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Pivot Points im Trading nutzen (mit Beispielen / 2022)

Die Pivot Points (Pivot Punkte) sind mathematisch berechenbare Punkte im Chart, die oft als Unterstützung und Widerstand dienen. Häufig sind sie potentielle Wendepunkte im Markt oder lassen sich als Indikator für Marktbewegungen nutzen.

Grundlagen der Pivot Punkte (Pivot Points)

Mit Hilfe der Pivot Points kann man sehr einfach und vor allem einheitlich Support und Resistance errechnen.

Es gibt verschiedene Pivot Points. Alle haben eine Gemeinsamkeit:

Sie errechnen sich aus den Hoch- und Tiefpunkten des Vortages (bei den Daily Pivots). Die Pivots sind daher ein gern genutztes Instrument, da sie die wichtigsten Aspekte des Vortages beinhalten.

Die wichtigsten Aspekte sind:

  • Kursschwankung
  • Höchstkurs
  • Tiefstkurs
  • Schlusskurs

Somit fließen die Schwerpunkte des Vortages mit in die Berechnung ein. Ausgehend vom Pivot Point ergeben sich aufgrund der Volatilität die weiteren Unterstützungen bzw. Widerstände.

Die fünf bekanntesten Arten von Pivot Points sind:

  • Standard Pivot Points
  • Fibonacci
  • Camarilla
  • Woodie
  • DeMark

Standard Pivot Points

Die bekanntesten Pivot Points sind die Standard Pivots.

Die Grundlage bildet somit der Pivot Point. Dieser wird wie folgt berechnet:

Pivot = ( H + L + C ) / 3

Man bildet einen Durchschnitt aus dem High, Low und Close. Der somit berechnete Pivot Punkt bildet die Grundlage für die Berechnung der weiteren Unterstützungen und Widerstände. Generell kann man den Pivot Punkt so nutzen, das oberhalb des Pivot Point ein bullischer und unterhalb des Pivot Point ein bärischer Markt unterstellt wird.

Die Unterstützungen und Widerstände errechnen sich wie folgt:

R3 = H + 2 ( Pivot – L)

R2 = Pivot + ( H – L )

R1 = ( 2 x Pivot ) – L

S1 = ( 2 x Pivot ) – H

S2 = Pivot – ( H – L )

S3 = L – 2( H – Pivot )

Diese Punkte werden gerne als Stopp-Loss und Take Profit genutzt. Eine mögliche Vorgehensweise sieht also so aus, dass man bei Erreichen des R3 nach einem Short Scalp Ausschau hält und bei Erreichen von S3 nach einem möglichen Long Scalp sucht.

Pivot Points im Chart - R3, R2, R1 - S1, S2, S§
Ein Beispiel für die Darstellung von Pivot-Points im Chart.


Fibonacci Pivot Points

Die Fibonacci Pivots errechnen den Pivot Point genauso wie den beim Standard Pivot Point. Im Anschluss wird dieser mit den bekannten Fiboanacci Level multipliziert. Viele Trader arbeiten mit dem 38,2 %, 61,8 % und 100 % Retracement. So wird es auch bei den Fibonacci Pivot Points gemacht. Da Fibonaccis sehr beliebt bei vielen Tradern sind, macht es auch durchaus Sinn, diese Multiplikatoren bei den Pivot Points mit einzubeziehen.

R3 = PP + ((High – Low) x 1.000)

R2 = PP + ((High – Low) x .618)

R1 = PP + ((High – Low) x .382)

PP = (H + L + C) / 3

S1 = PP – ((High – Low) x .382)

S2 = PP – ((High – Low) x .618)

S3 = PP – ((High – Low) x 1.000)

Camarilla Pivot Points

Die Camarilla Pivot Points wurden 1989 von dem Bond Trader Nick Scott entwickelt.

Hier liegt der Fokus im Vergleich zu den Standard Pivot Points mehr auf dem Closing. Mit Hilfe dieser Pivot Points errechnet man acht Major Levels (4 Widerstände und 4 Unterstützungen), und jedes dieser Level wird mit einem Multiplikator multipliziert. Die Idee dahinter ist, das jeder Preis die natürliche Tendenz hat, noch einmal zurück zu laufen und das vorherige Closing zu testen.

Die Idee ist somit ähnlich wie bei den Standard Pivots. Bei erreichen von R3 sollte nach Shorts und bei erreichen von S1 nach Longs geschaut werden.

Wird aber R4 oder S4 durchstoßen so lässt dies auf einen sehr starken Intraday Trend schließen und man sollte mit dem Trend handeln.

R4 = C + ((H-L) x 1.5000)

R3 = C + ((H-L) x 1.2500)

R2 = C + ((H-L) x 1.1666)

R1 = C + ((H-L) x 1.0833)

PP = (H + L + C) / 3

S1 = C – ((H-L) x 1.0833)

S2 = C – ((H-L) x 1.1666)

S3 = C – ((H-L) x 1.2500)

S4 = C – ((H-L) x 1.5000)

Das Interessante bei den Camarilla Pivot Points ist, das man die Multiplikatoren durch eigene ersetzen kann und so je nach Markt bzw. Währungspaar höchst interessante Levels erhält.

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Woodie´s Pivot Points

Diese Art von Pivot Points ähneln der Berechnung von Camilla Pivot Points. Auch hier wird der Fokus auf das Closing gelegt. Das Closing wird somit doppelt gewertet.

R2 = PP + High – Low

R1 = (2 X PP) – Low

PP = (H + L + 2C) / 4

S1 = (2 X PP) – High

S2 = PP – High + Low

DeMark´s Pivot Points

DeMark´s Pivot Points lassen sich wie folgt berechnen:

Ist der Close < Open dann X = (H + (L * 2) + C)

Ist der Close > Open dann X = ((H * 2) + L + C)

Ist Close = Open dann X = (H + L + (C * 2))

Daraus lassen sich R1 bzw. S1 und PP wie folgt berechnen:

R1 = X / 2 – L

PP = X / 4

S1 = X / 2 – H

FAQ zu den Pivot Points

1.) Wofür steht das R und wofür das S?

Das R steht für Resistance (Widerstand) und das S für Support (Unterstützung)

2.) Wahr oder Falsch? Pivot Punkte sind für sich alleine ausreichend, um eine nachhaltige Tradingperformance erreichen bzw. Marktanalyse betreiben zu können?

Falsch.

3.) Wie können Range Trader von den Pivot Points profitieren?

Wenn der Preis den oberen Widerstand erreicht, ergibt sich die Möglichkeit, einen Short zu platzieren. Bei Erreichen des unteren Supports kann ein Long platziert werden.

4.) Für welche Art von Trader eignen sich die Pivot Points am Besten?

Daytrader

5.) Wenn ein Range Trader einen Long Trade bei S1 eingegangen ist, wo könnte dann der erste mögliche Take Profit liegen?

PP – der Pivot Point. Denn die Reihenfolge ist wie folgt: S3 > S2 > S1 > PP > R1 > R2 > R3

6.) Welches Closing nutzen Trader in der Regel, um das High, Low, Open und Close der Pivot Points zu berechnen?

New York Closing. Da der Forex Markt ein 24 Stunden Markt ist, nutzen die meisten Trader das New York Closing vom vorherigen Tag um 04:00 pm EST.

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Fazit zur Nutzung der Pivot Points

Die meiste Zeit bewegen sich die Preise zwischen R1 und S1. Pivot Points können sowohl von Range, aber auch von Breakout- und Trendtradern genutzt werden.

Range Trader gehen somit Long in der Nähe von S1 und Short in der Nähe von R1.

Breakout Trader platzieren oft oberhalb von R1 einen Stop Buy und unterhalb von S1 einen Stop Sell.

Trend Trader nutzen Pivot Points oft, um einen bullischen oder bärischen Trend identifizieren zu können und platzieren ihr Take Profit in der Nähe von R3 bzw. S3.

Durch die einfache Nutzung der Pivot Points und der standardisierten Berechnung sind die Pivot Points ein sehr interessantes Trading Tool. Wenn man für sich weiß, welche Pivot Points in welchen Markt bzw. mit welchem Ansatz eine gute Wahrscheinlichkeit aufweisen, erhält man mit Hilfe der Pivot Points gute Levels ohne das man zusätzlich im Chart nach Unterstützungen und Widerständen schauen muss.

Doch wie alle anderen Hilfsmittel und Indikatoren auch sind auch die Pivot Points kein heiliger Gral und haben für sich allein genommen zu wenig Aussagekraft.


Bonus: Daytrading Strategie mit Pivot Punkten (2021)

Was ist die richtige Tradingregel, der alle Candlestick-Experten zustimmen? Candlesticks isoliert anzuwenden, ist nicht gewinnbringend. Daher enthalten viele Candlestick-Tradingstrategien andere Trading Tools zur Bestätigung.

Der Tradingansatz von John Person verwendet Pivot-Punkte zur Bestätigung. In dieser Übersicht benutzten wir eine einfachere Version seiner Tradingstrategie.

Trading Werkzeuge

Pivot-Punkte

Pivot-Punkte sind Kursbereiche, die unter Verwendung von Hoch, Tief und Schlusskurs der Handelssitzung berechnet werden. Diese Kursbereiche sind mögliche Bereiche der Erschöpfung der Kurstätigkeit.

Die Formeln für die allgemeinen Pivot-Punkte lauten:

  • Pivot-Punkt (PP) = (Hoch + Tief + Schlusskurs) / 3
  • Erstes Unterstützungslevel (S1) = (PP x 2) – Hoch
  • Zweites Unterstützungslevel (S2) = PP – (Hoch – Tief)
  • Erstes Widerstandslevel (R1) = (PP x 2) – Tief
  • Zweites Widerstandslevel (R2) = PP + (Hoch – Tief)

Die meisten Chartsoftwareprogramme können die Pivotlevels automatisch graphisch darstellen. Wenn Sie diese von Hand einzeichnen wollen, können Sie den Online-Rechner für Pivot-Punkte (Online Pivot Point Calculator) verwenden, der Angaben bis zum 4. Unterstützungs- und Widerstandslevel liefert.

Doji mit hohem Schlusskurs

John Person entwickelte seine eigenen Candlestick-Tradesignale für seine Tradingstrategie. Der bullische Auslöser für einen Trade ist der Doji mit hohem Schlusskurs.

Grundsätzlich gilt, dass Sie einen Doji abwarten müssen. Daraufhin halten Sie Ausschau nach einem Candlestick, der über dem Hoch dieses Doji schließt. Dies ist unser Kaufsignal.

Doji mit niedrigem Schlusskurs

Der Doji mit niedrigem Schlusskurs ist die bärische Version. Wieder müssen Sie einen Doji abwarten. Aber in diesem Fall suchen wir nach einem Candlestick, der unter dem Tief des Doji schließt, um uns ein Verkaufsignal zu generieren.

Hier mehr über Trading Indikatoren erfahren


Tradingregeln für die Strategie Candlestick und Pivot-Punkt

Tradingstrategie für Long-Positionen

  1. Doji am Unterstützungslevel
  2. Kauf zum Schlusskurs des Doji mit hohem Schlusskurs

Tradingstrategie für Short-Positionen

  1. Doji am Widerstandslevel
  2. Verkauf zum Schlusskurs des Doji mit tiefem Schlusskurs

Tradingbeispiele mit Candlestick und Pivot-Punkt

Gewinntrade – Doji mit hohem Schlusskurs

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1.Mehrfache Dojis als S2 erreicht wird 2. Kerze schließt über dem letzten Doji 3. S1 war ein natürliches Kursziel

Dieser 5-Minuten-Chart zeigt eine vollständige Handelssitzung des ES Futures. Die Kurse fingen unmittelbar nach der Markteröffnung an zu fallen.

  1. Der Kurs/Preis fand Unterstützung bei S2. Die vier Dojis und drei bullische Kursstäbe, die sich in der Nähe von S2 aufhielten, bestätigten die Unterstützung.
  2. Der bullische Schlusskurs über dem letzten Doji bescherte ein Doji-Signal mit einem hohen Schlusskurs.
  3. S1 war das natürliche erste Kursziel.

Verlusttrade – Doji mit tiefem Schlusskurs

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1. Kurse eröffnen mit Aufwärtslücke und steigen stark. 2. Bärische Umkehrkerze gefolgt von zwei Dojis. 3. Kerze schließt unter zwei Dojis.

Dies ist ein weiterer 5-Minuten-Chart des ES Futures. Er zeigt einen Teil der vorherigen Handelssitzung. Die senkrechte Linie teilt die Handelssitzungen.

  1. Die Kurse bildeten eine Kurslücke nach oben uns stiegen rasant über den Widerstand R1.
  2. Der Kursanstieg kam am Widerstand R2 mit einem bärischen Umkehrkursstab vorübergehend ins Stocken. Allerdings kam es nicht zur Fortsetzung der Aufwärtsbewegung, wie die beiden Dojis veranschaulichten.
  3. Dieser Kursstab schloss unter den Tiefs der beiden Dojis, was einen Doji mit tiefem Schlusskurs ergab. Mit unserer Verkaufsposition gerieten wir in einen Verlusttrade, da sich der Aufwärtstrend fortsetzte.
Traden lernen? Mehr erfahren


Abschließende Bemerkungen zu Candlesticks mit Pivot-Punkten

Candlestick-Chartmuster, die sich im Kursberereich von Unterstützung und Widerstand ergeben, bieten die Möglichkeit für eine effiziente Tradingstrategie. Bei dieser speziellen Variante von John Person haben wir den Doji mit hohem und den Doji mit tiefem Schlusskurs in Kombination mit Pivotpunkt-Bereichen verwendet.

Dojis stellen Ungewissheit dar. Dojis mit hohem Schlusskurs und Dojis mit tiefem Schlusskurs sind Ausbrüche aus dieser Ungewissheit und Unsicherheit. Die meisten Ausbrüche scheitern.

Um Dojis mit hohem Schlusskurs ausfindig zu machen, die bessere Ergebnisse ergeben, achten Sie auf folgendes:

  • Mehrere Dojis in der Nähe von Pivotbereichen zur Bestätigung von erschöpfter Kurstätigkeit
  • Keine starken und überzeugenden bärischen Kursstäbe
  • Doji mit tiefem Schlusskurs ist Fehlsignal

Übertragen Sie das gleiche Prinzip auf Dojis mit tiefem Schlusskurs.

Im Zweifelsfall ist es immer besser, wenn Sie abwarten, bis sich die Kursbewegungen weiter enfalten. Dies liegt daran, dass die besten Trades normalerweise nach einer gewissen Konsolidierung in der Nähe der Pivotlevels auftreten.

Pivotpunkte sind beliebte Trading Werkzeuge. Sie sind allerdings den anderen Arten von Unterstützung und Widerstand nicht überlegen. Traden Sie auf keinen Fall Trendwenden wahllos mit den Pivot Punkten.

Der vollständige Tradingansatz von John Person enthält auch Gleitende Durchschnitte und die Anwendung von Divergenzen zur Verstärkung der Strategie. Er verwendet auch ein weiteres Signal, das er „Jackhammer“ (= Pressluftbohrer) nennt. Um mehr zu erfahren, können Sie sich mit den Büchern von John Person beschäftigen:

Candlestick and Pivot Point Trading Triggers: Setups for Stock, Forex, and Futures Markets (Wiley Trading)

A Complete Guide To Technical Trading Tactics: How To Profit Using Pivot Points, Candlesticks and Other Indicators (Wiley Trading), Deutsche Übersetzung

Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlicht: Candlestick and Pivot Point Day Trading Strategy

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

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