Wer heute nach MADA Trading sucht, landet auf einer Website, die anders heißt. Der Anbieter aus dem deutschen Trading-Mentoring firmiert inzwischen als traMADA, sitzt in Frankfurt am Main statt in Ludwigshafen und hat sein Angebot spürbar umgebaut. Die alte Domain leitet weiter, der alte Name steht aber noch überall in den Suchergebnissen.
Genau deshalb habe ich diesen Erfahrungsbericht komplett neu geprüft. Ich habe das Impressum, das Handelsregister und die Angebotsseiten selbst aufgerufen, die Bewertungen gezählt und den alten Stand gegen den neuen gehalten. Das Ergebnis: Drei zentrale Aussagen, die vor einem Jahr noch stimmten, stimmen heute nicht mehr. Dazu gehört ausgerechnet der kostenlose Einstieg, mit dem der Anbieter lange geworben hat.
Du erfährst hier, was traMADA heute wirklich anbietet, was das Mentoring kostet, wie belastbar die Erfahrungsberichte sind und für wen sich das Programm eignet. Ohne Marketing-Sprache und ohne die Zahlen, die der Anbieter selbst nicht belegt. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
MADA Trading und traMADA: das Wichtigste
in 30 Sekunden
- Neuer Name, neue Firma: MADA Trading heißt heute traMADA. Betreiber ist die traMADA GmbH in Frankfurt am Main, die alte Domain leitet auf tra-mada.de um.
- Kein kostenloses Framework mehr: Das früher gratis zugängliche Trader Framework ist heute Teil des kostenpflichtigen Mentorings. Der Einstieg läuft über ein kostenloses Erstgespräch.
- Drei Stufen statt zwei: Trader Mentoring, Nachbetreuung und Deluxe Mentoring mit 12 persönlichen 1-zu-1-Calls. Zusammen nennt der Anbieter 911 Lektionen.
- Kein Preis auf der Website: Alle drei Pakete stehen auf „Anfragen”. Im ATAS-Marktplatz ist das Mentoring mit 4.500 Euro gelistet, mit dem Hinweis, dass der Preis abweichen kann.
- Bewertungen nur bei Google: 133 Google-Bewertungen bei 4,9 von 5 Sternen. Auf Trustpilot und ProvenExpert existiert weiterhin kein Profil.
Was ist traMADA, und was hatte MADA Trading damit zu tun?
traMADA ist ein deutscher Anbieter für Trading-Ausbildung, der privaten Tradern institutionelle Handelsmethoden wie Orderflow-Analyse und Volumenprofile beibringt. Das Unternehmen trat bis 2026 unter dem Namen MADA Trading auf.
Es handelt sich also nicht um zwei Firmen, sondern um denselben Anbieter unter neuem Namen. Auf der Über-uns-Seite von tra-mada.de steht Marco Bösing bis heute als „treibende Kraft hinter MADA Trading“. Beide Namen laufen parallel, weil der alte in den Suchergebnissen und in Partnerverzeichnissen noch tief verankert ist.
traMADA verkauft keine Handelssignale und ist kein Broker. Verkauft wird reines Wissen: ein strukturierter Videokurs plus Live-Begleitung. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf Futures, konkret auf Nasdaq 100, S&P 500 und Rohöl. Wer eine allgemeine Trading-Ausbildung für Aktien oder Devisen sucht, ist hier thematisch am falschen Ort.
Ein Trading-Mentoring ist ein kostenpflichtiges Ausbildungsprogramm, bei dem ein erfahrener Trader Lerninhalte, Live-Analysen und persönliche Rückmeldung über einen längeren Zeitraum kombiniert.
Der Unterschied zum reinen Videokurs liegt damit in der laufenden Begleitung, nicht im Material. Aufgezeichnete Lektionen bekommst du überall, den täglichen Marktkommentar nicht.
Steckbrief traMADA
| Marke | traMADA, früher MADA Trading |
| Betreiber | traMADA GmbH |
| Sitz | Große Gallusstraße 14, 60313 Frankfurt am Main |
| Handelsregister | HRB 143549, Amtsgericht Frankfurt am Main |
| Geschäftsführer | Marco Bösing, Daniel Kahlig |
| Website | tra-mada.de (früher mada-trading.com) |
| Angebot | Trader Mentoring, Nachbetreuung, Deluxe Mentoring |
| Umfang | 911 Lektionen (laut eigener Angabe) |
| Schwerpunkt | Futures: Nasdaq 100, S&P 500, Rohöl |
| Sprache | Deutsch |
| Kontakt | info@tra-mada.de |
Was sich beim Wechsel von MADA Trading zu traMADA geändert hat
Der Namenswechsel ist nicht der interessante Teil. Interessant ist, was sich hinter dem Namen verschoben hat. Ich habe den Stand aus dem Herbst 2025 gegen die heutige Website gehalten. Der Vergleich zeigt einen anderen Firmensitz, ein anderes Register und ein deutlich anderes Geschäftsmodell.
| Merkmal | Früher (MADA Trading) | Heute (traMADA) |
|---|---|---|
| Firma | MADA GmbH | traMADA GmbH |
| Sitz | Ludwigshafen am Rhein | Frankfurt am Main |
| Website | mada-trading.com | tra-mada.de |
| Einstieg | kostenloses Trader Framework | kostenloses Erstgespräch |
| Pakete | Framework plus Mentoring | Mentoring, Nachbetreuung, Deluxe |
| 1-zu-1-Betreuung | nicht im Angebot | 12 Calls im Deluxe Mentoring |
Der wichtigste Punkt steckt in der vierten Zeile. Das Trader Framework mit heute 69 Lektionen war früher der kostenlose Türöffner: E-Mail eintragen, sofort loslegen. Auf der heutigen Website taucht es nur noch als erster Block des kostenpflichtigen Hauptpfads auf. Das Wort „kostenlos” bezieht sich dort ausschließlich auf das Erstgespräch.
Für dich als Interessent bedeutet das einen echten Unterschied. Früher konntest du die Qualität der Inhalte prüfen, bevor du mit jemandem sprichst. Heute führt der Weg über ein Verkaufsgespräch, bevor du siehst, was du kaufst. Das ist im deutschen Coaching-Markt der Normalfall, aber es ist eben nicht mehr der niedrigschwellige Einstieg, für den der Anbieter früher gelobt wurde.
Wer steckt hinter traMADA?
Hinter traMADA stehen zwei Geschäftsführer: Marco Bösing und Daniel Kahlig. Beide sind im Handelsregister des Amtsgerichts Frankfurt am Main unter HRB 143549 eingetragen. Nachprüfen kannst du das kostenlos im Registerportal der Justiz, und dieser Eintrag spricht für die formale Seriosität des Anbieters.
Marco Bösing ist das inhaltliche Gesicht. Laut eigener Darstellung begann er 2010 als Junior Trader bei einer privaten Forex-Vermögensverwaltung in Bonn und bringt heute über 20 Jahre Markterfahrung mit. Dazu nennt die Website ein Physik-Studium an der Universität Mainz. Diese Angaben stammen vom Anbieter selbst und lassen sich von außen nicht unabhängig prüfen.
Daniel Kahlig kam 2015 dazu und wurde nach Anbieterangaben von Bösing ausgebildet. Er verantwortet heute vor allem den Vertrieb und die Erstgespräche: Die Terminbuchung und der WhatsApp-Kontakt laufen auf seinen Namen. Sein fachlicher Schwerpunkt liegt laut Website auf kurzfristigem Futures-Trading und Immobilieninvestments.
Eine Zahl solltest du dabei einordnen. Die Website wirbt mit „35 Jahre gemeinsame Trading-Erfahrung”. Rechnet man die beiden genannten Einzelwerte zusammen, also über 20 Jahre plus über 10 Jahre, kommt man auf gut 30. Das ist kein Skandal, sondern gerundetes Marketing, aber es zeigt, wie du mit den Zahlen auf dieser Seite umgehen solltest.
Ein Hinweis zur Aufsicht gehört dazu. Ein Ausbildungsanbieter ist kein Finanzdienstleister und braucht deshalb keine Zulassung der BaFin. Ob ein Unternehmen beaufsichtigt wird, kannst du in der Unternehmensdatenbank der BaFin nachschlagen. Ein fehlender Eintrag ist bei einem Coaching-Anbieter also normal und kein Warnsignal.
Trader Mentoring, Nachbetreuung und Deluxe Mentoring
Das Angebot besteht heute aus drei aufeinander aufbauenden Stufen. Für alle drei nennt der Anbieter keinen Preis, sondern jeweils nur einen Anfrage-Button.
Trader Mentoring: der Wissensteil
Die Basisstufe umfasst nach Anbieterangaben den Hauptpfad mit 281 Lektionen, aufgeteilt in Onboarding, Trader Framework (69 Lektionen), Trader Bootcamp (148 Lektionen) und Marktverständnis (57 Lektionen). Dazu kommen drei Masterclasses zu Nasdaq-Scalping, S&P-500-Daytrading und Rohöl mit zusammen 547 Lektionen sowie Zusatzkurse zu Makroökonomie, Psychologie, Steuern und Organisation.
Institutionelles Trading bezeichnet die Handelsweise großer Marktteilnehmer wie Banken, Fonds und Handelshäuser, die ihre Positionen wegen der Ordergröße über längere Zeit und in Teilschritten aufbauen müssen.
Der Anbieter macht daraus sein zentrales Verkaufsargument: Wer erkennt, wo diese Teilausführungen stattfinden, soll den Markt besser lesen können. Ob das im Alltag funktioniert, hängt weniger an der Theorie als an der Übung am Orderbuch.
Orderflow-Analyse bezeichnet die Auswertung der tatsächlich ausgeführten Kauf- und Verkaufsaufträge im Orderbuch, um zu erkennen, wo größere Marktteilnehmer aktiv werden.
Genau darauf zielt der gesamte Lehrplan ab. Wer die Werkzeuge dahinter kennenlernen will, findet die Details in unseren Tests zu ATAS und Bookmap.
Ein Volumenprofil zeigt, bei welchen Kursen im Betrachtungszeitraum das meiste Volumen gehandelt wurde, und macht damit Zonen mit hohem und niedrigem Interesse sichtbar.
Zusammen mit dem Volumenprofil und dem Times-and-Sales-Fenster bildet die Orderbuch-Analyse den methodischen Kern des Programms. Das ist die anspruchsvollere Route, und sie braucht deutlich mehr Übung als ein Indikator-Set.
Nachbetreuung: der Live-Teil
Die zweite Stufe ist das, was der Anbieter „tägliche Unterstützung” nennt. Enthalten sind nach eigenen Angaben Live-Trading-Sessions mit beiden Gründern viermal pro Woche, ein offener Chat, ein wöchentliches Makro-Update („Trade of the Week”), eine tägliche Richtungsanalyse („Trade of the Day”) sowie Q&A-Webinare. Alle Webinare werden aufgezeichnet.
Zusätzlich nennt traMADA fünf selbst programmierte ATAS-Indikatoren, die in dieser Stufe enthalten sind. Das ist der Punkt, an dem sich das Angebot am deutlichsten von reinen Videokurs-Anbietern abhebt: Du bekommst laufenden Marktkommentar statt nur Aufzeichnungen.
Futures sind standardisierte Terminkontrakte, mit denen du auf die Kursentwicklung eines Basiswerts wie eines Aktienindex oder eines Rohstoffs setzt.
Wie dieser Markt funktioniert, welche Kontraktgrößen es gibt und welche Sicherheitsleistung fällig wird, erklären wir ausführlich im Beitrag zum Futures-Handel. Ohne dieses Grundverständnis bringt dir die Orderflow-Analyse wenig.
Deluxe Mentoring: die Einzelbetreuung
Die dritte Stufe ist neu und war im alten Angebot nicht enthalten. Sie umfasst laut Anbieter eine individuelle 1-zu-1-Betreuung durch Marco Bösing mit 12 persönlichen Calls. Damit fällt der frühere Kritikpunkt weg, dass es bei MADA Trading keine echte Einzelbetreuung gab.
Was der Anbieter dazu nicht sagt, ist allerdings genau das, was zählt: über welchen Zeitraum sich die zwölf Calls verteilen, wie lang sie sind und was die Stufe zusätzlich kostet. Diese drei Angaben fehlen auf der Website vollständig. Kläre sie im Erstgespräch, bevor du zusagst.
Die traMADA App
Die frühere MADA App heißt heute traMADA App und läuft unter app.tra-mada.de. Technisch ist sie keine native App aus dem Store, sondern eine Web-Anwendung, die du dir auf dem Smartphone auf den Startbildschirm legen kannst. Das funktioniert unter iOS und Android gleichermaßen.
Ein Konto kannst du dir weiterhin selbst anlegen, per E-Mail oder Google-Login. Was nach der Registrierung ohne gebuchtes Mentoring sichtbar ist, lässt sich von außen nicht beurteilen. Beworben wird kein frei zugänglicher Kursinhalt mehr, und darauf solltest du dich einstellen.
Innerhalb der App liegen laut Anbieter die komplette Lernumgebung samt Community, ein Risk-ON/OFF-Board, makroökonomische Werkzeuge und Push-Benachrichtigungen für Live-Calls. Die Startseite nennt außerdem 1.052 Absolventen. Auch das ist eine Selbstauskunft ohne unabhängige Bestätigung.
Was kostet das Mentoring bei traMADA?
Die ehrliche Antwort lautet: Der Anbieter sagt es nicht. Auf der Website steht bei allen drei Paketen ein Anfrage-Button, an keiner Stelle ein Betrag. Auch AGB und Widerrufsbelehrung nennen keine Preise. Wer wissen will, was das Programm kostet, muss ein Erstgespräch führen.
Lesetipp: Tobias Knebel: Erfahrungen, Kosten, Seriosität
Eine belastbare Zahl gibt es trotzdem, allerdings aus zweiter Hand. Im ATAS-Marktplatz ist das „Institutional Trader Mentoring” mit 4.500 Euro gelistet, versehen mit dem Hinweis, der Preis könne abweichen. Ein Nutzer im Forum r/Finanzen berichtete zuvor von 3.500 Euro für Mentoring plus sechs Monate Nachbetreuung. Beide Zahlen sind Anhaltspunkte, keine Preisliste.
Dazu kommen Kosten, die nicht im Programm enthalten sind und monatlich weiterlaufen. Für die Orderflow-Analyse brauchst du eine Plattform-Lizenz, in der Regel ATAS oder Bookmap, dazu einen Datenfeed für Futures. Die aktuellen Tarife findest du in unseren Einzeltests, ebenso die Alternativen über TradingView. Rechne diesen Posten unbedingt mit ein, bevor du dein Budget festlegst.
Die fehlende Preisangabe ist für sich genommen kein Ausschlusskriterium, und sie ist im Ausbildungsmarkt weit verbreitet. Sie hat aber eine Konsequenz: Du kannst das Angebot nicht vergleichen, ohne ein Verkaufsgespräch zu führen. Wie andere Anbieter das handhaben, zeigt unser Überblick zu den Daytrading-Ausbildungen in Deutschland.
Erfahrungen und Bewertungen zu MADA Trading
Die Bewertungslage ist eindeutig positiv und zugleich schmal aufgestellt. Bei Google kommt traMADA auf 133 Bewertungen mit einem Schnitt von 4,9 von 5 Sternen (Stand: 1. August 2026). Gelobt werden dort vor allem die fachliche Tiefe, die klare Struktur und der Verzicht auf Erfolgsversprechen.
Bei Trustpilot und ProvenExpert ist der Anbieter dagegen überhaupt nicht gelistet. Das war schon vor einem Jahr so und hat sich trotz des Neuauftritts nicht geändert. Für ein Angebot im vierstelligen Preissegment ist das eine echte Lücke, und Google selbst blendet über der Bewertungsliste den Hinweis ein: „Rezensionen werden nicht überprüft.” Portale mit Kaufnachweis-Verfahren erzeugen an dieser Stelle deutlich mehr Reibung.
Die Testimonials auf der Website stammen sämtlich aus dem Umfeld des Anbieters und sind mit Vornamen plus Initiale gekennzeichnet. Ein Absolvent schreibt dort: „Die Ausbildung zeigt einem wie Trading wirklich funktioniert.” Solche Stimmen sind kein Beleg, sondern ausgewähltes Marketing-Material.
Kritischere Töne findest du im Forum r/Finanzen. Dort beschreibt ein ehemaliger Teilnehmer das Mentoring und die anschließende Nachbetreuung, und sein Fazit fällt gemischt aus: Man könne etwas mitnehmen, der Preis sei aber hoch. Wie bei jedem Forenbeitrag gilt: eine Einzelstimme, nicht überprüfbar, weder repräsentativ noch wertlos.
Was in der Gesamtschau fehlt, ist ein belastbarer Leistungsnachweis. Weder veröffentlicht traMADA geprüfte Ergebnisse der Absolventen noch eine Quote, wie viele davon dauerhaft profitabel handeln. Das ist branchenüblich und trotzdem der Punkt, an dem du bei jedem Ausbildungsanbieter skeptisch bleiben solltest. Warum sich Handelsergebnisse so schwer verallgemeinern lassen, zeigt unser Beitrag zum Risikomanagement im Trading.
Vorteile und Nachteile von traMADA
Nach der Prüfung aller öffentlich zugänglichen Angaben ergibt sich ein klares Bild mit zwei Seiten. Die inhaltliche Ausrichtung ist stark, die Transparenz nach außen ist es nicht.
Das spricht für den Anbieter:
- Klarer methodischer Fokus: Orderflow, Volumenprofil und Marktstruktur statt Indikator-Sammelsurium. Der Lehrplan folgt einer erkennbaren Linie.
- Live-Begleitung statt Videoarchiv: Vier Live-Sessions pro Woche plus tägliche Richtungsanalyse binden das Gelernte an echte Marktsituationen.
- Echte Einzelbetreuung verfügbar: Mit dem Deluxe Mentoring und 12 persönlichen Calls gibt es heute eine Stufe, die es früher nicht gab.
- Prüfbare Firmenstruktur: GmbH mit Handelsregistereintrag, benannten Geschäftsführern und vollständigem Impressum.
- Nüchterner Auftritt: Keine Renditeversprechen, keine Luxus-Bildsprache, kein Countdown-Marketing. Das hebt sich vom Umfeld ab.
Das spricht dagegen:
- Kein Preis auf der Website: Alle drei Pakete stehen auf „Anfragen”. Ein Vergleich ohne Verkaufsgespräch ist damit unmöglich.
- Kein kostenloser Einstieg mehr: Das früher frei zugängliche Trader Framework ist heute Teil des kostenpflichtigen Programms.
- Keine unabhängigen Bewertungen: Weder Trustpilot noch ProvenExpert führen ein Profil. Die gesamte Bewertungslage hängt an Google, und dort werden Rezensionen nach eigenem Hinweis nicht überprüft.
- Zusatzkosten für Software: Plattform-Lizenz und Datenfeed für Futures zahlst du selbst, und sie laufen monatlich weiter.
- Zentrale Angaben nur als Selbstauskunft: 911 Lektionen, 1.052 Absolventen und 35 Jahre Erfahrung stammen sämtlich vom Anbieter und sind von außen nicht prüfbar.
- Schmaler Marktfokus: Wer nicht Futures auf Nasdaq, S&P 500 oder Rohöl handeln will, bekommt hier wenig Passendes.
Für wen sich das Mentoring eignet
Das Programm passt zu Tradern, die bereits Grundlagen mitbringen und gezielt in die Marktmechanik einsteigen wollen. Wer Orderbuch, Volumen und Auktionslogik verstehen will und bereit ist, sich über Monate durch ein umfangreiches Curriculum zu arbeiten, findet hier eine strukturierte Route.
Nicht geeignet ist es für drei Gruppen. Einsteiger ohne Vorwissen zahlen viel Geld für Inhalte, deren Nutzen sie noch nicht einordnen können. Wer fertige Signale sucht, ist hier ohnehin falsch, weil traMADA bewusst keine liefert. Und wer kein Budget für die Zusatzsoftware hat, kann große Teile des Gelernten praktisch nicht umsetzen.
Dann ist da noch die Zeitfrage. Vier Live-Sessions pro Woche und eine tägliche Analyse nützen dir wenig, wenn du zu diesen Zeiten im Beruf steckst. Die Aufzeichnungen fangen das teilweise auf, aber der Live-Anteil ist der eigentliche Mehrwert. Wer davon nichts nutzen kann, zahlt für ein Videoarchiv.
Fazit: solide Methodik, schwache Preistransparenz
traMADA gehört zu den Anbietern, deren inhaltliche Ausrichtung mich überzeugt. Der Fokus auf Orderflow, Volumen und Marktstruktur ist die anspruchsvollere Route, und sie ist ehrlicher als das Versprechen, ein Indikator-Set löse alle Probleme. Dass der Anbieter auf Renditeversprechen verzichtet, rechne ich ihm an.
Was mich stört, ist die Preisgestaltung im Verborgenen. Ich halte wenig davon, wenn ein vierstelliges Ausbildungsangebot seinen Preis erst im Verkaufsgespräch nennt. Zusammen mit dem Wegfall des kostenlosen Frameworks ist die Einstiegshürde deutlich gestiegen: Du musst dich auf ein Gespräch einlassen, bevor du beurteilen kannst, ob Inhalt und Preis zueinander passen.
Mein Rat: Führe das kostenlose Erstgespräch, aber geh mit einer Liste hinein. Frage nach dem Gesamtpreis inklusive aller Stufen, nach der Laufzeit der Nachbetreuung, nach den Zusatzkosten für Software und danach, was nach Ablauf der Betreuung zugänglich bleibt. Lass dir die Antworten schriftlich geben. Und lass dich nicht drängen: Ein seriöses Angebot ist in einer Woche noch dasselbe wert wie im Gespräch.
Häufige Fragen zu MADA Trading und traMADA
Ist MADA Trading dasselbe wie traMADA?
Ja. Es handelt sich um denselben Anbieter unter neuem Namen. Die alte Domain mada-trading.com leitet auf tra-mada.de um, und die Website nennt Marco Bösing weiterhin als treibende Kraft hinter MADA Trading. Betreiber ist heute die traMADA GmbH in Frankfurt am Main.
Ist traMADA seriös?
Formal gibt es keine Auffälligkeiten: Die traMADA GmbH ist im Handelsregister eingetragen, das Impressum ist vollständig, und die Geschäftsführer treten mit Namen und Gesicht auf. Kritisch bleiben die fehlende Preisangabe auf der Website und das Fehlen unabhängiger Bewertungsprofile.
Was kostet das Mentoring bei traMADA?
Der Anbieter nennt auf seiner Website keinen Preis, alle Pakete stehen auf „Anfragen”. Im ATAS-Marktplatz ist das Mentoring mit 4.500 Euro gelistet, allerdings mit dem Hinweis, dass der tatsächliche Preis abweichen kann. Verbindliche Zahlen bekommst du nur im Erstgespräch.
Gibt es das kostenlose Trader Framework noch?
Es wird nicht mehr als kostenloses Angebot beworben. Das Trader Framework mit 69 Lektionen ist heute der erste Block des kostenpflichtigen Hauptpfads. Kostenlos ist bei traMADA nur noch das Erstgespräch.
Bekomme ich bei traMADA Handelssignale?
Nein. traMADA vermittelt Wissen und Analysemethoden und stellt weder Signale noch Handelskonten bereit. Wer fertige Einstiege sucht, ist bei diesem Anbieter an der falschen Adresse.
Welche Software brauche ich zusätzlich?
Für die Orderflow-Analyse benötigst du eine Plattform-Lizenz, üblicherweise ATAS oder Bookmap, dazu einen Datenfeed für Futures. Diese Kosten sind nicht im Programm enthalten und fallen monatlich an.
Wo finde ich unabhängige Erfahrungen zu traMADA?
Öffentlich bewertet wird der Anbieter fast ausschließlich bei Google, dort mit 133 Rezensionen und 4,9 von 5 Sternen. Auf Trustpilot und ProvenExpert gibt es kein Profil. Einzelne kritische Stimmen findest du im Forum r/Finanzen.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und diskretionärer Price-Action-Trader seit 1978. Er handelt Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte und arbeitet ohne technische Indikatoren, allein auf Basis von Kursverlauf und Marktstruktur.
Ende der Achtzigerjahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre vertrat er Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte dessen 10 Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
Ausbildungsangebote bewertet Karsten aus der Perspektive des Praktikers, der selbst jahrelang unterrichtet hat. Entscheidend ist für ihn, ob ein Programm nachvollziehbar aufgebaut ist, was es wirklich kostet und ob der Anbieter offenlegt, was er verspricht. Marketing-Zahlen übernimmt er dabei nicht ungeprüft.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.
















