Kaum ein deutscher Finanzmann polarisiert so stark wie Florian Homm. Der frühere Hedgefonds-Manager verwaltete Milliarden, tauchte 2007 unter, wurde 2013 in Florenz verhaftet und verkauft heute wieder Anlagewissen an Privatanleger. Wer seinen Namen googelt, findet Schlagzeilen aus zwei Jahrzehnten und ein Angebot, das sich laufend ändert.
Genau da liegt das Problem für Interessenten. Vieles, was über Homms Produkte im Netz steht, beschreibt einen Stand von vor Jahren. Seine alte Webseite ist inzwischen eine geparkte Domain, der Börsenbrief läuft über eine neue Adresse, und dazugekommen sind eine Academy mit vierstelligen Kursen sowie eine Abo-Plattform namens Free Homes.
Für diesen Artikel habe ich alle aktuellen Angebote selbst aufgerufen, die Preise an der Quelle geprüft und die Trustpilot-Profile ausgewertet. Dazu habe ich die bekannten Stationen seiner Vergangenheit gegen unabhängige Quellen gehalten, weil im Umlauf viele Zahlen kursieren, die sich nicht halten lassen. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Florian Homm: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Person: Florian Homm, geboren am 7. Oktober 1959 in Oberursel, aufgewachsen in Bad Homburg, ehemaliger Hedgefonds-Manager und heute Anbieter von Finanzprodukten.
- Der Fall: Sein Hedgefonds Absolute Capital Management verwaltete zeitweise rund drei Milliarden US-Dollar. Im September 2007 tauchte Homm unter, die Aktien verloren bis Juni 2008 rund 93 Prozent.
- Verurteilung: 2021 verurteilte ihn das Bundesstrafgericht in Bellinzona zu drei Jahren Freiheitsentzug, davon 18 Monate auf Bewährung, wegen qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung und mehrfacher Urkundenfälschung.
- Angebot heute: Homm Long & Short Börsenbrief, die Florian Homm Academy mit mehreren Kursen sowie die Abo-Plattform Free Homes. Alles läuft über die Total Return Capital Management AG in der Schweiz.
- Bewertungen: Trustpilot führt den Börsenbrief mit 4,4 bei 45 Bewertungen, Free Homes dagegen mit 2,1 bei 30 Bewertungen (Stand 19.08.2026).
- Reichweite: Sein YouTube-Kanal zählt rund 381.000 Abonnenten bei über 1.700 Videos.
Wer den Vergleich mit einem anderen reichweitenstarken Krisen-Kommentator sucht, findet Marc Friedrich im Erfahrungsbericht mit geprüften Angaben zu Kosten, Kündigung und belegter Kritik.
Wer ist Florian Homm?
Florian Homm ist ein deutscher Ex-Hedgefonds-Manager, der 2007 nach dem Zusammenbruch seines Fonds Absolute Capital Management untertauchte und heute Börsenbriefe, Finanzkurse und eine Abo-Plattform an Privatanleger verkauft.
Homm ist damit kein klassischer Börsenbrief-Verlag, sondern eine Person als Marke. Wer sein Angebot bewertet, bewertet immer beides: die Analyse-Qualität der Produkte und die Vorgeschichte des Mannes, der dahintersteht. Beides gehört getrennt betrachtet, sonst wird die Einordnung unfair oder blauäugig.
Sein Weg dorthin ist ungewöhnlich. Homm war Basketball-Juniorennationalspieler und spielte Mitte der 1980er in der ersten Basketball-Bundesliga für die BC Giants Osnabrück. Danach studierte er an der Harvard University und schloss mit einem MBA der Harvard Business School ab. Es folgten Stationen bei Merrill Lynch, Fidelity Investments, Julius Bär und Tweedy Browne.
Einem breiten Publikum wurde er durch den Fußball bekannt. Bei Borussia Dortmund stieg Homm in den frühen 2000er Jahren mit rund 20 Millionen Euro ein und trug damit maßgeblich zur Rettung des Vereins bei. In seiner Biografie schreibt er, er habe den Klub eigentlich weiterverkaufen wollen und sich erst nach dem Einstieg für die Sanierung entschieden.
Steckbrief Florian Homm
| Geboren | 7. Oktober 1959 in Oberursel |
| Ausbildung | Harvard University, MBA der Harvard Business School |
| Bekannt durch | Absolute Capital Management, Einstieg bei Borussia Dortmund, Flucht 2007 bis 2013 |
| Verurteilung | 2021, Bundesstrafgericht Bellinzona, drei Jahre (18 Monate auf Bewährung) |
| Gesundheit | Multiple Sklerose, diagnostiziert im Jahr 2000 |
| Angebote heute | Börsenbrief, Academy, Free Homes |
| Anbieter | Total Return Capital Management AG, Neuenhof, Schweiz |
| Reichweite | YouTube rund 381.000 Abonnenten |
Aufstieg und Fall: die Vergangenheit im Faktencheck
Über Homms Vergangenheit kursieren viele Zahlen, und nicht alle stimmen. Ich halte mich hier an das, was aus Gerichtsentscheidungen und unabhängiger Berichterstattung belegt ist, unter anderem der dokumentierten Biografie bei Wikipedia. Wo Vorwürfe im Raum stehen, die nie zu einer Verurteilung geführt haben, kennzeichne ich das ausdrücklich.
Der Aufbau: VMR und der Neue Markt
1993 machte Homm sich selbstständig und gründete mit Kevin Devine die Value Management & Research AG (VMR). Die Gesellschaft brachte eine Reihe später gescheiterter Unternehmen an den Neuen Markt, darunter Toysinternational.com und Comtelco. Schon damals gab es Vorwürfe, Homm beeinflusse mit öffentlichen Aussagen die Kurse, um mit seiner eigenen Gesellschaft davon zu profitieren.
VMR erreichte im Jahr 2000 einen Börsenwert von 500 Millionen Euro. Zwei Jahre später kollabierte dieser Wert mit der Dotcom-Blase. Homm hatte die Gesellschaft zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen. Im selben Jahr 2000 stellten Ärzte bei ihm Multiple Sklerose fest, eine Krankheit, an der 2005 seine Schwester starb.
Der Hedgefonds und das Verschwinden
Zu Beginn der 2000er gründete Homm in Los Angeles mit anderen den Hedgefonds Absolute Capital Management Holdings Ltd. mit Sitz auf den Kaimaninseln. In der stärksten Phase verwaltete der Fonds rund drei Milliarden US-Dollar, und Homm schaffte den Sprung unter die 300 reichsten Deutschen mit einem geschätzten Privatvermögen von 400 Millionen Euro.
Absolute Capital Management war der von Florian Homm mitgegründete Hedgefonds, dessen Aktien nach seinem Verschwinden im September 2007 bis Juni 2008 rund 93 Prozent ihres Wertes verloren.
In der Nacht zum 18. September 2007 tauchte Homm unter. Seine Nachfolger warfen ihm vor, viele Investments seien deutlich weniger wert gewesen als ausgewiesen. Anlegern sollen dadurch Verluste von rund 200 Millionen US-Dollar entstanden sein. Wenige Monate vor der Flucht war Homm in Caracas angeschossen worden. Offiziell hieß es, Straßenräuber hätten es auf seine Uhr abgesehen.
Verhaftung, Haft und Urteil
Am 8. März 2013 verhaftete die italienische Polizei Homm nach einem Hinweis von FBI-Zielfahndern in den Uffizien in Florenz. Er war dort in Begleitung seiner geschiedenen Ehefrau, seines Sohnes Conrad und dessen Freundin. Die Justiz in Los Angeles wirft ihm Verschwörung und Betrug mit Wertpapieren vor. Der Strafrahmen in den USA könnte bis zu 225 Jahre betragen.
Hier ist eine gängige Darstellung falsch. Homm hat die Auslieferung nicht abgewehrt. Das italienische Berufungsgericht entschied im Januar 2014 grundsätzlich für die Auslieferung. Freigelassen wurde er im Juni 2014, weil die Höchstdauer der Auslieferungshaft ablief. In Deutschland wurde gegen ihn nicht ermittelt.
2021 folgte das Urteil in der Schweiz. Das Bundesstrafgericht in Bellinzona verurteilte Homm zu drei Jahren Freiheitsentzug, davon 18 Monate auf Bewährung, wegen qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung und mehrfacher Urkundenfälschung. Den Vorwurf, sich um mindestens 170,9 Millionen US-Dollar bereichert zu haben, verfolgte das Gericht nicht weiter, weil die Taten in den USA begangen wurden und es deshalb keine schweizerische Gerichtsbarkeit sah. Die US-Börsenaufsicht SEC fordert weiterhin rund 56 Millionen Dollar von ihm.
Was aus florianhomm.net wurde
Wer nach Homms Webseite sucht, landet schnell auf florianhomm.net. Diese Adresse ist heute eine geparkte Domain und keine Website mehr. Sie liefert eine einzelne Seite mit rund 1.000 Zeichen Inhalt, dem Satz „This domain may be for sale” und keinerlei Produktinformationen. Ich habe gegengeprüft: Auch ein frei erfundener Unterpfad liefert exakt dieselbe Seite.
Beim Aufruf im Browser blieb es am 19. August 2026 nicht dabei. Die Adresse leitete über mehrere Werbenetzwerke weiter und endete auf einer Seite, die das Erscheinungsbild eines bekannten Nachrichtenportals nachahmte. Solche Ketten sind bei geparkten Domains verbreitet und haben mit Florian Homm nichts zu tun. Für dich heißt das trotzdem: Steuere die alte Adresse nicht mehr an.
Das ist deshalb wichtig, weil fast alle älteren Erfahrungsberichte im Netz sich auf diese Domain beziehen. Wer dort nach der beworbenen Short-Selling-Ausbildung oder dem alten Produkt „Total Return Asset Protection” sucht, findet nichts mehr. Die Angebote sind nicht verschwunden, sie liegen woanders.
Heute verteilt sich das Angebot auf drei aktive Adressen. Alle drei gehören derselben Gesellschaft, was im Impressum nachlesbar ist: der Total Return Capital Management AG, Seestrasse 14a, 5432 Neuenhof in der Schweiz, eingetragen unter der UID CHE-303.153.280.
| Angebot | Was es ist | Adresse |
|---|---|---|
| Homm Long & Short Börsenbrief | Monatlicher Anlagebrief im Abo | homm-longshort.com |
| Florian Homm Academy | Videokurse und Studien zum Einmalpreis | investment-master-society.com |
| Free Homes | Abo-Plattform für Beiträge und Analysen | freehomes.de |
Bei Free Homes kommt eine ungarische Zweigniederlassung hinzu, die im Impressum mit Sitz in Budapest genannt wird. Für dich als Kunde heißt das: Dein Vertragspartner sitzt nicht in Deutschland, sondern in der Schweiz. Das ist zulässig, wirkt sich aber auf Rechtsweg und Verbraucherschutz aus und sollte vor einem Kauf bewusst sein.
Der Homm Long & Short Börsenbrief
Der Homm Long & Short Börsenbrief ist ein monatlicher Anlagebrief von rund 80 Seiten, der Investmentideen für steigende und fallende Kurse nach einem Total-Return-Ansatz liefert.
Er ist das bekannteste und meistgesuchte Produkt von Florian Homm. Abonnenten erhalten laut Anbieter jeden Monat eine Portfolioübersicht, konkrete Investmentideen, ausführliche Analysen und eine Watchlist mit den aus Anbietersicht wesentlichen Werten im aktuellen Marktumfeld.
Der Total-Return-Ansatz ist eine Anlagestrategie, die einen absoluten Gesamtertrag aus Kursgewinnen, Zinsen und Dividenden anstrebt, statt sich an einem Vergleichsindex zu messen.
Kurz erklärt: Ein normaler Fonds gilt schon als gut, wenn er weniger verliert als sein Index. Ein Total-Return-Ansatz will dagegen in jeder Marktphase ein Plus erzielen, auch im fallenden Markt. Das ist der Grund, warum Leerverkäufe in Homms Konzept eine so große Rolle spielen. Ob dieser Anspruch eingelöst wird, lässt sich von außen nicht prüfen, weil keine testierte Performance-Rechnung öffentlich ist.
Was der Börsenbrief kostet
Hier stößt man auf eine Unstimmigkeit, die man kennen sollte. Der Anbieter nennt auf zwei eigenen Seiten unterschiedliche Preise für dasselbe Produkt. Ich habe beide Stände am 19. August 2026 abgerufen.
| Variante | laut Academy-Seite | laut Hauptseite |
|---|---|---|
| Börsenbrief Basic | ab 80 Euro pro Monat | ab 99 Euro pro Monat |
| Börsenbrief Plus | ab 120 Euro pro Monat | ab 149 Euro pro Monat |
Beide Seiten beziehen die Angabe auf die jährliche Zahlweise, „ab” heißt hier also: bei Vorauszahlung für zwölf Monate. Auf der Hauptseite lief zum Prüfzeitpunkt zusätzlich eine Webinar-Aktion mit 50 Prozent Rabatt. Wer bucht, sollte den tatsächlichen Endbetrag im Bestellprozess prüfen und nicht auf die Startseiten-Angabe vertrauen.
Ein Unterschied in der Darstellung fällt dabei auf. Die vollständigen Preiskarten mit allen Leistungen stehen nur auf der Hauptseite, wie der folgende Screenshot zeigt. Auf der Academy-Seite erscheinen die niedrigeren Beträge lediglich als Beschriftung zweier Schaltflächen, ohne Leistungsübersicht.

Der Unterschied zwischen den Paketen ist überschaubar. Plus enthält zusätzlich monatliche Sonderstudien, ein Forum für Plus-Leser und die Gesundheitsstudie „Big Health”. Der eigentliche Börsenbrief ist in beiden Paketen identisch.
Was Nutzer über den Börsenbrief sagen
Trustpilot führt homm-longshort.com am 19. August 2026 mit 4,4 von 5 Punkten bei 45 Bewertungen. Die Verteilung liegt bei rund 54 Prozent Fünf-Sterne und 22 Prozent Ein-Stern, die jüngste Bewertung stammt vom 20. Juli 2026. Das Unternehmen hat das Profil im Juni 2026 beansprucht.
Ein Kunde schreibt dort über den Börsenbrief Plus, Homms Erklärungen und seine Präsenz zeugten von hoher Kompetenz, und lobt das Musterdepot. Ein anderer Rezensent hebt hervor, dass sowohl Long- als auch Short-Werte umfangreich besprochen werden. Auf der Gegenseite steht ein Fünftel Ein-Stern-Bewertungen, was für einen Anlagebrief dieser Preisklasse viel ist.
Zwei Punkte gehören zur Einordnung dazu. Trustpilot weist selbst darauf hin, dass keine aktuellen Aufzeichnungen über Bewertungseinladungen vorliegen, die Bewertungen also möglicherweise nicht repräsentativ sind. Positiv fällt auf: Das Unternehmen hat 100 Prozent der negativen Bewertungen beantwortet, braucht dafür aber meist länger als einen Monat.
Ältere Erfahrungsberichte im Forum von finanzen.net fallen gemischt aus. Ein häufiger Kritikpunkt ist die Trefferquote der Prognosen, ein anderer die Umsetzbarkeit mancher Ideen für Privatanleger mit kleinerem Depot. Für Anleger mit kleinem Konto ist das ein ernstzunehmender Einwand.
Die Florian Homm Academy und ihre Kurse
Die Florian Homm Academy ist das Kursangebot der Total Return Capital Management AG und bündelt Videoausbildungen zu Kapitalmarktwissen, Total-Return-Strategien und Leerverkäufen.
Sie ist der Teil des Angebots, der im Bestandswissen vieler Interessenten komplett fehlt. Wer noch die alte Short-Selling-Ausbildung für rund 500 Euro im Kopf hat, findet heute ein deutlich breiteres und teureres Programm. Alle Preise habe ich am 19. August 2026 direkt auf den Produktseiten abgelesen.
| Kurs | Umfang laut Anbieter | Preis |
|---|---|---|
| Investment Master Society | 23 Videos, 8 Stunden, 558 Whitepaper | 900 statt 699 Euro |
| Die Kunst des Short Sellings | 21 Videos, 15 Stunden, 88 Whitepaper | 1.100 statt 699 Euro |
| Total Return Academy | 53 Videos, 29 Stunden, Live-Q&A | 8.000 statt 5.999 Euro |
| Gesundheitsstudie Big Health 1 bis 4 | vier Studienbände | 4.000 Euro |
Die Rabatte sind an Webinare gekoppelt und stehen als Dauerangebot auf den Seiten. Ein Streichpreis, der monatelang unverändert danebensteht, ist kein echter Rabatt, sondern ein Verkaufsargument. Das gilt für die Academy genauso wie für andere Anbieter in diesem Markt.
Inhaltlich decken die Kurse ab, was man erwartet. Die Kunst des Short Sellings behandelt Leerverkäufe, inverse ETFs, Optionen und Futures, dazu die Suche nach Short-Kandidaten und das Risikomanagement. Die Total Return Academy baut darauf ein 30-Faktoren-Modell zur Auswahl von Gewinnern und Verlierern auf.
Ein Leerverkauf ist ein Geschäft, bei dem ein Anleger geliehene Wertpapiere verkauft, um sie später billiger zurückzukaufen und so von fallenden Kursen zu profitieren.
Wer das Thema zuerst kostenfrei verstehen will, findet die Grundlagen in unserem Beitrag zum Leerverkauf und Short Selling. Das Risiko dabei ist nach oben unbegrenzt, weil ein Kurs theoretisch beliebig weit steigen kann. Genau daraus entsteht der Short Squeeze, den Homm in seinen Kursen an den Beispielen GameStop und AMC behandelt.
Der Herrensalon: 20.000 Euro und ein Bewerbungsgespräch
Das teuerste und ungewöhnlichste Angebot ist der Herrensalon. Die Teilnahmegebühr beträgt laut Anbieterseite 20.000 Euro. Dafür verbringt Homm nach eigener Beschreibung drei Tage im Jahr mit 8 bis 12 Teilnehmern und Fachleuten aus seinem Netzwerk.
Die Zugangsbedingungen sind ausdrücklich benannt und ungewöhnlich streng. Teilnehmen können nach Anbieterangabe nur Männer mit mindestens 300.000 Euro liquiden Mitteln, nach einer Vorauswahl folgt ein Bewerbungsgespräch mit Florian Homm. Medien sind nicht zugelassen, Aufzeichnungen sind untersagt.
Als Leistungen nennt der Anbieter unter anderem Makro-Analysen, Wegzugsberatung und den Einstieg in eine eigene Privatbank in der Schweiz. Im Paket enthalten sind außerdem ein zweijähriges Free-Homes-Abo und eine einjährige Premium-Mitgliedschaft beim Börsenbrief. Bewerten lässt sich das von außen nicht, weil es keine öffentlichen Erfahrungsberichte dazu gibt.
Free Homes: die Abo-Plattform mit den schwächsten Bewertungen
Free Homes ist eine kostenpflichtige Abo-Plattform der Total Return Capital Management AG, die Beiträge zu Finanzen, Politik, Gesellschaft, Gesundheit und Kultur bereitstellt.
Das Projekt ist das jüngste Standbein und zugleich das umstrittenste. Die Plattform bewirbt sich selbst als zensurfrei und verspricht Inhalte „unabhängig von Einschränkungen oder Meinungsblasen”. Homm tritt dort mit einem eigenen Format auf, das nach Anbieterangabe die Wahrheit über das Finanzsystem offenlegen soll.
Die Konditionen sind vergleichsweise niedrig angesetzt. Laut FAQ kostet das Monatsabo 9 Schweizer Franken, das Jahresabo 90 Franken, dazu gibt es einen 14-tägigen Testzeitraum. Das Abo verlängert sich automatisch, kündbar ist es im Profil unter den Einstellungen.
Drei Punkte aus den Vertragsunterlagen solltest du vor einer Buchung kennen. Sie stehen so in FAQ und AGB und beantworten genau die Fragen, die vor einem vierstelligen oder monatlichen Abschluss wirklich zählen.
- Keine Rückerstattung: Laut FAQ werden Rückerstattungen nicht gewährt. Der Zugang bleibt bis zum Ende der bezahlten Laufzeit bestehen.
- Inhalte können wegfallen: Nach Ziffer 3.1 der AGB kann der Anbieter Inhalte jederzeit anpassen, verändern oder entfernen. Eine Zusicherung auf bestimmte Beiträge gibt es nicht.
- Academy-Inhalte kosten extra: Das Abo enthält laut FAQ nicht die Academy-Kurse, Whitepaper und Studien. Diese müssen zusätzlich erworben werden.
- Überwiegend Englisch: Der Anbieter verweist auf die internationale Ausrichtung und empfiehlt die Übersetzungsfunktion des Browsers.
Die Nutzerbewertungen fallen deutlich schlechter aus als beim Börsenbrief. Das Trustpilot-Profil von freehomes.de steht am 19. August 2026 bei 2,1 von 5 Punkten und 30 Bewertungen, und davon stammen 20 aus den letzten zwölf Monaten. Die Verteilung ist stark polarisiert: rund 74 Prozent Ein-Stern stehen etwa 23 Prozent Fünf-Sterne gegenüber.
Die Kritik dreht sich vor allem um Erreichbarkeit und Technik. Eine Kundin schreibt, sie habe bezahlt und die Inhalte gut gefunden, nach einem Systemausfall aber keinen Zugang mehr gehabt und auf mindestens fünf E-Mails keine Antwort bekommen. Auf der Website findet sich tatsächlich keine Telefonnummer, nur eine E-Mail-Adresse.
Diese Kritik hat einen belegbaren Hintergrund. Auf der Startseite stehen bis heute zwei Statusmeldungen vom März 2026, in denen der Anbieter einen Ausfall der Plattform einräumt. In der zweiten Meldung ist von einem physischen Angriff auf ein Rechenzentrum außerhalb Europas und einem laufenden Umzug die Rede. Nachprüfen lässt sich diese Begründung von außen nicht.
Ein weiterer Punkt aus dem Trustpilot-Profil: Free Homes hat nach Trustpilot-Angabe keine einzige negative Bewertung beantwortet. Beim Börsenbrief liegt derselbe Wert bei 100 Prozent. Für ein Angebot, dessen Hauptkritik fehlende Erreichbarkeit ist, ist das ein schwaches Signal.
Die Bücher von Florian Homm
Homm ist ein produktiver Autor, und seine Bücher sind der günstigste Weg, seine Denkweise kennenzulernen. Bei den Titeln kursieren allerdings falsche Listen, weil ältere Übersichten kostenlose eBooks und Verlagsbücher vermischen. Diese Titel sind im Buchhandel verlegt:
- Kopf Geld Jagd: Homms Autobiografie, mit der er 2012 nach seiner Flucht an die Öffentlichkeit ging.
- 225 Jahre Knast: 2016 erschienen, benannt nach dem möglichen Strafmaß in den USA, mit dem Untertitel „Die Bekehrung eines berüchtigten Finanziers”.
- Endspiel: ein Ratgeber zum Umgang mit einer möglichen Krise des Finanzsystems.
- Erfolg im Crash: zusammen mit Jannis Ganschow, mit konkreten Anlageideen für Krisenphasen.
- Der Crash ist da: 2019 gemeinsam mit Markus Krall und Moritz Hessel verfasst.
- Die Prinzipien des Wohlstands: 2022 mit Moritz Hessel, Untertitel „Denke und investiere wie ein Milliardär”.
- Die einzige Lektion über Aktieninvestitionen, die Sie jemals brauchen werden: 2013 im Finanzbuch Verlag erschienen.
- Die Botschaften der Barmherzigkeit der Jesusmutter Maria für die Welt: ein religiöses Buch von 2016, das nichts mit Geldanlage zu tun hat.
Die Bewertungen zu diesen Büchern gehen weit auseinander. Leser, die Homms Grundthese teilen, loben die klare Sprache und die konkreten Beispiele. Kritiker halten die Analysen für oberflächlich und die Schlussfolgerungen für zugespitzt.
Diese Kritik ist nicht nur Leserstimmung. Nach Erscheinen von „Der Crash ist da” ordnete die Neue Zürcher Zeitung Homm in die Reihe der Crash-Propheten ein, die mit einfachen Argumenten arbeiten und in Fachkreisen wenig Ansehen genießen. Wer die Bücher liest, sollte diese Einordnung mitdenken.
Florian Homm auf YouTube und in den Medien
Homms Reichweite ist der eigentliche Motor seines Geschäfts. Sein Hauptkanal zählt rund 381.000 Abonnenten bei über 1.700 Videos und mehr als 55 Millionen Aufrufen (Stand 19. August 2026). Damit gehört er zu den reichweitenstärksten deutschen Finanz-Kanälen überhaupt.
Seit Oktober 2016 betreibt er diesen Video-Blog über wirtschaftliche Zusammenhänge. Inhaltlich geht es meist um Geopolitik, Geldpolitik und Makroökonomie, seltener um konkrete Einzelwerte. Daneben existiert seit Anfang 2024 ein zweiter Kanal namens „Florian Homm Charity” mit rund 20.200 Abonnenten.
Zur Einordnung gehört der publizistische Kontext. Seit 2016 gestaltete Homm die Meinungssparte „Florian Homm spricht Klartext” bei RT Deutsch, dem deutschsprachigen Angebot des russischen Auslandssenders RT. Seine Positionen sind stark von der österreichischen Schule geprägt.
Diese Positionen sind wiederholt kritisiert worden. Gemeinsam mit Markus Krall vertrat Homm die These, die Corona-Hilfspakete seien ein Versuch, den Rechtsstaat außer Kraft zu setzen. Das Magazin Watson bezeichnete seine Thesen als gefährlicher als plumpe Verschwörungstheorien, weil sie Versatzstücke seriöser ökonomischer Theorie enthielten und Wesentliches ausließen.
Wer Homm einordnen will, sollte diesen Teil kennen. Politische Meinung und Anlageempfehlung sind bei ihm eng verwoben, und wer den Börsenbrief abonniert, bekommt beides. Das ist keine Wertung, sondern eine Eigenschaft des Produkts, die man vor dem Kauf wissen sollte.
Homm tritt außerdem regelmäßig in fremden Formaten auf, unter anderem im Interview bei Balthasar Becker. Eine Einordnung weiterer bekannter Namen aus der Branche findest du in unserer Übersicht der Börsenexperten.
Vorteile und Nachteile im Überblick
Nach der Prüfung aller aktuellen Angebote ergibt sich ein gemischtes Bild. Homms Produkte haben inhaltliche Stärken, tragen aber strukturelle Schwächen, die man vor einer Buchung kennen muss. Ich habe beide Seiten gegenübergestellt.
Was für Homms Angebot spricht
- Echte Marktpraxis: Homm hat über Jahre einen milliardenschweren Hedgefonds geführt und Leerverkäufe tatsächlich professionell eingesetzt.
- Seltener Themenschwerpunkt: Systematisches Short Selling wird im deutschsprachigen Raum kaum von jemandem so ausführlich unterrichtet.
- Aktives Beschwerdemanagement beim Börsenbrief: Nach Trustpilot-Angabe wurden 100 Prozent der negativen Bewertungen beantwortet.
- Günstiger Einstieg möglich: Über die Bücher und den YouTube-Kanal lässt sich seine Denkweise prüfen, bevor Geld fließt.
Was gegen eine schnelle Buchung spricht
- Widersprüchliche Preisangaben: Zwei Seiten desselben Anbieters nennen für den Börsenbrief unterschiedliche Monatspreise.
- Keine geprüfte Erfolgsbilanz: Es liegt keine testierte Performance-Rechnung vor, die die Renditeversprechen belegt.
- Schwache Bewertungen bei Free Homes: 2,1 von 5 Punkten und ungelöste Zugangs- und Erreichbarkeitsprobleme.
- Vorbelastete Vorgeschichte: Die Verurteilung von 2021 und die offene SEC-Forderung sind für ein Finanzprodukt ein gewichtiger Faktor.
Fazit: für wen sich Florian Homm lohnt und für wen nicht
Florian Homm ist kein normaler Börsenbrief-Anbieter, und genau so sollte man ihn behandeln. Sein Angebot ist heute deutlich größer als noch vor wenigen Jahren, und es hat sich vom einzelnen Kurs zu einem gestaffelten Verkaufssystem entwickelt, das vom 9-Franken-Abo bis zum 20.000-Euro-Treffen reicht.
Wer sich für Leerverkäufe interessiert, findet bei ihm einen Fachbereich, der sonst kaum auf Deutsch unterrichtet wird. Das ist die echte Stärke des Angebots. Wer dagegen einen klassischen, geprüften Anlagebrief mit nachvollziehbarer Bilanz sucht, ist bei Anbietern mit offener Performance-Dokumentation besser aufgehoben.
Meine Empfehlung für den Einstieg bleibt unverändert bescheiden. Lies zuerst eines der Bücher und schau dir den YouTube-Kanal an, bevor du eine dreistellige oder vierstellige Summe ausgibst. Beides kostet wenig und zeigt dir schnell, ob dir Homms Denkweise und Tonfall liegen.
Bei jüngeren Namen stellt sich dieselbe Frage. Reichweite entsteht dort über YouTube statt über einen Börsenbrief, ein prüfbarer Trackrecord fehlt aber genauso. Nachzulesen in unserem Bericht zu Kiarash Hossainpour.
Drei Dinge solltest du vor jedem Kauf klären. Prüfe den Endbetrag im Bestellprozess statt auf der Startseite, kläre die Kündigungsfrist, und mach dir bewusst, dass dein Vertragspartner in der Schweiz sitzt. Bei Free Homes gilt zusätzlich: Rückerstattungen sind laut FAQ ausgeschlossen.
Ein Vergleich lohnt sich in jedem Fall. Wie ein anderer bekannter Trendfolge-Anbieter abschneidet, zeigt unser Bericht zu Michael Proffe, und einen breiteren Marktüberblick gibt unsere Übersicht zu Börsenbriefen.
Warum Homm in unserer Übersicht der bekanntesten Finanzexperten steht, ohne dass das eine Empfehlung wäre, erklären wir dort.
Häufige Fragen zu Florian Homm
Was ist mit Florian Homm passiert?
Homm tauchte im September 2007 unter, nachdem sein Hedgefonds Absolute Capital Management unter Druck geraten war. 2013 wurde er in Florenz verhaftet und saß in Italien in Auslieferungshaft. Im Juni 2014 kam er frei, weil die Höchstdauer der Haft ablief. Seitdem lebt er wieder öffentlich und verkauft Finanzprodukte.
Was wird Florian Homm vorgeworfen?
In den USA lautet der Vorwurf auf Verschwörung und Betrug mit Wertpapieren. Dieses Verfahren ist nicht abgeschlossen, es gilt die Unschuldsvermutung. Verurteilt wurde er 2021 in der Schweiz vom Bundesstrafgericht in Bellinzona wegen qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung und mehrfacher Urkundenfälschung.
Ist Florian Homm noch reich?
Dazu gibt es keine belastbare aktuelle Zahl, und ich nenne hier bewusst keine. Belegt ist nur der historische Stand: In der Hochphase seines Fonds wurde sein Privatvermögen auf 400 Millionen Euro geschätzt. Die US-Börsenaufsicht SEC fordert von ihm weiterhin rund 56 Millionen Dollar.
Welche Krankheit hat Florian Homm?
Bei Homm wurde im Jahr 2000 Multiple Sklerose diagnostiziert. Seine Schwester starb 2005 an derselben Krankheit. Während seiner Haft in Italien gab Homm an, ihm seien wichtige Medikamente verwehrt worden. Er wurde deshalb in ein Gefängnis nach Pisa verlegt.
Was kostet der Florian Homm Börsenbrief?
Der Anbieter nennt unterschiedliche Preise auf zwei eigenen Seiten. Auf homm-longshort.com steht die Basic-Variante bei 99 Euro monatlich und Plus bei 149 Euro, auf der Academy-Seite dagegen bei 80 und 120 Euro. Beide Angaben beziehen sich auf jährliche Zahlweise. Prüfe den Endbetrag im Bestellprozess.
Was ist Free Homes von Florian Homm?
Free Homes ist eine kostenpflichtige Abo-Plattform der Total Return Capital Management AG mit Beiträgen zu Finanzen, Politik, Gesundheit und Kultur. Laut FAQ kostet sie 9 Franken monatlich. Die Inhalte sind überwiegend englisch, und Trustpilot führt die Plattform mit 2,1 von 5 Punkten.
Gibt es die Webseite florianhomm.net noch?
Nein. Die Adresse ist heute eine geparkte Domain ohne Inhalte und trägt den Hinweis, dass sie zum Verkauf stehen könnte. Homms Angebote laufen inzwischen über homm-longshort.com, investment-master-society.com und freehomes.de.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer von Kagels Trading. Er handelt seit 1978 an den Finanzmärkten und arbeitet diskretionär nach Price Action. Anbieter im deutschsprachigen Finanzmarkt beurteilt er aus der Sicht eines Praktikers, nicht aus der eines Kunden.
Für diesen Bericht hat er alle aktuellen Angebote von Florian Homm selbst aufgerufen, die Preise direkt an der Quelle abgelesen und die Trustpilot-Profile beider Marken ausgewertet. Die Angaben zur Vergangenheit hat er gegen Gerichtsentscheidungen und unabhängige Berichterstattung gehalten, statt Sekundärquellen zu übernehmen.
Kagels Trading steht in keiner Geschäftsbeziehung zu Florian Homm oder der Total Return Capital Management AG. Der Bericht enthält keine Affiliate-Links zu den beschriebenen Produkten und keine Empfehlung zum Kauf. Alle Preisangaben beziehen sich auf den 19. August 2026.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.











