Kostenlose Chartanalysen, Video-Strategien und E-Books!

Der Gleitende Durchschnitt – eine Trading-Anleitung (2022)

Welches ist der häufigste technische Indikator? Hinweis: Selbst Fundamentalanalysten verwenden diesen Indikator!

Der am meisten verbreitete technische Indikator ist der Gleitende Durchschnitt. Warum? Er ist unkompliziert und vielfältig. Er wertet die technische Analyse auf, wenn man seine Anwendungsgrenzen kennt.

In dieser Anleitung werden Sie lernen, wie man diesen einfachen Indikator einsetzt, um die Gewinne zu erhöhen.

Verschiedene Arten von Gleitenden Durchschnitten

Es gibt Dutzende unterschiedliche Varianten des Gleitenden Durchschnitts. Man unterscheidet zwischen drei grundlegenden Arten:

  1. Einfacher Gleitender Durchschnitt = Simple Moving Average (SMA).
    Einfacher Gleitender Durchschnitt der letzten N Kurse (N = Zeiteinheit). Fügen Sie die Kurse hinzu und dividieren Sie diese durch N.
  2. Exponentieller Gleitender Durchschnitt = Exponential Moving Average (EMA)
    Durchschnitt der bisherigen N Kurse, wobei sich die größere Gewichtung auf die neueren Kurse bezieht. Die Gewichtung ist exponentiell.
  3. Gewichteter Gleitender Durchschnitt = Weighted Moving Average (WMA).
    Die neueren Kurse werden höher gewichtet als die weiter zurückliegenden. Am gebräuchlichsten ist der linear gewichtete Gleitende Durchschnitt. Der Durchschnitt wird für den entsprechenden Zeitraum (N) berechnet und linear gewichtet, d.h. der aktuellste Kurs erhält die höchste Gewichtung, wobei dann absteigend bis zu dem am weitesten zurückliegenden Kurs mit der geringsten Gewichtung verfahren wird.

Gleitender Durchschnitt und Price Action

Der erste Schritt bei der Betrachtung eines technischen Indikators besteht darin, zu erfassen, wie sich dieser gegenüber den Kursen verhält. Ich habe hier einen 20-Perioden Gleitenden Durchschnitt verwendet, um es einfach zu halten. Das gleiche Prinzip können Sie auch auf andere Arten von Gleitenden Durchschnitten anwenden.



Richtung

Die grundlegende Funktion eines Gleitenden Durchschnitts besteht in der Glättung von Trends. Zur raschen Trendbeurteilung schauen Sie einfach auf seine Richtung.

  • Aufwärts gerichtete Linie – Aufwärtstrend
  • Abwärts gerichtete Linie – Abwärtstrend

Aber so einfach ist es nicht immer. Sie müssen auch die Price Action berücksichtigen, um sich zu vergewissern, dass Sie nicht ans Ende eines Trends geraten.

Wir haben es mit einem tendierenden Markt zu tun, wenn die Kursrichtung mit der Linie des Gleitenden Durchschnitts übereinstimmt. Verlaufen der Kursverlauf und die Linie des Gleitenden Durchschnitts in entgegengesetzte Richtungen, so verlangsamt sich der Markt und könnte eine Trendumkehr bzw. ein Retracement einleiten.

Richtung des Gleitenden Durchschnitts und Kursverlauf
Kurse und Gleitender Durchschnitt steigen – bestätigter Aufwärtstrend. | Kurse fallen, während der Gleitende Durchschnitt steigt; potenzieller Retracement Trade. | Kurse und Gleitender Durchschnitt fallen; möglicher Abwärtstrend.

Neigungsgrad

Eine flache Linie des Gleitenden Durchschnitts weist auf eine Seitwärtsbewegung hin. Eine steile Linie entsteht durch Bewegungen auf einer Seite des Gleitenden Durchschnitts. Sie zeigt die Stärke des Marktes oder bisweilen eine Erschöpfung der Kurse.

Steigung des Gleitenden Durchschnitts
Der steilste Teil des Gleitenden Durchschnitts fällt mit einer erschöpften bärischen Bewegung zusammen. | Flacher Gleitender Durchschnitt und seitwärts driftende Price Action.

Entfernung

Hier geht es um die Entfernung zwischen dem Gleitenden Durchschnitt und den Kursen. Die Kurse und der Gleitende Durchschnitt kommen in einem seitwärts verlaufenden Markt ganz nah zusammen, sodass es kaum oder gar keinen Abstand zwischen Kursen und Gleitendem Durchschnitt gibt.

Die Kurse halten sich bei einem gesunden Aufwärtstrend in angemessener Entfernung über dem Gleitenden Durchschnitt auf. Im Gegensatz dazu befinden sie sich bei einem Abwärtstrend unter dem Gleitenden Durchschnitt.

In einem überzogenen Trend findet man einen ungewöhnlichen Abstand zwischen Kursen und Gleitendem Durchschnitt.

Die Entfernung vom Gleitenden Durchschnitt
In einem gesunden Bullentrend bewegen sich die Kurse in einer angemessenen Entfernung über dem Gleitenden Durchschnitt. | Wenn sich der Markt seitwärts bewegt, werden die Kurse niemals zu weit vom Gleitenden Durchschnitt entfernt sein. | Wenn der Markt sich zu weit vom Gleitenden Durchschnitt entfernt hat, kann eine Rückkehr zum Mittelwert bevorstehen.

Unterstützung und Widerstand

Ein Gleitender Durchschnitt fungiert als Unterstützung und Widerstand. Achten Sie auf Kursstäbe, die sich mit diesen überschneiden. Achten Sie darauf, wie die Kurse mit diesen in Interaktion treten. Es ist wahrscheinlich, dass der Gleitende Durchschnitt eine Unterstützung oder einen Widerstand bietet, wenn es zu einer Abschwächung der Kursbewegung und einem Test des Gleitenden Durchschnitts kommt.

Gleitender Durchschnitt - Unterstützung und Widerstand
Der Gleitende Durchschnitt bot den Kursen Unterstützung in einem Aufwärtstrend. | Die Kurse fallen unter den Gleitenden Durchschnitt. Die Unterstützung durch den Gleitenden Durchschnitt könnte nicht mehr länger vorliegen.

Sie können den oben beschriebenen Preisverlauf verwenden, um den Trend des Marktes ausfindig zu machen oder um die zeitliche Abstimmung (Timing) vorzunehmen. Üben Sie mit unterschiedlichen Zeitperioden in der Vergangenheit. Die größeren Zeitperioden des Gleitenden Durchschnitts funktionieren gut bei der Feststellung von Trends, während sich die kleineren Zeitperioden gut für das Timing eignen.

Beachten Sie, dass ein Gleitender Durchschnitt sozusagen nachhinkt und auf die Price Action reagiert. Deshalb müssen Sie den Gleitenden Durchschnitt zusammen mit der Price Action analysieren. Das ist der beste Weg, um bei Ihrer Analyse den Kontext zu berücksichtigen.

Nach dem Üben werden Sie herausfinden, dass Trading nur mit einem Gleitenden Durchschnitt durchführbar und tragfähig ist.

Swing Trading-Signale jetzt 14 Tage testen


Der Gleitende Durchschnitt und andere technische Indikatoren

Signallinie (Verschachtelung)

Der Gleitende Durchschnitt ist Teil vieler technischer Indikatoren. Oszillatoren wie der RSI, der MACD und die Stochastik beinhalten Signallinien. Diese Signallinien sind in Wirklichkeit Gleitende Durchschnitte der jeweiligen Indikatorwerte.

Gleitender Durchschnitt - Indikator Signallinie
Grüne Linie ist der RSI. | Orange Linie ist ein 3-Perioden Gleitender Durchschnitt des RSI.

Signallinien entstehen aufgrund der sogenannten Verschachtelung von Indikatoren, also deren Kombination. Verschachtelung bedeutet, dass das Ergebnis (Output) des einen Indikators als Vorgabe (Input) für einen weiteren Indikator benutzt wird. Dieses Prinzip habe ich in der OBV Trading-Strategie (On-Balance Volume Indikator von Joseph Granville) verwendet, indem ich einen Gleitenden Durchschnitt der OBV-Werte genutzt habe.

Mehrere Gleitende Durchschnitte

Trader verwenden mehrere Gleitende Durchschnitte auf der Suche nach Bestätigung. Ein Trend wird bestätigt, wenn sich mehrere Gleitende Durchschnitte in die gleiche Richtung bewegen. Eine Überkreuzung (Cross) mehrerer Gleitender Durchschnitte zeigt einen eventuellen Trade-Einstieg an.

Das folgende Beispiel zeigt ein Trading-System mit drei Gleitenden Durchschnitten: Zeitperioden 20, 50, 200.

Gleitender Durchschnitte - Mehrere Linien
200 Perioden SMA liefert Unterstützung und zeigt den größeren Trend an. | 20 SMA kreutzt über den 50 SMA ergibt Kaufsignal. | Verkaufssignal

Preisbänder und Umschläge (oder Hüllen = Envelopes)

Die Entfernung zwischen dem Preis (Kurs) und dem Gleitenden Durchschnitt zeigt wie bereits erwähnt das Momentum des Marktes an.

Preis-Envelopes sind nützlich, um den Abstand zwischen dem Preis und dem Gleitenden Durchschnitt genau zu bestimmen. Diese sogenannten Umschläge bezeichnen die obere und untere Begrenzung eines Preisbands. Kaufsignale ergeben sich, wenn die obere Seite des Umschlags durchbrochen wird und Verkaufssignale werden angezeigt, wenn die untere Seite des Umschlags durchbrochen wird. Die Preis-Umschläge zeigen besonders gute Ergebnisse in seitwärts verlaufenden Märkten, weil sie zuverlässige Unterstützungen und Widerstände bieten.

Das bekannteste Beispiel sind die Bollinger Bänder. Diese zwei Linien werden aus Standardabweichungen ermittelt und erfassen bzw. schließen die Linie des Gleitenden Durchschnitts in der Mitte ein.

Gleitender Durchschnitt - Bollinger Bänder
Kurse außerhalb der Standardabweichungsbänder könnten eine überzogene Bewegung signalisieren. | Obere Bänder agieren als Widerstand. | Untere Bänder agieren als Unterstützung.
Daytrading-Signale jetzt 14 Tage testen


Exotische Gleitende Durchschnitte

Die Verzögerung ist das Hauptproblem des Gleitenden Durchschnitts. Es gibt mittlerweile mehr Möglichkeiten, um diese Verzögerung zu reduzieren, da inzwischen mehr Ingenieure Trader geworden sind.

Dafür gibt es folgende Beispiele:

Suchen Sie sich das Beispiel aus, das Ihnen am besten gefällt.

Jedoch stellt keiner der exotischen Gleitenden Durchschnitte den Heiligen Gral dar. Sie alle haben ihre Vor- und Nachteile. Verwenden Sie diese nicht, ohne zu verstehen, wie sie sich jeweils vom Einfachen Gleitenden Durchschnitt unterscheiden!

Lassen Sie sich vom Gleitenden Durchschnitt leiten

Der Gleitende Durchschnitt ist besonders für diejenigen Trader nützlich, die Anfänger beim Analysieren der Price Action sind.

Es ist jedoch nicht lukrativ, die Gleitenden Durchschnitte anzuwenden, ohne das Gesamtbild zu sehen. Ein Gleitender Durchschnitt veranschaulicht zwar die Price Action, er kann sie aber nicht ersetzen.

Ein letzter Warnhinweis: Lassen Sie sich vom Gleitenden Durchschnitt leiten, aber lassen Sie sich nicht durch ihn beherrschen.

Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlicht: The ultimate Moving Average Trading Guide

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

Bonus 1: Vier Trading-Mythen über den Gleitenden Durchschnitt

Der Gleitende Durchschnitt (Moving Average) ist ein weit verbreiteter Trading-Indikator, der von Tradern gelegentlich falsch angewandt wird. Daraus folgen unzählige Trading-Mythen, die sich um das Thema „Moving Average“ ranken. Nachfolgend werden wir vier der wichtigsten Mythen über Gleitende Durchschnitte aufklären.

Mythos 1: Je mehr Gleitende Durchschnitte, desto besser

Erinnern Sie sich an das Gesetz des sinkenden Grenzertrags? Dieses lässt sich auf die Indikatoren anwenden, die Sie in Ihre Charts platzieren.

Jeder Indikator, den Sie Ihrem Chart hinzufügen, ergibt weniger Nutzen als der vorherige.

Der erste Moving Average trägt dazu bei, den Trend zu verdeutlichen und ist von großem Nutzen gegenüber einem leeren Chart.

Moving Average - Ein gleitender Durchschnitt
Ein Gleitender Durchschnitt – Die bullische Price Action wird verdeutlicht

Der zweite Moving Average ermöglicht Signale durch Überkreuzungen. Aber gleichzeitig können dadurch widersprüchliche Signale bezüglich des Kurstrends entstehen.

Zwei Gleitende Durchschnitte - Moving Average
Zwei Gleitende Durchschnitte – Kreuzung – Brach durch den 20 SMA, aber blieb über dem 50 SMA – Verwirrung

Der dritte Gleitende Durchschnitt ermöglicht eine spezielle Betrachtungsweise. Aber brauchen Sie ihn wirklich? Ganz abgesehen davon, dass dies zur Unübersichtlichkeit und möglicher Verwirrung beiträgt.

Drei Gleitende Durchschnitte - Moving Average
Drei Gleitende Durchschnitte – Weitere Kreuzungen, die analysiert werden müssen – Der dritte Gleitende Durchschnitte zeigt nicht mehr als wir bislang wissen – es ist ein Haussetrend

Die drei Linien unterschiedlicher Farben sehen zwar wie ein Regenbogen aus, aber sie dienen allenfalls der visuellen Veranschaulichung und sind nur von geringem praktischen Wert. Natürlich gibt es Trader, die anderer Meinung sind.

Mythos 2: Der Gleitende Durchschnitt bestimmt den Markttrend mit 100%iger Genauigkeit

Der Gleitende Durchschnitt ist ein unglaubliches Instrument zur Klärung des Markttrends. Seine Neigung und seine Position im Verhältnis zur Kursentwicklung sagen viel über den Kurstrend aus.

Aber vergessen Sie nicht, dass es sich um einen verzögert reagierenden Indikator handelt. Er zeigt den Trend erst, nachdem dieser sich entwickelt hat und er kann zudem einen Trend anzeigen, der bereits beendet ist.

Der Gleitende Durchschnitt ist nützlich als Richtschnur für den Markttrend, aber er ist nicht eindeutig.

Gleitender Durchschnitt und Trend
Verlassen Sie sich nicht auf Gleitende Durchschnitte als definitive Richtschnur. | Auf diese Kurslücke als potenzielle Unterstützung zu achten ist sinnvoller. | Der Gleitende Durchschnitt hilft uns hier nicht den Trend anzuzeigen.

In einigen Märkten kann ein Gleitender Durchschnitt sinnvoll als ein Gegentrend-Indikator genutzt werden. Achten Sie auch auf die Marktstruktur und das Kurs-Momentum für Hinweise.

Hier mehr über Trading Indikatoren erfahren


Mythos 3: Es gibt einen magischen Beobachtungszeitrahmen für Gleitende Durchschnitte

20, 50 und 200 sind die üblichen Einstellungen für Gleitende Durchschnitte. Diese sind nicht festgelegt und magisch sind sie auch nicht. Denken Sie, dass ein 200-Perioden Gleitender Durchschnitt korrekt ist? Und, dass ein 201-Perioden Gleitender Durchschnitt falsch ist?

Trifft dies zu, dann sind Sie entweder besessen von der Zahl 200, oder Sie wissen einfach nicht, wie man einen Gleitenden Durchschnitt anwendet.

Löst sich Ihr Trading-Vorteil wegen eines kleinen Rückschau-Zeitrahmens nahezu auf, so verfügen Sie nicht über einen Vorteil, auf den Sie Ihre Position gründen könnten.

Ich will damit aber nicht sagen, dass der Zeitraum des Gleitenden Durchschnitts keine Rolle spielt. Das tut er nämlich.

Halten Sie sich nicht mit bestimmten Beobachtungszeiträumen auf. Es ist sinnvoll über kurzfristige, mittelfristige und langfristige Beobachtungszeiträume zu sprechen.

Gleitender Durchschnitt und Rückschau-Perioden
Kurzfristiger versus langfristiger Gleitender Durchschnitt | Der 200-Perioden SMA erinnert daran, dass die Wellen gegen einen etablierten Haussetrend arbeiten. | Der 9-Perioden SMA folgt der wellen-mäßigen Kursstruktur.
  • Kurzfristige Gleitende Durchschnitte sind eine enge Annäherung zum Kurs.
  • Mittelfristige Gleitende Durchschnitte verfolgen kurzfristige Trends.
  • Langfristige Gleitende Durchschnitte zeigen den bereits etablierten Trend, den die meisten Trader leicht erkennen können.

Es ist einfach Beispiele für jede dieser Kategorien anzugeben: 9 ist kurz (kleiner Beobachtungszeitraum), 50 ist mittel und 200 ist lang.

Aber an welchem Beobachtungszeitraum endet die jeweilige Kategorie, sodass der Gleitende Durchschnitt aufhört, für kurzfristige Trends zuständig zu sein? Oder wann wechselt er von langfristig auf mittelfristig? Für diese Grauzone gibt es leider keine eindeutige Antwort.

Sie dürfen nicht wegen dieser grauen Zone steckenbleiben, wenn Sie mit dem Gleitenden Durchschnitt traden. Lassen Sie sich auch nicht von irgendeinem Indikatorwert davon überzeugen, dass dieser magisch ist.

Mythos 4: Je komplizierter die Formel des Gleitenden Durchschnitts, desto besser

Ist Ihnen schon aufgefallen, das der Gleitende Durchschnitt den Zusatz „einfach“ bekommen hat? Es gibt den einfachen gleitenden Durchschnitt, aber auch den einfachen MACD. Die einfachen Bollinger Bänder oder den einfachen RSI gibt es hingegen nicht. Warum ist das so?

Es gibt auch viele Gleitende Durchschnitte, die nicht einfach sind:

  • Exponentieller,
  • Gewichteter,
  • Dreieckiger,
  • Jurik,
  • Hull und
  • MESA Adaptiver Moving Average (MAMA).

Der „einfache“ Gleitende Durchschnitt entspricht dem ursprünglichen Gleitenden Durchschnitt, wobei sich dieser von den komplexeren Nachfolgern unterscheidet.

Gleitende Durchschnitte mit komplexen Formeln sind nicht besser, aber sie sind auch nicht schlecht. Sie sind nur anders, da sie unterschiedlich auf Price Action reagieren.

Regen Sie sich nicht auf, wenn Sie von einem komplizierten Indikator hören. Machen Sie sich damit vertraut. Lernen Sie, wie man damit umgeht. Je nachdem, wie gut Sie lernen, könnte dies ein besseres Instrument für Sie sein.

John Ehlers' MAMA
MESA Adaptiver Gleitender Durchschnitt

Trading-Mythen gibt es viele – Erden Sie sich mit Kursen

Wenn Sie glauben, dass der Moving Average alles ist, was Sie brauchen, dann vergöttern Sie ihn. Kein Indikator ist allmächtig, nicht einmal die komplizierten Gleitenden Durchschnitte mit dem magischen Beobachtungszeitraum.

Vergessen Sie nie, die Kurse zu betrachten. Den Wert des Gleitenden Durchschnitts können Sie nicht kaufen oder verkaufen. Sie können nur zum Marktkurs handeln. Lernen Sie also die Price Action zu lesen.

Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlich: 4 Trading Myths about the Moving Average

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

Bonus 2: Zweibeiniger Pullback zum Gleitenden Durchschnitt

Viele Price Action Trader behaupten, dass zweibeinige Pullbacks (Kursrücksetzer oder Korrektur) die zuverlässigsten TradeSetups darstellen. Die Variante, die wir hier besprechen, stammt von Al Brooks, der drei Bände über das Trading der Kursbewegung (Price Action) geschrieben hat. Diese drei Bücher sind keine einfache Lektüre, aber sie sind äußerst informativ für Price Action Trader.

In seinen Büchern bezeichnete er einen zweibeinigen Pullback zum Gleitenden Durchschnitt als eines der besten TradeSetups, falls es einen starken Trend gibt.

Bevor wir anfangen brauchen wir eine grundlegende Erklärung für das Zählen vonBeinen“ (Legs).

  • Jeder Kursstab, der den vorangegangenen Kursstab überschreitet, beginnt ein neues Bein nach oben.
  • Jeder Kursstab, der den vorangegangenen Kursstab unterschreitet, beginnt ein neues Bein nach unten.
beine-zaehlen-legs-beispiele
Definition von „Beinen“ im Trading – Leg up (Aufwärtsbein) – Leg down (Abwärtsbein)

Trading-Regeln – zweibeiniger Pullback zum Gleitenden Durchschnitt

Long Trading-Setup – M2B

  1. Starker Aufwärtstrend
  2. Zweibeiniger Pullback nach unten zum 20Perioden Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt (EMA)
  3. Einstieg einen Tick über dem Kursstab, der den 20Perioden EMA testete

Short Trading-Setup – M2S

  1. Starker Abwärtstrend
  2. Zweibeiniger Pullback nach oben zum 20-Perioden Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt (EMA)
  3. Einstieg einen Tick unter dem Kursstab, der den 20-Perioden EMA testete

Trade-Beispiele: Zweibeiniger Pullback zum Gleitenden Durchschnitt

Gewinntrade – M2S

zweibeiniger-pullback-gleitender-durchschnitt-gewinn-trade
Zweibeiniger Pullback Gewinntrade

Dies ist ein 5-Minuten-Chart des ES-Futures (S&P 500 Aktienindex), welches das Hauptinstrument von Al Brooks ist. Dieser Trade ist ein wunderbares Beispiel eines zweibeinigen Pullback-Trades:

  1. Nachdem die Kurse den EMA unterschritten hatten, konnte ein erneuter Anstieg über den EMA nicht mehr gelingen.
  2. Der starke Abwärtsdruck bestätigte den Abwärtstrend. Diese benötigten wir, bevor wir nach Fortsetzungstrades Ausschau halten konnten.
  3. Die beiden kurzen, gepunkteten Linien markieren den Anfang von jedem nach oben gerichteten Bein. Dieser zweibeinige Pullback machte einen guten Eindruck mit dem langen Docht (oder oberen Schatten) der Kerzen, die entstanden, als sich die Kurse dem EMA annäherten. Diese langen Dochte zeigten Verkaufsdruck an.

Verlusttrade – M2B

zweibeiniger-pullback-gleitender-durchschnitt-verlust-trade
Zweibeiniger Pullback – Verlusttrade

Eine andere Session des E-mini Futures zeigt dieser Chart mit 5-Minuten-Kerzen. Diese empfiehlt Al Brooks als optimal für Daytrader.

  1. Der Tag begann mit nach oben und unten gerichteten Swings ohne eindeutige Richtung. Es erschienen Kursstäbe mit langen unteren Schatten (oder Lunten), als die Kurse jedoch neue Tiefs bildeten. Dies deutete auf Kaufdruck hin.
  2. Der Aufwärtsswing über den EMA erschien stark, denn es gab acht aufeinander folgende Kerzen mit höheren Tiefs. Allerdings entwickelten sich drei bärische Trendkerzen innerhalb des Swings, was auf hartnäckige und beharrliche Bären hinwies.
  3. Nach dem zweibeinigen Pullback zum EMA entstand eine bullische Umkehrkerze als unsere Signalkerze. Wir stiegen einen Tick über dieser Signalkerze in den Markt ein, wurden aber nach einer Seitwärtsbewegung ausgestoppt.

Der wesentliche Unterschied zwischen einem Verlusttrade und einem Gewinntrade besteht darin, wie sicher wir waren, dass sich der Markt in einem Trend befand. Beim Gewinntrade-Beispiel erlebten wir eine klare Zurückweisung der Kurse am EMA. Diese Situation war beim Beispiel für den Verlusttrade nicht vorhanden.

Traden lernen? Mehr erfahren


Abschließende Bemerkungen: Zweibeiniger Pullback zum Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt

Fortsetzungstrades funktionieren, weil der Trend die Gegentrend-Trader in die Falle lockt. Zweibeinige Pullbacks sind attraktiver für Gegentrend-Trader und dienen ihnen wie eine Mausefalle. In einem Trendmarkt ist der zweibeinige Pullback zum Gleitenden Durchschnitt daher ein einfaches Trading-Setup mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit.

Von entscheidender Bedeutung ist es einen Trendmarkt ausfindig zu machen. Trading-Gelegenheiten werden sich wie von selbst einstellen, wenn Sie auf die Anzeichen für einen tendierenden Markt achten. Sehr oft gilt folgendes: Achten Sie auf den Raum zwischen den Kursen und dem Gleitenden Durchschnitt, um das Momentum zu erfassen. Zweibeinige Pullbacks, die einem starken Momentum folgen, sind Setups von besserer Qualität.

In sehr starken Trends entstehen jedoch normalerweise Pullbacks mit nur einem Bein. Wenn Sie sich darauf versteifen, einen zweibeinigen Pullback abzuwarten, dann müssen Sie damit rechnen, einige Trades in starken Trends zu verpassen.

In Bezug auf das Zählen von sogenannten „Beinen“ von Kursbewegungen gibt es viele Nuancen, die wir hier in der Kürze nicht behandelt haben. Daher verweise ich auf die Bücher von Al Brooks („Trading Price Action Trends: Technical Analyses of Price Charts Bar by Bar for the Serious Trader“ von Wiley Trading), falls Sie noch mehr erfahren wollen.

Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlicht: Two-Legged Pullbacks to Moving Average (M2B, M2S)

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

Weiterlesen:

Schreibe einen Kommentar