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New York Stock Exchange (NYSE): die Börse an der Wall Street

Zuletzt aktualisiert: 30. September 2026

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17 Min

Christian Möhrer

Überprüft von

Christian Möhrer

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Die New York Stock Exchange ist die größte Börse der Welt, und trotzdem wechselt nur rund jede fünfte in den USA gehandelte Aktie dort den Besitzer. Der Rest verteilt sich auf die Nasdaq, auf ein gutes Dutzend kleinerer Börsen und vor allem auf den außerbörslichen Handel. Wer verstehen will, was die NYSE heute noch ausmacht, kommt mit dem Bild vom Parkett und der Glocke nicht weit.

Dieser Artikel ordnet die Börse New York mit belegten Zahlen ein. Er zeigt, dass die NYSE gar keine einzelne Börse ist, wem sie gehört, wie groß ihr Marktanteil wirklich ist, was bei einem Kurssturz passiert und welche Broker dich tatsächlich an die NYSE bringen statt an einen deutschen Handelsplatz. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

New York Stock Exchange: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Größte Börse der Welt: Gemessen an der Marktkapitalisierung der gelisteten Unternehmen führt die NYSE weltweit. Bei ihr notieren nach eigenen Angaben 74 Prozent der börsennotierten Fortune 500 und 70 Prozent des S&P 500.
  • Keine einzelne Börse: Unter dem Namen NYSE laufen fünf Aktienmärkte, zwei Optionsmärkte und ein Anleihemarkt.
  • Marktanteil rund 19 Prozent: Im Fünf-Tage-Schnitt entfielen 19,18 Prozent des US-Aktienvolumens auf die NYSE-Gruppe (Cboe, Stand 16.09.2026).
  • Die Hälfte läuft außerbörslich: 51,33 Prozent des US-Handels werden gar nicht über eine Börse abgewickelt, sondern über Handelsmeldestellen.
  • Eigentümer seit 2013: Die NYSE gehört der Intercontinental Exchange (ICE) aus Atlanta.
  • Handelszeiten: 15:30 bis 22:00 Uhr deutscher Zeit, an rund 20 Tagen im Jahr eine Stunde früher.

Was ist die New York Stock Exchange?

Die New York Stock Exchange (NYSE) ist eine US-amerikanische Wertpapierbörse in Manhattan und gemessen an der Marktkapitalisierung der gelisteten Unternehmen die größte Börse der Welt. Sie gehört seit 2013 zum Börsenbetreiber Intercontinental Exchange und ist der einzige große US-Aktienmarkt, der bis heute einen Parketthandel mit menschlichen Händlern betreibt.

Der Name Wall Street steht im Sprachgebrauch für die ganze US-Finanzbranche, meint aber zunächst eine Adresse. Die Börse sitzt in der 11 Wall Street, der Besuchereingang mit dem Säulenportal liegt um die Ecke in der 18 Broad Street. Genau diese Fassade zeigt das Bild unten, und sie ist das meistfotografierte Motiv der Finanzwelt.

New York Stock Exchange: Säulenportal der Börse New York an der Wall Street
Das Säulenportal der New York Stock Exchange. Der Schriftzug im Giebel ist die bekannteste Fassade der Finanzwelt.

Was bedeutet die Abkürzung NYSE?

NYSE ist schlicht die Abkürzung für New York Stock Exchange. Im Deutschen findest du dieselbe Börse unter Börse New York, New Yorker Börse oder Wall Street. Alle vier Bezeichnungen meinen dasselbe Haus.

Was macht den Parketthandel bis heute besonders?

Die NYSE ist der einzige große US-Aktienmarkt mit einem physischen Handelsplatz. Für jede gelistete Aktie ist dort ein Designated Market Maker (DMM) zuständig. Er muss verbindliche Kurse stellen und greift vor allem in den beiden kritischen Momenten des Tages ein: bei der Eröffnungsauktion und bei der Schlussauktion. Das ist kein Nostalgieprogramm, sondern der Grund, warum große Orders am Auktionszeitpunkt gebündelt werden. Wer in den USA beruflich mit Wertpapieren handelt, braucht dafür eine Registrierung: Grundlage ist seit 2018 die SIE-Prüfung, darauf setzen die Series-Lizenzen der FINRA auf.

Börse New York: Händler und DMM-Stände auf dem Parkett der NYSE
Das Parkett der NYSE. An den Ständen im Hintergrund arbeiten die Designated Market Maker, die für einzelne Aktien verbindliche Kurse stellen.

Welche Aktie ist die teuerste an der NYSE?

Gemessen am Kurs je Anteilschein ist die A-Aktie von Berkshire Hathaway die teuerste Aktie an der NYSE und zugleich die teuerste der Welt. Sie notiert im sechsstelligen Dollar-Bereich, weil das Unternehmen sie nie gesplittet hat. Bekannt wurde die Beteiligungsgesellschaft durch ihren langjährigen Lenker Warren Buffett. Warum ein Aktiensplit am Wert des Unternehmens nichts ändert, erklären wir gesondert. Den aktuellen Kurs der Berkshire-Hathaway-Aktie findest du auf TradingView.

Die NYSE ist keine einzelne Börse, sondern eine Gruppe

Wer „die NYSE“ sagt, meint fast immer acht verschiedene Märkte auf einmal. Die Betreiberin führt unter dem Dach der NYSE Group nach eigener Darstellung fünf Aktienplattformen, zwei Optionsplattformen und einen Anleihemarkt. Das erklärt, warum im Netz so unterschiedliche Angaben zu Handelszeiten und Vorbörse kursieren: Die Quellen reden über verschiedene Börsen und haben jede für sich recht.

  • NYSE: der Hauptmarkt mit Parketthandel, Heimat der großen Standardwerte.
  • NYSE American: Markt für Nebenwerte und kleinere Unternehmen, früher American Stock Exchange.
  • NYSE Arca: vollelektronischer Markt, der größte Handelsplatz für ETFs in den USA.
  • NYSE National und NYSE Texas: elektronische Märkte mit eigenem Gebührenmodell.
  • NYSE American Options und NYSE Arca Options: die beiden Optionsbörsen der Gruppe.
  • NYSE Bonds: der Anleihemarkt mit eigenen Handelszeiten.

Für dich als Trader hat das eine sehr praktische Folge. An der NYSE selbst gibt es keine Vorbörse im üblichen Sinn. Wer von vorbörslichem Handel an der NYSE liest, meint in aller Regel NYSE Arca, wo deutlich früher gehandelt wird. Ein Kurs, den du morgens um acht siehst, stammt also nicht vom selben Markt wie der Schlusskurs am Abend.

Wie groß ist die Börse New York wirklich?

„Größte Börse der Welt“ stimmt, beantwortet aber die falsche Frage. Der Titel bezieht sich auf die Marktkapitalisierung der dort gelisteten Unternehmen, also auf den Börsenwert der Firmen, die sich für ein Listing an der NYSE entschieden haben. Über den tatsächlichen Handel sagt er nichts.

Beim Handelsvolumen sieht das Bild völlig anders aus. Die Betreiberin Cboe veröffentlicht täglich, wie sich das gesamte US-Aktienvolumen auf die Handelsplätze verteilt. Am 16. September 2026 wurden insgesamt rund 18,6 Milliarden Aktien gehandelt, und so verteilten sie sich im Fünf-Tage-Schnitt:

  • NYSE-Gruppe: 19,18 Prozent, der größte einzelne Börsenbetreiber.
  • Nasdaq: 13,96 Prozent, der engste Wettbewerber.
  • Cboe: 8,73 Prozent, IEX: 4,39 Prozent, MEMX: 1,60 Prozent.
  • Alle Börsen zusammen: 48,67 Prozent.
  • Außerbörslich gemeldet: 51,33 Prozent, also mehr als die Hälfte des Handels.

Die letzte Zeile ist die eigentliche Nachricht. Über die Hälfte aller US-Aktien wechselt heute gar nicht an einer Börse den Besitzer, sondern bei Market Makern und in Dark Pools, die ihre Abschlüsse nachträglich über eine Handelsmeldestelle melden. Die NYSE ist damit die größte Adresse eines Markts, der zur Hälfte woanders stattfindet. Die tagesaktuellen Zahlen veröffentlicht Cboe öffentlich. Die Grafik darunter stellt die Verteilung vollständig dar, von der NYSE-Gruppe bis zum außerbörslich gemeldeten Anteil.

Börse New York: Marktanteil der NYSE-Gruppe am US-Aktienhandel im Vergleich zu Nasdaq und außerbörslichem Handel
Die NYSE-Gruppe ist der größte einzelne Handelsplatz, doch mehr als die Hälfte des US-Aktienvolumens wird außerbörslich abgewickelt. Quelle: Cboe, Fünf-Tage-Schnitt, Stand 16.09.2026.

Das relativiert auch alte Rekordmeldungen. Der meistzitierte Volumenrekord der NYSE stammt aus der Finanzkrise im Oktober 2008. Gemessen am heutigen Gesamtmarkt ist er eingeholt: Ein gewöhnlicher Handelstag im Jahr 2026 bringt es allein konsolidiert auf ein Vielfaches davon. Wer Volumenzahlen vergleicht, muss deshalb immer dazusagen, ob nur die NYSE gemeint ist oder der ganze US-Markt.

Wem gehört die New York Stock Exchange?

Die Intercontinental Exchange (ICE) ist ein US-amerikanischer Börsenbetreiber mit Sitz in Atlanta. Das Unternehmen wurde im Jahr 2000 gegründet, betreibt weltweit Terminbörsen und Clearinghäuser und ist seit 2013 Eigentümer der New York Stock Exchange.

Der Name wird häufig falsch als „Intercontinental Currency Exchange“ wiedergegeben. Das Unternehmen heißt schlicht Intercontinental Exchange, ein Währungsgeschäft steckt nicht im Namen. Gegründet wurde es von Jeff Sprecher mit dem Ziel, den Energiehandel zu digitalisieren, der bis dahin überwiegend telefonisch lief.

Für Trader ist vor allem eine Zahl relevant. Der Brent-Future, die Preisreferenz für rund drei Viertel des weltweit gehandelten Rohöls, wird an der ICE Futures Europe in London gehandelt. Wer die Ölpreisentwicklung verfolgt, schaut damit auf einen ICE-Kontrakt. Wie diese Kontrakte funktionieren, steht im Artikel zum Futures-Handel.

Zur ICE-Gruppe gehören neben der NYSE weitere Handelsplätze.

  • ICE Futures Europe: die Londoner Terminbörse mit dem Brent-Future und weiteren Energie- und Zinskontrakten.
  • ICE Futures U.S.: Terminbörse für Agrarrohstoffe wie Kaffee, Zucker und Kakao sowie für Währungsindizes.
  • ICE Clear: die konzerneigenen Clearinghäuser, die als zentrale Gegenpartei zwischen Käufer und Verkäufer treten.

Den Kauf der NYSE Euronext kündigte ICE am 20. Dezember 2012 an, damals mit 8,2 Milliarden Dollar beziffert. Abgeschlossen wurde die Übernahme am 13. November 2013, der Transaktionswert lag zu diesem Zeitpunkt bei rund 11 Milliarden Dollar. Das europäische Geschäft unter dem Namen Euronext trennte ICE im Jahr darauf per Börsengang wieder ab.

Kann man Aktien der NYSE kaufen?

Ja, allerdings nicht die Börse selbst, sondern ihre Mutter. Gehandelt wird die Aktie der Intercontinental Exchange unter dem Kürzel ICE ausgerechnet an der eigenen Börse. Die WKN lautet A1W5H0, die ISIN US45866F1049. Weitere Angaben stehen auf der Unternehmensseite von ICE, den Kurs führt die NYSE selbst.

Wie ist die Geschichte der New York Stock Exchange?

Den Grundstein legten 24 Broker am 17. Mai 1792 in der Wall Street Nummer 68. Sie unterzeichneten das Buttonwood Agreement und verpflichteten sich darin, den Kunden mindestens ein viertel Prozent Kommission zu berechnen und sich gegenseitig den Vorzug zu geben. Der Name stammt vom Buttonwood-Baum, unter dem unterzeichnet wurde.

Die NYSE ist damit alt, aber nicht die älteste Börse der Welt. Das ist ein weit verbreiteter Irrtum, und er lässt sich in den USA schon im eigenen Land widerlegen: Die Philadelphia Stock Exchange wurde 1790 gegründet und ist damit zwei Jahre älter. Sie gehört heute zur Nasdaq und läuft dort als Nasdaq PHLX, die den Handelsplatz auf ihrer eigenen Seite ausdrücklich als „nation’s first stock exchange“ führt. In Europa reicht die Börsengeschichte noch deutlich weiter zurück.

Der Aktienhandel wuchs in den folgenden Jahren schnell. 1792 wurden in New York gerade einmal fünf Wertpapiere gehandelt: die Aktien zweier Banken und drei Staatsanleihen. Bereits 1793 trafen sich die Broker im nahegelegenen Tontine Coffee House zum täglichen Handel, bei dem die Papiere an zwei Sitzungen ausgerufen wurden.

1903 zog die Börse in das Gebäude an der Wall Street Nummer 11, wo sie bis heute sitzt. Am 31. Dezember 1965 kam der NYSE Composite als Index hinzu. Den schwärzesten Tag erlebte die Börse am Schwarzen Montag, dem 19. Oktober 1987, als der Dow Jones Industrial Average binnen Stunden 22,6 Prozent einbüßte.

Am 8. März 2006 ging die NYSE nach 214 Jahren selbst an die Börse. Ein Jahr später entstand durch den Zusammenschluss mit Euronext die erste transatlantische Börse der Geschichte. Sie hielt nur sieben Jahre: Im November 2013 übernahm ICE die NYSE Euronext und spaltete Euronext im Juni 2014 wieder ab.

Wer die NYSE heute verfolgen will, muss nicht vor Ort sein. Aus dem Gebäude selbst berichtet seit 1996 der Journalist Markus Koch, der die Wall Street für ein deutschsprachiges Publikum einordnet.

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Was ist der New York Stock Exchange Index?

Der NYSE Composite ist ein Kursindex, der alle an der New York Stock Exchange gelisteten Stammaktien umfasst. Er wird nach Marktkapitalisierung gewichtet, um Erträge aus Bezugsrechten und Sonderzahlungen bereinigt und während der Handelszeit sekündlich neu berechnet.

Kapitalmaßnahmen verzerren diesen Index nicht. Ein Aktiensplit ändert den Indexstand nicht, weil die Gewichtung am Börsenwert des Unternehmens hängt und nicht am Kurs der einzelnen Aktie. Den aktuellen Stand des NYSE Composite findest du auf TradingView.

Was ist der Dow Jones Index?

Der Dow Jones Industrial Average ist der bekannteste US-Index und zugleich der ungewöhnlichste. Er umfasst nur 30 Unternehmen und ist preisgewichtet: Eine Aktie mit hohem Kurs bewegt ihn stärker als eine mit niedrigem, unabhängig davon, wie groß das Unternehmen ist. Marktkapitalisierung und Streubesitz spielen keine Rolle.

Hier steckt ein Fehler, der in vielen Beschreibungen des Dow steht: Er ist kein reiner NYSE-Index. Nachgezählt an der offiziellen Mitgliederliste vom 15. September 2026 und am Listungsverzeichnis der NYSE sind 21 der 30 Werte an der NYSE gelistet und neun an der Nasdaq: darunter Apple, Microsoft, Amazon, Nvidia, Alphabet, Amgen, Cisco und Honeywell.

Besonders deutlich wird das an Walmart. Der Handelskonzern taucht in älteren Texten regelmäßig als Beispiel für einen NYSE-Wert im Dow auf, ist aber inzwischen an der Nasdaq notiert. Wer den Dow als „Index der NYSE“ beschreibt, liegt damit bei fast jedem dritten Mitglied daneben. Den aktuellen Stand des Dow Jones findest du auf TradingView.

Was passiert an der NYSE bei einem Kurssturz?

Ein Circuit Breaker ist eine vorgeschriebene Handelsunterbrechung, die automatisch greift, wenn die Kurse zu schnell zu weit fallen. An den US-Börsen gibt es sie in zwei Ausprägungen: marktweit für den Gesamtmarkt und einzelwertbezogen für jede Aktie.

Der marktweite Auslöser hängt heute am S&P 500, nicht mehr am Dow Jones. Die NYSE nennt in ihren Handelsinformationen drei Schwellen, jeweils gemessen am Vortagsschluss des Index: 7 Prozent (Level 1), 13 Prozent (Level 2) und 20 Prozent (Level 3). Die ersten beiden Stufen führen zu einer befristeten Unterbrechung, die dritte schließt den Markt für den Rest des Tages.

Das ist der Punkt, an dem viele Bestandsbeschreibungen veraltet sind. Die ursprüngliche Regelung von 1988 hing am Dow Jones und wurde erstmals am 27. Oktober 1997 ausgelöst. Nach dem Flash Crash von 2010 wurde das System umgebaut. Wer heute noch Punktegrenzen im Dow als Auslöser liest, liest eine Regel, die es nicht mehr gibt.

Für den einzelnen Trader wichtiger ist der zweite Mechanismus. Unter dem Namen Limit Up / Limit Down (LULD) gelten für jede Aktie Preisbänder, die sich am Durchschnittskurs der vorangegangenen fünf Minuten orientieren. Wer außerhalb dieses Bandes handeln will, bekommt keine Ausführung. Die Regel läuft seit 2012 und ist seit April 2019 dauerhaft in Kraft; sie greift während der regulären Handelszeit von 9:30 bis 16:00 Uhr Ortszeit. Beide Mechanismen beschreibt die NYSE in ihren Handelsinformationen.

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Wie sind die Handelszeiten an der NYSE?

Der Kernhandel läuft von 9:30 bis 16:00 Uhr New Yorker Zeit, für dich also von 15:30 bis 22:00 Uhr. Diese Umrechnung gilt den größten Teil des Jahres, weil die USA und Europa beide auf Sommerzeit umstellen. An rund 20 Handelstagen im Jahr passt sie nicht: In den Wochen, in denen nur eine Seite umgestellt hat, öffnet die Börse für dich schon um 14:30 Uhr.

Die Feiertage und verkürzten Handelstage stehen im eigenen Überblick. Welche Tage 2026 und 2027 ausfallen, wann die Börse nur bis 19:00 Uhr deutscher Zeit handelt und wie die abweichenden Zeiten der Gruppenmärkte aussehen, steht in unserem Artikel zu den NYSE Öffnungszeiten.

Die Nasdaq hält dieselbe Kernzeit, geht davor und danach aber weiter. Dort läuft eine ausgedehnte Vorbörse und eine Nachbörse bis tief in die Nacht, und ab dem 6. Dezember 2026 weitet die Technologiebörse den Handel auf 23 Stunden aus. Alles dazu steht im Überblick zu den Nasdaq Öffnungszeiten.

Welche Broker bieten den Handel an der NYSE an?

Hier steckt der häufigste Irrtum beim US-Aktienhandel aus Deutschland: Ein Broker, der dir US-Aktien anbietet, bringt dich nicht automatisch an die NYSE. Die meisten Neobroker führen deine Order über einen deutschen Handelsplatz aus. Du bekommst dieselbe Aktie, aber nicht den Kurs und nicht die Liquidität der amerikanischen Börse.

Zwei Beispiele machen den Unterschied greifbar. Trade Republic ist kein eigener Handelsplatz und führt Orders über die LS Exchange der Börse Hamburg aus. Scalable Capital nutzt EIX, gettex und Xetra. In beiden Fällen endet der Weg in Deutschland, auch wenn im Depot eine amerikanische Aktie liegt.

Echten Zugang zur NYSE haben Broker mit direkter Anbindung an die US-Märkte. Sie leiten deine Order tatsächlich an die amerikanische Börse weiter, meist über die Infrastruktur von Interactive Brokers:

  • Interactive Brokers: der Anbieter, dessen Infrastruktur viele deutsche Broker nutzen.
  • CapTrader: Zugang zu über 170 Börsen in 37 Ländern.
  • LYNX: Handel in über 30 Ländern über dieselbe Anbindung.
  • AGORA direct und ViTrade: ebenfalls mit US-Marktzugang.
  • SMARTBROKER+: führt NYSE und Nasdaq als eigene Handelsplätze in der Ordermaske.

Bei den klassischen Filial- und Direktbanken kommt es auf die Ordermaske an. comdirect, Consorsbank, ING und DeGiro bieten je nach Wertpapier sowohl den Auslandshandel als auch die Ausführung über deutsche Plätze wie Lang & Schwarz an. Dasselbe gilt für Trading 212, finanzen.net zero, Trive und Robinhood. Der Handelsplatz steht vor jeder Order in der Maske. Dort und nur dort entscheidet sich, wo gehandelt wird.

Eine Abgrenzung gehört dazu. wikifolio ist kein Broker, sondern eine Plattform für verbriefte Anlagestrategien. Und Signale für US-Aktien ersetzen die Brokerwahl nicht: Auch das beste Signal nützt wenig, wenn die Order zu einer Zeit am falschen Platz landet, an dem kaum jemand handelt.

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Was ist der Unterschied zwischen der NYSE und der Nasdaq?

Der wichtigste Unterschied ist das Handelsmodell. Die NYSE arbeitet bis heute mit einem Parketthandel und einem Designated Market Maker je Aktie. Die Nasdaq wurde 1971 als vollelektronische Plattform gegründet und kennt kein Parkett. Dort stellen mehrere konkurrierende Market Maker die Kurse.

Daraus folgt der zweite Unterschied, die Zusammensetzung. Die Nasdaq galt lange als Technologiebörse, weil ihre Zulassungsanforderungen niedriger waren und jüngere Firmen sie deshalb bevorzugten. Die NYSE zog eher etablierte Konzerne an. Diese Trennung verwischt seit Jahren, wie die neun Nasdaq-Werte im Dow Jones zeigen.

Beim Handelsvolumen liegt die NYSE-Gruppe vorn, bei der Zahl der gelisteten Unternehmen die Nasdaq. Zu den Nasdaq-Indizes zählen Nasdaq Composite, Nasdaq-100 und Nasdaq Biotechnology, zur NYSE der NYSE Composite. Den Nasdaq-100 findest du auf TradingView.

Ein dritter Punkt fällt Anlegern aus Deutschland selten auf. Beide Börsen sind Handelsplätze, keine Emittenten. Ob eine Aktie an der NYSE oder an der Nasdaq gelistet ist, ändert am Unternehmen nichts, wohl aber an den Handelszeiten der jeweiligen Vor- und Nachbörse und damit daran, wann du überhaupt handeln kannst.

Fazit zur New York Stock Exchange

Die New York Stock Exchange ist gemessen am Börsenwert ihrer gelisteten Unternehmen die größte Börse der Welt, aber sie ist längst nicht mehr der Ort, an dem der US-Handel stattfindet. Knapp ein Fünftel des Volumens läuft über die NYSE-Gruppe, mehr als die Hälfte gar nicht mehr über eine Börse.

Drei Dinge lohnt es sich zu merken. Erstens ist „die NYSE“ eine Gruppe aus acht Märkten mit unterschiedlichen Regeln und Zeiten. Zweitens ist der Dow Jones kein NYSE-Index, neun seiner dreißig Werte notieren an der Nasdaq. Drittens entscheidet nicht dein Broker darüber, ob du an der NYSE handelst, sondern der Handelsplatz, den du in der Ordermaske auswählst.

Für die Praxis heißt das vor allem eins. Wer US-Aktien handelt, sollte wissen, wo seine Order ausgeführt wird und zu welchen Zeiten der jeweilige Platz überhaupt liquide ist. Das ist weniger romantisch als die Glocke am Parkett, kostet aber bei jeder einzelnen Order Geld oder spart es.

Häufige Fragen zur New York Stock Exchange

Was ist die New York Stock Exchange (NYSE)?

Die NYSE ist eine Wertpapierbörse in Manhattan und gemessen an der Marktkapitalisierung der gelisteten Unternehmen die größte Börse der Welt. Sie gehört seit 2013 der Intercontinental Exchange und betreibt als einziger großer US-Aktienmarkt bis heute einen Parketthandel.

Wo befindet sich die Börse New York?

Die Börse sitzt in der 11 Wall Street im Financial District von Manhattan. Der bekannte Eingang mit dem Säulenportal liegt um die Ecke in der 18 Broad Street.

Wie groß ist der Marktanteil der NYSE?

Im Fünf-Tage-Schnitt entfielen 19,18 Prozent des US-Aktienvolumens auf die NYSE-Gruppe (Cboe, Stand 16. September 2026). Alle Börsen zusammen kamen auf 48,67 Prozent, die restlichen 51,33 Prozent wurden außerbörslich abgewickelt.

Ist der Dow Jones ein Index der NYSE?

Nein. Von den 30 Werten des Dow Jones Industrial Average sind 21 an der NYSE gelistet und neun an der Nasdaq, darunter Apple, Microsoft, Amazon, Nvidia und Walmart. Der Dow ist damit ein US-Index, kein NYSE-Index.

Ist die NYSE die älteste Börse der Welt?

Nein. Die NYSE geht auf das Buttonwood Agreement von 1792 zurück. Bereits 1790 wurde die Philadelphia Stock Exchange gegründet, die heute als Nasdaq PHLX firmiert. In Europa reicht die Börsengeschichte noch deutlich weiter zurück.

Wann ist die Börse New York geöffnet?

Der Kernhandel läuft von 9:30 bis 16:00 Uhr New Yorker Zeit, also von 15:30 bis 22:00 Uhr deutscher Zeit. An rund 20 Handelstagen im Jahr verschiebt sich das um eine Stunde nach vorn, weil die USA und Europa die Zeitumstellung an unterschiedlichen Tagen vornehmen.

Bringt mich jeder Broker mit US-Aktien an die NYSE?

Nein. Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital führen US-Aktien über deutsche Handelsplätze aus. Echten Zugang zur NYSE bieten Broker mit direkter US-Marktanbindung, etwa Interactive Brokers, CapTrader, LYNX oder SMARTBROKER+.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er handelt seit 1980 aktiv an den Finanzmärkten und arbeitet als diskretionärer Price-Action-Trader, der seine Entscheidungen aus dem Kursverlauf ableitet statt aus automatisierten Systemen.

Sein Schwerpunkt liegt auf Devisen, Indizes und Rohstoffen. Aus der eigenen Handelspraxis sind die Kagels Trading Methode und ein Signaldienst entstanden. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Für diesen Artikel hat er die Angaben an den Primärquellen geprüft. Marktanteile und Handelsvolumen stammen von Cboe, die Angaben zu Märkten, Handelszeiten und Schutzmechanismen von der NYSE selbst, die Zusammensetzung des Dow Jones aus der offiziellen Mitgliederliste und dem Listungsverzeichnis der Börse.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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