schwarz AG

Wer kennt ihn nicht, den Namen „Lang & Schwarz“? Jeder, der in irgendeiner Form an den Finanzmärkten handelt, kommt an diesem Begriff nicht vorbei. Sei es CFD-Trading, der Handel mit Aktien, Derivaten oder ETFs: die „Lang & Schwarz“ Aktiengesellschaft taucht dabei immer wieder auf. Mittlerweile ist das Unternehmen in der Breite so weit vernetzt, dass es zu einer echten Größe für den Finanzmarkt in Deutschland geworden ist.

Wieso ist das so? Wo überall steckt der Broker „Lang & Schwarz“ eigentlich drin? Wie ist die Gesellschaft strukturiert und welche nutzbaren Trading-Vorteile bringt sie? Diese und mehr Fragen sollen in diesem ausführlichen Überblick einmal näher betrachtet werden.

Vom kleinen Börsenmakler zum nationalen Global Player

Aktuell generiert „Lang & Schwarz“ in den letzten fünf Jahren einen durchschnittlichen Gewinn von rund 5 Millionen Euro pro Jahr. Dieses Ergebnis kann der Broker mit derzeit nur 55 Mitarbeitern realisieren. Auch die anderen Kennzahlen können sich sehen lassen. Mit einem Guthaben von rund 102 Millionen Euro hat sich dieser Wert seit 2014 nahe vervierfacht, während die Rückstellungen von aktuell über 13 Millionen Euro seitdem verdoppelt wurden. 2018 schüttete die Aktiengesellschaft noch eine Dividende von 1,70 Euro aus. Dies entsprach einer Rendite von immerhin 10%.

Wie ist „Lang & Schwarz“ dorthin gekommen? Zusammen mit der sino AG oder der Fintech Group AG, zu der auch der Broker „Flatex“ gehört“, stellt das Unternehmen eines von den Brokern dar, die als Aktiengesellschaft an der deutschen Börse gelistet sind. Dabei reichen die Anfänge bis in die 90er Jahre zurück. Ein Blick auf die historische Entwicklung lohnt sich.

Aufstieg der „Lang & Schwarz Börsenmakler GmbH“

Spätestens mit dem Erscheinen von Microsofts „Windows95“ veränderte sich die digitale Welt enorm. Das galt auch und insbesondere für die Börse. Schon 1996 gründete sich die „Lang & Schwarz Börsenmakler GmbH“ als mittelständiges Unternehmen in diese Veränderungen hinein. Es bleibt Spekulation, ob die Gründer damals den nur ein Jahr später aufkommenden „Neuen Markt“ vorausgeahnt haben. Der ursprüngliche Nemax-Index, der 1997 gegründet und 1999 zum Nemax50 wurde, dürfte jedoch den Aufstieg der „Lang & Schwarz Börsenmakler GmbH“ maßgeblich mit beflügelt haben.

Nachdem schon 1997 eine erste Kapitalerhöhung erfolgte, wandelte sich die „Lang & Schwarz Börsenmakler GmbH“ 1998, also nur zwei Jahre nach ihrer Gründung, in eine Aktiengesellschaft um, die „Lang & Schwarz Wertpapierhandel AG“ mit Sitz in Düsseldorf. Damit einher ging gleichzeitig die Aufnahme der Skontroführung, die heute kaum mehr Anwendung findet. Ein Skontroführer ermittelt in einem regulierten Markt Börsenpreise, wenn diese nicht über ein elektronisches Handelssystem ermittelt werden.

Rasantes Wachstum von „Lang & Schwarz“ setzt sich fort

Drei Jahre nach der Gründung erhielt die „Lang & Schwarz Wertpapierhandel AG“ die Erlaubnis zur Betreibung von Bankgeschäften und startete mit einer reinen Internetbank namens „pulsiv AG“, aus der der heutige „S-Broker“ hervorgegangen ist. Das schnell wachsende Unternehmen begann erstmals mit dem außerbörslichen Aktienhandel und konnte hierfür gleich acht Partnerbanken gewinnen, die an den Handel angeschlossen waren. Darüber hinaus erhielt „Lang & Schwarz“ so genannte „Designated Sponsor“-Mandate auf nationaler und internationaler Ebene. Börsenmakler mit „Designated-Sponsor“-Mandaten sind im Xetra-Handelssystem aktiv und stellen im Auftrag anderer Emittenten als Market Maker die notwendige Liquidität im fortlaufenden Handel sicher.

Das Jahr 2000 stellt eine Zäsur der Aufstiegsgeschichte dar. „Lang & Schwarz“ begann damit, eigene derivative Produkte auf viele verschiedene Basiswerte zu emittieren. Sowohl auf Aktien wie auch Indizes wurden unter anderem Turbo- und Themen-Zertifikate, wie auch Index-Zertifikate, Turbo-Zertifikate und Optionsscheine emittiert. Die Emissionen verliefen sehr erfolgreich und trugen in den nächsten Jahren zu einem maßgeblichen Teil am weiteren Wachstum bei.

Der Erfolg war so groß, dass sich die „Lang & Schwarz Wertpapierhandel AG“ in 2001 am elektronischen Handelssystem „Quotrix“ der Düsseldorfer Börse sowie an einigen weiteren kleinen Unternehmen beteiligte. Die Anteile am heutigen S-Broker wurden dagegen wieder verkauft. Die Anteile an der „Quotrix“, die sich heute „vwd transaction solutions AG“ nennt, stieß „Lang & Schwarz“ in 2005 wieder ab. Bedeutsam für die fortschreitende Entwicklung des elektronischen Handels war außerdem der Rückzug aus der Skontroführung. Dieser machte unter den neuen technischen Umständen kaum mehr Sinn.

Kennzahlen der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft
Kennzahlen der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft 2018

„Lang & Schwarz“ wird zum Platzhirsch in Deutschland

Mit dem eigenen Angebot an Derivaten nahm der Erfolg der „Lang & Schwarz Wertpapierhandel AG“ immer mehr Fahrt auf. 2002 übernahm das noch recht junge Unternehmen erstmals „Designated Sponsor“-Tätigkeiten als Outsourcing-Partner für Drittbanken. 2003 emittierte der Broker nun auch eigene Index bezogene Turbo-Optionsscheine. Die Palette an gehebelten Produkten wurde 2004 nochmals erheblich erweitert und war extrem erfolgreich. 2005 wurde „Lang & Schwarz“ schließlich Listing-Partner der Deutschen Börse AG.

Erst 2006 kann dann wieder als echter Meilenstein der Unternehmensgeschichte angesehen werden. Nach einer kleinen Umfirmierung in die „Lang & Schwarz Wertpapierhandelsbank AG“ und der Notierungsaufnahme im geregelten Markt begleitete der Broker, der also nun auch eine offizielle Bank war, das erste IPO (Initial Public Offering – erster Börsengang eines Unternehmens). Im selben Jahr erhielten sie ein Mandat zur Begleitung in den neuen Entry Standard der Deutschen Börse AG.

Dieser „Entry Standard“ war ein rein privatrechtliches Börsensegment der Deutschen Börse. Damit unterlag es nicht den Transparenz-Anforderungen des Gesetzgebers, sondern nur denen der Börse selbst. Diese waren etwas geringer als beim „Prime“- oder „General“-Standard, richtete sich wegen der erhöhten Risiko-Merkmale daher im Wesentlichen auch an institutionelle Investoren.

Gleichzeitig konnte „Lang & Schwarz“ ein Listing ihrer derivativen Produkte an der EUWAX in Stuttgart, sowie die Aufnahme des außerbörslichen Handels von Fond- und ETF-Produkten durchsetzen. Es folgte weiterhin eine Zulassung an der österreichischen Börse in Wien und die Aufnahme des Handels mit so genannten „SFDs“. Diese Derivate wurden alleine von „Lang & Schwarz“ entwickelt und emittiert.

Im 421 Seiten starken Basis-Prospekt über derivative Produkte heißt es dazu auf Seite 13:

Die Abkürzung SFD steht für „Structure For Difference“ bzw. für „straight forward dealing“. SFD-[X-][Endlos-]Turbo-Zertifikate unterscheiden sich von herkömmlichen [Endlos-]Turbo-Zertifikaten durch die Preisgestaltung. Der Kurs der SFD-[X-][Endlos-]Turbo-Zertifikate hängt während der Öffnungszeiten des jeweiligen Referenzmarktes ausschließlich vom Referenzpreis des Basiswertes ab.

Rekord-Emissionen bis 2010 und Erweiterung des Portfolios

In den drei Folgejahren machte „Lang & Schwarz“ mit einigen Entwicklungen von sich Reden. 2007 führte der Broker als erster den außerbörslich courtagefreien Aktienhandel ein. Im Jahr danach erreichte er die Grenze von 10.000 eigenen Emissionen derivativer Produkte und schaltete sogar erstmals Fernsehwerbung für das Unternehmen. Die Angebote an Derivaten wurden auf Aktien- und Rohstoff-Turbo-Zertifikate ausgeweitet.

Im Jahr 2009 nahm „Lang & Schwarz“ den außerbörslichen Rentenhandel auf und wechselte in das oben genannte „Entry Standard“-Segment der Deutschen Börse. Außerdem begann in diesem Jahr der Umbau des Unternehmens. Hierfür gründete die Aktiengesellschaft zunächst die „Lang & Schwarz Broker GmbH“, mit der die Geschäftsbereiche der „Financial Services“ ausgegliedert werden sollten.

TradeCenter von Lang & Schwarz - Webseite
Website des TradeCenter von Lang & Schwarz

Der Umbau erreichte 2010 seinen Abschluss mit der Ausgliederung des „TradeCenters“ in die „Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG“. Mit der Gründung dieser Tochterunternehmen übergab die ursprüngliche „Lang & Schwarz Wertpapierhandelsbank AG“ ebenfalls die entsprechenden erlaubnispflichtigen Geschäftsbereiche. Ihre eigenen Erlaubnisse gab sie gegenüber der Bafin damit wieder ab.

Gekrönt wurde das Jahr allerdings mit der bis dahin erneuten Rekord-Emission von über 15.000 Derivaten. Darüber hinaus konnten über „Lang & Schwarz“ mittlerweile über 4.000 Aktien-, Fonds-, Renten- und ETP-Werte außerbörslich gehandelt werden. Doch schon 2012 steigerte sich das Angebot rasant auf 35.000 Emissionen. Hinzu kam die erste Emission von „Wikifolio“-Zertifikaten. „Lang & Schwarz“ war hierbei als Mitinitiator maßgeblich beteiligt und fungierte mit seinem ausgegliederten „TradeCenter“ sowohl als Market Maker der Plattform wie auch mit der „Lang & Schwarz Broker GmbH“ als Emittent der Wikifolio Index-Zertifikate.

Die Zeiten des außerbörslichen Handelsbeginns wurden auf 07:30 Uhr vorverlegt, während die quotierten Wertpapiere um ETFs der führenden Anbieter aufgestockt werden konnten. Darüber hinaus gab es bis 2012 weitere 1400 handelbare Aktienwerte und über 1400 Fonds.

„Lang & Schwarz“ und das Wikifolio

Bei der Emission von Wikifolio- Zertifikaten sollte es nicht bleiben. Durch den Erfolg der Plattform entschloss sich „Lang & Schwarz“, die nun auch in die namenskürzere „Lang & Schwarz AG“ umfirmiert hatte, im Jahr 2013 zu einer Beteiligung an der “ wikifolio Financial Technologies AG“. Daraufhin wurde das Anlageuniversum für die Musterdepots von bis dahin 3.000 auf rund 40.000 Wertpapiere ausgebaut. Dazu gehörten auch Produkte der HSBC sowie der „Lang & Schwarz AG“ selbst.

Social Trading mit Wikifolio über Lang & Schwarz
Social Trading mit Wikifolio über Lang & Schwarz

Nachdem die Wikifolio-Index-Zertifikate in 2015 auch für den Handel in der Schweiz zugelassen wurden, emittierte das Unternehmen erstmals auf Wikifolio Index-Zertifikaten basierende Dach-Wikifolios und erreichten mit dem Projekt den 1. Platz beim Zertifikate-Award 2015. Bereits 2016 hatte „Lang & Schwarz“ über 5.000 Wikifolio-Zertifikate emittiert.

„Lang & Schwarz“ stürmt die Spitze im deutschen Broker-Markt

Nachdem „Lang & Schwarz“ seine Marktposition nun schon deutlich gefestigt hatte, folgte 2016 der nächste und bisher letzte große Streich der Düsseldorfer Aktiengesellschaft. In Zusammenarbeit mit der BÖAG AG als Trägerin der Börse in Hamburg und Hannover startete das elektronische Handelssystem „Lang & Schwarz Exchange“ (kurz: LS Exchange). Diese wird rein technisch betrieben durch die “ Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG“ als Market Maker. Daran angeschlossen sind diverse Handelsbanken, Broker und Kreditinstitute, die über die „LS Exchange“ Order-Aufträge ihrer Kunden abwickeln. Zu diesen Institutionen gehörten zunächst einige bekannte Namen:

  • Consorsbank
  • DAB BNP Paribas
  • Onvista
  • MaxBlue
  • ViTrade
  • Flatex
  • Targobank
  • Hellobank
  • Finanzen.net
  • Börse-live.at
  • 1822direkt
  • und einige mehr.

Seit März 2019 sind der S-Broker sowie die „Comdirect“ und auch „Trade Republic“ mit ihrem gebührenfreien Smartphone-Handel hinzu gekommen, die den Umsatz der „LS Exchange“ in die Höhe treiben dürften. Zudem wurden die außerbörslichen Handelszeiten von 07:30 Uhr auf 23:00 Uhr ausgeweitet, während „Lang & Schwarz“ damit wirbt, den Handel ohne Maklercourtage und Börsenentgelt zu betreiben. Die funktionale Website der „LS Exchange“ wird im Folgenden noch einmal genauer betrachtet.

Um die Historie abzuschließen sei der Vollständigkeit halber noch erwähnt, dass „Lang & Schwarz“ in 2017 seine Market Maker Tätigkeit für Aktien und ETFs auch an der Wiener Börse aufgenommen hat. Gleiches gelang dem Broker in 2018 zusätzlich an der BX Swiss. Zudem wurde in 2017 eine wichtige Besicherungslösung für Wikifolio-Zertifikate gefunden. Nach Angaben auf der Wikifolio-Website sind alle jemals emittierten Zertifikate der Plattform gegen einen Insolvenz-Fall des Eimissionshauses geschützt. „Lang & Schwarz“ stellt demnach zur Erfüllung von Verpflichtungen den Gegenwert aller ausstehenden Wikifolio-Zertifikate in bar oder in Wertpapieren.

Die „Lang & Schwarz AG“ als operative Holding

Im Grunde ist die „Lang & Schwarz AG“ nichts anderes als eine Holdinggesellschaft mit zwei Tochtergesellschaften. Sie generiert zwar eigene und vornehmlich derivative Produkte. Diese werden jedoch alleine über den „TradeCenter“ der „Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG“ zum Handel angeboten. Darüber hinaus liefert der TradeCenter als Market Maker bei Aktien, Fonds und Anleihen die Kurse für die „LS Exchange“.

Die „Lang & Schwarz Broker GmbH“ wird dagegen nur als „Spezialbank“ im Bereich des Handels mit Wertpapieren und Finanzinstrumenten dargestellt. Ansonsten steht bei ihr neben der Beratung und Begleitung beim Going-Public (IPO) sowie neben der Durchführung von Aktienrückkaufprogrammen börsennotierter Unternehmen eher die Tätigkeit als „Designated Sponsor“ auf der elektronischen Handelsplattform Xetra im Vordergrund. Das klassische Brokerage richtet sich somit mehr an institutionelle Kunden.

Anzeige letzter Trades im TradeCenter von Lang & Schwarz
Anzeige letzter Trades im TradeCenter von Lang & Schwarz

Die Website der „LS Exchange“ von „Lang & Schwarz“

Kursliste von Lang & Schwarz
Kursliste von Lang & Schwarz

Grundsätzlich unterscheiden sich die beiden Websites des „TradeCenters“ und der „LS Exchange“ nicht. Der Unterschied wird oft nur in der Website-Adresse klar, bei der das „tc“ der ersteren durch ein einfaches „x“ bei der zweiten ersetzt ist. Ebenso wie auf der spärlichen und für Retailer eigentlich uninteressanten Website der „Lang & Schwarz Broker GmbH“ ist die Menü-Führung spartanisch und geht nicht über die Einteilung in handelbare Produkte hinaus.

Dennoch bietet die Seite einen gewissen Mehrwert. Denn neben den in Echtzeit fortgeführten Statistiken zu „Tops & Flops“, „Umsatz-“ oder „Volumenspitzenreiter“ lassen sich unten „Die letzten Trades“ einsehen. Die Liste aktualisiert sich mit jedem neuen Trade, der über einen an „Lang & Schwarz“ angebundenen Broker ausgeführt wird. Wer schon bei einem L & S-Partner handelt, kann den Selbstversuch machen. Bei guter Internet-Verbindung taucht der eigene Trade meist innerhalb von Sekundenbruchteilen nach Order-Ausführung dort auf.

Neben einem smarten Aktienfilter, der im Bottom-Bereich zu finden ist, gibt es allerdings noch ein kleines Feature, das Statistik-Freunde begeistern dürfte. Mit einem Klick auf „Service“ und der Auswahl von „Kursblatt“ erhält man eine drei Jahre zurück reichende Auflistung von Tages-Kursblättern. Dort sind sämtliche Trades, die über „Lang & Schwarz“ innerhalb eines Tages ausgeführt worden sind, alphabetisch aufgelistet.

Ist die Aktie der „Lang & Schwarz AG“ für den Handel interessant?

Von den fast 3,2 Millionen Aktien der „Lang & Schwarz AG“ (WKN 645932) befinden sich 12% in der Hand von größeren Einzelinvestoren und die restlichen 88% im Freefloat. Seit 2013 zahlt die Aktiengesellschaft regelmäßig eine Dividende, die mit Ausnahme von 2017 regelmäßig und von anfänglich 0,27 Euro auf zuletzt 1,70 Euro in 2018 gestiegen ist. Der Chart macht allerdings Sorgen. Nachdem der Kurs von 15,00 Euro Mitte 2017 auf rund 37,50 Euro Mitte 2018 gestiegen ist, hat er seitdem und aktuell wieder bis auf 13,20 Euro nachgegeben.

Aufgrund wesentlich erhöhter Steuerrückstellungen und im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Umsatzerlösen lag das Ergebnis in 2018 trotz des wesentlich höheren Cashs weit unter dem Vorjahresergebnis. Analystenmeinungen gibt es so gut wie keine zur „Lang & Schwarz AG“. Und gelistet ist sie nach wie vor nur im „Basic Board“, dem Nachfolger-Segment des „Entry Standard“. Insofern mag eine Investition trotz der relativ marktbeherrschenden Stellung kaum wirklich Sinn machen oder überhaupt möglich sein, zudem die Liquidität der Aktie nicht gegeben sein dürfte.

Fazit zu „Lang & Schwarz“

„Lang &Schwarz“ ist ganz offensichtlich von Beginn an einen anderen Weg gegangen als herkömmliche Broker wie zum Beispiel die „sino AG“. Wer versucht, sich bei „Lang & Schwarz“ für das Trading zu registrieren, wird dafür keine Möglichkeit finden. Denn der Broker hat sich schwerpunktmäßig auf die Emission von derivativen Produkten und die Tätigkeit als Market Maker für angebundene Partner konzentriert. Andere Finanzdienstleistungen im Bereich des Handels zielen im Wesentlichen nur auf institutionelle Kunden ab.

Dennoch ist „Lang & Schwarz“ ein nationaler Global Player. Als gewichtiger Market Maker und damit ebenfalls großer Liquiditäts-Provider lässt sich das Unternehmen aus dem Handel kaum weg denken. Dieses Alleinstellungsmerkmal wird ergänzt durch den großen Erfolg, den sie mit ihrem Engagement bei Wikifolio haben.

„Lang & Schwarz“ unentbehrlich für den Retailer-Handel

Insbesondere für Privatkunden kommt natürlich das stark ausgeweitete und vor allem zeitlich ausgedehnte Angebot im außerbörslichen Handel zum Tragen. Zwar sollte man mit Blick auf die außerbörslichen Spreads einiges an Vorsicht walten lassen. Jedoch lassen sich neben den spread-gefährdeten Aktien ja auch Zertifikate auf so gut wie alle Basiswerte handeln. Spätestens mit dem Start der „LS Exchange“ kommt man als Retailer sowohl im Aktien- wie auch im Derivatehandel kaum mehr an „Lang & Schwarz“ vorbei. Ob bewusst oder unbewusst. Das hat aber nicht nur Vorteile mit Blick auf die Liquidität im Handel, sondern auch hinsichtlich der Handelskosten. Denn letztlich können Unternehmen wie „Trade Republic“ oder andere seit Einführung der „LS Exchange“ überhaupt erst einen gebührenfreien Handel anbieten. Andere werden wahrscheinlich folgen. Und deswegen wird „Lang & Schwarz“ wohl auch auf unabsehbare Zeit der Platzhirsch bleiben.

Weiterlesen:

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Scroll to Top