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Tradingkosten – der Hebel zum erfolgreichen Trading (2022)

Beim Trading braucht es immer ein gutes System und ein entsprechendes Risikomanagement, um den eigenen Erfolg zu erreichen. Hier und da sind auch Signalgeber, Trading Software und letztlich eine fundierte Börsenausbildung wichtig und können massiv zum Erfolg beitragen. Doch egal, wie erfolgreich am Ende das Trading läuft, der Gewinn ist an sich noch kein Reingewinn, da es einige Kosten im Bereich des Tradings gibt, auf die man achten sollte. Ansonsten fressen einen kleine Gewinne fast gar auf und bringen noch nicht viel mehr Vorteil als kleine Verluste. Allerdings kosten auch Verluste zusätzliches Geld.

Deshalb wollen wir hier beleuchten, mit welchen Tradingkosten man als Trader eigentlich rechnen muss und wo man vielleicht den ein oder anderen Euro sparen kann.

Mit welchen Tradingkosten muss man rechnen?

Beim Trading gibt es unterschiedliche Gebühren, die man auf dem Schirm haben sollte. Manche fallen immer an, manche kann man als optionale Leistungen dazu buchen. Hierunter würden zum Beispiel Nachrichtendienste, eine Trading-Software oder auch spezielle Chartingpakete fallen, die man beispielsweise beim Interactive Broker hinzu buchen kann.

Feste Gebühren sind natürlich die Spreads, die immer anfallen, sowie mögliche Kommissionen beim Kauf eines Wertpapierprodukts. Hier gibt es aber nicht auf jede Assetklasse eine Kommission. Ebenso verlangen die meisten Broker zusätzlich zum Spread klar definierte Ordergebühren, die sich entweder in absoluten Zahlen oder in Prozent der Anlagesumme definieren. Umso höher also das Handelsvolumen ist, umso höher fällt die Gebühr aus. Gerade Anfänger an der Börse unterschätzen leicht die Gebühren und handeln deshalb fernab eines sinnvollen Money-Managements. So kann es Broker geben, die allein um die 10,00 Euro pro Order verlangen. Mancher Anfänger tradet dann mit Positionen um die 100 bis 500 Euro und muss schon mit 2 % bis 10 % Gebühren rechnen. Da braucht es erst einmal eine gute Rendite, um diese hohen Tradingkosten zu erwirtschaften.

Wenn man also nicht auf solche Kosten achten, können alle zusätzlich anfallenden Gebühren und der Spread schnell die gesamten Gewinne auffressen.

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Gebühren beim Trading

Spread

Als Spread versteht man die Differenz zwischen dem Geld- und dem Briefkurs (Geld-Brief-Spanne). Bei den meisten Plattformen häufig mit Bid und Ask angegeben. Diese Spreads sind Gebühren, die automatisch bei jedem Trade anfallen. Dabei spielt es keinerlei Rolle, ob man einen Trade erfolgreich schließt oder nicht. Je nach Handelsplattform und Zeit sind die Spreads unterschiedlich hoch und können somit schon ausschlaggebend für den Börsenerfolg sein.

Spreads gibt es, weil jeder Broker darüber seine Kosten deckt. Deshalb gibt es immer den Kaufkurs (Bid-Kurs) und den Verkaufskurs (Ask-Kurs), die sich unterscheiden können. Umso näher beieinander, umso besser für den Trader. Die Differenz zwischen beiden Kursen ist dann der Obulus für den Broker. Spreads können allgemein fix und variabel sein. Leider schützen die Spreads noch nicht vor weiteren Gebühren des Brokers.

Ordergebühren bzw. Kommissionen

Einige Broker verlangen neben den Spreads, über die sie sich finanzieren, weitere Ordergebühren, die man auch Kommission nennt. Zusätzlich zum Spread wird bei manchen Brokern eine Ordergebühr fällig. Das liegt daran, dass es einige Broker gibt, die kaum Geld über die Spreads verdienen und deshalb eine weitere Finanzierungsquelle benötigen. Die Ordergebühren können fix oder variabel sein. Das hängt meist vom Anbieter und verschiedenen Kontenmodellen der Broker ab. Wie der Spread bei jedem Trade auftaucht, so gibt es auch bei jedem Trade Ordergebühren. Wer also 1.000 Wertpapiere in Tranchen von je 100 Stück verkauft, zahlt zehnmal für die Ordergebühren. Gleiches gilt für beim Kauf.

  • fixe Ordergebühren: die meisten Banken und Broker wie Comdirect, Onvista und Co. verlangen pro Trade eine feste Gebühr. Diese beträgt bei den Neobrokern wie Trade Republic oder Scalable Capital einen Euro, bei der Comdirect nach Ablauf der ersten 12 Monate bereits 9,90 Euro. Damit ist zwar egal, um welches Volumen es sich beim Kauf oder Verkauf handelt, weil die Gebühren immer gleich sind, diese sind aber bei einigen verhältnismäßig hoch.
  • variable Ordergebühren: einige Anbieter berechnen die Ordergebühren auch variabel ausgerichtet am Ordervolumen. Umso größer das Volumen, desto höher die Gebühr und umgekehrt. Allerdings bieten einige auch Staffelmodelle an, die gerade bei hohen Volumen sinkende Ordergebühren versprechen. Letztlich gibt es hier nahezu endlos viele Möglichkeiten.

Als Trader sollte man also stets die Anbieter am Markt im Blick behalten und darauf achten, wo es das beste Preis-Leistungsverhältnis gibt. Die Neobroker bieten zwar sehr günstige Ordergebühren, sind dafür aber bei den Handelsplätzen sehr eingeschränkt und es fallen hohe Spreads an. Damit kann man durchaus auch schlechter wegkommen als mit hohen Gebühren und geringen Spreads. Einige Anbieter gehen aber auch einen Weg aus Kombinationen von festen und variablen Ordergebühren. Bis zu einer bestimmten Summe gibt es zum Beispiel feste Gebühren und ab einem gewissen Volumen wird die Gebühr dann prozentual berechnet.

Depotgebühren

Im Gegensatz zu den Ordergebühren und Spreads fallen die Depotgebühren nicht pro Trade an, sondern werden allgemein berechnet. Wenn man nun wenig bis gar nicht tradet, zahlt man ebenso viel, wie wenn man viel tradet. Da die Konkurrenz am Markt natürlich sehr groß ist, gibt es bei den meisten Direktbanken und Broker aber kostenlose Depots. Bei manchen ist dies an Auflagen wie ein Girokonto bei der gleichen Bank zu besitzen gekoppelt, bei anderen nicht.

Werden Depotgebühren erhoben, spricht dies meist für einen sehr serviceorientierten Anbieter, der es sich auch leisten kann, Kunden trotz der kostenlosen Konkurrenz zu binden. Die Höhe solcher Depotgebühren ist in der Regel kein starres Produkt, sondern richtet sich nach der Höhe und der Art des Depotbestands.

Wer wenig tradet, sollte sich nach einem kostenlosen Depot umschauen. Wer viel tradet, sollte andere Kriterien für die Depotauswahl in den Vordergrund rücken. Denn bei vielen Trades fallen andere Transaktionskosten deutlich eher ins Gewicht als relativ geringe Depotgebühren.

Kontoführungsgebühren

Kontoführungsgebühren wirkten bis vor zwei Jahren wie ein Relikt aus alter Zeit, zumindest wenn man von den Sparkassen und Volksbanken absieht. Mittlerweile werden aber wieder bei vielen Instituten Kontoführungsgebühren erhoben oder die kostenlose Nutzung an Auflagen wie Gehaltskonten oder Ähnliches geknüpft. Es gibt allerdings auch noch Banken und Broker, die auf solche Gebühren verzichten. Dabei handelt es sich meist um Onlinebanken und -broker, die mit weniger Personal auskommen.

Am Ende sind auch Kontoführungsgebühren kein allzu großer Posten, aber einer, den man durchaus berücksichtigen sollte.

Inaktivitätsgebühren

Eine weitere Gebühr kann die Inaktivitätsgebühr darstellen. Selten fallen bei den Anbietern aber wirklich solche Gebühren an, da man hierzu meist eine lange Zeitdauer nicht getradet haben darf. Bei einigen zum Beispiel 12 Monate am Stück ohne einen Trade. Das passiert den wenigsten Trader in dieser Form.

Auszahlungsgebühren

Überweisungen kosten Geld, weswegen einige Broker auch für die Auszahlungen des (im besten Fall Gewinns) Geldes Auszahlungsgebühren erheben. Je nach Anbieter gibt es auch wieder feste und variable Auszahlungsgebühren. Die einen verlangen pauschal zwischen 5 – 10 Euro, die anderen berechnen dies prozentual am Auszahlungsbetrag.

Es gibt auch Anbieter, die eine bestimmte Anzahl an Auszahlungen im Monat oder Quartal freistellen und erst ab der dritten, vierten oder fünften Auszahlung Gebühren dafür verlangen. Auch hierauf sollte man als Trader einen Blick werfen, um bestmöglich zwischen den verschiedenen Anbietern vergleichen zu können.

Slippage beim Trading

Slippage tritt beim Trading immer dann auf, wenn der Kurs bei Orderausführung nicht mehr mit dem Kurs, zu dem die Order eigentlich aufgegeben wurde, übereinstimmt. Dies geschieht gerade bei Märkten mit schnellen Bewegungen, wie den sehr volatilen bis hochvolatilen Märkten. Denn diese unterliegen häufig sehr starken Veränderungen, wenn etwas Unerwartetes auftritt und den Trend ändert.

Der Kursunterschied kann natürlich ein Vorteil und ein Nachteil für den Trader sein. Das ist davon abhängig, ob man long oder short geht, wie sich der Kurs entwickelt oder ob man eine Position eröffnen oder schließen will.

Kann man Slippage vermeiden?

Slippage ist ein sehr ärgerlicher Kostenfaktor, weil man hier selbst oft wenig Einfluss hat. Wer allerdings den richtigen Broker wählt, kann sichergehen, dass dieser die Slippage verhindert. Denn bei einigen Brokern wird die Order abgelehnt statt zu einem ungünstigen Kurs ausgeführt zu werden. Dabei gibt es immer einen Toleranzbereich zwischen dem Preis bei Orderaufgabe und der Ausführung der Order. Wird diese Toleranz überschritten, wird die Order nicht ausgeführt. Das ist aber nicht bei allen Brokern der Fall.

Dabei bewegen sich die Broker in ihren Programmen meist so, dass ein Nachteil, also eine negative Auswirkung durch die Slippage, für den Trader ausgeschlossen wird, der positive Fall mit einem günstigeren Ausführungskurs aber sehr wohl beibehalten wird.

Slippage durch Stops und Limits vermeiden

Slippage kann man auch als Trader aber auch aktiv selbst vermeiden. Durch garantierte Stops und Limits, die man den Positionen bei der Order geben kann oder auch für aktive Orders hinzufügen kann, hat man hier eine gewisse Steuerung in der Hand.

Wird die Kauforder per Limit durchgeführt, wird dies nunr zum angeforderten Preis (oder auch mal leicht günstiger) durchgeführt. Grantierte Stops sorgen für eine Schließung des Trades, wenn ein vorher definiertes Limit erreicht sein sollte. Wird der garantierte Stop ausgelöst, muss man aber in der Regel eine Prämie bezahlen. Diese verursacht natürlich auch Kosten.

Da verschiedene Orderarten und -typen das Trading eines jeden Einzelnen ohnehin nochmals auf ein anderes Level heben können, sollte man sich auch mit all ihren Facetten auseinandersetzen. Deshalb haben wir in unserem Artikel zu den Orderarten und -typen alles Wichtige für euch auf einen Klick zusammengefasst.

Weitere Kosten rund um das Trading

Neben den verschiedenen Gebühren, die vor allem die Kosten der Banken und Broker decken sollen und deren vorrangige Einnahmequelle darstellen, kann man in der Welt des Tradings auch noch jede Menge weitere Kosten rund um das Trading aufbringen. Hier geht es aber meistens um optionale Angebote und nicht um fixe Gebühren, welche man (wie oben gesehen) nicht einfach umgehen kann.

Trading Software

Wer eine Trading Software benutzt, wird um weitere Kosten nicht herumkommen, da keine guten und leistungsstarken Softwareprodukte umsonst angeboten werden. Doch kann eine zusätzliche Software das Handeln verbessern und auch vereinfachen. Hier gibt es häufig Programme mit Charting- und Analysefunktionen, die über die Basisprodukte von Brokern und Banken hinausgehen. Da es sich hier um professionelle Dienstleistungen handelt, die auch weiterhin verbessert werden, fallen hier Kosten für das Produkt an.

Der höchste Kostenanteil entfällt meist auf Echtzeit-Kursdaten, welche natürlich für einige Trader (vor allem im Bereich des Daytradings) sehr wichtig sind. Denn verpasst man die Kurse, weil man sie nur verzögert bereitgestellt bekommt, kann man schon einiges an Geld liegen lassen. Echtzeitkurse kosten bei den meisten Anbietern zwischen 40 – 60 Euro im Monat. Diese Kosten sind für Vieltrader ein sehr geringer Anteil, für Gelegenheitstrader kann dies aber schnell zum Rendite-Genickbruch werden. Deshalb sollte man vor dem Kauf einer solchen Software wissen, ob man einen entsprechenden Nutzen draus zieht oder nicht.

Es gibt aber auch verschiedene Anbieter, die ihre Trading Plattformen kostenlos anbieten und dennoch weitere Werkzeuge und Indikatoren liefern. Oftmals sind diese aber als Basisversion kostenlos und können dann durch ein Abo auf zusätzliche Optionen erweitert werden. Es zeigt sich aber, dass man als Trader oft gar nicht mehr um eine unterstützende Software herumkommt.

Kostenpflichtige Erweiterungen

In die Reihe der Tradingkosten reihen sich auch Tools und Indikatoren ein, die keine gesamte Software abbilden, aber gegen Aufpreis vom Broker oder der Onlinebank zur Verfügung gestellt werden. Bei den meisten Anbietern am Markt erhält man zum Beispiel nur Kursdaten, die 15 Minuten verzögert sind. Das kann für das Live-Trading ein kleines bis großes Problem darstellen. Deshalb gibt es meist die Option auf den Kauf von solchen Kursdatenpaketen und weiteren Indikatoren. Dafür fallen Gebühren an, die sich aber im Bereich des vielfachen Tradings durchaus lohnen können.

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Haltekosten bei Über-Nacht-Geschäften

Verschiedene Produkte am Aktien- und Wertpapiermarkt beinhalten es, dass man sie in der Regel nicht über Nacht hält. Das sind eher Geschäfte, die ein Gelegenheitstrader nicht im Portfolio hat. Für erfahrene Trader stellen diese Gebühren aber auch einen wichtigen Aspekt in der Gesamtrechnung dar.

Solche Gebühren werden auch als Rollover-Gebühren (Swaps) bezeichnet. Die Kosten werden dabei von verschiedenen Faktoren beeinflusst. So spielt es immer eine wichtige Rolle, um welches Handelsinstrument es sich dreht und welche Tradingrichtung, also Short oder Long, gehandelt wird. Diese Rollover-Gebühren basieren auf dem Interbanken-Zinssatz eines jeweiligen Basiswerts eines Papiers. Hält man als Trader so eine Position bis zum nächsten Tag, muss diese übertragen werden und es fallen pünktlich um Mitternacht diese Gebühren an. Swaps sind bei allen guten Brokern aber als solche gekennzeichnet und Gebühren einsehbar, um zu verhindern, dass es eine böse Überraschung gibt.

Solche Gebühren fallen beim Forexhandel und dem Trading mit CFDs an. Deshalb sollte man sich als Trader in diesen Bereichen immer Gedanken darüber machen, ob die Gebühren für das Halten sinnvoll sind oder nicht. Sieht man weiteres Kurspotenzial kann es sich auf jeden Fall lohnen, die Position mit in den nächsten Tag zu nehmen, da die weiteren Gewinne höher ausfallen können als die entstehenden Gebühren.

Da sich die Gebühr als Differenz aus den beiden Zinssätzen der getradeten Werte berechnet, fallen bei einer Verkaufsposition Kosten an, bei einer Kaufposition kann es aber auch zu einer Gutschrift kommen.

Die Steuern nicht vergessen – indirekte Kosten durch den Staat

Wer schon lange dabei ist und das hoffentlich auch noch überwiegend erfolgreich, der weiß natürlich, dass man als Trader auch Steuern auf die Gewinne zahlen muss. Dabei zählt der Handel mit Aktien, Zertifikaten (wie zum Beispiel KO-Scheinen), Forex, CFD und auch der Rohstoffmarkt unter das Kapitalvermögen. Wer hier Gewinne erzielt, generiert Einkünfte aus dem Kapitalvermögen. Somit fällt die Abgeltungssteuer an.

Abgeltungssteuer berechnen

Die Abgeltungssteuer lässt sich ganz einfach errechnen und bietet immerhin für manche Trader sogar noch einen Vorteil. Natürlich wären überhaupt keine Steuern deutlich angenehmer, aber das lässt sich in einem Staat wie Deutschland nicht vermeiden. Doch für die meisten ist es gut, dass es die Abgeltungssteuer gibt und nicht zum persönlichen Einkommenssteuersatz versteuert werden muss.

Die Abgeltungssteuer beträgt pauschal 25 Prozent des Gewinns. Hinzu kommen noch 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag, der sich dann also mit 1,375 Prozent auswirkt. Dieser wurde zu Beginn des Jahres zwar für die meisten Steuerzahler abgeschafft, allerdings nur auf Einkommen und nicht auf Kapitalerträge. Dort bleibt er weiterhin voll bestehen.

Wer nun nicht in einer der beiden christlichen Kirchen ist, zahlt somit 26,375 Prozent Abgeltungssteuer auf veräußerte Gewinne.

Kirchenmitglieder müssen allerdings auch noch Kirchensteuer begleichen: In Baden-Württemberg und Bayern handelt es sich um 8 Prozent, in den übrigen Bundesländern um 9 Prozent. Somit ergibt sich für die erstgenannten beiden Bundesländer eine Abgeltungssteuer von 27,8 Prozent auf Kapitalerträge und in den 14 anderen Bundesländern fallen 27,9 Prozent an.

Man muss also grob gesagt davon ausgehen, dass man knapp mehr als ein Viertel auf jeden gewonnenen Euro versteuern muss. Dies allerdings erst wenn der Sparerfreibetrag von 801 Euro im Jahr (für Alleinstehende) bzw. 1602 Euro (bei Verheirateten) ausgeschöpft ist.

Früher konnte man das Finanzamt immerhin noch gut an den eingefahrenen Verlusten beteiligen. Das funktioniert seit diesem Jahr leider auch nur noch bis zu 10.000 Euro im Kalenderjahr. Damit wird der Verlustvortrag für einige Trader, bei denen es ja auch mal schlecht laufen kann, zu einer weiteren unangenehmen Neuerung.

Beispielrechnung zur Abgeltungssteuer

Nehmen wir an Trader Anton hat gerade eben 1.000 Euro an Gewinnen realisiert. Durch bereits anderweitig erzielte Gewinne ist sein Grundfreibetrag von 801 Euro für dieses Jahr bereits aufgebraucht, weswegen er auf die 1.000 Euro Abgeltungssteuer zahlen muss.

Fall A: Trader Anton ist nicht kirchensteuerpflichtig

Gewinn: 1.000 Euro

Abgeltungssteuer: 250 Euro

Solidaritätszuschlag: 13,75 Euro

Trader Anton zahlt insgesamt 263,75 Euro Steuern auf seine 1.000 Euro Gewinn.

Fall B: Trader Anton ist kirchensteuerpflichtig und wohnt in Bayern / Baden-Württemberg

Gewinn: 1.000 Euro

Abgeltungssteuer: 250 Euro

Solidaritätszuschlag: 13,75 Euro

Kirchensteuer: 14,25 Euro

Trader Anton zahlt insgesamt 278 Euro Steuern auf seine 1.000 Euro Gewinn.

Fall C: Trader Anton ist kirchensteuerpflichtig und wohnt in einem der 14 anderen Bundesländern außerhalb Bayerns und Baden-Württembergs

Gewinn: 1.000 Euro

Abgeltungssteuer: 250 Euro

Solidaritätszuschlag: 13,75 Euro

Kirchensteuer: 15,25 Euro

Trader Anton zahlt insgesamt 279 Euro Steuern auf seine 1.000 Euro Gewinn.

Hier mehr über Trading Indikatoren erfahren


Kostenstrukturen unterschiedlicher gehandelter Produkte

Die oben genannten Gebühren fallen natürlich in verschiedenen Kombinationen und in unterschiedlicher Höhe an. Das hängt nicht nur von den vielen Möglichkeiten der Anbieter, von zusätzlicher Software und Co. ab, sondern auch stark von den gehandelten Produkten.

Deshalb ergeben sich in verschiedenen Rechenbeispiele auch unterschiedliche Kosten beim Handel mit Optionen, CFDs, Futures etc. Aus diesem Grund sollte man als Trader auf jeden Fall alle Kosten in den Blick nehmen und für die Anlageklasse beispielhaft berechnen, mit der man unterwegs ist. Schließlich traden die meisten nicht alle genannten Scheine und somit kann man für die eigene Strategie den besten Broker finden. Der beste ist hier eindeutig nicht der günstigste, sondern der mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis.

Kostenstrukturen für unterschiedliche Tradingtypen

Als Trader sollte man sich auch im Klaren darüber sein, welche Strategie man außerhalb der Anlageklasse verfolgt. Bin ich eher beim Daytrading, Swingtrading oder gar im Long-Investbereich unterwegs. Denn auch danach kann sich die richtige Auswahl und Zusammensetzung eines Brokers und dessen Tradingkosten richten.

Daytrading

Wer gut aufgepasst hat, sieht gleich, dass man als Daytrader einige Kosten mehr und andere weniger in den Blick nehmen sollte. Ein Daytrader lebt davon eine Position am selben Tag zu öffnen und wieder zu schließen. Damit werden die genannten Haltekosten über Nacht entsprechend vermieden. Damit ist aber auch das Handelsfenster beim Trading stark eingeschränkt. Neben Erfahrung und einer guten Strategie ist deshalb auch ein gutes Money-Management mit Blick auf die Tradingkosten wichtig.

Wer viele Positionen öffnet und schnell wieder schließt, sollte vor allem die Spreads und Ordergebühren in den Blick nehmen und muss sich weniger auf die Depotkosten oder gar Kontoführungsgebühren konzentrieren. Ebenso sollten die Kosten für zusätzliche Tools, technische Indikatoren oder gleich eine Gesamtsoftware berücksichtigt werden. Für das Daytrading empfiehlt es sich also auf einen günstigen Broker auszuweichen, der gerade im Daytradingbereich gute Konditionen bietet.

Swingtrading

Auch beim Swingtrading ist man mit einigen Positionsöffnungen und -schließungen unterwegs, dies allerdings in einer längeren Zeitspanne. Hier sollte man also auf einige Kostenpunkte achten, um das eigene Trading möglichst effizient und gewinnbringend zu gestalten. Es treffen allerdings ähnliche Überlegungen wie beim Daytrading hierauf zu. Die Spreads und Orderkosten sollten gering ausfallen, ebenso sollten Swaps überschaubar sein. Auch beim Swingtrading stehen die Gebühren rund um Konten und Depotführung weniger stark im Vordergrund.

Auch beim Swingtrading empfehlen sich weitere Softwareanwendungen, Tools und Indikatoren. Ebenso können Signaldienste eine gute Investition darstellen. Auch Börsenbriefe machen durchaus Sinn, welche beim Daytrading natürlich keine tragende Rolle spielen können.

Long-Trading

Wer eher langfristig orientiert ist und Positionen gegebenenfalls über viele Jahre halten will oder gar mit Sparplänen agiert, sollte eine andere Kostenrechnung ansetzen. Denn meist geht man hier weniger Positionen ein, behält dann aber eine Linie bei. Deshalb trifft man eher auf den umgekehrten Fall und gerade die Gebühren rund um Depotführung und Konten sollten in den Blick genommen werden. Die Ordergebühren und Spreads sind dabei weniger relevant. Allerdings sollte man dies dennoch an den Positionsgrößen ausrichten.

Wer langfristig orientiert ist, benötigt auch kaum weitere Tradingsoftware oder Datenpakete wie die Echtzeitkurse. Signaldienste können dennoch von Vorteil sein. Hier sollte man sich aber speziell auf die eigenen Strategie hin informieren.

Allerdings müssen Long-Investoren auch darauf achten, dass sie nicht wegen Inaktivität zahlen müssen. Denn es könnte ja leicht passieren, dass man mal sehr zufrieden mit den Positionen im Depot ist und auch nicht weiter zukauft. Dann wird man inaktiv und die meisten Anbieter lassen sich diesen Luxus etwas kosten.

Für alle drei Arten des Tradings gilt aber auch allgemein, dass die Höhe der Kauftranchen auf jeden Fall im Verhältnis zu den Gebühren stehen sollten. Sonst tradet man regelmäßig sehr schwer, wenn man erst einmal zehn Prozent plus/minus wieder ertraden muss, weil die Gebühren in keinem Verhältnis zur Ordergröße lagen.

Die Faustformel liegt hier bei einem Prozent. Man sollte also immer darauf achten, dass die Gebühren ein Prozent und weniger von der Kauf- und Verkaufsposition betragen.

Wo kann ich am günstigsten traden?

Diese Frage taucht immer wieder auf und erfreut sich vor allem auch bei Anfängern größter Beliebtheit. Dahinter verbirgt sich sicherlich die Idee möglichst wenig Geld für das Drumherum auszugeben. Allerdings vernachlässigen manche dann andere Faktoren rund um die Leistungsfähigkeit eines Brokers.

Man sollte deshalb nicht nur nach einem kostenlosen oder sehr günstigen Anbieter Ausschau halten, sondern auch die Produktpalette und zusätzliche Leistungen im Blick behalten.

Günstiges Trading arbeitet oft mit versteckten Kosten

Wenn ein Broker ein vermeintlich günstiges Tradingangebot liefert, ist er immer noch Marktteilnehmer und muss irgendwie Geld verdienen. Deshalb sollte man sich dessen bewusst sein und auch überlegen, wo der Broker das Geld wieder reinholt, das er nicht durch Gebühren erwirtschaftet. Denn man kann nicht einfach davon ausgehen, dass dessen Kostenstruktur um so viel besser ist als bei der Konkurrenz.

Deshalb ist unser Tipp immer einen Broker zu wählen, bei dem man zum Beispiel ganz transparent und offen kommuniziert die Kosten auf der Webseite einsehen kann. Manche geben zum Beispiel einen geringen Spread vor, weisen aber nicht auf weitere Gebühren hin. Andere sprechen von geringen Spreads, die in Wahrheit aber weitaus höher ausfallen.

Trade Republic ist für viele Kleinanleger eine beliebte Adresse, aber gerade dort erlebt man neben der kostenlosen Depotführung und den geringen Gebühren von 1 Euro pro Trade sehr hohe Spreads von teils mehreren Prozent, die schlimmer sind als höhere Gebühren zu bezahlen.

Ein fixer Spread ist deshalb deutlich eher zu empfehlen als ein variabler. Wo von variablen Spreads gesprochen wird, sollte man lieber Abstand nehmen.

Wie reduziert man seine Tradingkosten?

Um Kosten für das eigene Trading zu reduzieren, gibt es verschiedene Dinge zu beachten. Allen voran sollte man auf die Ordergebühren, die Spreads und je nach Handelsprodukt auch auf die Haltegebühren über Nacht achten. Wer hier Anbieter vergleicht und den besten für die eigene Strategie herausfiltert, der hat schon mal ein Stück weit gewonnen. Ebenso sollte man sich anschauen, ob man bei manchem Anbieter für Echtzeitkurse zusätzlich bezahlen muss oder diese bereits in den Depotkosten enthalten sind. Auch die Kosten für Auszahlungen oder Inaktivität sollte man immer in den Blick nehmen.

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Fazit

Tradingkosten lassen sich leider nicht vermeiden und gehören zum Trading dazu wie Gewinne und Verluste. Man kann sie aber wie die anderen auch etwas steuern und eindämmen, wenn man an den nötigen Stellschrauben dreht. Dies ist für Day- und Swingtrader deutlich entscheidender als für langfristig orientierte Anleger.

Allgemein sollte man vor allem die Ordergebühren in den Blick nehmen und mit den eigenen Ansprüchen vergleichen.

Auch um die Abgeltungssteuer wird man nicht drumherum kommen. Außer natürlich man lebt nicht mehr in Deutschland, sondern macht es sich dauerhaft wo anders am Meer gemütlich. Das wäre natürlich auch eine Idee wert, kostet aber sicherlich auch Zeit und Nerven. Für alle, für die das nicht in Frage kommt, sollte man bei der gesamten Steuerthematik einfach in den Vordergrund rücken, dass die Abgaben ja nur auf den Gewinn gerechnet werden und man somit immerhin noch einen Großteil für sich hat. Zumal die meisten persönlichen Steuersätze über den knappen 26 bis 28 Prozent (je nach Situation) liegen.

Und zum Schluss sei nochmals betont, dass es am Ende auf ein gutes Preis-Leistungsverhältnis ankommt und der Anbieter mit seiner Kostenstruktur zu ihren Anforderungen passen muss. Bei billigen Anbietern ist es sonst wie immer im Leben: Wer billig kauft, kauft zweimal.

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