Platin hat seit dem Allzeithoch bei $2.925 im Januar 2026 rund 41 % verloren und steht jetzt direkt über einer Aufwärtstrendlinie, die seit April 2025 hält. Nach oben scheiterte die Erholung dreimal am Hoch von 2011 bei $1.919. Nach unten warten das Hoch von 2014 und das Hoch von 2021 als Unterstützungen. Der Markt hat noch nicht entschieden, in welche Richtung es weitergeht.
In dieser Platinpreis Prognose lese ich den Platin-Future in drei Zeitebenen: Monatschart, Wochenchart und Jahreschart seit 1992. Dazu kommen die Marken für 2027 und 2030, die Gründe für den Absturz und die Zahlen des World Platinum Investment Council zu Angebot und Nachfrage. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Platinpreis Prognose aktuell in 30 Sekunden
- Kursstand: $1.716 im Platin-Future (NYMEX) am 30.09.2026 um 18:11 Uhr, rund 41 % unter dem Allzeithoch von $2.925 aus dem Januar 2026.
- Kurzfristig: Der Kurs liegt direkt über der blauen Aufwärtstrendlinie seit April 2025. Der Markt hat noch nicht entschieden, wohin es geht.
- Widerstände: das Hoch von 2011 bei $1.919, dreimal getestet, und die psychologisch wichtige Marke von $2.000.
- Unterstützungen: das Hoch von 2014 bei $1.524 und das Hoch von 2021 bei $1.348. Das Korrekturtief lag bei $1.540.
- 2027 und 2030: Über $2.000 öffnet sich der Weg zurück in Richtung Allzeithoch. Darunter rechne ich mit einer Seitwärtsphase.
- Fundamental: Der World Platinum Investment Council erwartet für 2026 erstmals seit 2022 einen kleinen Überschuss von 265.000 Unzen, weil Anleger Platin verkauft haben. Für 2027 bis 2030 sah er im Juni in jedem Jahr ein Defizit.
Platinpreis Prognose im Monatschart: Ausbruch, Allzeithoch und Korrektur
Chartstand: 30.09.2026, zuletzt exportiert um 18:11 Uhr bei $1.716. Die Einzelcharts wurden um 17:59 Uhr ($1.714), 18:05 Uhr ($1.715) und 18:11 Uhr ($1.716) exportiert.

Zur Einordnung zuerst der Blick auf den logarithmischen Monatschart. Vom Hoch des Jahres 2008 bei $2.309 fiel der Platinpreis über viele Jahre bis zum Tief im Jahr 2020 bei $562. Danach folgte eine langsame Aufwärtsbewegung mit leicht steigenden Tiefs, im Chart die grüne Linie.
Im Juni 2025 brach Platin die langfristige Abwärtstrendlinie seit 2008. Der Ausbruch kam mit hoher Volatilität, also mit großen Kursschwankungen. Es folgte eine Rallye über mehrere Monate bis zum Allzeithoch bei $2.925 im Januar 2026. Vom Tief bei $878 im April 2025 war das ein Plus von rund 233 %.
Die Korrektur danach lief fast bis zur Stützung am Hoch von 2014 bei $1.524. Das Korrekturtief bei $1.540 liegt knapp unter der 50-%-Korrektur der vorangegangenen Impulswelle bei $1.603. Diese Marke liegt auf der logarithmischen Skala in der Mitte zwischen $878 und $2.925. Sie halbiert die logarithmische Strecke, nicht den Dollar-Anstieg.
Eine zweimonatige Erholung führte bis zum Hoch von 2011 bei $1.919, das sich jetzt als Widerstand zeigt. Im September stieg Platin kurz auf $1.937, konnte die Marke aber nicht halten und gab wieder nach. Aktuell notiert der Platinpreis bei $1.716.
Platinpreis mittelfristig: die Marken aus meinem Monatschart
Widerstände: $1.919 | $2.309 | $2.925
Unterstützungen: $1.603 | $1.524 | $1.348
Platinpreis Prognose kurzfristig: der Wochenchart an der Trendlinie

Im logarithmischen Wochenchart hält der Aufwärtstrend seit April 2025. Die blaue Aufwärtstrendlinie verbindet das Tief von $878 mit den Tiefs im Juni und Juli 2026 und ist damit bestätigt. Die kurzfristige rote Abwärtstrendlinie vom Allzeithoch hat Platin Ende Juli nach oben durchbrochen.
Am Hoch von 2011 bei $1.919 ist die Erholung dreimal gescheitert. Mitte August, Ende August und Anfang September erreichten die Wochenhochs diese Marke, einmal mit einem kurzen Ausflug auf $1.937. Seitdem liegen die Wochenhochs tiefer. Im Wochenchart fiel Platin diese Woche von $1.800 auf $1.715 und steht damit direkt über der blauen Linie.
Der Markt hat noch nicht entschieden, in welche Richtung es weitergeht. Unter dem Kurs liegen kräftige Unterstützungen: das Hoch von 2014 bei $1.524 und das Hoch von 2021 bei $1.348. Nach oben würde sich das Chartbild langfristig stark verbessern, wenn Platin das Hoch von 2011 und die psychologisch wichtige Marke von $2.000 überschreitet.
Bull-Szenario
Platin hält die blaue Aufwärtstrendlinie und schließt eine Woche über dem Hoch von 2011 bei $1.919. Danach muss auch die psychologisch wichtige Marke von $2.000 fallen. Gelingt beides, verbessert sich das Chartbild deutlich, und das Allzeithoch bei $2.925 rückt wieder in den Blick.
Bear-Szenario
Platin fällt unter die blaue Aufwärtstrendlinie seit April 2025. Dann ist die logarithmische 50-%-Marke bei $1.603 die nächste Orientierung, darunter das Hoch von 2014 bei $1.524. Hält auch diese Marke nicht, ist das Hoch von 2021 bei $1.348 die nächste starke Unterstützung.
Welches Szenario greift, entscheidet für mich zuerst die blaue Trendlinie. Solange sie hält, bleibt der Aufwärtstrend seit April 2025 intakt, auch wenn Platin unter $1.919 festhängt. Den Vergleich mit den anderen Edelmetallen bekommst du in der Goldpreis Prognose, der Silberpreis Prognose und der Palladium Prognose.
Platinpreis kurzfristig: die Marken aus meinem Wochenchart
Widerstände: $1.919 | $2.000
Unterstützungen: blaue Aufwärtstrendlinie | $1.524 | $1.348
Aktueller Platinpreis auf TradingView
Den aktuellen Platinpreis siehst du im Live-Chart. Er zeigt einen fortlaufenden Spotkurs und kann deshalb um einige Dollar vom Platin-Future abweichen, auf dem meine Marken beruhen.
Platin Prognose 2027 und 2030: der Jahreschart seit 1992

Platinpreis Entwicklung seit 1992
Zuletzt der Blick auf die sehr langfristige Entwicklung im logarithmischen Jahreschart. In den 1990er-Jahren lag Platin meist unter $500. Ab 2000 stieg der Preis fast ohne Pause bis zum Hoch von 2008 bei $2.309. Nach dem Einbruch in der Finanzkrise erholte er sich bis zum Hoch von 2011 bei $1.919 und fiel danach in einem langen Abwärtstrend bis 2020.
2025 brach Platin die rote Abwärtstrendlinie seit 2008 und überwand alle Hochs der vergangenen 17 Jahre. Anfang 2026 folgte das Allzeithoch bei $2.925, deutlich über dem Hoch von 2008. Die Jahreskerze 2026 zeigt bisher eine Spanne von $1.540 bis $2.925. Mit $1.716 liegt Platin rund 17 % unter dem Jahresstart bei $2.070.
Platin Prognose 2027 und 2030
Für 2027 und 2030 entscheidet die Marke von $2.000. Steigt Platin über das Hoch von 2011 bei $1.919 und die psychologisch wichtige Marke von $2.000, öffnet sich wieder der Weg in Richtung Allzeithoch bei $2.925. Darüber liegt im Chart keine Marke mehr, an der sich der Preis orientieren könnte.
Bleibt Platin unter $2.000, rechne ich mit einer Seitwärtsphase. Nach unten stützen das Hoch von 2014 bei $1.524 und das Hoch von 2021 bei $1.348. Von unten läuft die grüne Aufwärtstrendlinie seit dem Tief von 2020 an diese Spanne heran. Sie steigt Jahr für Jahr und begrenzt eine mögliche Seitwärtsphase nach unten.
Ein festes Kursziel für 2030 nenne ich bewusst nicht. Vier Jahre sind im Platinmarkt eine lange Zeit, allein 2025 und Anfang 2026 hat sich der Preis mehr als verdreifacht. Vom Hoch bei $2.925 fiel Platin danach zwischenzeitlich um rund 47 % auf $1.540 und liegt noch rund 41 % unter dem Hoch. Die Marken im Chart zeigen, wo sich das Bild entscheidet, nicht, wo der Preis 2030 stehen wird.
Banken und Branchenprognosen für Platin 2026 und 2027
Die Banken haben ihre Platinprognosen im Sommer 2026 gesenkt. UBS kürzte Ende Juni um $300 je Unze und begründete das mit der schwachen Investmentnachfrage. J.P. Morgan sieht Platin Ende 2027 bei rund $1.950 und stützt das auf das knappe Angebot aus Südafrika.
| Quelle | Prognose | Stand |
|---|---|---|
| UBS | $1.700 (Dez. 2026), $1.800 (Juni 2027) | Juni 2026 |
| J.P. Morgan | rund $1.800 (Ende 2026), rund $1.950 (Ende 2027) | Juli 2026 |
| Heraeus | $1.300 bis $1.800 für 2026 | Dez. 2025 |
| LBMA-Umfrage | Durchschnitt 2026: $2.222 | Jan. 2026 |
Bankprognosen beziehen sich auf den Spotkurs und werden oft mehrmals im Jahr angepasst. Die beiden älteren Werte von Heraeus und der LBMA, dem Verband des Londoner Edelmetallhandels, stammen aus der Zeit vor dem Allzeithoch. Die hier zitierten Prognosen enthalten kein Kursziel für 2030. Ich nutze die Prognosen als Stimmungsbild, meine Marken kommen aus dem Chart.
Platinpreis langfristig: die Marken aus meinem Jahreschart
Widerstände: $1.919 | $2.000 | $2.309 | $2.925
Unterstützungen: $1.524 | $1.348 | grüne Aufwärtstrendlinie seit 2020
Lesetipp: Für Edelmetall-Setups nutzen wir den Fibo Cross Indikator für TradingView.
Warum ist Platin erst explodiert und dann so stark gefallen?
Hinter der Rallye und dem Absturz stehen fast dieselben Kräfte, nur in umgekehrter Richtung. Die beste Quelle dafür ist der World Platinum Investment Council, kurz WPIC. Der Branchenverband der großen Platinproduzenten veröffentlicht jedes Quartal die Zahlen zu Angebot und Nachfrage, erhoben vom Researchhaus Metals Focus.
Die Rallye 2025: drei Schübe
Den ersten Schub löste im zweiten Quartal 2025 der Rekordabschlag zum Goldpreis aus. Laut einer WPIC-Analyse vom Februar 2026 wechselten chinesische Schmuckhändler damals von Gold zu Platin. Gleichzeitig gingen viele Industriekunden dazu über, Platin zu kaufen, statt es zu leihen.
Der zweite Schub kam im Spätsommer 2025 aus den USA. Die Regierung kündigte Zölle auf Kupfer an und startete eine Section-232-Untersuchung zu kritischen Rohstoffen, also eine Prüfung möglicher Importzölle aus Gründen der nationalen Sicherheit. Händler brachten daraufhin Platin in die Lager der US-Terminbörse, und in Europa wurde das Metall knapp. Ab Dezember 2025 trieb dann die allgemeine Edelmetall-Euphorie den Preis bis zum Allzeithoch im Januar 2026.
Die Korrektur 2026: Zinsen, ETF-Verkäufe und China
Den Absturz erklärt der WPIC vor allem mit den Zinsen. Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran und die Sperrung der Straße von Hormus trieben die Energiepreise nach oben. Damit stiegen die Inflationserwartungen und die erwarteten Leitzinsen. Das belastet Edelmetalle, weil sie keine Zinsen abwerfen.
Anleger verkauften im ersten Halbjahr 2026 über 500.000 Unzen aus Platin-ETFs. Das war rund ein Siebtel der Bestände vom Jahresende 2025. Nach dem Abschluss der Section-232-Untersuchung flossen außerdem Bestände aus den Börsenlagern zurück in den Markt. Die Leihsätze für Platin fielen von über 10 % auf rund 2 %. Das zeigt eine Entspannung gegenüber den vorherigen Engpässen. Der WPIC bezeichnet den physischen Markt nach den Defizitjahren aber weiterhin als knapp.
Dazu kam die Schwäche in China. Die chinesische Nachfrage nach Platinschmuck fiel im ersten Halbjahr 2026 um 65 % zum Vorjahr, die nach Barren und Münzen um 36 %. Nach Einschätzung des WPIC hat die maue chinesische Wirtschaft dem Platinpreis mehr geschadet als der Iran-Krieg.
Überschuss 2026, Defizite bis 2030
Nach drei Defizitjahren erwartet der WPIC für 2026 einen kleinen Überschuss von 265.000 Unzen. Im Mai rechnete er noch mit einem Defizit von 297.000 Unzen. Den Umschwung erklärt fast allein die Investmentnachfrage, die er um 601.000 Unzen gesenkt hat. Der WPIC rechnet für das zweite Halbjahr wieder mit einem Defizit von 283.000 Unzen, weil die ETF-Käufe zurückkehren sollen.
| Jahr | Marktbilanz laut WPIC | Stand |
|---|---|---|
| 2023 | Defizit 802.000 Unzen | Sept. 2026 |
| 2024 | Defizit 1.096.000 Unzen | Sept. 2026 |
| 2025 | Defizit 1.440.000 Unzen | Sept. 2026 |
| 2026 | Überschuss 265.000 Unzen (Prognose) | Sept. 2026 |
| 2027 bis 2030 | Defizite 227.000 bis 494.000 Unzen pro Jahr | Juni 2026 |
Für die Jahre bis 2030 bleibt der WPIC bei seinem Bild eines knappen Marktes. In seinem Ausblick vom Juni 2026 sah er für 2027 bis 2030 in jedem Jahr ein Defizit, 2030 mit 494.000 Unzen das größte. Dieser Ausblick stammt aber noch aus der Zeit vor der Korrektur der Investmentnachfrage. Neue Zahlen für 2027 will der WPIC im November veröffentlichen.
Für Trader heißt das: In den nächsten Quartalen bestimmen Zinsen und Dollar den Platinpreis stärker als die Minen. So sieht es auch der WPIC. Er beschreibt Platin als Hebel auf den Goldpreis, der stärker schwankt als Gold selbst. Wie sich der Dollar entwickelt, verfolgst du in unserer Euro-Dollar-Prognose.
Was ist Platin? Angebot und Nachfrage im Überblick
Platin ist ein seltenes, silbrig-weißes Edelmetall, das vor allem für Autokatalysatoren, Schmuck und die Industrie gefördert und an den Rohstoffbörsen in US-Dollar je Feinunze gehandelt wird.
Rund 71 % der weltweiten Platin-Minenproduktion kamen 2025 aus Südafrika. Von den 5,56 Millionen Unzen raffinierter Minenproduktion stammten laut WPIC 3,96 Millionen Unzen aus Südafrika. Russland lieferte 12 %, Simbabwe 9 % und Nordamerika 4 %. Streiks, Stromausfälle oder Sanktionen in diesen Ländern schlagen deshalb direkt auf den Preis durch. Rund 1,67 Millionen Unzen kamen zusätzlich aus dem Recycling, vor allem aus alten Katalysatoren.
| Nachfrage | 2025 | Anteil 2025 | Prognose 2026 |
|---|---|---|---|
| Autoindustrie | 3,04 Mio. Unzen | 35 % | 2,90 Mio. Unzen |
| Industrie | 2,27 Mio. Unzen | 26 % | 2,39 Mio. Unzen |
| Schmuck | 2,21 Mio. Unzen | 26 % | 1,88 Mio. Unzen |
| Investment | 1,15 Mio. Unzen | 13 % | Abfluss 0,08 Mio. Unzen |
| Gesamt | 8,67 Mio. Unzen | 100 % | 7,09 Mio. Unzen |
Quelle: WPIC Platinum Quarterly Q2 2026 vom 9. September 2026, Anteile selbst berechnet.
Der größte Abnehmer ist die Autoindustrie, dicht gefolgt von Industrie und Schmuck. Platin steckt in Katalysatoren für Diesel-, Benzin- und Hybridautos. In der Industrie geht es in die Glas- und die Chemieindustrie, in Raffinerien und in die Medizintechnik. Beim Schmuck ist China der entscheidende Markt. Wie stark die Investmentnachfrage schwanken kann, zeigt die Tabelle: Von 1,15 Millionen Unzen Kauf 2025 dreht sie 2026 auf einen Abfluss.
Platin ist inzwischen deutlich teurer als Palladium. Am 29. September 2026 kostete eine Unze Platin laut Fortune $1.692, Palladium $1.220 und Gold $4.158. Jahrelang galt Platin als die billige Alternative, mit der Autohersteller teures Palladium ersetzen. Dieses Argument hat sich umgedreht, mehr dazu in unserer Palladium Prognose. Wie ein weiteres Industriemetall läuft, zeigt die Kupferpreis Prognose.
Wo erhältst du aktuelle Platin-Nachrichten?
Für die Fundamentalanalyse von Platin reichen wenige gute Quellen. Der WPIC liefert Quartalsberichte und einen Fünfjahresausblick. Mining Weekly berichtet über Minen und Streiks in Südafrika und Russland. Schnelle Marktnachrichten bekommst du über Nachrichtendienste wie Reuters oder ein Bloomberg Terminal.
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Wie kann man in Platin investieren oder damit handeln?
Platin lässt sich physisch kaufen, über ETCs an der Börse halten oder als Future und CFD handeln. Welcher Weg passt, hängt davon ab, ob du langfristig anlegen oder auf kurze Kursbewegungen setzen willst.
Physisches Platin in Barren und Münzen eignet sich für langfristige Anleger. In Deutschland fallen darauf 19 % Mehrwertsteuer an, weil die Steuerbefreiung nach § 25c UStG nur für Anlagegold gilt. Beim Kauf lohnt der Blick auf das Aufgeld des Händlers, weil es beim Wiederverkauf nicht zurückkommt. Wie weit die Preise auseinanderliegen können, zeigen unsere Erfahrungen mit Kettner Edelmetalle.

Über einen physisch besicherten ETC kannst du an der Platinpreisentwicklung teilnehmen, ohne selbst Platinbarren zu kaufen. Ein ETC ist eine Schuldverschreibung, die hier mit physischem Platin im Tresor besichert ist und an der Börse gehandelt wird. An der Xetra gibt es zum Beispiel den WisdomTree Physical Platinum (ISIN JE00B1VS2W53) und den Invesco Physical Platinum ETC (ISIN IE00B40QP990). Wer lieber auf Minenaktien setzt, findet sie in Branchen-ETFs, trägt dann aber auch die Risiken der einzelnen Unternehmen. Wie solche Risiken bei Edelmetallproduzenten aussehen, zeigt unser Überblick über Silberminen und ihre Kosten.
Aktive Trader handeln Platin über den Future oder über CFDs. Der Platin-Future an der NYMEX umfasst 50 Feinunzen, jeder Schritt von 10 Cent bewegt ihn um $5. Die kleinere Micro-Variante umfasst 10 Unzen. Details stehen in der Kontraktbeschreibung der CME. Mit CFDs lassen sich auch kleinere Positionen auf steigende und fallende Kurse eröffnen.
Futures und CFDs arbeiten mit Hebel und verlangen ein gutes Risikomanagement. Platin schwankt stärker als Gold: Vom Januarhoch bis zum Julitief 2026 fiel der Preis um rund 47 %. Setze deshalb vor jedem Trade einen Stopp und riskiere nur einen kleinen Teil deines Kontos.
Risikohinweis: CFDs sind komplexe Instrumente und bergen aufgrund der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. Überlege, ob du verstehst, wie CFDs funktionieren, und ob du es dir leisten kannst, das Risiko eines Geldverlusts zu tragen.
Methodik: So entsteht diese Platinpreis Prognose
Ich lese den Platinmarkt über drei Zeitebenen: Jahreschart, Monatschart und Wochenchart. Jahres- und Monatschart geben das große Bild und die Marken für 2027 und 2030. Der Wochenchart zeigt, wo der Markt gerade steht, und wird jede Woche neu eingeschätzt.
Alle Marken stammen aus meinen Charts des Platin-Futures an der NYMEX. Ein Future ist ein börsengehandelter Terminkontrakt, der Chart zeigt jeweils den vordersten Kontrakt. Eingezeichnet sind vor allem alte Jahreshochs, Trendlinien und runde Marken wie $2.000. Der Spotkurs, den viele Kursseiten zeigen, kann davon um einige Dollar abweichen.
Alle drei Charts nutzen eine logarithmische Skala. Dort ist ein Anstieg um 10 % immer gleich hoch, egal ob von $500 oder von $2.000. Deshalb berechne ich auch die Fibonacci-Korrektur auf dieser Skala. Die 50-%-Marke der Korrektur liegt dort bei $1.603. Auf einer linearen Skala läge sie bei rund $1.902, wer andere Analysen vergleicht, sollte das wissen. Wie Fibonacci-Marken funktionieren, erklärt unser Beitrag zum Fibonacci Retracement.
Keine Chartanalyse liefert Sicherheit, sondern Wahrscheinlichkeiten. Platin schwankt stärker als Gold und reagiert auf Zinsen, Dollar und Nachrichten aus China. Jede Marke kann brechen. Wer auf dieser Basis handelt, braucht einen Stopp und ein sauberes Risikomanagement.
Fazit: Platin im Aufwärtstrend, aber noch ohne Entscheidung
Der große Ausbruch von 2025 ist nicht zurückgenommen. Platin hat die Abwärtstrendlinie seit 2008 gebrochen, ein Allzeithoch bei $2.925 erreicht und danach bis knapp unter die 50-%-Marke korrigiert. Die blaue Aufwärtstrendlinie seit April 2025 hält bisher.
Kurzfristig steckt der Preis zwischen zwei klaren Marken fest. Oben ist die Erholung dreimal am Hoch von 2011 bei $1.919 gescheitert. Unten liegen die blaue Trendlinie und darunter die Hochs von 2014 und 2021 bei $1.524 und $1.348. Erst ein Anstieg über $2.000 würde das Chartbild deutlich verbessern, darunter rechne ich mit einer Seitwärtsphase.
Fundamental ist der Markt nicht mehr so knapp wie 2025, aber auch nicht entspannt. Der WPIC erwartet für 2026 einen kleinen Überschuss, weil Anleger verkauft haben, und sah im Juni für die Jahre danach wieder Defizite. Den Takt geben in den nächsten Monaten Zinsen und Dollar vor. Diese Prognose aktualisiere ich jede Woche mit einem neuen Wochenchart.
Deine nächsten Schritte im Trading
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Häufige Fragen zur Platinpreis Prognose
Wie lautet die aktuelle Platinpreis Prognose?
Platin notiert am 30. September 2026 um 18:11 Uhr bei $1.716 und steht direkt über der Aufwärtstrendlinie seit April 2025. Nach oben ist das Hoch von 2011 bei $1.919 der Widerstand, nach unten stützen die Hochs von 2014 und 2021 bei $1.524 und $1.348. Erst über $2.000 verbessert sich das Chartbild deutlich.
Wird Platin wieder steigen?
Der Markt hat noch nicht entschieden. Der langfristige Aufwärtstrend ist intakt, solange die blaue Trendlinie hält. Für einen neuen Anstieg muss Platin das Hoch von 2011 bei $1.919 und die Marke von $2.000 überwinden. Dann rückt das Allzeithoch bei $2.925 wieder in den Blick.
Warum ist Platin so billig geworden?
Nach dem Allzeithoch im Januar 2026 stiegen wegen des Iran-Konflikts die Energiepreise und damit die erwarteten Zinsen. Anleger verkauften im ersten Halbjahr über 500.000 Unzen aus Platin-ETFs, und in China brach die Nachfrage nach Schmuck um 65 % ein. Laut WPIC dreht der Markt 2026 deshalb auf einen kleinen Überschuss.
Wie hoch könnte Platin steigen?
Das Allzeithoch liegt bei $2.925 aus dem Januar 2026. Darüber gibt es im Chart keine alte Marke mehr. Ein festes Kursziel nenne ich nicht, der Weg dorthin führt aber zuerst über das Hoch von 2011 bei $1.919 und die Marke von $2.000. Das alte Rekordhoch von 2008 lag bei $2.309.
Wie ist die Platinpreis Prognose für 2030?
Für 2030 entscheidet die Marke von $2.000. Darüber öffnet sich der Weg in Richtung Allzeithoch, darunter rechne ich mit einer Seitwärtsphase, gestützt von den Hochs von 2014 und 2021. Laut seinem Ausblick vom Juni 2026 erwartet der WPIC für 2027 bis 2030 in jedem Jahr ein Marktdefizit.
Ist es sinnvoll, in Platin zu investieren?
Das hängt von deinem Zeithorizont ab. Platin ist stärker schwankend als Gold und fiel 2026 vom Januarhoch bis zum Julitief um rund 47 %. In seinem Ausblick vom Juni 2026 erwartete der WPIC nach 2026 wieder Defizite. Wer investiert, sollte die Position klein halten und Unterstützungen wie $1.524 als Orientierung nutzen.
Kann man Platin mehrwertsteuerfrei kaufen?
Beim üblichen Kauf und der Lieferung von Platinbarren und -münzen durch einen Händler in Deutschland fällt grundsätzlich 19 % Umsatzsteuer an. Die spezielle Befreiung für Anlagegold nach § 25c UStG gilt nicht für Platin. Über physisch besicherte ETCs kannst du an der Platinpreisentwicklung teilnehmen, ohne selbst Barren zu kaufen.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und handelt seit 1980 als diskretionärer Price-Action-Trader. Seine Märkte sind Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte. Ein Systemtrader ist er bewusst nicht, was ihm bei der Bewertung fremder Handelsansätze einen kritischen Blick von außen erlaubt.
Seine Erfahrung reicht weit in die Geschichte der technischen Analyse. Kagels übersetzte Ende der 1980er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter und vertrat den US-Trader Joe Ross über 17 Jahre in Deutschland, wo er zehn Ross-Bücher übersetzte und verlegte. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
Für die Platinpreis Prognose sind Edelmetalle einer seiner Heimatmärkte. Kagels liest den Platin-Future an der NYMEX in drei Zeitebenen, vom Jahreschart seit 1992 bis zum Wochenchart. Die Marken in dieser Prognose stammen aus seinen eigenen Charts, eingeordnet werden sie mit den Zahlen des WPIC zu Angebot und Nachfrage.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.













