Wenn der Silberpreis um zehn Prozent steigt, legen die Aktien der Minenbetreiber oft um ein Vielfaches zu. Der Grund dafür ist simpel. Die Förderkosten einer Mine bleiben weitgehend gleich, während der Erlös je Unze klettert. Was zusätzlich hereinkommt, landet fast vollständig im Gewinn. Dieser Hebel wirkt allerdings in beide Richtungen, und genau deshalb sind Silberaktien kein Ersatz für physisches Silber, sondern eine eigene Anlageklasse mit eigenen Regeln.
Die Auswahl ist dabei schwieriger, als die meisten Übersichten vermuten lassen. Der Sektor hat 2025 kräftig konsolidiert. Gleich drei bekannte Namen sind in größeren Konzernen aufgegangen und als eigenständige Aktie vom Kurszettel verschwunden. Andere Unternehmen tragen das Wort Silber im Namen, verdienen ihr Geld inzwischen aber überwiegend mit Gold. Und einer der größten Werte im Feld betreibt keine einzige eigene Mine.
Dieser Artikel zeigt dir, welche zehn Silberaktien heute wirklich zählen, wie viel Silber jedes Unternehmen tatsächlich fördert und woran du Produzenten, Streaming-Anbieter und Explorer voneinander unterscheidest. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Silberaktien: das Wichtigste
in 30 Sekunden
- Fresnillo ist mit 48,7 Millionen Unzen der größte Silberproduzent der Welt. Dahinter folgen Pan American Silver und der Streaming-Anbieter Wheaton Precious Metals. Alle zehn Werte findest du in der Vergleichstabelle.
- Nicht jede Silberaktie ist auch ein Silberinvestment. Produzenten fördern selbst, Streamer finanzieren fremde Minen, Explorer erzielen noch gar keine Einnahmen. Manche Konzerne verdienen ihr Geld längst überwiegend mit Gold.
- Die Förderkosten trennen die soliden von den anfälligen Werten. Hecla Mining arbeitet mit 11,28 US-Dollar je Unze am günstigsten, First Majestic benötigt 21,17 US-Dollar je Silberäquivalentunze.
- Silberaktien schwanken stärker als der Silberpreis selbst. Steigt Silber, wachsen die Gewinne der Minen überproportional. Fällt der Preis, kehrt sich dieser Hebel gegen dich.
Welche Silberaktien gibt es?
Silberaktien spielen bei der Geldanlage neben vielen anderen Faktoren auch eine wichtige Rolle. Grundsätzlich möchten Privatinvestoren zum einen ihr Kapital vermehren, auf der anderen Seite auch für das Alter ein gesundes Polster und im Idealfall wiederkehrende Einnahmen aus Dividenden haben. Wer sein Portfolio diversifiziert aufstellen und einen gewissen Krisenschutz einbauen will, dürfte sich auch mit dem Thema Edelmetalle beschäftigen.
In diesem Artikel beleuchten wir deshalb, welche Anlagemöglichkeiten sich im Rohstoff Silber bieten und welche Vor- und Nachteile diese jeweils haben.
Als Silberaktien werden gemeinhin die Aktien von Unternehmen bezeichnet, die als Geschäftskonzept den Abbau des Edelmetalls betreiben. Da die Silbervorkommen in Westeuropa so weit erschöpft sind, liegen die größten Vorkommen aktuell in Süd- und Nordamerika sowie Australien, Polen, China und Russland.
Dementsprechend sind die Minenbetreiber auch in diesen Regionen angesiedelt, durch Übernahmen oder Kooperationen dennoch global tätig. Für das Jahr 2023 finden sich bei Statista die führenden Silberminen anhand der Produktionsmenge nach Ländern aufgeteilt:

– statista.com –
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Wer ist der größte Silberproduzent?
Aufgeschlüsselt nach Produktionsmenge gilt das Unternehmen Fresnillo plc. als führender Silberproduzent. Im Jahresreport 2025 wird eine Produktion von 48,7 Millionen Unzen Silber ausgewiesen, was im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 13,5 % darstellt.

Nach eigenen Angaben stehen an abbaubaren Reserven noch 2 Milliarden Unzen bereit. Diese Menge konnte durch erfolgreiche Forschung und Entwicklung bzw. Anwendung neuer Technologien stabil gehalten werden.
Den Echtzeit-Chart der Fresnillo Silberaktie können Sie hier sehen oder direkt auf TradingView:
Lesetipp: Die Silberpreis Prognose
Was sind die besten Silberaktien?
Eine bestmögliche Anlageentscheidung ist mit der persönlichen Situation und weitergehenden Faktoren wie Risikoneigung und Renditeerwartung verknüpft. Die folgende Liste soll nicht zwingend eine Wertung darstellen, sondern eher informieren, um eine Auswahl zu erleichtern.
Primär wurden die Aktien nach diesen Schwerpunkten ausgewählt: Anteil der Silberförderung, Fördermenge, Marktkapitalisierung und Handelsplatz (London bzw. US-Börsen). Vereinzelt sind die Aktien auch an deutschen Börsen handelbar, jedoch geht ein dadurch geringeres Währungsrisiko mit mangelnder Liquidität einher.
Grundsätzlich schürfen die Unternehmen nicht nur Silber, sondern setzen ihre Kapazitäten auch für die Gewinnung anderer Rohstoffe ein. Dadurch sind sie je nach Ausrichtung mehr oder weniger von der Preisentwicklung auf dem Silbermarkt abhängig.
Die folgende Übersicht bündelt die zehn wichtigsten Silberaktien nach Fördermenge. Entscheidend ist dabei nicht die absolute Größe allein, sondern auch das Geschäftsmodell. Manche Konzerne fördern Silber nur als Nebenprodukt, andere betreiben überhaupt keine eigenen Minen. Die Spalte Typ trennt deshalb Produzenten, Streaming-Unternehmen und Explorer voneinander. Die Einzelheiten zu jedem Wert findest du in den Porträts darunter.
| Unternehmen | Typ | Silberproduktion 2025 |
|---|---|---|
| Fresnillo | Produzent | 48,7 Mio. Unzen |
| Pan American Silver | Produzent | 22,0 bis 22,5 Mio. Unzen |
| Wheaton Precious Metals | Streamer | 20,5 bis 22,5 Mio. Unzen |
| Coeur Mining | Produzent | 17,9 Mio. Unzen |
| Hecla Mining | Produzent | 17,0 Mio. Unzen |
| First Majestic Silver | Produzent | 15,4 Mio. Unzen |
| Silvercorp Metals | Produzent | 6,8 Mio. Unzen |
| Endeavour Silver | Produzent | 6,49 Mio. Unzen |
| Fortuna Mining | Produzent | nur in Goldäquivalent |
| Vizsla Silver | Explorer | noch keine Produktion |
Dividenden bei Silberaktien
Neben der Spekulation auf steigende oder auch fallende Rohstoffpreise und damit verbundenen Schwankungen in den Aktienkursen ermöglichen einige der ausgewählten Titel auch, Rendite aus Dividendenzahlungen zu erwirtschaften. Die aktuellen Erträge sind bei den jeweiligen Unternehmen mit aufgeführt.

Für die interessanten Aktien des US-Marktes bietet sich eine Suche über die Screener-Funktion bei TradingView an. Im Beispiel haben wir den Sektor „Nicht Energie Mineralien” gewählt und dort die Spezialisierung „Edelmetalle“. Da es im Grunde kein Unternehmen gibt, das ausschließlich auf Silber spezialisiert ist, haben wir für die Aktien in diesem Artikel die Schürfergebnisse herangezogen.
Gesundheitscheck bei Silberaktien mit investingPro
Eine spezifizierte Bewertung von Unternehmen lässt sich auf investingPro vornehmen. Diese Plattform bietet neben konfigurierbaren Watchlisten auch einen schnellen Vergleich der Fundamentaldaten. Neben der investingPro-eigenen Fair-Value-Einordnung gibt auch das Overall Health Label einen Überblick über die Unternehmensgesundheit.
Für diesen Überblick haben wir die Silberaktien aus diesem Artikel in eine eigene Watchlist übernommen, um die Unternehmen einzuschätzen. Auch lassen sich so bequem weitere Daten zu den Aktiengesellschaften abrufen, die zur Bewertung herangezogen werden.
Ein Verzeichnis weiterer Silberminen-Aktien finden Sie hier auf dem Minenportal.
Fresnillo Plc.
Als weltgrößter Silberschürfer darf Fresnillo in dieser Liste natürlich nicht fehlen. Das Unternehmen ist in Mexico angesiedelt und stolz auf seine Geschichte. Die Stamm-Mine würde bereits im Jahr 1554 erschlossen und bietet noch Ressourcen von über 100 Millionen Unzen Silber. Die Aktien sind an den Börsen in London (LSE) und Mexico (Bolsa Mexicana de Valores – BMV) gelistet. Die ISIN für diesen Wert lautet GB00B2QPKJ12.
Charttechnisch betrachten wir den Jahreschart mit Notierungen an der London Stock Exchange. Der Preis wird in GBp bzw. GBX angegeben, was 1/100 Pfund Sterling (ein Pence) bedeutet. Damit liegt der Kurs zum Analysezeitpunkt (Update am 21.05.2026) bei 32,92 Pfund und entspricht etwa 38,03 Euro.

Der Ausbruch aus dem unteren Bereich der Preisspanne im Jahr 2025 hat nach einem festen Schlusskurs noch für Anschlussdynamik im Jahr 2026 gesorgt. Nach einem Allzeithoch bei 4.472 GBX zeigen sich verständlicherweise Gewinnmitnahmen. Notierungen unter dem Vorjahreshoch könnten eine Konsolidierungsphase ankündigen, eine Rückkehr darüber würde hingegen die Aussicht auf weitere Dynamik aufrecht erhalten, sodass 2026 ebenfalls eine starke Jahreskerze bilden könnte.
Mit seinen hohen Kapazitäten und Ressourcen kann Fresnillo steigende Silberpreise direkt in bare Münze umwandeln und seinen Gewinn steigern. Am aktuellen Jahrestief bei 2.880 GBX ist ein Unterstützungsbereich möglich. Notierungen unter dem Vorjahreshoch könnten für einen Einstieg genutzt werden. Auch ein Trendfortsetzungsmuster auf kleineren Zeiteinheiten ließe sich handeln, um von weiterer Dynamik zu profitieren.

Ausgehend von ihrer Dividendenpolitik schüttet Fresnillo zwischen 33-50 Prozent des Gewinns (nach Steuern) an die Aktionäre aus. Ein Drittel wird als Zwischendividende, die verbleibenden zwei Drittel als Schlussdividende gezahlt. Somit bleibt die Zahlung flexibel und kann an die Entwicklung im Geschäftsjahr angepasst werden. Diese Politik hat sich zuletzt in einer gesunden Rendite von circa 2,6 % niedergeschlagen, sodass ein weiteres Argument für langfristige Investments in dieses Unternehmen vorhanden ist.
Eckdaten zu Fresnillo
Zu den im Betrieb befindlichen Minen arbeitet Fresnillo an weiteren Erschließungen, ferner befinden sich neue Projekte in fortgeschrittener Exploration.
Neben der Position des größten primären Silberunternehmens der Welt ist Fresnillo größter Goldproduzent in Mexiko. Wie oben bereits angeführt, wurden im letzten Jahr 48,7 Millionen Unzen Silber gewonnen.

Ein hervorragendes Werkzeug, um die Unternehmensdaten übersichtlich zu erfassen, findet sich in den tiefgreifenden Berichten von investingPro. Bereits auf der ersten Seite ist zu erkennen, dass der weit gelaufene Kurs von Fresnillo Raum für Korrekturen bietet. Die Marker für Wachstum, Profitabilität und Cashflow spiegeln jedoch eine gesunde und erfolgsorientierte Unternehmenspolitik wider.
Mehr über Fresnillo auf TradingView
Pan American Silver Corp.
Die Aktien der Pan American Silver Corp. (PAAS) sind an der NASDAQ und der Toronto Stock Exchange (TSX) gelistet. Aktueller Kurs von Pan American Silver.
Das Unternehmen zählt zu den größten Minenbetreibern im Schwerpunkt Silber des nordamerikanischen Wirtschaftsraums.
Diese Aktie betrachten wir ebenfalls im Monatschart in US-Dollar an der NYSE. Aktuell (29.10.2024) liegt der Kurs bei $24,72 und konnte die Unterstützung durch das Jahreshoch aus 2023 zurückgewinnen. Vom Jahreshoch 2022 sind die Notierungen noch gute 14 % entfernt.

Seit dem Hoch aus Februar 2021 beschreibt der Kurs einen Abwärtstrend. Vor Erreichen der $10.00 ist der Kurs im laufenden Jahr 2024 jedoch in einen Erholungsimpuls gegangen, so dass Energie für einen nächsten Bewegungszweig nach oben vorhanden sein könnte. Mit der Unterstützung am Vorjahreshoch wäre ein Trading-Einstieg mit gutem CRV geboten, wobei das Kursziel des Ausbruchs nun im Bereich von $31 liegen dürften.
Bei ausbleibenden Kursgewinnen wäre noch die gezahlte Dividende interessant, die in 2023 mit $0,40 beziffert wurde und somit noch eine Rendite von 1,6 % ergeben würde.
Eckdaten zur Pan American Silver Corp.
Pan American Silver wurde im Jahr 1994 von Ross Beaty gegründet und nahm ein Jahr später in Peru die erste Mine in Betrieb. Seit dieser Zeit sind die Aktien auch an US-Börsen gelistet. 1998 konnte eine Mine in Mexiko akquiriert und in den Folgejahren weitere Standorte in Peru, Argentinien, Kanada, Guatemala und Bolivien erschlossen werden.
Im Jahresbericht 2023 gibt Pan American Silver eine Produktion von 20,4 Millionen Unzen Silber an, was zum vorangegangenen Jahr eine Steigerung von 11 % darstellt. Die abbaubaren Vorkommen belaufen sich auf 487 Millionen Unzen. Der Firmensitz befindet sich in Vancouver, Kanada.
Mehr über Pan American Silver (PAAS) erfahren
Wheaton Precious Metals Corp.
Wheaton Precious Metals besitzt keine einzige eigene Mine. Das Unternehmen finanziert Minenprojekte anderer Konzerne und sichert sich im Gegenzug das Recht, einen festen Anteil der späteren Förderung zu einem vorab vereinbarten Preis abzunehmen. Für dich als Anleger heißt das: steigende Löhne oder Energiekosten schlagen hier nicht direkt aufs Ergebnis durch, weil Wheaton den Minenbetrieb gar nicht selbst verantwortet.
Ein Streaming-Unternehmen finanziert den Bau von Minen und erhält dafür das Recht, einen festgelegten Teil der geförderten Metalle dauerhaft zu einem vorher vereinbarten Festpreis zu kaufen.
2025 kam Wheaton auf rund 692.000 Goldäquivalentunzen und übertraf damit die eigene Prognose. Auf Silber entfielen davon 20,5 bis 22,5 Millionen Unzen. Der Umsatz erreichte 2,3 Milliarden US-Dollar, wovon 62 Prozent aus Gold und 36 Prozent aus Silber stammten. Für 2026 stellt das Unternehmen 27 bis 29 Millionen Unzen Silber in Aussicht.
Wer Wheaton kauft, kauft kein reines Silberinvestment. Knapp zwei Drittel des Geschäfts hängen am Goldpreis. Das dämpft die Hebelwirkung nach oben, federt aber auch schwache Silberphasen ab. Bis 2030 peilt das Management rund 1,2 Millionen Goldäquivalentunzen an.
Coeur Mining Inc.
Coeur Mining hat 2025 den größten Sprung im gesamten Vergleichsfeld gemacht. Die Silberförderung stieg um 57 Prozent auf 17,9 Millionen Unzen. Möglich wurde das vor allem durch die Übernahme von SilverCrest Metals im Februar 2025, mit der die mexikanische Mine Las Chispas ins Portfolio kam.
Ein reiner Silberförderer ist das Unternehmen damit nicht mehr. Parallel kletterte die Goldproduktion um 23 Prozent auf 419.046 Unzen. Der Umsatz lag 2025 bei 2.070,1 Millionen US-Dollar, der operative Cashflow bei 886,9 Millionen US-Dollar. Im vierten Quartal erreichte das bereinigte EBITDA mit 425 Millionen US-Dollar einen Rekordwert.
Der Förderschwerpunkt liegt klar in Nordamerika. Neben Las Chispas in Mexiko trägt vor allem die erweiterte Mine Rochester in Nevada zum Wachstum bei. Damit liegt der Großteil der Produktion in politisch stabilen Regionen.
Hecla Mining Company
Hecla Mining fördert so günstig wie kein anderer Wert in diesem Vergleich. Die All-in Sustaining Costs lagen 2025 bei 11,28 US-Dollar je Unze Silber. Die reinen Cash-Kosten waren mit minus 1,75 US-Dollar sogar negativ, weil die Erlöse aus Gold, Blei und Zink die Förderkosten des Silbers rechnerisch vollständig deckten.
Die All-in Sustaining Costs, kurz AISC, geben an, was ein Bergbauunternehmen pro geförderter Unze insgesamt aufwenden muss, einschließlich Verwaltung, Erkundung und Ersatzinvestitionen.
Die Fördermenge stieg 2025 auf 17,0 Millionen Unzen Silber. Den größten Beitrag lieferte Greens Creek in Alaska mit über 8,7 Millionen Unzen. Die Mine Lucky Friday erreichte mit 5,3 Millionen Unzen einen Rekord, und Keno Hill im Yukon überschritt erstmals die Marke von drei Millionen Unzen.
Für dich ist Hecla der defensivste Wert unter den Produzenten. Niedrige Kosten bedeuten, dass das Unternehmen auch bei einem fallenden Silberpreis länger profitabel arbeitet als teurere Förderer. Der Preis dafür ist ein geringerer Hebel nach oben.
First Majestic Silver Corp.
Bei der First Majestic Silver Corp. (AG) sind die Aktien an den Börsen in New York (NYSE) und unter dem Kürzel FR in Toronto (TSX) gelistet. Ebenfalls werden Kurse an der Börse Frankfurt unter dem Kürzel FMV gestellt. Der aktuelle Aktienkurs der First Majestic Silberaktie. Die ISIN für diesen Wert lautet CA32076V1031. Das Unternehmen zählt zu den größten Minenbetreibern im Schwerpunkt Silber, die ihren Firmensitz in Kanada haben.
Den Kursverlauf betrachten auch bei diesem Wert im Monatschart mit den Notierungen in US-Dollar.

Dem Allzeithoch im Jahre 2011 bei $26.88 folgte ein Tief bei $2,40 im Januar 2016. Daraus ergibt sich eine breite Handelsspanne, die von volatilen Bewegungen begleitet wird. Da der Aktienkurs auf die Anstiege im Silberpreis der Jahre 2011, 2016 und 2021 sehr massiv reagiert hat, bietet sich die gewünschte Hedgewirkung für das Depot sogar mit einem Hebel.
Auf dem aktuellen Preisniveau ist der Kurs bei $7,88 für einen Einstieg insofern attraktiv, dass das Tief aus 2020 im Bereich von $4.00 Unterstützung bieten kann. Für ein optimiertes Timing kann abgewartet werden, ob die Preise das Zwischenhoch aus dem April ($8,44) überschreiten, mit dieser Taktik wäre man bei einer Fortsetzung des Kursanstiegs dabei.
Enttäuschend stellt sich hingegen die Dividendenzahlung dar, im vergangenen Jahr wurden $0,0208 realisiert, was circa 0,3% Rendite ergeben hat.
Eckdaten zur First Majestic Silver Corp.
First Majestic betreibt drei Minen in Mexiko, die Gold und Silber produzieren. Dazu kommen noch drei Explorationsprojekte in den USA und Mexiko.
Im Jahresbericht 2022 gibt First Majestic Silver an, 31,3 Millionen Unzen Silber abgebaut zu haben, was zum vorangegangenen Jahr als Steigerung von 16 % beziffert wird. Der Abschlussbericht für 2023 lag zum Analysezeitpunkt noch nicht vor.
Mehr über First Majestic Silver (AG) erfahren
Fortuna Mining Corp.
Die Aktien der Fortuna Mining Corp. (FSM) sind an der New York Stock Exchange (NYSE) und unter dem Kürzel FVI in Toronto (TSX) gelistet. Hier findet sich der aktuelle Aktienkurs von Fortuna Mining Corp. Die ISIN für diesen Wert lautet CA3499151080. Auch an der Börse Frankfurt werden unter dem Kürzel F4S Kurse gestellt. Auch dieses Unternehmen ist ein größerer Silberschürfer im nordamerikanischen Raum.
Dieser Aktie gebührt ebenfalls ein Blick auf den Monatschart in US-Dollar.

Dieser Kursverlauf zeigt gleichermaßen eine enorme Spanne. Das Tief des Jahres 2020 wurde bei $1,47 notiert, woraufhin sich der Kurs bis an das Allzeithoch von $9,85 im Februar 2021 erholen konnte.
Auch hier zeichnet sich die folgende Marktkorrektur bei den Edelmetallaktien dann deutlich ab. Vom vergleichsweise geringen Kurswert des Jahrestiefs 2022 läuft aktuell im Jahr 2024 nun eine Erholung, die mit dem momentanen Pullback an das 2022er Jahreshoch einen relativ risikolosen Einstieg mit einer dem Depot angemessen Position bieten kann. Die mögliche Zusatzrendite einer Dividendenzahlung ist bei diesem Wert jedoch nicht gegeben.
Eckdaten zu Fortuna Silver Mines Inc.
Fortuna ist ein kanadisches Bergbauunternehmen, das im Jahr 2005 gegründet wurde und sich auf die Produktion von Edelmetallen spezialisiert hat. Der Firmensitz ist in Vancouver, Kanada, und der Hauptsitz des Managements befindet sich in Lima, Peru.
Fortuna Silver betreibt Minen in Peru, Mexiko, Argentinien und Westafrika, wobei Silber hauptsächlich in Peru und Mexiko gewonnen wird.

Die Produktion im Geschäftsjahr 2023 hat 5,9 Millionen Unzen Silber betragen und ist im Vergleich zum vorangegangenen Jahr um 15 % gesunken.
Mehr über Fortuna Silver Mines (FSM) erfahren
Silvercorp Metals Inc.
Silvercorp ist der einzige Wert in dieser Übersicht mit Förderschwerpunkt in Asien. Das Unternehmen betreibt seine Minen in China und kam im Geschäftsjahr bis März 2026 auf 6,8 Millionen Unzen Silber sowie 8.723 Unzen Gold.
Die Kosten sind zuletzt spürbar gestiegen. Die AISC kletterten auf 14,25 US-Dollar je Unze, nach 12,12 US-Dollar im Vorjahr. Das entspricht einem Anstieg von 18 Prozent. Der bereinigte Nettogewinn lag bei 151 Millionen US-Dollar, der operative Cashflow bei 310,6 Millionen US-Dollar.
Das Länderrisiko musst du hier bewusst mitkaufen. Wer Silvercorp ins Depot legt, wettet nicht nur auf den Silberpreis, sondern auch auf stabile regulatorische Bedingungen in China. Das unterscheidet den Wert deutlich von den nordamerikanischen Förderern.
Endeavour Silver Corp.
Auch die Endeavour Silver Corp. (EXK) ist an der New York Stock Exchange (NYSE) gelistet und in Toronto (TSX) unter dem Kürzel EDR zu finden. Die ISIN für diese Aktiengesellschaft lautet CA29258Y1034. Dieses Unternehmen zählt schon eher zum Mittelfeld der Silberschürfer im nordamerikanischen Raum.
Dennoch gebührt auch dieser Aktie ein Blick auf den Monatschart in US-Dollar.

Die Kursspanne bei diesem Wert liegt zwischen einem und 13 US-Dollar, wobei das Allzeithoch aus dem September 2011 bei $13,10 notiert. Von den Tiefs konnte sich der Kurs jeweils erholen und hat Spitzen um sechs und acht Dollar ausgebildet. Investoren müssen hier gewillt sein, solche Schwankungen auszusitzen oder lediglich die Bewegungen in entsprechenden Trades mitzunehmen.
Der Ausbruch über das Vorjahreshoch mit einem Kurswert bei aktuell $5,58 könnte ein mögliches Einstiegssignal für solche Spekulationen bieten, wobei das Depot mit einer kleinen Position garniert werden sollte. Eine Dividende wird von Endeavour nicht gezahlt.
Eckdaten zur Endeavour Silver Corp.
Auch Endeavour ist ein kanadisches Bergbauunternehmen und wurde im Jahr 1981 gegründet. Die Produktion ist auf Edelmetalle spezialisiert. Der Firmensitz ist in Vancouver und die Minen befinden sich in Mexiko, wobei große Erwartungen in einem neuen Entwicklungsprojekt stecken.
Die Produktion im Geschäftsjahr 2023 hat 5,7 Millionen Unzen Silber betragen, der Ausblick für das Jahr 2024 ist mit ähnlichen Werten stabil und zielt auf ein Maximum von 5,8 Millionen.
Mehr über Endeavour Silver Corp. erfahren
Vizsla Silver Corp.
Vizsla Silver fördert bislang keine einzige Unze Silber. Das Unternehmen entwickelt das Projekt Panuco im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa und gehört damit in eine andere Risikoklasse als alle übrigen Werte dieser Übersicht.
Ein Explorer ist ein Bergbauunternehmen, das Lagerstätten sucht und erschließt, aber noch keine Einnahmen aus laufender Förderung erzielt.
Die Machbarkeitsstudie weist für die ersten fünf Jahre im Schnitt 20,1 Millionen Unzen Silberäquivalent jährlich aus. Über die geplante Laufzeit von 9,4 Jahren sind es 17,4 Millionen Unzen pro Jahr. Die Studie rechnet mit einem Kapitalwert nach Steuern von 1,8 Milliarden US-Dollar und einer internen Verzinsung von 111 Prozent, kalkuliert bei 35,50 US-Dollar je Unze Silber und 3.100 US-Dollar je Unze Gold.
Diese Zahlen sind Planung, keine Bilanz. Die Bauentscheidung steht für das zweite Halbjahr 2026 an und hängt an ausstehenden Genehmigungen. Die erste Produktion peilt das Unternehmen für die zweite Jahreshälfte 2027 an. Verzögert sich der Zeitplan oder fällt der Silberpreis unter die Annahmen der Studie, trifft dich das hier deutlich härter als bei einem laufenden Produzenten.
Startet jetzt die Aufholjagd bei Silberaktien?
Nach diesen Analysen zeigt sich, dass ein Großteil der Minenbetreiber nach stärkeren Kursverlusten trotz gestiegenem Silberpreis noch keine deutlichen Kursanstiege zu verzeichnen haben. Hier könnte sich die Gelegenheit für eine größere Aufholjagd der Minenaktien bieten.
Ich Chartvergleich ist zu sehen, dass Silber (XAG/USD) im dargestellten Zeitraum bereits an ein neues Zwischenhoch gelaufen ist und der Kurs weitere Zugewinne andeutet. Der XAU-Minenindex und Fresnillo als größter Silberschürfer zeigen eine Erholung vom letzten Tief und könnten eine Aufwärtstrendstruktur ausbilden. Ideal ist es nun, ein Augenmerk auf die Quartalsberichte zu haben. In diesen sollte sich der Preisanstieg im Silberkurs als Anstieg der Unternehmensgewinne abbilden. Entsprechend dürfte die Nachfrage nach Minenbetreibern steigen und die Kurse beflügeln.
Lesetipp: Kupferpreis Prognose
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Die Indizes XAU und HUI
Werfen wir in diesem Abschnitt einen Blick auf die zwei populärsten Indizes, in denen eine Auswahl von börsennotierten Minenbetreibern vertreten ist:
Der Philadelphia Gold and Silver Index (XAU)
Dieser an der Nasdaq-Börse geführte Index enthält 30 Minenaktien aus der Gold- und Silberminenindustrie und wurde am 19.01.1979 mit einem Basiswert von $100 aufgesetzt. Die Charttechnik kann hier besonders interessant sein, da Ausreißer einzelner Werte im Gesamtbild relativiert werden.
Kurze Einordnung im Rückblick:
Wie der abgebildete Jahreschart zeigt, hat der XAU-Index im Dezember 2010 bei einem Kurs von $232,72 sein Allzeithoch erreicht. Von diesem Punkt ausgehend ergab sich eine starke Korrektur, die am Jahrestief 2016 bei $38,36 in eine Aufwärtsbewegung gedreht hat.
In den Jahren 2020 bis 2022 wurde der Index am Hoch aus 1987 ausgebremst. Die letzten Jahre halten sich in der oberen Hälfte der 2020er Preisspanne, wobei im Schlusskurs jeweils das 2021er Tief verteidigt werden konnte.
Auch im laufenden Jahr 2024 hat der Kurs des XAU-Index diese Unterstützung bereits getestet, liegt zum Analysezeitpunkt mit $168 jedoch in Position für einen Ausbruch über das Widerstandscluster, mit dem weitere Zugewinne möglich wären.

Mögliche Entwicklung:
Für die weitere Entwicklung stellt das Hoch aus 1987 mit einem Kurs von $157 eine ausgeprägte Signalmarke dar. Ein Jahresschlusskurs darüber, idealerweise sogar über $170, würde als nächste Kursziele die $200er-Marke und das Allzeithoch aktivieren. Erst ein Bruch unter das Jahrestief 2021 würde weitere Schwäche erwarten lassen, die in der Folge das Tief aus 2020 gefährden könnte. Die Lunten der letzten Jahreskerzen deuten jedoch auf Nachfrageschübe hin, die eher einen Ausbruch erwarten lassen.
Fazit zur charttechnischen Lage:
Das langfristige Chartbild bleibt mit Notierungen über der $115-Marke positiv, lässt unterhalb von $170 jedoch eine Fortsetzung der Seitwärtsbewegung innerhalb dieser Marken erwarten.
Der Minenbetreiber-Index HUI
Nun schauen wir auf die technische Situation im NYSE Arca Gold BUGS Index (HUI) – (BUGS = Basket of unhedged Gold Stocks). Der HUI Index enthält 26 Minenbetreiber, die sich wenig bis gar nicht über Termingeschäfte absichern. Dies stellt auch einen Unterschied zum XAU-Index dar.
Kurze Einordnung im Rückblick:
Wie der abgebildete Jahreschart zeigt, hat der HUI-Index im September 2011 bei einem Kurs von $638,59 sein Allzeithoch erreicht. Von diesem Punkt ausgehend ergab sich eine starke Korrektur, die am Jahrestief 2016 bei $99,19 in eine Aufwärtsbewegung gedreht hat.
Im Jahr 2020 hat die Erholung bei $373,85 ein neues Zwischenhoch markiert. Im folgenden Jahr 2021 konnte dieser Preisbereich nicht gehalten werden und der HUI hat bei $259 geschlossen. Im vergangenen Jahr 2023 konnte der Index eine geringere Kursspanne aufweisen und das 2021er-Tief am Ende halten. Auch das laufende Jahr 2024 hat diese Marke mit einem Tief bei $197 bereits getestet, konnte sich jedoch in Reichweite zum 2020er Jahreshoch erholen.

Mögliche Entwicklung:
Für die weitere Entwicklung spielen die Marken bei $338 und $284 eine entscheidende Rolle. Sollte der Kurs weiter nach oben ausbrechen, kann ein Anlauf über das Jahreshoch 2020 bei $373,85 mit Option auf weitere Zugewinne erwartet werden.
Bei einem aktuell weniger wahrscheinlichen Bruch nach unten könnte sich hingegen als Kursziel das Jahrestief 2020 bei $142,51 herauskristallisieren.
Fazit zur charttechnischen Lage:
In der vorliegenden Situation zeigt sich das Chartbild neutral bis positiv. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die letzten Jahre innerhalb der 2020er Kursspanne gehandelt haben, ist die Wahrscheinlich für eine Fortsetzung der Seitwärtsphase gegeben.
13 Trading-Indikatoren, die du kennen musst

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Sind Silber-ETCs eine Alternative zu physischem Silber?
Als Krisenabsicherung bietet Silber einige Vorteile. In physischer Form als Münzen oder Barren ist es auch Zuhause einfach zu lagern und im Bedarfsfall leicht zu transportieren. Im Fall einer echten Krise, wie beispielsweise einem mehrwöchigen Stromausfall, sei als Beispiel die Verwendung als Tauschobjekt für Wasser und Nahrungsmittel genannt. Große Supermärkte wären ohne Strom vermutlich geschlossen, kleinere Geschäfte könnten in einer Art Notbetrieb mit Bargeld und auch Edelmetallen arbeiten.
Im Verlauf der Finanzkrise nach 2008 hat sich der Silberpreis als Gegenpol zum fallenden Aktienmarkt gezeigt. Vor dem Hintergrund möglicher Marktkorrekturen und der Rotation des Geldes in werthaltige Anlageklassen gehört Silber auch in ein diversifiziertes Portfolio. Neben den Minenaktien gibt es auch die Möglichkeit, mit sogenannten ETCs direkt an der Preisentwicklung teilzuhaben. Denn auch wenn aufgrund eines Stromausfalls der Zugang zum Depot nicht möglich sein sollte, arbeiten die Werte im Portfolio weiter. So bleibt die Möglichkeit, dass Verluste in einem Sektor durch Gewinne in dem anderen abgefedert werden und in Summe keine unbequemen Schwankungen entstehen.
Geläufige Silber-ETCs
Aufgrund gesetzlicher Regelungen ist der Zugang zu Finanzprodukten wie ETFs / ETNs und ETCs für in Europa lebende Privatinvestoren eingeschränkt. Liquide US-ETFs wie der iShares Silver Trust (SLV) beispielsweise können bei Brokern des europäischen Wirtschaftsraums nicht bzw. nur unter bestimmten Voraussetzungen geordert werden.
Als Alternative bieten sich daher die sogenannten Exchange Traded Commodities (börsengehandelte Rohstoffe – ETCs) an, von denen aktuell acht für ein Investment in Silber zur Verfügung stehen:
- Wisdom Tree Physical Silver DE000A0N62F2
- Xtrackers Physical Silver DE000A1E0HS6
- iShares Physical Silver IE00B4NCWG09
- Invesco Physical Silver IE00B43VDT70
- Xtrackers Physical Silver Hedged (EUR-Währung) DE000A1EK0J7
- Xtrackers IE Physical Silver Securities DE000A2T0VS9
- Xtrackers IE Physical Silver Hedged (EUR-Währung) DE000A2UDH55
- GPF Physical Silver XS2265369574
Für eine umfangreiche Vorstellung der ETCs darf ich an dieser Stelle auf einen Artikel bei justETF.com verweisen, in dem auch die Kosten und Parameter dieser Anlageprodukte genauestens beleuchtet werden.
Was macht Silber als Investment so interessant?
Im Verlauf der Menschheitsgeschichte wurde den Edelmetallen durchweg ein gewisser Wert zugesprochen. Das war im Handel besonders wichtig, weil man für Tauschgeschäfte sozusagen einen Zwischenspeicher hatte. Man musste nicht den Bäcker überzeugen, das Schwein gegen eine bestimmte Menge Brot zu tauschen, wobei dieser mit dem Schwein vielleicht nichts anzufangen wusste. Stattdessen konnte man das Schwein beim Viehhändler gegen Silberlinge tauschen und mit diesen das Brot bezahlen. Diese Position nimmt in der heutigen Gesellschaft die jeweilige Landeswährung ein.
Nichtsdestotrotz ist Silber in Form von Münzen weiterhin ein akzeptiertes Zahlungsmittel, wobei der Nominalwert der Münze und der wahre Wert des beinhalteten Silber aufgrund von Preisschwankungen deutlich abweichen können.
Aus der Unternehmenspräsentation der in diesem Artikel vorgestellten Silberaktie First Majestic Silver Corp. leihe ich mir die Übersicht der Fakten, die für eine Anlage in Silber sprechen, einmal aus:
- Silber erfüllt die Anforderungen an echtes Geld als Tauschwert
- Physisches Silber ist ein Sachwert
- Silber ist relativ preiswert
- Silber ist günstiger einzukaufen und kann auch praktischer sein, wenn man es verkaufen muss
- Silber schneidet in Bullenmärkten besser ab als Gold
- Die Silbervorräte sinken
- Industrieller Bedarf nimmt zu
- Das Angebot ist rückläufig
- Die weltweite Nachfrage steigt
- Das Gold-Silber-Verhältnis begünstigt Silber
Silber ist anders als Gold kein reines Wertaufbewahrungsmetall. Mehr als die Hälfte der weltweiten Nachfrage stammt aus der Industrie. Das Metall leitet Strom besser als jedes andere und steckt deshalb in Elektronik, elektrischen Kontakten und Solarzellen. Für dich heißt das: Der Silberpreis hängt nicht allein an der Sorge vor Inflation, sondern auch an der Konjunktur.
Die Gold-Silber-Ratio gibt an, wie viele Unzen Silber nötig sind, um eine Unze Gold zu kaufen.
Viele Anleger nutzen diese Kennzahl als grobe Orientierung. Ein historisch hoher Wert gilt als Hinweis darauf, dass Silber im Verhältnis zu Gold günstig bewertet ist. Ein Automatismus ist das allerdings nicht. Die Ratio kann über Jahre in einem Extrem verharren, ohne dass eine Rückkehr zum Mittelwert einsetzt.
Der Silbermarkt steckt seit Jahren in einem Angebotsdefizit. Für 2026 erwartet das Silver Institute ein Defizit von 67 Millionen Unzen und damit das sechste Jahr in Folge mit einer Angebotslücke. Die industrielle Verarbeitung sinkt zugleich um zwei Prozent auf rund 650 Millionen Unzen und erreicht ein Vierjahrestief.
Bei der Solarnachfrage lohnt ein genauerer Blick. Die verbreitete Erzählung lautet, der Ausbau der Photovoltaik treibe den Silberbedarf immer weiter nach oben. Tatsächlich arbeiten die Hersteller längst daran, Silber in ihren Zellen durch günstigere Materialien zu ersetzen oder die eingesetzte Menge zu verringern. Genau darauf führt das Silver Institute den Rückgang der Industrienachfrage zurück. Das Defizit bleibt dennoch bestehen, weil die Minenproduktion noch schneller schrumpft als der Bedarf.
Exkurs zum Silberpreis
Wie bei nahezu allen Gütern wird der Silberpreis durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Da sich Silber nicht künstlich herstellen lässt, ist man auf das natürliche Vorkommen angewiesen. Diese Einschränkung stellt auch einen psychologischen Faktor dar, der sich jedoch aufgrund der verfügbaren Mengen für den Privatanleger vernachlässigen lässt.
Circa die Hälfte der Nachfrage entsteht durch unterschiedliche Industriezweige. Silber ist vielfältig verwendbar und kommt sowohl in klassischen als auch modernsten Technologien zum Einsatz. Interessant ist besonders die Fotografie: Silber wird für die Entwicklung von Filmen benötigt. Durch den Trend zur digitalen Fototechnik scheint dieser Einsatzzweck obsolet, dennoch ist das Edelmetall in der Halbleitertechnik, die auch in modernen Kameras zum Einsatz kommt, unverzichtbar. So ist der grundsätzliche Einsatzzweck erhalten geblieben.
Über den Einsatz in der Elektronik- und Chipindustrie hinaus findet Silber Verwendung beispielsweise in der Zahntechnik, Wasseraufbereitung und der Medizin. Auch hier blickt das Edelmetall durch seine antibakterielle Wirkung auf eine lange Historie zurück. Bereits im Altertum war bekannt, dass sich Milch und Wasser in Silbergefäßen länger frisch hielten.
Historische Spekulation auf den Silberkurs
Legendär ist bereits der durch eine zielgerichtete Aktion hervorgerufene Anstieg des Silberkurses gegen Ende der 1970er Jahre. Mit dem Einsatz hoher Darlehen haben seinerzeit die Gebrüder Hunt durch entsprechende Aufträge an den Terminmärkten die Nachfrage nach Silber derart erhöht, dass sogar einzelne Minenbetreiber in Schieflage geraten sind.
Am Ende haben die Börsen regulierend eingegriffen und nur noch das Schließen bereits bestehender Positionen ermöglicht. Neben den Akteuren an den Terminmärkten waren auch viele Privatleute bereits auf den Zug aufgesprungen und haben in Spitzenzeiten sprichwörtlich alles “versilbert“, was unter ihren Habseligkeiten an Schmuck, Münzen und Tafelsilber zu finden war.
Damit stand im nun regulierten Silbermarkt zusätzlich ein großes Angebot an physischem Silber zur Verfügung, was den Preis schlussendlich von der Spitze im Januar 1980 bei circa $48 auf ein Tief im Juni 1982 bei circa $4,88 fallen ließ.
Wie viel Gramm hat eine Feinunze Silber?
Als Gewichtsangabe hat sich die Unze in der Antike bereits einen Namen gemacht. Aufgrund der konstanten Massenverhältnisse von Getreidekörnern haben sich diese frühzeitig als Vergleichsgewicht für den Handel durchgesetzt. So bestand beispielsweise das römische Pfund aus 6.912 Weizenkörnern. Ein Zwölftel davon ist eine Unze.
Mit der Verbreitung des metrischen Systems kommt die Unze als Gewichts- oder auch Mengenangabe für Flüssigkeiten immer weniger zur Anwendung. Für Verbrauchsgüter/Lebensmittel beträgt das Gewicht einer Unze (Abkürzung “oz”) circa 28,35 Gramm.
Davon abweichend kommt für den Handel mit Edelmetallen wie Silber und Gold die sogenannte Feinunze (Troy-Ounce – Abkürzung oz.tr.) zur Anwendung. Ihr Ursprung liegt im Vergleichsgewicht der französischen Stadt Troyes, welche im Mittalter ein florierendes Handelszentrum war. Als ein Zwölftel des Troy-Pfundes von circa 0,373 Kilogramm ergibt sich für die Feinunze ein Gewicht von 31,1034768 Gramm (g).
Um eine verlässliche Aussage über den Wert von Münzen und Barren treffen zu können, hat sich dieses Maß als Standardgewicht durchgesetzt. Zu beachten ist hierbei, dass damit der tatsächliche Edelmetallgehalt angegeben ist. Eine Münze, die mit der Angabe “Feinunze Silber” versehen ist, kann durch Zusätze (zur Verbesserung von Eigenschaften wie beispielsweise der Härte) auch etwas schwerer sein. Verlässlich ist in diesem Fall, dass sie eben die rund 31 Gramm Silber enthält.
Neben Silber kommt die Feinunze noch bei Palladium, Gold und Platin als Gewichtsangabe zum Einsatz. Auch bei Apothekern findet dieses Maß nach wie vor Verwendung.
Wie sich der Platinmarkt aktuell entwickelt, zeigt unsere Platinpreis-Prognose mit technischer Chartanalyse auf drei Zeitebenen.
Silberpreis – aktuelle Prognose und Chartanalyse
Im Rahmen unserer Analysetätigkeit bildet auch der Kurs des XAU/USD Silber-CFDs eine Komponente der Rubrik “Kursprognosen”. Dort finden Sie brandaktuelle Einschätzungen zur Kurz-, Mittel- und Langfristigen Entwicklung im Silberpreis mit entsprechenden Charts und Kurszielen.

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Silber ist nicht das einzige Edelmetall mit starkem Industrieanteil. Bei Palladium liegt er sogar bei rund 80 Prozent, mit entsprechenden Folgen für die Schwankungsbreite. Mehr dazu in der Palladium Kursprognose.
Fazit zu den Silberaktien
Neben dem Vermögensschutz in physischer Form bieten sowohl ausgewählte Silberaktien als auch ETCs auf Silber einen Krisenschutz für ein Aktien- oder ETF-Depot. Der Silberpreis konnte im historischen Rückblick von Verwerfungen am Aktienmarkt profitieren und dürfte auch bei zukünftigen Szenarien eine Rolle spielen.
Mit Blick auf das Risiko- und Moneymanagement eignen sich die vorgestellten Werte ausgezeichnet als Beimischung in einem diversifizierten Portfolio.
Häufige Fragen über Silberaktien
Was sind Silberaktien?
Silberaktien beziehen sich auf Unternehmen, die an der Exploration, dem Bergbau, der Produktion oder dem Vertrieb von Silber beteiligt sind. Diese Unternehmen können auch andere Edelmetalle wie Gold, Kupfer und Zink abbauen.
Welche Silberaktien gibt es?
Neben den im Artikel vorgestellten Silberaktien und Minenbetreibern gibt es noch unzählige weitere, hier eine Übersicht der wichtigsten Unternehmen:
Barrick Gold Corp (GOLD)
Agnico-Eagle Mines (AEM)
First Majestic Silver Corp. (AG)
Alamos Gold, Inc. (AGI)
Almaden Minerals (AAU)
Alo Gold (ALO)
Americas Gold & Silver Corp (USAS)
Asanko Gold, Inc. (AKG)
Anglo Gold Ashanti Ltd. (AU)
Avino Silver & Gold Mines (ASM)
Yamana Gold, Inc. (AUY)
B2 Gold Corp (BTG)
Buenavertura (BVN)
Coeur d’Alene Mines (CDE)
DRDGOLD (DRD)
Eldorado Gold (EGO)
Endeavour Silver (EXK)
Equinox Gold (EQX)
Franco Nevada Corporation (FNV)
Freeport-McMoran (FCX)
Gold Fields Ltd. (GFI)
Goldcorp Incorporated (GG)
Gold Resource Corp. (GORO)
Iamgold Corporation (IAG)
Harmony Gold Mining Co. (HMY)
Hecla Mining Company (HL)
International Tower Hill Mines (THM)
Kingold Jewelery Inc (KGJI)
Kinross Gold Corporation (KGC)
Klondex Mines Ltd. (KLDX)
McEwen Mining Inc. (MUX)
Newmont Mining Corporation (NEM)
Novagold Resources Inc New (NG)
New Gold Inc. (NGD)
Osisko Gold Royalties (OR)
Paramount Gold Nevada (PZG)
Preterium Resources (PVG)
Richmont Mines Inc. (RIC)
Royal Gold, Inc. (RGLD)
Rangold Resources Limited (GOLD)
Seabridge Gold, Inc. (SA)
Silvercorp Metals Inc (SVM)
SSR Mining (SSRM)
Tahoe Resources (TAHO)
US Gold Corp (USAU)
Vista Gold Corp (VGZ)
Wheaton Precious Metals (WPM)
Was kosten Silberaktien?
Die aktuellen Kurse der hier vorgestellten Aktien schauen wir uns auf Tradingview an, oder nutzen die in der Handelssoftware des Brokers bereitgestellten Kurse. Der Artikel zeigt, dass Silberaktien auch zu günstigen Kursen zu bekommen sind.
Warum in Silberaktien investieren?
Silber kann eine gute Investition für Anleger sein, die sich gegen Inflation absichern, ihr Portfolio diversifizieren oder von potenziellen Preissteigerungen profitieren möchten. Silber wird auch in verschiedenen Branchen verwendet, was die Nachfrage nach dem Metall antreiben kann.
Welche Faktoren beeinflussen den Silberpreis?
Der Preis von Silber ist eng mit der globalen Nachfrage nach industriellen und Investitionszwecken verbunden. Die industrielle Nachfrage nach Silber kommt aus den Branchen Elektronik, Automobil und Solar, während die Investitionsnachfrage von Investoren stammt, die sich gegen Inflation absichern oder ihre Portfolios diversifizieren möchten.
Über den Autor: Christian Möhrer
Christian Möhrer ist technischer Analyst und Options-Trader und seit 2014 bei Kagels Trading. Er erstellt die täglichen und wöchentlichen Kursprognosen für die wichtigsten Indizes, Währungspaare und Rohstoffe auf kagels-trading.de.
Neben seiner Tätigkeit als Prognose-Autor betreibt Christian einen Videokurs zum Optionshandel und ist als Signal-Provider aktiv. Seine Analysen beruhen auf dem Top-Down-Ansatz der technischen Chartanalyse mit Schwerpunkt auf gleitenden Durchschnitten, Trendlinien und Fibonacci-Retracements.
Für diesen Artikel hat Christian die Geschäftsberichte der zehn vorgestellten Unternehmen ausgewertet und die Werte nach Fördermenge, Geschäftsmodell und Kostenstruktur eingeordnet. Die Bewertung erfolgt aus Sicht eines Anlegers, nicht aus der eines Unternehmensinsiders.
Dieser Artikel wurde von Karsten Kagels final geprüft.














