Bei Tradern ist die Consorsbank vor allem für eine Software bekannt: den ActiveTrader. Das Desktop-Programm kostet nichts, läuft auf Java und hat eine treue Nutzerschaft. Nur: Was der Handel über diese Plattform am Ende kostet, steht nicht in einer Zeile. Der Broker rechnet seit 2023 aktivitätsbasiert ab, mit elf Statusstufen von Silver bis Platinum.
Dieser Bericht rechnet das Modell durch. Wir haben das Preis- und Leistungsverzeichnis mit Stand Juli 2026 ausgewertet, die Kosten einer konkreten Order über jede Stufe gerechnet und geprüft, welche Handelsoberflächen es 2026 überhaupt noch gibt. Zwei Befunde vorweg: Den PremiumTrader gibt es nicht mehr, und die alten FutureTrader-Versionen werden am 30. September 2026 abgeschaltet. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Consorsbank: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Marke, nicht Tochtergesellschaft: Die Consorsbank ist eine eingetragene Marke der BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland, also der deutschen Zweigniederlassung einer französischen Bank.
- Die Ordergebühr hängt am Status: Grundpreis 4,95 Euro im Status Silver, 3,95 Euro ab Gold. Dazu kommen 0,08 bis 0,25 Prozent Provision und die Handelsplatzkosten.
- Der ActiveTrader kostet nichts, die Pro-Version schon: 119 Euro im Monat bis Gold 1 Stern, 39 Euro ab Gold 2 Sternen, ab Platinum ist sie kostenlos.
- Vier Oberflächen, nicht fünf: ActiveTrader, ActiveTrader Pro, FutureTrader und die Consorsbank Pro App. Der PremiumTrader ist aus dem Angebot verschwunden.
- Einlagensicherung mindestens 438.000 Euro: gesetzlich über den französischen FGDR bis 100.000 Euro, darüber freiwillig über den Einlagensicherungsfonds des Bankenverbands. Wertpapiere im Depot fallen nicht darunter, sie bleiben dein Eigentum.
- Größenordnung: 1,85 Millionen Kunden in Deutschland, 1,78 Millionen Wertpapierdepots und 105,9 Milliarden Euro verwaltetes Kundenvermögen.
Was ist die Consorsbank?
Die Consorsbank ist eine deutsche Direktbank mit Sitz in Nürnberg, die Wertpapierdepots, Girokonten und eigene Trading-Software anbietet. Sie ist keine eigenständige Aktiengesellschaft, sondern eine eingetragene Marke der BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland.
Der Unterschied klingt nach Juristerei, hat aber Folgen. Eine Zweigniederlassung, also die unselbstständige deutsche Filiale einer ausländischen Bank, hat keine eigene Banklizenz. Sie handelt unter der Erlaubnis des Mutterhauses in Paris. Deshalb greift bei der Einlagensicherung das französische System und nicht das deutsche. Wer die Consorsbank für eine deutsche Tochtergesellschaft hält, rechnet mit den falschen Grenzen.
Von der SchmidtBank-Tochter zur BNP-Marke
1994 gründete Karl Matthäus Schmidt in Nürnberg den Discount-Broker Consors, damals eine Tochter der SchmidtBank. 1999 folgte der Börsengang. 2002 kam der Zusammenschluss mit dem französischen Anbieter Cortal unter dem Dach von BNP Paribas, und für zwölf Jahre hieß das Haus Cortal Consors. Den heutigen Namen trägt es seit Dezember 2014.
Für Trader ist ein späteres Datum wichtiger. 2023 stellte die Bank auf ein aktivitätsbasiertes Preismodell um. Seitdem entscheidet die Zahl der Orders im Kalenderjahr über Grundpreis, Provision und den Preis der Software. Ältere Vergleiche, die noch mit einem pauschalen Trader-Konto rechnen, beschreiben ein Angebot, das es so nicht mehr gibt.
Die Consorsbank in Zahlen
Die Bank veröffentlicht ihre Kennzahlen selbst. Laut Zahlen und Fakten der Consorsbank betreut sie 1,85 Millionen Kunden in Deutschland und führt 1,78 Millionen Wertpapierdepots sowie 0,39 Millionen Girokonten. Über die Ordersysteme liefen 2024 rund 33,8 Millionen Trades. Das verwaltete Kundenvermögen liegt bei 105,9 Milliarden Euro.
Das Handelsangebot ist breit. Rund 40.000 Aktien und 8.100 ETFs und Fonds stehen zur Auswahl, dazu etwa 7.300 sparplanfähige Werte. Der Handel läuft laut dem Preis- und Leistungsverzeichnis für Wertpapiere über 34 deutsche und internationale Börsen, darunter Xetra, Tradegate Exchange, gettex und die Regionalbörsen. Gearbeitet wird von zwei Standorten aus: Nürnberg und München.
Regulierung und Einlagensicherung
Die Aufsicht teilen sich vier Behörden. In der Unternehmensdatenbank der BaFin ist die BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland als SSM-Institut und Zweigniederlassung nach § 53b KWG geführt. Beaufsichtigt wird sie von der Europäischen Zentralbank und der BaFin, in Frankreich zusätzlich von der Bankenaufsicht ACPR und der Marktaufsicht AMF.
Bei den Einlagen greift zuerst das französische System. Der Fonds de Garantie des Dépôts et de Résolution, kurz FGDR, sichert Guthaben auf Giro-, Tagesgeld- und Verrechnungskonten bis 100.000 Euro je Kunde. Das ist der gesetzliche Teil, und er kommt aus Paris, nicht aus Berlin. Nachzulesen ist das in der Erklärung der Consorsbank zur Einlagensicherung.
Darüber hinaus schützt eine freiwillige Mitgliedschaft. Die Bank gehört dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken an. Für Zweigniederlassungen ausländischer Banken nennt der Fonds eine Untergrenze: Der Sicherungsumfang beträgt laut Institutsübersicht des Einlagensicherungsfonds mindestens 438.000 Euro je Gläubiger, inklusive des gesetzlichen Schutzes. Der exakte Betrag hängt an den Eigenmitteln der Bank und kann höher liegen.
Für dein Depot spielt das alles keine Rolle. Aktien, ETFs und Zertifikate fallen nicht unter die Einlagensicherung, weil sie gar nicht der Bank gehören. Sie werden nur verwahrt und bleiben dein Eigentum, auch im Insolvenzfall. Ausgenommen sind Inhaber- und Orderschuldverschreibungen sowie Genussrechte: Die sind Forderungen gegen den Emittenten und im Ernstfall weg.
Was der Handel bei der Consorsbank kostet
Der Preis einer Order setzt sich aus drei Teilen zusammen. Die Bank nennt ihn Transaktionspreis. Er besteht aus dem Grundpreis, dem Provisionssatz auf das Ordervolumen und den Handelsplatzkosten. Grundpreis und Provision zusammen ergeben den Basispreis, und dieser Basispreis ist nach unten und oben gedeckelt. Erst danach kommen die Kosten des Handelsplatzes dazu.
Welche Sätze für dich gelten, entscheidet dein Status. Das Preismodell der Consorsbank kennt elf Stufen: Silver mit einem und zwei Sternen, Gold mit einem bis drei Sternen und Platinum mit einem bis sechs Sternen. Gezählt werden die Orders im Kalenderjahr, wobei jeweils nur die erste Teilausführung zählt.
Grundpreis und Provision je Statusstufe
| Status | Orders im Kalenderjahr | Basispreis je Order |
|---|---|---|
| Silver 1 Stern | 0 bis 10 | 4,95 € + 0,25 %, min. 9,95 €, max. 69 € |
| Silver 2 Sterne | 11 bis 25 | 4,95 € + 0,25 %, min. 9,95 €, max. 69 € |
| Gold 1 Stern | 26 bis 100 | 3,95 € + 0,25 %, min. 8,95 €, max. 59 € |
| Gold 2 Sterne | 101 bis 250 | 3,95 € + 0,25 %, min. 8,95 €, max. 59 € |
| Gold 3 Sterne | 251 bis 500 | 3,95 € + 0,25 %, min. 8,95 €, max. 59 € |
| Platinum 1 Stern | 501 bis 1.000 | 3,95 € + 0,22 %, min. 7,95 €, max. 49 € |
| Platinum 2 Sterne | 1.001 bis 2.000 | 3,95 € + 0,18 %, min. 7,95 €, max. 49 € |
| Platinum 3 Sterne | 2.001 bis 3.000 | 3,95 € + 0,15 %, min. 7,95 €, max. 49 € |
| Platinum 4 Sterne | 3.001 bis 4.000 | 3,95 € + 0,12 %, min. 6,95 €, max. 39 € |
| Platinum 5 Sterne | 4.001 bis 5.000 | 3,95 € + 0,10 %, min. 6,95 €, max. 29 € |
| Platinum 6 Sterne | über 5.000 | 3,95 € + 0,08 %, keine Mindestgebühr, max. 29 € |
Die Sprünge liegen nicht dort, wo man sie vermutet. Der Grundpreis fällt schon bei der 26. Order von 4,95 auf 3,95 Euro, danach nicht mehr. Der Provisionssatz dagegen bleibt bis zur 500. Order bei 0,25 Prozent und sinkt erst im Platinum-Bereich spürbar. Wer 200 Orders im Jahr macht, zahlt also fast dieselbe Provision wie jemand mit 30 Orders.
Handelsplatzkosten: der übersehene Posten
Der Handelsplatz entscheidet über den zweiten Kostenblock. Er ist unabhängig vom Status und schwankt zwischen null und über hundert Euro. Innerhalb Deutschlands ist der Unterschied überschaubar, im Auslandshandel wird er zum Hauptposten. Wie sich die Kosten bei anderen Brokern für denselben Platz verhalten, zeigt unser Vergleich der Tradegate Gebühren.
| Handelsplatz | Kosten je Order |
|---|---|
| Außerbörslich bei einem StarPartner | 0,00 € |
| Tradegate Exchange | 0,95 € |
| Außerbörslich, kein StarPartner | 1,95 € |
| gettex, Lang & Schwarz, Quotrix | 1,95 € |
| Xetra | 1,95 € zzgl. Transaktionsentgelt |
| Frankfurt, München, Stuttgart | 2,95 € zzgl. Transaktionsentgelt |
| London | 34,00 € |
| Paris | 36,00 € |
| Zürich | 41,00 € |
| USA über Smart Order | 21,00 € |
Eine Ausnahme spart bares Geld. Ab der zweiten Teilausführung entfallen Grundpreis und Handelsplatzkosten vollständig, es bleibt nur der Provisionssatz. Wer große Orders mit mehreren Teilausführungen platziert, zahlt die Fixkosten also nur einmal. Das gilt seit der Vereinheitlichung auch an ausländischen Börsen.
Ein Rechenbeispiel
Die Bank rechnet selbst einen Fall vor. Eine Order über 4.000 Euro im Status Gold 1 Stern über Tradegate: 3,95 Euro Grundpreis plus 0,25 Prozent Provision, macht 13,95 Euro Basispreis, plus 0,95 Euro Tradegate ergibt 14,90 Euro Transaktionspreis.
Für eine Order über 5.000 Euro sieht die Rechnung so aus. Im Status Silver zahlst du 4,95 Euro plus 12,50 Euro Provision plus 0,95 Euro Tradegate, zusammen 18,40 Euro. Im Status Gold sind es 17,40 Euro. Erst im Platinum-Bereich fällt der Betrag deutlich: bei Platinum 6 Sterne auf 8,90 Euro. Die folgende Grafik zeigt die ganze Leiter.

Drei Order-Arten zählen für den Status nicht mit. CFD-Orders, Eurex-Orders und Sparplanraten bleiben außen vor. Wer sein Volumen überwiegend über Futures oder CFDs macht, steigt im Statusmodell also nicht auf, obwohl er aktiv handelt. Das ist der wichtigste Fallstrick des Modells für Trader.
Zwei Nebenkosten fehlen in den meisten Vergleichen. Eine Order per Telefon kostet 14,95 Euro Zuschlag. Und wer ein Realtime-Kurspaket braucht, zahlt für deutsche Kurse bis zu 49 Euro und für US-Kurse bis zu 29 Euro im Monat, je nach Status. Die Depotführung selbst ist bei Sammelverwahrung kostenlos. Grundsätzliches dazu, welche Posten beim Handel überhaupt anfallen, steht in unserem Überblick zu den Tradingkosten.

ActiveTrader und ActiveTrader Pro im Test
Der ActiveTrader ist die kostenlose Desktop-Handelssoftware der Consorsbank. Sie zeigt Realtime-Kurse, Charts und Watchlisten in einer frei anpassbaren Oberfläche und ordert direkt aus den Kurslisten heraus. Nutzen kann sie jeder Depotkunde.
Der Reiz liegt im Ordern ohne Umweg. Im Web-Trading klickst du dich durch eine Maske. Im ActiveTrader steht die Order in der Kursliste, ein Klick genügt, und die Push-Kurse laufen weiter, ohne dass dich ein Timeout ausloggt. Für Trader, die mehrere Werte gleichzeitig beobachten, ist das der eigentliche Unterschied zur Weboberfläche.
Die Oberfläche lässt sich zerlegen und neu zusammensetzen. Kurslisten, Chartfenster, Orderbuch und Depotübersicht liegen als einzelne Module vor und lassen sich auf mehrere Bildschirme verteilen. Die Konfiguration speichert die Bank zentral, du kannst sie also an einem anderen Rechner wieder aufrufen. Deine Watchlist synchronisiert sich mit dem Web-Depot und der App.
Was die Pro-Version zusätzlich kann
Der Aufpreis kauft vor allem Marktdaten und Ordermanagement. Der ActiveTrader Pro zeigt erweiterte Xetra-Daten samt aktueller Handelsphase und Auktionspreisen, allerdings nur zusammen mit dem Kursabo Basispaket Deutschland. Dazu kommen ein professionelles Ordermanagement und die tagesaktuelle Gewinn- und Verlustrechnung mit Nettopreisen.
| Status | ActiveTrader Pro | Chart-Modul |
|---|---|---|
| Silver 1 Stern | 119 € / Monat | 5,95 € / Monat |
| Silver 2 Sterne | 119 € / Monat | 3,95 € / Monat |
| Gold 1 Stern | 119 € / Monat | 1,95 € / Monat |
| Gold 2 Sterne | 39 € / Monat | kostenlos |
| Gold 3 Sterne | 29 € / Monat | kostenlos |
| Platinum 1 bis 6 Sterne | kostenlos | kostenlos |
Die Staffel dreht die Rechnung um. Wer wenig handelt, zahlt die vollen 119 Euro im Monat, also 1.428 Euro im Jahr, und braucht die Pro-Funktionen am wenigsten. Wer viel handelt, bekommt sie geschenkt. Ab Gold 2 Sternen, also ab 101 Orders im Jahr, sinkt der Preis auf 39 Euro. Ab Platinum, also ab 501 Orders, entfällt er ganz.
Download und Installation
Es gibt drei Wege auf den Rechner. Für Windows liefert die ActiveTrader-Seite der Consorsbank ein 64-Bit-Paket, das du entpackst und direkt aus dem Ordner startest. Für macOS gibt es ein eigenes Installationsprogramm. Dazu kommt eine Webstart-Version, die aus dem Browser läuft.
Die portable Variante ist ein unterschätztes Detail. Das entpackte Programm lässt sich auf einen USB-Stick verschieben und von dort starten. Weil die Konfiguration ohnehin auf dem Server liegt, hast du deinen Arbeitsplatz auf einem fremden Rechner in zwei Minuten stehen. Die Bank empfiehlt dafür ausdrücklich einen Virenscanner.
Ohne Java läuft nichts. Der ActiveTrader Pro braucht eine Laufzeitumgebung ab Java 1.8, die Webstart-Version fordert beim Start die Java-Installation an. Genau hier hängen die meisten Installationsprobleme, über die Nutzer in Foren berichten. Seit Oracle die alten Java-Versionen aus dem freien Download genommen hat, ist die Beschaffung auf manchen Systemen mühsam geworden.
Wo der ActiveTrader schwächelt
Die Software ist kein Analysepaket. Charts und technische Indikatoren sind vorhanden, aber das Chart-Modul kostet je nach Status extra und reicht an spezialisierte Trading-Software nicht heran. Wer Backtests, eigene Skripte oder Tiefe in der Indikatorenbibliothek braucht, arbeitet weiter mit einem separaten Chartprogramm und nutzt den ActiveTrader nur zum Ordern.
Zwei weitere Grenzen solltest du kennen. Die Java-Abhängigkeit macht die Anwendung anfällig für Betriebssystem-Updates. Und die Einarbeitung dauert: Wer aus einer aufgeräumten Neobroker-App kommt, findet sich in der modularen Oberfläche zunächst nicht zurecht. Für den gelegentlichen ETF-Sparplan ist die Software schlicht überdimensioniert.
Consorsbank Pro App: traden vom Smartphone
Die Pro App ist der jüngste Baustein und in älteren Testberichten noch nicht enthalten. Sie ist nicht die normale Banking-App der Consorsbank, sondern eine zweite, eigene Anwendung nur für den Wertpapierhandel. Entwickelt hat sie laut Consorsbank die BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland zusammen mit aktiven Kunden.
Drei Funktionen unterscheiden sie von einer gewöhnlichen Depot-App. Next Order legt beim Kauf schon die Verkaufsbedingung fest, du platzierst also Einstieg und Ausstieg in einem Schritt. One-Click-Trading führt eine vorbereitete Order mit einem Tipp aus. Und die minimierbare Ordermaske bleibt im Hintergrund offen, während du weiter durch die App navigierst.
Der praktische Vorteil ist die Synchronisation. Watchlist und Orderbuch laufen zwischen Web-Depot, App und ActiveTrader zusammen. Was du am Schreibtisch anlegst, steht unterwegs bereit. Realtime-Kurse liefert die App für Tradegate, den außerbörslichen Handel, Stuttgart und die US-Börsen. Dazu kommen eine Hebelproduktsuche und ein Orderbuch mit Filtern.
Die Bewertungen fallen deutlich besser aus als die der Bank insgesamt. Im deutschen App Store steht die Consorsbank Pro App bei 4,4 von 5 Sternen aus 567 Bewertungen, bei Google Play bei 4,2 von 5 aus 184 Rezensionen und über 10.000 Installationen. Der Download kostet nichts.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Auf iOS läuft die App laut App-Store-Eintrag nur auf dem iPhone und setzt mindestens iOS 17 voraus, ein iPad-Layout gibt es nicht. Und sie ersetzt die normale Consorsbank-App nicht: Für Girokonto, Überweisungen und Kartenverwaltung brauchst du weiterhin die Haupt-App.
FutureTrader: Optionen und Futures über Eurex, CME und CBOT
Der FutureTrader ist die Handelsoberfläche der Consorsbank für den Terminhandel. Über ihn laufen Optionen und Futures an der Eurex sowie an den US-Börsen CME, CBOT und OCC. Die Nutzung selbst ist kostenlos, Voraussetzung ist ein Margin-Konto.
Das Angebot geht über die Eurex hinaus. Der alte Artikelstand nannte nur die europäische Terminbörse. Laut Produktseite der Consorsbank verbindet die Software heute auch mit der CME, der CBOT und der OCC. Damit stehen deutsche und amerikanische Futures in derselben Oberfläche.
Für den Terminhandel typische Funktionen sind an Bord. Cross-Margining verrechnet Sicherheitsleistungen gegenläufiger Positionen. Dazu kommen Kombinationsgeschäfte, eine Option Chain zum Vergleich mehrerer Optionen in einer Abfrage, OCO- und OAO-Orders sowie eine Realtime-Margin-Berechnung nach dem Prisma-Modell.
Ein Termin steht fest im Kalender. Die Versionen FutureTrader HTML und FutureTrader Applet werden zum 30. September 2026 abgeschaltet. Ab dem 1. Oktober 2026 läuft der Terminhandel ausschließlich über die neue Oberfläche. Wer die alte Version nutzt, sollte den Umstieg vorher testen.
Kostenlos ist die Software, nicht die Daten. Das Chartmodul kostet regulär 29 Euro im Monat, wird aber laut Anbieter vom 1. Februar 2025 bis zum 31. Dezember 2026 nicht berechnet. Eurex-Realtime-Kurse als Pull-Variante kosten 15 Euro im Monat, Push-Kurse mit Orderbuchtiefe 29 Euro für Privatanleger und 55 Euro für professionelle Kunden. Verzögerte Eurex-Kurse mit 15 Minuten Abstand sind kostenlos.
Mobil funktioniert der Terminhandel ohne App. Die neue Oberfläche ist auf Smartphone und Tablet vollständig bedienbar, du öffnest sie einfach im Browser. Eine eigene Anwendung wie bei der Pro App gibt es dafür nicht.
CFD-Handel bei der Consorsbank
Die Consorsbank betreibt eine eigene CFD-Plattform. Sie läuft getrennt vom Wertpapierdepot, hat eine eigene Betreuungshotline und ein kostenloses Demokonto. Die Kurse stellt die BNP Paribas Financial Markets als Market Maker. Das heißt: Dein Gegenüber im Handel ist eine Konzerngesellschaft des Anbieters, nicht eine Börse. Grundlagen dazu stehen in unserem Ratgeber zum CFD-Handel.
Bei den Spreads nennt der Anbieter zwei Referenzwerte. Für den DAX beginnt die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs bei 2 Punkten, für EUR/USD bei 1 Pip. Eine Mindesteinzahlung verlangt die Bank nicht, Kontoführung und Plattform kosten nichts.
Provisionen fallen nur auf einen Teil der Basiswerte an. Für Aktien-CFDs berechnet die Bank 0,10 Prozent des Handelsvolumens, mindestens 9,95 und höchstens 69,00 Euro. Auf DAX-Futures sind es 0,01 Prozent, auf sonstige Futures 0,02 Prozent. Für Indizes, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle gibt es keine gesonderte Provision, dort steckt das Entgelt im Spread. Eine Order per Telefon kostet 14,95 Euro extra.
Über Nacht wird es teurer. Wer eine Position über den Handelsschluss hält, zahlt Overnight-Finanzierungskosten. Die Prämie beträgt bei Aktien, Indizes und Edelmetallen 3,5 Prozent pro Jahr, auf die je nach Richtung ein Referenzzinssatz auf- oder abgeschlagen wird. Bei Rohstoffen und Futures gilt die feste Prämie ohne Zinsaufschlag, bei Währungen 1 Prozent plus die Zinsdifferenz der beiden Währungen.
Zwei Punkte gehören ehrlich dazu. Erstens gelten für Privatanleger die Hebelgrenzen der ESMA-Regulierung, also maximal 30:1 bei den großen Währungspaaren und 20:1 bei Hauptindizes. Wer von “professionellen Hebeln” liest, sollte das im Kopf haben. Zweitens trägt das Preis- und Leistungsverzeichnis für den CFD-Handel den Stand September 2019: Die Konditionen sind seit sechs Jahren unverändert dokumentiert, ein Blick ins aktuelle Dokument vor der Kontoeröffnung schadet trotzdem nicht.
Wer nur ein Depot will, sollte auf das Girokonto achten. Wie Depoteröffnung und Schufa zusammenhängen, entscheidet sich genau an dieser Stelle im Antrag.
Und der Statushebel greift hier nicht. CFD-Orders zählen nicht für die Statusstufen im Wertpapierpreismodell. Wer sein Handelsvolumen überwiegend über die CFD-Plattform der Consorsbank macht, bleibt im Wertpapierdepot dauerhaft im Status Silver. Für einen Vergleich mit spezialisierten Anbietern lohnt der Blick in unseren CFD-Broker-Vergleich.
Vorteile und Nachteile der Consorsbank
Die Bilanz hängt an deiner Handelsfrequenz. Kaum ein anderer Broker spreizt seine Konditionen so weit zwischen Wenig- und Vielhandlern. Was für den einen ein Ausschlusskriterium ist, ist für den anderen der Grund zu bleiben.
Vorteile der Consorsbank für Trader
- Eigene Desktop-Software zum Nulltarif: Der ActiveTrader kostet jeden Depotkunden nichts und ordert direkt aus Kurslisten heraus.
- Terminhandel im selben Haus: Über den FutureTrader laufen Eurex, CME und CBOT, ohne dass du ein zweites Depot brauchst.
- Breites Handelsangebot: 34 Börsen, rund 40.000 Aktien und 8.100 ETFs und Fonds decken fast jede Strategie ab.
- Teilausführungen kosten nicht extra: Ab der zweiten Teilausführung entfallen Grundpreis und Handelsplatzkosten, auch im Auslandshandel.
- Vielhandler zahlen deutlich weniger: Ab Platinum sinkt die Provision auf bis zu 0,08 Prozent, und die Pro-Software wird kostenlos.
- Depotführung ohne Gebühr: Bei Sammelverwahrung fällt für das Depot selbst nichts an.
Nachteile der Consorsbank für Trader
- Teuer für Gelegenheitshandel: Im Status Silver kostet eine 5.000-Euro-Order 18,40 Euro, bei Neobrokern ist das ein Bruchteil.
- CFD- und Eurex-Orders zählen nicht: Wer überwiegend Derivate handelt, steigt im Statusmodell nie auf.
- Java-Abhängigkeit der Software: ActiveTrader Pro und Webstart brauchen eine Java-Laufzeitumgebung, was bei Systemwechseln regelmäßig Ärger macht.
- Marktdaten kosten obendrauf: Realtime-Pakete schlagen mit bis zu 49 Euro im Monat zu Buche, das Chart-Modul in den unteren Stufen zusätzlich.
- Schwacher Ruf beim Service: Auf Trustpilot steht die Bank bei 1,4 und 1,6 von 5 Sternen, Kritik trifft vor allem Erreichbarkeit und Bearbeitungsdauer.
- Preisverzeichnis für CFDs veraltet dokumentiert: Das CFD-Dokument trägt den Stand September 2019.
Für wen sich das Consorsbank-Depot lohnt
Die Rechnung ist ungewöhnlich klar. Wer weniger als 25 Orders im Jahr platziert, zahlt bei der Consorsbank den höchsten Satz und bekommt dafür Werkzeuge, die er nicht braucht. Für diese Gruppe ist ein günstigerer Anbieter die bessere Wahl, etwa aus unserem Broker-Vergleich. Der Unterschied zu einem Neobroker wie Trade Republic liegt bei einer 5.000-Euro-Order im zweistelligen Eurobereich, und zwar pro Trade.
Ab dreistelligen Orderzahlen dreht sich das Bild. Ab 101 Orders im Jahr kostet der ActiveTrader Pro nur noch 39 Euro, ab 501 Orders gar nichts. Wer ohnehin viel handelt, bekommt eine Desktop-Plattform, Realtime-Kurse und den Zugang zum Terminhandel in einem Haus. Diese Kombination haben in Deutschland wenige Anbieter.
Der Terminhandel ist das stärkste Argument. Eurex, CME und CBOT über eine Oberfläche, mit Cross-Margining und ohne Lizenzgebühr für die Software: Dafür verlangen spezialisierte Anbieter meist eine Plattformgebühr oder ein Mindestvolumen. Wer Optionen und Futures neben dem Aktiendepot handelt, spart sich hier ein zweites Konto.
Junge Trader haben eine eigene Tür. Unter dem Namen RISE führt die Bank ihr Angebot für junge Erwachsene. Der frühere Name “Young Trader-Konto” taucht in älteren Testberichten noch auf, das Produkt heißt heute anders. Konditionen und Altersgrenzen stehen auf der Aktionsseite, sie ändern sich häufiger als der Rest des Preisverzeichnisses.
Was Nutzer berichten
Die Bewertungen fallen je nach Quelle drastisch unterschiedlich aus. Auf Trustpilot steht die Consorsbank bei 1,4 von 5 Sternen aus rund 1.070 Bewertungen unter der alten Domain und bei 1,6 aus 300 Bewertungen unter der neuen. Beim Portal Finanzwissen sind es 3,0 von 5 aus 14 Rezensionen.
Ein Blick auf die Themen erklärt die Spreizung. Die Kritik auf Trustpilot dreht sich überwiegend um Kundenservice, Erreichbarkeit und die Abläufe rund um Girokonto und Kontoeröffnung. Die Trading-Werkzeuge kommen dort kaum vor. Umgekehrt bewerten Nutzer die Pro App mit 4,4 und 4,2 Sternen. Wer die Bank als Broker nutzt und den Service selten braucht, erlebt ein anderes Unternehmen als jemand, der sein Girokonto dort führt.
Eine Einschränkung zur Aussagekraft. Bewertungsportale ziehen überproportional unzufriedene Kunden an, und die Consorsbank betreut nach eigenen Angaben 1,85 Millionen Kunden. 1.370 Trustpilot-Bewertungen sind davon ein verschwindender Anteil. Als Stimmungsbild taugen sie, als Statistik nicht.
Fazit: ein Broker für Vielhandler, nicht für Sparplan-Anleger
Die Consorsbank hat sich für eine Richtung entschieden. Das aktivitätsbasierte Preismodell belohnt Handelsfrequenz und bestraft Zurückhaltung. Wer 20 Orders im Jahr macht, zahlt Grundpreis, volle Provision und im Zweifel noch Marktdaten. Wer 600 Orders macht, handelt zu 0,22 Prozent und bekommt die Pro-Software gratis. Dazwischen liegt eine große Grauzone, in der sich der Wechsel rechnen kann oder eben nicht.
Der ActiveTrader bleibt das beste Argument. Eine kostenlose Desktop-Plattform mit Push-Kursen, modularer Oberfläche und Ordern aus der Kursliste ist im deutschen Filial- und Direktbankmarkt selten. Dass sie auf Java aufsetzt, ist ihr Alter anzusehen, und für Chartanalyse braucht man weiter ein separates Programm. Zum Ordern taugt sie.
Zwei Dinge solltest du vor der Entscheidung prüfen. Erstens, ob dein Handelsstil überhaupt Statuspunkte sammelt: CFD- und Eurex-Orders tun das nicht. Zweitens, welche Handelsplätze du wirklich nutzt. Über Tradegate kostet eine Order 0,95 Euro Handelsplatzkosten, über die Börse London 34 Euro. Der Status ist nur die halbe Rechnung.
Häufige Fragen zur Consorsbank
Was kostet der ActiveTrader bei der Consorsbank?
Der einfache ActiveTrader ist für jeden Depotkunden kostenlos. Der ActiveTrader Pro kostet 119 Euro im Monat im Status Silver und Gold 1 Stern, 39 Euro ab Gold 2 Sternen und 29 Euro ab Gold 3 Sternen. Ab dem Status Platinum, also ab 501 Orders im Kalenderjahr, ist er kostenlos.
Wo bekomme ich den Consorsbank ActiveTrader zum Download?
Auf der ActiveTrader-Seite der Consorsbank. Dort liegen ein 64-Bit-Paket für Windows, ein Installationsprogramm für macOS und eine Webstart-Version, die aus dem Browser läuft. Die Windows-Datei entpackst du und startest das Programm direkt aus dem Ordner. Anmelden kannst du dich nur mit einer Kontonummer der Consorsbank.
Läuft der ActiveTrader auch auf dem Mac?
Ja. Für macOS gibt es ein eigenes Installationsprogramm, für den ActiveTrader Pro eine Version ab Oracle Java 1.8. Die Webstart-Variante läuft ebenfalls unter macOS. Voraussetzung ist in allen Fällen eine installierte Java-Laufzeitumgebung.
Wie hoch sind die Ordergebühren bei der Consorsbank?
Der Transaktionspreis besteht aus Grundpreis, Provision und Handelsplatzkosten. Der Grundpreis liegt bei 4,95 Euro im Status Silver und 3,95 Euro ab Gold. Die Provision reicht von 0,25 Prozent im Status Silver bis 0,08 Prozent bei Platinum 6 Sterne. Dazu kommen die Handelsplatzkosten, etwa 0,95 Euro für Tradegate oder 1,95 Euro für Xetra.
Kann ich bei der Consorsbank kostenlos handeln?
Nur in Ausnahmen. Die Bank vergibt Freetrades für die 10., 100. und 250. Order im Kalenderjahr, und der außerbörsliche Handel bei einem StarPartner kostet keine Handelsplatzkosten. Der Grundpreis und die Provision fallen trotzdem an. Kostenlos sind dagegen die Depotführung bei Sammelverwahrung und der einfache ActiveTrader.
Wie sicher ist mein Geld bei der Consorsbank?
Guthaben auf Giro-, Tagesgeld- und Verrechnungskonten sind gesetzlich über den französischen Fonds de Garantie des Dépôts et de Résolution bis 100.000 Euro je Kunde gesichert. Darüber hinaus ist die Bank freiwilliges Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken, der für diese Zweigniederlassung mindestens 438.000 Euro je Gläubiger nennt. Wertpapiere im Depot fallen nicht unter die Einlagensicherung, sie bleiben dein Eigentum.
Ist die Consorsbank oder Trade Republic günstiger?
Für wenige Orders im Jahr ist Trade Republic klar günstiger. Bei der Consorsbank kostet eine Order über 5.000 Euro im Status Silver 18,40 Euro über Tradegate. Ab dem Status Platinum sinkt der Betrag auf unter 16 Euro und im höchsten Rang auf 8,90 Euro. Dafür bietet die Consorsbank eine eigene Desktop-Software und den Zugang zum Terminhandel, was ein Neobroker nicht leistet.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und handelt seit 1978 als diskretionärer Price-Action-Trader. Seine Märkte sind Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte.
In den späten 1980er-Jahren übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und brachte dessen zehn Bücher ins Deutsche. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
Desktop-Handelssoftware begleitet Karsten seit den Neunzigern, lange bevor Broker-Apps üblich wurden. Wie eine Orderoberfläche im laufenden Handel funktionieren muss und woran man erkennt, dass Marktdaten separat abgerechnet werden, beurteilt er aus der täglichen Arbeit am eigenen Depot. Für diesen Bericht hat er das Preis- und Leistungsverzeichnis der Consorsbank mit Stand Juli 2026 ausgewertet und die Angaben zur Einlagensicherung gegen die Unternehmensdatenbank der BaFin und die Institutsübersicht des Einlagensicherungsfonds geprüft.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.











