Von 30.000 Euro zur Million: Mit diesem Versprechen ist Michael Proffe, auch „Mr. Trendfolge” genannt, über seinen Börsenverlag Proffe Invest bekannt geworden. Als diskretionärer Trader schaue ich mir solche Trendfolge-Systeme seit Jahrzehnten von außen an. Ein starkes Musterdepot in steigenden Märkten ist dabei das eine, ein verlässlicher Börsenbrief über volle Marktzyklen hinweg das andere.
In diesem Erfahrungsbericht ordne ich die Börsendienste, die Optionsschein-Pakete und den Proffe Trendfolger Fund kritisch ein. Die Grundlage bilden ein Hands-on-Test unserer Redaktion beim Einsteiger-Börsenbrief, die öffentlich dokumentierten Kundenbewertungen sowie die Angaben auf Proffes eigener Webseite. So bekommst du ein ehrliches Bild davon, was die Angebote von Proffe Invest wirklich taugen und für wen sie sich lohnen. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Das Wichtigste zu Proffe Invest: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Michael Proffe, bekannt als „Mr. Trendfolge”, ist das Gesicht hinter dem US-Börsenverlag Proffe Invest Inc. mit Sitz in Wilton, New Hampshire.
- Sieben Börsendienste stehen zur Wahl, vom Einsteiger-Brief Proffes Newcomer (rund 149 Euro pro Jahr) bis zum Proffes Trend Depot (rund 1.500 Euro pro Jahr).
- Nach eigenen Angaben startete Proffes Trend Depot 2005 mit 30.000 Euro, überschritt 2015 die Millionengrenze und liegt heute bei über 22 Millionen Euro.
- Zum Angebot zählen mittlerweile auch der neue Börsendienst Proffes KI Megatrends sowie der Proffe Trendfolger Fund (ISIN LI1117873797), ein Liechtenstein-Fonds ab 100.000 Euro Mindestanlage.
- Die Bewertungen fallen durchwachsen aus: Auf Trustpilot erreicht Proffe Invest nur rund 2,7 von 5 (55 Bewertungen, Stand Juni 2026), vor allem die Optionsschein-Pakete stehen in der Kritik.
Wer ist Michael Proffe?
Michael Proffe ist ein deutscher Börsenexperte und Trendfolge-Spezialist, bekannt als „Mr. Trendfolge”, der über seinen Verlag Proffe Invest Börsenbriefe, Optionsschein-Pakete und einen eigenen Fonds für Privatanleger anbietet. Zur Einordnung: Wir führen Trading-Experten aus Deutschland und weltweit in einer eigenen Übersicht.
Bekannt wurde Michael Proffe vor allem durch eine Zahl: Aus 30.000 Euro soll in rund zehn Jahren eine Million Euro geworden sein. Nach eigenen Angaben wählt der frühere Industrieingenieur bereits seit 1987 Aktien aus und arbeitet seit 1991 hauptberuflich als Marktanalyst. Den öffentlich dokumentierten Track Record seines Musterdepots datiert er allerdings erst auf das Jahr 2005.
Seine Trendfolge-Strategie hat Proffe auch publizistisch verarbeitet: 2022 erschien im FinanzBuch Verlag sein Buch „Die besten Trendfolgestrategien”. Daneben tritt er regelmäßig in Finanzmedien wie ntv und Der Aktionär TV auf. Als seinen Wohnsitz gibt Proffe heute die Schweiz an; als Gründer und Chefanalyst von Proffe Invest zählt er zu den bekannteren Börsenexperten im deutschsprachigen Raum.
Proffe Invest: Adresse und Unternehmen
Proffe Invest ist der Börsenverlag von Michael Proffe, über den er Börsenbriefe, Optionsschein-Pakete und Tutorials zu seiner Trendfolge-Strategie vertreibt.
Ein Blick ins Impressum zeigt eine Besonderheit: Verantwortlich ist nicht eine deutsche GmbH, sondern die US-amerikanische Proffe Invest Inc. mit Sitz in Wilton, New Hampshire. In den AGB wird Jos Pluijmakers als Geschäftsführer geführt, das Unternehmen dort als Fachverlag ohne individuelle Anlageberatung bezeichnet. Hinterlegt ist außerdem eine Registernummer (772164). Aus dieser internationalen Aufstellung erklärt sich auch, dass neben der deutschen Seite eine englischsprachige Version des Angebots existiert.
Proffe Invest Inc. 2 Mountain Meadow Trail Wilton NH 03086 USA
Proffe Invest: Erfahrungen und Bewertungen
Aber halten die Werbeversprechen rund um Millionen-Depots und zweistellige Jahresrenditen auch im Alltag? Um das einzuordnen, hat unsere Redaktion einen der Börsenbriefe selbst getestet, und ich habe die Erfahrungen anderer Kunden als diskretionärer Trader bewertet. Eines vorweg: Sämtliche Performance-Zahlen von Proffe Invest sind Anbieterangaben ohne unabhängigen Nachweis.
Wie sich ein Traditionsverlag im selben Markt schlägt, zeigt unser Test der Bernecker Börsenbriefe.
Unser Test: Proffes Newcomer
Für den Praxistest hat unsere Redaktion den Einsteiger-Börsenbrief Proffes Newcomer abonniert, der sich über die 30-tägige Testphase unverbindlich prüfen lässt. Direkt nach der Anmeldung kamen die Zugangsdaten für die Kunden-Lounge per Mail, deren Design allerdings recht spartanisch ausfällt.
In der Lounge liegen die wöchentlichen Ausgaben als PDF bereit, immer nach demselben Schema: kurze Einleitung, Handelsempfehlungen, fundamentale News, eine Einkaufsliste für Einsteiger und die Depottabelle. Diese Einkaufsliste empfiehlt Proffe allen Neueinsteigern als Basis beim Depotstart.

Auffällig ist die starke Konzentration auf Tech-Werte. Entsprechend durchwachsen fiel die Performance aus: Zum Zeitpunkt unseres Tests lag das Musterdepot (Depotstart Oktober 2020) deutlich im Minus, wie der folgende Screenshot zeigt. Das ist eine Momentaufnahme aus dem Test und keine Aussage über den heutigen Depotstand.
Als diskretionärer Trader stört mich an dem Konzept vor allem zweierlei: Konkrete Handelsempfehlungen sind selten, und ein reines Trendfolge-System kann in fallenden oder seitwärts laufenden Märkten naturgemäß kaum glänzen. Die fundamentalen Einschätzungen sind solide, für rund 149 Euro im Jahr bekommst du damit aber eher Lesestoff als eine aktive Begleitung deines Depots.
Proffe Invest: Kritik auf Trustpilot
Wer sich nicht auf einen einzelnen Test verlassen will, findet auf Trustpilot weitere Stimmen. Dort kommt Proffe Invest auf rund 2,7 von 5 Sternen bei 55 Bewertungen (Stand Juni 2026), wobei Trustpilot ausdrücklich darauf hinweist, einzelne Behauptungen nicht auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen.
Besonders die Optionsschein-Pakete stehen in der Kritik. Ein Kunde berichtet von einem Totalverlust beim Optionsschein Trader, andere bemängeln Kommunikation und Abo-Abrechnung. Daneben gibt es positive Stimmen, die die langfristige Ausrichtung der Strategie und die kostenlosen Testphasen loben.
Erfahrungen auf wallstreet-online, Comdirect und Reddit
Ein ähnliches Bild zeichnen die Foren. Auf wallstreet-online und im Comdirect-Forum lautet der Tenor, die Börsenbriefe funktionierten vor allem in steigenden Märkten, und viele Stimmen bemängeln die hohen Preise. Auch auf Reddit finden sich kritische Berichte zu den Optionsschein-Paketen.
All das sind unverifizierte Erfahrungsberichte einzelner Nutzer, keine belegten Tatsachen. Als Stimmungsbild sind sie dennoch aufschlussreich, weil sich die Kritikpunkte auffällig ähneln. Auch der Finanzblog Depotstudent kommt nach Auswertung diverser Quellen zu einem eher zurückhaltenden Urteil.
Ist Michael Proffe seriös?
Bei der Seriosität lohnt ein nüchterner Blick auf belegbare Fakten statt auf Werbung. Proffe Invest Inc. ist ein real existierendes, seit Jahren am Markt aktives Unternehmen mit Impressum, AGB und nachweisbarer Medienpräsenz. Die BaFin führt Proffe Invest Inc. zudem in ihrer Liste der institutsunabhängigen Ersteller und Weitergeber von Anlageempfehlungen. Wichtig: Diese Listung ist eine regulatorische Anzeige, kein Gütesiegel und keine Bestätigung der beworbenen Renditen.
Was mir als Trader auffällt, ist eine deutliche Diskrepanz: Auf den Marketingseiten finden sich sehr offensive Versprechen, vom Millionen-Narrativ bis zu Formulierungen wie „ohne Risiko”, obwohl Dienste wie der Optionsschein Trader mit Knock-Outs und Hebelprodukten arbeiten. In den AGB und der Disclosure steht dagegen unmissverständlich: keine individuelle Anlageberatung, Verlustrisiko, keine Erfolgsgarantie, keine Haftung für Anlageverluste.
Diese Lücke zwischen Vertriebsrhetorik und Kleingedrucktem macht Proffe nicht automatisch unseriös, denn aus dem spekulativen Charakter der Optionsschein-Produkte macht er keinen Hehl. Sie ist aber der Grund, warum du jede Renditeangabe als Anbieterangabe lesen solltest, solange kein unabhängig testierter Track Record vorliegt. Wer Alternativen sucht, findet im GeVestor Verlag Erfahrungsbericht einen weiteren großen Anbieter von Börsenbriefen im Vergleich.
Michael Proffe und seine Trendfolge-Strategie
Die Trendfolge-Strategie ist eine Handelsmethode, bei der in Richtung eines bestehenden Markttrends investiert und die Position gehalten wird, bis ein Trendbruch signalisiert wird.
Im Zentrum von Proffes Ansatz steht die Trendfolge-Strategie: Investiert wird in Unternehmen, die einem langfristigen Aufwärtstrend folgen. Als Beispiele für starke Trendfolger nennt Proffe Konzerne wie Amazon, Apple, McDonald’s, Visa und Adidas.
Der Strategie liegt nach eigener Darstellung ein Drei-Ebenen-Modell zugrunde, das die relevanten Kennzahlen für die langfristige Entwicklung einer Aktie auswählt:
- Umfelddaten: Konjunktur- und Wirtschaftslage sowie der Zinstrend.
- Grunddaten: fundamentale Kennzahlen wie Umsatz, Gewinn (EBIT), Rendite und die Enterprise-Situation.
- Tradingdaten: technische Indikatoren, konkret MACD, Williams %R (WPR), der Momentum-Oszillator und der RSI.
Solange diese Kennzahlen „grünes Licht” zeigen, bleibt man investiert. Schlägt Proffes Ampelsystem dagegen einen Trendbruch, kommt es zum Ausstieg aus der jeweiligen Aktie. In ruhigen, steigenden Märkten spielt ein solches Trendfolge-System seine Stärken aus, in volatilen oder fallenden Phasen gerät es naturgemäß unter Druck.
Laut Anbieter startete „Proffes Trend Depot” 2005 mit 30.000 Euro, überschritt 2015 die Millionengrenze und liegt heute bei über 22 Millionen Euro. Diese Zahlen sind Eigenangaben und nicht unabhängig testiert, was du bei der Einordnung im Hinterkopf behalten solltest.
Welche Produkte werden auf Proffe Invest angeboten?
Auf Proffe Invest findet sich eine ganze Reihe kostenpflichtiger und kostenloser Angebote. Den Kern bilden die Börsenbriefe, dazu kommen Optionsschein-Pakete, ein eigener Fonds, ein Software-Tutorial sowie ein kostenloser Newsletter.
Einen anderen Zuschnitt hat der Wellenreiter. Robert Rethfeld verzichtet in seinem Börsenbrief ausdrücklich auf Empfehlungen und liefert stattdessen Marktzusammenhänge, Zyklen und Positionierungsdaten.
Die Börsendienste im Überblick
Ein Börsenbrief ist eine kostenpflichtige, regelmäßig erscheinende Publikation mit konkreten Anlageempfehlungen und Markteinschätzungen.
Aktuell stehen sieben Börsendienste zur Wahl, die sich in Anlageinstrumenten, Mindestkapital und Risiko unterscheiden. Jeden davon kannst du über eine 30-tägige Testphase kostenlos und unverbindlich prüfen, ohne versteckte Abofalle. Die jeweils genannten Zielrenditen sind Anbieterangaben, keine Garantien.
- Proffes Newcomer: Einsteiger-Brief mit 5 Aktien und 5 Optionsscheinen, Zielrendite 30 % pro Jahr, rund 149 Euro im Jahr. Auffällig: Trotz enthaltener Optionsscheine wird mit risikoarmer Sprache geworben.
- Proffes Aktien Welt Depot: reines internationales Aktiendepot, schwankungsärmer, Zielrendite 20 % pro Jahr, rund 299 Euro im Jahr.
- Proffes KI Megatrends: der neueste Dienst rund um KI- und Megatrend-Aktien mit optionalen Derivaten, Zielrendite 30 % (Aktien) bzw. 50 % (Derivate), rund 17 Euro pro Woche mit Jahresrechnung.
- Proffes Trend Depot: das älteste Produkt, drei Depots mit je 10 Titeln aus Aktien und Optionsscheinen plus Servicepaket, Zielrendite 40 % pro Jahr, rund 1.500 Euro im Jahr.
- Proffes Optionsschein Trader: reines Optionsschein- und Knock-Out-Depot für Erfahrene, Zielrendite 50 % pro Jahr, derzeit nur über Warteliste.
- Proffes Impuls Trader: aggressivstes Angebot mit Knock-Outs („Königsklasse”), ebenfalls über Warteliste.
- Proffes Trend Portfolio: nur auf Englisch, US-Aktien und Optionen, Zielrendite 40 % pro Jahr, 399 US-Dollar pro Quartal.
Proffes Trend Depot ist der älteste und teuerste Börsendienst von Michael Proffe und kombiniert Aktien und Optionsscheine in drei Musterdepots mit jeweils zehn Titeln.
Das Trend Depot ist mit Abstand das teuerste Angebot, weil neben den wöchentlichen Ausgaben ein Servicepaket enthalten ist: E-Mail-Hotline, ein SMS-Service für Handelsempfehlungen, Zugang zum Ausgabenarchiv und regelmäßige Lesertreffen, bei denen man Michael Proffe persönlich treffen kann.
Proffe Invest: Optionsschein-Pakete
Ein Optionsschein-Paket bei Proffe Invest ist eine einmalig erhältliche Zusammenstellung mehrerer Hebelprodukte auf Proffes Trendfolge-Werte.
Neben den Börsendiensten bietet Proffe regelmäßig wechselnde Optionsschein-Pakete an, aktuell etwa das „Optionsschein Paket 2026 V”. Jedes Paket besteht aus rund 7 bis 15 Optionsscheinen, Knock-Outs oder Optionen auf Proffes Trendfolger. Die Werte werden über den Newsletter als PDF verschickt, anschließend kaufst du sie selbst und verkaufst sie nach einer gewissen Haltedauer wieder. Genau diese Pakete stehen in den Kundenbewertungen am stärksten in der Kritik, weil hier auch Totalverluste möglich sind.
Wer solche Pakete einschätzen will, sollte zuerst verstehen, wie Optionsscheine funktionieren und warum Hebel und Zeitwert das Risiko bestimmen.
Proffe Trendfolger Fund
Der Proffe Trendfolger Fund ist ein in Liechtenstein aufgelegter Investmentfonds (ISIN LI1117873797), der Michael Proffes Trendfolge-Strategie in einem regulierten Fondsmantel abbildet.
Seit einiger Zeit gibt es Proffes Strategie auch in Form eines eigenen Investmentfonds. Aufgelegt ist er als AIF nach liechtensteinischem Recht, als Hersteller fungiert die CAIAC Fund Management AG, als Verwahrstelle die Bank Frick AG, beaufsichtigt durch die FMA Liechtenstein. Vor einem Investment solltest du die Eckdaten kennen:
- Mindestanlage 100.000 Euro: Der Fonds richtet sich klar an vermögende Anleger, nicht an Einsteiger.
- Risikoindikator 6 von 7: die zweithöchste Risikoklasse, da neben Aktien auch Derivate und strukturierte Produkte zum Einsatz kommen.
- Hohe Kosten: bis zu 5 % Ausgabeaufschlag, rund 3 % laufende Kosten pro Jahr plus eine Erfolgsgebühr.
- Empfohlene Haltedauer 8 Jahre: ein klares Langfristprodukt, das nicht mit den kurzfristigen Tradingdiensten zu verwechseln ist.
Laut Factsheet (Stand Januar 2025) erzielte der Fonds seit Auflage rund +69,85 %, allerdings mit heftigen Ausschlägen: −49,56 % im Jahr 2022, +45,14 % im Jahr 2023 und +105,35 % im Jahr 2024. Wie das Factsheet selbst betont, ist die historische Performance kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Als reines Trendfolge-Produkt zeigt der Fonds damit genau das erwartbare Muster: starke Jahre im Aufwärtstrend, schwere Einbrüche in Korrekturphasen.
Michael Proffe: World Money Tutorial
Michael Proffe nutzt für seine Analysen die Börsensoftware World Money. Da das Programm recht komplex ist, bietet er ein etwa einstündiges Video-Tutorial an, das in kurze Clips von ein bis drei Minuten unterteilt ist und die wichtigsten Funktionen erklärt, vom Depotaufbau bis zum Performancechart. Der Preis liegt bei einmalig 649 Euro.
Kostenlos sind dagegen der wöchentliche Newsletter „Proffe News” mit Markteinschätzungen sowie ein Blog mit unregelmäßigen Beiträgen. Wer Proffes Stil und seine Trendfolge-Sicht zunächst unverbindlich kennenlernen will, findet hier einen kostenlosen Einstieg, ganz ohne Abo.
Proffe Invest: Kosten im Überblick
Hier die Kosten der wichtigsten Angebote auf einen Blick. Die genannten Zielrenditen sind Anbieterangaben und keine Zusicherung.
| Börsendienst | Preis (mit Jahresrechnung) | Zielrendite p. a. |
|---|---|---|
| Proffes Newcomer | 2,87 €/Woche (≈ 149,20 €/Jahr) | 30 % |
| Proffes Aktien Welt Depot | 24,92 €/Monat (≈ 299 €/Jahr) | 20 % |
| Proffes KI Megatrends | 17,29 €/Woche | 30 % (Aktien) |
| Proffes Trend Depot | 28,84 €/Woche (≈ 1.499,68 €/Jahr) | 40 % |
| Proffes Trend Portfolio | 399 $/Quartal | 40 % |
| Proffes Optionsschein Trader | nur über Warteliste | 50 % |
| Proffes Impuls Trader | nur über Warteliste | „Königsklasse” |
Hinzu kommen die einmaligen Optionsschein-Pakete (Preis je nach Paket), der Proffe Trendfolger Fund (ab 100.000 Euro Mindestanlage, rund 3 % laufende Kosten pro Jahr) sowie das World Money Tutorial für einmalig 649 Euro.
Michael Proffe: Mein Fazit
Unter dem Strich ist Proffe Invest ein etabliertes, transparent auftretendes Angebot mit einem klaren roten Faden: der Trendfolge-Strategie. Wer an langfristige Trends glaubt und ein Musterdepot nachbilden möchte, findet im reinen Aktien Welt Depot den vergleichsweise risikoärmsten Einstieg, idealerweise zunächst über die 30-tägige Testphase.
Als diskretionärer Trader bin ich bei den teureren Produkten allerdings skeptisch. Die Optionsschein-Pakete und der Impuls Trader sind hochspekulativ, die Kosten von Trend Depot und Fonds sind happig, und vor allem die Diskrepanz zwischen vollmundigem Marketing und den nüchternen Risikohinweisen in den AGB bleibt mein größter Kritikpunkt. Behandle jede Renditeangabe als das, was sie ist: eine Anbieterangabe ohne unabhängigen Nachweis. Wer das im Kopf behält und nur Geld einsetzt, dessen Verlust er verkraften kann, bekommt mit Proffe Invest einen soliden, aber teuren Trendfolge-Dienstleister.
Häufige Fragen zu Proffe Invest
Was ist Proffes Trend Depot?
Proffes Trend Depot ist der älteste und teuerste Börsendienst von Michael Proffe. Es kombiniert Aktien und Optionsscheine in drei Musterdepots mit je zehn Titeln, kostet rund 1.500 Euro im Jahr und nennt eine Zielrendite von 40 Prozent pro Jahr (Anbieterangabe).
Ist Proffe Invest seriös oder Abzocke?
Proffe Invest tritt transparent auf und ist bei der BaFin als institutsunabhängiger Ersteller von Anlageempfehlungen gelistet, was aber kein Gütesiegel ist. Auffällig bleibt die Diskrepanz zwischen offensiven Renditeversprechen und den Risikohinweisen in den AGB. Von Abzocke oder Betrug lässt sich nicht sprechen, eine kritische Distanz ist aber angebracht.
Was kostet Proffe Invest?
Die Börsendienste kosten zwischen rund 149 Euro pro Jahr (Newcomer) und rund 1.500 Euro pro Jahr (Trend Depot). Das World Money Tutorial schlägt mit einmalig 649 Euro zu Buche, der Proffe Trendfolger Fund verlangt eine Mindestanlage von 100.000 Euro.
Kann man Proffe Invest kostenlos testen?
Ja, jeden Börsendienst kannst du 30 Tage lang kostenlos und unverbindlich testen. Läuft die Testphase aus, entsteht keine automatische Verpflichtung. Zusätzlich gibt es einen dauerhaft kostenlosen Newsletter.
Gibt es einen Proffe-Fonds?
Ja, den Proffe Trendfolger Fund (ISIN LI1117873797), einen in Liechtenstein aufgelegten AIF. Er bildet die Trendfolge-Strategie ab, verlangt eine Mindestanlage von 100.000 Euro und ist mit Risikoindikator 6 von 7 ein hochriskantes Langfristprodukt.
Welche Kritik gibt es an Proffe Invest?
Die meiste Kritik betrifft die Optionsschein-Pakete, bei denen Kunden von Verlusten bis hin zum Totalverlust berichten. Auf Trustpilot erreicht Proffe Invest rund 2,7 von 5 Sternen. Diese Stimmen sind unverifizierte Erfahrungsberichte, in der Tendenz aber recht einheitlich.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und handelt seit 1978 als diskretionärer Price-Action-Trader an den Märkten für Forex, Indizes, Rohstoffe und Zinsen. Seine Erfahrung mit Börsendiensten und Trendfolge-Ansätzen reicht damit über mehrere komplette Marktzyklen zurück.
Schon früh hat er die deutschsprachige Trading-Szene mitgeprägt: Ende der 1980er Jahre übersetzte er die Elliott-Wellen-Literatur von Robert Prechter und war über 17 Jahre der deutsche Repräsentant des US-Tradingautors Joe Ross, von dem er zehn Bücher übertrug. Als Kunde von Interactive Brokers seit 1996 kennt er die Praxis des aktiven Handels aus erster Hand.
Bei Anbietern wie Proffe Invest legt Karsten Wert auf eine nüchterne, belegnahe Einordnung: Marketingversprechen werden als solche benannt, Risiken klar adressiert und Renditeangaben konsequent als Anbieterangaben gekennzeichnet. Sein Maßstab ist nicht der lauteste Werbeslogan, sondern die Frage, was ein Angebot über volle Marktzyklen hinweg wirklich leistet.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer geprüft.















