Daytrading: Der ultimative Guide für Einsteiger (2023)

Das Wort „Daytrading“ leitet sich aus dem Englischen „day trading“ ab und bedeutet wortwörtlich „Tageshandel“. Eine alternative und häufig verwendete Bezeichnung lautet „intraday trading“ und bedeutet „Intradayhandel“, also „Innertages-Handel“. Beide Begriffe werden gemeinhin synonym verwendet.

Das Daytrading stellt außerhalb der Trading-Branche wohl die mit Abstand bekannteste Unterart dar. Viele Millionäre und Erfolgscoaches berichten, dass sie durch Daytrading reich wurden und versprechen ihren Zuschauern bzw. zahlenden Kunden mitunter das Blaue vom Himmel. Dabei handelt es sich beim Daytrading um einen der riskanteren Bereiche des Tradings, mit dem wohl nur rund 1 % der Händler Gewinne erzielen.

In diesem Beitrag erfahren Sie alles, was Sie zu den Grundlagen des Daytradings wissen sollten. Hierzu zählen: Ziele, Märkte, Regularien, Software, Risikomanagement und vieles mehr.

Schlussendlich soll dieser Artikel Sie bei der Entscheidung unterstützen, ob Daytrading ein Teil Ihrer Trader-Karriere sein soll oder ob es schlichtweg nicht zu Ihrem Trading-Stil passt.

Inhaltsverzeichnis

Hinweis: In diesem Artikel sind einige dieser grauen Boxen aufzufinden. Diese enthalten Hinweise, Tipps, Faustregeln oder weitere nützliche Informationen.

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Was ist Daytrading?

Beim Daytrading wird eine Position nicht länger als einen Tag gehalten. Einstieg in eine Position und der Ausstieg herausfinden also immer an einem einzigen Handelstag statt.

Bei vielen Märkten wie dem Aktienmarkt findet mehrmals in der Woche oder täglich eine Markteröffnung und -schließung statt. Daytrades werden bei solchen Märkten stets vor der nächsten Schließung geschlossen.

Ein einzelner Trade katapultiert den Trader nur bei einer riesigen Positionsgröße direkt in die Millionen. Zu Beginn ihrer Karriere verfügen die meisten Daytrader über kein ausreichend großes Portfolio und müssen dieses zuerst durch eine große Anzahl an Positionen aufbauen.

Die Konsequenz: „kleine“ Daytrader müssen mehrere Positionen täglich eingehen, um in der Masse auf gute Prozente zu kommen. Daytrader zielen demzufolge darauf ab, kleinere Kursbewegungen (die mehrmals am Tag entstehen) auszunutzen. Ihre Handelsstrategien sind also äußerst kurzfristig ausgerichtet und wollen von hochliquiden Märkten profitieren.

Daytrading kann prinzipiell an jedem Markt vorgenommen werden, jedoch bieten sich einige Märkte wesentlich besser an als andere. Die Aktienindizes-Futures wie bspw. die Euro-Futures sind wichtige Märkte im Daytrading. Es wird auch häufig im Aktien-, Devisen- und Kryptomarkt praktiziert.

Eine klassische Daytrading-Strategie ist bspw. die Opening Range Blackout-Strategie.

Hinweis: Daytrading gilt wegen der hohen Anzahl zu öffnender & schließender Positionen als äußerst riskant. Warum? Da man eine gewisse Erfahrung und Expertise benötigt, um viele Positionen gewinnbringend zu öffnen, zu managen und zu schließen.

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Welche Daytrading-Methoden gibt es?

Prinzipiell gilt, dass Daytrading entweder auf der Basis von technischer Analyse oder basierend auf News ausgeführt wird.

Was ist Scalping im Daytrading?

Im Daytrading haben sich einige Unterarten herausgebildet, die allesamt Positionen beschreiben, die innerhalb eines Tages gehandelt werden. Die bekannteste ist das Scalping.

Hierbei handelt es sich um eine Trading-Art mit noch wesentlich kürzeren Trades, die mitunter nur wenige Sekunden gehalten werden. Die logische Konsequenz: Die Gewinne betragen zumeist nur einige Pips.

Das Scalping zielt also auf minimalste Kursänderungen ab und setzt ein häufiges Ein- und Aussteigen voraus. Scalper müssen ggf. mehrere Hundert Trades pro Handelstag durchführen, um sinnvolle Profite generieren zu können.

Welche Daytrading-Strategien gibt es?

In den letzten Jahrzehnten wurden diverse Strategien im Daytrading entwickelt, von denen einige bereits wieder in der Versenkung verschwunden sind. Die folgenden Beispiele haben sich über längere Zeiträume durchgesetzt und sind heute weit verbreitet. Sie sollten sich als Daytrading-Einsteiger zumindest oberflächlich zu ihnen informieren und prüfen, ob eine dieser Strategien Ihnen zusagt.

Volumen Trading

Das Volumen Trading bezieht sich auf das Handelsvolumen eines Marktes. Dieses beziffert die Gesamtzahl der Aktien oder Kontrakte, die zwischen Käufern und Verkäufern eines Wertpapiers an einem Handelstag ausgetauscht werden. Es ist also ein Maß für die Aktivität und Liquidität eines Marktes bezogen auf einen bestimmten Zeitraum.

Ein höheres Handelsvolumen wird als positiv angesehen, da es mehr Liquidität und eine bessere bzw. schnellere Auftragsausführung bedeutet. Letzteres ist im Daytrading von großer Wichtigkeit, damit Ein- und Ausstiege genau so umgesetzt werden wie geplant.

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Price Action Trading

Das Price Action Trading ist eine Strategie, die auf der Analyse von Kursbewegungen basiert und nicht auf Indikatoren oder langkettige Kerzenformationen. Es gibt viele verschiedene Price-Action-Strategien, die bspw. auf Candlesticks oder Breakouts angewendet werden können.

Price Action Trading ist unter einem bestimmten Anteil der Trader sehr beliebt, da keine weiteren Hilfsmittel erforderlich sind und oft allein der Chart für die Technische Analyse ausreicht. Es handelt sich hierbei um keine einheitliche Technik, die von jedem Anwender individuell ausgelegt und ausgeführt werden kann. Wir empfehlen Ihnen also beim Testen Ihrer Price Action Trading-Strategie die Verwendung eines Demokontos!

News Trading

Das sogenannte News Trading – also der Handel auf Grundlage von Nachrichten – ist relativ beliebt unter Daytradern. Geplante Ankündigungen und tagesaktuelle Ereignisse verursachen kurzfristigen Marktbewegungen und unterliegen den Erwartungen des Marktes und somit der Marktpsychologie. Die Märkte reagieren auf fundamentaler Ebene, falls etwaige Erwartungen übertroffen oder nicht erfüllt werden und das oft mit plötzlichen und deutlichen Bewegungen. Diesen Umstand können Daytrader zu ihrem Vorteil nutzen. Natürlich dürfen diese ihre Absicherung per Technischer Analyse nicht vernachlässigen.

Opening Breakout

Das Eröffnen und Schließen einer Börse bietet die Möglichkeit für einen sogenannten Opening Range Breakout. Der Handel mit der Eröffnungsspanne vereinfacht das darauf basierende Trading, da täglich nur eine Eröffnung stattfindet und diese definierte Ein- und Ausstiegspunkte vorgibt.

In den 1990er Jahren war die Eröffnungsspanne traditionell die erste Handelsstunde nach der Eröffnung. Mit den schnelleren Datenfeeds und kürzeren Zeitrahmen beschränkten einige Trader ihre Definition der Eröffnungsspanne auf die erste halbe Stunde, 15 Minuten oder lediglich auf die allererste Minute eines Handelstages.

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Intraday Swing

Befassen wir uns zuletzt mit dem Intraday Swing. Diese Daytrading-Art zielt auf einen Ausbruch im Markt ab, falls sich der Kurs bei steigendem Volumen über ein Widerstandsniveau oder unter ein Unterstützungsniveau bewegt.

Der erste Schritt beim Handel mit Ausbrüchen liegt in der Identifizierung aktueller Preistrendmuster und Unterstützungs- bzw. Widerstandsniveaus, um mögliche Einstiegs- und Ausstiegspunkte zu planen. Sie sollten bei einer Ausbruchsstrategie immer wissen, wann Sie Ihre Verluste begrenzen und die Situation neu bewerten sollten, falls der Ausbruch doch ins Stocken gerät.

Erinnerung: Denken Sie daran: Lassen Sie sich nicht von Ihren Emotionen leiten und halten Sie sich stets an Ihren Trading-Plan!

Was ist das Ziel im Daytrading?

Das Ziel im Daytrading ist es, kurzfristige Preisschwankungen auszunutzen. Man kauft also entweder zu einem niedrigen Preis ein, geht long und verkauft zu einem höheren Preis, oder geht short und setzt auf einen fallenden Kursverlauf. Das alles binnen 24 Stunden, inklusive Beiwerk, wie bspw. der Planung des Setups.

Faustregel 1: Im Daytrading gilt, dass alle offenen Positionen geschlossen werden, bevor der Markt schließt. Ansonsten müsste man diese bis zur nächsten Eröffnung halten. Eine Markteröffnung findet am nächsten Tag statt und würde logischerweise dazu führen, dass es sich bei dieser Position nicht mehr um einen Daytrade sondern um einen Swingtrade handelt.

Daytrader wollen also kleine, aber schnelle und bescheidene Gewinne aus kleinsten Kursbewegungen erzielen.

Was sind Alternativen zum Daytrading?

Trades mit einem höheren Zeithorizont werden anderen Trading-Typen zugeordnet. Diese Alternativen zum Daytrading schauen wir uns nun etwas genauer an:

Das Bild zeigt einen Vergleich von Scalping, Daytrading, Swingtrading & Positionstrading.
Übersicht: Scalping, Daytrading, Swingtrading & Positionstrading

Positionen im Swingtrading werden über mehrere Tage oder sogar länger als eine Woche offen gehalten. Im Positionstrading halten Trader ihre Positionen sogar noch länger, manchmal sogar über mehrere Monate hinweg.

An welchen Märkten wird Daytrading praktiziert?

Daytrader haben abhängig vom Angebot des Brokers Zugang zu mehreren Märkten und Möglichkeiten, um auf Kursbewegungen spekulieren zu können. Die folgenden Märkte sind gängige Territorien von Daytradern, können jedoch auch für Swingtrading oder langfristige Positionen verwendet werden.

Das Bild zeigt die verschiedenen Märkte, in denen Daytrading betrieben wird. Hierzu zählen: Forex, Aktien, Rohstoffe, Staatsanleihen & Kryptowährungen.
Gängige Märkte im Daytrading

Aktien Daytrading

Daytrading ist am Aktienmarkt äußerst beliebt. Insbesondere diverse US-Aktien werden tagtäglich in großen Mengen getradet.

Das Daytrading mit Aktien bietet andere Möglichkeiten als die traditionelle Buy-and-Hold-Strategie. So können Trader per Zertifikate auch auf fallende Aktienkurse setzen und das erforderliche Kapital für die Eröffnung einer großen Position mit einem Hebel signifikant verringern. Bedenken Sie jedoch, dass dieser Schritt auch das Risiko stark erhöhen würde. Zudem beeinflusst die Margin das zur Verfügung stehende Kapital, wodurch der einsetzbare Hebel massiv beeinflusst wird.

Einige Daytrader gehen ihre Positionen auf Grundlage neuester Pressemitteilungen, Produktankündigungen oder dem letzten Finanzbericht ein. Einige ergänzen bzw. unterstützen diese fundamentalen Aspekte mit technischen Indikatoren.

Aktienindex Daytrading

Aktienindizes verkörpern ideale Märkte für Daytrading, da sie äußerst liquide sind. Zwei der bekanntesten Beispiele sind der S&P 500 und der US-amerikanische Technologie-Indize Nasdaq. Zusätzlich zum allgemeinen Daytrading hat sich auch der Derivatehandel (also Futures, Zertifikate, …) von Indizes im Daytrading durchgesetzt.

Trader sehen in Indizes oft ein leicht verständliches Anlageprodukt (engl. Asset), um in einem Markt oder Marktsegment investiert zu sein. Diese Vorteile sprechen auch für langfristige Positionen in Indizes.

Natürlich sind auch Werte wie der DAX Future oder andere Futures eine sinnvolle Wahl für eine angepasste Daytrading-Strategie.

Forex Daytrading

Daytrading ist auch im Devisenmarkt weit verbreitet und wegen des enormen Handelsvolumens auch sehr attraktiv. Täglich ergeben sich zahlreiche kurzfristige Gelegenheiten bei unerreichter Liquidität, welche das zügige und reibungslose Eröffnen und Schließen von Positionen sicherstellt.

Das Daytrading im Devisenhandel wird mittlerweile zum Großteil über CFDs abgewickelt. Daytrader sollten bei diesem Handel beachten, dass Forex CFDs nicht reguliert sind. Dies gestattet dem Broker einen größeren Machteinfluss und schreckt einige sicherheitsorientierte Trader ab. Trader können zudem Forex Futures handelnt. Hierzu zählen bspw.:

  • EUR/USD
  • GBP/USD
  • EUR/CHF
  • USD/JPY

Devisen besitzen keinen zentralen Markt und werden von den Forex-Brokern sechs Tage die Woche und 24 Stunden am Tag angeboten. Der Vorteil des Devisenhandels liegt in den fehlenden Mindestkapitalanforderungen. Dadurch lassen sich Währungen auch mit kleinen Beträgen sehr angenehm handeln. Devisen bieten im Vergleich zu den noch volatileren und somit riskanteren Kryptos eine sicherere Ausgangsbasis für Einsteiger und nebenberufliche Daytrader.

Forex Märkte haben den großen Vorteil, dass sich deren Kurswerte zumeist in gewohnten Bahnen bewegen und nur äußerst selten neue All-Time-Highs (ATH) oder All-Time-Lows (ATL) ausbilden. Gelegentlich überschreiten die Kurswerte die gewohnten Grenzen dennoch, zumeist aufgrund fundamentaler Ereignisse, wie bspw. Zinsanpassungen. Dieser Umstand erleichtert die allgemeine technische Analyse ohne Indikatoren, da nahezu immer ausreichend Daten aus der Vergangenheit zur Verfügung stehen.

Kryptos im Daytrading

Der Kryptomarkt ist ein innovativer und neuartiger Bereich im Trading. Das Daytrading mit Bitcoin, Ethereum und anderen Altcoins hat in den letzten Jahren stark expandiert. Kryptos erfreuen sich vor allem wegen der hohen Volatilität, des steigenden Handelsvolumens und des 24/7-Marktes einer großen Beliebtheit unter Daytradern. Zudem sind die Hürden zum Einstieg sehr gering, da man lediglich über einen verifizierten Account bei einem seriösen Broker verfügen muss, um starten zu können.

Jedoch besteht bei Kryptos stets das Risiko auf sogenannte Shitcoins, deren Entwickler kein gesundes Projekt, sondern lediglich ihren eigenen Profit im Sinn haben. Pump-and-Dump-Coins und auch Hacks gegen gestandene Krypto-Größen sind leider keine Seltenheit.

Optionen im Daytrading

Sind Optionen eine sinnvolle Anlageklasse für Daytrader? Hierzu habe ich Rücksprache mit dem Kagels Trading Optionen-Experten Christian Möhrer gehalten.

Seiner Meinung nach kommt es bei Optionen im Daytrading vor allem auf die Portfoliogröße und eine solide Strategie an. Bei Konten unter 25.000 US-Dollar greift bei gängigen Optionsbrokern die sogenannte „Pattern Daytrader Rule„. Mehr dazu in dem folgenden Abschnitt zu Daytrading Regularien.

Daytrader haben am Ende ihres Handelstages für gewöhnlich keine offenen Positionen. Ihre Trades wurden zum Abschluss des Handelstages jedoch zumeist noch nicht abgerechnet. Mögliche Defizite werden über Einschussanforderungen („Margin Requirements„) abgefedert, die für Daytrades auf Basis der größten offenen Position berechnet werden. Ansonsten basieren diese auf den offenen Positionen am Ende des Handelstages.

Optionsbroker können auch nach ihren „Hausregeln“ spielen und höhere Eigenkapitalanforderungen als vorgeschrieben fordern. Diese können selbst bei kleinen Positionen zu hoch ausfallen, falls das eigene Portfolio nicht groß genug sein sollte.

Aus diesem Grund sind Daytrades mit Optionen bei einem kleinen Konto oft schlichtweg nicht praktibel bzw. zielführend und prinzipiell eher eine Seltenheit.

Daytrading und Technische Analyse

Die Technische Analyse (engl. Technical Analysis), Chart-Analyse oder Charttechnik ist essenzieller Bestandteil im Trading. Sie befasst sich mit dem Lesen und Verstehen von einzelnen Kerzen oder Kerzengruppen. Viele Trader nutzen bekannte Kerzenformationen oder -muster, um die Ein- und Ausstiege ihrer Setups zu planen. Ergänzend können hierfür auch technische Indikatoren wie gleitende Durchschnitte oder etliche Oszillatoren verwendet werden.

Wir von Kagels Trading verwenden die Software TradingView für unsere Technische Analyse. TradingView ist der Marktführer in diesem Bereich und bietet eine gigantische Vielzahl an Möglichkeiten, mit denen Trader ihre Charts analysieren und kennzeichnen können.

Dazu gibt es eine schier unendliche Anzahl an Märkten, die Nutzer auch mit der kostenlosen Basis-Version einsehen können. Hinzu kommt die Möglichkeit, eigens entwickelte oder bereits vorhandene Trading-Indikatoren einzubinden und somit in die Analyse zu integrieren. Kagels Trading empfiehlt Ihnen TradingView also wärmstens für Ihre Technische Analyse!

Daytrading und Fundamentale Analyse

Die Fundamentale Analyse oder Fundamentalanalyse bildet den Gegenpol zur Technischen Analyse und wird von nahezu allen seriösen Tradern direkt oder indirekt verwendet.

Faustregel 2: Die Fundamentale Analyse ist in der Regel wesentlich wichtiger für Swing- oder Positionstrader als für Daytrader. Fundamentale Aspekte sind bei sehr kurzen Zeiträumen entweder schnell bzw. bereits eingepreist oder entfalten ihre Wirkung erst nach dem Schließen der Position. Es kann mitunter sogar Monate dauern, bis sich Informationen in den Kursen niederschlagen.

Scalper hingegen bedienen sich nur selten der Fundamentalanalyse, da News oder wichtige Zahlen bei einem derart minimalen Zeithorizont schlichtweg nicht relevant genug sind.

Der gewöhnliche Daytrader verwendet die Fundamentalanalyse bei der Planung seiner Trading-Strategien. Daytrader, die sich stärker auf Volatilität verlassen, neigen beispielsweise dazu, Fundamentaldaten häufiger zu verwenden, um vorherzusagen, wann die Bewegungen stärker sein werden.

Faustregel 3: Ein Daytrader muss sich nicht mit jedem Detail in allen Berichten befassen. Sie sollten Gewinndaten dennoch verfolgen, um sich auf daraus resultierende Kurssteigerungen und -rückgänge vorzubereiten.

Tipp 1: Die im Daytrading eindeutig erwünschte Volatilität ist in einem Markt zumeist höher, falls die Veröffentlichung wichtiger Wirtschaftszahlen ansteht.

Die Fundamentalanalyse ist eine Technik, bei der anhand von Wirtschafts- bzw. Finanzkennzahlen oder Neuigkeiten ermittelt wird, ob ein Finanzinstrument zum Kauf oder Verkauf empfohlen wird. Solche Wirtschaftsdaten können bspw. folgendes sein:

  • die Beschäftigtenzahlen in einer Branche,
  • die Zinsentscheidung einer Zentralbank,
  • Neuigkeiten zu einer Übernahme, Fusion oder einem Wechsel im Vorstand,
  • Umsatzzahlen für das vergangene Geschäftsjahr,
  • die Prognose für das kommende Geschäftsjahr oder
  • die derzeitigen Rohöllagerbestände und geplanten Fördermengen.

Diese Zahlen können Aufschluss darüber geben, ob ein Wertpapier gekauft oder verkauft werden sollte. Sie sollten zudem die Auswirkungen solcher Veröffentlichungen auf das Verhalten anderer Marktteilnehmer einbeziehen:

  • Wie werden die anderen Trader wohl reagieren? Werden sie eine Position eröffnen oder aktiv in eine bereits geöffnete eingreifen?
  • Wie würden Sie selbst handeln?

Sie sollten (unabhängig von Ihrem persönlichen Zeitrahmen) einen schnellen und vor allem seriösen Zugang zu Fundamentaldaten pflegen. Idealerweise verfügen Sie über mehrere Quellen, damit Sie deren Aussagen miteinander vergleichen und so mehr Sicherheit gewinnen können. Günstigerweise gibt es im Internet diverse Fundstellen für solche Informationen, darunter gestandene Größen wie:

Diese Adressen sind sehr gute erste Anlaufstellen für jegliche Informationen, die Sie aus fundamentaler Sicht für Ihr Trading benötigen. Als Daytrader lohnt sich ein täglicher, routinierter Blick vor dem Beginn der Trading-Session.

Wie funktioniert Daytrading?

Befassen wir uns nun mit dem „Wie?“ an der Daytrading-Materie. Wir klären die grundlegenden Kernaspekte, damit Sie nach dem Lesen dieses Abschnitts wissen, wie der Hase tagtäglich läuft.

Wie viele Daytrades werden pro Tag ausgeführt?

Daytrading wird oft mehrere Stunden am Tag betrieben, um auf eine gesunde Anzahl an Positionen und Pips Gewinn kommen zu können. Daytrader handeln also getreu dem Motto: „Kleinvieh macht auch Mist.“

Sie orientieren sich hierfür nahezu ausschließlich an Trading-Strategien mit sehr kleinem Zeithorizont und wenden diese in Märkten mit hoher Liquidität an. Warum eine hohe Liquidität? Damit die Position in der kurzen Zeit zumindest einige Pips an Boden gutmachen kann. Bei einem Markt mit hoher Liquidität ist es wahrscheinlicher, dass der Kurs zügig „in Schwung kommt“.

Handelsplattformen definieren Daytrader häufig nach der Anzahl der Trades, die ein Nutzer monatlich oder jährlich eingeht. Gelegentlich werden Daytrader auch abwertend „hyperaktive Trader“ genannt.

Den Wirtschaftskalender einbeziehen

Die Fundamentalanalyse spielt beim Daytrading also eine eher untergeordnete Rolle. Daytrader sollten den Wirtschaftskalender und etwaige -daten trotzdem im Auge behalten, um von ihnen zu profitieren. Das Kagels Trading-Team wirft regelmäßig einen Blick in den Wirtschaftskalender auf Investing.com:

Wirtschaftskalender von Investing.com
Investing-com – Wirtschaftskalender

Wirtschaftsdaten werden zumeist von staatlichen oder privatwirtschaftlichen Institutionen zusammengetragen und veröffentlicht. Sie sollen Aufschluss über die Entwicklung der Wirtschaft geben und haben bei Veröffentlichung maßgeblichen Einfluss auf den Kursverlauf betroffener Märkte. Der Wirtschaftskalender von Investing.com enthält folgende Informationen:

  • die Einträge werden primär nach dem Datum und anschließend nach der Uhrzeit sortiert
  • die Zugehörigkeit zu einem Land wird per Namenskürzel und Flagge symbolisiert
  • die Relevanz eines Ereignisses für das Trading wird mit einem (wenig relevant) bis drei (sehr relevant) Sternen bemessen
  • der Name des Ereignisses wird in der Mitte angegeben
  • bei der Veröffentlichung von Wirtschaftszahlen sind rechts der vorherige und prognostizierte Wert einsehbar, falls vorhanden.

So geben bspw. die Daten zu den Beschäftigtenzahlen in einem Wirtschaftssektor Aufschluss über die Anzahl der Personen, die in diesem Bereich eingestellt bzw. entlassen werden. Investoren und institutionelle Händler nutzen diese um abzuschätzen, ob sie in eine Branche investieren oder sich besser von ihr fernhalten sollen.

Trader sollten die verschiedenen Arten von Wirtschafts- und Unternehmensdaten kennen und wissen, wann sie veröffentlicht werden, welche Bedeutung sie haben und wie man reagiert, sobald sie veröffentlicht werden.

In diesem Zusammenhang sind der Gewinn- und Wirtschaftskalender zwei einflussreiche Elemente. Sie sollten sich relevante Termine für Veröffentlichungen vermerken und Erinnerungen einbauen, damit Sie keine wichtigen Daten für ihre Positionen verpassen.

Tipp 2: Werfen Sie jeden Sonntag einen Blick in den Wirtschaftskalender, insbesondere auf die kommende Woche. Überprüfen Sie, ob Sie einen Alarm für jede wichtige Veröffentlichung aktiviert haben. Bereits eine verpasste Ankündigung kann den Kurs Ihrer Position in den Stop-Loss laufen lassen, so Sie einen gesetzt haben.

Wie viel Startkapital brauche ich für Daytrading?

Prinzipiell kann man bereits mit einem geringen dreistelligen Betrag daytraden. Bedenken Sie jedoch, dass Ihr Profit pro Trade bei einem kleinen Portfolio und einem angemessenen Risikomanagement (1-3 % Risiko pro Trade) nur sehr gering ausfallen werden.

Für Daytrading im Aktienmarkt sollten Sie wesentlich mehr Kapital einplanen. Mit 200 € können Sie sich eine große Menge interessanter Aktien gar nicht leisten, da deren Stückpreis mitunter weit darüber liegt. Bzw. wäre das Risiko selbst beim Kauf einzelner Wertpapiere wesentlich größer als 1-3 % vom Portfolio.

Faustregel 4: Man sagt, dass sich ein Trading-Portfolio erst ab einem fünfstelligen Betrag so wirklich lohnt. Denn dann sind auch die Profite von Positionen mit kleinem Risiko groß genug, um Sie wirklich zu motivieren.

Sollte ich mit einem Demokonto üben?

Viele Einsteiger fragen sich: Kann man Daytrading kostenlos testen? Ja, kann man! Mit einem Demokonto, falls Ihr Anbieter eines bereitstellt.

Tipp 3: Üben Sie zuerst mit einem Demokonto, um hohe Verluste zu vermeiden! So können Sie einen neuen Anbieter risikofrei testen und schauen, ob Daytrading überhaupt etwas für Sie ist.

Ohne vorheriges Testen über ein Demokonto gehen Sie ein erhöhtes Risiko bei ihren ersten Trades ein. Hierbei können Sie im schlimmsten Fall bereits einen großen Anteil Ihres Portfolios verlieren. Das Geld ist dann erstmal weg und muss im Nachhinein durch Profite aus weiteren Trades erneut verdient bzw. aufgeholt werden.

Mit einem Demokonto ersparen Sie sich das doppelte Begehen des Weges!

Wie ist Daytrading reguliert?

Das Daytrading unterliegt gewissen Regularien, denen alles in allem jedoch lediglich 5 % aller Broker unterliegen.

Faustregel 5: Regulierungen dienen dem Endnutzerschutz und sichern qualitativ hochwertige Produkte bzw. Services, faire Preise und transparente Prozesse. Institutionen versuchen den Endnutzer so stärker zu schützen und das natürliche Risiko des Daytradings abzudämpfen.

Die Vorteile für die Trader eines regulierten Brokers lauten:

  • Risikowarnungen: Regulierte Broker müssen Nutzer vor der Eröffnung eines Kontos klar und deutlich vor Trading-Risiken warnen.
  • Transparenz: … schafft Vertrauen: als ECN-Modell (Electronic Communications Network) gelistete Broker können den Handel nicht manipulieren. Dieser Umstand schützt Nutzer zugleich vor unseriösen, betrügerischen Brokern. Forex-Broker müssen sich in der Regel regelmäßigen Audits unterziehen und setzen ihre Nutzer drüber in Kenntnis.
  • Leverage-Limits: Die Begrenzung des maximalen Hebels (engl. Leverage) ist eine weitere Möglichkeit zur Risikoverringerung. Der gehebelte Handel ermöglicht es Tradern, sich Kapital vom Broker zu leihen. Er birgt jedoch das Risiko, dass diese mehr als Ihr Anfangskapital verlieren. Daher setzen die Aufsichtsbehörden Höchstgrenzen für die Hebelwirkung durch, um zu verhindern, dass Privatanleger übermäßige Beträge leihen.
  • getrennt gelagertes Kapital: Broker müssen ihr gesamtes Betriebskapital getrennt von den Kundengeldern halten. So soll sichergestellt werden, dass sie Auszahlungsanträgen nachkommen und jederzeit zahlungsfähig sind.
  • Entschädigungen: Geht Ihr Broker in Insolvenz, so erhalten Sie einen Teil Ihres Kapitals zurück. CySec-Broker müssen sich bspw. dem Investor Compensation Fund anschließen.
  • Geldwäschebekämpfung: Die Regulierung von Brokern bietet auch rechtliche Vorteile. Das Vorlegen eines Lichtbildausweises und/oder Adressnachweises soll Geldwäsche verhindern.

Handelsvorschriften kommen nicht nur den Händlern zugute, denn auch Broker erfreuen sich einiger Vorteile:

  • Reputation: Die Aufsicht durch Regulierungsbehörden unterstützt den Aufbau einer vertrauenswürdigen Reputation. Broker können sich so von betrügerischen Anbietern abgrenzen und mehr Kunden anziehen.
  • Stabilität: Regulierte Broker müssen nicht ständig versuchen sich in bestimmten Bereichen zu unterbieten, was für zusätzliche Stabililität sorgt.
  • Kontrolle und Ausgewogenheit: Regularien versichern, dass Broker Ihren Nutzern hochwertige Produkte anbieten und ihre Interessen schützen.

US-Trader sollten wissen, ob sie in die Kategorie der „Pattern Day Trader“ (PDT) fallen. Etwaige Regularien der Financial Industry Regulation Authority (FINRA) gelten für alle „Muster-Daytrader“ mit Margin-Konto. Man gilt als Pattern Day Trader, falls man mehr als drei Tagesgeschäfte innerhalb von fünf Geschäftstagen tätigt, sofern diese weniger als 6 % der gesamten Anzahl dem Zeitraum ausmachen. Des Weiteren dürfen Daytrader erst ab einem Guthaben von mindestens 25.000 US-Dollar am Intraday-Handel mit Aktien teilnehmen.

Die Financial Industry Regulatory Authority (FINRA) behält sich das Recht vor, Margin-Kontos aufgrund von PDT-Beschränkungen für Daytrading zu sperren. Hierfür werden Algorithmen verwendet, die einen vierten Daytrade verhindern, falls die PDT-Anforderungen nicht erfüllt sein sollten. Fällt Ihr Konto oder NLV im Laufe des Tages unter $25.000 und Sie bereits mehr als drei Tagesgeschäfte ausgeführt, so wird Ihr Account automatisch als PDT markiert und der Intraday-Handel für die nächsten 90 Tage gesperrt. Diese Regeln können auch rückwirkend auf die 4 vorangegangenen Handelstage angewendet werden.

Sie können bestehende Positionen weiterhin auf dem betroffenen Konto schließen, jedoch keine neuen Positionen eröffnen. Ihnen stehen die folgenden Möglichkeiten zur Verfügung, um eine solche Sperre aufzuheben:

  • Nehmen Sie Einzahlungen auf Ihr Konto vor, um den Nettoliquidationswert auf das erforderliche Minimum von $25.000 zu erhöhen.
  • Beantragen Sie eine Rücksetzung des PDT-Status („Account Reset“).
  • Warten Sie die vorgeschriebene Frist von 90 Tagen ab. Nach Ablauf dieser Frist können Sie neue Positionen wie gewohnt eröffnen.

Eine garantierte Einlagensicherung wird in Deutschland durch das Einlagensicherungsgesetz geregelt, schützt Einlagen bis zu 100.000 Euro pro Person und ist besonders für größere Konten unverzichtbar. Freiwillige Sicherungen des Brokers können sogar im Insolvenzfall greifen.

Tipp 4: Prüfen Sie vor der Auswahl Ihres Brokers die Anmeldeinformationen, Kontobestimmungen, Richtlinien und die Konditionen zur Einlagensicherung. Der allgemeine Ruf eines Anbieters ist oft aus den Referenzen ableitbar.

Tipp 5: Kontaktieren Sie bei Fragen den Support. Viele Anbieter bieten verschiedene Kommunikationskanäle an und sind mehrere Stunden am Tag erreichbar.

NameGeltungsbereichGrenze der garantierten Einlagensicherung
BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht)Deutschland100.000 €
SEC (Securities and Exchange Commission)USA$100,000
FCA (Financial Conduct Authority (früher FSA))Großbritannien50.000 £
Australian Securities & Investments Commission (ASIC)Australien$250,000
Monetary Authority of Singapore (MAS)SingapurS$75,000
The Securities and Futures Commission (SFC)Hong KongHK$500,000
Einige Regulierungsbehörden

Tipp 6: Wir raten allen Tradern zur Wahl eines Brokers mit staatlicher Regulierung und Einlagensicherung, unabhängig vom Zeitrahmen der Positionen. Dies sichert Ihr Kapital im Insolvenzfall, setzt jedoch ein gewisses Vertrauen in die korrekte Abwicklung voraus.

Das Regulieren des elektronischen Handels birgt auch Nachteile. Einer ist der eingeschränkte Zugang zu einer großen Anzahl potenzieller Broker. Viele unregulierte Vertreter bieten dennoch hochwertige Produkte und fantastische Handelsfunktionen. Zudem sind viele regulierte Broker nicht für US-Bürger verfügbar, da die strengen lokale Beschränkungen viele seriöse, aber vorsichtige Broker abschrecken.

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Wie wird Daytrading besteuert?

Gewinne aus dem Daytrading müssen natürlich besteuert werden. Während Arbeitnehmer die Einkommenssteuer bezahlen, drücken Trader die sogenannte Abgeltungssteuer (ehemals Kapitalertragssteuer) ab.

Diese Besteuerung betrifft nicht nur deutsche Broker, sondern auch jene aus dem Ausland. Der Unterschied: Steuern auf Gewinne im Ausland können bis zu 18 Monate nach hinten verschoben werden. Dies sorgt für mehr Liquidität bei den Tradern, bis diese beglichen werden müssen.

Das Einrichten eines Wertpapierdepots und die steuerliche Abführung bei einem inländischen Anbieter sind im Vergleich dazu relativ einfach. Trader können ihrem Dienstleister auch den automatischen Abzug der Steuern erlauben. Ein Nachteil ist, dass etwaige Beträge nicht reinvestiert werden können.

Tipp 7: Trader können (und sollten!) ihren jährlichen unbesteuerten Freibetrag in Höhe von 801 Euro nutzen und ihrem Broker einen entsprechenden Freistellungsauftrag erteilen. Alle Kapitalerträge darüber hinaus unterliegen der bereits angesprochenen Abgeltungssteuer.

Sie sollten wissen, dass die Abgeltungssteuer kein progressiver Steuersatz ist. Das bedeutet, dass sie gedeckelt ist und bei maximal 25 % des Gewinns liegt. Damit liegt sie weit unter der Einkommenssteuer. Hinzu kommt, dass nebenberufliche Trader zumeist nicht den vollen Steuersatz berappen müssen. Zur Abgeltungssteuer werden jedoch ein Solidaritätszuschlag und ggf. die Kirchensteuer ergänzt.

Tipp 8: Deutsche Finanzdienstleister führen zunächst die vollen 25 % der Gewinne als Quellsteuer ab. Es kann es sich finanziell also durchaus lohnen, die sogenannte KAP (Einkünfte aus Kapitalvermögen) im Zuge der Steuererklärung einzureichen und eine sogenannte Günstigerprüfung zu beantragen. Insbesondere dann, falls die Erteilung des Freistellungsauftrags vergessen wurde oder falls der Antragsteller zu Beginn des Steuerjahres bereits 64 Jahre alt war. In letzterem Fall besteht ein Anrecht auf steuermindernden Altersentlastungsbetrag, falls es keine weiteren Nebeneinkünfte gibt. Dies sind nur wenige Methoden, um zu viel gezahlte Daytrading-Steuern erstattet zu bekommen.

Hauptberufliche Daytrader müssen bei Einkünften aus dem Kapitalhandel mit bis zu 9.000 Euro keine Steuern abführen. Die volle Höhe der Abgeltungssteuer von 25 % greift ab einem jährlichen Gewinn von über 70.000 Euro.

Die volle Abgeltungssteuer wird besonders bei Einsteigern meist viel zu hoch angesetzt. Unsere Empfehlung: Befragen Sie Ihren Steuerberater auf die Einbeziehung der Anlage KAP. Hier können mitunter ansehnliche Summen zurückgefordert werden.

Vorsicht: Findige Daytrader können Konten bei verschiedenen Kreditinstituten eröffnen und führen. Die Idee: das mehrfache Nutzen des Freibetrags für eventuelle Daytrading-Steuern. Dies kann jedoch zu Problemen führen, da der Freibetrag natürlich nur einmalig pro zu besteuernde Person abgeführt werden darf. Hier gilt es also mögliche Mehrkosten einzukalkulieren und ein etwaiges Risiko zu begrenzen!

Daytrading und Du: Wie sollte ein Daytrader sein?

Daytrading als Unterart des Tradings ist nicht für jeden Händler die perfekte Wahl. Die Entscheidung für oder gegen Daytrading hängt stets von den persönlichen Vorlieben hinsichtlich des Marktes, Zeitrahmens und der eigenen Stärken und Schwächen als Trader ab.

Der perfekte Daytrader ist Trading-technisch gut ausgebildet, kennt sich bestens in seinem Heimatmarkt aus und ist monetär gut bestückt. Das muss er auch sein, da eine profitable Daytrading-Strategie viele kleine erfolgreiche Positionen in kurzer Zeit voraussetzt. Eine solche Quote erreicht man nur mit ausreichend Disziplin und striktem Risikomanagement.

Das Portfolio sollte zudem über eine gewisse Größe verfügen, da die absoluten Gewinne einzelner Trades sich sonst anfühlen wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Einige risikoaffine Daytrader mit kleinem Portfolio versuchen dieses Problem zu umgehen, indem sie Gewinne und Risiko mit Hebeln signifikant erhöhen.

In den folgenden Abschnitten klären wir die gängigen Fragen rund um den Mythos Daytrader. Diese Antworten sollen Sie bei der Entscheidung unterstützen, ob Daytrading als Unterart des Tradings überhaupt etwas für Sie ist.

Ist Daytrading sinnvoll für Einsteiger?

Die meisten Trading-Experten sind sich in diesem Punkt einig: Nein!

Aber warum? Einsteiger besitzen noch kein oder nur sehr wenig Fachwissen. Daytrader müssen viele Positionen pro Tag richtig eröffnen, managen und schließen. Die Kombination aus allem ist schlichtweg Zockerei, da eine Sache sehr häufig gemacht werden würde, von der man eigentlich keine Ahnung hat.

Tipp 9: Sie wollen ins Daytrading einsteigen, besitzen jedoch nicht das erforderliche Wissen? Dann suchen Sie sich seriöse Quellen mit Expertise, von denen Sie lernen können. Traden Sie zu Beginn über ein Demokonto, um den Handel über einen Anbieter zu testen und risikolos erste praktische Erfahrungen zu sammeln. Zusätzlich können Sie Daytrading-Signale von seriösen Anbietern verwenden, um erste Gewinne mit dem Fachwissen der Experten einzufahren. Weiter unten beschäftigen wir uns damit, wie Sie Ihre Daytrading-Kenntnisse weiter vertiefen können.

Ist es realistisch allein vom Daytrading zu leben?

Ja, prinzipiell es ist realistisch vom Daytrading zu leben. Schaffen es viele Daytrader? Nein! Warum? Da ihnen häufig mehrere essenzielle Grundzutaten für Erfolg im Trading fehlt:

Für die meisten Einsteiger dürfte ein ausreichendes Startkapital die größte Hürde darstellen. Was nützt Ihnen erlerntes Fachwissen für Daytrading im Aktienmarkt, wenn Ihr Portfolio lediglich 300 Euro groß ist und Sie sich einige profitable Aktien gar nicht (oder nur in geringer Anzahl) leisten können? Portfolios in dieser Größenordnung sind auch außerhalb des Aktienhandels suboptimal, da sie bei einem professionellen Risikomanagement lediglich wenige Euro an Gewinn pro Trade erwirtschaften. Das motiviert die meisten Trader nicht gerade dazu langfristig aktiv zu bleiben.

Faustregel 6: Nur 5 % aller privaten Trader erwirtschaften Gewinne. Es ist zwar realistisch mit Daytrading Geld zu verdienen, jedoch ist es statistisch gesehen unwahrscheinlich!

Zudem benötigen Sie Reserven, falls mal ein Trade oder gar eine ganze Serie schief läuft. Es handelt sich auch wesentlich entspannter, wenn man nicht das ganze Kapital bei jedem einzelnen Trade riskieren muss. Und denken Sie daran: Traden Sie nur mit Geld, das sie nicht zum leben benötigen!

Wie bereits im vorherigen Abschnitt besprochen: Wer vom Daytrading leben will, muss:

  • das Geschäft an sich verstehen,
  • den Markt kennen und
  • den zu handelnden Vermögenswert korrekt analysieren.

Sie können sich grundlegende Kenntnisse durch Fachbücher, Lehrvideos, Kurse und in der Praxis per Demokonto erwerben. Natürlich sind viele Quellen hilf- und lehrreich, jedoch ist Ihre Lebenszeit stark begrenzt. Gehen Sie bei der Auswahl also kritisch vor, um nicht zu viel Zeit zu verschwenden. Beim Lernen geht es zunächst nur um grundlegende Basiskenntnisse zum Trading im Allgemeinen und hinsichtlich des konkreten Marktes bzw. Vermögenswertes.

Welche Eigenschaften sollte ein Daytrader besitzen?

Für das Daytrading gelten prinzipiell die gleichen Regeln für jeden anderen Job oder jedes andere Hobby: Nicht für Jedermann ist dafür gemacht. Ein Daytrader sollte einige, am besten alle der folgenden Eigenschaften besitzen oder zumindest bereit sein, an ihnen zu arbeiten.

Das Bild zeigt die wichtigsten Eigenschaften eines Daytraders: Disziplin, Geduld, emotionale Kontrolle, mentale Belastbarkeit & Interesse am Markt.
Überblick: Eigenschaften eines guten Daytraders

Disziplin ist prinzipiell ein wichtiges Thema im Trading. Hier spielen Aspekte wie das Risikomanagement für jede einzelne Position und das konstante Setzen eines Stop-Loss eine unerlässliche Rolle. Denn bereits das Vergessen eines einzigen Stop-Loss kann große Verluste verursachen und die hart erarbeiteten Gewinne vieler vorheriger Trades zunichte machen. Etwaige große Verluste müssten mit den nächsten Trades wieder aufgeholt werden.

Das Sprichwort „Geduld ist die Tugend eines erfolgreichen Traders.“ spricht Bände. Das gilt besonders für das Daytrading, da jeder einzelne Pip wichtig ist und im Zweifel über Profit oder Verlust entscheidet. Dementsprechend kommt dem richtigen Moment für einen Ein- bzw. Ausstieg eine grundlegende Bedeutung zu. Steigt man nur wenige Minuten oder gar Sekunden zu früh oder zu spät sein, so könnte sich das Ergebns des Trades bereits stark abweichen oder gar umkehren.

Wichtig: Stellen Sie sicher, dass Sie nicht „FOMOen“. Die Abkürzung FOMO steht für „fear of missing out“ und beschreibt die Angst, etwas zu verpassen. Beim Daytrading also eine profitable Position oder einen günstigen Ein- bzw. Ausstieg.

Machen Sie sich bewusst, dass Sie mehrere Trades pro Tag ausführen und dass sich (heute und in den nächsten Tagen) noch viele weitere profitable Setups ergeben werden. Der Punkt emotionale Kontrolle spielt im Daytrading dementsprechend ebenfalls eine große Rolle.

Die vielen kleinen Gewinne aus einer riesigen Anzahl an Trades häufen sich zwangläufig zum strategischen Ziel Ihrer Trading-Strategie an. Denn nur (Day-)Trader, die konstant Gewinne erzielen und jede Woche mehrere Tage aktiv sind (wenn auch nur eine Stunde täglich), werden am Ende Profite erzielen. Es gilt also ausdauernd zu sein und stets aktuelle Infos zu den relevanten Märkten einzuholen, damit Sie fundamental vorbereitet sind. Ideal wären konstante Prozente pro Tag, da einige wenige sehr gute Tage ansonsten die vielen schlechten bzw. neutralen Tage ausgleichen müssten.

Dies würde zugleich den Druck auf den Trader erhöhen, da er nun nicht nur den gängigen täglichen Gewinn erwirtschaften, sondern auch die bisherigen Verluste ausgleichen müsste. Daytrader müssen also auch belastbar und mental stark sein, um langfristig Erfolg am Markt haben zu können. Unsere Konsequenz: Sie müssen mit Verlusten umgehen können und dürfen nicht in Zockerei verfallen.

Tipp 10: Sie haben einen schlechten Handelstag und es läuft gefühlt einfach nicht? Dann beenden Sie ihre Trading-Session heute etwas früher. Verzeichnen Sie lieber wenig oder gar keine Gewinne, als zwingend auf weitere Prozente zu drücken. Damit riskiert man zumeist nur Overtrading, das Eingehen suboptimaler Setups und zusätzliche Verluste.

Jeder Trader durchlebt früher oder später unprofitable Phasen. Diese gilt es zu überstehen und aus ihnen zu lernen, damit sie beim nächsten Mal entweder gar nicht vorkommen oder zumindest eingekürzt werden. Hierfür benötigt man eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit, also Erspartes als Puffer, damit die eigenen Lebenserhaltungskosten für schlechte Zeiten abgedeckt werden können. Fehlt diese, so erhöht sich der Druck auf den Trader und dessen Erfolg, da er nun nicht nur kommen sollte sondern zwingend kommen muss und das schnell! Darunter leidet zuallererst die Qualität der Setups, da nun auch mindere Positionen eingegangen werden müssen, um die Chance auf Profit zu wahren.

Ein allgemeines Interesse am Markt ist zwar nicht zwingend erforderlich, kann die bisherigen Punkte jedoch sehr erleichtern. Es erhöht die Motivation für langfristiges Daytrading und erleichtert es sich Tag für Tag an die Charts zu setzen. Wir alle investieren unsere Zeit doch lieber in Dinge, die wir gern haben bzw. machen, oder nicht? ;)

Passt Daytrading zu mir und meinem Trading-Stil?

Der Trading-Stil definiert jeden einzelnen Trader. Einigen liegt das Daytrading, anderen ist es zu kurzlebig oder riskant. Es gilt also herauszufinden, welche Trading-Art zu Ihnen persönlich passt und ob es sich hierbei vielleicht um Daytrading handelt.

Daytrades werden für wenige Minuten bis mehrere Stunden gehalten und noch vor Marktschluss geschlossen. Daytrader können nach Beendigung ihrer Trading-Session also komplett abschalten und am nächsten Tag frisch und ohne Altlasten von neu beginnen. Als Daytrader erntet man die Früchte der eigenen Arbeit also sehr schnell und muss am nächsten Tag keine Reste von der gestrigen Party wegräumen.

Trader sollten sich nun bewusst werden, welcher Stil ihnen selbst liegt, um dessen Vorteile gewinnbringend ummünzen zu können. Werden Sie sich Ihrer eigenen Schwächen bewusst und arbeiten Sie langfristig an Ihnen, um im Allgemeinen ein besserer Trader zu werden.

Schaffen Sie Bewusstsein für Ihren eigenen Trading-Stil, indem Sie Ihre bisherigen Trades analysieren und schauen, was gut lief und was nicht. Identifizieren Sie günstige Marktbedingungen und jene Zeitrahmen, unter denen Sie erfolgreich gehandelt haben. Reflektieren Sie, ob Sie die gesetzten Handelsziele erreicht haben und ob diese überhaupt angemessen eingeschätzt wurden.

Philipp Greineder hat ein längeres Video eigens für die Unterscheidung zwischen Daytrading und Swingtrading gedreht, da genau diese Thematik von grundlegender Bedeutung für potenzielle Trader ist. Sie sind noch auf der Suche nach Ihrem Trading-Stil oder Heimatmarkt? Dann empfehle ich Ihnen wärmstens, dass Sie sich dieses Video zumindest teilweise anschauen.

Prinzipiell gelten folgende Aussagen für die verschiedenen Hauptströmungen im Trading:

  • Das Scalping ist als Unterkategorie des Daytradings per se ein sehr schneller Handelsstil und ist am besten für Trader geeignet, die sofortige Entscheidungen treffen können und es auch wollen.
  • Daytrading ist für Trader interessant, die es vorziehen, eine Aufgabe noch am selben Tag zu beginnen und abzuschließen.
  • Swingtrading ist der Tipp für diejenigen, die kein Problem damit haben, offene Positionen über Nacht liegen zu lassen. Swingtrading erfordert auch nicht so viel Zeit pro Tag, da die Anzahl der Positionen, die Sie managen müssen viel geringer ist.
  • Positionstrading ist ein langfristiger Handelsstil für diejenigen, die geduldig sind und Vertrauen in ihre Entscheidungen haben.

Arbeitsplatz eines Daytraders

Der Arbeitsplatz eines Daytraders sollte ihm die Möglichkeit bieten sich vollständig auf den Handel zu konzentrieren und daher wenig Raum für Ablenkungen bieten.

In der Praxis handeln die meisten Daytrader mit 2 bis 3 Monitoren. So steht ihnen neben dem Monitor für die Charts noch mindestens ein weiterer Bildschirm für andere Informationsquellen oder Recherchen zur Verfügung. Ein leistungsstarker Computer und eine angemessene Internetverbindung sind essenzielle Grundlagen, damit Sie Ihre Positionen auch zum gewünschten Kurswert eingehen bzw. schließen können. Nichts ist schlimmer, als einige Pips an Gewinn wegen technisch bedingten Verzögerungen einzubüßen. Dies gilt insbesondere im Daytrading, wo jeder Pip zählt!

Ein konstant aufgeräumter Arbeitsplatz minimiert potenzielle Ablenkungen beim Trading. Achten Sie zudem auf eine ergonomische Einstellung Ihrer Bildschirme und der Sitzgelegenheit. Sie werden mitunter mehrere Stunden am Stück vor dem Computer sitzen, was insbesondere Ihren Rücken und Nacken bei einer ungesunden Haltung stark in Mitleidenschaft zieht. Günstige Lichtverhältnisse helfen dabei, die Augen nicht zu stark zu beanspruchen.

Tipp 11: Legen Sie mindestens ein Mal pro Stunde eine Pause von ca. 5 bis 15 Minuten ein. Nutzen Sie diese um aufzustehen und sich etwas zu bewegen bzw. zu dehnen. Nehmen Sie die Augen vom Bildschirm und schauen Sie aus dem Fenster, damit diese sich auch auf die Distanz scharfstellen müssen. Öffnen Sie das Fenster und lassen Sie frische Luft in Ihr Zimmer. Vielleicht bietet sich auch eine Gelegenheit für einen kleinen Snack oder ein Getränk.

Tagesroutines eines Daytraders

Erfolgreiche Daytrader entwickeln und etablieren über die Zeit eine individuelle Tagesroutine. Diese orientiert sich zumeist an den Öffnungszeiten ihres Heimatmarktes und folgt mehr oder weniger strikt exakten Uhrzeiten.

Im Folgenden orientieren wir uns nicht an konkreten Uhrzeiten, sondern am allgemeinen Ablauf eines Trading-Tages, um möglichst allgemein und unabhängig von einem bestimmten Markt zu bleiben. Der Arbeitstag eines Daytraders gliedert sich grob in die folgenden 4 Schritte:

  1. Morgenroutine
  2. Pre-Market (Märkte & relevante Nachrichten scannen)
  3. Trading-Session
  4. Post-Market

Die Morgenroutine ist ein sehr individueller und persönlicher Teil. Hier schwört jeder Trader auf etwas anderes: einen Kaffe, einen Spaziergang, Meditation oder ein ausgiebiges Frühstück. Egal, mit welchem Ritual Sie Ihren Tag beginnen: Hauptsache Sie starten gut in den Tag und sitzen motiviert und pünktlich am Arbeitsplatz.

Anschließend folgt die Pre-Market Phase. In diesem Zeitraum wird das eigentliche Trading so gut wie möglich vorbereitet. Hierzu zählen Aktivitäten wie:

  • das Informieren über aktuelle Ereignisse, die Ihren Handelstag beeinflussen könnten
  • das Überprüfen des Wirtschaftskalenders auf anstehende Ankündigungen oder Entscheidungen
  • das Setzen von Ziel und Endzeit für Ihre heutige Trading-Session
  • das Festlegen der Märkte, in denen Sie heute handeln möchten
  • das Notieren Ihrer Schlüsselgedanken für diesen Handelstag und somit auch das Festlegen Ihres Fokus
  • das Aufrufen Ihrer Trading-Plattform und der Login in Ihren Trading-Account

Tipp 12: Das Festlegen einer Endzeit verhindert, dass Sie möglichen Verlusten hinterlaufen und dient dem präventiven Verhindern von Overtrading.

Die eigentliche Trading-Session beginnt mit der Markteröffnung und endet mit der festgelegten Endzeit. Einige Trader unterteilen ihre Session weiter in eine Eröffnungs- und Schlussphase, mitunter sogar in eine Vor- und Nachmittagsphase. Warum? Da insbesondere die erste halbe Stunde in der Regel sehr volatil ist. Viele Trader warten hier zunächst ab und geben dem Markt Zeit sich zu beruhigen. In der letzten halben Stunde herrscht oft erhöhter Betrieb, da die Daytrader ihre Positionen bekanntlich vor Börsenschluss schließen wollen, um Übernachtungsgebühren zu umgehen.

Einige Experten sind sich sicher, dass die Märkte nach der Mittagspause der institutionellen Trader stärker anziehen. Dies belebt das Volumen und die Kursbewegungen, sodass die Trader diesen Schwung nutzen, um nach weiteren Handelsmöglichkeiten zu suchen.

Die Post-Market-Phase bildet den Abschluss eines Daytrading-Arbeitstages. Daytrader lassen ihren Tag nach Handelsschluss ausklingen, indem sie ihre Positionen Revue passieren lassen und reflektieren, was gut gelaufen ist und was sie hätten besser machen können. Für etwaige Notizen bietet sich ein Trading-Journal als schriftliches Protokoll aller Trades an. Hierauf kommen wir später noch einmal zu sprechen. Die Post-Market-Phase wird also primär zur Nachbereitung und -betrachtung verwendet.

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Werkzeuge eines Daytraders

Mittlerweile gibt es eine gigantische Auswahl an Daytrading-Börsen bzw. -Brokern. Diese hat sich wegen der allgemeinen Beliebtheit und Bekanntheit des Daytradings über die vergangenen Jahrzehnte stetig weiterentwickelt. Nachfolgend befassen wir uns mit den wichtigsten Hilfsmitteln, die Sie auf jeden Fall in ihrem Werkzeugkasten haben sollten.

Das Bild zeigt die Werkzeuge, die ein Daytrader benötigt. Hierzu zählen: Broker, Depot, Nachrichten, Indikatoren, Trading-Plan & Strategie.
Die Werkzeuge eines Daytraders

Welche Trading-Software benutzt man im Daytrading?

Daytrader benutzen neben ihrer eigentlichen Börse bzw. dem Broker und den bereits erwähnten Softwarelösungen wie TradingView mitunter weitere Trading-Software. Hierbei kann es sich auch um explizite Daytrading-Software handeln.

MetaTrader 4 & 5 (MT4/MT5)

Die meisten Forex Daytrader nutzen den sogenannten MetaTrader 4 bzw. 5. Dieser bietet neben dem automatisierten Devisenhandel auch mehrere automatisierte Handelswerkzeuge und sogenannte Expert Advisors (EAs) an. Hierbei handelt es sich um Trading-Algorithmen, mit denen Marktanalysen durchgeführt und Trades nach bestimmten Kriterien ausgeführt werden können. Trader können ihre Forex-Strategien hiermit also ganz entspannt auf Autopilot stellen.

Das Foto zeigt einen Screenshot vom MetaTrader 4/5 auf einem Tablet.
Screenshot vom MetaTrader 4/5

MetaTrader-Nutzer können dank der enthaltenen Werkzeuge Bots erstellen, diese testen und natürlich optimieren. Eigene Entwicklungen können auch über den MetaTrader-Market ge- bzw. verkauft werden.

Für Daytrading-Einsteiger bietet insbesondere das Copy Trading des MetaTraders eine interessante Option. Copy Trading ermöglicht das Kopieren der Forex-Signale anderer Händler und erweist sich für jene als vorteilhaft, die entweder nicht das Wissen oder die Zeit zum eigenständigen Trading besitzen. Die schier gigantische Anzahl an Signalen unterscheidet sich bezüglich Kosten, Rentabilität, Risiko und Strategie. Erfahrene Trader können auch eigene Signale erstellen und an andere Nutzer verkaufen.

Trader Workstation (TWS) von Interactive Brokers (IB)

Einige Anbieter bieten sogar ganze Software-Suiten für den Trading-Bereich an. Ein bekanntes Beispiel ist die proprietäre Trader Workstation (TWS) von Interactive Brokers (IB). Die TWS wurde als Market Maker konzipiert und ermöglicht privaten und institutionellen Tradern den Handel mit Aktien, Devisen, Futures, Optionen, Anleihen, Fonds und vielen weiteren Märkten weltweit.

Sie bietet den großen Vorteil, dass Trader sich nur mit einer einzigen, einheitlichen Plattform auseinandersetzen bzw. einarbeiten müssen. Sie ist in vielen Punkten an die individuellen Bedürfnisse anpassbar. Die TWS ist zudem plattformunabhängig, kann also auch per MAC oder Linux verwendet werden.

TWS Software
Die Trader Workstation in der praktischen Anwendung.

Natürlich beansprucht eine so große Software mehr Ressourcen und braucht bei einem älteren Computern mitunter etwas länger für gängige Operationen. Einsteiger sollten bei dem riesigen Umfang auch ausreichend Zeit zum Einarbeiten bzw. Konfigurieren einplanen.

Der Fokus der TWS liegt auf der technischen Analyse. Sie steht in den Versionen Classic und Mosaic zur Verfügung.

cTrader

cTrader wurde 2011 von der Spotware Systems Group veröffentlicht, damals als Webplattform mit FxPro. Nutzer können die Anwendung für Windows, Mac OS, Linux oder als mobile App herunterladen oder die Webtrader-Version verwenden.

Der Broker wurde mittlerweile von mehreren führenden cTrader-Brokern wie IC Markets oder Pepperstone übernommen und stellt einen ernstzunehmenden Konkurrenten für den MetaTrader dar. Der cTrader ist eine moderne und intuitive Forex- und CFD-Online-Handelsplattform und verfügt über STP-Fähigkeiten (Straight Through Processing) für ECN-Broker (Electronic Communications Network).

cTrader web platform ic markets
Die cTrader-Handelsplattform

Trader können auf cTrader über 1.000 Assets handeln, darunter Währungspaare, Rohstoffe, Aktien, Indizes ETFs und beliebte Kryptowährungen wie den Bitcoin.

An welchen Börsen bzw. über welche Anbieter kann man Daytraden?

Daytrading wird von diversen Anbietern ermöglicht. Diese unterscheidet man prinzipiell in Börsen und Broker, wobei beide Begriffe nicht immer klar voneinander getrennt sind.

Die Wahl der Börse bzw. des Brokers ist eine der wichtigsten Entscheidungen im Daytrading. Hier wird das Kapital Ihres Portfolios liegen und Sie führen Ihre Trades unter den Konditionen dieses Anbieters aus. Wir befassen uns im folgenden Abschnitt mit den wichtigsten Charakteristika eines Daytrading-Brokers.

Die meisten Online-Broker haben sich auf eine bestimmte Trading-Nische spezialisiert. Hier eine unvollständige Liste mit seriösen Anbietern, zu denen wir hier auf Kagels-Trading.de bereits Erfahrungsberichte gesammelt haben:

Die vollständige Liste der Online-Broker finden Sie hier.

Was sind wichtige Eigenschaften eines Daytrading-Brokers?

Auf welche Broker-Merkmale sollten Daytrader ganz besonders viel Wert legen? Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Punkte, die Sie bei der Wahl Ihres Daytrading-Brokers unbedingt beachten sollten:

Daytrader wollen täglich eine große Anzahl an Trades ausführen. Ein einzelner Trade bringt nicht viele Pips Gewinn, hier geht Masse also vor Klasse. Wegen der geringen Kursspanne ist es besonders wichtig, dass Ein- und Ausstiege schnell und punktgenau ausgeführt werden, da selbst kleinere Verluste einen gewissen prozentualen Verlust verursachen.

Je niedriger die Gebühren und Provisionen, desto rentabler ist jeder einzelne Daytrade. Aktive Daytrader werden häufig handeln, was die Minimierung der Handelskosten zu einem Aspekt von entscheidender Bedeutung macht. Als Daytrader sind hier vor allem Spread, Leverage und Margin von Bedeutung. Wir empfehlen allen Einsteigern, dass sie sich zu diesen Begriffen informieren, um zusätzliche Kosten zu vermeiden!

Vergewissern Sie sich, dass Ihr Broker reguliert ist! Denn Broker sind gesetzlich dazu verpflichtet, die finanziellen Interessen ihrer Kunden zu schützen.

Jeder Trader benötigt irgendwann Unterstützung bei der Verwendung der eigenen Software. Achten Sie beim Kundensupport daher insbesondere auf schnelle Reaktionszeiten, verschiedene Kommunikationskanäle und eine kompetente Beratung.

Genügen die grundlegenden Funktionen Ihren Anforderungen? Diese reichen vom Setzen eines Stop-Loss, über eine Limit-Order bis hin zu detaillierten Charts mit vielen Zeichentools. Informieren Sie sich vorab online und schauen Sie sich Videos an. So erkennen Sie frühzeitig, ob ein Anbieter es in Ihre engere Auswahl schafft.

Ein Devisen-Daytrader benötigt andere Vermögenswerte als ein Krypto- oder Aktien-Daytrader. Werden Sie sich bewusst, welche Märkte Sie handeln wollen und vergewissern Sie sich, ob ein Anbieter den Handel mit den gewünschten Währungspaaren, Kryptowährungen oder Wertpapieren überhaupt unterstützt.

Daytrading-Apps: Mobiles Trading

Das mobile Trading hat sich in den letzten Jahren einen Platz in der Branche erkämpft. Viele Trader verwenden Daytrading-Apps, um auch unterwegs handeln zu können und immer up-to-date zu bleiben. Einige der bekanntesten bzw. größten Vertreter sind:

  • MetaTrader 4 bzw. 5 für Forex Trading,
  • Binance, Coinbase, Kraken und FTX für Krypto Trading,
  • Trade Republic für Aktienhandel, Zertifikate und Optionsscheine
  • und viele weitere.

Die folgenden Punkte sind die wichtigsten Aspekte, die Sie bei der Wahl Ihrer Daytrading-App unbedingt beachten sollten:

  • Funktionen: Die perfekte Daytrading-App liefert Ihnen alle Informationen, die Sie für Ihren Handel benötigen. Prüfen Sie, ob Sie die gewünschten Charts über die App einsehen und Werkzeuge verwenden können. Bietet Ihnen der Anbieter zudem aktuelle Marktdaten, Trends und Nachrichten, bspw. in einem Börsenticker?
  • Benutzerfreundlichkeit: Für Daytrader zählt mitunter jede Sekunde. Achten Sie also darauf, ob sich die App intuitiv bedienen lässt. Sie persönlich sollten in der Lage sein, wichtige Informationen schnell zu erlangen und diese im Alltag anzuwenden.
  • Zuverlässigkeit: Kein Trader möchte, dass die eigene App beim Eingehen oder Schließen einer Position abstürzt. Prüfen Sie zunächst die Bewertungen online, um sich über die Referenzen von der Zuverlässigkeit und Effizienz eines Anbieters zu überzeugen. Testen Sie die Services der Anbieter in der engeren Auswahl per Demokonto, um risikofrei erste Erfahrungen sammeln zu können.
  • Kosten: Die meisten Trading-Apps sind prinzipiell kostenlos. Es gibt nahezu immer die Option, dass man den eigenen Account per Abo auf Premium-Niveau upgraden kann. Verlangt ein Broker doch Gebühren für die alleinige Nutzung der App, so sollten Sie sich vergewissern, dass diese lohnende Zusatzfunktionen enthält, von der Sie dann auch wirklich profitieren werden.
  • Sicherheit: Trading-Apps haben Millionen von Nutzern und verarbeiten mitunter Milliarden von Euro oder US-Dollar. Diese Masse an digital erreichbarem Kapital macht sie zu einem attraktiven Ziel für Hacker. Insbesondere im Krypto-Bereich gab es in den letzten Monaten mehrere erfolgreiche Hacks, bei denen Millionen von US-Dollarn verschwanden. Die geschädigten Nutzer wurden zwar zumeist wieder entschädigt, das Vertrauen in die Sicherheit eines Anbieters ist in der Folge trotzdem erschüttert. Achten Sie also unbedingt(!) auf die Sicherheitsinformationen zu einem Anbieter und prüfen Sie, ob bei diesem bereits erfolgreich eingedrungen wurde. Auch regelmäßige Updates spielen im digitalen Zeitalter eine wesentliche Rolle, um bestehende oder potenzielle Sicherheitslücken zu schließen.

Verschaffen mir Daytrading-Indikatoren einen Vorteil?

Einige Trader schwören auf ihre Indikatoren und würden niemals ohne sie handeln. Price Action Trader wie Vollprofi Philipp Greineder von unserer MasterClass hingegen verwenden sie nahezu nie. Doch was sind Trading-Indikatoren überhaupt?

Trading-Indikatoren sind Hilfsmittel, die Tradern bei der technischen Analyse unterstützen. Indikatoren können einem Chart ergänzt werden und analysieren diesen mithilfe mathematischer Formeln. Einige Trader sind davon überzeugt, dass sie die Marktentwicklung mittels Indikatoren und den gelieferten Marktinformationen wesentlich genauer prognostizieren und ihren Gewinn stark erhöhen können.

Andere Trader hingegen verwenden gar keine Indikatoren. Sie argumentieren oft, dass ein Indikator einem geübten Charttechniker zumeist nicht mehr als das verrät, was allein durch die Analyse des Charts (oder des Volumens, …) sichtbar wäre.

Viele Indikatoren liefern ein spezifisches Handelssignal, das den Händler darauf aufmerksam macht, dass nun der richtige Zeitpunkt für einen Ein- oder Ausstieg gekommen ist. Der Trader überträgt also einen gewissen Teil der Trading-Arbeit an den Indikator und vertraut auf dessen Berechnungen.

Auf den bekanntesten Handelsplattformen stehen Hunderte von Indikatoren zur Verfügung. Das Finden und die prinzipielle Anwendung sind also vergleichsweise einfach. Schwieriger wird es jedoch im Hinblick auf die korrekten Einstellungen und ihren effizienten Einsatz.

Tipp 13: Vermeiden Sie Informationsüberlastung durch zu viele aktive Indikatoren! Diese überfrachten den Chart schnell, sind oft nicht aufeinander abgestimmt und irritieren den Betrachter mitunter einfach nur. Die Ergebnisse eines Indikators können also nicht einfach blind mit denen eines anderen verbunden und Rückschlüsse gezogen werden. Das Ganze funktioniert zumeist leider nicht so einfach.

Erfolgreiches Daytrading erfordert eine gewisse Erfahrung bei der Chart-Analyse und der Entscheidungsfindung bei der Verwendung von Indikatoren und Chart-Mustern.

Indikatoren haben diverse Vor- und Nachteile: Einerseits wird das Expertenwissen des Programmierers bzw. vom Trader dahinter von zumeist unerfahreneren Händlern genutzt, die es oft schlichtweg nicht besser wissen und das aufbereitete Wissen zu Ihrem Vorteil nutzen. Andererseits geben diese Trader auch einen gewissen Teil der Verantwortung ab und neigen ggf. dazu, diesen Aspekt des Tradings langfristig zu vernachlässigen.

Indikatoren können von entscheidender Bedeutung sein, unabhängig vom „Level“ des Anwenders. Dies gilt insbesondere für sehr dynamische Märkte, auf welche aktuelle Ereignisse in kürzester Zeit einen großen Einfluss ausüben. Ihre Vorteile greifen bei den Aspekten, die der Durchschnittstrader in der Form nicht einfach mal nebenbei manuell vornehmen bzw. abschätzen kann. Hierzu zählen bspw. das Lösen komplexer Formeln in Echtzeit und das Abbilden der Ergebnisse im Chart. Das müsste beim Daytrading auch zügig binnen weniger Sekunden bzw. Minuten vollzogen werden, was in vielen Fällen schlichtweg unrealistisch wäre.

Im Daytrading werden unter anderem die folgenden Indikatoren verwendet:

Zusätzlich bietet Ihnen Kagels Trading den hauseigenen Fibo Cross Indikator als Ergänzung für Ihr Daytrading. Dieser erscheint einigen Tradern auf den ersten Blick ggf. preisintensiv, aber seien Sie versichert: Diese Investition wird sich langfristig auszahlen!

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Stop-Loss im Daytrading

Der allseits bekannte Stop-Loss („LS“) ist eines der wichtigsten Werkzeuge zur Risikominimierung im Trading.

Ein Stop-Loss ist der Kurswert, zu dem Sie Ihre Position schließen, um weitere Verluste zu vermeiden. Er greift also, falls sich die Kerzen doch mal in die falsche Richtung bewegen sollten.

Beim Daytrading besteht das allgegenwärtige Risiko, dass sich der Trend binnen weniger Minuten gegen die eigenen Entscheidungen wendet. Das initiale Setzen eines Stop-Loss hat sich unter Daytradern daher als de facto Standard durchgesetzt, um hohe Verluste konsequent zu vermeiden. Der Stop-Loss ist also ein Mittel zur Verringerung des Risikos.

Tipp 14: Setze bei jedem Trade einen Stop-Loss, um deinen Verlust zu minimieren! Nahezu alle Profis arbeiten mit Stop-Loss!

Ein Stop-Loss schließt eine Position automatisch, falls sich der Kurs zu stark in die entgegengesetzte Richtung bewegt und den festgelegten Kurswert erreicht. Das Setzen eines Stop-Loss ist im Hinblick auf das Risikomanagement unabdinglich!

Warum? Weil er einen Totalverlust in den meisten Fällen effektiv verhindert. Zudem begrenzt er das Risiko einer Position auf einen konkreten Zahlenwert, welches gemäß erweiterter 1-Prozent-Regel 1 bis maximal 3 % des Portfolios beträgt.

Faustregel 7: Ein Stop-Loss sollte bei einer Long-Position unterhalb einer Unterstützung gesetzt werden, bei deren Durchbrechen weitere Verluste als wahrscheinlich gelten. Bei einer Short-Position sollte ein SL demzufolge knapp oberhalb eines Widerstandes gesetzt werden.

Ein Stop-Loss gilt bei riskanteren Trading-Strategien de facto ein Muss, um ein frühes Aus durch Totalverluste zu vermeiden.

Wir verdeutlichen die 1-Prozent-Regel an einem Daytrade der ADIDAS-Aktie. Hier der entsprechende Chart:

Beispiel für Berechnung des Risikos in einem Daytrade an der Adida-Aktie

Der Einstieg fand bei 171,56 € statt. Das Portfolio umfasst 10.000 €. Für dieses Setup wurde der Stop-Loss bei 169,86 € und der Take-Profit bei glatt 175 € gesetzt. Gemäß 1-Prozent-Regel dürfen wir bei diesem Trade höchstens 10.000 € / 100 = 100 € riskieren. Der Verlust pro Anteil beträgt absolut 171,56 € – 169,86 € = 1,70 €. Die maximale Anzahl an ADIDAS-Aktien ermitteln wir, indem wir unser Gesamtrisiko (hier 100 €) durch das Risiko pro Aktie (1,70 €) teilen: 100 € / 1,70 € = 58,8.

Das heißt, dass wir für diese Position maximal 58 Anteile erwerben dürfen, um entsprechend der 1-Prozent-Regel zu handeln. Das passt in diesem Beispiel auch sehr gut, da 58 Stück * 171,56 € = 9.950 € entsprechen und wir somit gar keine 59 Aktien kaufen könnten. Zudem sehen wir im Chart direkt unter dem roten Bereich, dass der Stop „0,99%“ beträgt und somit nahezu perfekt mit der 1-Prozent-Regel übereinstimmt.

Achtung: Es ist möglich, dass ein gesetzter Stop-Loss in einigen wenigen Situationen nicht greift. Ein gängiges Beispiel hierfür sind Kurslücken bei Markteröffnung bzw. -schließung.

Natürlich kann ein Stop-Loss auch negative Auswirkungen haben, bspw. wenn eine Ihrer Positionen ausgestoppt wird und sich anschließend wieder zügig in die gewünschte Richtung bewegt.

Neben der Entscheidung für einen Stop-Loss ist natürlich auch das korrekte Festlegen des Kurswertes für diesen Stop essenziell.

Eine gängige Praxis beim Setzen eines Stop-Loss ist das sogenannte „BE ziehen“ (oder „Break-Even-Setzen„) einer Position. Break-Even bezeichnet den Kurswert, ab dem eine Position keine Verluste mehr erzeugen kann, da sie nun durch einen Stop abgesichert wird. Damit ist das Risiko für diesen Trade gleich Null und der Fokus kann vollständig auf einen günstigen Ausstieg gelenkt werden.

Tipp 15: Du möchtest eine Position Break-Even ziehen? Dann setze deinen Stop-Loss am besten leicht ins Plus. So deckst du etwaige Kosten für den Trade ab und sicherst dir zudem einen leichten Profit.

Was ist ein Trailing-Stop-Loss?

Neben dem klassischen manuellen Stop-Loss gibt es noch weitere Arten von Stop-Loss-Order. Wenden wir uns nun kurz dem sogenannten Trailing-Stop-Loss zu. Ein Trailing-Stop greift automatisch, falls der Kurs in die von Ihnen gewünschte Richtung läuft. Wird ein festgelegter Kurswert erreicht, so wird der eingangs manuell festgelegte Stop-Loss nachgezogen bzw. auf ein besseres Niveau aktualisiert.

Der Vorteil: Das Nachziehen des Stops verringert das Risiko einer Position noch weiter. Jedoch hat der Kurs zugleich auch weniger Spielraum in die unerwünschte Richtung, sodass das Auslösen des Stop-Loss („das Ausstoppen“) zugleich wahrscheinlicher wird.

Unten sehen Sie einen Beispiel-Trade im CAD/JPY, bei dem der Stop-Loss mehrere Male nachgezogen wurde.

Chart-Beispiel eines Daytrades im CAD/JPY mit Trailing Stop
Beispiel Daytrade mit Trailing Stop-Loss im CAD/JPY: Einstieg auf Höhe der blauen Linie mit initialem Stop-Loss auf Höhe der roten Linie. Der Stop-Loss wurde auf Höhe der gelben Linie nachgezogen, als sich der Kurs im gelben Kreis befand. Später wurde der Stop erneut nachgezogen (grüne Linie), als sich der Kurs im grünen Kreis befand.

Take-Profit im Daytrading

Ähnlich wie bei einem Stop-Loss sollten Trader auch einen Preis wählen, bei dem sie Gewinne realisieren. Dieser Kurswert wird im Traderjargon Take Profit („TP“) genannt. Ein TP wird in der Regel in die Nähe eines Widerstands gesetzt, da davon auszugehen ist, dass der Kurs diesen Bereich reagieren wird.

Daytrader sollten immer wissen, warum und wie sie aus einem Handel aussteigen werden. Denn sie möchten ihre offenen Positionen ja stets bis zum Ende des Handelstages schließen. Ob ein Trader dazu ein Gewinnziel verwendet, ist eine rein persönliche Entscheidung.

Faustregel 8: Stop-Loss ist ein Muss, Take-Profit ist ein Kann!

Ein Take-Profit markiert den Kurswert, den Trader als Zielwert angeben. Bei diesem Kurswert werden die Gewinne gesichert und die Position geschlossen. Der Take-Profit befasst sich also mit dem profitablen Ausstieg aus einer Position und basiert idealerweise auf objektiven Daten, wie den Widerständen im Markt.

Das Ganze funktioniert natürlich auch mit einem Teil der Position. Hierbei handelt es sich dann um einen Teilverkauf, der erste Profite sichert und zugleich die Position verkleinert. Mit einer kleineren Position sinkt natürlich auch das enthaltene Risiko.

Tipp 16: Trader haben sich über die Jahre verschiedene Methoden überlegt, um ihr Risiko anzupassen oder Gewinne mitzunehmen. Hierzu ein Beispiel: Der Stop-Loss wird bei 1 % Verlust ausgelöst und der Take Profit bei 2 % Gewinn. Das entspricht einem CRV von 2:1 (siehe nächster Abschnitt). Liegt der Kurs nun 1 % im Plus, so hat der Trader unter anderem die folgenden Optionen:

A) 50 % der Position verkaufen, die Gewinne mitnehmen, die Position somit Break Even ziehen und den Rest laufen lassen.
B) Den SL ca. auf Höhe der Plus 1 % setzen, was das ursprüngliche Setup verändert und dem Kurs weniger Spielraum lässt. Dafür sind diese Gewinne garantiert.

Mit dem Setzen eines Take-Profits geht zugleich die Thematik Exit Strategie einher. Der Ausstieg aus einer Position erfolgt gemeinhin:

  • manuell, ausgelöst vom Trader (Market Exit),
  • automatisch, sobald der Stop-Loss oder Take-Profit erreicht wird oder
  • von Seiten des Brokers, falls die erforderliche Margin aufgebraucht ist.

Aber warum sollte man überhaupt mit einem Gewinnziel handeln? Mit dem Setzen eines Take-Profits kann man natürlich auch ein paar Pips an Gewinn verlieren, falls der Kurs noch weiter laufen sollte. Ganz einfach: Der TP sichert das erfolgreiche Abschließen eines Trades und das Erreichen des vorher gesetzten Ziels. Es ist schon häufig vorgekommen, dass ein gut laufender Trade nach einiger Zeit kippte und schlussendlich doch noch in den Stop-Loss lief. Hier hätte ein Take-Profit den Gewinn gesichert und weitere Verluste vermieden.

Doch das Platzieren eines Take-Profits kann sich als sehr knifflig erweisen. Hofft man auf zu große Gewinne, so wird der TP zu weit weg gesetzt und ggf. nicht im geplanten Zeitrahmen erreicht. Liegt er stattdessen zu nah am Einstieg, so erhöht sich das Risiko viel zu früh auszusteigen und potenzielle Gewinne auszulassen. Beweisen Sie Mut und belohnen Sie sich dafür, dass Sie das Risiko eines Trades überhaupt eingehen!

Tipp 17: Eine Ihrer Positionen lief früh in den Take-Profit oder Stop-Loss, aber Ihre Trading-Idee funktioniert immer noch? Dann prüfen Sie, ob Sie erneut in diesen Markt einsteigen wollen. Reflektieren Sie die Fehler Ihrer ersten Position und wägen Sie ab, ob Sie einen zweiten Versuch mit demselben oder einem angepassten Setup starten wollen.

Ein Kursziel wird für die Berechnung des Chancen-Risiko-Verhältnisses (CRV) benötigt. Denn ohne eine konkret zu beziffernde Chance kann kein Verhältnis in Zahlen ermittelt werden. Mit dem CRV beschäftigen wir uns im nun folgenden Abschnitt…

Wie wichtig ist Risikomanagement im Daytrading?

Das Risikomanagement spielt im Trading eine essenzielle Rolle. Es macht den Unterschied zwischen einem erfolgreichen Trader mit sich vergrößerndem Portfolio und einem Einsteiger, der sein gesamtes Kapital in den Sand setzt. Daytrading ist wegen der größeren Anzahl an Trades in kurzer Zeit von Natur aus mit einem höheren Risiko verbunden als Swingtrading oder Buy-and-Hold-Strategien.

Eine klassische Grundregel für Trader im Risikomanagement ist die sogenannte Ein-Prozent-Regel. Diese besagt, dass man nie mehr als ein Prozent des Portfolios bei einer bestimmten Position riskieren sollte. Das Team von Kagels Trading wendet diese Regel stets in abgewandelter Form an, auch wenn diese sich prinzipiell oft nur auf Eigenkapital bezieht. Diese Regel umfasst also auch gehebelte Positionen.

Wichtig: Diese 1 % beziehen sich auf den Verlust einer einzelnen Position beim Auslösen des Stop-Loss. Mit dem 1 % ist nicht(!) die Positionsgröße gemeint, außer es wird (entgegen unserer ausdrücklichen Empfehlung!) ausnahmsweise ohne Stop-Loss gearbeitet.

Aktien schwanken innerhalb von Preisspannen, auch Niveaus genannt. Niveaus unterhalb des aktuellen Kurses heißen Unterstützung, jene oberhalb des Kurses werden als Widerstand bezeichnet.

Faustregel 9: Riskieren Sie nie mehr als 1 bis maximal 3 Prozent Ihres Portfolios mit einem Trade! Sie können (und sollten!) diese Regel natürlich mit einem Stop-Loss kombinieren.

Risikomanagement kann so eingesetzt werden, dass der Verlust auch bei Positionen mit Hebelwirkung automatisch begrenzt wird, sobald er ein Prozent des Nettoliquidationswertes Ihres Kontos erreicht.

Angenommen Ihr Portfolio umfasst 10.000 €. Dann sollten Sie mit einem Trade maximal 100 € riskieren. Das bedeutet, dass Sie Ihren Stop-Loss so setzen, dass Sie bei der nächsten Position höchstens diese 100 € verlieren können. Sie traden eine Aktie, die keine 100 € pro Stück an Wert verlieren kann? Dann können Sie die Anzahl der gehandelten Wertpapiere erhöhen und den Stop-Loss entsprechend anpassen. Kaufen Sie in diesem Beispiel 5 Aktien, dann sollten Sie den Stop-Loss also mindestens 20 € unter dem Einstieg setzen. So erreichen Sie schlussendlich Ihre 5 * 20 € = 100 € Risiko in Euro bzw. 1 % vom Portfolio.

Tipp 18: Setzen Sie Ihren Stop-Loss bei Long-Positionen knapp unterhalb eines Widerstandes. Warum knapp unterhalb? Der Stop-Loss soll ja nicht unbedingt ausgelöst werden, sondern lediglich die restlichen 90 % der Position absichern. Wird der Widerstand nun erreicht, aber nicht unterschritten, so bleibt der Trade gerade so offen und kann doch noch in den Gewinn laufen. In einigen Fällen kann das Erreichen des Stop-Loss mit dieser Methode für ein minimal erhöhtes Risiko verhindert werden. Bei Short-Positionen sollte der Stop-Loss dementsprechen knapp oberhalb eines Widerstandes gesetzt werden.

Was ist das CRV im Daytrading?

Das Chancen-Risiko-Verhältnisses (CRV) bildet die Grundlage für das Risikomanagement im Daytrading und dem Trading im Allgemeinen. Man kann nie wissen, welcher Trade gut und welcher schlecht laufen wird. Aber man kann mit dem CRV bereits vor dem Einstieg festlegen, dass man bspw. bei einer 50/50-Wahrscheinlichkeit auf Erreichen eines Take-Profits bzw. Stop-Loss einen Gesamtgewinn erzielt. Das CRV wird wie folgt berechnet:

CRV = Chancen (bzw. Gewinn bei Erreichen des Take-Profit) / Risiko (bzw. Verlust bei Erreichen des Stop-Loss)

Die Chancen auf den höchsten Gewinn bestehen beim Erreichen des Take-Profits, das höchste Risiko beim Erreichen des Stop-Loss. Logischerweise kann das CRV nur berechnet werden, falls sowohl TP und SL festgelegt wurden.

Faustregel 10: Trader peilen zumeist ein CRV an, das größer als 1 ist. Warum? Weil sie dann bei jedem Trade mehr gewinnen als verlieren können, falls der Kurs entweder den Stop-Loss oder Take-Profit erreicht. Zudem kann eine Position mit einem CRV größer als 1 mindestens einen anderen ausgestoppten Trade komplett ausgleichen und trotzdem Gewinn einfahren.

Nachfolgend sehen Sie den AUD/CHF mit dem Setup-Tool von TradingView. Dieses unterstützt Trader beim Planen ihrer Setups und zeigt die wichtigsten Informationen an.

Daytrading Beispiel CRV in TradingView am AUD/CHF
Setup-Tool von TradingView wird im EUR/USD zur Festlegung eines Setups mit CRV von 2:1 verwendet. Dieses Setup dient nur der Veranschaulichung & stellt keine Handelsempfehlung dar!

Im obigen Chart wird ein Setup im Daily-Chart für einen Swingtrade entwickelt. Dieses Setup hat einen CRV von 2:1. Beim Erreichen des im Chart dargestellten TP wird also doppelt so viel Gewinn eingefahren, wie Verlust beim Erreichen des SL. Verwenden Sie bei der Trading-Strategie nun stets ein CRV von 2, so deckt ein erfolgreicher Trade stets 2 verlustbehaftete Trades ab. Hier müssten Sie also lediglich eine Erfolgquote von 33,4 % haben, um zumindest die Null zu sichern.

Mit einem Gewinnziel kann man zudem abschätzen, ob es sich überhaupt lohnt einen Trade einzugehen. Ist der CRV niedrig und das Gewinnpotenzial somit gering, dann kann es sein, dass das Risiko den potenziellen Gewinn schlichtweg nicht wert ist. Folgerichtig unterstützt ein Take-Profit Trader also auch bei der Trennung zwischen guten und schlechten Positionen.

Take-Profits, die auf einer realistischen Analyse beruhen, verringern zudem den Anteil von Emotionen in einer Position. Warum? Weil der Trader weiß, dass sein Ziel aus gutem Grund an einer sinnvollen Stelle liegt. Diese Gewissheit senkt die Gefahr, dass der Take-Profit erneut hinterfragt und ggf. kurzfristig (mehrmals) angepasst oder gar entfernt wird.

Trader sollten sich außerdem folgender Sache bewusst werden: Erreicht ein Kurs den Take-Profit, so konnte man Profit aus dem entworfenen Setup schlagen. Das Erreichen eines Kursziels stellt somit stets einen Erfolg für den Trader selbst dar. Beim Reflektieren des Trades kann er selbst entscheiden, ob er mit dem eingangs festgelegten CRV zufrieden ist und ob der Trade als voller Erfolg oder lediglich als Teilerfolg angesehen werden kann.

Natürlich kann es auch passieren, dass der Kurs kurz vor Erreichen des Take-Profits umdreht und stattdessen in den Stop-Loss läuft.

Sollte ich Hebel im Daytrading verwenden?

Achtung: Gehebelte Positionen sollten stets mit Vorsicht verwendet werden, da sie das Risiko eines Trades um ein Vielfaches erhöhen. Wir raten Einsteigern dringend davon ab mit Hebeln zu traden!

Hebel bieten Daytradern gute Möglichkeiten, um die vergleichweise geringen Kursschwankungen innerhalb eines Handelstages in einen größeren Profit umzumünzen. Hierbei werden die eingesparten Overnight-Gebühren gegen ein höheres Risiko eingetauscht.

Nachfolgend die Vor- und Nachteile von gehebelten Positionen, die insbesondere im Daytrading gelten:

Vorteile:

  • Regulierung: Schutz vor negativem Saldo bei vielen Brokern
  • Angebote: viele regulierte Plattformen bieten Hebel an
  • Flexibilität: sind für viele Handelsstrategien geeignet, müssen aber nicht verwendet werden
  • Türenöffner: ermöglichen Zugang zu höherpreisigen Aktien bei geringer Portfoliogröße
  • Rendite: erhöhtes Gewinnpotenzial

Nachteile:

  • Verluste: Verluste können über das ursprünglich verfügbare Kapital hinaus hinausgehen
  • Steuern: Gewinne unterliegen der örtlichen Steuergesetzgebung
  • Beschränkungen: Eingeschränkte Hebelwirkung für Privatanleger
  • Gebühren: Kosten und Zinsen können Gewinne zunichte machen
  • Risiko von unvorhersehbaren Ereignissen

Tipp 19: Hebel vervielfachen zwar die Gewinnspanne, erhöhen jedoch auch das Risiko eines Trades beträchtlich! Vermeiden Sie gehebelte Positionen im Zweifel besser.

Hebel wurden im Trading in den vergangenen Jahren zunehmend reguliert, primär zum Schutz von Privatanlegern. Broker unterliegen den lokalen Gesetzen, die Ihr Angebot mitunter stark beeinflussen können. Hier eine Zusammenfassung einiger Regularien:

  • Europa und Großbritannien: Die European Securities and Markets Authority (ESMA für die EU) und die Financial Conduct Authority (FCA für Großbritannien) haben die Hebelwirkung bei Devisen auf 1:30, bei Aktien und Indizes auf 1:20 und bei Kryptowährungen auf 1:2 begrenzt. Hier gilt es zu beachten, dass die FCA den Verkauf von Krypto-Derivaten wie Optionen, Futures oder Differenzkontrakten (CFDs) für Privatanleger in Großbritannien verboten hat.
  • USA: Die National Futures Association (NFA) regelt die Leverage- und Margin-Sätze für US-amerikanische Trader. Die Hebelwirkung beim Devisenhandel ist hier auf 1:50 begrenzt, während die Obergrenze für Aktien bei 1:4 liegt. Kraken, Coinbase und Binance.US gehören zu den wenigen Börsen, die Lizenzen für den Krypto-Hebelhandel in den USA besitzen. So bietet Kraken bspw. eine Hebelwirkung von 1:5 mit Handelsgebühren zwischen 0 und 0,26 % an.
  • Australien: Die Australian Securities and Investments Commission (ASIC) hat den maximalen Hebel im Devisenhandel kürzlich von 1:500 auf 1:30 und für kleinere bzw. exotische Handelspaare sogar auf 1:20 gesenkt. Bei Kryptowährungen gilt eine Obergrenze von 1:2, für Aktien 1:5.
  • Indien: Die indische Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde (SEBI) kündigte an, dass alle Broker den Handel mit Intraday-Hebelprodukten bis August 2021 vollständig einstellen müssen. Dieses Verbot zwang Daytrader dazu, sich auf Kassageschäfte zu verlassen und nur das ihnen zur Verfügung stehende Kapital einzusetzen.
  • Singapur: Die Monetary Authority of Singapore (MAS) hat den Hebel im Devisenhandel im Jahr 2019 von 1:50 auf 1:20 herabgesetzt. Kryptowährungen sind in Singapur weder reguliert, noch als gesetzliches Zahlungsmittel oder Wertpapier eingestuft.

Hauptberuflich oder nebenberuflich Daytraden?

Der Unterschied zwischen einem Vollzeit- und einem Teilzeittrader liegt nicht immer auf der Hand. Der Grund dafür ist, dass der Handel nicht dem traditionellen Schema einer Teilzeit- oder Vollzeitbeschäftigung folgt. Selbst sogenannte Vollzeittrader handeln keine 8 Stunden täglich.

Beim Trading geht es um Qualität, nicht um Quantität. Was nutzen 100 Daytrades, wenn keiner von ihnen einen Gewinn erzielt? Diese Tatsache kann dazu führen, dass auch professionelle Daytrader mehrere Tage lang nicht aktiv handeln, da schlichtweg keine geeigneten bzw. qualitativ ansprechenden Setups vorliegen. Aber nur weil sie nicht traden, heißt das nicht, dass Daytrader nicht arbeiten. Sie informieren sich stattdessen über potenzielle Handelsmöglichkeiten, belesen sich zu neuen Assets oder verfeineren ihre Watchlist.

Wenn jemand als Teilzeithändler bezeichnet wird, bezieht sich das nicht unbedingt darauf, wie viel Zeit für die aktive Ausführung von Geschäften aufwendet wird. Teilzeithandel bezieht sich stattdessen darauf, dass ein Trader zusätzlich zu seinem eigentlichen Vollzeitjob handelt. Die meisten Trader beginnen in Teilzeit und einige bleiben es ihr ganzes Berufsleben lang.

Nebenberufliches Daytrading

Einige erfahrene Daytrader schwören darauf, dass je eine Stunde nach Markteröffnung und vor Marktschluss die besten Zeiten für Teilzeit-Daytrader im Aktien- und Derivatehandel sind. Manche sind sogar der Meinung, dass sich gelegentliches Daytrading zwar sehr gut zum Lernen, aber nicht als Einkommensquelle eignet.

Zudem wird ein Aspekt sehr oft stark unterschätzt: Der Unterschied zwischen Gelegenheitsarbeit und Teilzeitarbeit. Als nebenberuflicher Trader sollten Sie sich über Ihre Einstellung im Klaren sein. Viele professionelle Händler traden in Teilzeit, aber sie legen sich auf bestimmte Stunden des Tages fest, in denen sie am produktivsten sind.

Ein Gelegenheitshändler wird hingegen handeln, wann immer er Lust dazu hat. Dies ist meistens nicht empfehlenswert, da es mitunter bedeutet, dass Sie keine gute Recherche oder Planung betrieben haben. Sie werden höchstwahrscheinlich keinen Erfolg haben, falls Ihr Trading keine Struktur besitzt und Sie nicht wissen, ob sich der Markt im Laufe des Tages unterschiedlich verhält.

Nebenberufliche Trader handeln nicht stundenlang, sondern regelmäßig und zu festen Zeiten. Das hilft Ihnen, scharfsinnig und konzentriert zu bleiben und Fehler zu vermeiden. Teilzeithändler zu sein ist eine gute Idee, als Gelegenheitshändler werden Sie oft nicht weit kommen.

Tipp 20: Behandeln Sie das Trading wie einen richtigen Teilzeitjob bzw. Ihr Geschäft, oder lassen Sie es besser ganz bleiben.

Viele hauptberufliche Trader, für die der Handel die einzige Einkommensquelle darstellt, arbeiten in Wirklichkeit als Teilzeithändler. Ihre Recherchen oder Erfahrungen belegen, dass bereits wenige Stunden pro Tag die gewünschten Ergebnisse bringen. Mehr Stunden aktives Trading würde verstärkt auf Kosten der Konzentration gehen und den Profit mitunter nicht unbedingt weiter erhöhen. Stellen Sie stattdessen sicher, dass Sie zu den günstigen Zeiten des Tages handeln, um in kurzer Zeit große Gewinne zu erzielen. Ein Teilzeithändler kann tatsächlich die gleichen Gewinne erzielen wie ein Vollzeithändler und das bei einem wesentlich geringeren Zeitaufwand.

Vorteile des Teilzeithandels

Nebenberuflicher Handel ist eine gute Möglichkeit, Ihre Karriere zu diversifizieren. Mit dem Erhalt Ihres Jobs können Sie eine Unternehmung zur Unterstützung der anderen nutzen. Ihr regulärer Job bietet zumeist ein beständiges Einkommen, das Sicherheit beim Bestreiten des Lebensunterhaltes bietet. Es nimmt dem Handel etwas von seiner Dringlichkeit, so dass Sie Ihr Trading kalkuliert angehen können und nicht etwa aus der Motivation heraus, schnell reich zu werden.

Reflektieren Sie, ob Sie als nebenberuflicher Trader über ausreichend Zeit für Daytrading verfügen würden. Bei einem knappen Zeitrahmen wäre ein Wechsel zum Swingtrading mitunter sinnvoller, da Sie sich so mehr Zeit für eine einzelne Position nehmen können.

Richten Sie sich eine Handelsroutine ein, indem Sie sich täglich (oder alle paar Tage) Zeit nehmen, um Setups zu planen und an Ihren Trading-Ideen feilen. Lassen Sie sich nicht von außen unter Druck setzen und hören Sie ausschließlich auf sich selbst. Traden Sie nur, falls Sie davon überzeugt und gut vorbereitet sind. Beständigkeit durch Routine ist im Trading wesentlich wichtiger als Zeit. So werden Sie öfter bereit für einen Trade sein, falls sich der richtige Zeitpunkt anbahnt. Dieser Ansatz ist ungemein profitabler, als sich übereilt in Positionen zu stürzen, zu denen Sie nicht ausreichend Informationen recherchiert haben.

Sie finden derzeit keine ansprechenden Setups? Dann gönnen Sie sich eine Pause, schließen Sie Ihren Laptop oder schalten Sie den Computer aus und nehmen Sie eine Weile Abstand von den Charts. Das befreit den Kopf, entspannt Nerven und Augen und gibt Ihnen die Möglichkeit sich zu refokussieren. Anschließend können Sie wieder frisch ans Werk gehen und weiterhandeln. Vielleicht beenden Sie Ihren Handelstag auch einfach komplett und beginnen morgen von neuem?

Hauptberufliches Daytrading

Es kann mitunter unklug sein hauptberuflich zu traden, da der Handel (vor allem am Anfang) keine Gewinngarantien bietet. Jeder Mensch benötigt jedoch ein gewisses Grundeinkommen, um seinen Lebensunterhalt (Miete, Verpflegung, die kleinen Dinge des Lebens, …) bestreiten zu können. Verlassen Sie sich also nicht auf den Markt! Gelegentlich bietet er keine sinnvollen Setups und lässt sich somit gar nicht traden. Setzen Sie nicht darauf, dass Ihre Trades erfolgreich sein werden!

Die geringe Planbarkeit und das Fehlen eines regelmäßigen Einkommens führt dazu, dass Vollzeit-Daytrader über ein ausreichendes Kapitalpolster verfügen sollten, um diese Risiken abzufedern. Wir empfehlen Ihnen einen fünfstelligen Geldbetrag. Andere Experten sind der Meinung, dass einem mindestens 100.000 Euro zur Verfügung stehen sollten, bevor man den eigenen Job kündigt. Einsteiger können zum Anlernen natürlich mit kleineren Beträgen beginnen, abhängig vom gewählten Trading-Plan, dem Trading-Stil und weiteren Kosten.

Faustregel 11: Steigen Sie erst dann hauptberuflich ins Daytrading ein, sobald Ihnen mindestens ein fünfstelliger Geldbetrag (plus Puffer!) zur Verfügung steht. Der Weg von Vollzeit-Daytradern mit einem kleinerem Portfolio gilt gemeinhin als zum Scheitern verurteilt.

Neben Ihrer Liebe zum (Day-)Trading sollten Sie sich Gedanken zu den folgenden Aspekten machen, bevor Sie einen Wechsel zum Vollzeit-Trader ernsthaft in Erwägung ziehen:

  • Finanzielle Planung: Mit dem Wechsel zum Vollzeit-Trader verlassen Sie die Sicherheit Ihres regulären Jobs. Das bedeutet zugleich, dass Sie über einen Finanzplan, ein solides Budget und Kapital für den Handel sowie zur Deckung Ihrer Ausgaben verfügen müssen.
  • Erfahrung: Haben Sie bereits genug Erfahrung in Ihrem Markt gesammelt? Das Lesen von Büchern vermittelt Theorie und gilt nicht als Erfahrung. Dasselbe gilt für den Papierhandel (Paper Trading). Praxisbezogene Erfahrungen sammeln Sie beim Handel mit echtem Geld und diese brauchen die meisten Menschen, um ein echtes Gefühl für die Märkte und den eigenen Handelsstil zu bekommen.
  • Beständigkeit: Sie sollten bereits konsequent handeln, bevor Sie den hauptberuflichen Handel überhaupt in Erwägung ziehen. So haben Sie eine realistische Vorstellung von dem, was Sie in Zukunft erwartet. Beständigkeit bedeutet in diesem Fall nicht nur, dass Sie jeden Tag handeln. Hiermit ist das konsequente und disziplinierte Befolgen Ihrer Handelsstrategie und der Geldmanagementregeln gemeint. Vollzeit-Trader werden nur über diesen steinigen Weg regelmäßig Geld verdienen.
  • Emotionen: Die eigenen Emotionen sind einer der gefährlichsten Aspekte im Trading. Hierzu zählen insbesondere Angst und Gier. Viele Trader greifen unbewusst auf Emotionen zurück, falls die Dinge nicht laufen wie geplant. Emotionen haben an den Märkten jedoch nichts zu suchen, falls Sie langfristig erfolgreich sein wollen! Beharren Sie auf Ihrer rationalen Entscheidungsfindung, andernfalls sind Probleme vorprogrammiert.

Tipp 21: Stellen Sie sicher, dass Sie genug Geld auf der hohen Kante haben, um Ihren Lebensunterhalt für ein bis zwei Jahre bestreiten zu können. So können Sie sich voll auf den Handel konzentrieren und müssen sich nebenbei keine Gedanken darum machen, wie Sie Ihre Lebensmittel bezahlen sollen. Diese mentale Entlastung wird Ihre Konzentration und somit Ihre Trading-Ergebnisse verbessern.

Sie erfüllen die oben genannten Punkte? Dann sind Sie vielleicht bereit, ein Vollzeit-Daytrader zu werden und eine der größten Herausforderungen Ihres Lebens entgegenzutreten. Das Risiko und der damit verbundene Aufwand werden sich garantiert lohnen, falls Sie erfolgreich sein werden.

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Diversifikation im Daytrading

Diversifizieren Sie Ihre Karriere: Bei traditionellen langfristigen Investitionen gilt die Diversifikation als Schlüssel zu einem gesunden Portfolio. Dieser Ansatz fällt unter die Devise „nicht alles auf eine Karte setzen“. Ein ideales Portfolio umfasst wahrscheinlich eine Vielzahl von Wertpapieren in verschiedenen Sektoren. Diese fungieren als eine Reihe von Kontrollen und Gleichgewichten.

Daytradern steht die Möglichkeit offen, ob sie ihr Portfolio in mehrere Märkte diversifizieren oder alles in einer Assetklasse behalten und das Kapital auf dessen Märkte aufteilen. Der erste Weg entspricht natürlich eher dem Prinzip einer Diversifikation, da die Abhängigkeit von einer Assetklasse somit verringert wird.

Als bekanntes Beispiel sind hier die Korrelationen im Krypto-Markt zu benennen. Sämtliche Altcoins sind direkt vom Kursverlauf des Bitcoins abhängig. Dies resultiert in gemeinsame Aufwärts- bzw. Abwärtstrends einer kompletten Assetklasse. Doch damit nicht genug: Der Bitcoin selbst korreliert direkt mit den US-amerikanischen Indizes Nasdaq und dem Dow Jones. Diese Korrelation lassen sich im folgenden Chart sehr schön erkennen:

Korrelation Bitcoin (BTC) mit Dow Jones und Nasdaq
Korrelation des Bitcoins (BTC/USDT) mit dem Nasdaq (NDX in gelb) und dem Dow Jones (DJI in türkis). Man sieht, dass die Kursverläufe im Allgemeinen ähnlich verlaufen, jedoch bricht der Bitcoin öfters ins Extreme aus (siehe Feb-Jun 2021, Okt-Nov 2021 & seit Mai 2023).

Folglich sind die Kursverläufe einzelner Altcoins von dem Kurs dieser Indizes abhängig, wenn auch über mehrere Ecken. Behalten Sie derartige Aspekte stets im Hinterkopf und integrieren Sie sie bei Ihrer Recherche und dem Entwurf Ihrer Setups!

Psychologie im Daytrading

Angebot und Nachfrage werden an den Börsen effizient aufeinander abgestimmt, insbesondere im Aktien- und Rohstoffmarkt. Der Börsenhandel unterliegt dennoch menschlichen Emotionen und wird stark von Psychologie beeinflusst.

Denn allein die schiere Masse an Tradern kann unterschiedlichste Schlussfolgerungen aus denselben Informationen ziehen. Dies resultiert in verschiedensten Handlungen am Markt, egal ob Trader Long oder Short gehen oder bei welchem Kurs sie ein- bzw. aussteigen.

Faustregel 12: Die allgemeine Anlegerstimmung treibt die Marktentwicklung gelegentlich in Richtungen, die im Widerspruch zu den Fundamentaldaten stehen.

Die Entscheidungen einzelner Trader werden durch verschiedene Aspekte beeinflusst. Hierzu zählt bspw. ein anderer Zeithorizont. So sind schlechte Neuigkeiten für die langfristigen Aussichten eines Wertpapiers zumeist relativ unwichtig für Daytrader, da ihre Position davon ohnehin nicht betroffen wird, es bereits eingepreist ist oder sie den Trade spätestens heute Abend ohnehin schließen werden. Solche Nachrichten werden aber zweifelsohne die Handlungen von Swing- oder Positionstradern beeinflussen, welche widerum den Kurs beeinflussen und in die eigenen Entscheidungen einbezogen werden sollten.

Zudem besitzt jeder Trader ein individuelles Risikoprofil. Konservative Anleger scheuen Risiken viel eher als aggressive Händer, sodass sich ihre Handlungen am Markt stark unterscheiden.

Hierbei spielen auch Emotionen eine Rolle, da insbesondere bei Privatanlegern die Möglichkeit besteht, dass sie aus Angst, Wunschdenken oder schlichtweg reiner Gier aktiv werden. Diese denken ggf. nicht immer rational über die Geschehnisse nach oder lassen gewisse Aspekte außer Acht bzw. vernachlässigen sie. Oder sie handeln aus Wunschdenken, Angst oder reiner Habgier.

Vielleicht waren Sie beim letzten Verlustrade ja solch ein irrationaler Trader und haben Fehler gemacht, die Sie teuer zu stehen bekamen. Hey, das passiert auch den Besten manchmal, aber je bewusster Sie sich Ihrer emotionalen Tendenzen sind, desto besser können Sie daran vorbei handeln oder sie sogar zu Ihrem Vorteil nutzen.

Tipp 22: Werden Sie sich Ihrer Emotionen bewusst und akzeptieren Sie diese als Teil Ihres Trader-Daseins. Dies bietet Ihnen die Möglichkeit so objektiv wie möglich am Markt zu handeln, was Ihnen widerum mehr profitable Optionen ermöglichen wird.

Erfolgreiche Trader kontrollieren die beiden Emotionen, die die Anlegerstimmung antreiben: Angst und Gier. Verstehen Sie Ihre eigene Furcht und überwinden Sie Ihre Gier. Stellen Sie sich Handelsregeln auf und experimentieren Sie mit ihnen herum. Sehen Sie diese nicht als „in Stein gemeißelt“ an. Reflektieren Sie sie und nehmen Sie ggf. Anpassungen vor. Bringen Sie die erforderliche Disziplin und Objektivität auf, um nicht (wieder) den eigenen menschlichen Emotionen zu verfallen und den anderen Marktteilnehmern stets einen Schritt voraus zu sein.

Trading-Psychologie: Liste .

Wie wichtig ist ein Daytrading-Journal?

Was ist ein Trading-Journal?
Ein Trading-Journal (auch Handelsjournal genannt) ist ein Excel-Tabelle oder ein Blatt Papier, in bzw. auf dem die eingegangenen Positionen, deren Eckdaten und die Beweggründe für den Trade festgehalten werden.

Tipp 23: Beginne so früh wie möglich mit dem Führen eines Trading-Journals! Es unterstützt dich beim Vermerken, Reflektieren und Verbessern deiner Trades. Nahezu alle professionellen Trader führen ein Trading-Journal und empfehlen es.

Warum sollte man ein Trading-Journal führen?
Warren Buffet hat sich bspw. angewöhnt, bei jedem Kauf oder Verkauf einer Aktie die Gründe dafür aufzuschreiben. Er nutzt es also primär, um Daten zu seinen Trades zu sammeln und begangene Fehler zukünftig zu vermeiden.

Das Führen eines Trading-Journals unterstützt Sie auch beim Verstehen Ihres eigenen Handelsstils. Es hilft Ihnen dabei Ihre individuellen Stärken und Schwächen als Trader ausfindig zu machen und mit bzw. an ihnen zu arbeiten. So können Sie Ihren Weg bzw. Ihre Entwicklung als Trader verfolgen und zu einem späteren Zeitpunkt eingehend betrachten. Das konstante Führen eines Journals nimmt Sie zudem in die Pflicht und zielt auf eine Erhöhung Ihrer Disziplin ab.

Ein Journal kann Ihnen dabei helfen zu verstehen, wann Sie welchen Markt handeln sollten oder wie Sie am besten mit der Veröffentlichung von Wirtschaftsdaten umgehen sollten.

Was sind die wichtigsten Bestandteile eines Trading-Journals?
Ein Trading-Journal umfasst idealerweise die folgenden Informationen:

  1. eine Liste der für Sie interessanten Märkte
  2. geplante Trades
  3. offene Trades
  4. geschlossene Trades und deren Ergebnis
  5. Ihren Handelsplan
  6. die Gründe für das Eingehen einer Position
  7. ggf. weitere Kommentare

Bei den Trades sollten Sie zudem die wichtigsten Eckdaten vermerken. Hierzu zählen der Einstiegs- und Ausstiegskurs und die Anzahl der gehandelten Vermögenswerte.

Wo kann man Daytrading lernen?

Einige Daytrader versprechen online das schnelle Geld, entweder durch ihre Signale, die man lediglich kopieren muss oder durch ihre Techniken, die sie ganz selbstlos mit der ganzen Welt teilen. Also, einen Happen for free und den Rest für gelegentlich überzogene Preise.

Neben den Daytrading-Kursen gibt es natürlich auch entsprechende Literatur. Mit beidem beschäftigen wir uns nun etwas genauer.

Daytrading-Kurse: Bekannte & seriöse Anbieter

Der wichtigste Punkt eines Daytrading-Kurses ist die Seriösität. Stimmt diese nicht, so ist oft nicht nur das investierte Kapital, sondern auch die damit verbundene Zeit verloren.

Wir empfehlen daher eine ausgiebige Recherche von interessanten Anbietern. Prüfen Sie deren Referenzen und investieren Sie die paar Minuten für die zweite und dritte Seite. Bedenken Sie, dass Sie Ihr Risiko hiermit signifikant senken können.

Die Preise für einen Daytrading-Kurs schwanken zwischen geringen dreitstelligen und hohen vierstelligen Kursen, Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel. Die Inhalte sind zumeist eine individuelle oder 0815-Daytrading-Strategie.

Wir vom Kagels Trading-Team empfehlen Ihnen einen Blick zu den Tradingfreaks und Trading Coach Oli Klemm. Diese Anbieter sind garantiert seriös und unterstützen Sie dabei Ihr Daytrading auf das nächste Level zu bringen!

Daytrading-Bücher

Je bekannter eine Thematik, desto mehr Literatur findet man dazu. Dasselbe gilt auch für Daytrading, denn auch hier findet man eine große Auswahl. Häufig behandelte Themengebiete sind die Technische Analyse und Daytrading-Strategien.

Auch hier gilt: Prüfen Sie die Seriosität des Autors und schauen Sie nach Rezensionen im Web. Diverse Blogs enthalten Artikel mit teilweise sehr detaillierten Texten zu bestimmten Büchern. Informieren Sie sich:

  • zum Werdegang des Autors,
  • seinen Erfahrungen und
  • weiteren Veröffentlichungen.

Zudem stellt sich die Frage, ob Sie ein Buch über Amazon oder dem Fachhändler Ihres Vertrauens bestellen wollen.

Daytrading-Bücher: Liste.
Trading-Bücher: Liste.

Video: Warum du mit „Daytrading“ (fast immer) Geld verlierst!

Bei der Recherche nach Tradingtechniken und vielem mehr, ist das erste auf was du stößt, das „Daytrading“. Hunderte Dokus und Videos tummeln sich in den Youtube-Suchergebnissen dazu – doch warum? In diesem Video erklärt Phil Greineder, warum aus seiner Sicht sich das „Swingtrading“ als deutlich attraktiver und profitabler für Privattrader erweist.

Wie sollte man Daytrading anwenden?

Bisher haben wir die Grundlagen zum Daytrading behandelt und die wichtigsten Dinge besprochen, die Sie vor Ihrem Einstieg ins Daytrading klären bzw. erwerben sollten. Befassen wir uns nun mit dem Fundament für die praktische Umsetzung:

Daytrading-Setups

Daytrading-Strategien zielen auf gewisse Setups ab, die anschließend gehandelt werden. Letztere basieren oft auf Kerzenformationen oder allgemeineren Faustregeln. Breakouts- und Range-Setups sind hier die üblichen Verdächtigen.

Stellen Sie in Ihrem Daytrading-Alltag sicher, dass Sie Ihre Trades und Setups reflektieren und bewerten. Setzen Sie bei Ihren Setups zudem auf Qualität statt auf Quantität, denn es werden sich Ihnen tagtäglich viele interessante Gelegenheiten bieten!

Im Daytrading hat sich eine Vielzahl an Setups herauskristallisiert. Gängige Bezeichnungen lauten „Breakout“ (Ausbruch), „Reversal“ (Umkehr) oder „Reject“ (Zurückweisung), abhängig vom konkreten Kursverlauf. Einige der folgenden Vertreter werden Sie ganz sicher auch in Ihrem Daytrading-Alltag antreffen:

  • Impulse Pullback Consolidation Breakout
  • Strong Area Breakout
  • Daytrading Breakout
  • Late Day Breakout
  • Fade the Breakout
  • False Breakout
  • Reversal Consolidation Breakout
  • Reversal at Support/Resistance
  • Price Extreme Reverse
  • Price Envelope Reverse
  • Midline Reject
  • Trading Ranges
  • Trading the Flag
  • Double Top Daytrading Pattern Setup

Sollte ich selbst Daytraden oder Signalanbietern vertrauen?

Jeder Daytrader sollte sich (besser früher als später) fragen, ob er selbstständig handeln oder den Signalen eines anderen vertrauen möchte. Diese Entscheidung ist zunächst vom eigenen Geldbeutel und den eigenen Fähigkeiten abhängig. Jedoch spielt auch das eigene langfristige Ziel eine große Rolle: Ist es Ihr ausgesprochenes Ziel, irgendwann selber zu traden? Oder ist Ihnen dieser Punkt eigentlich vollkommen egal?

Grundkenntnisse des Tradings werden unabhängig von dieser Antwort benötigt. Bei einem Hang zu Selbstständigkeit können Sie die Handelssignale Ihres Anbieters bis zu einem gewissen Punkt verwenden und versuchen das Konzept dahinter möglichst gut zu verstehen. Haben Sie nun ausreichend Wissen erworben, so können Sie nach und nach unabhängiger werden. Vielleicht nutzen Sie Signale auch nur für Ihren Heimatmarkt oder explizit für unbekannte Märkte? Der Vorteil von Handelsignalen ist, dass sie auch ohne das Erlernen von konkretem Trading-Wissen funktionieren.

Auch bei den Signalanbietern gilt: Recherchieren Sie ausgiebig zum Produkt Ihrer Wahl, bevor Sie Kapital investierten. So minimieren Sie die Wahrscheinlichkeit auf Betrug oder Fehlinvestitionen.

Kagels Trading bietet Ihnen die folgenden Signaldienste für Ihr Daytrading an:

Faustregel 13: Je weniger Wissen Sie über das Trading in einem bestimmten Markt besitzen, desto eher sollten Sie Signale von einem Anbieter verwenden. Ohne eigenes Wissen ist es viel wahrscheinlicher, da dieser Anbieter mehr Wissen & Erfahrung besitzt. Daher können Sie davon ausgehen, dass Sie mit Hilfe seiner Signale erfolgreicher traden werden.

Wie viel kostet Daytrading? / Welche Kosten fallen beim Daytrading an?

Die Kosten spielen im Daytrading eine äußerst wichtige Rolle. Bei einer Vielzahl an Trades pro Tag macht allein die Wahl des Brokers einen großen Unterschied bei der Gewinnspanne aus. Neben den monetären Kosten sollten auch die zeitlichen Investitionen nicht außer Acht gelassen werden. In den folgenden Absätzen gehen wir auf beide Aspekte ein.

Selbst ein Daytrader, der den Markt beständig schlagen kann, muss mit seinen Gewinnen die Kosten der Positionen zumindest abdecken. Bei Tradern mit hohem Handelsvolumen können die Provisionskosten schnell drei- oder gar vierstellige Summen erreichen. Informieren Sie sich vorab über die Gebührenstruktur Ihres Brokers. Einige Anbieter verfügen sogar über Sondertarife für hochaktive Daytrader.

Machen Sie sich bewusst, dass das tagtägliche Schließen der Positionen ein großer Vorteil des Daytradings ist. Daytrader müssen somit keine Haltegebühren für Positionen über Nacht bezahlen und umgehen prinzipiell einige Kostenstellen, mit denen sich bspw. Swingtrader herumschlagen müssen.

Geld

Für Market Orders zum aktuellen Kurswert veranschlagt der Broker Provisionen, die sogenannte Kommission. Diese werden auf der Grundlage des Handelsvolumens berechnet und betragen in der Regel geringe Centbeträge. Alternativ zur Provision kann ein Broker auch eine Vergütung für den Auftragsfluss verlangen.

Faustregel 14: Je mehr Wertpapiere gehandelt werden, desto geringer ist die durchschnittliche Provision. Warum? Ein gewisser Anteil der Provision wird einmalig beim Auslösen einer Position fällig. Diese verteilt sich auf die Gesamtanzahl der Wertpapiere.

Aktuelle Marktdaten sind von grundlegender Bedeutung für Daytrader, damit diese wettbewerbsfähig sein können. Für die Einspeisung von Daten in Echtzeit müssen Gebühren an die jeweiligen Börsen gezahlt werden, die in der Regel mit den Kosten des Brokers kombiniert sind. Die Gebühren für die Datenbereitstellung sind im Vergleich zu den anderen Kosten meist sehr gering und können zu Werbezwecken oder für Kunden, die ein monatliches Mindesthandelsvolumen erreichen, verringert oder gar vollständig erlassen werden. Selbst ein mäßig aktiver Daytrader kann davon ausgehen, dass jeder Anbieter diese für den Intraday-Handel grundlegenden Anforderungen erfüllt. Der Datenfeed ist zumeist „kostenlos“.

Trader können abhängig vom Anbieter auch fortgeschrittenere Datenfeeds neben den Rohmarktdaten erwerben. Diese enthalten bspw. historische Daten und zusätzliche Funktionen, wie das Scannen einer großen Anzahl von Aktien im Live-Markt auf ungewöhnliche Aktivitäten. Komplizierte Analyse- und Charting-Software sind weitere beliebte Ergänzungen, deren Zugang jedoch bis zu mehrere Hundert Euro bzw. US-Dollar pro Monat kosten kann.

Ein Broker verschiebt die Preise immer ein wenig zu seinen Gunsten, um selbst Gewinne zu erwirtschaften. Technik und Mitarbeiter müssen schließlich auch finanziert werden. Diese Differenzen zwischen Kauf- und Verkaufspreis werden als Spread bezeichnet. Ein niedriger Spread ist essenziell für die Durchführung profitabler Trades, insbesondere im kurzfristigen Daytrading. Die Daytrading-Broker AvaTrade und Pepperstone sind bekannt für niedrige Spreads.

Trader, die ihre Position nicht in die Warteschlange stellen und stattdessen den Marktpreis bezahlen wollen, zahlen den Spread für diese Market Orders. Im Gegensatz dazu erhalten Trader, die sich freiwillig in die Warteschlange stellen und auf die Ausführung warten den Spread als Bonus für Ihre Limit Orders. Einige Daytrading-Strategien zielen auf diesen Umstand ab und versuchen, die Spreads als zusätzlichen oder sogar einzigen Gewinn für erfolgreiche Trades zu erzielen.

Margin-Zinsen & Margin Calls

Ein weiterer großer Kostenfaktor wird Margin genannt. Unter diesen Namen fallen weitere Begriffe, auf welche wir im Folgenden kurz eingehen werden.

Margin-Zinsen sind Zinsen für das Leihen von Kapital, die Trader jeden Tag für das Halten einer Position zahlen müssen. Margin-Zinsen können erhebliche Kosten beim „Aktien-Handel auf Margin“ verursachen. Da Leerverkäufe nur über Margin-Konten getätigt werden können, können sich die für Leerverkäufe zu zahlenden Zinsen im Laufe der Zeit aufsummieren. Dies gilt vor allem, falls Short Positionen über einen längeren Zeitraum offen gehalten werden.

Leerverkäufe sind gemeinhin auch unter dem Namen Margin-Handel bekannt. Beim Eingehen einer Short Position eröffnen Sie ein Margin-Konto, über welches Sie sich Geld vom Broker leihen und Ihre Investition als Sicherheit verwenden können. Verluste können jedoch leicht aus dem Ruder laufen, da die Mindestunterhaltspflicht von 25 % erfüllt werden muss. Unterschreitet Ihr Konto diesen Wert, so fordert Ihr Broker Sie zu einer Nachschussforderung (Margin Call) auf. Sie müssen nun mehr Geld einzahlen oder Ihre Position auflösen und die bestehenden Verluste hinnehmen.

Beim Eingehen einer Short Position verpflichtet sich der Trader dazu eine Sicherheitsleistung auf seinem Konto zu hinterlegen. Dieser anfängliche Gesamtwert des Kontos wird Initial Margin (Ersteinschuss) genannt. Bei signifikanten Verlusten kann die Position auch so stark absinken, dass sie die Maintenance Margin (Mindesteinschuss) unterschreitet. In diesem Fall findet ein Margin Call (Nachschussforderung) statt. Dieser ist eine Warnung an den Trader und verpflichtet ihn dazu, sein Konto wieder bis zur Initial Margin aufzustocken, falls er die verlustreiche Position offenhalten möchte. Ist er dazu nicht in der Lage, so kann der Broker die Schließung der Position erzwingen.

Tipp 24: Trader müssen also täglich Margin-Zinsen für das Halten von Short Positionen bezahlen. Demzufolge sollten wir Short Positionen also lediglich kurzzeitig halten, um die Kosten zu verringern. Falls erforderlich müssen weitere Zahlungen wie Nachschussforderungen (Margin Calls) beglichen werden.

Ein Vorteil im Daytrading ist, dass es keine Overnight-Gaps gibt, da Position immer vor Handelsschluss geschlossen werden. Diese stellen ein beachtliches Risiko bei gehebelten Positionen dar und können im schlimmsten Fall dazu führen, dass ein gesetzter Stop-Loss weit über- bzw. unterschritten wird und die eigenen Verluste nicht wie gewünscht begrenzen werden.

Zeit

Man findet online einige Berichte von Daytrader, die angeben, dass ihnen 2 Stunden aktives Trading pro Tag ausreichen. Das erscheint im Vergleich zu den 8 Stunden eines Vollzeitjobs von Arbeitnehmern erstmal sehr wenig. Mit Blick auf die Haltedauer eines Daytrades von einigen Minuten bis wenigen Stunden wirkt die Geschichte schon wieder ganz anders. Zudem sollte man bedenken, dass einige zusätzliche Stunden pro Woche für die Vor- und Nachbereitung der Positionen anfallen.

Faustregel 15: Daytrading ist sehr zeitaufwendig, wenn man sich Mühe bei der Auswahl der Setups gibt. Ernsthaftes Daytrading ist somit nicht für jeden Arbeitnehmer eine Option, da diese mitunter schlichtweg nicht die Zeit dafür erübrigen könnten.

Vor- und Nachteile des Daytradings

Zum Abschluss listen wir noch einmal alle Vor- und Nachteile vom Daytrading auf und beziehen diese in unsere zukünftigen Positionen ein.

Vorteile von Daytrading

Beim Daytrading werden zusätzliche Kosten oder Risiken vermieden, die mit dem Halten einer Position über Nacht verbunden sind. Daytrades werden immer vor Handelsschluss geschlossen und verursachen daher per se keine Haltekosten über Nacht. Das entkompliziert den Kostenaspekt des Daytradings und ist einer der großen Vorteile gegenüber langfristigeren Trading-Arten.

Zudem birgt es wegen der großen Anzahl an Trades das Potenzial auf enorme Profite in sehr kurzer Zeit. Dies setzt natürlich das richtige bzw. professionelle Umsetzen der Positionen voraus.

Viele Daytrader sind selbstständig und arbeiten auf eigene Faust. Sie sind niemandem (auch keinem Vorgesetzten) Rechenschaft schuldig und haben ihr Schicksal selbst in der Hand. Sie sind Unternehmer, die von ihrem Verstand und erlerntem Wissen leben und die Früchte ihrer eigenen Entscheidungen ernten. Allein die erfolgsbasierte Entlohnung spricht engagierte Menschen stark an, denn der bessere Trader generiert auch die höheren Gewinne.

Die Euphorie beim Schließen eines erfolgreichen Trades ist nur mit wenigen Dingen vergleichbar. Das tägliche Vergrößern des Portfolios durch eigene Anstrengungen und ein bisschen Glück wird von den meisten Tradern als sehr aufregend empfunden, gibt einen zusätzlichen Kick und hält die Motivation für kommende Trading-Sessions oben.

Der Weg eines Daytraders ist klar, aber auch steinig und schwer. Der Erfolg im Daytrading lässt sich mit einem Blick auf den Kontostand sehr einfach messen und bewerten.

Daytrader nehmen in unserem westlichen Gesellschaftsbild einen fast mystischen Status ein, da sie tagtäglich mit einem hohen Risiko umgehen müssen. Ihr Lebens- und Arbeitsstil steht im starken Kontrast zum klassischen 40-Stunden-Job eines westlichen Arbeitnehmers. Hier trennt sich die Spreu schon nach kurzer Zeit vom Weizen, sodass sich nur jene mittel- und langfristig als Daytrader bezeichnen können, die trotz aller Um- und Widerstände erfolgreich bleiben.

Der Ruf der Daytrading-Branche sorgt dafür, dass sich viele Menschen für dieses Thema begeistern und ihr Wissen dazu gern vertiefen möchten. Aus dieser Nachfrage resultiert fast zwangsläufig, dass eine gewisse Menge von Anbietern dieses bedienen will, was bei einem so großen Markt in eine breite Auswahl an Anbietern resultiert. Allein die Anzahl freier Quellen, die man online finden kann, ist schlichtweg gigantisch. Der steigende Konkurrenzkampf erhöht zudem die Qualität der Quellen, da nur die besten Produkte:

  • gute Bewertungen erhalten,
  • Neukunden ins Auge fallen und
  • langfristig verkauft werden.

Der einfache Einstieg ins Daytrading ist ein weiterer Grund für die hohe Beliebtheit. Nahezu jeder verfügt über einen Computer inklusive Internetanschluss. Der nächste Schritt zum kostenlosen Account ist nicht schwerer, allein das Aufbringen eines angemessenen Startkapitals stellt für viele die größte Hürde dar.

Nachteile von Daytrading

Das Daytrading birgt wegen des kurzen Zeitrahmens und der Anzahl potenziell verlustbehafteter Trades ein hohes Risiko. Dieses kann man mit einem angemessenen Risikomanagement natürlich steuern und begrenzen. Das Risiko erhöht sich beträchtlich, falls gehebelte Produkte verwendet werden.

Daytrading eignet sich nicht für Menschen, die ihre Emotionen nicht vollends im Griff haben. Warum? Da Daytrader dem Erfolgsdruck tagtäglich standhalten müssen, ohne der Zockerei zu verfallen.

Gewinne aus dem Daytrading werden zudem steuerlich stärker belastet als Erträge aus Anlagen, die länger als ein Jahr gehalten werden. Erträge aus Daytrades werden also zum gleichen Satz besteuert wie gängiges Einkommen, aber wesentlich stärker als Profite aus Buy-and-Hold-Strategien.

Daytrading birgt das Potenzial zu psychologischen Abhängigkeiten. Wie bei einer Spielsucht führt allein die Möglichkeit auf den Gewinn großer Geldbeträge in kurzer Zeit zu einem Drang weiterzumachen. Und das unabhängig davon, ob man eine Glückssträhne oder schlichtweg Pech hat. Eine solche Abhängigkeit kann erhebliche Konsequenzen mit sich führen, insbesondere wenn Sie mit geliehenem Geld oder Kapital handeln, dessen Verlust Sie sich nicht leisten können.

Der tagtägliche Zeitaufwand für Daytrading beträgt mehrere Stunden und ist im Vergleich zu anderen Trading-Arten sehr hoch. Hierbei nimmt das Trading selbst keinen so großen Anteil ein wie viele denken: Professionelle Daytrader investieren mehrere Stunden täglich in die Analyse und Recherche ihrer Setups. Daytrading eignet sich also nur für Trader, die auch die Zeit haben, um ihre Märkte ständig zu beobachten und auf unerwünschte Kursbewegungen zu reagieren.

Mein Fazit zu Daytrading

Daytrading ist einer der kurzlebigeren Bereiche der Trading-Branche und wir immer noch mystifiziert. Die gigantischen Gewinne in kurzer Zeit grenzen aus Sicht der Öffentlichkeit gelegentlich an Zauberei. Konstante Gewinne sind mit der richtigen Struktur, Strategie und ausreichend Kapital jedoch keineswegs unrealistisch. Leicht wird dieser Weg jedoch nicht, zumal die private und institutionelle Konkurrenz stark und bereits etabliert ist.

Wir raten Einsteigern ganz klar vom Daytrading ab. Warum? Neulinge sollten sich erstmal die Grundlagen aneignen und im größeren Zeitrahmen handeln. Idealerweise setzt man zuerst auf Qualität und dann auf Quantität, denn was man gut kann, das geht ab einem bestimmten Zeitpunkt auch schneller von der Hand und funktioniert trotzdem.

Sie haben wenig Trading-Wissen und wollen dennoch Daytrader werden? Dann beginnen Sie im Swingtrading, sammeln dort erste praktische Erfahrungen und wechseln dann Stück für Stück in kürzere Zeitrahmen.

Im Rahmen dieses Artikels haben wir Sie mehrmals darauf hingewiesen, dass eine ausgiebige Recherche vor Investitionen stets eine gute Wahl ist. Prüfen Sie die Referenzen des Produktes und durchforsten Sie Blogs und Foren. So vermeiden Sie leichten Kapitalverlust und haben mehr Geld für Ihr Trading-Portfolio.

Bonus: Die Geschichte von Daytrading

In diesem Abschnitt betrachten wir die Anfänge des Daytradings und die wichtigsten regulatorischen Änderungen, die das Daytrading zu dem gemacht haben, was es heute ist.

Die Geburtsstunde des Daytradings (1867)

Das Foto zeigt 2 Frauen, die ein Tickerband ablesen und die Kurswerte aktualisieren.
Frauen lesen Tickerband ab & aktualisieren Kurswerte

Die Anfänge des Daytradings reichen bis ins Jahr 1867 zurück. Der Intraday-Handel ist also nicht erst mit dem Aufkommen von Computern oder dem Internet entstanden. Börsen nutzten die Kommunikationstechnologie von Telegrafen, um das erste Tickerband (Ticker Tape) zu erstellen.

Mit dessen Hilfe konnten Informationen über Transaktionen auf dem Börsenparkett leicht an Trader weitergegeben werden. Börsenmakler versuchten damals in der Nähe von Börsen wie der New York Stock Exchange zu wohnen, da sie so ständig mit Tickerbändern und den aktuellsten Informationen versorgt wurden.

Der Begriff „Ticker Tape“ beschreibt heute den Strom elektronischer Informationen, der über ein Banner läuft. Früher handelte es sich um ein physisches Blatt Papier. Trader nutzten dieses Band, um fundierte Entscheidungen über die tagesaktuelle Entwicklung des Aktienmarktes zu treffen. Dies ermöglichte ihnen die Teilnahme am Intraday-Handel.

Einzelhändler hatten in der frühen Geschichte der Aktienmärkte keinen direkten Zugang zu den Märkten. Es war damals üblich, dass alle Aufträge über einen Makler erteilt wurden. Daytrading war damals aufgrund der hohen Einstiegshürden nicht sehr beliebt in der breiten Bevölkerung.

Schaffung eines Kommunikationsnetzes (1971)

Die National Association of Securities Dealers (NASD) schuf 1971 ein elektronisches Kommunikationsnetz, bzw. Electronic Communication Network (kurz: ECN). Das erste ECN wurde National Association of Securities Dealers Automated Quotation System getauft und wird heute Nasdaq genannt. Die globale Verbreitung von Börseninformationen gestaltete sich dank ihm wesentlich effizienter als je zuvor.

Ein ECN wird als ein Computersystem definiert, das den außerbörslichen Handel mit Finanzprodukten erleichtert. Dieser Punkt machte die Aktienmärkte leichter zugänglich für Durchschnittsbürger und ermöglichte das Investieren für Privatanleger. Zu diesem Zeitpunkt war das Daytrading bei Kleinanlegern jedoch weder beliebt noch verbreitet.

Abschaffung der Festkommissionsbörsen (1975) & Ära der Discount-Broker

Während der gesamten Frühgeschichte der amerikanischen Aktienmärkte gab es über 180 Jahre feste Kurse für den Handel. Die Märkte hatten feste Preise für alle Abschlüsse, sodass Makler nicht mit anderen Maklern bezüglich dem Preis konkurrieren konnten.

Dies änderte sich grundlegend, als die Securities and Exchange Commission (SEC) 1975 Vorschriften zur Abschaffung fester Provisionen verabschiedete. Ab diesem Zeitpunkt wurden die Handelsgebühren an den Börsen erstmals durch den Wettbewerb auf dem Markt bestimmt.

Mehrere Unternehmen markierten als Reaktion darauf den Startpunkt der „Ära der Discount-Broker“, indem sie ihren Kunden den Aktienhandel zu ermäßigten Provisionssätzen ermöglichten. Die Broker begannen nun miteinander zu konkurrieren, indem sie immer niedrigere Tarife anboten. Makler begannen innovativ zu denken und experimentierten mit neuen Handelssystemen, um den Prozess noch effizienter zu gestalten.

Ein Nebeneffekt war, dass der Aktienhandel für Privatanleger noch weiter vereinfacht wurde: Sie verfügten nicht mehr nur über einen uneingeschränkten Zugang zu den Aktienmärkten, sondern konnten auch zu niedrigeren Kosten bei einer wachsenden Zahl an Brokern traden.

ECNs vereinfachen den Handel für Privatanleger

In den folgenden Jahren entstand eine Reihe von ECNs, um der Nachfrage der Anleger gerecht zu werden. Diese hatten eine grundlegende Funktion am Markt: Das automatische Zusammenführen der Kauf- und Verkaufsaufträge für Wertpapiere. Sie vernetzten einzelne Trader mit großen Maklern und ermöglichten beiden Seiten den günstigen Wertpapierhandel ohne Zwischenhändler.

Eines der bekanntesten ECNs heißt Instinet, das in den 1970ern bis 90ern im Nasdaq-Handel weit verbreitet war und auch von Einzelpersonen und kleinen Unternehmen genutzt werden konnte.

Ein weiteres ECN war NYSE Arca. Dieses ging aus einer Kombination von NYSE und Archipelago (einem frühen ECN von 1996) hervor. Arca erleichterte den elektronischen Aktienhandel an den großen US-Börsen wie der NYSE und der Nasdaq.

Der Börsenkrach (1987) & das SOES

Der Absturz des Aktienmarktes im Oktober 1987 offenbarte ein grundlegendes Problem mit der Art und Weise, wie die Märkte für Privatanleger funktionierten:

Dieses bestand darin, dass die meisten Trades damals über das Telefon abgewickelt wurden. Beim Zusammenbruch des Aktienmarktes umgingen die Makler dieses Problem ganz einfach, indem sie nicht mehr zum Hörer griffen. Die anrufenden Anleger wurden schlichtweg ignoriert und konnten ihre Aktien nicht verkaufen.

Die SEC führte daraufhin das Small Order Entry System (SOES) als alternatives System ein. Das SOES gab Aufträgen von bis zu 1.000 Aktien den Vorrang vor größeren Aufträgen. Dies trug maßgeblich zum Schutz von Kleinanlegern bei, verringerte die Zugangsbarrieren zwischen Einzelanlegern und dem Aktienmarkt noch weiter und erleichterte das Daytrading zunehmend.

Daytrading wird massentauglich & resultiert in der Dotcom-Blase (1997)

Das SOES ermöglichte Millionen von Einzelanlegern einfache Investitionen am Aktienmarkt. Die massive Zunahme von Privatanlegen resultierte darin, dass der Markt so stark wie noch nie massenpsychologisch beeinflusst wurde.

Das bekannteste Beispiel ereignete sich 1997 mit der sogenannten „Dotcom-Blase“, als Menschen nahezu alle Aktien kauften, die mit dem Internet als sich verbreitende, neue Technologie zu tun hatten.

Online-Broker führten E-Trades (elektronische Trades) als Dienste ein und vereinfachten Anlegern das Investieren noch weiter. Kleinanleger hatten dank des Internets nun direkten Zugang zu Kursnotierungen, Handelsaktivitäten und anderen wertvollen Marktinformationen, was die Wettbewerbsbedingungen zunehmend für alle Seiten ebnete. Einige große Makler sahen sich im Hinblick auf den fortschreitenden technologischen Fortschritt sogar durch das SOES benachteiligt.

Das Daytrading wurde auch unter Kleinanlegern zunehmend zum schnellen Geschäft, denn nun konnten Trader ohne einschlägige Markterfahrung mehrere hundert Prozent Rendite pro Tag erwirtschaften.

Das Phänomen Daytrading & der Barton-Vorfall (1999)

Das Daytrading hatte sich im Jahr 1999 zu einem echten Phänomen entwickelt, auch wenn lediglich eine geringe Anzahl an Kleinanlegern aktiv teilnahm. Der Vorsitzende der SEC Arthur Levitt schätzte die Anzahl der Daytrader vor dem Kongress 1999 auf etwa 7.000. Im Vergleich dazu schätzte er die Zahl der Internetnutzer, die sich bei Online-Brokern angemeldet hatten, auf etwa 5 Millionen.

Damals wurde Daytrading aus Unwissenheit häufig negativ assoziiert. Den tragischen Höhepunkt stellte die Schießerei in einem Daytrading-Büro in Atlanta dar, bei der Mark Barton 12 Menschen tötete und 13 weitere verletzte, nachdem er innerhalb von zwei Monaten schätzungsweise 105.000 US-Dollar beim Daytrading verloren hatte. Der Barton-Vorfall überzeugte viele Menschen davon, dass das bösartige Daytrading so stressig sei, dass es einen „normalen Menschen“ zu einem Massenmord verleiten kann.

Der Beruf des Daytraders erhielt einen weiteren Dämpfer, als die North American Securities Administrators Association zwei Wochen nach der Schießerei einen Bericht veröffentlichte. Dieser verkündete, dass 7 von 10 Daytradern ihre gesamte Investition verlieren.

Abschaffung SOES & Platzen der Dotcom-Blase (2000)

Das Foto zeigt Reaktionen von US-Bürgern zur Dotcom-Blase.
Reaktionen von US-Bürgern zur Dotcom-Blase

Das bereits beschriebene SOES-System sollte Privatanleger ursprünglich dazu ermutigen, in den Markt einzusteigen. Es führte zugleich aber auch dazu, dass Daytrader einen unfairen Vorteil erhielten, da die im Intraday-Handel üblichen kleinen Positionen den Vorrang vor größeren Aufträgen erhielten. Daher wurden im Jahr 2000 umfangreiche Anpassung am SOES vorgenommen, mit denen etwaige Vorteile für Daytrader verfielen.

Zusätzlich gingen viele Daytrader mit dem Platzen der Dotcom-Blase in Konkurs oder verloren einen erheblichen Teil ihrer Investitionen. Viele suchten sich einen anderen Karriereweg, sodass die Blütezeit der Daytrader mit ihren Pump-and-Dump-Methoden beendet schien. Das Daytrading wurde nun mehr als gewöhnliche Investitionen wahrgenommen, an der gewöhnliche Anleger problemlos teilnehmen konnten.

Daytrading in den 2000er Jahren

In den 2000er Jahren wurde das Daytrading zunehmend professioneller. HowStuffWorks.com zitiert das US-Arbeitsministerium, wonach es im Jahr 2006 in den Vereinigten Staaten 320.000 Wertpapier-, Rohstoff- und Finanzdienstleistungsagenten gab – inklusive Daytrader. Der Anteil an Daytradern wurde von HowStuffWorks.com auf 5 bis 10 % der professionellen Finanzdienstleister geschätzt, was ca. 16.000 bis 32.000 Personen wären. Man geht jedoch davon aus, dass die Gesamtzahl der Daytrader (inklusive Amateur- und Teilzeit-Daytrader) wesentlich höher war.

Daytrading seit den 2010ern

Das Daytrading wurde in den letzten Jahren insbesondere mit dem zunehmend günstigeren oder gar kostenlosen Handel noch erschwinglicher. Es erscheint Kleinanlegern immer mehr wie eine sinnvolle Option, um mit schnellen Gewinnen innerhalb weniger Tage ein beträchtliches Vermögen zu generieren und das eigene Portfolio zu boostern.

Heutzutage erfreut sich der Devisenhandel großer Beliebtheit unter den Daytradern. Seit einigen Jahren hat sich der MetaTrader 4 bzw. 5 als einer der führenden Broker im Forex Trading durchgesetzt. Auch der innovative und hoch liquide Krypto-Markt bietet Daytradern neue lukrative Optionen. Kryptos können ganztägig gehandelt werden und sind mittlerweile zu Tausenden vorhanden. Die Gier nach Profit hat jedoch schon so manchem Krypto-Enthusiasten viel Geld gekostet. Neben dem erhöhten Risiko durch die Volatilität bestehen weitere Gefahren in Form von Betrügern, die entweder unseriöse Projekte ins Leben rufen, oder ihre Opfer auf Fake-Websiten locken.

Drei Lektionen für Daytrader von Finanzwissenschaftlern

Es besteht eine große Kluft zwischen Daytrading bzw. technischer Analyse und der akademischen Welt. Daytrader sind für viele Akademiker lediglich Krach machende Trader und die technische Analyse bestenfalls Voodoo.

Demzufolge gibt es kaum Austausch zwischen diesen beiden Fronten. Daytrader sind zumeist auf Ihre Charts fixiert. Professoren der Finanzwissenschaft referieren vor ihren Studenten, während sie versuchen, Ihre Forschungen in renommierten Fachzeitschriften unterzubringen. Der Ideenaustausch ist jedenfalls gering.

Jedoch gibt es einige Forscher in der Finanzwissenschaft, die sich bemühen, in die Welt der Daytrader einzutauchen. Wir haben deren gründlichen Untersuchungen als die drei wichtigsten Lektionen für Daytrader in diesem Bonus-Abschnitt zusammengefasst.

Lektion 1: Emotionen beeinflussen die Leistung der Daytrader

Angst und Gier in den Finanzmärkten: Eine klinische Studie über Daytrader von Andrew W. Lo, Dmitry V. Repin und Brett N. Steenbarger.

Ich wünschte, es gäbe mehr Studien mit dieser großartigen Zusammenstellung von Autoren: zwei Professoren der Finanzwissenschaft mit zahlreichen Veröffentlichungen an der MIT Sloan School of Management und ein führender Trading-Psychologe.

Buchempfehlung: The Daily Trading Coach: 101 Lessons für Becoming Your Own Trading Psychologist von Brett N. Steenbarger

In diesem Dokument „Fear and Greed in Financial Markets: A Clinical Study of Day-Traders“ werden die Umfrage-Ergebnisse von 80 Freiwilligen aus Linda Bradford-Raschkes Online-Tradingprogramm ausgewiesen. Die Studie konzentriert sich auf deren emotionale Reaktionen während des Tradingprozesses.

Die Ergebnisse dieser Studie lauten wie folgt:

  • Extreme Emotionen führen zu weniger Gewinn.
  • Äußere Faktoren beeinflussen die Emotionen.

Wir haben stets gehört, dass es entscheidend für Daytrader ist, mit ihren Emotionen umgehen zu können. Diese Studie bestätigt diese Annahme. Daytrader, die sich emotional besser von ihren Gewinnen und Verlusten lösen können, kommen zu besseren Ergebnissen als jene, die stark auf das Ergebnis eines jeden Trades reagieren.

Offenbar geben Stoiker gute Daytrader ab.

Die Studie zeigt auch auf, dass äußere Faktoren wie das Wetter, Marktereignisse, sowie familiäre Belastungen, die emotionalen Umstände eines Individuums beeinflussen. Das ist auch ein Grund dafür, dass Sie sich Ihrer emotionalen Reaktion auf äußere Ereignisse bewusster werden und wissen sollten, wann Sie Trading vermeiden sollten.

Drei Lektionen für Daytrader von Professoren der Finanzwissenschaft

Lektion 2: Die technische Analyse performt besser im Forex und bei Futures

Die Rentabilität der technischen Analyse: Eine Arbeit von Cheol-Ho Park und Scott H. Irwin

Diese Schrift ist wahrscheinlich die umfangreichste Untersuchung zur Rentabilität der technischen Analyse. Die genannten Autoren prüften mehr als 100 Untersuchungen darauf, wie gewinnbringend die Regeln der technischen Analyse sind.

Diese Schrift bietet wertvolle Informationen, da die meisten Trader die technische Analyse einsetzen.

Die ausgewerteten Untersuchungen zeigten, dass die technische Analyse anscheinend in Forex- und Futuresmärkten besser funktioniert. Außerdem verdeutlichten die Auswertungen dieser Umfragen, dass der Gebrauch der technischen Analyse in den Forex- und Futuresmärkten am weitesten verbreitet ist. Sie sollten dies beachten, wenn Sie sich für Ihren Daytrading-Markt entscheiden.

Allerdings wiesen die Autoren darauf hin, dass die meisten Performance-Untersuchungen Fehler aufweisen, die aus der Auswertung der Daten resultieren könnten. Beispielsweise können sich Korrelationen ergeben bzw. interpretiert werden, die es in Wirklichkeit nicht gibt, da sie rein zufällig zustande kamen. Da bei dieser Untersuchung mechanische Trading-Regeln verwendet wurden, ist dies auch eine deutliche Warnung gegenüber mechanischen Trading-Systemen, die unglaublich hohe Gewinne versprechen.

Lesen Sie: Warum ist Futures-Trading die beste Wahl für einen Daytrader?

Lektion 3: 70 bis 80 % aller Daytrader generieren keine Gewinne

Wie oft haben Sie schon gehört, dass 90 % der Daytrader Geld verlieren? Haben Sie sich schon einmal gefragt, ob dies begründet ist?

Hier ist die Antwort:

Daytrading von Martin Sewell

Martin Sewell vom University College London hat eine präzise Aufstellung von Untersuchungen erarbeitet, die zwischen 1998 und 2005 über die Rendite von Daytrader durchgeführt wurden. Die beobachteten Daytrader stammten aus den USA, Taiwan und Finnland.

Aufgrund dieser Untersuchungen folgerte Martin Sewell, dass 70 % bis 80 % der Daytrader Geld verlieren.

Die gute Nachricht ist, dass die Misserfolgsquote von 90 % für Daytrader übertrieben ist. Dies gilt zumindest für diese Untersuchungen aus den genannten Ländern.

Die schlechte Nachricht ist, dass die Angabe von 70 % bis 80 % trotzdem recht hoch ist. Für einen sich mühenden oder ehrgeizigen Daytrader sind diese Zahlen nicht gerade ermutigend. Aber warum sollten Sie auch ermutigend sein, frage ich mich. Tatsache ist, dass Daytrading eine Herausforderung darstellt. Und es ist mit Sicherheit nicht der Weg, um schnell reich zu werden. Diese Untersuchungen erinnern Sie an diese Realität.

Die Vorbehalte dieser Lektionen

Diese Forschungen haben Daytradern sicherlich eine gewisse Grundlage und Perspektiven in Bezug auf viele konventionelle Trading-Weisheiten vermittelt, die überall verbreitet werden.

Verwenden Sie diese aber mit Bedacht: Jede Untersuchung hat ihre eigenen Annahmen, Thesen, Stichproben und Methodik. Jede Schlussfolgerung stößt an diese Einschränkungen. Beziehen Sie sich daher immer auf die ursprüngliche Schrift, um Einzelheiten zu erfahren.

Letztlich sollten Sie bedenken, dass Kunst und Wissenschaft beim Trading miteinander verschmelzen, und dass nicht jeder Aspekt des Tradings quantitativ erfassbar ist.

Bleiben Sie unvoreingenommen, offen und erwerben Sie noch mehr Trading-Erfahrung. So werden Sie lernen, Ihr Bauchgefühl beim Trading zu kultivieren.

Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlicht: 3 Lessons for Day Traders from Finance Professors

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

Drei Lerneinheiten für den autodidaktischen Daytrader

Viele Daytrader, wie auch ich, haben Daytrading auf autodidaktische Weise erlernt. Wir lernten mithilfe kostenloser Informationsquellen und einiger Bücher, die wir im Buchladen erworben oder in der Bibliothek ausgeliehen haben.

Dies ist eine kostengünstige und aufregende Art zu lernen.

Aber bei den unendlich vielen Informationsquellen, die es gibt, könnten Sie auch in Schwierigkeiten geraten, da Sie mitunter nicht wissen, wo Sie anfangen sollen. Die folgenden drei Lehrpläne werden Ihnen den Weg weisen und hilfreiche Tipps für Ihre Daytrading-Schulung geben.

Lerneinheit 1: Daytrading-Module für Einsteiger

Die erste Lektion wird Sie in das Daytrading einführen.

Was ist Daytrading?

Wir werden in der ersten Lektion mit dem grundlegenden Verständnis dessen beginnen, um was es beim Daytrading überhaupt geht. Dieser Teil des Kurses stellt keine Anforderungen, ist aber sehr wichtig. Er legt den Grundstein für Ihre weiteren Studien.

Ziele

  • Verstehen, was Daytrading ist – dazu gehören auch verwandte Themen und deren Risiken.
  • Herausfinden, ob Sie wirklich daytraden wollen bzw. ob Daytrading das Richtige für Sie ist.

Aufgabenliste

  1. Schauen Sie sich dieses Video von Investopedia „What is Day Trading?“ an.
  2. Lesen Sie Day Trading: Your Dollars At Risk von der U.S Securities and Exchange Commission (SEC).
  3. Lesen Sie den umfassenden Beitrag von Wikipedia über Day Trading. Versuchen Sie nicht, alles zu verstehen! Überfliegen Sie den Text und verschaffen Sie sich einen Überblick zu diesem Thema.
  4. Lesen Sie das Buch Day Trading For Dummies, um einen umfassenden Überblick zum Thema Daytrading zu bekommen. (Optional, aber sehr zu empfehlen.)

Sie haben sich dazu entschlossen, es einmal mit diesem anspruchsvollen Job zu versuchen? Dann gehen Sie zum nächsten Abschnitt über.

Was ist technische Analyse?

Die technische Analyse ist ein wichtiger Teil des Daytradings. Daher sollten wir uns damit vertraut machen, bevor wir fortfahren.

Ziele

  • Verständnis der Grundlagen technischer Analyse. Dazu gehören deren Grundsätze, die Chartarten und grundlegende Chartformationen.
  • Eignen Sie sich die Trading-Fachsprache für die fortgeschrittenen Module an, die in der nächsten Lektion behandelt werden.

Aufgabenliste

  1. Lesen Sie die 12-teilige Reihe zur technischen Analyse von Investopedia.
  2. Studieren Sie das Buch Technical Analysis: The Complete Resource for Financial Market Technicians  von Charles D. Kirkpatrick und Julie A. Dahlquist. Lesen Sie die Kapitel 2, 11, 12, 13, 14, 15, 17 und 18. Beantworten Sie die Fragen, die nach jedem Kapitel folgen.

Nun sind Sie in die Welt der technischen Analyse und des Tradings eingestiegen. Wir können uns jetzt den spezifischeren Daytrading-Themen  zuwenden.

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Lerneinheit 2: Daytrading-Module für Fortgeschrittene

Dieser Teil behandelt fortgeschrittene Themen, mit denen sich erfahrenere Daytrader beschäftigen, um sich laufend zu verbessern.

Trading-Strategien

Daytrading-Strategien sind Ihre Jagdwerkzeuge. Arbeiten Sie ständig weiter an ihnen. Warten Sie sie, um möglichst profitabel zu sein.

Versuchen Sie jedoch nicht zu viele Strategien gleichzeitig einzusetzen. Konzentrieren Sie sich zuerst auf ein Trading-Setup, das zu Ihrem Stil passt und ergänzen Sie weitere Setups später.

Ziele

  • Wählen Sie Daytrading-Strategien aus, die sinnvoll für Sie sind.
  • Prüfen Sie diese Daytrading-Strategien.

Aufgabenliste

  1. Gehen Sie unsere Trading-Setups durch (Ja, wir sind voreingenommen, aber wir glauben einfach, dass sie nützlich sind.). Unsere Übersicht bezieht sich auf jedes Trading-Setup. Für mehr Trading-Strategien nehmen Sie Bezug auf die genannten Quellen, so erforderlich.
  2. Besuchen Sie Daytrading-Foren und überprüfen Sie die gängigen Trading-Strategien.
  3. Beschaffen Sie sich einen Daytrading-Simulator.
  4. Testen Sie die Trading-Strategien, die Ihre Aufmerksamkeit erregt haben.

Modelle des Geldmanagements

Hier geht es um Ihr Sicherheitsnetz. Beginnen Sie keinesfalls mit dem Live Trading, so Sie noch keinen Geldmanagement-Plan haben.

Ziele

  • Erkennen Sie, warum Geldmanagement (Money Management) und das Risiko des Totalverlustes so wichtig für das Daytrading sind.
  • Lernen Sie die verschiedenen Modelle des Geldmanagements kennen.
  • Wenden Sie zumindest ein Modell des Geldmanagements an.

Aufgabenliste

  1. Studieren Sie das Kapitel 23 des Buches Technical Analysis: The Complete Resource for Financial Market Technicians von Charles D. Kirkpatrick und Julie A. Dahlquist – Geldmanagement ist das Thema dieses Kapitels.
  2. Lesen Sie das Buch A Trader`s Money Management System: How to Ensure Profit and Avoid the Risk of Ruin von Bennett A. McDowell.
  3. Entwickeln Sie Ihren eigenen Geldmanagement-Plan. Beginnen Sie zunächst mit einem einfachen Plan, zum Beispiel: Riskieren Sie pro Tag nie mehr als 2 % Ihres Kontos. Diesen Plan können Sie dann weiterentwickeln.

Trading-Psychologie

Die Trading-Psychologie ist es, die Spitzentrader vom Rest unterscheidet. Sie bestimmt auch die Dauer Ihrer Daytrading-Laufbahn.

Ziele

  • Achten Sie auf Ihre Emotionen, während Sie traden.
  • Erkennen Sie die üblichen Fallgruben, wie zum Beispiel exzessives Trading (Overtrading), mangelnde Disziplin oder Lähmung durch Analyse (Handlungsunfähigkeit).

Aufgabenliste

  1. Lesen Sie die beiden Bücher von Mark Douglas: Trading in the Zone: Master the Market with Confidence, Discipline and a Winning Attitude und „ The Disciplined Trader: Developing Winning Attitudes“.
  2. Legen Sie ein Trading Journal an und denken Sie über die Emotionen nach, die Sie während jedes Trades erleben.

Lerneinheit 3: Daytrading-Module für Experten

Unsere letzte Unterrichtseinheit kann Ihnen dabei behilflich sein, die von Ihnen gewählte Spezialisten-Laufbahn einzuschlagen.

Aufgrund der bisherigen Module haben Sie wahrscheinlich erkannt, dass es unterschiedliche Abstufungen und Betrachtungen für die verschiedenen Märkte gibt. Nun müssen Sie sich entscheiden, auf welchen Markt Sie sich spezialisieren wollen bzw. welchen Markt Sie eingehender untersuchen wollen.

Das Ziel ist es, Fachkenntnisse und Kompetenzen in dem von Ihnen auserwählten Markt zu entwickeln. Daher haben wir Quellen zusammengestellt, damit Sie sofort beginnen können. Als fortgeschrittener Student des Daytradings können Sie anschließend nach weiteren Quellen hinsichtlich Ihres Interessengebiets suchen.

Futures-Trading

Forex-Trading

Aktien-Trading

Optionen-Trading

Schlussbemerkungen zu „Drei autodidaktische Lerneinheiten für Daytrader“

Daytrading zu erlernen ist keine leichte Aufgabe. Dies auf autodidaktische Weise zu erlernen, ist sogar noch härter, aber eine lohnenswerte Herausforderung. Aus diesem Grund kann ein Mentor hilfreich sein.

Überhaupt müssen Daytrader unabhängig sein und nicht irgendeinen Daytrading-Guru verehren. Und sich selbst das Daytrading beizubringen, ist der beste Ausdruck für die Unabhängigkeit Ihres Denkens.

Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlicht: 3 Lesson Plans For The Selftaught Day Trader

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud


Daytrading mit einem Gleitenden Durchschnitt Kanal

Dieses Daytrading-Setup von Jake Bernstein verwendet einen Gleitenden Durchschnitt Kanal, um den Trend und die wichtigen Unterstützungs- und Widerstandsbereiche zu erfassen. Für unsere Betrachtung haben wir einen Gleitenden Durchschnitt Kanal mit einem einfachen 20 Perioden Gleitenden Durchschnitt (Simple Moving Average = SMA) der Hochs und Tiefs erstellt.

Lesen Sie diesen Artikel für mehr Informationen: Die Trading Strategie des verschobenen Gleitenden Durchschnitt Kanal

Trading-Regeln für das Daytrading mit dem Gleitenden Durchschnitt Kanal

Long-Daytrade

  1. Abwarten, bis sich zwei aufeinander folgende Kursstäbe vollständig über das Hoch des Kanals hinaus bewegen.
  2. Kauf, wenn der Kurs die Tiefs des 20er SMA testet. Aggressivere Trader können mit einer Kaufposition einsteigen, wenn der 20er SMA der Hochs getestet wird.

Short-Daytrade

  1. Abwarten, bis sich zwei aufeinander folgende Kursstäbe vollständig unter das Tief des Kanals hinausbewegen.
  2. Verkauf, wenn der Kurs die Hochs des 20er SMA testet. Aggressivere Trader können mit einer Verkaufsposition einsteigen, wenn der 20er SMA der Tiefs getestet wird.

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Trading-Beispiele für das Daytrading mit dem Gleitenden Durchschnitt Kanal

Gewinntrade

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Abwärtstrend bestätigt. | Short-Einstieg mit einer Sell Limit Order an der oberen Kanallinie

Dieser Chart zeigt einen 5-Minutenchart des ES (E-mini Future des S&P 500). Die beiden eingekreisten Kerzen unterschritten den Kanal des Gleitenden Durchschnitts vollständig und bestätigten somit den Abwärtstrend.

Als konservativen Trade platzierten wir eine Sell Limit Order auf der oberen Kanallinie. Als die Kurse die obere Kanallinie erreichten, stiegen wir mit einer Short Position bei 1347,25 ein. Die Kurse bewegten sich weiter nach unten bis 1338 und brachten ein Gewinnpotenzial von 9,25 Punkten. Dabei mussten wir fast kein Risiko eingehen, da sich die Kurse sofort in unsere Richtung bewegten, nachdem wir eingestiegen waren.

In diesem Beispiel verdeutlichte der Gleitende Durchschnitt Kanal den soliden Abwärtstrend, als die Kurse mit Kraft aus dem Kanal nach unten ausbrachen. Die obere Kanallinie ergab einen hervorragenden Widerstand und verringerte unser Risiko. Selbst wenn wir eingestiegen wären, als die bärische Outside-Kerze das Tief der vorherigen Kerze durchbrach und unter der unteren Kanallinie notierte, wäre das ein guter Einstieg mit nur minimaler Gegenbewegung gewesen.

Verlusttrade

gleitender-durchschnitt-kanal-daytrade-verlusttrade
Abwärtstrend bestätigt. | Short-Einstieg an der oberen Kanallinie

In ähnlicher Weise hatten wir hier zwei Kursstäbe vollständig unter dem Kanal zur Bestätigung des Abwärtstrends. Wir bezogen eine Short Position mit einer Limit-Order bei etwa 1356,75. Aber die Kursbewegung verlief sofort ungünstig für unsere Position und verhinderte jegliche vernünftige Stop Loss Order.

Es gab Warnsignale, die dagegen sprachen, diesen Trade einzugehen. So befanden sich die beiden eingekreisten Kursstäbe nicht ganz im freien Fall, denn die erste Kerze war ein Doji und der zweite Kursstab wies eine lange Lunte (oder einen langen unteren Schatten) auf.

Als nächstes, gleich nach dem Kanal-Ausbruch gab es einen klassischen Doppelboden, dem nacheinander vier bullische Kerzen folgten. Außerdem konnten Sie feststellen, dass auf jeden bärischen Kursstab ein Doji oder eine bullische Kerze folgte, was darauf hinweist, dass die Bären den Kampf aufgegeben hatten.

Angesichts dieses bullischen Kontextes sollten wir nicht einfach aufgrund starrer Trading-Regeln einen Short-Trade eingehen.

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Abschließende Bemerkungen zum Daytrading mit dem Gleitenden Durchschnitt Kanal

Dieses Trading-Setup ergänzt den herkömmlichen Gleitenden Durchschnitt auf sinnvolle Weise. Die Verwendung der Hochs und Tiefs zur Bildung der Gleitenden Durchschnitte ist ein einwandfreies und tragfähiges Konzept, da es sich dabei um die natürlichen Unterstützungs- und Widerstandslevels jedes Kursstabes handelt. Daher eignet sich das Konzept gut als Unterstützung und Widerstand.

Da es zweier Kerzen bedarf, um den Kanal zu unter- bzw. überschreiten, ist diese Vorgehensweise hilfreich, um Spitzen in der Kursbewegung ausfindig zu machen und konsolidierende enge Kursspannen zu vermeiden.

Eine mögliche Fallgrube bei der Verwendung dieses Trading-Konzepts besteht in der übermäßigen Abhängigkeit vom Kanal des Gleitenden Durchschnitts als Unterstützung und Widerstand. Dies könnte Trader dazu verleiten, die tatsächlichen Kursbewegungen, die sich vor ihren Augen abspielen, zu übersehen.

Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlicht: Moving Average Channel Day Trade

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud


Daytrading mit dem 20er Gleitenden Durchschnitt

Daytrading ist ein schnelles und spannendes Geschäft mit vielen Facetten. Daher besteht der beste Weg darin, Ihre Tradingmethode einfach zu halten, um einen reibungslosen Handel zu gewährleisten. Anstatt weitere Indikatoren zu verwenden, schauen wir uns in diesem Artikel an, wie wir das Beste aus einem einzigen Indikator herausholen können, und zwar geht es hier um den Gleitenden Durchschnitt.

Gleitender Durchschnitt als Trading Werkzeug

Vielleicht denken Sie, dass die Beschränkung auf nur einen Indikator Ihre Analysemöglichkeiten einschränkt. Aber weniger ist oft mehr. Für Daytrader, die nach Einfachheit suchen, ist die Beherrschung eines vielseitigen Indikators der richtige Ansatz. Und der Gleitende Durchschnitt (engl. Moving Average: MA) ist sozusagen das Schweizer Taschenmesser, das Sie sich wünschen.

In diesem Beitrag werden wir uns vor allem damit beschäftigen, einen 20-Perioden Gleitenden Durchschnitt als Daytrading-Instrument für Pullback-Trades in Trends zu verwenden.

Nein, 20 ist keine magische Zahl. Sie ist auch nicht das am besten gehütete Geheimnis unter erfolgreichen Tradern. Sie können jeden mittelfristigen Beobachtungszeitraum anhand historischer Daten für Ihren Gleitenden Durchschnitt nutzen, wenn Sie Daytrading betreiben. Dem liegen folgende Überlegungen zugrunde:

  • Ein langfristiger Gleitender Durchschnitt (z.B. 200 Perioden) hinkt zu sehr hinterher und ist Tradern nicht dabei behilflich, schnell zu sein.
  • Ein kurzfristiger Gleitender Durchschnitt (z.B. 3 Perioden) ist fast wie der Kurswert selbst und trägt wenig zu dessen Analyse bei.

Was den Gleitenden Durchschnitt anbelangt, so setzen wir hier auf den exponentiellen Durchschnitt. Ein Einfacher Gleitender Durchschnitt würde aber auch gut funktionieren. Entscheidend ist dabei die Konstanz. Wählen Sie einen bestimmten Typ und halten Sie sich daran. Ändern Sie nicht ständig den Zeitraum oder die Art Ihres Gleitenden Durchschnitts. Dieser Ansatz erfordert, dass Sie interpretieren, wie die Price Action mit dem Gleitenden Durchschnitt interagiert. Daher ist es äußerst wichtig, immer den gleichen Gleitenden Durchschnitt zu verwenden.

Nun werden wir die drei Funktionen des Gleitenden Durchschnitts erörtern:

  1. Wie man das Marktumfeld analysiert
  2. Wie man Einstiege für Trades ausfindig macht
  3. Wie man Verluststopps verschiebt bzw. nachzieht (Ausstiege)
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Die Analyse des Marktumfelds mit dem Gleitenden Durchschnitt

Die Kursentwickelung ist vom Marktumfeld abhängig. Wird die Price Action ständig in eine Richtung getrieben? Oder pendelt der Markt innerhalb einer Kursspanne? Das Herausfinden der Marktausrichtung ist für jeden Trader von entscheidender Bedeutung. Und das zu erreichen, erfordert Umsicht und Erfahrung.

Mal sehen, wie der Gleitende Durchschnitt hier behilflich sein kann. Es folgen einige Fragen, die Ihnen helfen sollen, die Price Action mit dem Gleitenden Durchschnitt zu verdeutlichen:

  1. Befinden sich die Kurse derzeit über oder unter dem Gleitenden Durchschnitt?
  2. Wie ist der Markt dorthin gelangt?
  3. Gibt es eine Überschneidung zwischen den Kursen und dem Gleitenden Durchschnitt?
  4. Wie verläuft die Neigung des Gleitenden Durchschnitts?
  5. Hat sich die Neigung mehrmals verändert?

Mithilfe dieser Fragen erleichtern Sie sich die Analyse der Price Action in Bezug auf den Gleitenden Durchschnitt. Diese Methode ist hervorragend geeignet, um die Wirksamkeit eines Gleitenden Durchschnitts zu verdeutlichen.

Bevor wir uns den folgenden Beispielen zuwenden, bedenken Sie, dass Sie die Antworten auf die oben genannten Fragen nicht getrennt interpretieren sollten. Sie müssen diese integrieren, um eine ganzheitliche Marktanalyse zu erstellen. Betrachten wir nun zwei Beispiele, um zu erfahren, wie wir das erreichen können:

Beispiel 1

Hierbei handelt es sich um ein Beispiel mit einem 5-Minuten-Chart von NQ-Futures. Er zeigt die ersten 20 Kursstäbe der Handelssitzung.

Daytrading mit gleitenden Durchschnit

Nun wenden wir uns der Beantwortung der fünf obigen Fragen zu:

  1. Die Kurse befinden sich jetzt über dem Gleitenden Durchschnitt.
  2. Dies geschah nach einem Abprall vom Gleitenden Durchschnitt. Allerdings ist das letzte Hoch des Swings nicht überschritten worden.
  3. Sieben der letzten 20 Candlesticks überkreuzten den Gleitenden Durchschnitt. Die Kursstäbe, die den Durchschnitt schnitten, wiesen lange untere Dochte auf. Die Kerzen, die den Durchschnitt nicht überlagerten, befanden sich alle über der Durchschnittslinie.
  4. Die Neigung des Durchschnitts ist nach oben gerichtet, aber sie verläuft nicht allzu steil.
  5. In zwei Fällen richtete sich der Neigungswinkel für einen Moment nach unten (rot gefärbte Linie).

Die Kurse befanden sich zumeist über dem Gleitenden Durchschnitt und bewegten sich von dort aus aufwärts. Dies war ein Anzeichen dafür, dass die Handelssitzung bullisch ausgerichtet war. Die Linie des Gleitenden Durchschnitts verlief jedoch nicht steil, und in zwei Fällen war sie sogar abwärts gerichtet. Trotz der bullischen Ausrichtung handelte es sich nicht um einen stark ausgeprägten Trend.

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Beispiel 2

Nun betrachten wir ein weiteres Beispiel. Dieser Chart zeigt 20 Fünf-Minuten-Kerzen des ES-Futuresmarktes zeigt.

Analyse der Marktrichtung mit Gleitenden Durchschnitt

Wir beziehen uns wieder auf die oben genannten fünf Fragen.

  1. Die Kurse notieren jetzt unter dem Gleitenden Durchschnitt. Aber der letzte Candlestick überkreuzt den Gleitenden Durchschnitt.
  2. Dies geschah aufgrund eines bärischen Schubs in Form einer sogenannten Outside-Bar.
  3. Dreizehn Candlesticks überschritten den Gleitenden Durchschnitt. Drei Candlesticks befanden sich in der unmittelbaren Nähe des Durchschnitts.
  4. Der Neigungswinkel der Durchschnittslinie war geringfügig nach unten gerichtet.
  5. Innerhalb dieser 20 Candlesticks hatte der Neigungswinkel fünfmal die Richtung geändert.

Die meisten Candlesticks haben sich hier mit dem Gleitenden Durchschnitt überkreuzt. Die seitwärts verlaufende Kursentwicklung war offensichtlich. Außerdem sollten Sie folgendes berücksichtigen:

Außerdem sollten Sie folgendes berücksichtigen:

  • Die aufeinanderfolgenden Candlesticks (vierter bis neunter) überschneiden sich mit dem Gleitenden Durchschnitt, aber der jeweilige Schlusskurs befand sich jedes Mal darunter.
  • Der Kursschub unter den Gleitenden Durchschnitt fiel ausgeprägter aus, als die Versuche, über diesen zu steigen.

Wenn Sie sich für eine Seite entscheiden müssten bei der Einschätzung, würde diese auf abwärts gerichtet lauten. Folglich war der Markt daher auf eine Kursspanne mit einer leicht bärischen Kurstendenz begrenzt. Wie unten zu sehen ist, erfolgte schließlich ein Ausbruch nach unten, sodass der Markt in einen Abwärtstrend mündete.

Ex-post Analyse der Richtung eines Marktes mit Gleitenden Durchschnitt
Das sind die 20 Kerzen, die wir vorher analysiert hatten.

Daytrading-Setups mit dem Gleitenden Durchschnitt

Nach der Analyse des Marktes besteht der nächste Schritt darin, ein Trade-Setup ausfindig zu machen. Trade-Setups bestimmen den genauen Einstiegspunkt. Wir werden also nun sehen, wie wir Trade-Einstiege mithilfe des Gleitenden Durchschnitts finden.

Zunächst haben Sie erkannt, dass Ihnen der Gleitende Durchschnitt nicht für jeden Trade den besten Einstieg bieten kann. Das vermag kein Indikator. Aber er kann Ihnen einen sinnvollen Mikrorahmen als Entscheidungshilfe bieten.

Sobald Sie die Marktausrichtung erkannt haben, können Sie jederzeit auf technischer Basis in den Markt einsteigen. Gemäß Ihrem individuellen Sicherheitsbedürfnis wählen Sie jedoch Einstiegsstrategien auf einer Skala von konservativ bis aggressiv.

Mithilfe eines Gleitenden Durchschnitts haben Sie die Wahl, Ihren Einstieg zwischen drei Aggressionsstufen für einen Pullback-Trade auszuwählen:

  1. Bevor der Pullback den Gleitenden Durchschnitt erreicht.
  2. Genau dann, wenn der Pullback auf den Gleitenden Durchschnitt trifft.
  3. Nachdem der Pullback den Gleitenden Durchschnitt gegen den Trend gekreuzt hat.

Die folgende ES-Handelssitzung habe ich ausgewählt, um die verschiedenen Einstiege zu veranschaulichen:

Trade-Einstiege am Gleitenden Durchschnitt mit unterschiedlicher Aggressivität
Einstiege am Gleitenden Durchschnitt mit unterschiedlicher Aggressivität: 1. Trendkerze gegen die Richtung des MA, ohne den MA zu testen. | 2. Kauf-Limit-Order am Gleitenden Durchschnitt | 3. Bullisches Kursmuster am MA; Innenkerze | 4. Erste Umkehrkerze, nachdem der Markt unter den MA gedrückt wurde.

Die vier Einstiege im obigen Chart (von links nach rechts) zeigen die verschiedenen Aggressionsstufen absteigend von extrem aggressiv (1), über mittel (2) und mäßig (3) bis gering aggressiv (4).

  1. Erwarten Sie in einem starken Trend nicht, dass der Markt den Gleitenden Durchschnitt testet. Daher ist ein Trend-Kursstab gegen die Richtung des Gleitenden Durchschnitts ein sinnvoller Einstieg.
  2. Wenn Sie erwarten, dass der Pullback im Bereich des Gleitenden Durchschnitts endet, gibt es zwei Einstiegsmöglichkeiten: Die Platzierung einer Limit-Order beim Gleitenden Durchschnitt ist die aggressivere Methode.
  3. Warten Sie auf ein Kursmuster im Bereich des Gleitenden Durchschnitts, bevor Sie mit einer Stop Order einsteigen, falls Sie mehr Bestätigung für das Eröffnen einer Position benötigen. Lesen Sie hierzu den Artikel: Candlestickformationen mit Gleitendem Durchschnitt.
  4. Sie sollten den Einstieg bei einem etablierten Trend, der zu ausgeprägteren Rücksetzern (Pullbacks) neigt, erst in Betracht ziehen, nachdem der Markt den Gleitenden Durchschnitt durchbrochen hat. Warten Sie in diesem Fall auf die erste Kurswende, sobald der Markt unter den Gleitenden Durchschnitt gefallen ist. Dies ist der konservativste unter den hier vorgestellten Pullback-Einstiegen.

Natürlich ist die obige Kategorisierung nicht vollständig. Ich habe es so konzipiert, um zu zeigen, wie man mithilfe eines Gleitenden Durchschnitts ein Price Action Trading-System entwickeln kann. Sie sollten versuchen, einen geeigneten Rahmen zu schaffen, der auf Ihrem Marktverständnis und Ihren Erfahrungen mit Gleitenden Durchschnitten basiert.

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Trade-Management: Der Gleitende Durchschnitt als nachgezogener Verluststopp

Ein Gleitender Durchschnitt folgt der Kursentwicklung per Definition, bleibt aber hinter ihr zurück. Daher hat ein Trailing-Stop, also ein nachgezogener Stopp, der auf einem Gleitenden Durchschnitt beruht, folgendes Potenzial:

  • Er sichert den Gewinn und
  • Lässt genügend Spielraum für Zickzack-Kursbewegungen.

Betrachten wir nun den Gleitenden Durchschnitt als nachgezogenen Verluststopp in der Praxis.

Methode 1: Nachgezogener Verluststopp auf der Linie des Gleitenden Durchschnitts

Der herkömmliche Ansatz besteht darin, Ihre Stop-Loss Order an den Gleitenden Durchschnitt anzupassen. Das Niveau des Gleitenden Durchschnitts ist gleichzeitig Ihr Verluststopp-Level. Das folgende Beispiel veranschaulicht diese Taktik:

Gleitenden Durchschnitt als Trailing Stop nutzen
Den Gleitenden Durchschnitt als Trailing-Stop nutzen: 1. Passen Sie Ihre Stop-Loss Order an den Gleitenden Durchschnitt an. | 2. Der Gleitende Durchschnitt funktioniert hervorragend als Stop-Loss in starken Trendphasen. | 3. Der Großteil des Gewinnpotenzials wurde mitgenommen.
  1. Stimmen Sie Ihre Verluststopp-Order auf den Gleitenden Durchschnitt ab. Das können Sie manuell erledigen oder Ihre Handelsplattform so programmieren, dass dies automatisch erfolgt.
  2. In starken Intraday-Trends leistet der Gleitende Durchschnitt hervorragende Arbeit bei der Gewinnsicherung.
  3. Wie Sie sehen können, wurde in diesem Beispiel das Gewinnpotential größtenteils ausgeschöpft.

Diese Taktik mag im obigen Beispiel ideal erscheinen, allerdings funktioniert sie nur in dynamischen Trends mit minimalen und geringfügigen Pullbacks. Die Leistung leidet, wenn der Trend aus einer Reihe von tieferen Kurskorrekturen (Pullbacks) besteht.

Wenn Sie damit rechnen müssen, dass es wahrscheinlich zu tieferen Pullbacks kommt, sollten Sie die folgende Vorgehensweise in Erwägung ziehen.

Methode 2: Nachgezogener Verluststopp mit Pivots, die durch den Gleitenden Durchschnitt bestimmt werden

Um es einfach zu halten, betrachten wir ein Beispiel eines Short Trades. Die Konzepte lassen sich in Long Trades ebenfalls einsetzen. Richtlinien für den Trailing-Stop bei einer Short Position:

  • Wenn die Kurse eines Rücksetzers (Pullback) über den Gleitenden Durchschnitt steigen, müssen Sie sich auf eine Anpassung Ihres Verluststopps vorbereiten.
  • Wenn die Kurse unter den Gleitenden Durchschnitt fallen und sich von dessen Linie entfernen, verschieben Sie den Stop-Loss auf den höchsten Kurswert, der während dieses Pullbacks erreicht wurde.

Der nachfolgende Chart unterstützt Sie beim Verstehen dieser Methode:

Methode für das Trailing Stop basiert auf Pivotpunkten
Methode für den Trailing-Stop basiert auf Pivotpunkten: 1. Passen Sie Ihren Stop-Loss hier an. | Wenn Sie sehen, dass der Markt nach unten drückt und sich vom Gleitenden Durchschnitt weg bewegt. | 3. Passen Sie Ihren Stop-Loss hierhin an. | 4. Wenn der Markt nach unten drückt und sich vom Gleitenden Durchschnitt entfernt. | 5. Und so weiter…

Angenommen, Sie befinden sich bereits in einer Short Position:

  1. Sobald der Markt den Gleitenden Durchschnitt überschreitet, sollten Sie erwägen, den Verluststopp zu reduzieren. Aber ändern Sie Ihren Stop-Loss noch nicht!
  2. Sie sollten Sie Ihren Verluststopp an den Kursbereich in Punkt 1 anpassen, wenn die Kurse unter den Gleitenden Durchschnitt fallen. Dies ist auch der höchste Kurswert, den der Pullback an dieser Stelle erreicht hat.
  3. Auch hier handelt es sich um ein weiteres mögliches Verluststopp-Level.
  4. Verschieben Sie Ihre Stop-Loss Order nur dann, wenn Sie einen deutlichen Vorstoß vom Gleitenden Durchschnitt in Richtung des Trends beobachten.

Dabei verlassen wir uns nicht ausschließlich auf das Niveau des Gleitenden Durchschnitts. Stattdessen verwenden wir den Gleitenden Durchschnitt bis folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Sie finden zuverlässige Pullbacks, mit denen Sie Ihre Verluststopps anpassen können.
  • Sie kennen die genaue zeitliche Abstimmung, wann Ihr Stop-Loss angepasst werden muss.

Wie Sie erkennen können, weist dieser Ansatz mehr Price Action Analysen auf als der erste Ansatz.

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Abschließende Anmerkungen zum Daytrading mit dem Gleitenden Durchschnitt

Daytrading mit einem Gleitenden Durchschnitt ist ein einfacher Ansatz zur Erfassung von Intraday-Trends. Noch wichtiger ist jedoch, dass es sich hierbei um ein wertvolles Instrument für Trader handelt, die Price Action erlernen. Der wesentliche Grund dafür ist, dass Sie einen Gleitenden Durchschnitt auf dem Chart selbst grafisch darstellen. Daher können Sie beobachten, wie dieser mit der Price Action in Beziehung steht.

Wenn Sie sich einen Gleitenden Durchschnitt anschauen, dann müssen Sie auch die Price Action betrachten. Sie werden dadurch also nicht von der Marktstruktur abgelenkt. Die meisten Konzepte, die wir in dieser Anleitung erörtert haben, gelten auch für die Analyse von Tagescharts. Sie können diese somit auch außerhalb Ihrer Intraday-Handelssitzungen anwenden.

Öffnen Sie nun einen Chart und versehen Sie diesen mit dem 20-Perioden Gleitenden Durchschnitt. Bei entsprechender Übung könnte dieser Indikator der einzige sein, den Sie für Ihr Daytrading benötigen.

Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlicht: The 20-Period Moving Average as your only Day Trading Tool
Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

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