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Tradegate BSX: Erfahrungen, Vorteile & Nachteile (2026)

Zuletzt aktualisiert: 16. April 2026

|

16 Min

Die Tradegate Berlin Stock Exchange (Tradegate BSX) ist Deutschlands zweitgrößter Börsenplatz nach Xetra und der größte auf Privatanleger spezialisierte Börsenplatz Europas. Mit einem Rekordumsatz von 477,6 Milliarden Euro im Jahr 2025 und über 23.000 handelbaren Wertpapieren hat sich Tradegate als feste Größe im deutschen Börsenmarkt etabliert. Seit dem 1. Januar 2026 firmiert die Börse nach der Fusion mit der Börse Berlin unter dem neuen Namen Tradegate BSX.

In diesem Artikel stelle ich die Tradegate Exchange vor, bewerte ihre Vorteile und Nachteile aus der Perspektive eines erfahrenen Traders und beantworte die wichtigsten Fragen rund um den Berliner Börsenplatz — von Handelszeiten über Gebühren bis zur Frage, ob Tradegate oder Xetra die bessere Wahl ist.

Tradegate BSX vorgestellt in 30 Sekunden

  • Börsenplatz seit 2009: Tradegate BSX ist eine auf Privatanleger spezialisierte Wertpapierbörse mit Sitz in Berlin — seit 1. Januar 2026 nach Fusion mit der Börse Berlin unter neuem Namen
  • Deutschlands Nr. 2, Europas Nr. 1 für Privatanleger: Mit 477,6 Mrd. Euro Umsatz und 68,9 Mio. ausgeführten Geschäften (2025) ist Tradegate nach Xetra der zweitgrößte Börsenplatz in Deutschland — und der größte auf Privatanleger spezialisierte Börsenplatz Europas
  • Über 23.000 Wertpapiere: Aktien, Anleihen, ETPs, Investmentfonds und Zertifikate — die europäische Wertpapieraufsicht ESMA führt Tradegate als „Most Relevant Market in Terms of Liquidity” (MRMTL) für über 4.600 internationale ISINs
  • Erweiterte Handelszeiten: Börsentäglich von 7:30 bis 22:00 Uhr (Aktien, ETPs); Anleihen bis 20:00 Uhr — deutlich länger als Xetra (9:00–17:30 Uhr)
  • Keine Transaktionsgebühren: Tradegate erhebt keine Transaktionsentgelte und keine Makler-Courtage — Kosten entstehen nur durch den Spread und die Gebühren des jeweiligen Brokers
  • BaFin-reguliert: Die Börse unterliegt der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und der Börsenaufsichtsbehörde des Landes Berlin
  • Eigentümerstruktur: 42,84 % Deutsche Börse AG, 42,84 % Tradegate AG, 14,32 % Verein Börsenplatz Berlin e.V.
  • Echtzeitkurse kostenlos: Privatanleger erhalten über die gängigen Finanzportale und die Tradegate-App kostenlosen Zugriff auf Echtzeitkurse

Was ist Tradegate BSX?

Die Tradegate Berlin Stock Exchange (Tradegate BSX) ist eine deutsche Wertpapierbörse mit Sitz in Berlin, die auf die Ausführung von Privatanleger-Orders spezialisiert ist. Die Börse wurde 2009 gegründet und firmiert seit dem 1. Januar 2026 unter ihrem neuen Namen nach der Fusion mit der Börse Berlin.

Tradegate hat sich durch erweiterte Handelszeiten, eine transparente Gebührenstruktur und kostenlose Echtzeitkurse zur bevorzugten Börse für Privatanleger in Deutschland entwickelt. Anders als bei vielen traditionellen Börsen fallen bei Tradegate weder Transaktionsentgelte noch Makler-Courtage an — Anleger zahlen lediglich den Spread zwischen An- und Verkaufskurs sowie die Ordergebühren ihres Brokers.

Trägerin der Börse ist die Tradegate Exchange GmbH, die zusammen mit ihrer hundertprozentigen Tochter, der Börse Berlin AG, den einzigen Berliner Börsenplatz betreibt. Die Tradegate Exchange GmbH befindet sich im Eigentum der Deutsche Börse AG (42,84 %), der Tradegate AG (42,84 %) und des Vereins Börsenplatz Berlin e.V. (14,32 %).

Über 30 Handelsteilnehmer aus Deutschland, Österreich, Frankreich und dem Vereinigten Königreich sind an Tradegate angebunden. In Deutschland bieten über 35 Broker den Handel über Tradegate an — darunter alle gängigen Direktbanken und Neobroker.

Für einen ausführlichen Vergleich von Neobrokern empfehlen wir unseren → Brokervergleich.

Startseite der Tradegate Berlin Stock Exchange (Tradegate BSX) mit Echtzeitkursen
Blick auf die Startseite der Tradegate Webseite

Wer ist die Tradegate AG?

Die Tradegate AG Wertpapierhandelsbank ist eine Wertpapierhandelsbank mit Sitz in Berlin und eine der beiden Hauptanteilseignerinnen der Tradegate Exchange GmbH. Die Tradegate AG hält 42,84 % an der Tradegate Exchange GmbH und ist damit gleichberechtigt neben der Deutsche Börse AG.

Die Tradegate AG wurde von Holger Timm gegründet, der als Mehrheitsaktionär die strategische Ausrichtung des Unternehmens maßgeblich geprägt hat. Das Hauptgeschäftsfeld der Tradegate AG ist der Wertpapierhandel als Market Maker — die Bank stellt an der Tradegate BSX verbindliche Kauf- und Verkaufskurse (Geld-/Briefkurse) und sorgt damit für Liquidität am Handelsplatz.

Die Tradegate AG ist über die Berliner Effektengesellschaft AG börsennotiert (WKN 521690). Mehrheitsgesellschafter ist Holger Timm, der über die Berliner Effektengesellschaft AG und seine Beteiligungsgesellschaft H.T.B. die Kontrolle ausübt. Die Berliner Effektengesellschaft hält 57 % der Anteile an der Tradegate AG.

Seit Juni 2024 betreibt die Tradegate AG mit tradegate.direct auch einen eigenen Neobroker (siehe Abschnitt „Was ist tradegate.direct?”).

Allgemeine Angaben zur Tradegate BSX

  • Börsengenehmigung: 20. Mai 2009 durch die Börsenaufsichtsbehörde des Landes Berlin
  • Erster Handelstag: 4. Januar 2010
  • Sitz: Kurfürstendamm 119, 10711 Berlin
  • Rechtsform: Teilrechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts
  • Geschäftsführung: Eric Viohl (CEO, seit 1. Februar 2026), Simone Kahnt-Eckner, Friederike von Hofe
  • MIC-Codes: XGRM (Regulierter Markt), XGAT (Freiverkehr)
  • Webseite: tradegatebsx.com

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Die Geschichte der Tradegate BSX

Die Wurzeln von Tradegate reichen bis in das Jahr 2001 zurück. Am 2. Mai 2001 nahm die Tradegate AG das elektronische Handelssystem Tradegate in Betrieb — es war das erste deutsche elektronische, außerbörsliche Handelssystem für Wertpapiere mit sofortigen automatischen Ausführungen, verbunden mit einer Informationsplattform im Internet für Privatanleger.

Am 1. November 2007 erlangte Tradegate mit der EU-weit gültigen Finanzmarktrichtlinie (MiFID) den Status eines Multilateralen Handelssystems (MTF).

Die Börsengenehmigung erhielt die Tradegate Exchange am 20. Mai 2009 durch die Börsenaufsichtsbehörde des Landes Berlin. Damit wurde erstmals seit 1861 (Gründung der Stuttgarter Börse) eine neue Wertpapierbörse in Deutschland genehmigt. Der erste Handelstag als regulierte Börse war der 4. Januar 2010. Seitdem führt die Tradegate Exchange das elektronische Handelssystem als „Geregelten Markt” im Sinne der Finanzmarktrichtlinie fort.

Die Fusion zur Tradegate Berlin Stock Exchange (2026)

Zum 1. Januar 2026 fusionierten die Tradegate Exchange und die Börse Berlin. Die beiden Partner bilden seitdem den einzigen Berliner Börsenplatz unter dem Namen Tradegate Berlin Stock Exchange (Tradegate BSX). Die Börse Berlin AG wurde zur hundertprozentigen Tochter der Tradegate Exchange GmbH. Im Zuge der Fusion wurde mit Eric Viohl zum 1. Februar 2026 ein neuer CEO bestellt, der die Geschäftsführung zusammen mit Simone Kahnt-Eckner und Friederike von Hofe bildet.

Geschäftszahlen der Tradegate BSX

Die Tradegate Exchange hat seit ihrer Gründung ein kontinuierliches Wachstum verzeichnet und erzielte 2025 neue Rekordwerte.

Geschäftszahlen 2025 (Quelle: EQS-Pressemitteilung vom 6. Januar 2026):

  • Orderbuchumsatz: 477,6 Milliarden Euro (neuer Rekord seit Handelsbeginn 2010)
  • Ausgeführte Geschäfte: 68,9 Millionen (neuer Rekord)
  • Umsatzstärkste Aktie: Rheinmetall AG mit 39,2 Milliarden Euro

Zum Vergleich: 2019 lag der Gesamtumsatz noch bei 123,3 Milliarden Euro — das entspricht einem Wachstum von fast 290 % in sechs Jahren. Das Rekordjahr 2021 brachte 61 Millionen ausgeführte Orders mit einem Volumen von rund 378 Milliarden Euro.

Welche Wertpapiere sind auf Tradegate handelbar?

Insgesamt sind über 23.000 Gattungen an der Tradegate BSX handelbar (Quelle: tradegatebsx.com):

  • Aktien — darunter alle DAX-, MDAX-, TecDAX- und SDAX-Werte sowie zahlreiche europäische und US-amerikanische Titel
  • Anleihen — Staats- und Unternehmensanleihen
  • ETPs — Exchange Traded Funds (ETFs), Exchange Traded Commodities (ETCs) und Exchange Traded Notes (ETNs)
  • Investmentfonds
  • Zertifikate (u. a. Knock-Outs/Mini Futures)

Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA führt die Tradegate BSX als „Most Relevant Market in Terms of Liquidity” (MRMTL) für über 4.600 internationale ISINs — ein starkes Qualitätssignal für Anleger, das hohe Liquidität, wettbewerbsfähige Spreads und zuverlässige Ausführungen bestätigt.

Alle handelbaren Wertpapiere werden von Spezialisten betreut, die jederzeit verbindliche Preise stellen und für ausreichend Liquidität sorgen. Die Aufträge werden grundsätzlich sofort und vollständig ausgeführt (Vollausführung). Orders, deren Volumen eine bestimmte Höhe nicht überschreitet, werden automatisch mit dem Zusatz „All or None” (AON) versehen, wodurch Teilausführungen verhindert werden.

Ermittlung der Börsenpreis

Wie werden auf Tradegate die Börsenpreise ermittelt?

Die Börsenpreise werden vom elektronischen Handelssystem Tradegate mit Unterstützung der sogenannten Spezialisten ermittelt. Die Spezialisten stellen ausreichende Liquidität für den Handel zur Verfügung stellen. Überwacht wird das Ganze von der hauseigenen Geschäftsführung und Handelsüberwachungsstelle.

Sollte man auf Tradegate oder Xetra handeln?

Das kann man so nicht pauschalisieren. Neben den Gebühren spielen auch die Kurse eine Rolle.

Die meisten Broker bieten bei Tradegate besonders günstige Konditionen an. Bei manchen Brokern fällt beim Handel auf Tradegate auch die Börsenplatzgebühr oder weitere Zuschläge weg. Zudem hat die Tradegate Exchange länger geöffnet und ist in der Zeit von 08:00 bis 22:00 Uhr präsent. Bei Xetra findet der Handel in der Zeit von 09:00 bis 17:30 Uhr statt.

Doch auch für Xetra spricht einiges. Xetra ist im Vergleich zu Tradegate eine reine Börse. Auch die Umsätze sind hier in der Regel um ein vielfaches Höher als auf Tradegate.

Bevor man über Tradegate oder Xetra handelt, sollte man somit die Gebühren und die aktuellen Kurse vergleichen. Handelt man auf Tradegate nach Börsenschluss des Xetra-Handels, so sollte man besonders auf die Kurse achten, da die Gebührenersparnis möglicherweise ungünstigeren Kursen gegenüber stehen könnten.

Erfahre hier alles über die Tradegate Kosten und Gebühren.

Welche Orderarten gibt es bei Tradegate?

Bei Tradegate sind neben Market- und Limit Orders auch Stop Orders, OCO Orders, Trailing Stop Orders, FOK Orders, IOC Orders und All-or-None Orders möglich.

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Wie werden die Börsenpreise auf Tradegate ermittelt?

Die Börsenpreise werden vom elektronischen Handelssystem Tradegate mit Unterstützung der sogenannten Spezialisten ermittelt. Diese Spezialisten — die Tradegate AG und die mwb Fairtrade Wertpapierhandelsbank AG — stellen ausreichende Liquidität für den Handel zur Verfügung und sind verpflichtet, jederzeit verbindliche Kauf- und Verkaufspreise anzubieten.

Überwacht wird der Handel von der hauseigenen Geschäftsführung und Handelsüberwachungsstelle. Die Tradegate BSX ist eine regulierte Börse im Sinne der MiFID und unterliegt zudem der Aufsicht durch die Börsenaufsichtsbehörde des Landes Berlin und die BaFin.

Eine Besonderheit: Privatanleger haben über die gängigen Finanzportale kostenlosen Zugriff auf Echtzeitkurse — bei vielen anderen Börsen sind Realtime-Kurse kostenpflichtig.

Sollte man auf Tradegate oder Xetra handeln?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten — es kommt auf die individuelle Situation an. Beide Börsenplätze haben ihre Berechtigung.

KriteriumTradegate BSXXetra
Handelszeiten7:30–22:00 Uhr9:00–17:30 Uhr
GebührenKeine Transaktionsentgelte, keine CourtageTransaktionsentgelt fällt an
LiquiditätHoch, aber geringer als XetraHöchste Liquidität in Deutschland
Spreads (Xetra-Kernzeit)In der Regel vergleichbarTendenziell enger
Spreads (außerhalb Xetra)Können sich ausweitenKein Handel möglich

Für Tradegate spricht: Die meisten Broker bieten bei Tradegate besonders günstige Konditionen an. Bei manchen Brokern entfällt beim Handel auf Tradegate die Börsenplatzgebühr oder weitere Zuschläge. Zudem ermöglichen die längeren Öffnungszeiten den Handel auch nach Feierabend — ein wichtiger Vorteil für berufstätige Privatanleger. Einen ausführlichen Vergleich der Handelsplätze findest du auch in unserem Lang & Schwarz Erfahrungsbericht.

Für Xetra spricht: Xetra ist der Referenzmarkt für die Preisbildung deutscher Aktien. Die Umsätze und die Liquidität sind in der Regel deutlich höher als auf Tradegate, was besonders bei größeren Orders zu engeren Spreads und besseren Ausführungen führt.

Mein Rat: Während der Xetra-Kernzeit (9:00–17:30 Uhr) lohnt sich immer ein Kursvergleich zwischen beiden Handelsplätzen. Handelt man auf Tradegate nach Börsenschluss des Xetra-Handels, sollte man besonders auf die Spreads achten — die Gebührenersparnis kann ungünstigeren Kursen gegenüberstehen.

Erfahre hier alles über die → Tradegate Kosten und Gebühren

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Welche Orderarten gibt es bei Tradegate?

Tradegate bietet eine Vielzahl von Orderarten an, die über die Standardfunktionen vieler Börsen hinausgehen:

  • Market Order — Kauf/Verkauf zum nächsten verfügbaren Preis
  • Limit Order — Kauf/Verkauf nur zu einem festgelegten Mindest- bzw. Höchstpreis
  • Stop-Market Order — Wird bei Erreichen des Stoppkurses als Market Order ausgelöst
  • Stop-Limit Order — Wird bei Erreichen des Stoppkurses als Limit Order ausgelöst
  • Trailing Stop Order — Der Stoppkurs passt sich dynamisch dem Kursverlauf an
  • One-Cancels-Other (OCO) Order — Kombination aus zwei Orders, bei der die Ausführung der einen die andere automatisch storniert
  • Fill-or-Kill (FOK) — Die Order wird entweder vollständig sofort ausgeführt oder komplett gestrichen
  • Immediate-or-Cancel (IOC) — Der sofort ausführbare Teil wird ausgeführt, der Rest gestrichen
  • All-or-None (AON) — Wird automatisch bei kleineren Orders gesetzt, um Teilausführungen zu verhindern

Diese Vielfalt an Ordertypen macht Tradegate besonders für aktive Trader interessant, die ihre Positionen präzise managen möchten.

Wie sind die Handelszeiten von Tradegate?

Die Handelszeiten der Tradegate BSX sind börsentäglich von 07:30 bis 22:00 Uhr (Anleihen bis 20:00 Uhr). Am Wochenende und an bestimmten Feiertagen ist die Börse geschlossen.

→ Alle Details zu Börsenfeiertagen, verkürzten Handelstagen und der besten Handelszeit findest du in unserem Guide zu den Tradegate Handelszeiten

→ Alle Börsenzeiten weltweit im Vergleich

peter zöller

Was ist der Direkthandel bei Tradegate?

Beim Direkthandel über Tradegate handelt der Anleger direkt mit dem Handelspartner (Market Maker), ohne dass ein Makler zwischengeschaltet ist. Die Order wird somit direkt über Tradegate ausgeführt.

Allerdings gibt es bei der Anbindung von Tradegate an Broker einen wichtigen Unterschied: Manche Broker haben Tradegate börslich angebunden, andere außerbörslich (als „Tradegate AG” im LiveTrading). Bei der börslichen Anbindung werden die Orders von der Handelsüberwachung der Börse kontrolliert und überwacht. Zudem besteht die Möglichkeit, dass Kundenorders innerhalb des Orderbuches gegeneinander ausgeführt werden — in diesem Fall fällt kein Spread an. Aus Kundensicht ist der börslichen Anbindung daher der Vorzug zu geben.

Durch den Direkthandel entfallen in der Regel Maklergebühren, Handelsplatzgebühren, Courtage und Börsenentgelte — es fallen lediglich die Ordergebühren des Brokers und der Spread an.

Die Logos der Broker und Banken, die Partner von Tradegate sind.
Viele Broker und Banken sind Partner von Tradegate

Ist Tradegate seriös?

Ja, Tradegate ist ein seriöser und regulierter Börsenplatz. Die Tradegate BSX ist eine Börse im Sinne des Börsengesetzes und unterliegt der Aufsicht der Börsenaufsichtsbehörde des Landes Berlin sowie der BaFin. Zudem verfügt die Börse über eine eigene Handelsüberwachungsstelle, die den Handel in Echtzeit überwacht.

Die Trägerin, die Tradegate Exchange GmbH, befindet sich mehrheitlich im Eigentum der Deutsche Börse AG — einer der größten Börsenorganisationen weltweit. Die Tradegate AG als Market Maker verfügt über eine Vollbank-Lizenz der BaFin.

Seit 2010 hat Tradegate den Status „Geregelter Markt” im Sinne der MiFID — damit erfüllt die Börse sämtliche europäischen Anforderungen an Transparenz, Anlegerschutz und Marktintegrität.

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Was ist tradegate.direct?

Wichtig: tradegate.direct ist nicht die Tradegate Exchange, sondern ein eigenständiger Neobroker.

Seit Juni 2024 betreibt die Tradegate AG Wertpapierhandelsbank mit tradegate.direct einen eigenen Online-Broker. Der Neobroker ermöglicht den gebührenfreien Handel mit Aktien, ETPs und Knock-Out-Zertifikaten direkt an der Tradegate Exchange. Kosten fallen lediglich in Höhe des Spreads an.

tradegate.direct hat ausschließlich einen einzigen Handelsplatz — die Tradegate Exchange. Die Konto- und Depotführung erfolgt direkt bei der Tradegate AG (Vollbank-Lizenz), die Wertpapierabwicklung im Hintergrund übernimmt BNP Paribas. Sparpläne werden derzeit nicht angeboten.

Die Vor- und Nachteile von Tradegate

Prinzipiell ist jeder weitere Handelsplatz eine Bereicherung für die Anleger. Auch Tradegate bringt viele Vorteile mit sich — allerdings sollte man sich immer im Klaren sein, dass Tradegate ein Market Maker ist und somit eigene wirtschaftliche Interessen verfolgt.

Die Vorteile von Tradegate:

  • Keine Transaktionsgebühren: Tradegate erhebt weder Transaktionsentgelte noch Makler-Courtage
  • Erweiterte Handelszeiten: Von 7:30 bis 22:00 Uhr — deutlich länger als Xetra
  • Kostenlose Echtzeitkurse: Realtime-Kurse sind für Privatanleger ohne Zusatzkosten verfügbar
  • Schnelle elektronische Ausführung: Orders werden in der Regel sofort und vollständig ausgeführt (Vollausführung)
  • Vielfältige Orderarten: Trailing Stop, OCO, Fill-or-Kill und weitere fortgeschrittene Orderzusätze
  • Zeitstempel für alle Orders: Transparente Nachvollziehbarkeit der Ausführung
  • Hohe Liquidität: Als zweitgrößter Börsenplatz Deutschlands bietet Tradegate für die meisten Wertpapiere ausreichend Liquidität

Die Nachteile von Tradegate:

  • Spreadausweitung bei geringer Liquidität: Insbesondere außerhalb der Xetra-Handelszeiten (vor 9:00 und nach 17:30 Uhr) können sich die Spreads deutlich ausweiten, was zu schlechteren Ausführungskursen führt
  • Market-Maker-Modell: Tradegate handelt als Gegenpartei und hat somit eigene Interessen — der Market Maker verdient am Spread
  • Keine Auktionen: Anders als bei Xetra gibt es bei Tradegate keine gebündelten Auktionen zur Preisfindung
  • Geringeres Volumen als Xetra: Für institutionelle Anleger oder bei sehr großen Orders kann die Liquidität unzureichend sein
  • Stop-Loss-Risiko: Durch Spreadausweitung im Randhandel können Stop-Loss-Orders zu ungünstigen Kursen ausgelöst werden
  • Struktureller Interessenkonflikt: Die Tradegate AG als Market Maker wird von Holger Timm als Vorstandsvorsitzendem und Mehrheitsgesellschafter (über die Berliner Effektengesellschaft AG) kontrolliert. Auch seine Schwester Kerstin Timm sitzt im Vorstand der Tradegate AG, sein Sohn Max Timm wurde 2025 zum Generalbevollmächtigten bestellt. Dass die Familie Timm den Market Maker kontrolliert und die Tradegate AG zugleich 42,84 % an der Tradegate Exchange GmbH hält, wird von Marktbeobachtern als struktureller Interessenkonflikt bewertet. Anleger sollten sich bewusst sein, dass Tradegate als Gegenpartei am Spread verdient — insbesondere außerhalb der Xetra-Kernzeit empfehlen sich daher Limit-Orders

Fazit: Tradegate Exchange im Test

Tradegate bietet Privatanlegern eine große Auswahl an handelbaren Wertpapieren, erweiterte Handelszeiten und eine transparente Gebührenstruktur. Mit dem Rekordumsatz von 477,6 Milliarden Euro im Jahr 2025 und der Fusion zur Tradegate BSX hat sich der Berliner Börsenplatz weiter gefestigt.

Die längeren Öffnungszeiten und die geringeren Gebühren machen Tradegate zu einer guten Alternative zum klassischen Handel über Xetra — allerdings sollte man nicht nur die Gebühren, sondern auch die Kurse und Spreads vergleichen. Gerade im Randhandel nach 17:30 Uhr oder vor 9:00 Uhr rate ich zu Limit-Orders statt Market-Orders, um eine Spreadausweitung zu vermeiden.

Wer die Wahl zwischen Tradegate und Xetra hat, fährt mit einem bewussten Kursvergleich am besten. Für den abendlichen Handel nach Xetra-Schluss ist Tradegate eine hervorragende Option — sofern man die Risiken des Market-Maker-Modells kennt und einpreist.

FAQ über Tradegate BSX

Was ist Tradegate Exchange?

Tradegate Exchange — seit 1. Januar 2026 unter dem Namen Tradegate Berlin Stock Exchange (Tradegate BSX) — ist eine auf Privatanleger spezialisierte Wertpapierbörse mit Sitz in Berlin. Die Börse ermöglicht den Handel mit Aktien, Anleihen, ETFs, Fonds und Knock-Out-Zertifikaten.

Wem gehört die Tradegate Exchange?

Die Tradegate Exchange GmbH gehört zu je 42,84 % der Deutsche Börse AG und der Tradegate AG Wertpapierhandelsbank. Die restlichen 14,32 % hält der Verein Börsenplatz Berlin e.V.

Welche Handelszeiten hat Tradegate?

Die Handelszeiten sind börsentäglich von 7:30 bis 22:00 Uhr für Aktien, ETPs und Fonds. Anleihen sind von 7:30 bis 20:00 Uhr handelbar. Am Wochenende und an bestimmten Feiertagen ist die Börse geschlossen. → Alle Tradegate Handelszeiten im Detail

Was kostet der Handel auf Tradegate?

Tradegate selbst erhebt keine Transaktionsentgelte und keine Courtage. Die Kosten für den Anleger bestehen aus dem Spread (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs) sowie den Ordergebühren des jeweiligen Brokers. → Alle Tradegate Kosten im Überblick

Ist Tradegate seriös?

Ja, die Tradegate BSX ist eine regulierte Wertpapierbörse unter Aufsicht der Börsenaufsichtsbehörde des Landes Berlin und der BaFin. Die Trägerin befindet sich mehrheitlich im Eigentum der Deutsche Börse AG.

Gibt es eine Mistrade-Regelung bei Tradegate?

Ja, die Geschäftsführung der Tradegate BSX kann Geschäfte, die zu nicht marktüblichen Bedingungen zustande gekommen sind (Mistrades), auf Antrag eines Handelsteilnehmers oder von Amts wegen aufheben und ihre Rückabwicklung anordnen.

Was ist der Unterschied zwischen Tradegate und tradegate.direct?

Tradegate ist ein Börsenplatz, über den zahlreiche Broker den Handel anbieten. tradegate.direct ist ein eigenständiger Neobroker der Tradegate AG, der seit Juni 2024 gebührenfreien Handel ausschließlich an der Tradegate Exchange ermöglicht.

Wie kann ich auf Tradegate handeln?

Um an der Tradegate BSX zu handeln, benötigst du ein Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Über 35 Broker in Deutschland bieten den Handel auf Tradegate an — darunter alle gängigen Direktbanken und Neobroker. Beim Orderaufgabe wählst du Tradegate als Handelsplatz aus.

Tradegate oder Xetra — was ist besser?

Das hängt von der Situation ab. Xetra bietet höhere Liquidität und dient als Referenzmarkt für die Preisbildung. Tradegate punktet mit längeren Handelszeiten und geringeren Gebühren. Während der Xetra-Kernzeit empfiehlt sich ein Kursvergleich.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er ist seit 1978 aktiver Trader an den internationalen Finanzmärkten mit Schwerpunkt auf Forex, Aktienindizes, Rohstoffen und Zinsmärkten.

In den späten 1980er Jahren übersetzte er Robert Prechters Elliott-Wave-Standardwerke ins Deutsche und trug damit maßgeblich dazu bei, die Elliott-Wellen-Analyse im deutschsprachigen Raum bekannt zu machen. Über 17 Jahre war er der Repräsentant von Joe Ross in Deutschland — einem der einflussreichsten amerikanischen Trading-Autoren, bekannt für praxisnahe Handelsstrategien wie den Ross-Haken und den Traders Trick Entry. Karsten übersetzte und veröffentlichte alle 14 Fachbücher von Ross auf Deutsch.

Den Tradegate Exchange Erfahrungsbericht bewertet Karsten aus der Perspektive eines aktiven Traders mit über 40 Jahren Markterfahrung — mit Fokus auf die Frage, ob der Berliner Börsenplatz für Privatanleger eine echte Alternative zu Xetra darstellt.

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