Die meisten Trading-Plattformen zeigen dir, was schon passiert ist. Eine Kerze schließt, ein Volumenbalken wächst, ein Indikator dreht. Bookmap dreht diese Perspektive um und zeigt die Limit-Orders, die gerade im Markt liegen, bevor sie ausgeführt werden. Auf dem Bildschirm entsteht daraus eine farbige Heatmap, in der sich Angebot und Nachfrage aufbauen und wieder auflösen.
Diese Darstellung hat Bookmap in der Orderflow-Szene bekannt gemacht. Sie hat allerdings einen Preis, und zwar an zwei Stellen: bei der Lizenz und bei den Marktdaten. Genau der zweite Block wird in vielen Testberichten unterschlagen. Wer die Vollversion bucht und dann feststellt, dass die Futures-Daten noch einmal so viel kosten können, hat sich verrechnet.
Ich handle seit 1978 diskretionär nach Price Action und nutze die Heatmap nicht als Signalgeber. Als Kontextwerkzeug hat sie mich trotzdem überzeugt. In diesem Beitrag schaue ich mir an, was Bookmap wirklich leistet, was die vier Lizenzen unterscheiden, wo die versteckten Kosten liegen und für wen sich die Software nicht lohnt. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Bookmap: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Was Bookmap ist: eine Orderflow-Software, die das Limit-Orderbuch als farbige Heatmap über den Kursverlauf legt.
- Vier Lizenzen: Digital ist kostenlos, Digital Plus kostet 19 Dollar, Global 49 Dollar und Global Plus 99 Dollar pro Monat. Im Jahresabo sinkt der Preis jeweils.
- Marktdaten kosten extra: Echtzeitdaten für Futures und Aktien sind in keinem Paket enthalten und liegen je nach Börse bei 34 bis 119 Dollar monatlich.
- Kostenlos heißt Krypto: Die Gratis-Version liefert Echtzeit-Krypto, Aktien und Futures dagegen nur verzögert.
- Nichts für Einsteiger: Die Heatmap ist ein Kontextwerkzeug, kein Signalgeber. Ohne Vorwissen im Orderflow bringt sie wenig.
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Was ist Bookmap?
Bookmap ist eine Handels- und Analysesoftware, die das gesamte Limit-Orderbuch eines Marktes als farbige Heatmap darstellt und so sichtbar macht, wo Liquidität liegt, wächst oder verschwindet.
Der Unterschied zu einem klassischen Chart ist schnell erklärt. Ein Candlestick-Chart zeigt dir vier Werte pro Zeiteinheit: Eröffnung, Hoch, Tief und Schluss. Bookmap zeigt dir stattdessen jede einzelne Order, die an einem Preis liegt, und zwar über die Zeit hinweg. Aus dieser Historie entsteht ein Bild, das ein normaler Chart gar nicht liefern kann.
Dazu kommen die ausgeführten Trades. Sie erscheinen als Blasen unterschiedlicher Größe direkt im Chart. Du siehst also zwei Dinge gleichzeitig: die passive Liquidität in Form der Heatmap und die aggressive Ausführung in Form der Volumenblasen. Wer Orderflow handelt, arbeitet genau mit diesem Gegensatz.
Betreiber ist die Bookmap Ltd. mit Sitz in Nicosia auf Zypern. Die Software läuft als Desktop-Anwendung auf Windows, Mac und Linux, dazu gibt es seit einiger Zeit eine Browser-Version. Bookmap ist kein Broker, sondern eine Schnittstelle zwischen dir, deinem Broker und einem Datenanbieter.
| Anbieter | Bookmap Ltd., Nicosia, Zypern |
| Kategorie | Orderflow- und Volumen-Trading-Software |
| Kernfunktion | Liquiditäts-Heatmap des Limit-Orderbuchs |
| Märkte | Futures, Aktien, Kryptowährungen |
| Betriebssysteme | Windows, Mac, Linux (eingeschränkt), Browser |
| Lizenzen | Digital (kostenlos), Digital Plus, Global, Global Plus |
| Marktdaten | nicht im Lizenzpreis enthalten |
| Bewertung Trustpilot | 4,5 von 5 bei 601 Bewertungen (Stand 14.08.2026) |
Wie die Liquiditäts-Heatmap funktioniert
Die Liquiditäts-Heatmap von Bookmap färbt jedes Preisniveau danach ein, wie viele Limit-Orders dort liegen: helle und warme Bereiche stehen für viel Liquidität, dunkle für wenig.
Der praktische Nutzen entsteht durch die Zeitachse. Ein einzelner Blick ins Orderbuch zeigt dir nur den Moment, und genau hier setzt Bookmap an. Die Heatmap zeigt dir dagegen die Geschichte dieser Orders und damit die eigentlich interessante Frage: Liegt eine große Order schon seit einer Stunde da, oder ist sie gerade erst erschienen?
Aus dieser Beobachtung ergeben sich zwei wiederkehrende Muster. Bleibt ein dickes Liquiditätsband liegen und der Kurs prallt mehrfach davon ab, hast du eine belastbare Unterstützung oder Widerstandszone. Verschwindet das Band dagegen, sobald der Kurs näher kommt, war es eine Scheinorder, die nur Druck vortäuschen sollte.
Genau hier liegt auch die Grenze. Die Heatmap sagt dir nichts über die Richtung. Sie zeigt, wo Material liegt, nicht wer gewinnt. Wer ohne Vorwissen darauf schaut, sieht bunte Streifen und liest Bedeutung hinein, die nicht da ist. Wie sich Orderbuchtiefe grundsätzlich lesen lässt, erklärt der Beitrag zum Orderbuch-Trading mit DOM und Level 2.
Ein Hinweis zur Begriffsverwirrung: Diese Orderbuch-Heatmap hat nichts mit der Markt-Heatmap zu tun, die einen ganzen Index als farbige Kacheln abbildet. Den Unterschied erklärt der Beitrag Aktien Heatmap richtig lesen.
Die wichtigsten Funktionen von Bookmap
Neben der Heatmap bringt Bookmap eine Reihe von Werkzeugen mit, die alle auf derselben Datenbasis aufsetzen. Sie ergänzen die Heatmap, sie ersetzen sie nicht.
Volumenblasen
Volumenblasen stellen das tatsächlich gehandelte Volumen als Kreise dar. Je größer die Blase, desto mehr Kontrakte wurden zu diesem Preis ausgeführt. Die Farbe verrät die Richtung der Aggression, also ob Käufer oder Verkäufer in den Spread hineingehandelt haben. Ein plötzlicher Schwall großer Blasen an einem Niveau kennzeichnet oft den Punkt, an dem ein Trend kippt. Die zeitbasierte Variante dieser Auswertung beschreibt der Artikel zu Market Profile und Value Area.
Orderbuch und Markttiefe
Das DOM, also die Darstellung der Markttiefe, sitzt am rechten Chartrand und lässt sich in Spalten und Breite anpassen. Der Vorteil gegenüber einem Standard-DOM liegt in der Tiefe: Bookmap zeigt die gesamte ruhende Liquidität und nicht nur die besten fünf oder zehn Stufen. Wie sich daraus konkrete Einstiege ableiten lassen, hängt vom Instrument ab und braucht Übung.
Nanosekunden-Zoom
Der Nanosekunden-Zoom löst die Zeitachse so weit auf, dass einzelne Orderbuch-Updates sichtbar werden. Für Scalping ist das die interessanteste Funktion der Plattform, weil sich Absorption und Nachlassen des Drucks in Echtzeit beobachten lassen. Für Swing-Trader ist sie ohne Wert. Passende Broker für diesen Stil vergleicht der Beitrag zum Scalping Broker.
Tradermap Pro und DOM Pro
Zwei neuere Zusatzmodule adressieren ein bekanntes Problem der Heatmap. Tradermap Pro filtert Market-Maker-Bots heraus, deren ständig neu gesetzte und sofort gelöschte Orders die Darstellung verrauschen. Was übrig bleibt, soll die echte Liquidität sein. DOM Pro erweitert die Markttiefe um zusätzliche Spalten und Ausführungsfunktionen. Beide Module stecken in den höheren Lizenzen und sind nicht einzeln testbar.
Aufzeichnung und Wiedergabe
Bookmap zeichnet Handelssitzungen tickgenau auf und spielt sie später zurück. Für die Nachbereitung ist das die unterschätzteste Funktion der Software. Du kannst einen Fed-Tag oder eine Quartalszahlen-Veröffentlichung im Nachhinein Schritt für Schritt durchgehen, inklusive der vollständigen Orderbuchtiefe. Wer seine Trades ohnehin dokumentiert, findet im Beitrag zum Trading Journal den passenden Rahmen dazu.
Was kostet Bookmap?
Bookmap führt vier Lizenzstufen. Der Monatspreis fällt, wenn du jährlich zahlst, und für die beiden oberen Stufen gibt es zusätzlich eine einmalige Lifetime-Lizenz.
| Lizenz | Preis pro Monat | Lifetime-Lizenz |
|---|---|---|
| Digital | kostenlos | nicht verfügbar |
| Digital Plus | 19 Dollar (16 Dollar im Jahresabo) | nicht verfügbar |
| Global | 49 Dollar (39 Dollar im Jahresabo) | 990 Dollar |
| Global Plus | 99 Dollar (79 Dollar im Jahresabo) | 1.990 Dollar |
Der entscheidende Sprung liegt zwischen Digital Plus und Global. Die beiden Digital-Stufen sind auf Kryptowährungen ausgelegt und erlauben keine Anbindung an professionelle Datenanbieter. Erst mit Global kommst du an Futures und Aktien heran, kannst mehrere Charts parallel öffnen und BookmapData, dxFeed oder Rithmic anbinden.
Global Plus fügt die hauseigenen Spezialindikatoren hinzu, dazu One-Click-Trading, DOM Pro und die Möglichkeit, den Wiedergabemodus auf einem zweiten Rechner zu nutzen. Wer die Software täglich einsetzt, rechnet die Lifetime-Lizenz schnell durch: 1.990 Dollar entsprechen rund 20 Monatsraten.
Ein ehrlicher Hinweis zur Kostenfrage: Für gelegentliches Handeln ist Bookmap zu teuer. Wer zwei Trades pro Woche macht, holt die Lizenzgebühr plus Datenkosten kaum herein. Die Software rechnet sich erst bei aktiver Nutzung.
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Die Marktdaten kosten extra
Dieser Punkt fehlt in den meisten Testberichten, und er ist der teuerste. Beim Blick auf die Paketpreise entsteht leicht der Eindruck, damit sei alles abgedeckt. Das ist nicht der Fall.
Echtzeit-Marktdaten für Futures und Aktien sind in keinem Bookmap-Paket enthalten und müssen separat bei einem Datenanbieter gebucht werden.
Du zahlst also zweimal: einmal die Softwarelizenz und einmal den Datenfeed. Zur Auswahl stehen drei Anbieter mit unterschiedlichen Preismodellen.
| Datenanbieter | Kosten pro Monat |
|---|---|
| BookmapData (Futures, pro Börse) | 34 Dollar |
| BookmapData CME-Bundle | 79 Dollar |
| BookmapData Nasdaq | 59 Dollar |
| dxFeed Futures (pro Börse) | 37 Dollar |
| dxFeed US-Aktien | 34 bis 119 Dollar |
| Rithmic | 40 bis 101 Dollar |
Ein Rechenbeispiel macht die Größenordnung deutlich. Wer den Nasdaq-Future und die CME-Kontrakte mit der Vollversion handeln will, landet bei 99 Dollar Lizenz plus 79 Dollar CME-Bundle. Das sind 178 Dollar im Monat, bevor der erste Trade läuft.
Zwei Details lohnen die Aufmerksamkeit. Als professioneller Marktteilnehmer eingestufte Nutzer zahlen bei den Börsengebühren rund 130 Dollar monatlich obendrauf. Und die historischen Daten beim Einstieg in ein Symbol fallen je nach Anbieter unterschiedlich aus: BookmapData liefert 72 Stunden, dxFeed 24 Stunden, bei Rithmic ist nur eine Stunde kostenlos und 24 Stunden kosten 14 Dollar pro Börse. Auch dxFeed als Datenlieferant haben wir uns separat angesehen.
Die Preise stammen aus der Paketübersicht des Anbieters (Stand 14.08.2026).
Bookmap kostenlos nutzen: was die Gratis-Version leistet
Die Frage nach der kostenlosen Version taucht in den Suchanfragen regelmäßig auf, und die Antwort fällt nüchterner aus, als das Marketing vermuten lässt.
Die kostenlose Digital-Lizenz von Bookmap liefert Echtzeitdaten ausschließlich für Kryptowährungen, während Aktien und Futures nur zeitverzögert dargestellt werden.
Für Krypto-Trader ist das ein brauchbares Angebot. Die Anbindung an Binance, Bitfinex und über 20 weitere Börsen läuft ohne Zusatzkosten, und die Heatmap arbeitet mit denselben Daten wie in den Bezahlversionen. Wer Bitcoin handelt, kann Bookmap dauerhaft kostenlos einsetzen.
Für Futures- und Aktien-Trader taugt die Gratis-Version dagegen nur zum Anschauen. Verzögerte Daten zeigen dir die Mechanik der Heatmap, handeln lässt sich damit nicht. Auch Digital Plus ändert daran nichts: die 19 Dollar kaufen zusätzliche Funktionen, nicht bessere Daten.
Ein Kritikpunkt aus der Nutzerschaft trifft genau diesen Punkt. Ein Rezensent schreibt auf Trustpilot: „Add-ons, extended features ARE NOT possible to test for beginners even with delayed, to get used to it, to learn it.” Die teuren Zusatzmodule lassen sich also nicht ausprobieren, bevor man sie kauft. Bei diesem Preisniveau ist das eine berechtigte Beschwerde.
Bookmap für Bitcoin und Krypto
Der Krypto-Bereich ist der Einstiegspunkt in die Plattform, und das aus einem strukturellen Grund. Kryptobörsen stellen ihre Orderbuchdaten kostenlos über offene Schnittstellen bereit, während Terminbörsen wie die CME dafür Gebühren verlangen.
Angebunden sind unter anderem Binance, Kraken, Bitstamp, Bybit und Coinbase. Für den Bitcoin-Handel ist die Heatmap besonders aussagekräftig, weil an den großen Börsen dauerhaft dicke Orderwände liegen und deren Verschwinden gut sichtbar wird.
Eine Einschränkung gehört dazu: Krypto-Orderbücher lassen sich leichter manipulieren als regulierte Terminmärkte. Spoofing, also das Setzen und sofortige Löschen großer Scheinorders, ist dort verbreitet. Die Heatmap zeigt dir dieses Verhalten zwar, sie schützt dich aber nicht davor, darauf hereinzufallen. Wer sich für Liquidationsniveaus im Kryptomarkt interessiert, findet im Beitrag zur Liquidation Heatmap die passende Ergänzung.
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Bookmap oder ATAS: was die beiden unterscheidet
Der häufigste Vergleich in den Suchanfragen betrifft ATAS. Beide Programme bedienen den Orderflow-Bereich, sie setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte.
| Kriterium | Bookmap | ATAS |
|---|---|---|
| Kernstärke | Liquiditäts-Heatmap über Zeit | Footprint und Volumenanalyse |
| Darstellung | Orderbuch als Verlauf | Volumen je Preis und Kerze |
| Einstiegspreis | kostenlos (nur Krypto) | kostenlose Version verfügbar |
| Zielgruppe | Scalper und Orderflow-Trader | Volumen- und Footprint-Trader |
Die Trennlinie verläuft zwischen passiver und ausgeführter Liquidität. Bookmap ist stark darin, ruhende Limit-Orders und ihre Veränderung über die Zeit zu zeigen. ATAS ist stark im Footprint, also in der Frage, wie viel Volumen innerhalb einer Kerze zu welchem Preis auf welcher Seite ausgeführt wurde.
Ein Trustpilot-Rezensent formuliert die Konkurrenzsituation deutlich: „People compare it with ATAS new heatmap which doesn’t even come close in my opinion.” Das ist eine Einzelmeinung und keine Messung, sie deckt sich aber mit dem Eindruck, dass die Heatmap weiterhin das Alleinstellungsmerkmal von Bookmap ist. Unsere ausführliche Einschätzung steht im Beitrag zu ATAS.
Systemvoraussetzungen: Windows, Mac und Bookmap Web
Bookmap läuft auf Windows, Mac und Linux, wobei die Linux-Unterstützung eingeschränkt ist. Die Software ist ressourcenhungrig, weil sie permanent das vollständige Orderbuch verarbeitet.
Für Windows nennt der Hersteller als Minimum ein 64-Bit-System ab Windows 8, 8 GB Arbeitsspeicher, 10 GB freien Speicherplatz, einen Prozessor der Klasse Intel Core i5 und eine Internetverbindung mit mindestens 5 Mbit pro Sekunde. Für das One-Click-Trading brauchst du zwingend eine Maus mit mittlerer Taste.
Auf dem Mac setzt Bookmap macOS 10.12 oder höher voraus, ebenfalls mit 8 GB Arbeitsspeicher als Minimum. Empfohlen werden 24 GB. Es gibt getrennte Versionen für Intel-Macs und für Apple Silicon, wobei die Grafikbeschleunigung auf den M-Prozessoren erst ab macOS 13 greift.
Ein Detail, das Mac-Nutzer vor dem Kauf prüfen sollten: Nicht alle Broker-Anbindungen laufen unter macOS. Verfügbar sind BookmapData, Rithmic, dxFeed, CQG, Interactive Brokers, iqFeed, Cedro und die Krypto-Adapter. Nicht unterstützt werden dagegen Stage 5, Gain, NinjaTrader und XTrader. Wer über einen dieser Anbieter handelt, braucht einen Windows-Rechner. Die vollständige Liste führt der Hersteller in seiner Wissensdatenbank.
Die Lizenz darfst du auf mehreren Rechnern installieren, aktiv nutzen kannst du sie aber nur auf einem. Global Plus erlaubt zusätzlich den Wiedergabemodus auf einem zweiten Gerät. Daneben existiert mit Bookmap Web eine Browser-Variante, die ohne Installation auskommt und den Funktionsumfang der Desktop-Version nicht vollständig abbildet.
Kompatibilität mit Brokern und Datenfeeds
Für Futures und Aktien arbeitet Bookmap mit einer Reihe etablierter Broker zusammen. Dazu zählen Interactive Brokers als global aufgestellter Broker, AMP Futures mit Schwerpunkt Termingeschäfte, der cloudbasierte Anbieter Tradovate und TradeStation.
Broker und Datenfeed sind zwei getrennte Entscheidungen. Dein Broker führt die Order aus, der Datenanbieter liefert das Orderbuch. Beide musst du in Bookmap einzeln einrichten, und beide können getrennt Kosten verursachen. Wie der Handel an Terminbörsen grundsätzlich abläuft, erklärt der Beitrag zum Futures Trading.
Ist Bookmap ein Broker?
Nein, und diese Unterscheidung entscheidet darüber, wo dein Geld liegt. Bookmap ist Software, nicht Depotbank.
Bookmap ist eine Analyse- und Handelsoberfläche, die Orders an den angebundenen Broker weiterreicht, aber selbst kein Depot führt und keine Order ausführt.
Dein Vertragspartner für die Ausführung bleibt der Broker. Bookmap sieht deine Order, verwahrt aber kein Kundengeld.
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Lernressourcen und Community
Bookmap investiert auffällig viel in Ausbildung, was bei einer erklärungsbedürftigen Darstellung auch nötig ist. Zum Angebot gehören Video-Tutorials, regelmäßige Live-Webinare mit aktiven Tradern und eine schriftliche Wissensdatenbank, die auch auf Deutsch vorliegt.
Der YouTube-Kanal zählt rund 90.400 Abonnenten bei über 4.200 Videos (Stand 14.08.2026). Das Material ist fast durchgehend englisch, was für deutschsprachige Einsteiger eine Hürde bleibt. Dazu kommt ein aktiver Discord-Server und ein Marktplatz, über den sich Zusatzindikatoren von Drittanbietern beziehen lassen.
Im deutschsprachigen Raum setzen einzelne Ausbilder Bookmap ein. Der Ex-Hedgefonds-Manager Robert Rother nutzt die Heatmap in seinen Live-Sessions, und auch das Mentoring von traMADA arbeitet damit. In der Ausbildung von Traivend kommt die Software ebenfalls zum Einsatz.
Vorteile und Nachteile von Bookmap
Nach der Durchsicht der Plattform bleibt ein klares Bild: eine technisch überzeugende Speziallösung mit einem Preisproblem und einer steilen Lernkurve.
Vorteile von Bookmap
- Einzigartige Heatmap: Kein anderes Werkzeug zeigt den zeitlichen Verlauf des Limit-Orderbuchs so klar.
- Hohe Auflösung: Der Nanosekunden-Zoom macht Absorption und Spoofing sichtbar, die auf Kerzencharts unsichtbar bleiben.
- Krypto dauerhaft kostenlos: Für Bitcoin und Altcoins entstehen weder Lizenz- noch Datenkosten.
- Starke Nachbereitung: Die tickgenaue Wiedergabe ganzer Sitzungen inklusive Orderbuchtiefe ist selten.
Nachteile von Bookmap
- Doppelte Kosten: Zur Lizenz kommen Marktdatengebühren von 34 bis 119 Dollar monatlich für Futures und Aktien.
- Steile Lernkurve: Ohne Vorwissen im Orderflow liefert die Heatmap bunte Bilder statt Erkenntnis.
- Zusatzmodule nicht testbar: Tradermap Pro und DOM Pro lassen sich vor dem Kauf nicht ausprobieren.
- Mac mit Lücken: Mehrere Broker-Adapter wie NinjaTrader und Stage 5 laufen unter macOS nicht.
Alternativen zu Bookmap
Der Markt für Orderflow-Software ist besetzt, und jede Lösung setzt einen anderen Schwerpunkt. Ein Blick in die Alternativen lohnt vor allem dann, wenn dich die Datenkosten abschrecken.
- ATAS: die stärkste Konkurrenz, mit Schwerpunkt auf Footprint und Volumenprofil (siehe Vergleich weiter oben).
- Deepcharts: browserbasierte Plattform mit Trade Copier und Zugang zu Prop-Firmen.
- Sierra Chart: technisch die umfangreichste Lösung, dafür mit spröder Oberfläche.
- Quantower: stark in der Volumenanalyse, modular aufgebaut.
- Jigsaw und Volfix: ältere Spezialisten mit Fokus auf Orderfluss und Volumen.
- NinjaTrader und Agena Trader: vollwertige Handelsplattformen mit Orderflow als Zusatzmodul.
Wer den Vergleich breiter aufziehen will, findet ihn in der Übersicht zur Trading Software. Für reines Charting ohne Orderbuchtiefe bleibt TradingView die naheliegendere und deutlich günstigere Wahl.
Fazit: Für wen sich Bookmap lohnt
Bookmap ist in seiner Kerndisziplin unerreicht. Die Heatmap zeigt Marktstruktur, die auf keinem Kerzenchart sichtbar wird, und die Aufzeichnungsfunktion macht daraus ein ernsthaftes Analysewerkzeug. Wer im Scalping oder im kurzfristigen Futures-Handel unterwegs ist und Orderflow bereits versteht, bekommt hier das schärfste verfügbare Instrument.
Die Einschränkungen sind allerdings deutlich. Der Gesamtpreis aus Lizenz und Marktdaten liegt für den ernsthaften Futures-Handel bei rund 178 Dollar im Monat, und die Lernkurve ist steil. Dazu kommt, dass sich die teuren Zusatzmodule vorher nicht testen lassen. Für Einsteiger ist das die falsche Software, und für Positionstrader mit Haltedauern von Wochen bringt die Orderbuchtiefe schlicht keinen Mehrwert.
Ich selbst handle nicht nach der Heatmap. Als Kontextwerkzeug hat sie bei mir trotzdem einen Platz: Sie beantwortet die Frage, ob an einem Niveau tatsächlich Material liegt oder ob der Markt nur so aussieht. Wer das für sich prüfen will, startet sinnvollerweise mit der kostenlosen Krypto-Version und entscheidet erst danach über eine Lizenz.
Häufige Fragen zu Bookmap
Was kostet Bookmap im Monat?
Bookmap bietet vier Lizenzen an. Digital ist kostenlos, Digital Plus kostet 19 Dollar, Global 49 Dollar und Global Plus 99 Dollar pro Monat. Im Jahresabo sinken die Preise auf 16, 39 beziehungsweise 79 Dollar. Für Global und Global Plus gibt es zusätzlich Lifetime-Lizenzen für 990 und 1.990 Dollar.
Ist Bookmap wirklich kostenlos nutzbar?
Ja, aber nur eingeschränkt. Die kostenlose Digital-Lizenz liefert Echtzeitdaten ausschließlich für Kryptowährungen. Aktien- und Futures-Daten erscheinen nur zeitverzögert. Für Krypto-Trader ist die Gratis-Version dauerhaft brauchbar, für Futures-Trader nur zum Anschauen.
Sind die Marktdaten im Bookmap-Preis enthalten?
Nein. Echtzeitdaten für Futures und Aktien musst du separat buchen. Je nach Anbieter und Börse liegen die Kosten zwischen 34 und 119 Dollar monatlich. Nur die Krypto-Daten sind ohne Zusatzkosten enthalten.
Läuft Bookmap auf dem Mac?
Ja, ab macOS 10.12 und in getrennten Versionen für Intel und Apple Silicon. Einige Broker-Anbindungen fehlen unter macOS allerdings, darunter NinjaTrader, Stage 5, Gain und XTrader. Verfügbar sind BookmapData, Rithmic, dxFeed, CQG, Interactive Brokers und die Krypto-Adapter.
Was ist der Unterschied zwischen Bookmap und ATAS?
Bookmap zeigt ruhende Limit-Orders als Heatmap über die Zeit, ATAS zeigt ausgeführtes Volumen im Footprint je Preis und Kerze. Bookmap ist damit stärker für Scalping und Orderbuchbeobachtung, ATAS für die Volumenanalyse innerhalb der Kerze.
Ist Bookmap ein Broker?
Nein. Bookmap ist reine Analyse- und Handelssoftware und führt selbst keine Order aus. Die Ausführung läuft immer über einen angebundenen Broker, bei dem auch dein Geld liegt.
Für wen lohnt sich Bookmap nicht?
Für Einsteiger und für Positionstrader. Ohne Grundlagen im Orderflow bleibt die Heatmap unverständlich, und bei Haltedauern von mehreren Wochen liefert die Orderbuchtiefe keinen verwertbaren Mehrwert. Auch wer nur gelegentlich handelt, holt die laufenden Kosten nicht herein.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und handelt seit 1978 an den Finanzmärkten. Sein Schwerpunkt liegt auf dem diskretionären Price-Action-Trading in Forex, Aktienindizes, Rohstoffen und Zinsmärkten.
In den späten 1980er-Jahren übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und übersetzte dessen zehn Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
Für dieses Thema qualifiziert ihn die jahrzehntelange Arbeit mit dem Orderbuch: Wo Liquidität liegt, wann sie verschwindet und wie sich echte von vorgetäuschter Nachfrage unterscheiden lässt, gehört seit den Zeiten des Parketthandels zu seiner täglichen Marktbeobachtung.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.












