Musterdepots – Börsenhandel ohne echtes Geld (2020)

Wer neu an der Börse ist oder auch neue Strategien ausprobieren möchte, der hat meist wenig Interesse ordentlich Spielgeld für einen Test oder für das Üben mit neuen Strategien auszugeben. Denn dieses Geld will man natürlich an anderer Stelle investieren. Um aber trotzdem so echt wie möglich trainieren zu können, bieten einige Broker sogenannte Musterdepots, bei manchen auch Demokonto genannt, an. Diese bieten die Möglichkeit rein in der Theorie und ohne finanzielle Verpflichtungen zu testen, zu üben, zu verwerfen und sich und seine Strategie zu perfektionieren.

Was ist ein Musterdepot?

Ein Musterdepot (oder auch Musterportfolio) ist eine große Spielwiese, auf der man sich als Anleger ohne den Einsatz von echtem Geld austoben kann. Da der Börsenhandel heutzutage nicht mehr vom Börsenmakler und dem Parketthandel abhängt, kann man mit echtem Geld online handeln. Beim Musterdepot handelt man einfach mit virtuellem Geld online. Der Vorteil, alle möglicherweise entstehenden Verluste sind bei einem Musterdepot rein fiktiv und erfordern keinen Ausgleich mit dem privaten Vermögen. Das ist allerdings auch ein Nachteil, denn in der Folge sind auch alle Gewinne rein fiktiver Natur. Nicht fiktiv sind dabei aber die Börsenkurse. Diese sind echt und bei den meisten Brokern mit den gleichen Live Daten versehen wie im echten Handel.

Musterdepots eignen sich also gerade für Anfänger, die mit der Börse wenig Berührung haben und einfach mal den Börsenhandel ausprobieren wollen. Auch erfahrenere Anleger sind immer wieder auf der Suche nach neuen Strategien oder wollen bestehende optimieren. Dafür eignen sich Musterdepots auch sehr gut, da man mit diesen heutzutage sehr viele verschiedene Produkte handeln kann. Einige Plattformen bieten auch Einsicht in die Musterdepots von erfahrenen Tradern, was gerade für Anfänger sehr interessant sein kann. Dies ist letztlich eine Art des Social Tradings im fiktiven Bereich. Wie beim Social Trading kann man transparent mitverfolgen, welche Käufe und Verkäufe der jeweilige Trader tätigt und wie seine Strategie ausfällt. Dabei können Neulinge einiges lernen.

Wieso sollte man ein Musterdepot benutzen?

Bis vor einigen Jahren gab es deutlich weniger Musterdepots. Da hat man sich als Anfänger und Profi in manchem Börsenspiel mit einem solchen Musterportfolio von den bekannten Banken und Broker ausprobieren können, aber mehr gab es nicht. Der Wunsch nach einer Spielwiese für Trades ist bei den Anlegern aber immer größer geworden, weswegen die Anzahl und die Möglichkeiten im Umgang mit dem Musterdepot immer weiter gestiegen sind.

Heutzutage stellt ein solches Musterdepot für alle Anlegertypen, egal ob viel oder wenig Erfahrung oder ob es sich um Aktien und deren Kennzahlen (gut durch Aktienscreener zu analysieren), CFDs oder Optionen handeln soll, eine attraktive Testmöglichkeit dar.

Besonders gut sind Musterdepots, die den Börsenhandel, abgesehen vom Geld, zu 100 Prozent realistisch abbilden. So lernen Börsenanfänger zum Beispiel wie es ist eine Dividende zu kassieren, wie sich deshalb der Kurswert der Aktie und der Stand des Depots verändern. Ebenso entstehen auch beim Musterdepot Transaktionskosten durch die sich die Anleger ein Bild davon machen können mit welchen Positionsgrößen man handeln sollte. Damit kann man den Umgang mit einem Aktiendepot sehr gut üben, bevor man sich mit dem privaten Vermögen in den Börsenhandel stürzt.

Musterdepots für erfahrene Trader?

Die oben beschriebenen Vorteile beziehen sich überwiegend auf Anfänger und man muss sich fragen, welchen Nutzen ein Musterdepot für einen erfahrenen Anleger haben kann. Letztlich hat jemand mit Erfahrung sicherlich bereits ein Gespür für Dividenden, Transaktionskosten und den Chancen und Risiken von Investments wie mit Pennystocks oder einem Leerverkauf. Allerdings lassen sich auch die Kenntnisse von erfahrenen Anlegern mit Demokonten sehr gut ausbauen.

Jedem Trader sollte etwas daran liegen, die eigenen Strategie zu verfeinern und stetig erfolgreicher zu werden. Wenn man nun eine neue Strategie unverbindlich testen möchte, wäre es schade dabei echtes Geld mit ungewissem Ausgang zu setzen. Mit einem Musterportfolio lässt sich ein solcher Test sehr gut durchführen und hilft also auch erfahrenen Anlegern dabei neue Kenntnisse zu erlangen.

Einige Anleger haben sich zum Beispiel ein breites Wissen über den normalen Aktienhandel von in- und ausländischen Unternehmen angehäuft und verstehen das eigentliche Börsenspiel sehr gut, wollen jetzt aber mit CFDs oder Optionsscheinen das Portfolio erweitern. Mit einem Musterdepot kann das einfache Training dazu beginnen. Wenn man dann eine erfolgreiche neue Strategie entwickelt hat, ist es deutlich sinnvoller mit echtem Geld zu handeln.

Wie viel kostet ein Musterdepot?

In der Regel sind Musterdepots kostenlos und können nach einer einfachen Anmeldung beim jeweiligen Broker benutzt werden. Somit muss man kein echtes Geld aufwenden, um mit fiktivem Geld an der Börse zu investieren. Die entstehenden Kosten in Hinblick auf die Transaktionskosten etc. werden vom fiktiven Konto abgebucht und stehen in keiner Verbindung mit dem echten Konto.

Man muss bei den meisten Brokern auch kein eigenes Konto oder gar Depot besitzen, um ein Musterdepot zu eröffnen. Dies geht in der Regel auch so. Das Ziel des jeweiligen Brokers ist natürlich, dass der Testende früher oder später von einem Musterdepot auf ein richtiges Depot wechselt.


Funktionen von Musterdepots

Für gewöhnlich gibt es im Aussen und der Handhabung keinen Unterschied zwischen einem richtigen Depot und dem Musterdepot. Die Broker wollen ja auch den späteren Umstieg erleichtern und müssen so ihr System nur einmal programmieren und dann in beiden Varianten zur Verfügung stellen.

Mit jedem Demokonto werden die Grundlagen wie der Kauf und Verkauf von Aktien ermöglicht. Bei den meisten geht es aber noch weiter und der Handel mit Optionen, Knockout-Zertifikaten oder CFDs sind kein Problem.

Weitere Funktionen wie eine genaue Übersicht über die Käufe und Verkäufe sowie die aktuellen Kurse und Kursentwicklungen sollten zum Standard gehören. Auf diese Weise kann jeder Musteranleger seine Gewinne und Verluste auf einen Blick nachvollziehen. Ausführliche Börsencharts, Beobachtungslisten oder Unternehmensinformationen werden normalerweise auch bereitgestellt.

Bei manchen Anbietern gibt es noch weitere Funktionen wie App-Anwendungen oder einen Kursalarm per E-Mail, WhatsApp oder Ähnlichem. Diese Funktionen sind aber häufig kostenpflichtig. Auch Echtzeitdaten sind bei manchen Musterportfolio nicht in der Grundausstattung mit dabei. Hier lohnt sich der jeweilige Vergleich der einzelnen Depots. Weiter unten sind ein paar der gängigsten Broker für Demokonten aufgeführt.

Welches Musterdepot soll man wählen?

Je nach gewünschtem Nutzen, den Möglichkeiten und den angebotenen Produkten können unterschiedliche Demokonten in Frage kommen. Ein unerfahrener Neuling sollte sich erst einmal mit dem gewöhnlichen Aktienhandel auseinandersetzen, bevor er mit Optionen oder CFDs hantiert. Ein erfahrener Anleger will sich vielleicht im Daytrading oder Swingtrading weiterbilden und setzt deshalb eher auf Kursalarme. Um eine grobe Einschätzung zu geben, welche Funktionen ein Musterdepot für einen Börsenneuling bzw. einen erfahrenen Trader mitbringen sollte, gibt es hier eine kurze Übersicht:

BörsenneulingErfahrene Trader
Handel mit Aktien
übersichtliche Darstellung von Kursen und Charts
fiktive Kosten und Gewinne durch Dividenden, Ordergebühren
Darstellung von Gewinnen und Verlusten
kostenlos
Handel mit Optionsscheinen,
Knockout-Zertifikaten, CFDs etc.
kostenpflichtige Zusatzelemente wie Kursalarme, Apps

Das beste Musterdepot finden?

Es gibt mittlerweile unzählige Musterdepots, weswegen man kaum sagen kann, welches das Beste von allen ist. Vielmehr kommt es stark darauf an, was man mit dem Demokonto testen will und welche Funktionen man dafür benötigt. Die Demokonten der meisten bekannten Broker haben ohnehin die gleichen Funktionen und es kommt vorwiegend auch auf das Ziel des Nutzers an. Manchmal entscheidet auch das Design oder eine intuitivere Bedienung des Depots. Das Angebot an Produkten und Aktien spielt bei einem Musterdepot für Anfänger sicherlich eine kleinere Rolle. Erfahrene Trader sollten natürlich darauf achten, was es für Funktionen und Möglichkeiten gibt oder eben nicht gibt.

Der große Musterdepot-Vergleich

Um ein paar gängige Musterdepots kennenzulernen, werden nachfolgend einige Anbieter und deren Demokonten knapp mit ihren Funktionen, Vor- und Nachteilen vorgestellt. Die Reihenfolge stellt ein kleines Ranking dar. Dies spiegelt aber nur unsere Sicht wider und muss nicht als allgemein gültiges Vergleichsranking verstanden werden. Der CFD Broker Plus500 ist dabei ausgenommen, weil er ein ganz anderes Produktportfolio abbildet. Da ein CFD Musterkonto aber für einige Anleger von Relevanz ist, wird dies hier ebenso vorgestellt.

Comdirect Musterdepot

Comdirect Logo Musterdepot

Comdirect an sich ist eine Online-Bank, die Börsenhandel anbietet. Damit handelt es sich hier um ein Musterdepot einer Bank und nicht von einem Broker. Dieser Unterschied spielt in der Handhabe aber nahezu keine Rolle.

Das Musterportfolio ist kostenlos und man kann sogar mehrere Depots gleichzeitig haben. Das eignet sich vor allem für die Anwendung verschiedener Strategien, um diese dann direkt miteinander zu vergleichen. Man kann dieses Musterdepot zeitlich unbegrenzt verwenden und es bei Wunsch auch über einige Wochen bis hin zu einigen Jahren laufen lassen.

Der größte Vorteil des Comdirect Musterdepots liegt in der Watchlist. Hier kann man wie bei einem echten Depot Aktien in die eigene Watchlist aufnehmen, um die gewünschten Aktientitel besser verfolgen zu können. So muss man nicht immer wieder danach suchen, sondern hat deren Performance auch gleich auf einen Blick. Dazu gibt es das Musterdepot auch in der eigenen App, somit kann man leicht mit dem Smartphone traden.

Man kann bei diesem Depot Aktien, Indizes, Währungen und Zinsen beobachten und handeln. Besonders nett ist auch die Möglichkeit der Kauflimits. Comdirect-Kunden können auch ihr bereits existierendes reales Depot importieren und dann daran ein bisschen herumspielen.

Ein Nachteil besteht allerdings in der Datenaufbereitung. Wer Realtime Kurse will, bekommt diese nur als Kunde der Comdirect. Alle anderen müssen sich mit weniger häufig gestellten Kursen am Tag zufrieden geben.

OnVista Musterdepot

OnVista Logo Musterdepot

Das OnVista Depot gilt weithin als Marktführer unter den Musterdepots, bietet in unseren Augen aber einen Hauch weniger als die Comdirect. Generell genießt OnVista aber einen guten Ruf und bietet seinen Nutzern in allen Bereichen sehr umfassende Programme und Möglichkeiten.

Bei OnVista kann man eine Vielzahl an Produkten handeln, so stehen neben Wertpapieren auch Fonds und ETFs, sowie Anleihen, Optionen oder Zertifikate zur Verfügung. Das Produktportfolio ist also breitgefächert und bei OnVista finden sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene ein sehr gutes Musterdepot.

Das Depot ist kostenlos und man kann es wie bei der Comdirect zeitlich unbefristet nutzen. Um verschiedene Strategien zu testen, sind 15 Musterdepots gleichzeitig möglich, deren Erfolg man in gut aufbereiteten Listen und Charts verfolgen kann. Die Aktien Watchlist ist auch erwähnenswert und kann sowohl über den Browser als auch über die hauseigenen App eingesehen und verwaltet werden.

Allerdings gibt es die Realtime-Kurse nur gegen Gebühr, weswegen wir die Comdirect, die dies immerhin ihren Kunden ermöglicht und gleichzeitig Alarme und Limits bereitstellt, ein bisschen favorisieren.

Letztlich ist das Gesamtpaket von OnVista aber auch sehr gut.

S-Broker Musterdepot

S-Broker logo Musterdepot

Einige Börsenneulinge arbeiten mit dem S-Broker, dem Broker der Sparkassen, da sie dort ohnehin Kunden sind. Das macht am Anfang durchaus auch Sinn, weil die Eröffnung und Verwaltung des Depots keinen Wechsel der Hausbank darstellt. Um ein Musterdepot des S-Brokers zu benutzen, muss man allerdings kein Sparkassenkunde sein.

Das Musterportfolio des S-Broker ist kostenlos und kann zeitlich unbegrenzt benutzt werden. Wie bei der Konkurrenz sind auch mehrere Depots gleichzeitig möglich, damit man sich in alle Richtungen ausprobieren kann. Eine Watchlist für die gewünschten Aktien gibt es auch. Durch die S-Broker App kann auch das Musterdepot verwaltet werden. Nett ist zudem die Limitfunktion. Hier kann jeder Nutzer eigene Limits setzen und wird bei Erreichen des Limits über eine E-Mail benachrichtigt.

Doch auch beim S-Broker sind die Kurse nicht realtime abgebildet und die Produktauswahl ist generell eingeschränkter. Dies geht allerdings mit dem „echten“ S-Broker einher. Einen weiteren Abzug gibt es dafür, dass bei der Anmeldung zum Musterdepot des S-Brokers neben der Mailadresse auch eine Postadresse und das Geburtsdatum notwendig sind. Für ein zwangloses Musterdepot werden hier etwas zu viele nicht notwendige Daten verlangt.

Musterdepot von Börse ARD

Börse ARD Logo Musterdepot

Die ARD bietet eine recht umfassende Börsenabteilung an und dort ist auch deren Musterdepot zu finden. Dieses bietet im Vergleich zu den anderen ein bisschen abgespecktere Möglichkeiten, ist aber aber ebenso kostenlos. Wie bei den anderen ist das Führen des Depots zeitlich unbegrenzt und man kann mehrere Musterdepots gleichzeitig unterhalten. Eine Watchlist gibt es auch, welche recht übersichtlich gestaltet ist. Zudem ist die gesamte Seite sehr übersichtlich und besonders nett sind die verschiedenen Möglichkeiten zur Depotanalyse. Da könnten sich manche Konkurrenten noch eine kleine Scheibe abschneiden.

Dieses Musterportfolio verzichtet gänzlich auf zahlungspflichtige Zusatzangebote, was im Gegenzug aber dafür sorgt, dass Realtime-Kurse nicht abgebildet werden können. Eine extra App sucht man ebenso vergeblich.

Das Musterdepot von Börse ARD ist allgemein recht schlicht und einfach gehalten und damit eher etwas für die Minimalisten unter den Musterdepot-Suchenden.

kostenloszeitliche Begrenzungverschiedene/mehrere DepotsWatchlistAppRealtime-Kurse
Comdirectunbegrenztnur für Kunden
OnVistaunbegrenztgegen Gebühr
S-Brokerunbegrenzt
Börse ARDunbegrenzt

CFD Musterdepot von Plus500

Plus 500 Logo Musterdepot

Um noch eine andere Kategorie von Musterdepots einzuführen, soll das CFD Musterdepot von Plus500 als Beispiel dienen. Hier gibt es ein Musterdepot spezialisiert auf den Handel mit CFDs. Dies geht zwar auch in Ansätzen bei der Comdirect oder OnVista, ist aber dort einfach nicht wirklich zuhause. Stattdessen findet man mit dem Plus500 Musterdepot ein kostenloses Demokonto, bei dem man sich nach Lust und Laune mit dem Handel von CFDs auseinandersetzen kann.

Die Anmeldung ist besonders einfach und beispielsweise auch mit dem jeweiligen Google-, Facebook- oder Apple-Konto möglich. Sobald man sich angemeldet hat, stehen einem als Nutzer vielfältige Möglichkeiten mit Watchlists, Kaufoptionen etc. zur Verfügung. Da Realtime-Kurse für den Handel mit CFDs sehr wichtig sind, ist dies bei Plus500 schon standardmäßig mit im Musterdepot dabei. Durch die entsprechende App lässt sich das Ausprobieren auch sehr leicht auf das Smartphone verlagern.

Auch andere Anbieter wie Flatex oder Admiralmarkets bieten kostenlose CFD Musterdepots an. Auf diese wollen wir an der Stelle aber nicht näher eingehen.

Wie funktioniert die Einrichtung eines Musterdepots

Die Einrichtung eines Musterdepots ist in der Regel sehr einfach und setzt nicht zwingend voraus, dass man Kunde der jeweiligen Bank oder des Brokers ist. Mit unserer einfachen Schritt für Schritt Anleitung kann dann nicht mehr viel schief gehen.

  1. Man sucht sich den passenden Anbieter nach Wünschen und Anforderungen an ein Musterdepot aus.
  2. Nachdem man den Anbieter gefunden hat, registriert man sich auf deren Webseite für ein Musterdepot oder manchmal auch Demokonto genannt. Hierfür ist meistens nur die Mailadresse und der Name wichtig (abgesehen vom S-Broker, wie oben erklärt).
  3. Jedes Musterdepot ist im Design und der Bedienung ein bisschen anders. Machen Sie sich durch die bereitgestellten Tutorials und Anleitungen mit der Bedienung des Musterdepots vertraut. Dann können Sie dieses umso besser einrichten.
  4. Nachdem alles eingerichtet ist, können Sie mit dem Handel auf der Spielwiese beginnen. Nutzen Sie die Möglichkeit verschiedene Depots einzurichten und testen Sie gleichzeitig mehrere Strategien gegeneinander. Dies kann sich lohnen, um schneller zur besten Strategie zu gelangen.

Anfängertipps für das Musterdepot

Ein Musterdepot erlaubt zwar das Handeln mit purer Ahnungslosigkeit, doch sollte man auch hier ein paar Tipps von erfahreneren Börsianern beachten, um sinnvoller und schneller zum gewünschten Erfolg zu gelangen.

  • Wie bei einem echten Depot sollte man immer auf die Diversifikation achten. Tesla ist zwar ein toller Hype und kann gut weiterlaufen, aber es macht mehr Sinn sich auf zehn bis zwanzig Aktien aus allen Branchen zu konzentrieren. Durch die Streuung gelangt man zu einer ausgewogeneren Strategie und gleicht Verluste der einen Branche mit Gewinnen der anderen aus.
  • Das Musterportfolio bietet zwar meistens sehr viel fiktives Geld zum Handeln, doch nützt es nicht viel, wenn Sie mit fünf- bis sechsstelligen Beträgen handeln und mit echtem Geld nur im unteren vierstelligen oder gar dreistelligen Eurobereich agieren würden. So erhalten Sie eher ein Gefühl von Casino als eine realistische Einschätzung Ihrer Möglichkeit. Schätzen Sie deshalb auch beim Musterdepot ein, wie Sie in echt handeln würden und setzen Sie dies so um.
  • Handeln Sie so realistisch wie möglich: Würden Sie mit Ihrem echten Geld wild und wahllos zocken oder auf Analysen aufbauend handeln? Ein Zocker-Musterdepot kann man unterhalten, es sollte aber nicht das primäre Ziel sein. Denn Sie wollen ja etwas lernen und nicht Roulette spielen.
  • Zufälle und Börse können zwar ab und an Gewinne abwerfen, letztlich ist aber eine sinnvolle Strategie der Schlüssel zum Erfolg. Überlegen Sie sich deshalb schon vor dem Handeln mit dem Musterdepot eine Strategie und kaufen Sie nicht wahllos drauf los.
  • Wo liegen Ihre eigenen Stärken und Wissensgebiete? Nutzen Sie dieses Wissen über Branchen und Unternehmen für Ihr Handeln.
  • Schauen Sie sich ruhig Musterdepots von Profis an. Man kann im Leben immer von anderen lernen. Solche Musterdepots finden sich online beim Handelsblatt oder auch bei Der Aktionär.
  • Handeln Sie nur Anlageprodukte, die Sie verstehen. Diese Regel gilt für fiktives und echtes Geld. Sonst kann es schnell zu unangenehmen Verlusten kommen.

Risiken bei Musterdepots

Eigentlich weisen Musterdepots keine wirklichen Risiken auf. Denn man handelt mit Spielgeld und kann kaufen und verkaufen wie immer man möchte. Eine Nachschusspflicht oder Ähnliches entsteht beim Benutzen eines Musterdepots nicht. Allerdings gibt es ein psychologisches Risiko, das man nicht unterschätzen sollte, wenn man vom Musterdepot auf ein echtes Depot wechselt.

Solange man mit Spielgeld handelt, kann man kein eigenes Geld verlieren. Das verlockt den ein oder anderen sicherlich zum Einsatz größerer Summen oder dem Trading von riskanteren Titeln und Strategien. Deshalb muss man sich fragen, ob man das auch mit seinem echten Geld so leichtfertig tun würde. Wiederum ist die Angst und Sorge um echtes Geld bei den meisten Anlegern, gerade unerfahrenen Anfängern, immer gegenwärtig. Wenn man nun eine risikoreiche Strategie mit dem Musterdepot testet und dies schiefgeht, dann war es eben so. Passiert das mit echtem Geld und die Trades geraten alle zweistellig ins Minus, könnte so mancher Anleger aus Panik sein Geld abziehen. Und Panik ist an der Börse selten ein guter Handelspartner.

Deshalb sollten sich alle Anleger bewusst machen, dass die Hemmschwelle für manchen Trade mit einem Musterdepot deutlich geringer ist. Wer das weiß, kann darauf achten und mit dem Spielgeld nur so investieren, wie man es mit echtem machen würde. Oder aber man behält im Hinterkopf, dass man mit dem eigenen Geld nicht so leichtfertig umgehen kann und sollte, wie vielleicht mal im Musterdepot ausprobiert.

Fazit zu den Musterdepots

Abschließend lässt sich sagen, dass diese Testdepots eine gute und vor allem kostenlose Möglichkeit sind, um sich mit den Gesetzen und Begebenheiten der Börse auseinander zu setzen. Anfänger können jede Menge lernen, ohne dabei echtes Geld aufwenden und eventuell verlieren zu müssen, weswegen sich Musterdepots für diese besonders eignen. Erfahrene Trader können Demokonten aber ebenso nutzen, um beispielsweise neue Strategien zu testen oder sich im Handel mit neuen Anlageklassen zu versuchen.

Die verglichenen Musterdepots bieten alle gute Produkte mit denen man bedenkenlos in den fiktiven Aktienhandel einsteigen kann. Je nach dem, welche individuellen Vorstellungen und Anforderungen man an das Musterdepot stellt, sollte man sich dann den Anbieter auswählen.

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