Der Australische Dollar (AUD) für Trader – Überblick und Hintergründe

Der Australische Dollar ist die monetäre Währung in Australien, welche von der Reserve Bank of Australia (RBA) ausgegeben wird. Darüber hinaus wird der Australische Dollar auch in einigen anderen Orten als offizielle Währung verwendet, nämlich auf den Inselstaaten Kiribati, Nauru und Tuvalu.

Auf der aktuellen Rangliste der am meisten global gehandelten Währungen nimmt der Australische Dollar den fünften Platz ein, nach dem US-Dollar, dem Japanischen Yen, dem Schweizer Franken sowie dem Euro und dem Britischen Pfund. Die gebräuchliche Abkürzung für die Währung innerhalb des eigenen Landes ist das Dollar Zeichen $. In manchen Fällen wird A$ bzw. AU$ verwendet, damit eine Abgrenzung von weiteren Dollar-Währungen erfolgt.

Historie

In der Zeit, bevor der australische Dollar im Jahre 1966 eingeführt wurde, gab es das Australische Pfund. Als die neue Währung eingeführt wurde, war diese zunächst durch das Bretton Wood System an den US-Dollar gekoppelt. Diese Verstrickung wurde jedoch bereits im Jahr 1971 wieder aufgelöst.

20 Australische Pfund Banknogte
Das Australische Pfund – Vorläufer des Australischen Dollar

Bis in die 70er Jahre befand sich nicht nur der Australische Dollar, sondern auch der australische Finanzmarkt im Allgemeinen zum Großteil unter Kontrolle der nationalen Regierung. Zwischen den 70er und 80er Jahren kam es dann anschließend zu einer Lockerung dieser staatlichen Kontrolle. Dies ist nicht zuletzt auch auf die wirtschaftliche Krise Australiens in diesem Zeitraum zurückzuführen, welche eine erhöhte Arbeitslosenquote sowie Inflationsrate zur Folge hatte. 

Nennenswert ist in diesem Zusammenhang die Aufhebung der Zinssatz-Kontrollen seitens des Staates. In den nachfolgenden Jahren kam es dann schließlich auch zur Öffnung des australischen Marktes für Banken aus dem Ausland und Ende 1983 konnte die Währung zum ersten Mal auf dem Währungsmarkt gehandelt werden.

Ab den 90er Jahren ging es mit dem Finanzmarkt Australiens wieder bergauf, die Wirtschaft wurde mehr und mehr in einen globalen Kontext gebracht. Heutzutage schreitet die RBA nur noch im Durchschnitt an 5% aller Handelstage ein.

Jüngste Entwicklungen

5 Australische Dollar Banknote
5 Australische Dollar Banknote

Im Jahr 2012 erreichte der Australische Dollar dann einen Hochpunkt (zu diesem Zeitpunkt bekam man für 1 Euro umgerechnet nur 1,16 Australische Dollar), was unter anderem an der Wirtschaftsmacht China lag, welche eine erhebliche Menge an Rohstoffen in Australien erwarb. Ein weiterer Grund hierfür lag in der niedrigen Zinspolitik der amerikanischen und europäischen Banken begründet. 

Nachdem der Australische Dollar diesen Höhepunkt erreicht hatte, wurde sein Wechselkursverhältnis zum Euro wieder etwas schwächer, was insbesondere durch die hohe Zinspolitik bei Staatsanleihen der Länder in der Eurokrise zurückzuführen war. Zum aktuellen Zeitpunkt erhält man für einen Euro etwa 1,61 australische Dollar.

Info: Langfristige Kursentwicklung EUR/AUD

Aktienmarkt in Australien

Der Aktienhandel wird in Australien im Grunde genommen von der Australian Securities Exchange (ASX) repräsentiert, welche zuvor unter dem Namen Australian Stock Exchange bekannt war. Der Hauptsitz der Börse ist in Sydney zu finden. Die Hauptindizes sind zum einen der S&P/ASX 200, der S&P/ASX 50 sowie zum anderen der All Ordinaries.

Die Gründung der ASX erfolgte im Jahr 1987, nachdem sich die sechs Börsen aus den größten Städten Australiens zusammengeschlossen hatten. Erst einige Zeit später im Jahr 2006 kam es dann zur Änderung des Namens. Die Australian Securities Exchange zählt zu den 20 größten Börsen weltweit in Bezug auf die Marktkapitalisierung.

Handelszeiten in Australien

Bevor genauer auf die Handelszeiten auf dem Forex-Markt rund um den Australischen Dollar eingegangen wird, sollen zunächst noch die Handelszeiten im australischen Aktienhandel kurz näher beleuchtet werden.

Grundsätzlich gibt es viele unterschiedlich Handelszeiten in der ASX Börse, welche im Detail auf der Website www.asx.com.au einsehbar sind. Der Handel im sogenannten PreMarket findet dabei im Zeitrahmen von 07:00 Uhr bis 10:00 Uhr morgens statt (AEST). In diesem Zeitfenster bereiten die Trader schon einmal ihre Orders für die Haupthandelszeit vor.

Die Orders können dann bereits eingereicht werden und werden dann in eine „Warteschlange“ eingegliedert. Erst wenn der Haupthandel jedoch beginnt, werden diese eingereichten Orders dann nacheinander abgearbeitet. Der normale Haupthandel läuft dann von 10:00 Uhr morgens bis 16:00 Uhr am Nachmittag ab (AEST). Übertragen auf die deutsche Zeitrechnung findet der Haupthandel dann zwischen 01.00 und 07.00 Uhr statt.

Beim Forex Trading verhalten sich die Handelszeiten hingegen anders. Im Grunde genommen ist der Handel mit dem Australischen Dollar (AUD) rund um die Uhr möglich – ausgenommen an Wochenenden. Da der Handel mit Währungen dezentralisiert und ohne Börsen stattfindet, handeln die Marktteilnehmer untereinander und das zeitlich weitestgehend unabhängig. Bei manchen Brokern (insbesondere ECN Brokern) ist der Forex-Handel auch an Wochenenden möglich, allerdings ist der Mark in dieser Zeit nicht wirklich aktiv, da die institutionellen Marktteilnehmer hier wegfallen.

Die Handelszeiten werden daher hauptsächlich durch die Zeitverschiebung der Zeitzonen in den verschiedenen Ländern beeinflusst. Gegen 22 Uhr (MEZ) öffnet sich der Forex-Markt in Sydney und gegen 23 Uhr (MEZ) am Freitag schließt er dann in New York. Eine übersichtlichere Darstellung der unterschiedlichen Zeitzonen bietet die nachfolgende Grafik.

https://www.binaereoptionen.com/wp-content/uploads/forex-handelszeiten.png

In der Grafik zeichnet es sich bereits ab, dass es zeitweise zu einer Überlappung der Öffnungszeiten kommt, in welcher eine Vielzahl an Anlegern und Tradern aktiv sind. Für Anlger der aus der mitteleuropäischen Zeitzone ist der Handel daher vor allem ab 13 Uhr interessant, weil zu diesem Zeitpunkt der US-amerikanische Markt als auch der europäische aktiv ist.

Da die Handelszeiten am Forex-Markt im Vergleich zu denen des Aktienmarktes bei Weitem flexibler sind, kommt es unter der Woche zu keinen Opening Gaps.

Risk-on/Risk-off und der Australische Dollar

Eine weitere Besonderheit des Australischen Dollars liegt darin begründet, dass es sich dabei um eine Hochzinswährung handelt, welche sehr abhängig vom Marktumfeld reagiert. In diesem Kontext spricht man auch von „Risk-on“ bzw. „Risk-off„. Als Risk-on wird prinzipiell ein Marktsentiment bezeichnet, in dem Anleger beim Trading höhere Risiken eingehen und höher verzinsliche Investments nutzen. In Zeiten des Risk-ons herrscht für gewöhnlich ein wirtschaftlicher Auftrieb vor, weswegen sich Anleger eben dafür entscheiden, in hochverzinste Anlageklassen wie den Australischen Dollar zu investieren.

Infolgedessen kommt es zu einem Wertanstieg von Hochzinswährungen wie dem Australischen Dollar. Der Australische Dollar gilt aus diesem Grund also nicht als „sicherer Hafen“ der Investitionsmöglichkeiten, was nicht zuletzt auch auf die wirtschaftliche Abhängigkeit von China zurückzuführen ist. So lassen sich beispielsweise merkliche Kursveränderungen feststellen, immer dann wenn es zu einer Veröffentlichung neuer Konjunkturdaten Chinas kommt.

So verlor der Australische Dollar in den vergangenen Jahren im Vergleich zum Euro teilweise immer wieder an Wert, als Konjunkturdaten aus China publiziert wurden, welche auf eine sinkende Wachstumsrate des Landes hindeuteten.

Im umgekehrten Falle allerdings profitiert der Australische Dollar in Zeiten der Hochkonjunktur Chinas und einer global angekurbelten Wirtschaftssituation im Allgemeinen. Die Abhängigkeit von China ist dabei insbesondere auf den Export von Rohstoffen zurückzuführen. Der Anteil der nach China exportierten Rohstoffe liegt nämlich bei über einem Drittel.

In Zeiten des Risk-offs hingegen herrscht tendentiell eine eher negative Marktstimmung vor, weswegen Anleger und Investoren sich nach vermeintlich sicheren Währungen als Investitionsanlage umsehen. Hierunter fallen beispielsweise die Währungen Japanischer Yen (JPY) oder der Schweizer Franke (CHF).

Wirtschaftliche Situation in Australien

Australien zählt zu den Nationen mit der stärksten Wirtschaft überhaupt. Der durchschnittliche jährliche Verdienst in “Down Under” liegt bei etwa 71,518 australische Dollar (durchgeführte Studie von https://www.averagesalarysurvey.com/australia). Kennzeichnend für Australien sind der vielseitige Arbeitsmarkt sowie das geringe Maß an Arbeitslosigkeit sowie der allgemein hohe Lebensstandard.

Seit Anfang 1990 ist Australien mit seiner hohen Wirtschaftswachstumsrate bei den OECD-Ländern weit oben zu auf der Liste zu finden. Die Arbeitslosenquote lag 2018 bei rund 5,3 Prozent (Quelle: Statista). Maßgeblich für die Arbeitswelt in Australien ist auch die hohe Einwanderung von ausländischen Facharbeitern.

Wichtige Handelspartner

Mit zu den größten Handelspartnern Australiens zählen die Länder USA, Südkorea, Neuseeland, China, Japan, Singapur und auch Deutschland. Die Wirtschaftsmacht China nimmt dabei wie bereits zuvor angesprochen eine besonders wichtige Stellung ein, 2017 wurden Güter im Wert von über 85 Milliarden Dollar dorthin exportiert (Quelle: OEC).

Bodenschätze und Rohstoffe in Australien

Diese hohen Exportsummen werden vor allem durch den Reichtum an Bodenschätzen und Rohstoffen ermöglicht. Knapp ein Viertel des australischen BIP wird durch den Handel mit Rohstoffen sichergestellt. Zu den wichtigsten Rohstoffen gehören dabei:

  • Eisenerz
  • Kohle
  • Gold
  • Zink
  • Silber
  • Uran
  • Erdöl
  • Erdgas

Der Wert des Kohlevorkommens in Down Under wird dabei aktuell auf 1,7 Billionen Euro geschätzt, beim Erdöl ist es ein geschätzter Wert von ca. 258 Milliarden Euro. Abgesehen von den klassischen Bodenschatz-Rohstoffen spielen auch noch einige andere Rohstoffe eine wichtige wirtschaftliche Rolle. Darunter fallen eben auch die Viehzucht (insbesondere Rinder und Schafe), mit den Rohstoffen Wolle und Fleisch.

Agrarwirtschaft

Etwa 2,55% der Menschen (Quelle: Statista) in Australien sind noch im primären Sektor der Landwirtschaft tätig, wobei ganze 80% der produzierten Güter anschließend exportiert werden. 

Dienstleistungssektor

Hier nehmen große Städte wie Sydney und Melbourne eine essentielle Rolle ein. Über 78% der Menschen in Australien sind zum aktuellen Zeitpunkt im tertiären Sektor tätig.

Der Australische Dollar und Trading

Im nächsten Schritt soll nun genauer auf das Trading mit dem Australischen Dollar auf dem Forex-Markt eingegangen werden. Wie bereits im Kapitel zuvor erwähnt, gibt es eine Vielzahl von Währungspaaren mit dem Australischen Dollar, welche auf dem Devisenmarkt gehandelt werden. Mit einem ungefähren Handelsvolumen von umgerechnet 174 Milliarden US-Dollar nimmt der Australische Dollar den fünften Platz auf der Rangliste der meistgehandelten Währungen weltweit ein (Quelle: Bank for International Settlements – BIS).

Der Australische Dollar besitzt also eine hohe Liquidiät, was gleichzeitig auch immer eine gute Voraussetzung für ein erfolgreiches Trading am Forex-Markt ist. Jedoch ist eine hohe Liquidität an sich noch kein Garant, um effektiv am Forex-Markt handeln zu können.

Um gewinnbringend mit dem Australischen Dollar handeln zu können, wird zusätzlich zu einer entsprechenden Tradingstrategie auch ein gewisses Maß an Fachwissen sowie ein Know-How über die unterschiedlichen Einflussfaktoren auf die australische Währung benötigt. Und an dieser Stelle sei daher gleich vorhergesagt, dass es nicht ausreicht, sich lediglich mit bestimmten Charts auseinanderzusetzen. Stattdessen ist vielmehr eine weitsichtige Betrachtung des Australischen Dollars sowie seiner Einflussfaktoren generell vonnöten.

Bricht man das ganze herunter, wird der Australische Dollar zunächst einmal von Angebot und Nachfrage beeinflusst. Möchte ein Großunternehmen wie zum Beispiel Amazon seine in Australien erzielten Gewinne in US-Dollar umwandeln, dann hat dies – abhängig vom bewegten Geldvolumen – einen entsprechenden kursbewegenden Einfluss (wenn auch nur auf kurze Sicht).

Reserve Bank of Australia (RBA)

Ein Faktor, welcher allerdings stärkeren Einfluss darauf ausübt, ob der Kurs des Australischen Dollars ansteigt oder ob dieser fällt, ist die Geldpolitik der nationalen Zentralbank. Diese wiederum wird grundsätzlich durch den Leitzins beeinflusst, welcher für die Steuerung von Kreditvergaben verantwortlich ist.

Die Zentralbank Australiens ist die sogenannte Reserve Bank of Australia (RBA), welche im Jahr 1960 gegründet wurde. Der Hauptsitz befindet sich dabei in der Metropole Sydney. Diese Bank ist zuständig für die Regulierung der inländischen Währung und verwaltet die Ausgabe von Geldscheinen und -münzen. Darüber hinaus ist die RBA auch für die Verwaltung der Goldreserven und Devisenreserven Australiens zuständig.

Die Aufgaben der Zentralbank Australiens sind dabei relativ vielseitig. Im Zentrum des Aufgabenspektrums steht allerdings die generelle Steuerung der Finanzmarktpolitik. Dies soll insbesondere durch eine geringe Inflationsrate möglich gemacht werden. Selbstverständlich hat die Reserve Bank of Australia noch einige weitere wichtige Aufgaben. Darunter fallen folgende Punkte:

  • Ausländische Geldreserven sollen verwaltet werden
  • Ausgabe des australischen Dollars
  • Bankübliche Aufgaben für die eigene Regierung
  • Leisten eines Anteils zum ökonomischen Wachstum Australiens
  • Positive Beeinflussung der Beschäftigungsquote
  • Sicherstellen der finanziellen Stabilität sowie der Währungsstabilität

Im Zuge dieser genannten Aufgaben spielt die Zinspolitik auch eine entscheidende Rolle. Aus diesem Grund wird in einem apäteren Kapitel auch näher auf die zinspolitischen Hintergründe und Entwicklungen eingegangen.

Australischer Dollar – Währungspaare

Der Australische Dollar wird mittlerweile weltweit am Forex-Handel mit anderen Währungen gehandelt. Die Währung ist im Devisenmarkt als “AUD” bekannt und zählt darüber hinaus mit zu den Hauptwährungspaaren, also den am meisten gehandelten Währungspaaren. Insbesondere das Währungspaar AUD/USD ist sehr beliebt bei Tradern. Es folgt eine kurze Übersicht mit allen Währungspaaren rund um den Australischen Dollar.

  • AUD/USD
  • GBP/AUD
  • EUR/AUD
  • AUD/NZD
  • AUD/JPY
  • AUD/MXN
  • AUD/ZAR
  • AUD/CAD
  • AUD/CHF
  • AUD/NOK
  • AUD/SEK
  • AUD/SGD
  • AUD/HUF
  • AUD/HKD
  • AUD/CZK
  • AUD/PLN
  • AUD/DKK

Aufgrund der sehr hohen Rohstoffvorkommen zählt Australien zur sogenannten “commodity currency”, also zu den Rohstoff-Währungspaaren. Das Resultat des großen Rohstoffhandels weltweit ist ein ebenfalls hohes Handelsvolumen des Australischen Dollars auf dem Forex-Markt. Nachfolgend sollen einige populäre Währungspaare mit dem Australischen Dollar genauer erklärt werden.

Tipp: Forex Handelssignale für den Australischen Dollar

Das Währungspaar EUR/AUD

Auch wenn das Handelsvolumen des Kreuzwährungspaares EUR/AUD nicht ganz so groß ist wie das des Majors EUR/USD, zählt es nichtsdestotrotz zu den wichtigsten „Euro Crosses“ auf dem globalen Forex-Markt. Als Investor kann man hierbei zum einen darauf setzen, dass der Euro in Relation zum Australischen Dollar stärker wird. In diesem Falle handelt man eine Longposition im EUR AUD. Möchte man hingegen auf eine Aufwertung des Australischen Dollars gegenüber dem Euro setzen, ist eine Shortposition erforderlich.

Das Trading mit dem Devisenpaar EUR/AUD gilt grundsätzlich als riskant, was unter anderem auf die häufig auftretenden Kursschwankungen zurückzuführen ist. Im Zuge dessen eignet sich das Kreuzwährungspaar insbesondere für Trader, welche gerne Risiken beim Handeln eingehen.

Bei dieser Art von Tradern erfreut sich vor allem die Mini Future Long-Strategie einer hohen Popularität, bei welcher davon ausgegangen wird, dass der EUR/AUD-Kurs langfristig ansteigen wird.

Als Einsteiger im Tradingbereich sollte das Devisenpaar EUR/AUD hingegen nach Möglichkeit in sehr engen Spreads und zu geringen Handelskosten getradet werden. Das Kreuzwährungspaar kann dabei im Rahmen der Sydney Session von 22:00-7:00 Uhr GMT bzw. im Rahmen der London Session von 8:00-17:00 Uhr GMT erfolgen.

Das Währungspaar AUD/USD

Das Devisenpaar AUD/USD fällt in die Gruppierung der Forex Majors, also zu den Hauptwährungspaaren im weltweiten Handel mit Devisen. Als Trader kann man hierbei ebenfalls entweder eine Longposition handeln, wenn man auf eine Aufwertung des Australischen Dollars setzt oder eine Shortposition, wenn man dem US-Dollar ein höheres Potenzial zurechnet.

AUD/USD zählt dabei mit seiner sehr hohen Liquidität zu den besonders umsatzstarken Währungspaaren und erfreut sich insbesondere im Handel von Optionen einer großen Beliebtheit.

Neben den aktuellen Wirtschaftsdaten sollte beim Handel mit dem Währungspaar AUD/USD auch immer das Verhalten der US-amerikanischen Zentralbank sowie das der Australischen Zentralbank im Auge behalten werden. Auf die Australische Zentralbank wird im Folgenden noch näher eingeganen.

Zu den beliebtesten Handelsstrategien mit dem AUD/USD Devisenpaar zählt die sogenannte Carry-Trade-Strategie. Diese Strategie erweist sich insbesondere in Zeiten des Wirtschaftswachstums häufig als effektiv und kann dafür sorgen, dass langfristige Profitpotentiale eingefahren werden können.

Welche Faktoren beeinflussen den Devisenhandel des australischen Dollars?

Zinssituation des AUD

Eine wichtige Rolle im australischen Geldsystem spielt der Leitzins und andere Arten von Zinsen generell. Die Zinsen werden wie bereits erwähnt hauptsächlich von der Reserve Bank of Australia (RBA) reguliert, zu dessen Zielen insbesondere das Erzielen einer geringen und stabilen Inflationsrate gehört. Im Kontext der Zinsen in Australien spricht man auch von der Official Cash Rate (OCR), kurz Cash Rate oder cash rate target.

Die OCR kann dabei auch von der Reserve Bank of Australia beeinflusst werden, etwa durch den Kauf oder Verkauf von staatlich emittierten Wertpapieren. Kommt es zu einem Anstieg oder Abfall der OCR, dann führt dies in der Folge auch zu einer Änderung der Zinssätze von beispielsweise Hypotheken und aufgenommenen Krediten.

Wenn man sich den Verlauf der Official Cash Rate Australiens in den vergangenen Jahren ansieht, kann man feststellen, dass dieser seit den 90er Jahren weiter und weiter abgesunken ist. Während der australische Leitzins im September 1990 mit 14,00% sein Hoch erreichte, sind es zum aktuellen Zeitpunkt nur noch um die 1,00%.

Die Daten in Bezug auf den australischen Leitzins werden dabei jeden Monat aktualisiert und immer am Monatsende bekannt gegeben. Nachfolgend eine Grafik zur Entwicklung der Cash Target Rate von 1990 bis zum aktuellen Zeitpunkt. Die Grafik stammt von www.ceicdata.com und wurde eigenhändig von der Reserve Bank of Australia veröffentlicht.

Zinsraten der Australischen Notenbank (RBA) bewegen sich tendenziell abwärts
Langfristige Zinsentwicklung in Australien

In diesem Zusammenhang ist es auch sinnvoll, einen Blick auf die Kredite in Down Under zu werfen. Da gibt es zum einen den Zinssatz für kurzfristige Kredite zu beachten. Dieser befindet sich mit 1,20% (Juni 2019) aktuell auf einem sehr niedrigen Niveau (zum Vergleich: Im Jahr 1974 lag der Prozentsatz hier bei ganzen 21,75%).

Für Trader ist die Höhe kurzfristiger Zinssätze einer der wichtigsten Faktoren bei der Währungsbewertung – die meisten anderen Indikatoren werden nämlich nur mit einbezogen, um vorherzusagen zu können, wie sich die Zinssätze in Zukunft ändern werden.

Ähnlich hat sich eben auch der Zinssatz für langfristige Kredite verhalten. Während es im Jahr 1982 noch 16,50% waren, sind es im Juni 2019 lediglich noch 1,38%.

Arbeitsplätze und Arbeitslosenquote

Im Kapitel über die wirtschaftliche Situation Australiens wurde das Thema Arbeitslosigkeit im “fünften Kontinent” bereits kurz angeschnitten. Insbesondere die Arbeitslosenquote trägt auch maßgeblich dazu bei, in welche Richtung sich die Kurse am Forex-Markt entwickeln. 

Aber auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze auf der anderen Seite darf nicht außer Acht gelassen werden. Denn über das Ausmaß der Schaffung von Arbeitsplätzen erhält man wichtige Signale über die Konsumausgaben von Verbrauchern, was wiederum einen entsprechenden Einfluss auf die gesamte Wirtschaft ausübt.

Die Arbeitslosenquote in Australien hält sich dabei in den letzten Jahren relativ konstant und pendelt sich in der Regel ständig zwischen 5 und 6 Prozent ein. In Deutschland lag die Quote im Jahr 2018 zum Vergleich etwa bei 3,4%, bei den amerikanischen Staaten bei 3,8%. Mit dieser Quote befindet sich Australien im internationalen Vergleich aber dennoch weit oben in der Liste, was sich daher auch entsprechend positiv auf die Devise auswirkt. 

An dieser Stelle soll noch eines erwähnt werden: Obgleich die Zahl der Arbeitslosen im Allgemeinen als rückständiger Indikator angesehen wird, ist sie dennoch ein wichtiges Signal für die gesamtwirtschaftliche Gesundheit, da die Konsumausgaben in hohem Maße mit den Arbeitsmarktbedingungen korrelieren. Dies muss daher nicht immer zwingend einen negativen Indikator im Trading darstellen.

G7 Treffen

Ein weiterer Einflussfaktor, der auch für Trader interessant ist, sind die Treffen und Ergebnisse der G7 (“Gruppe der Sieben”). Bei der G7 handelt es sich um eine informelle Zusammenkunft der ehemals wirtschaftlich stärksten Nationen des Westens. Hierbei kamen die Staatschefs der jeweiligen Länder in regelmäßigen Abständen zusammen, um bestimmte Problemstellungen und Herausforderungen der globalen Wirtschaft zu diskutieren. Bei diesem Gipfeltreffen kommen folgende Nationen zusammen: Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, England und die USA.

Kennzeichnend für die G7 ist die wirtschaftliche Stärke im globalen Vergleich. Addiert haben die Mitgliedstaaten nur einen Anteil von 10,5 Prozent an der Weltbevölkerung, wobei von diesen 67 Prozent des globalen Bruttonationaleinkommens generiert werden.

Nachdem die im Jahr 1975 gegründete internationale Vereinigung im Jahr 1998 auch Russland zunächst mit aufnahm, kam es dann im März 2014 schließlich wieder zum Ausschluss dieses Landes, was auf die Annexion Krims durch den ehemaligen Ostblock-Staat zurückzuführen war. 

Inwiefern spielt das nun für den einzelnen Trader eine Rolle?

Nun, auch wenn es sich bei der G7 um keine offizielle Institution handelt, ist sie ein einflussreiches politisches Gremium auf höchster Ebene, und ihre Initiativen und Strategien können erhebliche Auswirkungen auf die Devisenmärkte haben.

CPI Inflationsdaten

In Zusammenhang mit der Inflationsrate kommt auch dem sogenannten CPI (Consumer price index) bzw. Verbraucherpreisindex eine entscheidende Bedeutung bei.

Mit dem CPI wird dabei der Anstieg bzw. Abfall von bestimmten Preisen bestimmt. Es wird also gemessen, inwiefern sich die Güterpreise eines Warenkorbs über einen bestimmten Zeitraum hinweg entwickelt haben.

Der “Warenkorb” beinhaltet dabei alle Konsumgüter im Alltag des Menschen wie zum Beispiel Nahrung, Kleidung, Mietkosten, aber auch Autos und bestimmte Dienstleistungen. Auf Basis der daraus gewonnenen Informationen sollen dann im nächsten Schritt Folgerungen über die Entwicklung der Inflation oder auch Deflation geschlossen werden.

Inwiefern ist dies nun für die Trading-Szene relevant? Nun, die Verbraucherpreise beeinflussen die Gesamtinflation maßgeblich mit. Und die Inflationsentwicklung ist für die Bewertung von Devisen essentiell, da ein Anstieg der Verbraucherpreise dazu führt, dass die Zentralbanken die Zinssätze anheben, um dem entgegenwirken zu können. Welche Rolle die Zinssätze für Trader spielen, ist ja bereits bekannt.

Wie ist es nun um den Consumer price index in Australien bestellt? Grundsätzlich ist der Wert des CPI über die letzten Jahre hinweg konstant angestiegen, was man anhand der folgenden Grafik erkennen kann.

Entwicklung des Verbraucherpreisindex CPI in Australien

Betrachtet man hingegen die Entwicklung der Inflationsrate innerhalb der letzten 10 Jahre, stellt man fest, dass diese im Durchschnitt einen jährlichen Anstieg zwischen 1 und 3 Prozent zu verzeichnen hat. Auch hierzu soll ein kurzes Diagramm die Übersicht erleichtern.

Inflationsrate in Australien

Die ursprünglichen Messungen wurden vom “Australian Bureau of Statistics” (ABS) durchgeführt.

Wage Price Index

Der sogenannte Wage Price Index (zu deutsch in etwa Lohnpreisindex) ist ein weiterer Faktor, welcher einen Einfluss auf den Forex-Handel mit sich bringt. Der WPI misst die Änderung der normalen Stundensätze. Die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden oder die Zusammensetzung der Belegschaft sind nicht berücksichtigt, lediglich die Stundensätze ohne Prämien. Der WPI wird jedes Quartal neu gemessen und die Daten anschließend vom Australian Bureau of Statistics veröffentlicht.

Es handelt sich dabei also ebenfalls um eine Messgröße der Inflation. Sobald die Unternehmenskosten ansteigen, überträgt sich dies in der Regel auf den einzelnen Verbraucher.

Wenn man bedenkt, welche Folgen die Lohnentwicklung auf das Einkommen und die Ausgaben der privaten Haushalte und in der Konsequenz auch auf die Entwicklung der wirtschaftlichen Situation generell hat (in Australien macht der Konsum privater Haushalte beinahe 60% des BIP aus), ist der WPI eine der wichtigsten Indikatoren. Sowohl der CPI als auch der WPI haben also einen enormen Einfluss auf das Konsumverhalten der Menschen und somit auf die komplette Ökonomie.

Wenn sich das Lohnniveau über einen längeren Zeitraum auf einem niedrigen Level bewegt, erhöht dies die Abwärtsrisiken für die Inflation und somit auch den Druck auf die RBA, den australischen Leitzins erneut zu senken.

Die unten abgebildete Grafik von businessinsider.com.au zeigt die Entwicklung des WPI in der Vergangenheit.

Australischer Index für die Lohnpreis Entwicklung (Australia Wage Price Index).
Lohnpreis Entwicklung in Australien

OPEC meeting

Als nächster Faktor ist an dieser Stelle die OPEC zu nennen. OPEC steht für Organization of the Petroleum Exporting Countries (auf deutsch: Organisation erdölexportierender Länder) und bezeichnet eine globale Organisation mit Hauptsitz in Wien, welche im Jahr 1960 ins Leben gerufen wurde. Zum aktuellen Zeitpunkt setzt sich die OPEC aus folgenden Nationen zusammen:

  • Algerien
  • Angola
  • Äquatorialguinea
  • Ecuador
  • Gabun
  • Iran
  • Irak
  • Republik Kongo
  • Kuwait
  • Libyen
  • Nigeria
  • Saudi-Arabien
  • Vereinigte Arabische Emirate
  • Venezuela

Iran, Kuwait, Saudi-Arabien sowie Venezuela zählen zu den Ländern, welche weltweit am meisten Erdöl fördern. Alle Mitglieder der Organization of the Petroleum Exporting Countries zusammen liefern dabei aktuell ca. 40 Prozent der globalen Produktion von Erdöl, wobei sie sogar über mehr als 75 Prozent der globalen Erdölvorkommen verfügen.

Die OPEC-Treffen finden in der Regel in Wien statt. Dort wird von den Mitgliedstaaten eine Reihe von Fragen im Zusammenhang mit den Energiemärkten diskutiert und sich vor allem darauf geeinigt, wie viel Öl sie zukünftig fördern werden. Während die Sitzungen üblicherweise für die Presse geschlossen sind, sprechen die Anwesenden allerdings in der Regel dennoch mit Reportern. Nach Abschluss jeder Sitzung wird eine formelle Erklärung zu politischen Veränderungen und den Zielen der Sitzungen veröffentlicht.

Das hauptsächliche Ziel der Zusammenkunft besteht im Grunde genommen darin, die Erdölpreise auf internationaler Ebene zu kontrollieren. Die Erdölpolitik aller Mitgliednationen soll also entsprechend gesteuert und vereinheitlicht werden. Und zum anderen sollen auch die einzelnen sowie gemeinsamen Interessen dieser Länder beschützt werden.

Erreicht werden soll dieses Ziel durch eine gesteuerte Verknappung bzw. Erhöhung der Förderung von Erdölreserven weltweit. Dadurch soll der Erdölpreis dann in der Folge entsprechend herabgesetzt, gefestigt oder erhöht werden, damit er sich im Rahmen eines bestimmten Zielpreiskorridors befindet. 

Inwiefern spielt die OPEC nun eine Rolle, wenn es um den Devisenhandel geht? 

Die OPEC repräsentiert wie zuvor bereits erwähnt rund 40% der weltweiten Ölversorgung und ist in der Förderung von Erdöl vereinheitlicht. Bei einem so hohen Grad an Kontrolle über das Ölangebot können sich Produktionsverschiebungen erheblich auf die Entwicklung der Ölpreise auswirken. Und die Ölpreise beeinflussen wiederum das wirtschaftliche Wohlbefinden eines Staates maßgeblich mit.

Entwicklung des Einzelhandels

An dieser Stelle soll noch auf den Aspekt des Einzelhandels kurz eingegangen werden. Und zwar im Speziellen auf die Änderung des verzeichneten Gesamtumsatzes im Einzelhandel. Denn auch diese kann wichtige Indikatoren und Anhaltspunkte für zukünftige Entwicklungen auf dem Forex-Markt liefern. Als Trader sollte einer der ersten Blicke daher immer auf die Entwicklung des Einzelhandels gehen. 

Auch zu diesen Daten werden jeden Monat Statistiken vom Australian Bureau of Statistics erhoben und auf der Website publiziert. In Australien spricht man hier von den “retail sales”. Mit den erhobenen Statistiken zu den retail sales können die Ausgaben der Verbraucher gemessen werden, welche bekanntlich einen Großteil der kompletten Ökonomie ausmachen. Eine vom ABS bereitgestellte Statistik zeigt die Veränderung des Konsumverhaltens in den letzten Jahren (“Australia Consumer Spending”). Nachfolgend soll diese dargestellt werden.

Chart der Australischen Verbraucher Ausgaben (Australia Consumer Spending)

Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Selbstverständlich spielt auch das Bruttoinlandsprodukt (BIP) eine große Rolle, wenn es um die Bewertung der wirtschaftlichen Stärke einer Nation geht. Es ist mit DAS wichtigste Maß für den Zustand einer Volkswirtschaft und sollte daher auch von Tradern immer mit herangezogen werden. Gemäß der Definition nach der Bundeszentrale für politische Bildung beschreibt das BIP den “Wert aller Güter und Dienstleistungen, die in einem Jahr innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft erwirtschaftet werden.“ 

In der englischen Sprache bezeichnet man diesen Wert als “Gross domestic product” bzw. GDP. Eine Übersicht über die Entwicklung des GDP über das letzte Jahrzehnt liefert die nachfolgende Grafik.

Die Zahlen auf der vertikalen Achse sind dabei jeweils in Billionen USD zu lesen.

Fazit

Auch wenn der australische Dollar noch keine jahrhundertelange Vergangenheit vorzuweisen hat, ist er dennoch eine interessante Währung und zählt nicht ohne Grund zu den Hauptwährungen bzw. Majors auf dem Forex-Markt. Die enorme Vielfalt an Rohstoffen ermöglicht es dem Land, gewinnbringend und weltweit große Mengen zu exportieren.

Nachdem die Wirtschaft von Down Under im letzten Vierteljahrhundert stetig angestiegen ist, wird sich für Investoren und Anleger zeigen, wie es mit der Nation an sich und dem australischen Dollar in Zukunft weitergehen wird.