Trading und Steuern: Wie werden Gewinne/Verluste versteuert? (2021)

Mittlerweile erfreut sich das Trading sowie der Handel an der Börse im Allgemeinen schon lange nicht mehr nur bei institutionellen Kunden und Unternehmen einer großen Beliebtheit, sondern zieht auch immer mehr private Anleger und Trader in seinen Bann. Die Zahl der Online Broker, welche interessierten Anlegern das Traden mit diversen Handelsinstrumenten ermöglichen, wächst rasant an.

Ein Thema, für das sich insbesondere Anfänger häufig weniger interessieren, betrifft die Steuern beim Trading. Die Relevanz dieses Themas sollte allerdings keineswegs unterschätzt werden: Somit ist einer Vielzahl an Tradern beispielsweise nicht bewusst, dass auch Verluste vom Finanzamt anerkannt und entsprechend mit an der Börse erzielten Gewinnen verrechnet werden.

Um langfristig profitabel am Börsengeschehen teilhaben zu können, ist es daher unumgänglich, sich mit den steuerlichen Vorgaben und Regularien in und außerhalb von Deutschland auseinanderzusetzen. Der vorliegende Artikel soll die Hintergründe hierzu beleuchten und auf das Thema Trading und Steuern näher eingehen.

Wie werden Steuern beim Trading berechnet?

Zunächst gilt es sich bewusst zu machen, auf welche Weise die Steuern beim Trading berechnet werden. Im Gegensatz zu klassischen Angestellten fällt beim Trading keine Einkommensteuer an. Stattdessen wird hier eine andere Berechnungsgrundlage angewandt, die sogenannte Abgeltungssteuer, da mit Kapital gehandelt wird. Die noch vor einiger Zeit als Kapitalertragssteuer bezeichnete Steuer ist mittlerweile bei einem Prozentsatz von 25% des Gewinns abgeregelt.

Trading und Steuern

Für Einsteiger im Tradingbereich fallen dabei allerdings nicht automatisch die 25% an Steuern an. Denn werden lediglich geringe Gewinne erzielt, wird auch ein entsprechend niedrigerer Steuersatz fällig. 

Was jedoch immer hinzukommt, ist der Solidaritätszuschlag. Dieser macht einen Anteil von 5,5% der gesamten Steuer aus.

Ein bedeutender Einflussfaktor, welcher beim Thema Trading und Steuern beachtet werden sollte, betrifft das Land, in welchem getradet wird. Aus diesem Grund soll im Folgenden näher beleuchtet werden, welche Unterschiede es beim Trading über einen deutschen bzw. über einen ausländischen Online Broker zu berücksichtigen gilt



Welche Steuern sind beim Traden über deutsche Broker zu beachten?

Werfen wir zunächst einen Blick auf die steuerlichen Hintergründe beim Trading über einen deutschen Online Broker. Dabei ist anzumerken, dass die anfallenden Steuern grundsätzlich in Deutschland entrichtet werden müssen. Wird über eine Bank oder über einen Online Broker in Deutschland gehandelt, kümmern sich diese auch um die Abführung der Abgeltungssteuer

In Deutschland müssen die Finanzdienstleister und Broker nämlich eigenständig dafür sorgen, dass die Steuern ihrer Kunden ordnungsgemäß abgeführt werden. Daher muss man sich als privater Anleger oder Trader nicht wirklich tiefgreifend damit auseinandersetzen, sofern man eben über einen deutschen Anbieter handelt.

Ein Aspekt sollte hingegen definitiv beachtet werden: Der Freibetrag. Sofern die Grenze dieses Freibetrags nicht überschritten wird, müssen auch keine Steuern entrichtet werden. Erst wenn dieser Betrag überschritten wird, sind entsprechende Steuern vom Online Broker abzuführen. Genauere Informationen zum Steuerfreibetrag in Deutschland sollen im weiteren Verlauf des Artikels noch genauer aufgeführt werden.

Um den Freibetrag nutzen zu können, ist es erforderlich, dem Anbieter einen Freistellungsauftrag zu erteilen.

Darüber hinaus ist es auch möglich, über mehrere Broker gleichzeitig zu handeln und bei jedem einzelnen den entsprechenden Freistellungsauftrag in Anspruch zu nehmen.

Das Traden über einen deutschen Anbieter bringt somit den Vorteil mit sich, dass die Steuern automatisch abgeführt werden und es daher nicht mehr notwendig ist, sich selbstständig darum zu kümmern. Dies kann vor allem für Neulinge im Tradingbereich eine wichtige Entlastung darstellen. 

Ein möglicher Nachteil beim Trading in Deutschland liegt darin begründet, dass die Steuern immer direkt abgeführt werden und infolgedessen nicht mehr über das restliche Steuerjahr reinvestiert werden können.

Welche Steuern sind beim Traden über ausländische Broker zu beachten?

Wie bereits erwähnt, sind auch dann Steuern zu zahlen, wenn man über einen ausländischen Finanzdienstleister oder Online Broker tradet. Allerdings werden die anfallenden Steuern nicht – wie beim deutschen Anbieter – automatisch abgeführt. Stattdessen muss man selbstständig dafür sorgen, dass diese am Jahresende abgeführt werden.

Zwar bringt dies auf der einen Seite einen zusätzlichen Mehraufwand mit sich, jedoch gibt es auf der anderen Seite auch einen Vorteil: Da die zu entrichtenden Steuerbeträge erst am Ende des Jahres fällig werden, können diese Beträge bis dahin noch reinvestiert werden.

Das zusätzliche Geld kann bis dahin also für den Handel mit Wertpapieren weiterhin genutzt werden. Des Weiteren besteht auch die Option, die Steuerzahlung um bis zu 18 Monate in die Länge zu ziehen. Dabei muss allerdings gewährleistet werden, dass bei Ablauf dieser Frist die erforderliche Liquidität vorhanden ist, um die Steuern auch entrichten zu können.

Gibt es beim Trading einen Steuerfreibetrag?

Wie bereits zuvor kurz angesprochen wurde, gibt es beim Trading einen sogenannten Steuerfreibetrag. Von diesem profitieren in erster Linie interessierte Anleger und Trader, welche noch am Anfang stehen bzw. nur nebenbei traden und noch überschaubare Gewinne erzielen. Die Regelung in Deutschland sieht dabei aus wie folgt: Gewinne aus dem Handel an der Börse bis zu einem Betrag von 9.000 Euro müssen nicht versteuert werden.

Der maximale Satz der Abgeltungssteuer wird grundsätzlich erst bei Einnahmen ab 70.000 Euro erhoben. Jedoch gilt: Beim Handel über einen deutschen Anbieter werden zunächst immer die vollen 25% abgeführt. Hierdurch zu viel gezahlte Steuern müssen dann über die Steuererklärung wieder zurückgeholt werden.

Dies geschieht über die Anlage KAP, über welche daraufhin eine sog. “Günstigerprüfung” erfolgt. Für den Fall, dass zuvor kein Freistellungsauftrag beim jeweiligen Anbieter erteilt wurde oder aber die Einnahmen unter 9.000 Euro liegen, lohnt sich dies definitiv.

Neben dem Grundfreibetrag von 9.000 Euro ist in diesem Kontext auch der Sparerfreibetrag zu erwähnen. Es handelt sich hierbei um einen Betrag in Höhe von 801 Euro, welcher für alleinstehende Personen von der Abgeltungssteuer gänzlich freigestellt wird. 

Steuern auf die verschiedenen Handelsinstrumente

Je nach gehandeltem Handelsinstrument stellt sich vielen Tradern die Frage, ob es hierbei Unterschiede zwischen den einzelnen Assets gibt. Aus diesem Grund soll im Folgenden ein kurzer Blick auf die Besteuerung bei den verschiedenen Instrumenten geworfen werden.

Steuern für Daytrading

Auch beim Daytrading fällt die ganz normale Abgeltungssteuer an, welche bei 25 % nach oben gedeckelt ist. Trader mit hohen Gewinnen im Daytrading profitieren somit deutlich im Vergleich zu Angestellten mit einem vergleichbarem Einkommen, welches in Relation dazu höher versteuert werden muss.

Für Trader, welche hingegen geringere Gewinne erzielen, fällt ein persönlicher Steuersatz an, welcher niedriger anzusetzen ist. Die Steuerfreibeträge gelten analog.

Forex Trading und Steuern

Prinzipiell werden auch sämtliche Gewinne aus dem Handel mit Devisen (Forex) versteuert. Der Steuersatz tritt auch hier in Form einer Abgeltungssteuer von 25 % auf. Diese werden bei einem inländischen Online Broker automatisch und pauschal eingezogen; bei einem ausländischen Online Broker hingegen müssen diese manuell abgeführt werden.

CFD Trading und Steuern

Beim Handel mit CFDs ist die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 % ebenfalls zu beachten. Tradet man CFDs, wird die hierbei anfallende Steuer entweder direkt vom Online Broker abgeführt (deutscher Anbieter), oder aber selbstständig in der entsprechenden Steuereklärung angegeben.

Optionen und Steuern

Der Handel mit Optionen unterliegt ebenso der Abgeltungssteuer, welche 25 % des Kapitalertrags ausmacht. Darüber hinaus ist zusätzlich auch der Solidaritätszuschlag von 5,5 % sowie gegebenenfalls die Kirchensteuer zu beachten (dies gilt prinzipiell für alle Handelsinstrumente).

Futures und Steuern

Die Besteuerung von Futures erfolgt über die Abgeltungssteuer, welche 25 % vom Kapitalertrag ausmacht. Der Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 Euro sowie auch die Option, die gemachten Trades mit den Aktiengewinnen zu verrechnen.

Aktien und Steuern

Gewinne aus Aktien werden grundsätzlich über die Abgeltungssteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer versteuert. Für gewöhnlich zahlen deutsche Anleger beim Aktienhandel zwischen 26 und 28 % Steuern. Beiben die erzielten Gewinne jedoch unter dem Freibetrag von 801 Euro, fallen keine Steuern an.

Trading und Steuern Beispielrechnung

Damit das ganze verständlich wird, folgen anschließend nun einige Beispiele, um sich ein genaueres Bild über die anfallenden Steuern beim Trading machen zu können. Zuvor jedoch noch einmal alle wichtigen Fakten zur Steuer zusammengefasst:

  • Grundfreibetrag von 9.000 Euro
  • Sparerfreibetrag von 801 Euro

→ Versteuerung aller Einnahmen über 9.801 Euro

  • 25 % der Abgeltungssteuer ab jährlichem Einkommen von 70.000 Euro
  • Solidaritätszuschlag: 5,5 % auf den zu entrichtenden Steuerbetrag

Nun das Beispiel:

Anton ist alleinstehend und konnte im vergangenen Jahr einen Gewinn in Höhe von 30.000 Euro durch das Trading erzielen.

Die Einnahmen liegen über dem Steuerfreibetrag und müssen somit wie folgt versteuert werden:

  • 30.000 € – 801 € = 29.199 € (Abzug des Sparerfreibetrags)
  • 25 % x 29.199 € = 7.299,75 € (Errechnung der Abgeltungssteuer)
  • 5,5 % x 29.199 € = 401,49 € (Berechnung des Solidaritätszuschlags)
  • 29.199 € – (7.299,75 € + 401,49 €) = 21.497,76 €
  • Steuern insgesamt: 7.701,24 €

Die Steuern für den alleinstehenden Anton betragen in diesem Beispiel daher also 7,701,24 €. 

Wie bereits mehrfach erwähnt, muss allerdings nicht immer der volle Abgeltungssteuersatz in Höhe von 25 % bezahlt werden. Stellt das Traden an der Börse nur eine nebenberufliche Tätigkeit dar, so kann in diesem Fall ein persönlicher Steuersatz zum Tragen kommen. Ist man verheiratet und geht zudem noch einer anderen Vollzeitbeschäftigung nach, profitiert man in der Regel von einer hohen Steuerersparnis.

Da in Deutschland zunächst jedoch automatisch die vollen 25 % Abgeltungsteuer (unabhängig von den persönlichen Umständen) durch den jeweiligen Online Broker abgeführt werden, sollte dies in der Steuererklärung dann entsprechend angegeben werden: Hierfür empfiehlt es sich häufig auch einen Steuerberater darauf hinzuweisen, dass dieser die überschüssig abgeführten Steuern mittels der Anlage KAP zurückfordern kann. 

Wird beim Trading ein Gewerbeschein benötigt?

Für viele Trader stellt sich auch die Frage, ob es einen Gewerbeschein erfordert, wenn man an der Börse handeln möchte. Im Gegensatz zur ordnungsgemäßen Abführung von Steuern ist eine Anmeldung beim Gewerbeamt jedoch nicht notwendig. Solange man lediglich für sich selbst tradet, muss daher kein Gewerbe angemeldet werden.

Dies ändert sich allerdings, wenn man das Traden für andere Personen übernimmt. In diesem Falle muss ein Gewerbe beim zuständigen Amt angemeldet werden. Weiterhin gilt dies auch für Trading Coaches, welche ihr Know-How kostenpflichtig an andere Anleger weitergeben. 

Werden Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen versteuert?

Beim Handel mit digitalen Währungen wie Bitcoin, Ethereum & Co. besteht eine Freigrenze in Höhe von 600 Euro im Jahr, unter die grundsätzlich sämtliche privaten Veräußerungsgeschäfte innerhalb eines Jahres fallen. Werden beim Handel mit Kryptowährungen Zinsgewinne erzielt, ist auch hier die Abgeltungssteuer zu entrichten – unabhängig davon, wie lange diese schon im Besitz des Anlegers sind. 

Bei Gewinnen, welche sich lediglich durch den Verkauf der entsprechenden digitalen Währung ergeben, gibt es hingegen eine Sonderregelung zu beachten:

Hält man eine Kryptowährung länger als 12 Monate, so sind für diese keine Steuern zu zahlen.

Und auch Verluste können in der Steuererklärung mit verrechnet werden, ebenso wie anfallende Gebühren beim Kauf bzw. Verkauf der Währung.

Wichtig: Auch Verluste können steuerlich geltend gemacht werden!

Ein Punkt, welcher außerdem nicht vergessen werden sollte, wenn es um die Steuern beim Trading geht, betrifft die Verluste. So können nämlich auch die gemachten Verluste am Ende von den Gewinnen subtrahiert werden, damit es zu einer Verringerung der Steuerlast kommt. Wurden im vergangenen Jahr beispielsweise 70.000 Euro Gewinn und 25.000 Euro Verlust gemacht, so müssen letztendlich lediglich 45.000 Euro versteuert werden. Hierbei muss allerdings berücksichtigt werden, dass diese in der Steuererklärung auch entsprechend nachgewiesen werden können.

In Deutschland kümmern sich auch hier die Banken sowie die Online Broker um die ordnungsgemäße Verrechnung von Gewinnen und Verlusten. Darüber hinaus ist es ebenfalls möglich, bei einem Wechsel des Online Brokers die gemachten Verluste auf den neuen Anbieter “mitzunehmen”, um diese am Jahresende dann steuerlich geltend machen zu können.

Steuern bei Leerverkäufen

Ein besonderes Augenmerk kommt dabei auch den sogenannten Leerverkäufen (englisch: short selling) zu. Das short selling beschreibt den Verkauf eines Basiswertes, der sich zum Zeitpunkt dieses Verkaufes nicht im Besitz des Traders befindet, in der Hoffnung, dass es in Zukunft zu einem Wertverlust kommt. Tritt dies in der Folge dann so ein, erzielt man mit dieser Art des Handelns einen Gewinn.

Hierbei gilt es zu beachten, dass die hier anfallenden Trading Steuern direkt beim Verkauf durch den Online Broker bzw. durch die Bank abgeführt werden – unabhängig davon, ob zu einem späteren Zeitpunkt überhaupt ein Gewinn erzielt wird oder nicht. In Deutschland unterliegen Online Broker und Depotbanken der Verpflichtung, die Steuern direkt abzuführen. Um dem Abhilfe schaffen zu können, gehen die Anbieter dabei von einem pauschalen Gewinn in Höhe von 30 % aus, welcher dann entsprechend besteuert wird.

Für alle Trader, welche regelmäßig short selling betreiben, erweist es sich aus diesem Grund daher ebenfalls häufig als sinnvoll, zum Jahresende die Anlage KAP in Anspruch zu nehmen und genaue Angaben zu den Tradingaktivitäten anzugeben. Nicht selten kann man hierdurch zu viel gezahlte Steuern wieder zurückfordern.

Die Erstellung der Anlage KAP

Im bisherigen Verlauf des Artikels kam bereits vermehrt die KAP Anlage zur Sprache. Doch was genau ist damit eigentlich gemeint?

In der Anlage KAP werden prinzipiell alle Einkünfte aus Kapitalvermögen aufgeführt.

Ausschnitt Anlage KAP 2019 - Einfünfte aus Kapitalvermögen
Ausschnitt Anlage KAP 2019

Generell lässt sich dabei sagen, dass die Erstellung der Anlage KAP seit der Einführung der Abgeltungssteuer nur noch in seltenen Fällen verpflichtend ist. Trotzdem kann es zuweilen von Vorteil sein, diese dennoch auszufüllen und beim Finanzamt einzureichen. 

Nachfolgend soll kurz stichpunktartig aufgeführt werden, wann die Anlage KAP ausgefüllt werden muss bzw. sollte:

  • Der persönliche Steuersatz liegt unter 25 % → Rückerstattung der zu hoch einbehaltenen Kapitalertragsteuer (“Günstigerprüfung”)
  • Der Kapitalertrag beträgt weniger als 801 Euro, jedoch wurde kein (bzw. ein zu niedriger) Freistellungsauftrag erteilt und Steuern einbehalten
  • Verluste konnten nicht mit den Gewinnen verrechnet werden
  • Steuerpflichtige Kapitalerträge unterliegen nicht der Abgeltungssteuer (zum Beispiel ausländische Geldanlagen)

Prinzipiell erfolgt in der Anlage KAP die Angabe des gesamten Kapitalertrags (inklusive aller einbehaltener Steuern etc.). Die Anlage setzt sich dabei aus zwei Seiten zusammen. 

Auf der ersten Seite geht es in erster Linie um die im Inland erwirtschafteten Kapitalerträge, Angaben zum Sparer-Pauschbetrag, Kapitalerträge ohne Steuerabzug und solche mit persönlichem Steuersatz.

Auf der zweiten Seite folgt dann die Angabe von Erträgen aus Beteiligungen sowie die anzurechnenden Steuern, welche von der Bank einbehalten wurden.

Traden als Hartz IV Empfänger?

Als Hartz IV Empfänger gilt es beim Thema Trading und Steuern einige Aspekte zu beachten. Grundsätzlich ist es auch den Empfängern von Hartz IV gestattet, am Börsenhandel teilzuhaben und zu traden. Jedoch sollte hierbei im Hinterkopf behalten werden, dass zum einen auch hier etwaige Gewinne selbstverständlich ordnungsgemäß versteuert werden müssen. Und zum anderen sind beim Trading erzielte Gewinne zudem als Extraeinkünfte bei der Agentur für Arbeit einzugeben – auch wenn die hierdurch erwirtschafteten Gewinne nur gering sind.

Kommt man dem allerdings nicht nach, kann es passieren, dass man neben Rückforderungen darüber hinaus auch mit einem Verfahren wegen Sozialbetrugs rechnen muss.

Abgesehen davon empfiehlt es sich jedoch beim Handel an der Börse generell, ein bestimmtes Kapital mitzubringen, um effektive Strategien anwenden zu können.

Steuern beim Trading: Wie wichtig ist das Thema bei der Auswahl eines Online Brokers?

An dieser Stelle soll es kurz um die Fragestellung gehen, wie wichtig das Thema Trading und Steuern bei der Auswahl eines Online Brokers ist. Bei der Suche nach einem geeigneten Anbieter spielen dabei zahlreiche verschiedene Faktoren eine Rolle. So sind neben den verfügbaren Handelsinstrumenten natürlich auch die Handelskonditionen oder der Weiterbildungsbereich sowie die Qualität des Kundenservices von hoher Bedeutung.

Steuerangelegenheiten sollten hingegen prinzipiell nicht ausschlaggebend sein.

Vor allem für Anfänger im Tradingbereich nimmt das Angebot zur Weiterbildung beispielsweise eine deutlich höhere Gewichtung ein. Auch die Frage, ob der Online Broker ein Demokonto anbietet oder nicht, ist für viele Anleger relevant, um die eigenen Strategien vorab ohne finanzielle Risiken testen zu können.

Trading und Steuern – Experten

Das Thema Trading und Steuern ist im Grunde genommen nicht sehr komplex. Und dennoch: In einigen Fällen erweist sich die steuerliche Situation von Tradinggewinnen schwieriger als zunächst angenommen. Denn in der Praxis gestaltet sich der Sachverhalt nicht selten dann doch schwieriger als zunächst angenommen: So kann beispielsweise nicht jede Anlageklasse pauschal mit der Abgeltungssteuer verrechnet werden. Des Weiteren kann es auch der Fall sein, dass Kontoauszüge von ausländischen Online Brokern vom Finanzamt teilweise nicht akzeptiert werden.

Sollten derartige Schwierigkeiten auftreten, kann ein qualifizierter Steuerberater Abhilfe schaffen. Entscheidet man sich dafür, einen solchen zu Rate zu ziehen, sollte darauf geachtet werden, dass eine Spezifikation auf das Thema Trading und Steuern vorgewiesen werden kann. Ist dies der Fall, kann es ratsam sein, sich einen solchen Experten als Unterstützung heranzuziehen, um die hierdurch eingesparte Zeit für andere Dinge einsetzen zu können.

Die Trading Steuerberatung von Frank Konewka ist darauf spezialisiert, bei der steuerlichen Behandlung von Optionen, Dividenden und Quellensteuer, Besteuerung von Kryptowährungen, Börsengewinnen allgemein, etc. zu helfen.

Als Trader in Zypern leben? (Video)

Interview von Maxim Schulz mit Meinhard Bundschuh von bs-holding.limited

Fazit

Auch wenn das Thema Steuern und Trading vor allem bei Anfängern nur wenig Begeisterung auslösen mag, empfiehlt es sich dennoch, sich relativ frühzeitig damit auseinanderzusetzen. Denn neben den steuerlichen Verpflichtungen, welchen man ordnungsgemäß nachzugehen hat, ergeben sich hierdurch auch Möglichkeiten, zu viel gezahltes Geld zurückzuerhalten. In Deutschland kann dieses über die Anlage KAP bei der Steuererklärung zurückgeholt werden.

Vor allem beim Handel über einen deutschen Anbieter ist es ratsam, die Anlage KAP beim Finanzamt einzureichen, da die Online Broker die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 % automatisch abführen, selbst wenn man eigentlich einem niedrigeren Steuersatz unterliegt.

Beim Handel über einen ausländischen Anbieter muss man sich außerdem darüber bewusst sein, dass man sich selbstständig um eine korrekte Angabe der Einkünfte kümmern muss. Denn im Gegensatz zum Handel über einen inländischen Broker werden die Steuern hier nicht direkt und automatisch abgeführt.

Möchte man sich jedoch nicht selbst um steuerliche Angelegenheiten kümmern, gibt es auch die Option, einen Experten damit zu beauftragen, welcher dies übernimmt. Hier sollte jedoch im besten Falle darauf geachtet werden, dass es sich dabei um einen Steuerberater handelt, der auf Steuern beim Trading spezialisiert ist.

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2 Kommentare zu „Trading und Steuern: Wie werden Gewinne/Verluste versteuert? (2021)“

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