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extraETF Erfahrungen 2026: Was der Portfolio Tracker kostet und wie sicher der Finanzmanager ist

Zuletzt aktualisiert: 26. August 2026

|

11 Min

Christian Möhrer

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Christian Möhrer

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Wer sein Geld auf mehrere Depots verteilt hat, verliert schnell den Überblick. Ein Portfolio bei der Hausbank, ein Sparplan beim Neobroker, ein paar Positionen bei einem dritten Anbieter: Am Ende weiß niemand mehr, wie das Gesamtvermögen wirklich aufgestellt ist. Genau diese Lücke will extraETF schließen, indem die Plattform alle Depots an einer Stelle bündelt und daraus eine Analyse des Gesamtvermögens baut.

Dieser Artikel ist eine Bestandsaufnahme aus zweiter Reihe. Ich handle selbst diskretionär und kurzfristig, nicht mit ETF-Sparplänen. Bewertet wird deshalb das Werkzeug, nicht die Anlagestrategie dahinter: Was die Plattform heute leistet, was sie kostet, wie belastbar die Depotanbindung ist und was echte Nutzer in aktuellen Bewertungen schreiben.

Ein Hinweis vorweg, weil er den Kern dieses Updates trifft: extraETF hat den Finanzmanager seit Juli 2025 komplett neu gebaut. Vieles, was in älteren Testberichten steht, gilt schlicht nicht mehr. Wir haben die Preise, die Importfunktionen und die Bewertungen deshalb im August 2026 neu an den Primärquellen geprüft. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

extraETF Erfahrungen: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Was es ist: eine deutsche Plattform für ETF-Recherche und Depotüberwachung, betrieben von der Isarvest GmbH in München.
  • Relaunch 2025: Der Finanzmanager heißt jetzt Portfolio Tracker und wurde technisch komplett neu gebaut. Die Umstellung ist der häufigste Kritikpunkt aktueller Bewertungen.
  • Import: Auto-Sync mit vielen deutschen Brokern, dazu PDF- und CSV-Import. Die früher nötige reine Handeingabe ist damit überholt.
  • Kosten: Free für 0 Euro, Investor für 89,99 Euro pro Jahr, Expert für 139,99 Euro pro Jahr. Monatlich gebucht sind es 9,99 beziehungsweise 14,99 Euro.
  • Bewertungen: Auf Trustpilot steht ein TrustScore von 2,6 bei 378 Bewertungen, in den App-Stores 3,1 und 2,8 Sterne. Die Kritik trifft vor allem Support und Relaunch.
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Was genau ist extraETF?

extraETF ist ein deutsches Anlegerportal, das ETF-Daten, Vergleichsrechner und eine Software zur Depotverwaltung unter einem Dach bündelt.

Der Schwerpunkt liegt auf börsengehandelten Indexfonds, deckt inzwischen aber deutlich mehr ab. Neben ETFs lassen sich auch Aktien, Fonds, Anleihen und Kryptowährungen einbuchen und auswerten. Für Anleger mit gemischtem Depot ist das der entscheidende Punkt, weil reine ETF-Werkzeuge an dieser Stelle passen müssen.

Ein ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Index wie des MSCI World nachbildet und dafür deutlich geringere laufende Kosten verlangt als ein aktiv gemanagter Fonds.

Hinter der Plattform steht keine anonyme Firma, was bei Finanzsoftware nicht selbstverständlich ist. Betreiber ist die Isarvest GmbH mit Sitz in der Ickstattstraße 7 in München, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts München unter HRB 168112. Geschäftsführer und presserechtlich verantwortlich ist Markus Jordan. Zum Haus gehört auch das Extra-Magazin, eine der ältesten ETF-Publikationen im deutschsprachigen Raum.

Die Reichweite ist beachtlich, auch wenn die Zahlen vom Anbieter selbst stammen. Laut eigenen Angaben nutzen über 200.000 Anleger die Plattform und verfolgen darüber ein Vermögen von mehr als 12 Milliarden Euro. Unabhängig prüfen lässt sich das nicht, die Größenordnung deckt sich aber mit 50.000 und mehr App-Installationen allein bei Google Play. Die Plattform selbst erreichst du unter extraetf.com.

extraETF Startseite mit ETF-Suche und Portfolio Tracker im August 2026
Die Startseite bündelt ETF-Suche, Musterportfolios und den Portfolio Tracker.

Steckbrief extraETF

AnbieterIsarvest GmbH, München
GeschäftsführerMarkus Jordan
RegisterHRB 168112, Amtsgericht München
ProduktETF-Suche, Musterportfolios, Finanzrechner, Portfolio Tracker
TarifeFree, Investor, Expert
Gratis nutzbarja, ein Portfolio dauerhaft
DepotanbindungAuto-Sync für viele deutsche Broker, keine Auslandsdepots
ImportAuto-Sync, PDF, CSV, manuell
Exportab Tarif Investor
AssetklassenETFs, Aktien, Fonds, Anleihen, Krypto
AppiOS und Android, zuletzt aktualisiert am 09.12.2025
Nutzerüber 200.000 (laut eigener Angabe)

Lesetipp: Finanzfluss Erfahrungen – was steckt hinter dem beliebten Finanzportal von Thomas Kehl?

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Vom Finanzmanager zum Portfolio Tracker: was der Relaunch verändert hat

Dieser Abschnitt ist der Grund, warum ältere Testberichte in die Irre führen. Am 7. Juli 2025 startete extraETF den offenen Beta-Test einer vollständig neu entwickelten Version. Sie lief zunächst parallel zur alten Oberfläche, beide waren nur teilweise synchronisiert. Inzwischen ist die alte Fassung Geschichte und der Beta-Hinweis von der Support-Seite verschwunden.

Ein Portfolio Tracker ist eine Software, die Wertpapierbestände aus einem oder mehreren Depots zusammenführt und daraus Kennzahlen zu Zusammensetzung, Wertentwicklung und Risiko berechnet.

Der Umbau lief in Etappen und zog sich über Monate. Aus der offiziellen Beta-Dokumentation lässt sich nachvollziehen, wann welche Funktion in der neuen Version ankam: das Gruppieren von Investments im Februar, eigene Ansichten und die Berücksichtigung von Cash-Beständen im März, der komplette Bereich Gewinn und Verlust im Mai, der CSV-Import schließlich im Juni. Wer die Plattform in dieser Phase nutzte, arbeitete zwangsläufig mit einer Baustelle.

Genau das schlägt bis heute auf die Bewertungen durch. Mehrere Nutzer beschreiben die alte Version als übersichtlicher und werfen dem Anbieter vor, zuvor frei zugängliche Auswertungen nun hinter die Bezahlschranke gelegt zu haben. Ein Rezensent schreibt im Mai 2026, die Darstellung des Portfolio-Wachstums auf Tagesbasis sei „inzwischen nur noch im Abo-Modell vollständig sichtbar“. Diese Beobachtung lässt sich von außen nicht abschließend prüfen, sie taucht aber in mehreren unabhängigen Bewertungen auf.

Wie gut ist der extraETF-Finanzmanager?

Einrichtung und Bedienung

Der Einstieg ist bewusst niedrigschwellig gehalten. Nach der Registrierung legst du entweder ein leeres Portfolio an oder verbindest direkt ein bestehendes Depot. Die Oberfläche arbeitet mit großen Kacheln und Diagrammen, die Navigation folgt der üblichen Logik aus Übersicht, Analyse und Transaktionen. Wer schon einmal ein Musterdepot geführt hat, findet sich in wenigen Minuten zurecht.

Die Stärke liegt eindeutig in der Auswertung, nicht in der Dateneingabe. Der Portfolio Tracker rechnet Renditen, Volatilität, Drawdown und Korrelationen aus und stellt sie grafisch dar. Für Anleger, die ihr Depot bisher in einer Tabellenkalkulation gepflegt haben, ist das ein spürbarer Sprung.

extraETF Portfolio Tracker Produktseite mit Depotanalyse auf Desktop und Smartphone
So stellt extraETF den neuen Portfolio Tracker selbst dar. Die Nutzerzahl ist eine Angabe des Anbieters.

Funktionen und Tools

Der Funktionsumfang geht über reines Nachhalten deutlich hinaus. Diese Werkzeuge sind für die Depotüberwachung die relevanten:

  • Portfolioanalyse: Aufteilung nach Anlageklassen, Regionen, Ländern, Sektoren und Branchen, dazu Kennzahlen zu Risiko und Rendite.
  • X-Ray-Funktion: löst ETFs in ihre Einzelpositionen auf und zeigt, welche Aktie über mehrere Fonds hinweg mehrfach im Depot steckt.
  • Benchmark-Vergleich: stellt die eigene Entwicklung einem Referenzindex gegenüber, etwa dem MSCI World.
  • Dividendenkalender: listet erwartete Ausschüttungen und wertet vergangene Erträge aus.
  • Kursalarm: meldet per E-Mail oder Push, sobald ein Wertpapier eine gesetzte Marke erreicht.
  • Musterportfolios: über hundert vorgefertigte Depotvorschläge zum Nachbauen und Vergleichen.

Die X-Ray-Funktion durchleuchtet alle ETFs eines Depots und weist aus, welche Einzelaktien sich über mehrere Fonds hinweg überschneiden.

Diese Überschneidungsanalyse ist der praktisch wertvollste Teil des Werkzeugs. Wer einen Welt-ETF, einen Branchen-ETF und ein paar US-Einzelwerte hält, sitzt schnell auf einem Klumpenrisiko, ohne es zu bemerken. Die gleichen fünf oder sechs Schwergewichte stecken dann in jedem der Bausteine. Genau dafür ist die Funktion gebaut, und sie beantwortet eine Frage, die eine Depotansicht beim Broker gar nicht stellen kann.

Lesetipp: Klumpenrisiko im Trading und Depot: was es bedeutet und wie du es vermeidest

Depot verbinden und Daten importieren: so läuft es heute

An dieser Stelle stehen in vielen Testberichten bis heute überholte Angaben, teilweise aus dem Jahr 2024. Der Stand im August 2026 sieht anders aus, und zwar deutlich besser. Es gibt vier Wege, Daten in den Tracker zu bekommen.

  • Auto-Sync: direkte Verbindung zum Depot. Der Tracker holt vergangene Transaktionen automatisch und aktualisiert laufend.
  • PDF-Import: Abrechnungen der Bank per Drag-and-drop einlesen.
  • CSV-Import: seit Juni in der neuen Version verfügbar, praktisch für Umzüge aus anderen Werkzeugen.
  • Manuelle Eingabe: weiterhin möglich, aber nur noch als Ergänzung nötig.

Auto-Sync bezeichnet die direkte Verknüpfung eines Depots mit einer Tracking-Software, bei der Bestände und Transaktionen automatisch übertragen und laufend aktualisiert werden.

Die Liste der angebundenen Häuser deckt den deutschen Markt breit ab. Prominent vertreten sind unter anderem Trade Republic, Scalable Capital, comdirect, Consorsbank, ING, DKB, flatex, Commerzbank, Postbank und S Broker. Zusätzlich lassen sich Robo-Advisor und Krypto-Broker einbinden.

Zwei Einschränkungen gehören ehrlich dazu, und der Anbieter benennt sie im Hilfe-Center selbst. Erstens liefert nicht jede Bank die vollständige Historie: Manche geben nur die letzten sechs Monate heraus, alles davor musst du nachtragen. Zweitens funktioniert die direkte Anbindung nicht bei ausländischen Depotbanken. Wer bei einem Broker außerhalb Deutschlands liegt, landet wieder bei PDF, CSV oder Handarbeit.

Und die Automatik ist nicht fehlerfrei. Ein zahlender Nutzer berichtet im März 2026, nach einer Systemumstellung bei Scalable Capital seien in extraETF „in sämtlichen Berechnungen falsche Einstandskurse“ angezeigt worden, obwohl die Einzeldaten korrekt importiert wurden. Das ist ein Einzelfall, illustriert aber ein grundsätzliches Risiko: Eine Schnittstelle ist immer nur so stabil wie das System auf der Gegenseite.

Lesetipp: Finanzguru im Test: Multibanking, Kosten und Kritik

extraETF Kosten: Free, Investor und Expert im Vergleich

Auch die Tarifstruktur wurde beim Relaunch umgebaut, samt neuer Namen. Aus Basis, Standard und Premium wurden Free, Investor und Expert. Wer noch alte Preisangaben von 69,99 oder 109,99 Euro liest, hat einen überholten Stand vor sich.

TarifEnthaltenPreis pro Jahr
Free1 Portfolio, Basisanalyse, Import0 €
Investor10 Portfolios, volle Analyse, Export89,99 €
Expert50 Portfolios, zusätzlich DeepDive139,99 €

Die Jahreszahlung ist der einzige sinnvolle Weg, wenn du dich für ein Abo entscheidest. Monatlich kostet Investor 9,99 Euro und Expert 14,99 Euro. Damit sparst du bei jahresweiser Zahlung rund 25 beziehungsweise 22 Prozent. Alle Preise verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer, das Abo verlängert sich automatisch, wenn du nicht fünf Tage vor Ablauf kündigst.

Der kostenlose Tarif ist mehr als ein Schaufenster. Ein Portfolio, eine Watchlist, ein Kursalarm, Basisanalyse und Datenimport sind dauerhaft enthalten. Für einen Anleger mit einem einzigen Depot reicht das oft aus. Beschnitten sind vor allem die Tiefe der Auswertung, der Datenexport und die X-Ray-Funktion, die im Free-Tarif nur die Top-10-Positionen durchleuchtet.

Der Sprung auf Expert lohnt nur für einen kleinen Kreis. Die 50 Euro Aufpreis pro Jahr kaufen im Wesentlichen mehr Portfolios und Watchlists sowie den Zugang zu DeepDive, dem Analysebereich der Redaktion. Wer nicht wirklich zweistellig viele Depots verwaltet, fährt mit Investor besser.

extraETF Kosten 2026 mit den Tarifen Free, Investor und Expert
Die drei Tarife im August 2026. Die Jahreszahlung senkt den Preis um gut ein Fünftel.

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Wie sicher ist extraETF?

Die Frage taucht in den Suchanfragen regelmäßig auf und hat zwei Ebenen: die Seriosität des Anbieters und die Sicherheit der Daten. Beide sollte man getrennt betrachten.

Bei der Seriosität ist die Lage eindeutig. Es handelt sich um eine im Handelsregister eingetragene GmbH mit ladungsfähiger Anschrift, benanntem Geschäftsführer und einem externen Datenschutzbeauftragten einer Kölner Rechtsanwaltsgesellschaft. Das Unternehmen betreibt seit Jahren ein Printmagazin und eine eigene Redaktion. Das sind keine Merkmale eines dubiosen Angebots.

Wichtig ist die Abgrenzung beim Geld. extraETF ist kein Broker und keine Bank. Deine Wertpapiere liegen weiterhin im Depot deiner Bank, die Plattform liest nur Daten. Es gibt dort nichts zu verwahren und nichts zu verlieren. Umgekehrt greift auch keine Einlagensicherung, weil schlicht kein Geld eingezahlt wird.

Ein Portfolio Tracker unterliegt keiner Einlagensicherung, weil er weder Geld noch Wertpapiere verwahrt, sondern ausschließlich Depotdaten ausliest und auswertet.

Das eigentliche Thema ist der Datenzugriff. Bei der Depotverknüpfung erteilst du der Plattform Lesezugriff auf deine Bestands- und Transaktionsdaten. Das ist eine bewusste Entscheidung, und in Anlegerforen wird sie durchaus kontrovers diskutiert. Wer sie nicht treffen möchte, nutzt PDF- oder CSV-Import und behält die Kontrolle darüber, was das Werkzeug zu sehen bekommt. Als deutsches Unternehmen unterliegt der Anbieter der Datenschutz-Grundverordnung.

Vor- und Nachteile von extraETF

Nach der Prüfung der einzelnen Bereiche lässt sich das Bild klar sortieren. Die Stärken liegen in der Auswertung, die Schwächen in Service und Umsetzung.

Vorteile des extraETF Portfolio Trackers

  • Tiefe Analyse: Aufteilung nach Regionen, Sektoren und Anlageklassen inklusive X-Ray-Durchleuchtung der ETFs.
  • Breite Depotanbindung: Auto-Sync mit den meisten großen deutschen Brokern, dazu PDF- und CSV-Import.
  • Ernst gemeinter Gratis-Tarif: ein Portfolio dauerhaft ohne Kosten, inklusive Datenimport.
  • Deutscher Anbieter: eingetragene GmbH in München, DSGVO und deutschsprachiger Support.
  • Mehr als ETFs: Aktien, Fonds, Anleihen und Krypto lassen sich im selben Depot auswerten.

Nachteile des extraETF Portfolio Trackers

  • Schwacher Support: mehrere Bewertungen berichten von Wartezeiten von mehreren Wochen, auch bei zahlenden Kunden.
  • Holprige Umstellung: der Relaunch brachte Fehler und Umgewöhnung, Funktionen wanderten hinter die Bezahlschranke.
  • Vernachlässigte App: seit dem 09.12.2025 kein Update, Bewertungen von 3,1 und 2,8 Sternen.
  • Lücken beim Auto-Sync: manche Banken liefern nur sechs Monate Historie, ausländische Depots gar nicht.
  • Kein Immobilien- oder P2P-Vermögen: Sachwerte außerhalb des Wertpapierdepots bleiben außen vor.

Erfahrungen mit extraETF

Die Bewertungslage ist besser als die Note vermuten lässt und schlechter als ältere Artikel behaupten. Auf Trustpilot steht extraETF im August 2026 bei einem TrustScore von 2,6 von 5 aus 378 Bewertungen. Das Profil ist seit Juli 2020 beansprucht.

Die Sterneverteilung erzählt aber eine andere Geschichte als der Durchschnitt. 58 Prozent der Bewertungen vergeben fünf Sterne, weitere 19 Prozent vier Sterne. Nur 10 Prozent vergeben einen Stern. Dass der Gesamtwert trotzdem bei 2,6 liegt, hat einen einfachen Grund: Trustpilot gewichtet neuere Bewertungen stärker. Die vielen guten Stimmen stammen überwiegend aus den Jahren 2021 bis 2023, die schlechten aus der Zeit nach dem Relaunch.

Der TrustScore auf Trustpilot ist kein einfacher Mittelwert, sondern ein gewichteter Wert, bei dem aktuellere Bewertungen stärker einfließen als ältere.

Zwei Randnotizen gehören zur Einordnung dazu. Erstens sind in den letzten zwölf Monaten nur 13 Bewertungen eingegangen, die aktuelle Basis ist also dünn. Zweitens vermerkt Trustpilot, dass das Unternehmen keine Bewertungseinladungen verschickt und negative Bewertungen nicht beantwortet hat.

extraETF Bewertungen auf Trustpilot mit TrustScore 2,6 im August 2026
Der TrustScore liegt bei 2,6, obwohl 58 Prozent der Bewertungen fünf Sterne vergeben.

Was Nutzer loben

Die positiven Stimmen zielen fast immer auf denselben Punkt: den Überblick. Ein Nutzer schreibt im Juli 2026: „Ich nutze die Plattform hauptsächlich als Portfoliotracker. Sehr übersichtlich, informativ und gute Analysemöglichkeiten.“ Ein anderer berichtet im Februar 2026, anfängliche Probleme mit dem Kursabruf US-amerikanischer und kanadischer Positionen seien inzwischen behoben, Kursaktualisierungen und Dividenden funktionierten nun zuverlässig.

Was Nutzer kritisieren

Die Kritik konzentriert sich auf drei Felder, und sie ist bemerkenswert konsistent:

  • Kundenservice: Ein Kunde berichtet im Februar 2026 von vier Wochen ohne Zugang zu einem Bezahlkonto. Ein anderer schreibt, Rückmeldungen kämen „wenn man Glück hat, nach 4 Wochen“.
  • Relaunch-Fehler: Bugs nach der Umstellung seien vom Kundendienst zunächst als gewollt dargestellt und erst nach mehreren Monaten behoben worden.
  • App-Leistung: Selbst ein zufriedener Nutzer schränkt ein, die App sei „aufgrund der langen Ladezeiten kaum nutzbar“.

Die App-Bewertungen stützen diesen letzten Punkt unabhängig. Im Apple App Store steht die Anwendung bei 3,1 Sternen aus 330 Bewertungen, bei Google Play bei 2,8 Sternen aus 408 Bewertungen. In beiden Stores datiert die letzte Aktualisierung auf den 9. Dezember 2025. Zum Vergleich: justETF kommt auf 4,9, Parqet auf 4,6 und getquin auf 4,5 Sterne. Die App ist damit die klare Schwachstelle des Angebots.

Alternativen zu extraETF

Der Markt für Depot-Werkzeuge ist in Deutschland gut besetzt. Vier Anbieter sind je nach Bedarf einen Blick wert, und sie decken sehr unterschiedliche Bedürfnisse ab.

justETF

justETF ist der direkteste Wettbewerber und der Spezialist für die ETF-Auswahl. Die Datenbank und die Vergleichsfunktionen gelten als Referenz, dazu kommt eine umfangreiche Wissensdatenbank. Beim reinen Tracking gemischter Depots ist der Funktionsumfang enger, dafür fällt die App-Bewertung mit 4,9 Sternen deutlich besser aus.

Parqet

Parqet, früher Tresor One, setzt auf Optik und Geschwindigkeit statt auf Analysetiefe. Die Oberfläche ist aufgeräumt, der Import läuft über unterstützte Broker oder manuell. Für Anleger, denen die reine Vermögensübersicht genügt, ist das die zugänglichere Lösung.

getquin

getquin verbindet Depotverfolgung mit einer sozialen Komponente. Nutzer teilen Portfolios und diskutieren Positionen. Das ist Geschmackssache, die App wird mit 4,5 Sternen aus über 8.000 Bewertungen aber deutlich besser beurteilt als die von extraETF.

Portfolio Performance

Portfolio Performance ist der Sonderfall: kostenlose Open-Source-Software, die lokal auf dem eigenen Rechner läuft. Es gibt keine Cloud, keine Depotverknüpfung und keine App, dafür bleiben alle Daten auf dem eigenen Gerät. Wer den Datenzugriff scheut und Einarbeitung nicht fürchtet, bekommt hier die gründlichste Auswertung ohne laufende Kosten.

Für wen lohnt sich extraETF?

Das Werkzeug spielt seine Stärken bei einer bestimmten Sorte Anleger aus. Drei Konstellationen lassen sich klar unterscheiden, abhängig von der Zahl deiner Depots und deinem Anlagehorizont.

Klar sinnvoll ist die Plattform bei mehreren Depots bei deutschen Brokern. Genau dann greift der Auto-Sync, und genau dann liefert die Überschneidungsanalyse Erkenntnisse, die keine einzelne Depotansicht zeigen kann. Wer drei Depots und ein halbes Dutzend ETFs hält, findet hier zuverlässig das eigene Klumpenrisiko.

Für Einsteiger mit einem Depot reicht der kostenlose Tarif. Ein Portfolio, Basisanalyse und Import sind enthalten, und mehr braucht es am Anfang nicht. Der Wechsel auf ein Abo kann warten, bis die Grenzen tatsächlich stören.

Wenig geeignet ist extraETF für zwei Gruppen. Wer sein Vermögen überwiegend außerhalb von Wertpapieren hält, also in Immobilien, P2P-Krediten oder Beteiligungen, findet dafür keinen Platz. Und wer hauptsächlich mobil arbeiten will, sollte den Zustand der App vorher selbst prüfen. Für kurzfristig orientierte Trader ist das Werkzeug ohnehin nicht gebaut: Es zeigt die Vermögensentwicklung, nicht den Chart, und ersetzt keine Handelsplattform.

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Fazit: lohnt sich extraETF und sein Portfolio Tracker?

Die ehrliche Antwort lautet: Das Produkt ist besser geworden, der Service nicht. Der Relaunch hat die größte Schwäche des alten Finanzmanagers beseitigt. Die frühere Kritik am reinen Handimport ist erledigt, heute stehen Auto-Sync, PDF- und CSV-Import bereit. Wer noch Testberichte mit dieser Kritik liest, liest einen veralteten Stand.

Gleichzeitig hat der Umbau Vertrauen gekostet. Die Bewertungen nach dem Relaunch sind deutlich schlechter als die davor, und die Beschwerden über wochenlange Reaktionszeiten im Support wiegen bei einem Bezahlprodukt schwer. Dass die App seit Dezember 2025 kein Update bekommen hat, passt in dieses Bild.

Unterm Strich bleibt ein starkes Analysewerkzeug mit schwacher Betreuung. Für Anleger mit mehreren deutschen Depots, die Wert auf eine saubere Auswertung legen und den Weg über den Browser gehen, ist der Portfolio Tracker eine gute Wahl. Der kostenlose Tarif macht den Test risikolos, und genau so würde ich vorgehen: erst das eigene Depot verbinden, die Analyse ansehen und anschließend entscheiden, ob ein Abo den Preis wert ist.

Häufige Fragen zu extraETF

Was ist extraETF?

extraETF ist ein deutsches Anlegerportal der Isarvest GmbH aus München. Es bündelt eine ETF-Datenbank, Finanzrechner, Musterportfolios und den Portfolio Tracker, mit dem sich Depots überwachen und analysieren lassen.

Ist extraETF kostenlos?

Teilweise. Der Tarif Free ist dauerhaft kostenlos und umfasst ein Portfolio, eine Watchlist, einen Kursalarm sowie den Datenimport. Für mehrere Portfolios, die vollständige Analyse und den Datenexport braucht es eines der beiden kostenpflichtigen Abos.

Wie seriös ist extraETF?

Der Anbieter ist transparent aufgestellt. Hinter der Plattform steht eine im Handelsregister München unter HRB 168112 eingetragene GmbH mit benanntem Geschäftsführer. extraETF ist allerdings kein Broker: Es verwahrt kein Geld und keine Wertpapiere, sondern liest ausschließlich Depotdaten.

Kann ich mein Depot automatisch verbinden?

Ja, bei den meisten deutschen Brokern. Die Auto-Sync-Funktion unterstützt unter anderem Trade Republic, Scalable Capital, comdirect, ING, DKB und flatex. Bei ausländischen Depotbanken funktioniert die direkte Verbindung nicht, dort bleiben PDF-, CSV- oder manueller Import.

Warum ist der Trustpilot-Score so niedrig?

Weil Trustpilot aktuelle Bewertungen stärker gewichtet. Zwar vergeben 58 Prozent aller Bewerter fünf Sterne, diese Stimmen stammen aber überwiegend aus den Jahren vor dem Relaunch 2025. Die jüngeren Bewertungen kritisieren vor allem Support und Umstellungsfehler und drücken den Wert auf 2,6.

Gibt es extraETF als App?

Ja, für iOS und Android. Die App ist allerdings die schwächste Komponente des Angebots: Sie kommt auf 3,1 beziehungsweise 2,8 Sterne und wurde zuletzt am 9. Dezember 2025 aktualisiert. Nutzer bemängeln vor allem lange Ladezeiten.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels handelt seit 1978 an den Finanzmärkten und führt als Gründer die Kagels Trading GmbH. Er arbeitet diskretionär nach Price Action und war 1989 der Erstübersetzer der Elliott-Wellen-Literatur ins Deutsche.

Sein Schwerpunkt liegt im kurzfristigen Handel, nicht im ETF-Sparplan. Werkzeuge wie den extraETF Portfolio Tracker beurteilt er deshalb aus der Perspektive des Praktikers, der Depotüberwachung und Risikostreuung seit Jahrzehnten kennt, ohne selbst Kunde der Plattform zu sein.

Für diesen Artikel wurden alle Angaben im August 2026 an den Primärquellen geprüft: Preise und Funktionen auf der Anbieterseite, Unternehmensdaten im Impressum, Bewertungen bei Trustpilot sowie in Apple App Store und Google Play. Es besteht keine Werbepartnerschaft mit extraETF.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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