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„Short gehen“ und „Short Position“ – was steckt dahinter? (2022)

Im Allgemeinen gilt die Ansicht, dass der geneigte Trader auf steigende Aktienkurse setzt. In diesem Fall investiert er in ein potenzielles Wachstum der wirtschaftlichen Stärke des Unternehmens. Investoren können stattdessen jedoch auch auf fallende Kurse setzen und „short gehen„. In diesem Beitrag klären wir alle wichtigen Informationen und Grundlagen zum Thema Short Positionen im Trading. Den Schwesterbeitrag zum Thema Long Positionen finden Sie hier.

Definition: Was ist eine Short Position?

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Einsteiger schnell ein Verständnis für den Begriff Long gewinnen können, der Begriff Short ihnen jedoch unter Umständen Schwierigkeiten bereitet.

Prinzipiell gilt, dass Trader mit einer Short Position auf den Abfall des Kurses bzw. eine Wertminderung des Vermögenswertes setzen. Wir generieren also Gewinne bei einem Absinken des Kurswertes – bei einem Anstieg des Kurses verzeichnet der Trader hingegen Verluste. Short Positionen werden auch Verkaufspositionen oder Leerverkäufe genannt.

Der Trader erwirbt das Finanzprodukt mit geliehenem Geld und hofft, dass der Kurs dieses zu hoch bewerteten Finanzproduktes fällt. Short bedeutet also, dass man ein Finanzprodukt verkauft und es zum aktuellen Zeitpunkt nicht besitzt. Das Ziel ist es, die Vermögenswerte in Zukunft zu einem günstigeren Kurs als den jetzigen zu erwerben und so Profit zu generieren.

Der Gewinn des Leerverkaufs ist die Differenz, die sich aus dem aktuellen Kurs und dem erwarteten niedrigeren Kurs in der Zukunft ergibt. Das Risiko beim sogenannten Shorten liegt also darin, dass der Wert des Finanzproduktes steigt. Dann müsste man das Produkt zu einem teureren Preis als erhofft zurückkaufen und Verluste hinnehmen.

Bedeutung: Was sind die Unterschiede von Long und Short Positionen?

Wer über Investitionen am Finanzmarkt spricht, der verweist gelegentlich auf die Begriffe Long und Short. Daher erscheint es aus unserer Sicht unabdinglich, diese beiden Begriffe voneinander abzugrenzen.

Nimmt ein Investor eine Long Position ein, so bedeutet dies, dass er einen bestimmten Wert an Aktien gekauft hat und diese sich somit in seinem Portfolio bzw. seinem Besitz befinden. Bei einer Short Position hingegen besitzt er die Aktien nicht selbst und ist dem Verkäufer den entsprechenden Betrag schuldig. Hier verkauft ein Investor bspw. 100 Aktien, ohne sie jedoch physisch zu besitzen. Der Investor ist die 100 Aktien somit schuldig und er geht die Verpflichtung ein, diese zu einem späteren Kurswert zurückzukaufen, um diese Verschuldung wieder zurückzuzahlen.

Beispiel DAX Index

Für Daytrader sind sowohl Long als auch Short Positionen im DAX Index von Interesse. Beispiele für günstige Einstiege in Short Positionen sind im DAX Index Chart (siehe unten, rote Flächen in Abbildung 1) an verschiedenen Tagen ersichtlich. Hier hätten Daytrader die Möglichkeit auf dreistellige Punktgewinne gehabt. Am 07.07. hätte man die Position sogar über Nacht halten können, um am 08.07. das Unterstützungslevel bei 15.300 Punkten für maximalen Profit zu erreichen. Am 21.06. und 09.07. hätten sich zudem günstige Gelegenheiten für kurzfristige Long Positionen bei den Korrekturen ergeben (siehe grüne Flächen im Chart).

Short Position DAX Index 2021
Abbildung 1: Short Position im DAX Index

Wichtige Begriffe & deren Abgrenzung

Für das mehrtägige Halten einer Position müssen ggf. Gebühren an den Broker abgetreten werden. Diese stellen die Zinsen dar, über die der Broker als Dienstleister zusätzlichen Gewinn erzielt. Wie bereits erwähnt müssen Trader bei einer Long Position im Forex oder CFD Trading in der Regel Zinsen zahlen, während sie bei einer Short Position gelegentlich auch Zinsen erhalten.

Die wesentlich riskanteren Short Positionen sind im Gegensatz zum Kaufen und Halten von Vermögenswerten mit höheren Kosten verbunden. Diese müssen zusätzlich zu den üblichen Handelsprovisionen die an Makler gezahlt werden. Einige der Kosten umfassen:

Margin-Zinsen

Margin-Zinsen sind Zinsen für das Leihen von Kapital, die der Trader jeden Tag für das Halten einer Position zahlen muss.

Beim Eingehen einer Short Position verpflichtet sich der Trader dazu eine Sicherheitsleistung auf seinem Konto zu hinterlegen. Dieser anfängliche Gesamtwert des Kontos wird Initial Margin (Ersteinschuss) genannt. Bei signifikanten Verlusten kann die Position auch so stark absinken, dass sie die Maintenance Margin (Mindesteinschuss) unterschreitet. In diesem Fall findet ein Margin Call (Nachschussforderung) statt. Dieser ist eine Warnung an den Trader und verpflichtet ihn dazu, sein Konto wieder bis zur Initial Margin aufzustocken, falls er die verlustreiche Position offenhalten möchte. Ist er dazu nicht in der Lage, so kann der Broker die Schließung der Position erzwingen.

Margin-Zinsen können beim „Aktien-Handel auf Margin“ erhebliche Kosten verursachen. Da Leerverkäufe nur über Margin-Konten getätigt werden können, können sich die für Leerverkäufe zu zahlenden Zinsen im Laufe der Zeit summieren, vor allem wenn Short Positionen über einen längeren Zeitraum offen gehalten werden.

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Kosten für das Leihen von Aktien

Am Aktienmarkt werden eher seltener Short Position eingegangen, da die Inflation konstant für einen minimalen Uptrend sorgt. Die anfallenden Gebühren für das Ausleihen von Aktien können mitunter sehr hoch ausfallen. Die Gebühr basiert auf einem jährlichen Satz, der von dem Bruchteil eines Prozents bis zu mehr als 100 % des Positionswertes reichen kann. Er wird anteilig für die Anzahl der Tage berechnet, an denen der Leerverkauf offen ist.

Da der Leihsatz von Tag zu Tag und sogar innerhalb eines Tages erheblich schwanken kann, ist der genaue Dollar-Betrag der Gebühr möglicherweise nicht im Voraus bekannt. Die Gebühr wird in der Regel vom Broker entweder am Monatsende oder bei Schließung des Leerverkaufs auf dem Kundenkonto verbucht. Sie kann, falls sie recht hoch sein sollte, die Rentabilität der Short Position erheblich beeinträchtigen oder die Verluste aus dem Leerverkauf vergrößern.

Swap

Ein Swap ist der Austausch von Forderungen bzw. Verbindlichkeiten oder zukünftigen Zahlungsströmen. Der Forex-Swap oder auch Forex-Rollover ist eine Rollover-Zinsgebühr, die dem Trader für das Halten eines Forex-CFDs über Nacht entweder gezahlt oder in Rechnung gestellt wird. Hierbei handelt es sich um die Zinsdifferenz zwischen den zwei gehandelten Währungen eines Forex-Paares. Ein ähnlicher Swap wird auch auf CFDs erhoben.

Ein Swap ist also der Tagesgeldsatz, der für eine offene Position gezahlt oder abgezogen wird. Der SWAP-Wert kann entweder negativ oder positiv sein, abhängig vom Swap-Satz und der eingenommenen Handelsposition. Der Trader muss dann zumeist eine Gebühr zahlen oder er erhält eine Zahlung für das Halten der Position bei einem negativen Wert. Eine Position unterliegt nur dann der Übernachtfinanzierung, wenn sie nach 22:00 Uhr britischer Zeit (GMT 22:00) offen ist. Der Friday Night Swap wird dreifach abgerechnet und verkörpert somit die Kosten für ein ganzes Wochenende.

Der Swap für eine Short oder Long Position wird zumeist kurz als Short Swap bzw. Long Swap bezeichnet. Ein Short Swap sind Zinsen, die beim Eingehen bzw. Halten einer Short Position am Forex-Markt anfallen. Analog dazu wird ein Long Swap für eine Long Position berechnet.

Overnight-Gebühren

Die Overnight-Kosten bezeichnen eine Gebühr, die Trader für das Halten einer gehebelten Position über den Handelsschluss hinaus – also über Nacht – begleichen müssen. Sie spiegeln die Kosten für die Kreditaufnahme oder das Ausleihen des zugrunde liegenden Vermögenswertes wider und werden mit dem entsprechenden Benchmark-Zinssatz auf Grundlage des Gesamtwertes der Position berechnet.

Der Unterschied zwischen einem Swap und den Overnight-Gebühren ist also, dass der Swap für jede offene Position in dem Markt angerechnet wird, während eine Overnight-Gebühr lediglich für gehebelte Assets erhoben wird.

Rollover

Als Rollover bezeichnet man in der Finanzwelt einen Vorgang, mit dem eine Position über deren Verfallszeitpunkt hinaus offengehalten wird.

Sie besteht aus dem Betrag, den der Broker für das Halten einer Handelsposition über Nacht berechnet bzw. zahlt. Diese Kosten fallen für alle Positionen an, die nach 5 Uhr nachmittags offen sind. Eine positive Rollover-Rate bedeutet einen Gewinn für den Trader, eine negative verursacht hingegen Kosten.

Ein Rollover ist also der Prozess der Verzögerung des Abrechnungsdatums einer offenen Handelsposition.

Der Unterschied zum Swap bzw. den Overnight-Gebühren liegt darin, dass der Trader hier Kosten für das Halten einer Position bezahlt, während er bei einem Rollover die Abrechnungsperiode verlängert, wenn auch nur um einen weiteren Tag. Beim Swap bzw. Overnight wird diese Periode nicht verlängert, da der Trader seine Kosten direkt begleicht.

Dividenden und sonstige Zahlungen

Ein Short-Trader ist dazu verpflichtet, Dividendenzahlungen für die leerverkauften Aktien an das Unternehmen zu leisten, dessen Aktien geliehen wurden. Er ist auch für Zahlungen im Zusammenhang mit anderen, ggf. unvorhersehbaren Ereignissen wie z.B. Aktiensplits, Abspaltungen und die Ausgabe von Gratisaktien, verantwortlich.

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Erklärung: Wo geht man eine Short Position ein?

Wir wissen, dass sich der Preis eines Finanzproduktes aus dem bestehenden Angebot und einer entsprechenden Nachfrage ergibt. Ist die Nachfrage höher als das Angebot, so ist mit steigenden Kursen zu rechnen. Tritt nun der Fall ein, dass das Angebot die Nachfrage übersteigt, so spricht man von einer gesättigten Nachfrage. Hier ist mit sinkenden Kursen zu rechnen. Trader setzen mit einer Short Position auf eben jene sinkende Kurse.

Trader gehen genau dann Short Positionen ein, so sie auf Grundlage ihrer Analyse von einer Überbewertung des Finanzproduktes überzeugt sind. Sie gehen einen Vertrag ein, in dem sie bspw. eine Aktie zum jetzigen Kurs von 60 $ verkaufen. Gleichzeitig verpflichten sie sich jedoch auch dazu, diese Aktien zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu kaufen. Sie spekulieren auf einen günstigeren Kurs, um die Aktien bspw. zu 40 $ pro Stück zurückzukaufen und somit 20 $ pro Aktie als Profit zu erzeugen.

Beispiel Short Position: Gamestop

Ein aufsehenerregender Fall von Short Positionen trat im Januar und Februar 2021 bei der Gamestop-Aktie auf. Der Wert der Aktie stieg im Januar von ca. 30 € auf zwischenzeitlich über 375 € an (siehe unten Abbildung 2). Grund hierfür waren Absprachen einer Gruppe von Reddit-Nutzern, die unter anderem auf Grundlage des veralteten Geschäftskonzeptes hohe Gewinne durch Leerkäufe erzielen wollten. Ihr Plan:

  1. den Kurs durch den Kauf von Anteilen in die Höhe treiben,
  2. günstig Short Positionen eingehen,
  3. zurücklehnen und abwarten, bis der Kurs wieder rapide sinkt, da die Aktien nun viel zu hoch bewertet werden und
  4. die Positionen auf Höhe des Kurses vor 1. mit sattem Profit schließen.

In der Abbildung 2 sehen wir, dass Leerkäufer mit einem Einstieg zwischen dem 27.01. und 01.02. zwischen 225 $ und 325 $ Gewinn pro geshortete Aktie hätten erzielen können.

Short Position Gamestop Aktie 2021
Abbildung 2: Short Position bei der Gamestop-Aktie

Wie lange werden Short Positionen gehalten?

Short Positionen werden im Daytrading, Swing Trading und Positionstrading eingegangen. Sie sind im Allgemeinen also nicht an einen konkreten Zeitrahmen gebunden. Trader können eine Intraday Short Position beim Bitcoin eingehen, oder über Monate auf den fallenden Kurs der Bayer-Aktie setzen.

Wir erinnern uns: Trader müssen täglich Margin-Zinsen für das Halten von Short Positionen bezahlen. Wir sollten Short Positionen im Allgemeinen also eher kurzzeitig halten, um die Kosten zu verringern. Falls erforderlich müssen weitere Zahlungen wie Nachschussforderungen (Margin Calls) beglichen werden.

Es ist gemeinhin bekannt, dass der Aktienmarkt einen allgemein inflationären Charakter besitzt. Diese Inflation resultiert in einen konstanten, aber schwachen Aufwärtstrend. Im Hinblick auf die Faustregel „The trend is your friend“ ist bei den vielen Short Positionen also von einem allgemein erhöhten Risiko auszugehen, da diese oft entgegengesetzt zum langfristig postiven Trend eingegangen werden. Man kann also sagen, dass die Zeit nicht auf der Seite von Short Positionen ist.

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Welche Kosten verursachen Short Positionen?

Wie bei einer Long Position besteht natürlich auch bei einer Short Position das Risiko, dass sich die Kurse nicht in die gewollte Richtung entwickeln. So sinkt der Gewinn einer Short Position, wenn der Kurswert der Aktie steigt. Ein weiterer Kostenpunkt ist, dass der Trader gezwungen ist die bereits verkaufte Aktie samt Verlust zu zurückzukaufen, falls der Kurs eine festgelegte Grenze überschreiten sollte.

Einige Kostentypen, die bei Long Positionen anfallen, verursachen bei Short Positionen ggf. keine Kosten. Aufgrund geringer Änderungen in den Berechnungsformeln erzeugen diese ggf. sogar einen Gewinn! So erhalten Sie bei CFD Short Positionen ggf. sogar Zinsen, anstatt welche zahlen zu müssen. Im Gegensatz dazu erhöhen sich die Kosten für den bereits erläuterten Short Swap, da der individuelle Broker-Aufschlag zur Zinssatzdifferenz addiert und nicht subtrahiert wird.

Auch hier entstehen gängige Kostentypen wie Overnight-Gebühren in Form von Zinsen, da das Geld von jemand anderen bereitgestellt wird. Diese Kosten sind unter anderem von der Haltedauer abhängig.

Beispiel Short Kosten: JFD

In der Abbildung 3 sehen wir eine monatliche Übersicht vom JFD Broker über die Forex Trades von Kagels Trading. Als Kostenstellen sind hier die Kommission („Commission“) und der Rollover-Swap („R/O Swap“) aufgeführt. Beide betragen bei fast jeder Short Position lediglich einen Cent-Betrag. Die einzige Ausnahme stellt hier ein Trade dar, der im Vergleich zum Rest sehr lange (9 Tage statt 1-4 Tage) offengehalten wurde.

Kosten Short Position JFD Broker Statement Kommission Rollover Swap
Abbildung 3: Short Position & Kosten im JFD Broker-Statement

Wie unterscheiden sich die Kosten in verschiedenen Märkten?

Trader mit einer Short Position am Aktienmarkt gehen ein Risiko auf Overnight-Gaps und Short Squeeze ein. Zudem müssen Sie mit erhöhten Kosten durch Zinsen rechnen.

Welche Kosten bestehen bei Short Positionen im Aktienmarkt?

Die gängige Gebühr für ein Darlehen am Aktienmarkt wird von FinanceTrain mit 0,30 % pro Jahr beziffert. Im Falle eines knappen Angebots – so viele Anleger bei einer Aktie short gehen – kann die Gebühr auf bis zu 20-30 % pro Jahr ansteigen.

Welche Kosten bestehen bei Short Positionen im Forex?

Der Swap ist der gängige Kostentyp im Forex, da er stets beim Tausch von Währungspaaren anfällt. Haben Sie bspw. eine Long Position im EUR/USD, so werden Ihnen Zinsen für das Leihen von USD erhoben – der sogenannte Forex-Swap oder Devisenswap. In diesem Fall erhalten sie Zinsen für das Ausleihen von EUR. Konkret vereinbaren beide Parteien den Tausch zweier Währungen in einem Währungspaar zum heutigen Kurs und den zukünftigen Rücktausch.

Short Position Metatrader Forex AUD/NZD Short Swap Gebühr
Abbildung 4: Swap-Gebühr für Forex Short Position im Metatrader

Ein Beispiel sehen Sie links im Metatrader-Screenshot: Bei einem Gewinn von 1,08 € wurden hier 0,25 € Swap-Gebühr verursacht. In Kombination mit der Kommission in Höhe von 0,28 € beanspruchen diese beiden Kostentypen allein knapp 50 % des Gewinns.

Hierzu ein Rechenbeispiel: Sie gehen long im EUR/USD und kaufen somit EUR, bzw. verkaufen USD. In diesem Fall sind dies 100.000 €, die 3,25 % Zinsen abwerfen, wobei für USD ein Zinssatz von 2,5 % gilt. Sollte der Broker einen Aufschlag von 0,25 % verrechnen, so wird dieser von der Formel abgezogen, da der Zinssatz der verkauften Währung (USD) niedriger ist, als jener der gekauften Währung (EUR). Der Swap wird in diesem Fall wie folgt berechnet:

Short Swap Rate = (Positionsgröße * (Zinssatzdifferenz + Broker-Aufschlag) / 100) * (Kurs / Anzahl Tage pro Jahr)

Somit beträgt der Short Swap hier:

Short Swap = (100.000 * ((3,25 – 2,5) + 0,25) / 100) * 1,25 / 365) = 3,42 USD

Ihrem Konto werden also 3,42 $ abgezogen, sollten Sie diese EUR/USD-Position über Nacht halten. Bei Berechnung eines Long Swaps wird der Broker-Aufschlag von der Zinssatzdifferenz subtrahiert, nicht addiert:

In diesem Fall wäre der Long Swap also:

Long Swap = (100.000 * ((3,25 – 2,5) – 0,25) / 100) * 1,25 / 365) = 1,71 USD

Welche Kosten bestehen bei CFD & Future Short Positionen?

Für das Halten einer CFD-Position über Nacht werden Ausgleichszahlungen berechnet. Die Berechnung erfolgt auf Grundlage des zum Tages-Schlusskurses bewerteten Kontraktvolumens (Positionsgröße). Bei einer offenen Short Position erhalten Sie eine Gutschrift, wenn der Referenzzinssatz den Abschlag für Short Positionen übersteigt. Ist der Abschlag jedoch größer als der Referenzzinssatz, so wird Ihnen eine Ausgleichszahlung in Rechnung gestellt. Die Zinsanpassung bei Short Positionen in Aktien-CFDs erfolgt über die folgende Formel:

Overnight-Gebühren für CFDs pro Nacht = ((3 % – EONIA) / 365 Tage) * Positionsgröße

Welche Risiken gibt es bei Short Positionen?

Beim Eingehen und Halten von Short Positionen gehen Trader diverse Risiken ein. Hierzu zählen neben den gewohnten Investment-Risiken wie einem ungünstigen Timing auch die gängigen Short-Risiken, wie die Verwendung von geliehenem Geld und das Potenzial unbegrenzter Verluste.

Die im Long Beitrag genannten Risiken der Dividendenanpassungen und des Währungsrisikos spielen bei Short Positionen – aufgrund des prinzipiell viel höheren Risikos – eine eher untergeordnete Rolle.

Ungünstiges Timing

Der zeitliche Einstieg in eine Short Position kann bereits über etliche weitere Kosten entscheiden. Wird ein als überbewertet betrachtetes Unternehmen geshortet, so kann es mitunter eine Weile dauern, bis dessen Aktienkurs fällt. Der Trader ist in diesem Zeitraum sehr anfällig für etwaige von ihm zu tragende Kosten wie Zinsen oder Nachschussforderungen.

Verwendung von geliehenem Geld

Leerverkäufe sind auch als Margin-Handel bekannt. Gehen Sie also eine Short Position ein, so eröffnen Sie ein Margin-Konto, über welches Sie sich Geld vom Broker leihen und Ihre Investition als Sicherheit verwenden können. Jedoch können Verluste (wie beim Kauf auf Margin) leicht aus dem Ruder laufen, da die Mindestunterhaltspflicht von 25 % erfüllt werden muss. Unterschreitet Ihr Konto diesen Wert, so werden Sie zu einer Nachschussforderung (Margin Call) gezwungen und müssen mehr Bargeld einzahlen, oder Ihre Position auflösen und die bestehenden Verluste hinnehmen.

Short Squeeze

Die Gefahr eines Short Squeeze besteht, falls eine Aktie aktiv geshortet wird und einen hohen Short-Float bzw. eine hohe Days-to-Cover-Ratio aufweist. Ein Short Squeeze tritt ein, wenn der Vermögenswert zu steigen beginnt und die betroffenen Short Trader ihre Positionen zurückkaufen und somit schließen. Dies kann zu einer Rückkopplungsschleife führen: Die erhöhte Nachfrage nach den nun günstigeren Werten zieht weitere Käufer an, was den Kurs weiter nach oben treibt. Dies veranlasst nun noch mehr Leerverkäufer dazu, ihre Positionen zurückzukaufen und so weiter.

Regulatorische Risiken

Aufsichtsbehörden können Verbote für Leerverkäufe in einem bestimmten Sektor oder sogar auf einem breiten Markt verhängen, um Panik und ungerechtfertigten Verkaufsdruck zu vermeiden. Derartige Maßnahmen können zu einem plötzlichen Anstieg der Aktienkurse führen und die Leerverkäufer dazu zwingen, ihre Short Positionen unter großen Verlusten zu schließen.

Potenzial für unbegrenzte Verluste

Ein grundlegendes Risiko bei Leerverkäufen ist das Potenzial für unbegrenzte Verluste. Geht ein Trader long, so kann er nie mehr als das investierte Kapital verlieren. Kaufen Sie eine Aktie für 75 $ das Stück, so können Sie höchstens diese 75 $ pro Aktie verlieren. Nun kann der Wert einer Aktie jedoch auf 100 $, 300 $ oder sogar über 1.000 $ ansteigen, was für hohe Rendite bei Long Positionen sorgen würde.

Dies dreht sich bei Short Positionen natürlich genau andersherum. Shorten Sie eine Aktie bei 50 $, so können Sie mit dieser Transaktion ungehebelt höchstens 50 $ pro Stück verdienen. Steigt der Aktienkurs jedoch auf 100 $, 300 $ oder 1.000 $, so müssten Sie einen entsprechend hohen Betrag bezahlen, um die Position zu schließen. Dieser Unterschied ist einer der Gründe, warum Leerverkäufe nicht so beliebt sind. Findige Investoren sind sich dieser Option jedoch bewusst und greifen gelegentlich auf sie zurück. Alles in allem kann also gesagt werden:

Der theoretisch mögliche Gewinn hat bei Long Positionen keine Grenze. Bei Short Positionen hingegen hat der theoretisch mögliche Verlust keine Grenzen.

Die Zeit arbeitet gegen Short Positionen

Für das Halten einer Short Position gibt es prinzipiell keine zeitliche Begrenzung. Jedoch werden diese Positionen typischerweise zumindest anteilig mit Margin-Krediten gekauft. Diese sind mit Zinskosten verbunden, die Sie so lange zahlen müssen, wie Sie Ihre Position halten.

Die erhobenen Zinsen wirken sinngemäß wie negative Dividenden, da sie eine regelmäßige Reduzierung Ihres Eigenkapitals in der Position darstellen. Zahlen Sie also 5 % Margin-Zinsen pro Jahr und halten die Short Position 4 Jahre lang, so verlieren Sie allein hierfür 20 % Ihrer Investition. Dieses Beispiel zeigt, dass man prinzipiell nicht ewig in einer Short Position verbleiben möchte.

Steigt der Kurs der von Ihnen geshorteten Aktie, so kann die Maklerfirma einen „Margin Call“ durchführen. Das heißt sie fordert zusätzliches Kapital an, um die erforderliche Mindestinvestition aufrechtzuerhalten. Falls Sie kein zusätzliches Kapital zur Verfügung stellen können, so kann der Broker die Position zu Ihren Ungunsten schließen.

So schlimm sich das aus Sicht des Traders auch anhören mag, so kann es doch als eine Art Stop Loss für die prinzipiell unbegrenzten Verluste bei Short Positionen funktionieren. Ein Margin Call setzt effektiv ein Limit, wie hohe Verluste Ihre Position verkraften kann. In der Regel gewähren Brokerfirmen eine Margin von bis zu 50 % des Wertes einer Anlageposition. Ein Margin Call wird zumeist fällig, sobald Ihr Eigenkapital in der Position unter einen bestimmten Prozentsatz fällt, oft 25 %.

Unvorhersehbare Faktoren, die eine Short Position beeinflussen können

Egal wie schlecht die Aussichten eines Unternehmens auch sein mögen, so es gibt mehrere Ereignisse, die eine plötzliche Umkehrung der Situation bewirken und den Aktienkurs steigen lassen können. In solchen Situationen schützt auch eine ausgiebige Recherche nicht, da jedes dieser Ereignisse unvorhergesehen eintreten und den Verlust Ihrer Investition oder sogar mehr bedeuten kann. Beispiele für solche Situationen sind:

  • Der allgemeine Markt steigt deutlich an und treibt den Kurs – trotz der schwachen Fundamentaldaten des Unternehmens – in die Höhe.
  • Das Unternehmen wird plötzlich als Übernahmekandidat gehandelt – allein die Ankündigung einer Fusion oder Übernahme kann den Kurs aufgrund der besseren wirtschaftlichen Lage stark ansteigen lassen.
  • Das Unternehmen verkündet unerwartet gute Nachrichten.
  • Ein bekannter Investor übernimmt eine große Position, da er der Meinung ist sie sei unterbewertet.
  • Eine wichtige positive Entwicklung in der Branche des Unternehmens wird bekannt gegeben, die den Kurs in die Höhe treibt.
  • Eine Änderung in der Gesetzgebung kann sich positiv auf das Unternehmen oder sogar die gesamte Branche auswirken.

Overnight-Gaps

Wie bei Long Positionen besteht auch bei Short Positionen das Risiko durch sogenannte Kurslücken bzw. Gaps. Diese entstehen bspw. beim Veröffentlichen kursrelevanter Nachrichten nach Marktschluss. In diesem Fall wird der Kurs zur Markteröffnung angepasst und springt mitunter über mehrere Prozentpunkte hinweg.

Dies ist insofern riskant, da ein ggf. gesetzter Stop-Loss zwar am nächsten Tag ausgelöst wird, die Aktion findet dann jedoch zum nächstmöglichen Kurs und nicht dem vorher festgelegten statt. Bei einer großen Gap kann hier also eine erhebliche Differenz zum gesetzten Stop-Loss entstehen. Trader können in solchen Fällen erst verspätet reagieren, da der Markt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung besagter Nachrichten geschlossen ist.

Hebel

Zusätzliche Kosten können auch durch Hebel entstehen. Bei gehebelten Positionen gewährt der Broker dem Trader einen Kredit, damit dieser mit einer größeren Summe als seinem Eigenkapital handeln kann. Der maximale Multiplikator für die EU-Staaten wird von der ESMA (Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde) festgelegt und liegt derzeit bei 30. Das bedeutet, dass man bei 1.000 € Eigenkapital abhängig vom Broker bis zu 30.000 € zum Handeln nutzen kann. An dieser Stelle müssen wir jedoch ausdrücklich auf die damit einhergehenden Zinskosten und das stark erhöhte Risiko bei der Verwendung von Hebeln hinweisen.

Wie unterscheiden sich die Risiken in verschiedenen Märkten?

Wie bereits erwähnt handelt es sich bei Short Positionen prinzipiell um riskantere Investitionen als bei Long Positionen.

Welche Risiken bestehen bei Short Positionen im Aktienmarkt?

Beim Aktienmarkt kann davon ausgegangen werden, dass der Wert von Aktien inflationsbedingt stetig ansteigt. Einige Trader bezeichnen Short Positionen am Aktienmarkt daher per se als „Traden gegen den Trend“ und somit als sehr riskante Investition. Selbst wenn sich ein Unternehmen im Laufe der Jahre kaum verbessert, so unterstützt die Inflation bzw. Preissteigerungsrate in der Wirtschaft einen Anstieg des Aktienkurses.

Welche Risiken bestehen bei Short Positionen im Forex?

Short Positionen am Forex Markt besitzen ein vergleichsweise geringes Risiko, da der Trend der Währungspaare eben nicht prinzipiell inflationär ist. Zudem stellen Hebel eine Alternative, jedoch kein Muss dar. Der Forex Markt verhindert durch seine natürlich begrenzten Schwankungen bei den Tauschverhältnissen, dass die Verluste bei Short Positionen ins Unendliche steigen.

Welche Risiken bestehen bei CFD & Future Short Positionen?

Das Eingehen von Short Positionen der ohnehin schon riskanten CFDs oder Futures wird von einigen Tradern als höchst riskant betrachtet. Einige lehnen diese im Hinblick auf ihr Risikomanagement sogar kategorisch ab. Bei CFDs liegt das erhöhte Risiko am prinzipiellen Hebel.

Falls Sie eine solche Position dennoch eingehen wollen, so empfehlen wir ihnen wärmstens, Ihre Position stets im Blick zu haben, um schnelle und signifikante Verluste zu vermeiden. Sie sollten in jedem Fall sicherstellen, dass Sie einen Stop-Loss gemäß Ihres Risikomanagements gesetzt haben.

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Fazit zur Erklärung Short Position

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Aussage „short gehen“ bzw. „shorten “ lediglich ein anderer Begriff dafür ist, dass man beim Traden eine Verkaufsposition eingeht. Somit sind sowohl Short, als auch Long Positionen vom Markt und dessen Preisentwicklung abhängig.

Ebenso entstehen beim Shorten auch Kosten, wenn man Finanzprodukte über einen längeren Zeitraum hält. Diese Zinsen treten hier ggf. auch in negativer Form auf. Dies liegt daran, dass der Trader hier kein Finanzprodukt in den eigenen Besitz bringt. Stattdessen leiht er sich Geld und muss den geliehenen Betrag inklusive weiterer Kosten im Notfall zurückgeben.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Trader mit einer Short Position durchaus hohe Gewinne bei höherem Risiko erzielen können. Das Profitieren von sinkenden Kursen setzt jedoch zumeist eine ausgiebige Recherche voraus. Hier gilt die Faustregel: Je besser die Recherche, desto mehr Informationen zum Vermögenswert sind vorhanden und desto besser können Sie das Risiko eines Totalverlustes einschätzen.

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