Wer Optionsscheine handelt, muss vorher wissen, was der Schein bei steigenden oder fallenden Kursen wert sein wird. Genau das leistet ein Optionsscheinrechner: Er simuliert den Preis eines Optionsscheins für jedes Szenario aus Basiswertkurs, Restlaufzeit und Volatilität. So erkennst du Chancen und Risiken, bevor Geld im Markt ist.
Das Angebot an externen Rechnern wird seit Jahren dünner. Deshalb findest du in diesem Guide einen eigenen kostenlosen Optionsscheinrechner, mit dem du direkt hier rechnen kannst. Dazu zeige ich dir, welche Anbieter noch gute Rechner bereitstellen, wie die Berechnung nach Black-Scholes funktioniert und wo die Grenzen jeder Simulation liegen. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Optionsscheinrechner: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Direkt hier rechnen: Unser kostenloser Optionsscheinrechner berechnet fairen Preis, Hebel und die Griechen nach dem Black-Scholes-Modell.
- Simulation statt Bauchgefühl: Du siehst vorab, was dein Schein bei einem Zielkurs, nach Zeitablauf oder bei veränderter Volatilität wert ist.
- Externe Anbieter: Kostenlose Rechner gibt es bei Onvista, SG Zertifikate, der Börse Frankfurt und Goldman Sachs.
- Grenzen kennen: Kein Rechner schützt vor Totalverlust. Mit unrealistischen Eingaben rechnest du dir jedes Szenario schön.
Optionsscheine direkt berechnen: der Kagels-Trading-Rechner
Du brauchst keine externe Seite, um einen Optionsschein zu bewerten. Der folgende Optionsscheinrechner läuft direkt im Artikel und ist kostenlos. Er berechnet den theoretischen Preis eines Calls oder Puts nach dem Black-Scholes-Modell, dazu Delta, Omega, Theta und den Break-Even bei Fälligkeit.
Optionsscheinrechner
Werte eintragen, Ergebnis erscheint sofort. Dezimalzahlen mit Komma oder Punkt.
Szenario simulieren
Bitte prüfe die Eingaben: Alle Werte müssen größer als null sein, die Haltedauer darf die Restlaufzeit nicht überschreiten.
Theoretischer Preis nach dem Black-Scholes-Modell, ohne Dividendenabschläge, europäische Ausübung. Emittentenkurse können durch Spread und Marge abweichen. Alle Angaben ohne Gewähr, keine Anlageberatung.
Die Bedienung ist bewusst einfach gehalten. Trage die Eckdaten deines Scheins ein: Kurs des Basiswertes, Basispreis, Restlaufzeit in Tagen, implizite Volatilität, Zins und Bezugsverhältnis. Alle Werte findest du auf der Produktseite des Emittenten oder bei deinem Broker. Im Szenario-Teil gibst du zusätzlich einen Zielkurs und die Haltedauer ein. Der Rechner zeigt dir dann den simulierten Preis und deinen Gewinn oder Verlust in Prozent.
Zwei Annahmen musst du kennen. Der Rechner arbeitet ohne Dividendenabschläge und mit europäischer Ausübung, wie es das Standardmodell vorsieht. Außerdem berechnet er den fairen Modellpreis: Der tatsächliche An- und Verkaufspreis des Emittenten kann davon leicht abweichen, weil dort Spread und Marge eingepreist sind.
Was ist ein Optionsscheinrechner?
Ein Optionsscheinrechner ist ein kostenloses Online-Tool, das den theoretischen Preis eines Optionsscheins berechnet und simuliert, wie sich dieser Preis bei Änderungen von Basiswertkurs, Volatilität, Zins und Restlaufzeit entwickelt.
Hinter jedem Schein steckt dieselbe Mechanik. Ein Optionsschein ist ein börsengehandeltes Hebelprodukt, das dem Käufer das Recht gibt, einen Basiswert zu einem festgelegten Basispreis zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Die Grundlagen zu Optionsscheinen solltest du verstanden haben, bevor du mit dem Rechner arbeitest: Er setzt Begriffe wie Basispreis, Bezugsverhältnis und Volatilität voraus.
Warum du einen Optionsscheinrechner brauchst
Die Preisbildung von Optionsscheinen ist nicht linear. Ein Schein kann an Wert verlieren, obwohl der Basiswert sich in die richtige Richtung bewegt, etwa weil die Volatilität fällt oder der Zeitwert schmilzt. Solche Effekte per Hand zu berechnen, ist selbst für geübte Anleger mühsam.
Der Rechner nimmt dir diese Arbeit ab und macht die Auswirkung jeder einzelnen Stellschraube sichtbar. Das ist gelebtes Risikomanagement: Wer vor dem Kauf durchspielt, was bei Seitwärtsmärkten oder einem Fehlausbruch passiert, erlebt weniger böse Überraschungen im Depot. Den passenden Schein findest du übrigens am schnellsten über einen Optionsscheinfinder, der Rechner übernimmt danach die Bewertung.
Wie berechnet ein Optionsscheinrechner den Preis?
Das Black-Scholes-Modell ist die mathematische Standardformel zur Bewertung von Optionen und Optionsscheinen. Es berechnet den fairen Preis aus Basiswertkurs, Basispreis, Restlaufzeit, Volatilität und Zinssatz.
Praktisch jeder Optionsscheinrechner im Netz nutzt dieses Modell oder eine enge Variante davon. Die Formel selbst musst du nicht beherrschen. Verstehen solltest du aber die fünf Eingangsgrößen, denn sie bestimmen das Ergebnis:
- Kurs des Basiswertes: der aktuelle Preis der Aktie, des Index oder des Rohstoffs, auf den sich der Schein bezieht.
- Basispreis: der Kurs, zu dem du am Laufzeitende kaufen (Call) oder verkaufen (Put) darfst.
- Restlaufzeit: die Zeit bis zur Fälligkeit. Je länger, desto mehr Zeitwert steckt im Schein.
- Implizite Volatilität: die vom Markt erwartete Schwankungsbreite. Mehr dazu im Artikel über die implizite Volatilität.
- Risikofreier Zins: aktuell orientiert er sich an den Leitzinsen der EZB. Die aktuellen Sätze und Termine findest du in unserem Artikel zum EZB-Zinsentscheid.
Innerer Wert und Zeitwert
Der Preis eines Optionsscheins besteht aus zwei Bausteinen. Der innere Wert eines Optionsscheins ist die Differenz zwischen dem Kurs des Basiswertes und dem Basispreis, bereinigt um das Bezugsverhältnis. Notiert der Schein aus dem Geld, beträgt der innere Wert null.
Der zweite Baustein ist schwerer zu greifen. Der Zeitwert ist der Teil des Optionsscheinpreises, der über den inneren Wert hinausgeht. Er spiegelt die Restchance des Scheins wider und fällt bis zum Laufzeitende auf null. Dieser Zeitwertverlust beschleunigt sich in den letzten Wochen der Laufzeit. Ein Schein kann deshalb auch dann an Wert verlieren, wenn der Basiswert sich gar nicht bewegt.
Für die Lage des Scheins zum Basispreis haben sich drei Begriffe etabliert:
- Im Geld: Der Schein hat einen inneren Wert.
- Am Geld: Basiswertkurs und Basispreis liegen nahe beieinander, der innere Wert ist ungefähr null.
- Aus dem Geld: Der Schein besteht nur aus Zeitwert. Läuft er so aus, verfällt er wertlos.
Mehr zur Einordnung dieser Produktklasse findest du im Artikel über Hebelprodukte.
Die Griechen: Delta, Omega, Theta und Vega
Die Kennzahlen der Optionspreisformel heißen Griechen, weil sie mit griechischen Buchstaben notiert werden. Vier davon brauchst du im Alltag:
- Delta: Das Delta gibt an, um wie viel Euro sich der Preis eines Optionsscheins ändert, wenn der Basiswert um einen Euro steigt oder fällt. Ein Call hat ein Delta zwischen 0 und 1, ein Put zwischen 0 und minus 1. Beim Optionsschein rechnest du das Bezugsverhältnis mit ein.
- Omega: Das Omega ist der effektive Hebel eines Optionsscheins. Es zeigt, um wie viel Prozent sich der Schein bewegt, wenn der Basiswert um ein Prozent steigt oder fällt.
- Theta: Das Theta misst den täglichen Zeitwertverlust eines Optionsscheins. Je näher das Laufzeitende rückt, desto schneller verliert der Schein an Zeitwert.
- Vega: Das Vega zeigt, wie stark der Preis auf eine Änderung der impliziten Volatilität um einen Prozentpunkt reagiert. Steigende Volatilität macht Calls und Puts teurer, fallende macht beide billiger.
Unser Rechner oben weist Delta, Omega und Theta direkt aus. Damit kannst du die Reaktion deines Scheins auf Kursbewegungen überschlagen, ohne jedes Mal ein komplettes Szenario zu simulieren.
Rechenbeispiel: ein Call-Optionsschein im Szenario-Test
Theorie wird am Beispiel greifbar. Wir rechnen einen Call-Optionsschein mit runden Eckdaten durch, die du oben im Rechner direkt nachstellen kannst:
- Basiswert: Aktie, Kurs 100 Euro
- Basispreis: 105 Euro (der Schein notiert aus dem Geld)
- Restlaufzeit: 180 Tage
- Implizite Volatilität: 25 Prozent
- Zins: 2,40 Prozent, angelehnt an den aktuellen Hauptrefinanzierungssatz der EZB
- Bezugsverhältnis: 0,1 (zehn Scheine beziehen sich auf eine Aktie)
Der Rechner ermittelt daraus einen fairen Preis von rund 0,54 Euro je Schein. Das Delta liegt bei 0,45, der einfache Hebel bei gut 18, das Omega bei rund 8,4. Übersetzt heißt das: Bewegt sich die Aktie um ein Prozent, bewegt sich der Schein kurzfristig um etwa 8 Prozent. Der Break-Even bei Fälligkeit liegt bei rund 110,40 Euro.
Jetzt die beiden Szenarien, die den Unterschied zwischen Hoffnung und Rechnung zeigen:
- Szenario A, die Aktie steigt: Kurs in drei Monaten bei 110 Euro. Der Schein steigt auf rund 0,86 Euro, ein Gewinn von knapp 59 Prozent bei 10 Prozent Kursanstieg der Aktie.
- Szenario B, die Aktie läuft seitwärts: Kurs in drei Monaten unverändert bei 100 Euro. Der Schein fällt auf rund 0,32 Euro, ein Verlust von etwa 41 Prozent, ohne dass die Aktie auch nur einen Cent nachgegeben hat.
Szenario B ist die wichtigste Lektion aus dem ganzen Artikel. Der Zeitwertverlust arbeitet jeden Tag gegen dich. Ein Optionsscheinrechner macht diesen Effekt vor dem Kauf sichtbar, nicht erst auf dem Depotauszug.
Optionsscheinrechner-Anbieter im Vergleich (2026)
Neben unserem eigenen Rechner gibt es eine Handvoll etablierter kostenloser Anbieter. Das Angebot ist zuletzt geschrumpft: Die früher verbreiteten Rechner von S-Broker und SmartTrade sind offline. Diese vier funktionieren im Juli 2026:
| Anbieter | Besonderheit | Scheine |
|---|---|---|
| Onvista | schnellster Zugang, WKN-Suche | alle Emittenten |
| SG Zertifikate | eigene Tool-Seite, viele Parameter | eigene Produkte |
| Börse Frankfurt | Derivaterechner mit vier Szenarien | alle Emittenten |
| Goldman Sachs | Rechner mit Kennzahlen-Matrix | eigene Produkte |
Optionsscheinrechner von Onvista
Der Onvista-Rechner ist der bequemste Einstieg: Du gibst die WKN oder ISIN deines Scheins ein, und der Rechner füllt alle Felder automatisch mit den aktuellen Werten. Danach passt du Kurs, Volatilität, Zins oder Berechnungstag frei an. Eine ausführliche Anleitung mit allen Funktionen findest du in unserem Test des Onvista-Optionsscheinrechners.
Optionsscheinrechner der SG Zertifikate (Societe Generale)
Die Societe Generale hat ihren Rechner inzwischen prominent auf einer eigenen Tool-Seite platziert: Optionsscheinrechner bei SG Zertifikate. Du simulierst dort Preis des Basiswertes, Datum, implizite Volatilität und Zins in einer Gegenüberstellung von Original- und Simulationswerten. Der Rechner arbeitet mit den eigenen Optionsscheinen des Emittenten.
Derivaterechner der Börse Frankfurt
Die Börse Frankfurt betreibt auf ihrer Zertifikate-Plattform einen Derivaterechner, der neben Optionsscheinen auch andere verbriefte Derivate abdeckt. Sein Vorteil: Du kannst bis zu vier Szenarien parallel anlegen und dabei Kurs, Volatilität, Dividenden, Zinsniveau, Wechselkurs und Zeitpunkt verändern. Das ist der umfangreichste der externen Rechner.
Optionsschein-Rechner von Goldman Sachs
Auch Goldman Sachs stellt einen Optionsschein-Rechner bereit. Er berechnet den fairen Wert und die Risikokennzahlen eines Scheins bei veränderten Parametern und richtet sich an Nutzer der eigenen Produktpalette. Wer Scheine verschiedener Emittenten vergleichen will, fährt mit Onvista oder der Börse Frankfurt besser.
Optionsscheinrechner in Excel oder als App?
Optionsscheinrechner in Excel selbst bauen
Excel reicht für einen einfachen Black-Scholes-Rechner völlig aus. Du brauchst die Funktionen NORM.VERT, LN und EXP und legst je eine Zelle für die fünf Eingangsgrößen an. Die Hilfsgrößen und die Call-Formel sehen so aus:
- d1:
=(LN(S/K)+(r+0,5*sigma^2)*T)/(sigma*WURZEL(T)) - d2:
=d1-sigma*WURZEL(T) - Call-Wert:
=S*NORM.VERT(d1;0;1;WAHR)-K*EXP(-r*T)*NORM.VERT(d2;0;1;WAHR) - Optionsscheinpreis: Call-Wert multipliziert mit dem Bezugsverhältnis
Dabei steht S für den Basiswertkurs, K für den Basispreis, T für die Restlaufzeit in Jahren, sigma für die Volatilität als Dezimalzahl und r für den Zins. Der Aufwand lohnt sich vor allem, wenn du viele Scheine gleichzeitig in einer Tabelle bewerten willst. Für den schnellen Einzelfall ist unser Rechner oben im Artikel der kürzere Weg, denn er liefert Delta, Omega und Theta gleich mit.
Gibt es einen Optionsscheinrechner als App?
Eine eigenständige Optionsscheinrechner-App gibt es im deutschsprachigen Raum weiterhin nicht. Die Lücke ist kleiner geworden, als sie klingt: Die Rechner von Onvista und Börse Frankfurt laufen im mobilen Browser, und auch unser Rechner oben funktioniert auf dem Smartphone. Broker-Apps zeigen zwar Kennzahlen wie Delta und Omega an, eine echte Szenario-Simulation bieten sie in der Regel nicht.
Grenzen: Was ein Optionsscheinrechner nicht kann
So nützlich die Simulation ist, ein Rechner hat klare Grenzen. Diese fünf Punkte solltest du kennen, bevor du einer Zahl aus dem Rechner Geld anvertraust:
- Schönrechnen ist eingebaut: Der Rechner akzeptiert jede Eingabe. Wer einen Zielkurs weit außerhalb der normalen Schwankungsbreite einträgt, bekommt ein Traumergebnis, das mit der Realität nichts zu tun hat.
- Die Volatilität ist eine Annahme: Die implizite Volatilität ändert sich täglich. Fällt sie nach deinem Kauf, ist dein Schein weniger wert, auch wenn der Kurs stimmt.
- Modell statt Markt: Der berechnete Preis ist ein theoretischer Wert. Der Emittent stellt An- und Verkaufskurse mit Spread, und bei Dividendenterminen weicht der reale Preis vom einfachen Modell ab.
- Kein Risikomanagement-Ersatz: Der Rechner zeigt Szenarien, aber er begrenzt keine Verluste. Positionsgröße und Stop-Konzept bleiben deine Aufgabe. Wie das geht, steht im Guide zum Risikomanagement im Trading.
- Totalverlust bleibt möglich: Ein aus dem Geld auslaufender Schein verfällt wertlos. Kein Rechner der Welt ändert etwas an diesem Produktrisiko.
Fazit: Rechnen schlägt Raten
Ein Optionsscheinrechner gehört für mich zur Grundausstattung, sobald Hebelprodukte im Spiel sind. Ich handle seit 1978 an den Märkten, und die teuersten Fehler bei Hebelprodukten entstehen fast immer vor dem Einstieg: zu enger Basispreis, zu kurze Laufzeit, Zeitwertverlust unterschätzt. Genau diese Fehler macht ein Rechner sichtbar, bevor sie Geld kosten.
Mein Rat ist deshalb einfach. Rechne jedes Szenario durch, auch das unbequeme Seitwärts-Szenario, und kaufe erst dann. Ob du dafür unseren Rechner, Onvista oder den Derivaterechner der Börse Frankfurt nutzt, ist zweitrangig. Entscheidend ist, dass du die Zahlen vor dem Trade kennst und nicht erst danach.
Häufige Fragen zum Optionsscheinrechner
Wie berechnet man den Wert eines Optionsscheins?
Der Optionsscheinpreis besteht aus innerem Wert und Zeitwert. Der innere Wert ist die Differenz zwischen Basiswertkurs und Basispreis, multipliziert mit dem Bezugsverhältnis. Den Zeitwert berechnet das Black-Scholes-Modell aus Restlaufzeit, Volatilität und Zins. Ein Optionsscheinrechner nimmt dir beide Rechnungen ab.
Wie hoch kann ein Optionsschein steigen?
Nach oben gibt es keine feste Grenze: Der Preis eines Calls steigt mit dem Basiswert, und über den Hebel sind Gewinne von mehreren hundert Prozent möglich. Das Omega zeigt dir die kurzfristige Reaktion. Bei einem Omega von 8 bewegt sich der Schein um etwa 8 Prozent, wenn der Basiswert um ein Prozent steigt.
Wann ist ein Optionsschein wertlos?
Ein Call verfällt wertlos, wenn der Basiswert am Laufzeitende unter dem Basispreis notiert. Beim Put ist es umgekehrt. Der Einsatz ist dann komplett verloren, eine Nachschusspflicht besteht bei Optionsscheinen aber nicht.
Kann man mit einem Optionsscheinrechner auch Optionen berechnen?
Die Rechenlogik ist dieselbe, denn beide Produkte folgen dem Black-Scholes-Modell. Echte Optionen werden aber standardisiert an Terminbörsen wie der Eurex gehandelt und haben andere Kontraktgrößen und Margin-Regeln. Für Optionsstrategien brauchst du deshalb die Rechner deines Options-Brokers.
Gibt es Optionsscheinrechner für Knock-Outs und Faktor-Zertifikate?
Für Knock-Out-Zertifikate brauchst du meist keinen komplexen Rechner: Ihr Preis folgt dem inneren Wert, die Volatilität spielt kaum eine Rolle. Der Derivaterechner der Börse Frankfurt deckt neben Optionsscheinen auch andere Zertifikatetypen ab. Für Faktor-Zertifikate genügt wegen der täglichen Hebelkonstanz eine einfache Prozentrechnung, auf lange Sicht verzerrt allerdings die Pfadabhängigkeit das Ergebnis.
Warum zeigen verschiedene Optionsscheinrechner unterschiedliche Ergebnisse?
Kleine Abweichungen sind normal. Die Rechner können mit leicht unterschiedlichen Werten für implizite Volatilität, Zins oder Dividendenerwartung arbeiten. Große Differenzen sind dagegen ein Warnsignal: Dann lohnt der Blick, welche Volatilität der jeweilige Rechner eingepreist hat.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und handelt seit 1978 diskretionär nach Price Action. Seine Schwerpunkte sind Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte. Hebelprodukte bewertet er aus der Praxis des täglichen Handels heraus.
Als Übersetzer der Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter und langjähriger Repräsentant von Joe Ross in Deutschland hat er die Entwicklung des Derivatehandels über Jahrzehnte aus erster Hand begleitet. Sein Blick auf Tools und Produkte ist der eines Praktikers, der Chancen und Kosten nüchtern gegeneinander abwägt.
Für diesen Artikel hat Karsten die Rechner von Onvista, SG Zertifikate, Börse Frankfurt und Goldman Sachs im Juli 2026 live geprüft und den integrierten Black-Scholes-Rechner mit Referenzwerten gegengerechnet. Seine Einordnung: Ein Optionsscheinrechner ersetzt keine Strategie, aber er verhindert die teuersten Anfängerfehler.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.









