Marc Friedrich ist der bekannteste Crash-Warner im deutschsprachigen Raum. Sieben Spiegel-Bestseller, ein YouTube-Kanal mit 730.000 Abonnenten und ein kostenpflichtiger Börsenbrief: Wer seinen Namen sucht, findet vor allem Verkaufsseiten und Videoausschnitte. Was der Friedrich Report für 29,99 Euro im Monat konkret liefert, steht dort selten.
Dieser Artikel stützt sich ausschließlich auf öffentlich zugängliche Primärquellen. Am 24. August 2026 wurden Impressum, AGB, die Preisseite im gerenderten Zustand, das Trustpilot-Profil, die YouTube-Kanaldaten und die verbundenen Firmenauftritte einzeln abgerufen. Kagels Trading ist kein Kunde des Anbieters und erhält für diesen Artikel keine Vergütung. Was sich nicht belegen ließ, steht als offene Frage im Text.
Das Ergebnis ist geteilt. Der Report hat ein erkennbares Profil und ein sichtbares Analystenteam. Gleichzeitig gibt es belegte Kritik an Friedrichs Prognosen, eine Kündigungsregel, die nicht zum Werbeversprechen passt, und eine Vermittlungsbeziehung zu einem Broker, die auf den Verkaufsseiten nicht erklärt wird. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Marc Friedrich: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Wer er ist: Jahrgang 1975, studierter Betriebswirt, seit dem Staatsbankrott Argentiniens 2001 auf Geldsystem und Vermögenssicherung spezialisiert. Bis Juli 2020 Partner von Matthias Weik.
- Bücher: sieben Titel zwischen 2012 und 2024, fünf davon mit Matthias Weik geschrieben.
- Die bekannteste Fehlprognose: der Euro sei „bis spätestens 2023″ gescheitert. Das ist nicht eingetreten und ist der meistzitierte Kritikpunkt.
- Was der Friedrich Report kostet: 29,99 Euro im Monat oder 299 Euro im Jahr, geprüft am 24. August 2026 auf der Preisseite.
- Kündigung: Das Monatsabo endet zum Monatsende. Das Jahresabo braucht laut AGB vier Wochen Frist, sonst verlängert es sich um ein volles Jahr.
- Trustpilot: 4,5 von 5 Sternen aus 171 Bewertungen, das Profil ist aber erst seit September 2025 beansprucht.
- Welchen Broker er empfiehlt: Der Report verweist auf FS Broker, einen Auftritt der liechtensteinischen Estably Vermögensverwaltung AG. Der Link trägt einen Vermittlungs-Token.
- Für Trader ungeeignet: Der Report liefert keine kurzfristigen Handelssignale, sondern makroökonomische Einordnung und Einzelaktien-Analysen.
Wer ist Marc Friedrich?
Marc Friedrich ist ein deutscher Sachbuchautor, Honorarberater und Herausgeber des Börsenbriefs Friedrich Report, der seit 2012 vor einem Zusammenbruch des Finanzsystems warnt.
Geboren wurde er am 25. Januar 1975 in Waiblingen. Er studierte Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Aalen und arbeitete danach in den USA, in Großbritannien und in Argentinien. Auf seiner eigenen Seite firmiert er heute als Finanzexperte, Redner und Honorarberater.
Das Schlüsselerlebnis: Argentinien 2001
Friedrich war 2001 in Argentinien, als der Staat zahlungsunfähig wurde. Konten wurden eingefroren, die Währung verlor massiv an Wert, Ersparnisse lösten sich auf. Diese Erfahrung ist der Ausgangspunkt seiner Arbeit und taucht in fast jedem seiner Bücher auf. Sie erklärt auch, warum Sachwerte und physisches Gold bei ihm einen so großen Raum einnehmen.
Die Trennung von Matthias Weik
Bis zum 2. Juli 2020 trat Friedrich fast immer im Duo mit Matthias Weik auf. Die beiden schrieben fünf Bücher zusammen und führten eine gemeinsame Vermögenssicherungsgesellschaft. Friedrich schied auf eigenen Wunsch aus. Weik führte die Firma unter neuem Namen weiter, der gemeinsame Friedrich & Weik Wertefonds heißt seitdem Solit Wertefonds. Wer heute über „Friedrich und Weik” liest, liest über eine Konstellation, die es seit über sechs Jahren nicht mehr gibt.
Die Gesellschaften hinter dem Namen
Hinter der Marke stehen mehrere getrennte Firmen, und das ist für Kunden relevant. Wer den Report abonniert, schließt einen anderen Vertrag als jemand, der eine Beratung bucht. Die Angaben stammen aus den jeweiligen Impressen, abgerufen am 24. August 2026.
- Friedrich Report GmbH: Weilerstraße 6 in 73614 Schorndorf, Geschäftsführer Marc Friedrich, HRB 795052 beim Amtsgericht Stuttgart. Sie betreibt den Börsenbrief.
- Friedrich Vermögenssicherung GmbH: gleiche Anschrift, ebenfalls Marc Friedrich als Geschäftsführer, HRB 795241. Unter der Marke Friedrich & Partner läuft darüber die Honorarberatung.
- Daaano Media GmbH: verantwortlich für die persönliche Seite marc-friedrich.de mit Büchern, Terminen und Shop.
- Estably Vermögensverwaltung AG: Sitz in Vaduz, Liechtenstein. Sie betreibt den unter der Marke FS Broker beworbenen Depotzugang, gehört aber nicht zu Friedrich.
Eine Unstimmigkeit ist dabei aufgefallen. Das Impressum des Friedrich Reports nennt das Amtsgericht Stuttgart mit HRB 795052, die AGB derselben Gesellschaft dagegen das Amtsgericht Ulm mit HRB 746830. Zwei unterschiedliche Registerangaben für dieselbe Firma im selben Webauftritt sind kein Betrugsindiz, aber ein Sorgfaltsmangel in einem Dokument, das im Streitfall zählt.
Bücher von Marc Friedrich
Sieben Titel in zwölf Jahren, alle in der Spiegel-Bestsellerliste. Fünf davon schrieb er mit Matthias Weik, einen mit dem dm-Gründer Götz W. Werner, den jüngsten mit Florian Kössler. Die Titel folgen einem erkennbaren Muster: Superlativ plus „aller Zeiten”.
- Der größte Raubzug der Geschichte (2012, mit Matthias Weik): der Durchbruch, eine Abrechnung mit der Rettungspolitik nach 2008.
- Der Crash ist die Lösung (2015, mit Matthias Weik): der Zusammenbruch als notwendige Bereinigung.
- Kapitalfehler (2016, mit Matthias Weik): Kritik am Wachstumszwang des Systems.
- Sonst knallt’s! (2017, mit Götz W. Werner und Matthias Weik): sieben Bedrohungen und Gegenvorschläge.
- Der größte Crash aller Zeiten (2019, mit Matthias Weik): das meistverkaufte und meistkritisierte Buch, mit der Prognose eines Euro-Endes bis spätestens 2023.
- Die größte Chance aller Zeiten (2021): der Schwenk zu Bitcoin und Sachwerten als Antwort.
- Die größte Revolution aller Zeiten (2024, mit Florian Kössler): Bitcoin als neues Geldsystem.
„Der größte Crash aller Zeiten”
Das Buch erschien 2019 und wurde zum Bestseller. Friedrich und Weik führen darin die Krise von 2008 auf ungelöste Ursachen zurück und leiten daraus einen Systemzusammenbruch ab. Der Teil, der bis heute zitiert wird, ist die Zeitangabe: Der Euro sei „bis spätestens 2023″ gescheitert. Das ist nicht eingetreten. Wer das Buch heute kauft, sollte es als Zeitdokument lesen, nicht als Fahrplan.
„Die größte Revolution aller Zeiten”
Der jüngste Titel von 2024 dreht die Perspektive. Statt vor dem Ende zu warnen, beschreibt Friedrich Bitcoin als Nachfolgesystem. Das Buch verbindet Geldgeschichte mit einer Anlagethese. Wer sich für die technische Seite von Kryptowährungen interessiert, findet hier die volkswirtschaftliche Begründung, aber keine Handelsstrategie.
Welche Kritik gibt es an Marc Friedrich?
Die Kritik ist gut dokumentiert und lässt sich an konkreten Aussagen festmachen. Sie kommt aus drei Richtungen: von Ökonomen, von Wirtschaftsjournalisten und aus der Auswertung des Fonds, an dem Friedrich bis 2020 beteiligt war. Alle folgenden Punkte sind veröffentlicht und nachlesbar.
- Die Euro-Prognose ist nicht eingetreten. In „Der größte Crash aller Zeiten” (2019) heißt es, der Euro sei bis spätestens 2023 gescheitert. Die Währung existiert weiterhin.
- Marcel Fratzscher vom DIW warf ihm Demagogie vor. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sprach von „Demagogie und Schwarzmalerei” und hielt Friedrichs Thesen für wissenschaftlich unbegründet.
- Eine Focus-Analyse prüfte 2020 das erste Buch von 2012. Mehrere Kernaussagen erwiesen sich als falsch: Die vorhergesagten steigenden Staatsschulden sanken laut IWF, die erwartete höhere Inflation blieb aus, und die als „Irrsinn” bezeichneten Indexfonds legten im Betrachtungszeitraum deutlich zu, während Gold verlor.
- Der gemeinsame Fonds blieb hinter dem Markt zurück. Finanztest bewertete den Friedrich & Weik Wertefonds im Januar 2020 mit „unzureichend”: rund 4,4 Prozent seit Auflage 2017, während globale Aktienmärkte um etwa 38 Prozent zulegten.
- Auch langfristig lag der Fonds zurück. Bis zum 9. Juli 2023 stand ein Plus von 17,83 Prozent gegen rund 65 Prozent bei einem vergleichbaren Welt-ETF.
Zur Fairness gehören zwei Einschränkungen. Friedrich ist seit Juli 2020 nicht mehr an diesem Fonds beteiligt, die Zahlen betreffen also überwiegend die Zeit davor und einen Zeitraum danach ohne seinen Einfluss. Und ein Crash-Szenario, das nicht eintritt, ist keine Falschaussage im juristischen Sinn, sondern eine Prognose, die sich nicht erfüllt hat. Genau das ist aber der Punkt: Wer für Prognosen zahlt, kauft eine Wahrscheinlichkeit, keine Zusage.
Was in der Diskussion regelmäßig fehlt, ist ein prüfbarer Leistungsnachweis. Für den Friedrich Report ist auf den öffentlichen Seiten keine vollständige, von außen nachvollziehbare Aufstellung aller Empfehlungen mit Ein- und Ausstiegskursen zu finden. Beworben werden Einzelfälle wie „140 Prozent Kursgewinn in einem Monat”. Das ist ein Ausschnitt und kein Track Record. Wie sich einzelne Gewinner zu den Verlierern verhalten, lässt sich von außen nicht sagen. Dasselbe Problem betrifft übrigens fast alle Börsenbriefe.
Der Vergleich mit anderen Krisen-Autoren liegt nahe. Wer die Argumentationsmuster nebeneinanderlegen will, findet bei Markus Krall eine ähnliche Ausgangsthese mit anderer Schlussfolgerung. Und wer verstehen will, wie Kurseinbrüche historisch tatsächlich abgelaufen sind, findet die Mechanik in unserem Beitrag zum Börsencrash.
Das sind die wichtigsten Daytrading Regeln!
Hole dir jetzt das kostenlose E-Book und lerne, worauf es wirklich ankommt.

Wir achten den Datenschutz. Austragung problemlos möglich.
Das sind die wichtigsten Daytrading Regeln!

Wir achten den Datenschutz. Austragung problemlos möglich.
Marc Friedrich als Speaker
Vorträge sind ein eigenes Standbein. Friedrich tritt auf Bitcoin-Konferenzen, Edelmetallmessen, Unternehmerkongressen und Firmenveranstaltungen auf. Der Terminkalender auf seiner Seite listet für 2025 und 2026 unter anderem die Deutsche Goldmesse, BTC Prague, die Swiss Bitcoin Conference und mehrere Wirtschaftsclubs.
Themen und Schwerpunkte seiner Vorträge
- Geldsystem und Inflation: Geldmengenausweitung, Staatsverschuldung und Kaufkraftverlust. Aktuelle Zahlen dazu findest du bei den US-Inflationsdaten.
- Vermögenssicherung: Sachwerte, physisches Gold und Streuung über Länder und Anlageklassen.
- Bitcoin: seit 2021 sein Schwerpunktthema, meist als geldpolitisches statt als technisches Argument. Zur Kursseite geht es in unserer Bitcoin Prognose.
Wie das Publikum die Vorträge bewertet
Die auf seiner Speaker-Seite veröffentlichten Rückmeldungen sind durchweg positiv. Das ist zu erwarten, denn sie stehen auf einer Verkaufsseite und werden vom Anbieter selbst ausgewählt. Als Stimmungsbild taugen sie, als unabhängiger Beleg nicht. Zwei Beispiele im Wortlaut, jeweils von marc-friedrich.de zitiert:
- S. Frankenhäuser, Landeskriminalamt Thüringen: „Friedrichs mitreißende, präsente, kontroverse und zum Teil provokative Art der Kommunikation zog die Zuhörer/innen in seinen Bann.”
- Alexander Endlweber, DPH Denken Planen Handeln GmbH: „Marc Friedrich ist in seiner Analyse schonungslos. Damit eckt er an. Er polarisiert.”
Beide Zitate beschreiben denselben Kern. Friedrich ist ein starker Redner, der zuspitzt. Das ist auf einer Bühne eine Qualität. Bei einer Anlageentscheidung ist Zuspitzung eher ein Warnsignal als ein Argument, weil sie Aufmerksamkeit belohnt und nicht Treffsicherheit.
Der Friedrich Report: ein lohnenswerter Investmentbrief?
Der Friedrich Report ist ein kostenpflichtiger Börsenbrief der Friedrich Report GmbH, der für 29,99 Euro im Monat Analysen zu Einzelaktien, Rohstoffen, Bitcoin und Geldpolitik liefert.
Er ist ausdrücklich kein Signaldienst. Der Anbieter grenzt sich selbst von „kurzfristigen Marktprognosen oder hektischen Trading-Signalen” ab und beschreibt sein Vorgehen als Perlentaucher-Methode: erst die große Lage, dann die Branche, dann das einzelne Unternehmen. Wer Handelssignale für kurze Zeitfenster sucht, ist hier falsch.
Was im Friedrich Report drinsteht
- Einzelaktien-Analysen: ausführliche Besprechungen mit Geschäftsmodell, Bewertung und Chartteil. Die Artikelübersicht zeigt Titel wie „Der Zahlungsgigant” oder „Das Amazon Südostasiens”, dazu jeweils eine eigene Charttechnik-Ausgabe.
- Rohstoffe und Edelmetalle: ein Schwerpunkt liegt auf Minen- und Explorationswerten, also Goldaktien und Rohstoffprojekten statt Standardwerten.
- Bitcoin und Makro: Geldpolitik, Staatsverschuldung und Geopolitik als eigener Bereich. Die Nähe zu unserem Thema Global Macro ist erkennbar.
- Video-Kurse und Einsteigerguide: laut Preisseite gehören Video-Kurse, Erklärvideos, ein Einsteigerguide und Indikatoren zum Zugang.
Wer hinter den Analysen steht
Der Report ist kein Ein-Mann-Betrieb, und das ist ein Pluspunkt. Neben Friedrich als Ideengeber nennt die Seite vier Analysten mit Fachprofil: Tobias Neuert (Mining und Petroleum Engineering, Imperial College, Bewertung von Rohstoffprojekten), Nicola Hahn (Betriebswirt und Finanzjournalist, Schwerpunkt Bitcoin), Navid Unger (Finanzanalyst und Programmierer) und Kenneth Strobel (Finanzmanager, Kapitalmärkte). Bei einem Rohstoff-Schwerpunkt ist ein ausgebildeter Minen-Ingenieur im Team ein sachliches Argument.
Für diese Anleger ist der Friedrich Report geeignet
Der Zuschnitt ist eng, und das sollte man vor dem Abschluss wissen. Der Report passt zu Anlegern mit langem Horizont, die selbst entscheiden und Einzelwerte kaufen wollen. Er passt nicht zu jemandem, der ein fertiges Depot sucht, und er passt nicht zu Daytradern.
Abonnement und Kosten vom Friedrich Report
Beide Preise wurden am 24. August 2026 im gerenderten Zustand der Preisseite geprüft. Das Monatsabo kostet 29,99 Euro, das Jahresabo 299,00 Euro. Der Anbieter weist das als 17 Prozent Ersparnis aus, was rechnerisch stimmt. Im Leistungsumfang unterscheiden sich die beiden Modelle nicht.
- Enthalten sind laut Preisseite: alle Premium-Artikel, Video-Kurse, Marktdaten und Analysen sowie exklusive Newsletter.
- Kündigung Monatsabo: jederzeit zum Ende des laufenden Abrechnungsmonats.
- Kündigung Jahresabo: nur mit vier Wochen Frist zum Laufzeitende. Wer die Frist verpasst, ist ein weiteres Jahr gebunden.
- Kündigungsweg: Textform, E-Mail an den Support oder der Kündigungsbutton im Konto.
An dieser Stelle weicht die Werbung von den AGB ab. Die Startseite wirbt mit „jederzeit kündbar”. Für das Monatsabo trifft das zu. Für das Jahresabo gilt laut Paragraf 5 der AGB eine Frist von vier Wochen mit automatischer Verlängerung um ein Jahr. Das ist branchenüblich, aber es ist nicht „jederzeit”. Wer das Jahresmodell wählt, sollte sich den Termin notieren.
Vertragspartner und Widerrufsrecht
Wer der Vertragspartner ist, hängt vom Wohnsitz ab. Für Kunden in Deutschland läuft die Zahlung über Stripe, der Vertrag kommt direkt mit der Friedrich Report GmbH zustande. Für alle anderen Länder tritt laut AGB Paddle als sogenannter Merchant of Record auf: Der Kaufvertrag entsteht dann mit Paddle, nicht mit Friedrich. Auf dem Kontoauszug erscheint in diesem Fall „PADDLE.NET”.
Für Leser aus Österreich und der Schweiz gibt es dabei eine praktische Hürde. Auf der Preisseite stand am 24. August 2026 bei der Länderauswahl „Anderes Land” der sichtbare Hinweis, der Checkout sei vorübergehend nicht verfügbar. Ein Abschluss außerhalb Deutschlands war damit zu diesem Zeitpunkt nicht möglich. Ob und wann sich das ändert, sagt der Anbieter nicht.
Beim Widerrufsrecht gilt die übliche Regel für digitale Inhalte. Im Bestellvorgang steht die Zustimmung, dass die Leistung sofort beginnt und das Widerrufsrecht damit erlischt. Das ist rechtlich zulässig und muss aktiv bestätigt werden. Praktisch heißt es: Nach dem ersten Zugriff auf die Inhalte gibt es kein Zurück mehr über den Widerruf, sondern nur noch über die Kündigung zum Laufzeitende.
Friedrich Report Erfahrungen: was Abonnenten berichten
Die einzige öffentlich zugängliche Sammelbewertung steht bei Trustpilot. Dort kommt der Friedrich Report am 24. August 2026 auf 4,5 von 5 Sternen aus 171 Bewertungen. Das ist eine gute Note, sie braucht aber Kontext, um belastbar zu sein.
- Die Verteilung ist deutlich: 72 Prozent fünf Sterne, 15 Prozent vier Sterne, 6 Prozent drei Sterne, 5 Prozent zwei Sterne und 2 Prozent ein Stern.
- Das Profil ist jung: Der Anbieter hat es erst im September 2025 beansprucht, und 170 der 171 Bewertungen stammen aus den letzten zwölf Monaten. Eine Historie über mehrere Jahre gibt es nicht.
- Trustpilot vermerkt keine aktuellen Bewertungseinladungen und weist selbst darauf hin, dass die Bewertungen deshalb möglicherweise nicht repräsentativ sind.
- Auf negative Bewertungen antwortet der Anbieter selten: laut Plattform auf 27 Prozent, und meist erst nach mehr als einem Monat.
Inhaltlich wiederholen sich in den positiven Stimmen drei Punkte. Gelobt werden die Struktur der Berichte, die Tiefe der Analysen und die Tatsache, dass nicht ständig neue Meldungen kommen. Ein Nutzer beschreibt es als „keine Informationsüberflutung, da nicht ständig neue Beiträge kommen, sondern nur wenn es wirklich etwas Neues gibt”. Ein anderer hebt die klare Kennzeichnung des Risikos einzelner Anlagen hervor.
Einzelbewertungen sind Meinungen, keine Belege. Sie sagen etwas über die Zufriedenheit mit Aufbereitung und Service aus, aber nichts über die Trefferquote der Empfehlungen. Genau diese Lücke bleibt bei diesem Anbieter offen, weil es keine veröffentlichte Gesamtaufstellung der Empfehlungen gibt.
Vorteile und Nachteile des Friedrich Reports
Die folgende Gegenüberstellung fasst zusammen, was sich am 24. August 2026 aus Primärquellen belegen ließ. Sie bewertet das Abonnement, nicht die Person und nicht die Bücher.
Vorteile des Friedrich Reports
- Klares Profil: Der Report bedient eine Nische aus Rohstoffwerten, Bitcoin und Geldpolitik, die viele Standardbriefe nicht abdecken.
- Sichtbares Team: Vier Analysten sind mit Namen und Qualifikation genannt, darunter ein ausgebildeter Minen-Ingenieur für den Rohstoffteil.
- Überschaubare Frequenz: Es erscheint nicht täglich etwas. Mehrere Abonnenten nennen das ausdrücklich als Vorteil gegenüber Diensten mit Dauerfeuer.
- Kalkulierbarer Preis: 29,99 Euro im Monat liegen im unteren Bereich für einen Börsenbrief mit Einzelwertanalysen.
- Vollständige Rechtstexte: Impressum, AGB, Widerrufsbelehrung und Datenschutzerklärung sind vorhanden und benennen einen deutschen Geschäftsführer mit ladungsfähiger Anschrift.
Nachteile des Friedrich Reports
- Kein prüfbarer Track Record: Eine vollständige Aufstellung aller Empfehlungen mit Ein- und Ausstiegskursen ist öffentlich nicht auffindbar. Beworben werden Einzelfälle.
- Werbung und AGB widersprechen sich: „Jederzeit kündbar” gilt nur für das Monatsabo. Das Jahresabo verlängert sich ohne fristgerechte Kündigung um ein volles Jahr.
- Für Österreich und die Schweiz derzeit nicht buchbar: Der Checkout außerhalb Deutschlands war am Prüftag als nicht verfügbar gekennzeichnet.
- Vermittlungsbeziehung zu einem Broker: Der Link zur Sicherungsstrategie führt mit einem Vermittlungs-Token zu einem externen Anbieter. Auf die wirtschaftliche Verbindung wird nicht hingewiesen.
- Widersprüchliche Registerangabe: Impressum und AGB nennen für dieselbe GmbH zwei verschiedene Registergerichte.
- Die Grundthese ist belastet: Friedrichs bekannteste Prognose zum Ende des Euro bis 2023 ist nicht eingetreten. Wer den Report abonniert, kauft diese Weltsicht mit.
Welchen Broker empfiehlt Marc Friedrich?
Diese Frage steht bei Google ganz oben, und die Antwort ist komplizierter als ein Name. Der Friedrich Report führt eine Seite zur sogenannten Sicherungsstrategie. Von dort geht es weiter zu Estably, einer Vermögensverwaltung aus Liechtenstein, die unter der Marke FS Broker auftritt.
Was hinter FS Broker steckt
FS Broker ist keine eigene Bank und kein eigener Broker. Laut Impressum steht dahinter die Estably Vermögensverwaltung AG mit Sitz in der Schaanerstrasse 29 in 9490 Vaduz, eingetragen unter FL-0002.625.340-1 und beaufsichtigt von der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein. Geschäftsführer sind Andreas Wagner und Markus Prodinger, Marc Friedrich taucht dort nicht auf.
Vermittelt wird ein Depot bei Interactive Brokers. Estably beschreibt sich selbst als Vermittler zu IBKR mit persönlicher Betreuung, Zugang zu rund 160 Börsenplätzen und Steueraufbereitung. Wer das Depot ohne Zwischenschicht möchte, kann es auch direkt eröffnen. Was der Broker selbst leistet, steht in unseren Interactive Brokers Erfahrungen.
Die Vermittlungsbeziehung ist im Link sichtbar
Der Verweis auf der Seite friedrich.report/sicherungsstrategie trägt einen Agent-Token. Der Link zeigt auf estably.com und hängt einen Parameter namens agentToken an. Solche Token dienen der Zuordnung vermittelter Kunden. Belegt ist damit, dass die Vermittlung technisch nachverfolgt wird. Nicht belegt ist, ob und in welcher Höhe dafür eine Vergütung fließt. Auf der Seite selbst steht dazu nichts.
Für die Einordnung ist das trotzdem wichtig. Ein Anbieter, der sich als „unabhängig und werbefrei” beschreibt, verweist damit auf ein Produkt, an dessen Vermittlung er beteiligt ist. Das ist im Finanzmarketing verbreitet und für sich genommen nicht unzulässig. Ein Transparenzhinweis wäre an dieser Stelle aber angebracht, so wie wir ihn in der Einleitung dieses Artikels für unsere eigene Position gesetzt haben.
Die Sicherungsstrategie: ab 100.000 Euro
Das dahinterliegende Angebot ist kein Newsletter, sondern ein Depotkonzept. Laut Beschreibung investieren Kunden ab 100.000 Euro oder Franken in ein breit gestreutes Aktienportfolio, das direkt ins persönliche Depot bei der Liechtensteinischen Landesbank eingebucht wird. Bis zu 80 Prozent entfallen auf Substanzwerte wie Agrar-, Energie- und Konsumaktien, dazu kommen physisches Gold und ein Bitcoin-ETP. Eine Mindestlaufzeit gibt es nach Anbieterangabe nicht.
Das ist ein völlig anderes Produkt als der Börsenbrief. Der Report kostet knapp 30 Euro im Monat und liefert Text. Die Sicherungsstrategie setzt sechsstelliges Kapital und einen Depotwechsel ins Ausland voraus. Wer nur wissen will, was Friedrich denkt, braucht das nicht. Wer über eine Verlagerung nach Liechtenstein nachdenkt, sollte die steuerlichen Folgen vorher mit einem Steuerberater klären, nicht mit dem Vermittler.
Und die Honorarberatung?
Daneben gibt es die persönliche Beratung unter der Marke Friedrich & Partner. Träger ist die Friedrich Vermögenssicherung GmbH in Schorndorf. Sie beschreibt sich als Honorarberatung, die ohne Provisionen von Banken und Versicherungen arbeitet, mit kostenlosem Erstgespräch und Beratung vor Ort oder per Video. Einen Preis nennt die Seite nicht. Wie hoch das Honorar ausfällt, erfährt man erst im Gespräch. Wer Honorarberatung grundsätzlich einordnen will, findet die Modelle in unserem Beitrag zu Professor Finanzen beschrieben.
Weiteres von Marc Friedrich
Der größte Teil seiner Reichweite ist kostenlos. Wer prüfen will, ob die Denkweise zu einem passt, braucht dafür kein Abo. YouTube, Podcast-Auftritte und die Social-Kanäle liefern genug Material für eine eigene Einschätzung.
YouTube
Der Hauptkanal ist am 24. August 2026 der mit Abstand größte Kanal seiner Art im deutschsprachigen Finanzbereich. Er zählt 730.000 Abonnenten, 3.380 Videos und rund 327 Millionen Aufrufe. Gestartet ist er bereits im November 2016, nicht erst 2019. Inhaltlich dominieren Interviews, Marktkommentare und politische Einordnung.
- Zweiter Kanal Friedrich & Partner: seit Mai 2024 online, 31.400 Abonnenten und 176 Videos, thematisch näher an der Beratung.
- Clips-Kanal: seit Juni 2025, rund 2.000 Abonnenten, reine Ausschnitte aus den langen Videos.
- Vorsicht bei fremden Profilen: Friedrich unterhält auf seiner Seite eine eigene Warnung vor Fake-Profilen und Betrügern, die in seinem Namen Geldanlagen anbieten. Er selbst verwaltet kein fremdes Geld über Chatgruppen.
Shop und Veranstaltungen
Über den eigenen Shop laufen Bücher, Hörbücher und Merchandise. Neben den Titeln gibt es dort Kleidung sowie eine Steel Wallet zur Aufbewahrung von Krypto-Wiederherstellungsphrasen. Termine für Vorträge und Events stehen im Veranstaltungskalender seiner Seite, Tickets laufen über einen separaten Shop.
Fazit: für wen sich der Friedrich Report lohnt
Der Friedrich Report ist ein solide gemachter Nischenbrief mit einer streitbaren Grundthese. Für 29,99 Euro im Monat bekommt man ausführliche Analysen zu Rohstoffwerten, Bitcoin und Geldpolitik, geschrieben von einem Team, das mit Namen und Qualifikation sichtbar ist. Die Frequenz ist niedrig, die Aufbereitung wird von Abonnenten gelobt. Das ist mehr, als viele Börsenbriefe für diesen Preis liefern.
Was fehlt, ist der Nachweis. Ohne eine veröffentlichte Aufstellung aller Empfehlungen bleibt offen, wie gut die Auswahl über die Zeit war. Dazu kommen drei Punkte, die man vor dem Abschluss kennen sollte: das Jahresabo verlängert sich ohne fristgerechte Kündigung, der Checkout war für Österreich und die Schweiz am Prüftag gesperrt, und der Verweis auf den Depotanbieter trägt einen Vermittlungs-Token, ohne dass die Verbindung offengelegt wird.
Ich handle seit 1978 diskretionär nach Price Action und lese Makro-Analysen als Kontext, nicht als Handelsanweisung. In dieser Rolle ist der Report brauchbar: als eine Stimme unter mehreren, die eine bestimmte Sicht konsequent durchdekliniert. Als alleinige Entscheidungsgrundlage taugt er nicht, und als Quelle für Einstiege und Ausstiege im kurzfristigen Handel ist er nicht gebaut. Wer ihn testen will, nimmt das Monatsabo: Es kostet ein Zehntel des Jahrespreises und lässt sich zum Monatsende beenden.
Und wer nur wissen will, wie Marc Friedrich denkt, muss gar nichts zahlen. Auf YouTube liegen über 3.300 Videos. Drei davon reichen, um zu entscheiden, ob die Argumentation trägt oder ob sie zu sehr auf ein Szenario zuläuft, das seit 2012 angekündigt und bisher nicht eingetreten ist.
Häufige Fragen zu Marc Friedrich und dem Friedrich Report
Was kostet der Friedrich Report?
Das Monatsabo kostet 29,99 Euro, das Jahresabo 299,00 Euro. Beide Preise wurden am 24. August 2026 im gerenderten Zustand der Preisseite geprüft. Der Anbieter weist das Jahresmodell als 17 Prozent günstiger aus, was rechnerisch stimmt. Der Leistungsumfang ist in beiden Modellen identisch: alle Premium-Artikel, Video-Kurse, Marktdaten und exklusive Newsletter.
Wie kann ich den Friedrich Report kündigen?
Das Monatsabo lässt sich jederzeit zum Ende des laufenden Abrechnungsmonats kündigen. Für das Jahresabo gilt laut Paragraf 5 der AGB eine Frist von vier Wochen zum Ende der Laufzeit, sonst verlängert es sich automatisch um ein weiteres Jahr. Gekündigt wird in Textform, per E-Mail an den Support oder über den Kündigungsbutton im Konto. Die Werbeaussage jederzeit kündbar trifft damit nur auf das Monatsmodell zu.
Welchen Broker empfiehlt Marc Friedrich?
Der Friedrich Report verweist auf FS Broker. Dahinter steht laut Impressum die Estably Vermögensverwaltung AG mit Sitz in Vaduz in Liechtenstein, die Depots bei Interactive Brokers vermittelt. Der Link von der Seite zur Sicherungsstrategie trägt einen Agent-Token, mit dem vermittelte Kunden zugeordnet werden. Ob dafür eine Vergütung fließt, wird nicht offengelegt.
Welche Kritik gibt es an Marc Friedrich?
Der meistgenannte Punkt ist die Prognose aus dem Buch von 2019, der Euro sei bis spätestens 2023 gescheitert. Das ist nicht eingetreten. Marcel Fratzscher vom DIW warf ihm Demagogie und Schwarzmalerei vor. Eine Focus-Analyse von 2020 fand mehrere falsche Vorhersagen aus dem ersten Buch von 2012. Der Fonds, an dem er bis Juli 2020 beteiligt war, blieb deutlich hinter dem Weltaktienmarkt zurück und wurde von Finanztest mit unzureichend bewertet.
Ist der Friedrich Report seriös?
Der Anbieter tritt mit vollständigem Impressum, AGB und Widerrufsbelehrung auf, nennt einen deutschen Geschäftsführer mit ladungsfähiger Anschrift und benennt sein Analystenteam mit Qualifikation. Dagegen stehen ein fehlender prüfbarer Track Record, eine Werbeaussage zur Kündigung, die den eigenen AGB widerspricht, eine nicht offengelegte Vermittlungsbeziehung zu einem Depotanbieter und zwei verschiedene Registergerichte für dieselbe GmbH in Impressum und AGB. Ein Betrugsvorwurf lässt sich daraus nicht ableiten, eine unkritische Empfehlung aber auch nicht.
Wie alt ist Marc Friedrich und wo kommt er her?
Marc Friedrich wurde am 25. Januar 1975 in Waiblingen geboren und ist damit 51 Jahre alt. Er studierte Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Aalen und arbeitete anschließend in den USA, in Großbritannien und in Argentinien. Seine Firmen haben ihren Sitz in Schorndorf bei Stuttgart.
Liefert der Friedrich Report Trading-Signale?
Nein. Der Anbieter grenzt sich ausdrücklich von kurzfristigen Marktprognosen und Handelssignalen ab. Geliefert werden makroökonomische Einordnung sowie ausführliche Analysen einzelner Aktien, Rohstoffwerte und Bitcoin, jeweils mit einem eigenen charttechnischen Teil. Für Daytrading oder kurzfristiges Swing-Trading ist der Report nicht gebaut.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer von Kagels Trading. Er handelt seit 1978 als diskretionärer Price-Action-Trader und ist in den Märkten für Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsen aktiv. Makroökonomische Szenarien beurteilt er als Praktiker von außen, sein eigener Zugang zum Markt bleibt die Chartlektüre.
Ende der 1980er Jahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre vertrat er Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte dessen zehn Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
Für diese Einordnung qualifiziert ihn die Erfahrung mit Krisenprognosen aus fast fünf Jahrzehnten am Markt. Alle Angaben in diesem Artikel wurden am 24. August 2026 aus Primärquellen erhoben: Impressum und AGB der beteiligten Gesellschaften, die Preisseite im gerenderten Zustand, das Trustpilot-Profil, die YouTube-Kanaldaten und die Seiten der verbundenen Firmen. Kagels Trading unterhält keine Geschäftsbeziehung zu Marc Friedrich und erhält für diesen Artikel keine Vergütung.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.
















