Der US-Dollar hat gegenüber dem japanischen Yen zwei Marken hinter sich gelassen, die jahrzehntelang gehalten haben. Zuerst fiel das Hoch aus dem Jahr 1990 bei 160,40 Yen, dann das Verlaufshoch von 2024 bei 161,95 Yen. Am 22. Juli 2026 markierte das Paar bei 163,99 Yen ein neues Hoch. So teuer war der Dollar zuletzt im Dezember 1986. Zum Wochenschluss am 24. Juli notierte USD/JPY bei 163,82 Yen, dicht unter dem Hoch.
Bemerkenswert ist das vor allem deshalb, weil Japan alles andere als tatenlos zusieht. Die Bank of Japan hat den Leitzins im Juni auf 1,00 Prozent angehoben, den höchsten Stand seit 1995. Das Finanzministerium hat im Frühjahr mit der größten Deviseninterventionsrunde der japanischen Geschichte gegengehalten. Beides hat den Yen nicht stabilisiert. Genau diese Diskrepanz zwischen Notenbankpolitik und Kursverlauf macht die aktuelle Lage interessant.
Diese Prognose ordnet den Ausbruch über drei Zeitebenen ein: Tageschart, Wochenchart und Monatschart. Du bekommst die konkreten Marken, an denen sich die Richtung entscheidet, dazu ein bullisches und ein bärisches Szenario mit klaren Ungültigkeitsmarken. Am 28. und 29. Juli tagt die Fed, am 30. und 31. Juli die Bank of Japan. Zwei Termine in einer Woche, die den Rest des Sommers prägen dürften.
Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
USD/JPY Prognose: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Kurs auf 40-Jahres-Hoch: USD/JPY schloss am 24. Juli bei 163,82 Yen. Das Verlaufshoch von 163,99 Yen ist der höchste Stand seit Dezember 1986.
- Kurzfristig im Ausbruch: Ein erster Anlauf über 163 Yen scheiterte Anfang Juli. Der zweite hält seit dem 20. Juli. Nächste Zielzone: 165 bis 166 Yen.
- Mittelfristig klar aufwärts: Die Woche eröffnete bei 162,40 und schloss bei 163,82 Yen, also nahe dem Wochenhoch. Beide Altmarken 161,95 und 160,40 Yen liegen jetzt darunter.
- Langfristig mit Ziel 177: Über dem Kurs liegt als nächste historische Marke das Tief aus dem Jahr 1978 bei 177,05 Yen. Bis dahin fehlt jeder nennenswerte Widerstand.
- Notenbanken als Risiko: Fed (28./29. Juli) und Bank of Japan (30./31. Juli) tagen in derselben Woche. Beide Termine können den Trend kippen.
- Interventionsgefahr steigt: Japan hat zwischen Ende April und Ende Mai 11,73 Billionen Yen für Stützungskäufe eingesetzt. Je weiter der Kurs läuft, desto größer wird der Druck auf Tokio.
Was ist das Währungspaar USD/JPY?
Das Währungspaar USD/JPY gibt an, wie viele japanische Yen ein US-Dollar kostet. Es ist nach EUR/USD das zweitmeistgehandelte Währungspaar der Welt.
Ein steigender Kurs bedeutet, dass der Dollar gegenüber dem Yen an Wert gewinnt. Bei 163 Yen zahlst du für einen Dollar 163 Yen. Fällt der Kurs, wertet der Yen auf. Wer die Richtung verwechselt, handelt das Paar systematisch falsch herum. Im Devisenhandel gehört USD/JPY zu den Majors, also den Paaren mit der höchsten Liquidität und den engsten Spreads.
Eine Besonderheit betrifft die Kursnotierung. Bei Yen-Paaren zählt die zweite Nachkommastelle als Pip, nicht die vierte. Ein Anstieg von 163,80 auf 163,90 sind also 10 Pips. Wer das übersieht, verrechnet sich bei der Positionsgröße um den Faktor 100. Die Details dazu stehen in unserer Anleitung zur Pip-Wert-Berechnung.
Der Yen gilt als sichere Hafenwährung, weil Japan der größte Netto-Gläubiger der Welt ist und japanische Anleger in Krisen Kapital aus dem Ausland zurückholen. Diese Kapitalströme lassen den Yen oft genau dann aufwerten, wenn die Risikobereitschaft an den Märkten sinkt. In ruhigen Phasen dreht sich der Effekt um. Dann wird der Yen zur Finanzierungswährung und gerät unter Druck. Wie dieses Wechselspiel funktioniert, zeigt unser Beitrag zu Risk-on und Risk-off.
Kurzfristige USD/JPY Prognose 2026
Zuletzt aktualisiert: 25.07.2026
Rückblick: Der Tageschart bildet die Entwicklung seit November 2025 ab. Aus dem Tief bei rund 151,50 Yen hat sich der Kurs in mehreren Schüben nach oben gearbeitet. Seit dem Zwischentief bei etwa 155 Yen im Mai läuft eine saubere Aufwärtsbewegung entlang einer steigenden Trendlinie. Anfang Juli reichte ein erster Vorstoß bis knapp über 163 Yen, hielt dort aber nicht. Es folgte ein Rücksetzer bis in den Bereich 160,50 Yen, wo die Käufer erneut übernahmen. Am 20. Juli gelang der zweite Anlauf, diesmal mit Bestand.
Ausblick und Prognose: Der Ausbruch ist bestätigt. Mehrere Tagesschlusskurse oberhalb der alten Hochs sprechen für eine Anschlussbewegung, und der Wochenschluss nahe dem Verlaufshoch unterstreicht das. Als nächste Zielzone bietet sich der Bereich zwischen 165 und 166 Yen an, wo auch die verlängerte Trendlinie in den kommenden Wochen verläuft. Ein Rücklauf auf die alten Hochs wäre kein Trendbruch, sondern der klassische Test von unten. Kritisch wird es erst unter 161,95 Yen. Darunter fällt der Kurs in die alte Spanne zurück, und der Ausbruch gilt als Fehlausbruch.

Mittelfristige USD/JPY Prognose
Rückblick: Der Wochenchart reicht bis Anfang 2023 zurück und zeigt, wie zäh der Weg nach oben war. Im Juli 2024 scheiterte der Kurs bei 161,95 Yen und gab anschließend über 20 Yen ab. Zwei weitere Anläufe in den Jahren 2025 und 2026 endeten ebenfalls unterhalb dieser Marke. Erst im Frühjahr 2026 setzte sich die Aufwärtsbewegung durch. Die aktuelle Woche eröffnete bei 162,40 Yen, fiel im Tief auf 162,20 und schloss bei 163,82 Yen dicht unter dem Wochenhoch von 163,99.
Ausblick und Prognose: Das mittelfristige Bild ist aufwärtsgerichtet. Mit dem Bruch über 161,95 Yen ist der Deckel der vergangenen zwei Jahre gefallen. Ein Wochenschluss nahe dem Hoch ist das stärkere Signal als der Ausbruch selbst, weil er zeigt, dass die Käufer bis zum Handelsende die Kontrolle behalten haben. Solange die Wochenschlusskurse über 160,40 Yen liegen, bleibt der Trend intakt. Diese Marke ist die Wasserscheide für alle mittelfristigen Positionen. Fällt der Kurs darunter zurück, rückt die Zone um 155 Yen in den Blick, wo die Aufwärtsbewegung im Mai startete. Ein Bruch unter 140 Yen würde die gesamte Struktur beenden, liegt aus heutiger Sicht aber weit entfernt.

Langfristige USD/JPY Prognose
Rückblick: Der Monatschart reicht bis 1985 zurück und zeigt das ganze Ausmaß der Bewegung. Damals notierte der Dollar noch bei über 190 Yen und verlor in den Folgejahren dramatisch an Wert. Das Allzeittief von rund 75,57 Yen im Oktober 2011 markierte die Wende. Seitdem hat sich der Dollar mehr als verdoppelt. Der laufende Juli-Monat eröffnete bei 162,52 Yen, fiel im Tief auf 160,48 und notiert aktuell bei 163,82 Yen nahe dem Monatshoch.
Ausblick und Prognose: Nach oben ist die Luft dünn, aber nicht leer. Die nächste historische Marke über dem aktuellen Kurs ist das Tief aus dem Jahr 1978 bei 177,05 Yen. Dazwischen liegen rund 13 Yen ohne nennenswerten Widerstand aus der Kurshistorie. In solchen Phasen tragen vor allem runde Marken und die Verlängerung bestehender Trendlinien. Als Zwischenstationen dienen 165 und 170 Yen. Nach unten bleibt die Zone um 140 Yen die große Unterstützung, an der sich die Korrekturen der vergangenen Jahre gefangen haben. Wichtiger als jedes Kursziel ist auf dieser Zeitebene ein anderer Punkt: Je weiter der Kurs läuft, desto größer wird der politische Druck auf Tokio, einzugreifen.

Diese 10 Chartmuster entscheiden über Gewinn oder Verlust
Kompakt erklärt, mit Praxisbeispielen und klaren Einstiegssignalen – kostenlos als PDF.

Diese 10 Chartmuster entscheiden über Gewinn oder Verlust

Wir achten den Datenschutz. Austragung problemlos möglich.
Die wichtigsten Marken und Szenarien im Überblick
Die folgende Tabelle fasst zusammen, welche Kursniveaus für die kommenden Wochen zählen. Wer USD/JPY handelt, sollte diese Marken im Chart eingezeichnet haben. Wie du Unterstützungen und Widerstände sauber einträgst, zeigt unser Beitrag zu Unterstützung und Widerstand.
| Marke | Bedeutung | Zeitebene |
|---|---|---|
| 177,05 Yen | Tief aus 1978, nächste historische Marke | langfristig |
| 165 bis 166 Yen | Nächste Zielzone nach dem Ausbruch | kurzfristig |
| 163,99 Yen | Verlaufshoch vom 22. Juli 2026 | aktuell |
| 161,95 Yen | Hoch aus 2024, jetzt erste Unterstützung | kurzfristig |
| 160,40 Yen | Hoch aus 1990, Wasserscheide des Trends | mittelfristig |
| 155,00 Yen | Startpunkt der laufenden Aufwärtsbewegung | mittelfristig |
| 140,00 Yen | Große Unterstützung der Gesamtstruktur | langfristig |
Das bullische Szenario
Der Kurs verteidigt die Zone um 161,95 Yen bei Rücksetzern und arbeitet sich in Richtung 165 bis 166 Yen vor. Auslöser wäre eine Fed, die den Zinssenkungspfad vertagt, kombiniert mit einer Bank of Japan, die am 31. Juli abwartet. Dieses Szenario wird ungültig, sobald ein Tagesschluss unter 161,95 Yen erfolgt.
Das bärische Szenario
Tokio interveniert erneut, oder die Bank of Japan überrascht mit einem Zinsschritt und einer klaren Ansage zum Yen. Der Kurs fällt unter beide Altmarken zurück und testet 160,40 Yen. Ein Wochenschluss darunter öffnet den Weg Richtung 155 Yen. Dieses Szenario wird ungültig, sobald der Kurs über 164 Yen ausbricht und dort schließt.
Brokervergleich
(Risikohinweis: 70,37% der privaten Konten verlieren)
Warum der Yen trotz Zinswende schwach bleibt
Auf dem Papier müsste der Yen stärker sein. Die Bank of Japan hat den Leitzins am 16. Juni 2026 auf 1,00 Prozent angehoben, das höchste Niveau seit 1995. Der Beschluss fiel mit sieben zu einer Stimme. Trotzdem hat der Yen seit dem Zinsschritt weiter verloren. Der Grund liegt nicht in Japan, sondern in der Zinsdifferenz.
Die Zinsdifferenz beschreibt den Abstand zwischen den Leitzinsen zweier Währungsräume. Je größer sie ausfällt, desto attraktiver wird die höher verzinste Währung für Anleger.
Bei einem japanischen Leitzins von 1,00 Prozent und deutlich höheren US-Sätzen bleibt der Abstand groß. Ein einzelner Zinsschritt ändert daran wenig. Die aktuellen US-Termine und Erwartungen findest du beim Fed-Zinsentscheid, die Markterwartungen lassen sich über das Fed Watch Tool verfolgen.
Dazu kommt der Carry Trade, also das Geschäft, sich in einer niedrig verzinsten Währung zu verschulden und das Geld in einer höher verzinsten anzulegen. Der Yen ist dafür seit Jahrzehnten die erste Wahl. Solange die Zinslücke besteht, verkaufen Anleger den Yen strukturell. Das ist kein spekulativer Ausrutscher, sondern ein Kapitalstrom, der Monat für Monat läuft. Vorsicht ist trotzdem geboten: Bricht ein solcher Trade in Panik zusammen, kehrt sich die Bewegung binnen Tagen um. Wer diese Seite ausblendet, unterschätzt das Rückschlagrisiko erheblich.
Wie ernst Japan die Lage nimmt, zeigt der Blick auf die Interventionen. Zwischen dem 28. April und dem 27. Mai 2026 hat das japanische Finanzministerium nach eigenen Angaben 11,73 Billionen Yen eingesetzt, um die eigene Währung zu stützen. Es war die größte Interventionsrunde in der Geschichte des Landes. Allein am 29. April flossen 5,92 Billionen Yen an einem einzigen Tag. Der Effekt hielt keine sechs Wochen. Für Trader heißt das zweierlei: Eine Intervention kann den Kurs kurzfristig um mehrere Yen bewegen. Die Richtung drehen konnte sie zuletzt nicht.
Technische Analyse USD/JPY
Eine laufend aktualisierte Übersicht zur technischen Situation von Dollar/Yen findest du hier auf TradingView. Die Zusammenfassung dort bündelt die gängigen Indikatoren, also gleitende Durchschnitte, Oszillatoren und Pivot-Punkte, zu einem Gesamtsignal. Für die langfristige Sicht stellst du oben rechts auf „1 Monat” um.
Solche technischen Ratings sind ein Hilfsmittel, kein Handelssignal. Sie zeigen, ob die Mehrheit der Standardindikatoren gerade in dieselbe Richtung weist. Über die Sinnhaftigkeit eines Einstiegs an dieser Stelle sagen sie nichts. In Seitwärtsphasen liefern sie regelmäßig widersprüchliche Signale, weil trendfolgende und oszillierende Indikatoren gegeneinander laufen. TradingView weist selbst darauf hin, dass niemand allein auf Basis dieser Ratings kaufen oder verkaufen sollte.
Wer das Paar aktiv handelt, sollte die Forex-Handelszeiten kennen. USD/JPY bewegt sich am stärksten während der Tokio-Session und in der Überschneidung von London und New York. Wie sich der Yen auf der Euro-Seite entwickelt, zeigt unsere Euro Yen Prognose. Für die Einordnung der Dollar-Stärke insgesamt lohnt der Blick in die Euro Dollar Prognose.
Das sind die wichtigsten Daytrading Regeln!
Hole dir jetzt das kostenlose E-Book und lerne, worauf es wirklich ankommt.

Wir achten den Datenschutz. Austragung problemlos möglich.
Das sind die wichtigsten Daytrading Regeln!

Wir achten den Datenschutz. Austragung problemlos möglich.
Methodik: So entsteht diese USD/JPY Prognose
Die Analyse folgt einem Top-Down-Ansatz über drei Zeitebenen. Zuerst der Monatschart für die übergeordnete Struktur, dann der Wochenchart für den mittelfristigen Trend, zuletzt der Tageschart für die konkreten Marken. Ein Signal zählt nur, wenn es der übergeordneten Zeitebene nicht widerspricht.
Grundlage sind Kursdaten, keine Meinungen. Die genannten Hochs, Tiefs und Schlusskurse stammen aus den abgebildeten TradingView-Charts des Paares USDJPY. Marken werden dort eingezeichnet, wo der Kurs in der Vergangenheit mehrfach gedreht hat, nicht dort, wo eine Zahl rund aussieht. Deshalb steht im Text 161,95 statt 162. Fundamentale Faktoren wie Zinsentscheide und Interventionen fließen als Risikofaktoren ein, nicht als Prognosegrundlage.
Eine ehrliche Einordnung gehört dazu: Keine Chartanalyse liefert Sicherheit, sondern Wahrscheinlichkeiten. Devisenkurse reagieren auf Notenbanksitzungen, politische Entscheidungen und Kapitalströme, die sich nicht aus dem Chart ableiten lassen. Deshalb steht bei jedem Szenario, wann es ungültig wird. Dieser Punkt ist für die Praxis wichtiger als jedes Kursziel.
Fazit: USD/JPY im Aufwärtstrend, aber mit wachsendem Gegenwind
Der Ausbruch ist charttechnisch sauber. Beide Altmarken liegen unter dem Kurs, der Wochenschluss bei 163,82 Yen kam nahe dem Verlaufshoch, und bis zum 1978er Tief bei 177,05 Yen steht kein historischer Widerstand mehr im Weg. Wer dem Trend folgt, hat aktuell die Argumente auf seiner Seite. Die Zielzone zwischen 165 und 166 Yen ist die logische nächste Station.
Gleichzeitig wächst das Risiko auf der Gegenseite, und zwar nicht aus dem Chart heraus. Japan hat im Frühjahr mit Rekordsummen interveniert und dabei erlebt, wie schnell der Effekt verpufft. Ein zweiter Versuch auf diesem Niveau ist realistischer geworden, nicht unwahrscheinlicher. Dazu kommen zwei Notenbanktermine in einer einzigen Woche. Die Fed tagt am 28. und 29. Juli, die Bank of Japan am 30. und 31. Juli inklusive Outlook Report.
Für die Praxis heißt das: Der Trend zeigt nach oben, das Umfeld ist unruhig. Positionsgrößen gehören in dieser Konstellation eher an das untere Ende der eigenen Bandbreite. Wer long positioniert ist, hat mit 161,95 Yen eine klare Absicherungsmarke. Wer auf eine Gegenbewegung setzt, braucht einen Auslöser von den Notenbanken und sollte nicht vorgreifen. Gegen einen intakten Trend zu handeln, kostet in der Regel mehr Geld als Geduld.
Häufige Fragen zur USD/JPY Prognose
Wird der USD/JPY-Kurs steigen oder fallen?
Charttechnisch überwiegen die Argumente für steigende Kurse. Der Ausbruch über die Hochs von 1990 und 2024 ist bestätigt, die nächste Zielzone liegt bei 165 bis 166 Yen. Gegen den Trend sprechen die Notenbanktermine Ende Juli und das gestiegene Interventionsrisiko. Eine eindeutige Richtung gibt es nie, nur Wahrscheinlichkeiten mit klaren Ungültigkeitsmarken.
Warum fällt der Yen so stark?
Der Hauptgrund ist die Zinsdifferenz zwischen Japan und den USA. Selbst nach der Anhebung auf 1,00 Prozent im Juni 2026 liegt der japanische Leitzins deutlich unter dem amerikanischen. Anleger verschulden sich in Yen und legen das Geld höher verzinst an. Dieser Carry Trade erzeugt einen dauerhaften Verkaufsdruck auf die japanische Währung.
Wie hoch steht USD/JPY aktuell?
Am 24. Juli 2026 schloss das Paar bei 163,82 Yen. Das Verlaufshoch liegt bei 163,99 Yen vom 22. Juli. Damit notiert der Dollar so hoch wie zuletzt im Dezember 1986. Aktuelle Kurse in Echtzeit findest du im TradingView-Chart des Paares.
Welche Marke kommt als Nächstes?
Kurzfristig zielt der Kurs auf die Zone zwischen 165 und 166 Yen. Übergeordnet ist das Tief aus dem Jahr 1978 bei 177,05 Yen die nächste historische Marke. Dazwischen liegen rund 13 Yen ohne nennenswerten Widerstand, weil der Kurs diesen Bereich seit den 1980er-Jahren nicht mehr gesehen hat.
Wird der japanische Yen wieder steigen?
Für eine nachhaltige Erholung müsste sich die Zinsdifferenz verringern. Das passiert entweder durch schnellere Zinsschritte der Bank of Japan oder durch Zinssenkungen der Fed. Kurzfristige Gegenbewegungen entstehen dagegen meist durch Interventionen oder Krisen, in denen der Yen als sicherer Hafen gefragt ist. Beide Effekte haben zuletzt nicht lange gehalten.
Was bedeutet eine Intervention für Trader?
Bei einer Devisenintervention kauft das japanische Finanzministerium Yen am Markt, um den Kurs zu stützen. Solche Eingriffe bewegen USD/JPY binnen Minuten um mehrere Yen. Zwischen April und Mai 2026 setzte Tokio dafür 11,73 Billionen Yen ein. Der Effekt hielt keine sechs Wochen. Für Trader heißt das vor allem: Stopps großzügiger setzen und Positionsgrößen reduzieren.
Wann tagen Fed und Bank of Japan?
Die Fed entscheidet am 28. und 29. Juli 2026, die Bank of Japan am 30. und 31. Juli 2026. Am 31. Juli veröffentlicht die BoJ zusätzlich ihren Outlook Report mit den aktualisierten Inflations- und Wachstumsprognosen. Zwei Notenbanktermine in einer Woche sorgen erfahrungsgemäß für erhöhte Volatilität.
Über den Autor: Christian Möhrer
Christian Möhrer ist technischer Analyst bei Kagels Trading. Sein Schwerpunkt liegt auf der Chartanalyse von Devisen, Indizes und Rohstoffen. Für kagels-trading.de erstellt er regelmäßig Kursprognosen und tägliche Markteinschätzungen.
Als Options-Trader ist er seit 2014 aktiv. Über die Jahre hat er einen Videokurs zum Optionshandel aufgebaut und betreut Signal-Dienste. Seine Analysen sind nüchtern, zahlenorientiert und konsequent am Chartbild ausgerichtet.
Für die USD/JPY Prognose bringt er die nötige charttechnische Erfahrung über mehrere Zeitebenen mit. Er verbindet das technische Bild mit den fundamentalen Treibern, also der Zinspolitik von Fed und Bank of Japan sowie der Interventionspraxis des japanischen Finanzministeriums. So entsteht eine Einschätzung, die kurzfristigen Tradern und mittelfristigen Anlegern gleichermaßen nutzt.
Dieser Artikel wurde von Karsten Kagels final geprüft.



