Was sind Knock-Out Zertifikate? (Update 2020 mit Beispielen)

Knock-Out Zertifikate, auch als Turbos bekannt, gehören zu der Gruppe der Hebelzertifikate. Diese ermöglichen Anlegern auf verschiedene Basiswerte zu spekulieren, wie zum Beispiel Aktien, Währungen, Rohstoffe, Indizes usw. Das Besondere hierbei ist, dass Knock-Out Zertifikate einen sehr hohen Hebel aufweisen können. Zusätzlich sind diese mit einer Knock-Out Struktur ausgestattet. Die Knock-Out Struktur wird auch Barrier-Option genannt. In diesem Beitrag werden wir uns die Knock-Out Zertifikate genauer anschauen.

Der Hintergrund zur Entstehung

Bereits im Jahr 2001 kamen die ersten Produkte mit einer Knock-out-Struktur auf den Markt. Daher bekamen diese den Namen „Knock-out-Produkte“. Die verschiedenen Konstruktionen weisen heute unterschiedliche Namen auf. Diese lauten zum Beispiel Turbo-Zertifikate, Mini Future Zertifikate oder auch Turbo-Optionsscheine.

Knock-Out-Zertifikate entstanden aufgrund der Tatsache, dass viele Trader bei hohen implizierten Volatilitäten unzufriedene Erfahrungen mit Standard-Optionsscheinen machen mussten. Dadurch waren diese oftmals zu teuer und die Bewegung des Basiswertes wurde aufgrund hoher Zeitwerte nur bedingt vollzogen. Zusätzlich hat eine abnehmende Volatilität negative Auswirkungen auf die Preisbildung.

Daher wurden Knock-Out-Produkte geschaffen, welche Anleger die Möglichkeit bieten mit einem hohen Hebel zu spekulieren und gleichzeitig die implizierte Volatilität kaum einen Einfluss hat. Dies sorgte für eine neue Transparenz bei der Preisbildung und daher fanden diese Produkte schnell ein hohes Interesse.

Das Bild zeigt eine Übersicht zu strukturierten Wertpapieren (Anlageprodukte und Hebelprodukte)
Eine Übersicht über strukturierte Produkte zu denen auch Knock-Out Produkte zählen.
Quelle: https://www.derivateverband.de

Knock-Out Zertifikate erklärt

Anleger können mit Knock-Out Zertifikaten auf fallende und steigende Kurse setzen. Diese sind mit einer Barriere ausgestattet, welche auch als Knock-Out Schwelle bezeichnet wird. Wird diese Barriere unterschritten, so tritt in der Regel ein Totalverlust ein und das Produkt verfällt wertlos. Enthält das Knock-Out Zertifikat ein Geld-zurück-Element, so wird im Falle des Knock-Out ein im vorab festgelegter Betrag ausgezahlt.

Aufgrund des Risikos des Knock-Outs ergeben sich hier entsprechend hohe Gewinnchancen, welche durch den hohen Hebel ermöglicht werden. Je näher sich der Preis an der Barriere befindet, desto höher ist der Hebel.

Der Hebel wird dadurch ermöglicht, in dem der Emittent den Teil des Basiswertes finanziert, der nicht vom inneren Wert abgedeckt wird. Für diesen Teil den der Emittent finanzieren muss, fallen Finanzierungskosten an, welche über das Aufgeld verrechnet werden.

Zusätzlich zum Aufgeld kann auch ein Risikozuschlag für mögliche Gaps fällig werden. Des Weiteren gibt es auch Währungseffekte zu beachten, sofern der Basiswert in einer anderen Währung als das Knock-Out Zertifikat notiert.

Welche Unterschiede gibt es bei Knock-Out Zertifikaten?

Bei Knock-Outa ist die Laufzeit eines der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale. Es gibt somit Produkte mit und ohne Laufzeitbegrenzung (Open End).

Die Laufzeitbegrenzung reicht hierbei von einem Tag bis zu mehreren Monaten. Somit wird jeder Anlegertyp bedient und kann die für sich passende Laufzeit auswählen.

Auch gibt es verschiedene Varianten hinsichtlich der Knock-Out Handelszeiten.

Es gibt Produkte, bei denen die Knock-Out Barriere nur während der üblichen Handelszeit berücksichtigt, aber auch wiederum andere Variationen, bei denen die Barriere zusätzlich auch vor- und nachbörslich mit berücksichtigt wird.

Wird die Knock-out-Barriere während der Laufzeit verletzt, so verfällt das Zertifikat wertlos. Auch gibt es Knock-Out Produkte, welche über ein eingebautes Absicherungslevel verfügen.

Welche Tools gibt es für die Suche von Knock-Out Zertifikaten?

Es gibt verschiedene Tools für die Suche von Knock-Out Zertifikaten.

Zum Einen bieten die jeweiligen Emittenten eigene Suchfunktionen an, so dass man das für sich passende Produkt aussuchen kann. So lässt sich hier nach Markt, Laufzeit, Basispreis usw. filtern.

Doch gibt es auch Tools zur Suche, welche unabhängig von Emittenten sind.

Zum Beispiel bietet die Börse Stuttgart solch ein Tool an.

Bild zeigt den Knock-Out Finder der Börse Stuttgart
Knock-Out Finder der Börse Stutgart

Weitere Tools sind beispielsweise der Derivatefinder auf Finanzen100 oder Onvista.

Worauf sollte man bei der Auswahl von Knock-Out Zertifikaten achten?

Bei der Auswahl eines Knock-Out Zertifikates sind verschiedene Faktoren zu beachten.

Zum Einen sollte man sichergehen, dass man die richtige Variation ausgesucht hat. Dies beinhaltet den Basiswert, die Laufzeit und die Knock-Out Schwelle. Bei der Knock-Out Schwelle sollte beachtet werden, dass es Produkte mit und ohne Stop-Loss Absicherung gibt. So können auch hier noch einmal Unterschiede hinsichtlich der Risikobereitschaft berücksichtigt werden.

Zusätzlich spielt bei einem Knock-Out mit begrenzter Laufzeit auch das Aufgeld eine Rollte. Auch hierbei gibt es Unterschiede zwischen den Emittenten und die enthaltenen Finanzierungskosten sollten somit sorgfältig verglichen werden.

Bei Knock-Out Produkten ohne Laufzeit erfolgt die tägliche Verrechnung der Finanzierungskosten über die Anpassung des Basispreises. Bei einem Long-Produkt erfolgt somit täglich eine leichte Erhöhung des Basiswertes. Ohne Berücksichtigung von Kursveränderungen nimmt der innere Wert des Produktes daher sukzessive ab. Da diese Anpassungen vom zugrunde liegenden Marktzins und der vom Emittenten veranschlagten Finanzierungsmarge bestimmt werden, sollten somit dem Marktzins und der Finanzierungsmarge eine hohe Beachtung geschenkt werden.

Bereits geringe Unterschiede können hier schon nach kurzer Zeit zu erheblichen Unterschieden in der Performance führen.

Auch der Spread sollte berücksichtigt werden.

Anleger sollten somit die Angebote der verschiedenen Emittenten vergleichen und das Kleingedruckte lesen, welches im Produktinformationsblatt im Detail beschrieben ist.

Was ist das Produktinformationsblatt?

Das Produktinformationsblatt oder auch Basisinformationsblatt stellt alle wesentlichen Informationen zu dem jeweiligen Produkt zur Verfügung. In dem Fall von Knock-out Produkten also alle wichtigen Details zu dem Knock-out Produkt. Auf wenigen Seiten, in der Regel 2-3 Seiten, sind hier alle Informationen enthalten.

Hierbei handelt es sich aber nicht um Werbematerial. Vielmehr sind diese Informationsblätter gesetzlich vorgeschrieben, um den Anlegern dabei zu helfen, die Art, das Risiko, die Kosten, sowie die möglichen Gewinne und Verluste dieses Produktes zu verstehen. Dadurch wird es auch für den Anleger besser möglich, die Knock-Outs mit anderen Produkten zu vergleichen.

Sofern man sich für die Funktionsweise eines Produktes im Detail interessiert oder es erstmals handeln möchte, sollte man sich unbedingt das Produktinformationsblatt durchlesen.

Wichtig hierbei sind auch die Details bzgl. des Basiswert, Laufzeit, Verfall usw. Nur wenn man die ganzen Details des Produktes kennt, ist ein Handel erst realistisch. Viele Anleger übersehen oft die kleinen Details, welche später für einen Gewinn oder Verlust entscheidend sein können.

Welcher Risikoklassifizierung sind Knock-outs zugeordnet?

Für die Risikoklassifizierung dient der Gesamtrisikoindikator, welcher auch immer im Produktinformationsblatt zu finden ist.

Der Gesamtrisikoindikator hilft Anlegern, das mit diesem Produkt verbundene Risiko im Vergleich zu anderen Produkten einzuschätzen. Er zeigt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass Anleger bei diesem Produkt Geld verlieren, weil sich die Märkte in einer bestimmten Weise entwickeln oder die Emittenten nicht in der Lage sind, diese auszubezahlen.

Hierbei wird auf einer Skala von 1 bis 7 die Risikoklasse eingestuft, wobei 7 der höchsten Risikoklasse entspricht. Das Risiko potenzieller Verluste aus der künftigen Wertentwicklung wird als sehr wahrscheinlich eingestuft.

Sollte der Emittent nicht in der Lage sein auszuzahlen, was einem Anleger zusteht, so könnte dieser das gesamte angelegte Kapital verlieren (Emittentenrisiko).

Dieses Bild zeigt die Risikoklassifizierung von Knock-out Produkten
Knock-out Produkte weisen die höchste Risikoklassifizierung auf.

Besteht bei Knock-outs auch das Emittentenrisiko?

Da Knock-outs auch zu den Hebelprodukte zählen unterliegen diese auch dem Emittentenrisiko.

Der Anleger trägt das Risiko, dass die Emittentin möglicherweise nicht in der Lage ist, ihre Verpflichtungen in Bezug auf das Produkt zu erfüllen – z.B. im Fall
einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen.

Im Falle einer Krise der Emittentin kann eine solche Anordnung einer Abwicklungsbehörde auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens erteilt werden. Dabei stehen der Abwicklungsbehörde weitreichende Eingriffsbefugnisse zu. Unter anderem kann sie Rechte der Investoren auf Null herabsetzen, das Produkt beenden oder in Aktien der Emittentin umwandeln und Rechte der Anleger aussetzen.

Hinsichtlich der grundsätzlichen Rangfolge von Verpflichtungen der Emittentin im Fall von Maßnahmen der Abwicklungsbehörde, wird der Anleger auf www.bafin.de verwiesen und aufgefordert, nach dem Stichwort „Haftungskaskade“ zu suchen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals des Anlegers ist möglich.

Knock-Outs sind eine Schuldverschreibung und unterliegen als solche keinem Einlagensicherungssystem.

Was ist der Unterschied zwischen Optionsscheinen und Knock-Out Zertifikaten?

Der größte Unterschied zwischen Optionsscheinen und Knock-Out Zertifikaten ist sicherlich, dass bei den Knock-Outs der Einfluss der implizierten Volatilität gar nicht oder nur gering ausfällt.

Der Kurs bewegt sich somit relativ mit dem Basiswert. Dies ermöglicht eine einfache und transparente Preisbildung. Auch die ganzen Kennzahlen, wie man sie von Optionsscheinen kennt, fallen weg.

Somit bleibt der Fokus hier auf dem größeren Hebel, welcher durch den geringeren Kapitaleinsatz entsteht. Auch bleibt der Hebel nach dem Einstieg nahezu vollständig konstant.

Zudem verliert der Anleger bei Seitwärtsbewegungen „nur“ die Finanzierungskosten. Der hohe Zeitwertverlust, wie dieser bei Optionsscheinen häufig auftritt, fällt ebenfalls weg.

Doch sollte man bei den ganzen Vorteilen, auch den Nachteil nicht vergessen, der im Verlustrisiko zu finden ist, welches bei Knock-Outs wesentlich größer ist, da während der gesamten Laufzeit die Barriere nicht verletzt werden darf.

Wird diese Barriere jedoch erreicht, so verfällt das Knock-Out Produkt wertlos. Optionsscheine können zwar auch wertlos verfallen, aber es bleibt die Möglichkeit erhalten, dass sie bei einer späteren entgegengesetzten Kursbewegung des Basiswertes bis zum Ende der Laufzeit wieder an „Wert“ gewinnen.

Gibt es auch Knock-Out Zertifikate auf den DAX?

Ja es gibt auch Knock-Out Zertifikate auf den Dax.

Hierbei sollte man aber die Knock-out Zeiten beachten. So gibt es hier auch Produkte, die erweiterte Knock-out Zeiten aufweisen. Dies ist zum Beispiel bei Produkten auf den X-DAX der Fall. Diese können somit auch außerhalb der Xetra-Öffnungszeiten verfallen. Die Zeiten sind hierbei von 08:00 – 22:00 Uhr. Außerhalb der Xetra-Öffnungszeiten wird der DAX-Future als Referenz genommen.

Wie sieht es aus mit Knock-Out Zertifikaten auf Wirecard?

Genauso gibt es auch Knock-Out Zertifikate auf Wirecard.

Besteht bei Knock-Out Zertifikaten eine Nachschusspflicht?

Da der innere Wert bei Knock-Out Zertifikaten nicht negativ sein kann, gibt es keine Nachschusspflicht. Der maximale Verlust ist somit auf den Kaufpreis begrenzt.

Die Vor- und Nachteile von Knock-Out Zertifikaten

Die Vorteile von Knock-Out Zertifikaten sind vielfältig.

Für Privatanleger ist es zum einen der hohe Hebel, welcher große Gewinne mit kleinem Kapital ermöglicht. Da die Volatilität nahezu keinen Einfluss hat, besteht eine transparente Preisbildung. Zudem hat man mittlerweile die Möglichkeit auf sämtliche Märkte Long und Short zu spekulieren.

Außerdem eignen sich Knock-Out Zertifikate aufgrund der verschiedenen Variationen für Day-Trader und Swing Trader.

Hohe Gewinne sind in der Regel mit hohem Risiko verbunden. Bei Knock-Outs ist es nicht anders. Denn bei Erreichen des Knock-Outs droht der Totalverlust und der Knock-Out verfällt somit wertlos, was einem Totalverlust gleich kommt.

Dazu kommt auch, wie bei allen Hebelprodukten, das Bonitäts- bzw. Insolvenzrisiko des Emittenten. Dies war zum Beispiel 2008 bei Lehman Brothers der Fall.

Für wen eignen sich Knock-Out Zertifikate?

Aufgrund der hohen Hebelwirkung eignen sich Knock-Out Zertifikate eher für spekulative Anleger, welche eine konkrete Erwartung zur Entwicklung eines Basiswertes haben und davon überproportional partizipieren möchten.

Wie erfolgt die Besteuerung von Knock Out Zertifikaten?

Laufende Erträge, sowie Veräußerungsgewinne, werden seit der Einführung der Abgeltungssteuer in 2009 mit dem Abgeltungssteuersatz von 25% besteuert. Zu dem Abgeltungssteuersatz kommen noch Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer dazu.

Realisierte Verluste können mit allen anderen Gewinnen aus Kapitalvermögen, wie zum Beispiel Fondserträge, Zinsen, Dividenden, Kursgewinne usw., komplett und unbefristet verrechnet werden.

Der Abgeltungssteuersatz gilt somit für alle Zertifikate.

Bietet Comdirect auch Knock-Out Zertifikate an?

Comdirect bietet alle in Deutschland handelbaren Optionsscheine und somit auch Knock-Out Zertifikate an. Dazu gibt es auch einen eigenen Zertifikate Finder.

Wo können Knock-out Produkte gehandelt werden?

Knock-out Produkte können an den Börsen oder außerbörslich beim Emittenten gehandelt werden. Beim Handel über die Börse fallen je nach Broker Gebühren, sowie Courtage an. Handelt man direkt über den Emittenten, so entfällt die Courtage.

Wer sind die größten Emittenten von Knock-out Produkten in Deutschland?

Laut Statistik des Deutschen Derivate Verband (DDV) ist die Deutsche Bank der Emittent mit den größten Marktanteile nach Marktvolumen. Die Deutsche Bank hat einen Marktanteil von 18,20% bzw. ein Marktvolumen von 165.054.552 gehandelten Knock-Out Produkten.

Danach folgen Commerzbank mit einem Marktanteil von 14,40% und die DZ Bank mit einem Marktanteil von 11,55%.

Tabelle mit Übersicht der Marktanteile von Knock Out Produkten der Emittenten
Eine Übersicht über die Marktanteile von Knock-out Produkten nach Marktvolumen.

Die unterschiedlichen Bezeichnungen der gängigsten Emittenten

Aufgrund der Vielzahl an Emittenten gibt es auch verschiedene Bezeichnungen für die Knock-Out Produkte. Schauen wir uns im Folgenden die Produktnamen der drei größten Emittenten an (nach Marktvolumen – Stand 09/2019):

  1. Deutsche Bank
  2. Commerzbank
  3. DZ Bank

Die Knock-Out Produkte sind bei der Deutschen Bank unter WAVEs zu finden. Hierbei gibt es verschiedene Arten:

  • DayWAVEs (1 Tag Laufzeit)
  • WAVEs Unlimited (Unbegrenzte Laufzeit)
  • WAVEs XXL (Unbegrenzte Laufzeit mit Stop-Loss-Mechanismus)
  • X-WAVEs (Unbegrenzte Laufzeit auf den X-DAX)
  • X-WAVEs Unlimited (Begrenzte Laufzeit auf den X-DAX)

Unter dem Namen Turbo-Optionsscheine sind die Knock-Outs bei der Commerzbank gelistet:

  • Classic Turbo Optionsscheine (Begrenzte Laufzeit)
  • Unlimited Turbo-Optionsscheine (Unbegrenzte Laufzeit)
  • Unlimited Smart Turbo-Optionsscheine (Unbegrenzte Laufzeit – Barriere erst zur Schlussauktion relevant)
  • Unlimited BEST Turbo-Optionsscheine (Unbegrenzte Laufzeit – Basispreis und Barriere sind identisch)
  • X-Classic Turbo Optionsscheine (Begrenzte Laufzeit auf den Zeitraum 08:00 – 22:00 Uhr)
  • X-BEST Turbo-Optionsscheine (Unbegrenzte Laufzeit auf den Zeitraum 08:00 – 22:00 Uhr – Basispreis und Barriere sind identisch )

Bei der DZ-Bank sind die Knock-outs unter Turbos zu finden:

  • Turbos (begrenzte Laufzeit)
  • Endlos Turbos (Unbegrenzte Laufzeit)
  • Mini Futures (Unbegrenzte Laufzeit – Basispreis und Barriere sind nicht identisch)
  • X-Turbos (Begrenzte Laufzeit auf den Zeitraum 08:00 – 22:00 Uhr)
  • X-Turbos Endlos (Unbegrenzte Laufzeit auf den Zeitraum 08:00 – 22:00 Uhr)

Ein Beispiel für einen aktuellen Trade in einem Knock-Out Zertifikat

In dem Beispiel betrachten wir einmal einen Trade in einem Turbo Long auf die Aktie XY.

Beispiel für einen Turbo Long - Basiswert und Aktie
Ein Beispiel für einen Turbo Long auf die Aktie XY und die Details.

Der Erwerbspreis errechnet sich aus der Differenz zwischen dem aktuellen Kurs der XY Aktie – den Basispreis + das Aufgeld:

100 € – 80 € + 2 € = 22 €

Es gibt somit drei Szenarien. Mögliche Dividendenzahlungen werden hierbei nicht berücksichtigt:

  • Szenario 1: Positive Entwicklung der Aktie XY

Die Aktie entwickelt sich positiv und steht am Ende der Laufzeit bei 125€. Dies entspricht einer Rendite von 25% vor Kosten. Die Erwerbskosten betragen 1% des Erwerbspreis (22€ * 1% = 0,22€). Auch bei der Aktie müssen die Erwerbskosten berücksichtigt werden. Diese betragen hier 1€ (100€ * 1%). Somit ergibt sich eine Rendite von 24% (125-1)/100-1 = 0,24. Die Rendite errechnet sich wie folgt: (Preis der Aktie am Laufzeitende – Erwerbskosten)/100-Erwerbskosten).

Unter Berücksichtigung der Erwerbskosten erzielt man mit dem Turbo Long eine Rendite von rund 81% (125-80+1-0,22)/22-1. Dies berechnet sich wie folgt:

(Aktie am Laufzeitende – Basispreis + Erwerbskosten – Erwerbspreis)/Erwerbspreis-Erwerbskosten.

  • Szenario 2: Neutrale Entwicklung der Aktie XY

Die Aktie entwickelt sich neutral, das heißt der Turbo notiert am Ende der Laufzeit in der Höhe des Erwerbspreises + die Erwerbskosten. Somit müsste der Turbo am Laufzeitende bei 22,22€ (22€ + 0,22€) notieren. Der Basiswert müsste somit bei 100,22€ liegen.

  • Szenario 3: Negative Entwicklung der Aktie XY

Erreicht die Aktie XY die Knock-Out Schwelle von 80€ oder fällt darunter, so erleidet der Turbo Long praktisch einen Totalverlust. In der Regel erhält man hier 0,001€ je Turbo. Das bedeutet, dass die Entwicklung der Aktie bei -21% lag (80-1)/100-1 und man damit 100% des Kapital verloren hat.

Das Beispiel zeigt, wie die Hebelwirkung in beide Richtungen wirken kann.

Fazit

Knock-Out Produkte eignen sich aufgrund des hohen Hebels und des Risikos des Totalverlusts eher für spekulative Anleger.

Aufgrund der transparenten Preisbildung und des kaum vorhandenen Einflusses der implizierten Volatilität sind diese Produkte leichter verständlich und bieten auch viele Vorteile gegenüber den klassischen Optionsscheinen.

Zudem gibt es mittlerweile Knock-Out Zertifikate auf eine Vielzahl von Märkten und Basiswerte, so dass sich hier viele Tradingideen umsetzen lassen.

Man sollte sich im Vorfeld aber genau über die Details und die Funktionsweise der Produkte informieren und auch die verschiedenen Bezeichnungen und Variationen der Emittenten beachten.

Dazu dient auch das Produktinformationsblatt, welches noch einmal alle wichtigen Details zu den Bedingungen enthält.

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