CFD Broker – Was ist zu beachten – Erfahrungsbericht

von Ralf Ohlendorf

Wer in das CFD-Trading einsteigen, Krypto-Währungen wie den Bitcoin, Aktien, Zertifikate oder Rohstoffe handeln will, kommt um die Broker-Wahl nicht herum.

CFD-Broker gibt es allerdings mittlerweile wie Sand am Meer. Sie unterscheiden sich dabei nicht nur im angebotenen Portfolio der handelbaren Werte. Es gibt durchaus große Qualitätsunterschiede in vielen wichtigen Bereichen. Worauf man achten sollte, wird in diesem Artikel einmal näher beleuchtet.

Neben dem Trading entscheidend für den erfolgreichen Handel ist ebenso der richtige CFD-Broker, dem wir unser Geld anvertrauen und auf dessen Leistung wir uns verlassen müssen. Er ist unser Geschäfts-Partner. Wie im „echten“ Leben wollen wir einfach den Besten an unserer Seite haben. Viele Broker haben aber ihre Schwerpunkte und man kann längst nicht bei jedem gleichzeitig Aktien und CFDs und Zertifikate und vielleicht sogar noch Futures oder – noch seltener – ETFs handeln. Aktuell hat sich das zwar etwas aufgeweicht. Immer mehr CFD-Broker mixen ihr Portfolio und bieten mittlerweile zum Beispiel zusätzlich den Kauf physischer Aktien oder Zertifikate an.

Dennoch gibt es weitere markante Punkte, die jeder bei seiner Broker-Wahl berücksichtigen sollte. Nicht selten wird von Einsteigern die Frage nach dem besten CFD-Broker in Foren und Facebook-Gruppen gestellt. Davon sollte man absehen, da ohnehin jeder nur den Broker empfiehlt, bei dem er gerade ist. Kriterien, die den einen oder anderen eigentlich ausschließen oder tatsächlich hervorheben, gehen dabei unter. Diese Kriterien sollen nachfolgend erläutert werden.

Der Sitz des CFD-Brokers

Wahl des richtigen  CFD-Brokers
Worauf ist bei der CFD-Brokerwahl zu achten?

Der Sitz des CFD-Brokers ist schon einer der entscheidenden Aspekte für die Broker-Wahl. Grundsätzlich ist es nicht empfehlenswert, Broker außerhalb der EU zu wählen. Zwar kann man mittlerweile dort oft kein Konto mehr eröffnen, es gibt sie aber vereinzelt immer noch. Der große Nachteil: diese Broker fallen praktisch nicht mehr unter irgendwelche Regulierungen, die nach europäischem Recht durchsetzbar wären. Stichworte sind hier insbesondere Nachschusspflicht und auch die Einlagensicherung.

Heute ist die Nachschusspflicht für Privat- und Kleinanleger per Regulation durch Bafin und ESMA innerhalb der EU abgeschafft. Die Nachschusspflicht würde greifen, wenn Kursverluste über die gesamte Einlage des Händlers hinaus gehen und dem CFD-Broker ausgeglichen werden müssen. Als gutes Beispiel hierfür mag der Absturz des Schweizer Franken am 15. Januar 2015 dienen. Die Schweizer Nationalbank hatte die 1,20 Franken-Bindung an den Euro aufgegeben. In der Folge brach die Schweizer Währung zusammen und stürzte über Nacht auf 0,842 Franken.

Die Einlagensicherung liegt innerhalb der EU meist bei 20.000 Euro, sofern diese nicht in offenen Positionen stecken. Demnach sind Barmittel auf dem Broker-Konto bis zu diesem Betrag abgesichert, wenn der Broker in die Insolvenz geht. Darüber hinaus bescheinigt jeder seriöse CFD-Broker, dass Kundengelder stets vom Unternehmensvermögen getrennt aufbewahrt werden. Findet diese Trennung nicht statt, kann man den Broker gleich vergessen!

Der Unterschied zwischen DD- und NDD-Broker (DMA/STP)

Der Unterschied zwischen einem DD- und einem NDD-Broker ist das nächste wesentliche Kriterium für die Broker-Wahl und eins der häufigsten Themen, die rund um das CFD-Trading diskutiert werden. Dies deshalb, weil sich hier neben dem eigentlichen „Trading“ das grundsätzliche Risiko für den privaten Kleinanleger offenbart. Was bedeutet „DD“ und „NDD“? Ersteres steht für „Dealing Desk“. Diese CFD-Broker nennt man auch „Market Maker“. Das zweite steht für CFD-Broker mit einem „No Dealing Desk“, die im besten Fall auch DMA/STP-Broker sind. Der Unterschied liegt im Detail.

Der DD-Broker ist „Market-Maker“

CFDs sind Derivate und diese werden von Emittenten ausgegeben. Emittenten können Banken, Hedgefonds oder eben Broker sein. Wenn ein Broker der Emittent des CFD ist, stellt er allein auch die Kurse für den CFD. Kauft ein Trader den CFD zu einem bestimmten Kurs, dann steht der Broker als Verkäufer auf der anderen Seite. Dadurch entsteht grundsätzlich ein Interessenkonflikt zwischen CFD-Broker und Trader. Denn der Gewinn des Traders ist der Verlust des Brokers – und umgekehrt.

Da der CFD-Broker naturgemäß gewinnorientiert ist, könnte die Möglichkeit bestehen, dass Kurse im Sinne des Brokers gestellt werden, wo es eben geht. Das kann zum Beispiel dann passieren, wenn eine Market- bzw. Limit-Order zugunsten des CFD-Brokers verzögert oder etwa der Stop Loss zum Nachteil des Kunden ausgeführt wird. Dadurch entstehen so genannte negative Slippages. „Market Maker“ sind in der Vergangenheit durch solche hier nur sehr unvollständig dargestellten Praktiken teilweise in Verruf geraten, weil sie offengelegt haben, dass der Trader darüber keinerlei Kontrolle hat und eine Geschäftsbeziehung lediglich auf „Vertrauen“ basiert. Vertrauen?

Dem kann man sich entziehen, wenn man nach einem „No-Dealing-Desk“-Broker mit DMA/STP-Anbindung sucht. Was macht nun der?

Der NDD-Broker als Vermittler und nicht „Market-Maker“

Kriterien bei der Broker-Wahl

Der NDD-Broker hat eben kein eigenes „Dealing-Desk“, stellt keine eigenen Kurse und tritt auch nicht als Emittent auf der Verkäufer-Seite auf. Damit sind solche CFD-Broker nur noch reine Vermittler ohne Interessenkonflikt. Sie sammeln die Kursstellungen in einem Interbanken-Markt von mehreren Emittenten (je mehr in einem Pool, desto besser, weil dadurch mehr Liquidität und faire Preise vorhanden sind) und geben die besten Preisstellungen an den Trader weiter. Sie fungieren dabei als Schnittstelle zwischen Käufer und Verkäufer, indem sie dem Trader einen direkten Marktzugang bieten. Dahinter steht das Akronym „DMA“, welches für „Direct Market Access“ steht. Die Order des Traders wird folgerichtig direkt an den Interbanken-Markt bzw. in den so genannten OTC-Markt (außerbörslicher Handel) weitergeleitet. Das nennt sich dann „STP“, Straight Through Processing.

Natürlich ist klar, dass am anderen Ende, also auf der Verkäufer-Seite immer noch ein Emittent, ein „Market Maker“ sitzt. Jedoch konkurrieren diese untereinander um die Gunst des besten Kurses und können sich daher kaum große Abweichungen vom realen Kurs erlauben. Aus diesem Grund ist dieses Broker-Modell in jedem Fall ein Aspekt beim CFD-Trading, der bei der Broker-Wahl unbedingt beachtet werden sollte.

Requotes und Slippages bei CFD-Brokern

Diese stellen auf der Suche nach dem richtigen CFD-Broker ein wichtiges Kriterium für das Leistungsspektrum eines Brokers dar. Wer bei seiner Wahl nicht aufpasst, läuft Gefahr, Geld zu verschenken. Was sind zunächst „Requotes“?

Wenn eine Order in den Markt gegeben und diese ausgeführt werden soll, hängt es unter anderem von der Latenzzeit ab, wann die Order vom CFD-Broker ausgeführt wird. Latenz bedeutet, wie lange der Befehl des Orderauftrages (Mausklick) benötigt, um bis zum Server des Brokers zu gelangen. Sie stellt also eine Verzögerung dar. Je höher die Latenzzeit, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Order nicht zu dem Preis ausgeführt wird, den wir beabsichtigt haben. Eine sehr kurze Latenzzeit erhöht dementsprechend die Wahrscheinlichkeit, dass wir unseren Kurs bekommen. Deswegen macht es auch einen Unterschied, ob der CFD-Broker etwa in Australien oder aber in Deutschland liegt.

Requotes – Hürde für jedes Trading

Ist der Kurs laut CFD-Broker nicht ausführbar, stellt er einen neuen ausführbaren Kurs zur Verfügung, den man per Abfrage akzeptieren kann oder eben nicht. In der Regel geht diese „Neu-Quotierung“ dann zu Lasten des Traders. Denken wir an dieser Stelle zurück an den Interessenkonflikt zwischen CFD-Broker und Trader, versteht es sich fast von selbst, dass es eines großen Vertrauens in den Broker bedarf, um den Missbrauch der Requotierung gänzlich auszuschließen. Dies lässt sich jedoch am besten vermeiden, indem man sich für einen Broker entscheidet, der Requotes einfach ausschließt.

Positive und negative Slippage

Gleiches gilt für „Slippages“. Insbesondere in sehr volatilen wie hin und wieder auch in sehr liquiditätsarmen Phasen besteht nicht zuletzt aufgrund der Latenzzeit die Möglichkeit, dass der ausgeführte Kurs nicht der gewünschte ist. Grundsätzlich lässt sich diese Slippage nicht immer vermeiden. Sie ist einfach marktbedingt, wenn sich die Quotierung im Augenblick der Ausführung verändert. Geschieht dies zu Gunsten des Traders, spricht man auch von „positiver Slippage“. Leider gibt es CFD-Broker, die eine positive Slippage ausschließen und somit von negativer Slippage profitieren. Man sollte sich also vergewissern, dass der Broker in seinen Bestimmungen ausdrücklich positive Slippage zulässt!

Mindestabstände im Kleingedruckten der CFD-Broker

An dieser Stelle sei noch darauf hingewiesen, dass man bei der Broker-Wahl ebenfalls auf weitere bestimmte Negativ-Features achten sollte, die gern erst im Kleingedruckten stehen. Dazu gehören Mindestabstände beim Stop Loss wie beim Take Profit. Schreibt der CFD-Broker einen Mindestabstand vor, geht dies automatisch immer zu seinen Gunsten. Denn die Verluste des Traders sind immer auch der Gewinn des Brokers bzw. des Emittenten und je größer der Mindest-Stop Loss, desto schwerer fällt dieser Aspekt ins Gewicht.

Beim Take Profit ist es umgekehrt. Je höher ein Mindest-Take-Profit ausfallen muss, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Position im Gewinn geschlossen wird. Ein guter DMA/STP-Broker braucht keine Mindestabstände.

Die Sache mit den Steuern

Abgeltungssteuer beim CFD-Trading

Ein weiteres Kriterium für unsere Suche nach dem richtigen CFD-Broker, der uns passt, ist die Frage nach den – hoffentlich – zu entrichtenden Steuern auf Gewinne und die Zulieferung der Dokumentation. Für das CFD-Trading gilt wie bei allen Termingeschäften, dass eine Abgeltungssteuer von 25% auf Gewinne an das Finanzamt abgetreten werden müssen. Hierbei gibt es drei zu beachtende Merkmale für die CFD-Broker-Wahl:

  • Wer bei einem CFD-Broker außerhalb Deutschlands handelt, sollte am Ende des Jahres eine Konto-Übersicht erhalten, aus der eine Gewinn-/Verlustermittlung hervor geht. Bei einem anfallenden Gewinn ist dieser vom Trader dem Finanzamt in seiner Steuerklärung anzugeben. Davon werden dann 25% einbehalten. Ausländische CFD-Broker nehmen also keinen automatischen Abzug der Abgeltungssteuer vor. Der Trader ist dafür mit seiner Steuererklärung selbst verantwortlich. Werden Gewinne dem Finanzamt verschwiegen, erfüllt dies den Straftatbestand der Steuerhinterziehung.
  • CFD-Broker mit Sitz in Deutschland verfahren in zwei unterschiedlichen Modi, die durchaus von Bedeutung sein können. Auf der einen Seite wird der Broker für gewöhnlich sofort den Abzug der 25% bei Realisierung eines Gewinns auf dem Konto vornehmen. Bei einem Trade mit einem Gewinn von 100,00 Euro zieht der Broker bei der Gutschrift dementsprechend 25% = 25,00 Euro ab, die Gutschrift beträgt somit nur 75,00 Euro.
  • Auf der anderen Seite rechnen manche CFD-Broker auf monatlicher Basis ab. Demnach wird die Abgeltungssteuer zum Beispiel am Ende des Monats oder erst am Anfang des Folgemonats für den letzten Monat und für alle Gewinne fällig, die aufgelaufen sind. Nach meiner derzeitigen Kenntnis geht zumindest der CFD-Broker „FXFlat“ mit Sitz in Düsseldorf so vor. Entstehen im weiteren Verlauf des Abrechnungsjahres Verluste, werden diese mit den bereits mit Abgaben belegten Gewinnen aus Vormonaten verrechnet. Dadurch kann es im besten Fall schon innerhalb des Abrechnungsjahres zu Rückzahlungen durch den Broker kommen.

Diese Vorgehensweise hat den großen Vorteil, dass dem Trader aufgelaufene Gewinne innerhalb eines Monats vollumfänglich zur Verfügung stehen. Das ist unter Umständen und je nach Kontogröße für die Margin-Anforderungen während unseres Tradings bedeutsam.

Soli, Kirchensteuer, Freistellungsauftrag

Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass die Abgeltungssteuer natürlich nicht alles ist, was entweder durch den deutschen CFD-Broker oder aber bei der selbst angefertigten Steuererklärung abgeführt werden muss. Daneben fällt außerdem der Solidaritätszuschlag von 5,5% auf die Abgeltungssteuer und ggf. die Kirchensteuer an. Von der Kirchensteuer kann man sich beim deutschen CFD-Broker befreien lassen, wenn keine Religionszugehörigkeit beim Finanzamt eingetragen ist.

Bei der CFD-Broker-Wahl sollte somit wohl bedacht werden, ob Gewinne bei einem ausländischen Broker lieber selbst in der Steuererklärung angegeben und auf diese Weise versteuert werden. Oder ob das lieber dem inländischen Broker überlassen und die Arbeit mit der Steuererklärung damit gespart werden sollen. Abgesehen davon lassen sich beim inländischen CFD-Broker Freistellungsaufträge nutzen!

Handelsplattform wichtig für die CFD-Broker-Wahl

Einen beträchtlichen Anteil am erfolgsorientierten Trading hat die Wahl der zu uns passenden Handelsplattform. Man kann grundsätzlich zwischen zwei verschiedenen Typen unterschieden. Zum einen so genannte web-basierte Plattformen und zum anderen solche, die auf dem eigenen System per Software fest installiert werden. Schauen wir zunächst auf die web-basierte Form.

Browser-basierte Handelsplattformen

Diese laufen schlicht und ergreifend in einem Browserfenster. Einziger erkennbarer Vorteil ist der, dass keine Software auf dem eigenen System installiert werden muss. Ansonsten ergibt sich eine Reihe von Nachteilen. Mangelnde oder relativ umständliche Skalierungsmöglichkeiten des Chartfensters, das unübersichtliche Anlegen von Multi-Chart-Fenstern, insbesondere verschiedener Zeiteinheiten des selben Basiswertes, sowie die oft wirre oder versteckte Anordnung von Werkzeugen und Funktionen sind nur der kleinere Teil.

Dies hat vermutlich den Grund, dass in Browser-Fenstern so viel wie möglich dargestellt werden muss: Kontostand, Marktauswahl, überflüssige Nachrichtenfenster sowie ein Trading-Modul und der Chart natürlich.

Den schwerwiegendsten Nachteil stellt jedoch die Verbindungsstabilität dar. Ich habe noch keinen Browserchart erlebt, der es geschafft hat, einen ganzen Tag zu laufen, ohne nicht wenigstens einmal die Verbindung zum Server zu verlieren. Und da waren einige. Manche CFD-Broker unterbrechen die Verbindung zu ihrem Server nach einer gewissen Zeit der Inaktivität sogar vorsätzlich. Diese sollten aus der Wahl in jedem Fall heraus fallen, zudem sich Latenzzeiten potentiell um einiges erhöhen, was die Wahrscheinlichkeiten von Slippages erhöht.

Die software-basierte Handelsplattform

Anders sieht es bei den diversen Handelsplattform-Softwares aus. Jeder wenigstens halbwegs vernünftige CFD-Broker bietet eine software-basierte Handelsplattform zum Download an. Der Vorteil liegt ganz einfach in der Funktionalität. Eine Software ist daran ausgerichtet, sowohl on- wie auch offline nutzbar zu sein. Werkzeuge sind in der Regel übersichtlich angeordnet und bieten wesentlich mehr Funktionen als jede Browser-Plattform. Die Darstellungen sind meist einfacher angeordnet und die Verbindungen definitiv stabiler und störungsfreier. Sie sind voll ausgerichtet auf die Bedürfnisse eines ernsthaften Handels.

Es gibt durchaus eine Vielzahl von software-basierten Plattformen. Oft bieten CFD-Broker ihre eigene Plattform an, deren Funktionalität und Effektivität im Einzelnen auf den Prüfstand gestellt werden sollte. Dabei kommt es darauf an, wie sich die Qualität einer Plattform im Vergleich zu anderen darstellt. Allgemein mag man aber sagen dürfen, dass sich gewisse Standards herausgebildet haben.

Einer davon ist der im Retail-Bereich für das CFD-Trading meist genutzte Metatrader. Die mittlerweile in die Jahre gekommene Version „MT4“ wurde zwar schon 2009 durch die neu entwickelte Version „MT5“ ersetzt. Diese setzt sich allerdings erst seit 2016 aufgrund einer neuen Abgabenstruktur beim Lizenzgeber „Metaquotes“ langsam durch. Der Metatrader ist schon deshalb das Maß aller Dinge, weil er recht einfach zu verstehen ist und eine weit umfassende Chartanalyse ermöglicht.

Was das Programm allerdings noch attraktiver macht, ist seine Offenheit für „Expert Advisors“ und alle denkbaren Erweiterungen. Dank dieser Möglichkeiten hat sich bis heute eine weltweite Community für den MT4 und den MT5 ausgebildet, die für die Software immer weitere Features entwickelt, manche kostenlos, manche gegen Entgelt. Ein großartiges Addon stellt der „Stereotrader“ von Dirk Hilger dar. Er macht den grundsätzlich recht trägen Metatrader sowohl in der MT4- wie in der MT5-Version zum Formel1-Rennwagen. Mit seinen zahlreichen Möglichkeiten ermöglicht er professionelles CFD-Trading auf höchstem Niveau.

Metatrader im Standard-Modus
Metatrader ohne Addons im Standard-Modus
Metatrader mit Addon "Stereotrader"
Metatrader mit dem professionellen Addon „Stereotrader“

Für die CFD-Broker-Wahl sei nebenbei darauf hingewiesen, dass den Anbieter eine MT5-Lizenz bis zu 50.000 Euro kostet. Man kann somit davon ausgehen, dass es prinzipiell einen Qualitätsunterschied zwischen CFD-Brokern gibt, die den MT5 anbieten, und jenen, die ihn nicht anbieten. Außerdem muss jede Plattform in einem Demo-Modus nutzbar sein. Weniger, um das Trading zu üben, sondern vielmehr, um sich mit ihr ausgiebig vertraut machen zu können.

Mobiler Handel als Aspekt für die CFD-Broker-Wahl

Für die Brokersuche wird oft angeführt, dass der CFD-Broker mobiles Handeln auf einem Smartphone oder Tablet anbietet bzw. ermöglicht. Ob das nötig ist oder Sinn macht, muss jeder für sich selbst entscheiden.

In der Regel wird es auf einem mobilen Gerät selten möglich sein, verschiedene Zeiteinheiten darzustellen oder Charts eingehend zu analysieren. Insofern macht ernsthaftes CFD-Trading auf einem Smartphone kaum Sinn.

Allerdings ermöglicht der mobile Handel durchaus das Management offener Positionen oder Limit-Orders. Somit sollte auch hier bei der CFD-Broker-Wahl darauf geachtet werden, dass der Anbieter die entsprechenden Apps zum Download anbietet. Mittlerweile trifft dies aber auf die meisten Broker zu.

Die Handelskosten-Frage bei der CFD-Broker-Wahl

Niemand mag Kosten. Aber kein CFD-Broker arbeitet halt umsonst. Welche Kosten fallen also beim Handel am Beispiel von CFDs an? Sie lassen sich in drei Kategorien einteilen: Kommissionen, Swaps und natürlich den Spread.

Unterschiedliche Kommissionen bei verschiedenen CFD-Brokern

Kommissionen fallen in der Regel nur bei den CFD-Brokern an, die kein eigenes Dealing Desk haben. Diese NDD-Broker treten als Vermittler auf und lassen sich diese Vermittlung per Kommission vom Trader bezahlen. Folgerichtig sollten CFD-Broker mit eigenem Dealing Desk in der Regel keine Kommissionen erheben und wären damit in dieser Hinsicht günstiger.

Kommissionen werden unterschiedlich abgerechnet. Manche CFD-Broker lassen sie in den Spread einfließen, andere weisen sie direkt aus. Allgemein sollte sie nicht höher als 0,20 je Roundturn und je 1 CFD-Kontrakt sein. Alles darüber sollte man nicht akzeptieren. Es gibt aber auch CFD-Broker, die durchaus noch günstiger sind.

Swaps für Über-Nacht-Positionen

Um die „Swaps“ als Kostenfaktor zu verstehen, muss man wissen, dass CFDs ihrer Natur nach derivative Finanzinstrumente eines Emittenten und keine börsengehandelte Werte sind. Positionen, die am selben Tag eröffnet und geschlossen werden, verursachen demnach keine Swap-Kosten. Diese entstehen erst dann, wenn eine Position über Nacht, über das Wochenende oder über X Tage gehalten werden.

Aufgrund der geringen Margin, die nichts anderes als eine Sicherheitsleistung darstellt, spricht man hier vom „gehebelten“ Handel. Im Fall des Dax, der aktuell im Bereich 12000 taxiert wird, bedeutet der Handel mit einer Margin von  ca. 600 Euro somit einen Hebel von 1:20. Die restlichen 11.400 Euro „leiht“ der CFD-Broker dem Händler mehr oder weniger. Wird die Position nun über Nacht (und länger) gehalten, entstehen aufgrund der Leihe Zinskosten, die der Händler dem CFD-Broker in Form des Swaps bezahlt.

Swap-Kosten beim CFD-Trading
Swap-Kosten für einen CFD-Kontrakt nach 6 Tagen

Zur Berechnung der Swap-Kosten haben sich gewisse Standards heraus gebildet, die jeder CFD-Broker einhalten und auf seiner Website offenlegen sollte. So errechnet sich zum Beispiel der Finanzierungszinssatz für über Nacht gehaltene CFDs auf Basis des Libors zuzüglich 2,5% p.a. (als Bestandteil einer Formel). Das sollte jeder vernünftige Broker auf seiner Website oder in Gebührenauflistungen darstellen.

Spreads unbedingt bei der CFD-Broker-Wahl beachten

Der Spread ist die Differenz zwischen unserem Ankaufs- (Ask oder Brief) und unserem Verkaufskurs (Bid oder Geld). Anders herum ausgedrückt: das Ask ist der niedrigste Preis, zu dem jemand bereit ist, seine Position an uns zu verkaufen; das Bid ist der höchste Preis, zu dem jemand bereit ist, von uns zu kaufen. Dementsprechend ist das Ask immer der höhere Preis, das Bid der niedrigere Preis. Die Differenz zwischen beiden ist der Spread.

Je größer der Spread zwischen Ask und Bid ist, desto mehr verdient der CFD-Broker bzw. der Emittent. Nicht zuletzt, weil dieser Spread vom Trader im Markt erst einmal erwirtschaftet werden muss. Ebenso schmälert der Spread das Gewinnpotential und vergrößert gleichzeitig das Verlust-Risiko. Für manch einen mag das vielleicht marginal sein. Aber bei im Durchschnitt angenommenen vier Trades am Tag, 20 die Woche und 80 im Monat summiert sich das bei jeweils nur einem CFD-Kontrakt zu einem stattlichen Betrag.

Manche CFD-Broker haben beispielhaft im Dax einen Spread von gar zwei Punkten, oft 1,5 oder 1,2. Das ist inakzeptabel. Die besseren Broker, meistens NDD-Broker, bieten dagegen Spreads in den Bereichen 0,9 oder 0,8 an. Natürlich kann man dagegen halten, dass CFD-Broker mit solch niedrigen Spreads Kommissionen kassieren, die, in den Spread eingerechnet, diesen um bis zu 1/5 ansteigen lassen und damit am Ende genauso teuer sind.

Das stimmt zwar. Aber die Ausführungsqualität, die Stabilität des Spreads, sowie die oben angesprochenen Aspekte der Requotes und der Slippage sind jedoch ein Argument dafür, die Kommission eines NDD-Brokers eher in Kauf zu nehmen. Abgesehen davon, dass sowohl unser Kursziel wie auch unser Stop Loss davon profitieren, weil ersteres schneller erreicht wird (da der Abstand durch den geringeren Spread kleiner ist), und letzteres im Fall  der Ausführung weniger kostet.

Noch desaströser fallen die Unterschiede im FX-Markt aus. Wer gerne mit Währungspaaren handelt, sollte in diesem immerhin größten und liquidesten Markt sehr stark auf die Spreads achten. Hier noch mehr als bei Indizes, Aktien-CFDs oder Edelmetallen. Während manche CFD-Broker bzw. Emittenten Spreads von bis zu 20 oder 30 Pips haben, können andere CFD-Broker Spreads zwischen 0 und 8 Pips anbieten.

Das ist allerdings von Währungspaar zu Währungspaar unterschiedlich. Äußerst liquide FX-Paare wie der EUR/USD, USD/GBP oder USD/JPY haben in der Regel die niedrigsten Spreads. Andere Paare aus der zweiten Reihe, wie zum Beispiel EUR/TRY (der Euro zur türkischen Lira) können schon mal einen 70 Pips-Spread haben. Die muss man im Handel erst mal verdienen, um in die Gewinnzone zu kommen.

Darüber hinaus sollte man bei der CFD-Broker-Wahl darauf achten, ob das Währungspaar nur bis auf die 4. oder richtigerweise bis auf die 5. Stelle hinter dem Komma angezeigt wird. Einige Broker zeigen etwa den Kurs des EUR/USD gerne nur bis zur 4. Stelle an, obwohl er eigentlich 5 Stellen hat. Die fehlende letzte Stelle macht 10 Pips aus, die nicht nur den Gewinn schmälern und das Verlustrisiko erhöhen, sondern auch für eine Verlangsamung des Kursverlaufs sorgen. Zudem ein 6-Pips-Spread bei nur vier Nachkomma-Stellen tatsächlich einen Spread von 60 Pips ausmachen.

Paare, die gegen den japanischen Yen (JPY) gehandelt werden, haben natürlich drei Stellen hinter dem Komma, die angezeigt werden sollten. Aber auch weniger beachtete Paare weisen manchmal nur drei Stellen auf. So zum Beispiel EUR/HUF (Euro gegen das ungarische Forint) oder USD/CZK (der USD gegen die Tschechische Krone).

Kontoeröffnung & Support ist wichtig

Man sollte immer bedenken, dass die Art, wie ein CFD-Broker uns die Kontoeröffnung ermöglicht, ein Licht darauf wirft, worauf es ihm ankommt. Will er nur schnell an das Geld des Traders, oder ist ihm etwas an Rechtssicherheit gelegen? Es liegt auf der Hand, dass Letzterer vorzuziehen ist.

Identifizierung bei der Kontoeröffnung

Zwei Verfahren darf man als etabliert und akzeptabel bezeichnen. Zum einen das alt bekannte Post-Ident-Verfahren. Dies dürfte für eine Kontoeröffnung die sicherste Methode sein, auch wenn sie einige Tage in Anspruch nimmt. Zum anderen hat sich ein weiteres Verfahren der Identifizierung durch eine Strom-, Telefon- oder sonstige Verbrauchsrechnung bzw. durch einen simplen Kontoauszug in Verbindung mit einer Personalausweis-Kopie mittlerweile stark verbreitet.

Dieses Verfahren ist wohl ein Tribut an unsere schnelllebige Zeit. Nicht wenige wollen sich spontan und am besten jetzt sofort in das Abenteuer CFD-Trading stürzen. Ein Broker, der für eine Kontoeröffnung zwei Tage braucht, ist da schon fast raus. Wenn der Trader aber nicht die Geduld hierfür aufbringen will, wie soll er dann an den Märkten bestehen?

Kapitalisierung des Trading-Kontos

Desweiteren hat sich ein Wandel bei den Möglichkeiten der Konto-Kapitalisierung vollzogen. Heute werden von CFD-Brokern neben der alten Banküberweisung schnelle Varianten beworben, die dies innerhalb von Minuten oder höchstens ein paar Stunden bewerkstelligen können. Zu nennen sind neben der Kreditkarte Zahlungsmethoden wie „Skrill“, „Sofort“-Überweisung, „Neteller“ oder neuerdings vermehrt sogar „PayPal“.

Dabei sollte bedacht werden, dass aufgrund des Geldwäschegesetzes CFD-Broker angehalten sind, Auszahlungen vom Broker-Account nur auf das Konto vorzunehmen, von dem die Einzahlung erfolgte. In der Realität kann das zu einem echten Kostenfaktor werden. Hier muss das Augenmerk immer darauf liegen, welche Gebühren der Broker bei Einzahlung per Kreditkarte, Skrill oder PayPal erhebt und welche Gebühren anfallen, wenn das Geld einmal zurück überwiesen wird und dann ja irgendwie auch wieder auf dem Bankkonto landen muss.

Allein die Überweisung vom regulären Bankkonto und dorthin zurück ist in der Regel kostenfrei, kann aber je nachdem bis zu zwei oder drei Werktage dauern.

Am besten alles in deutscher Sprache

Die Kontoeröffnung sollte in deutscher Sprache vollzogen werden können. Ebenso sollten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen in Deutsch einsehbar und selbstverständlich ein eindeutiges Impressum auf der Brokerseite vorhanden sein. Bestenfalls ist darüber hinaus der Support gleichermaßen auf Deutsch ansprechbar.

Es empfiehlt sich im Übrigen, den Support des CFD-Brokers gleich nach der Kontoeröffnung und Kapitalisierung des Kontos zu kontaktieren. Aus irgendeinem beliebigen Grund, einem technischen oder allgemeinen Problem. Einfach, um Reaktionszeiten und die Qualität der Antwort bewerten zu können. Man sollte da keinesfalls falsche Zurückhaltung zeigen.

Denn wenn es einmal wirklich brennt und der Trader schnell eine Lösung braucht, sollte der CFD-Broker als Partner unseres Vertrauens zügig zur Seite springen und ein Problem schnell lösen können. Gute CFD-Broker geben sich in diesen Fällen gerne kulant und hilfsbereit.

Fazit zur CFD-Broker-Wahl

Wer an den Finanzmärkten sein Geld investieren will, braucht einen zuverlässigen CFD-Broker. Das lässt keinen Spielraum für Kompromisse. Daher sollte man bei der Broker-Wahl die höchst möglichen Kriterien anwenden.

Sitzt der CFD-Broker in Deutschland oder wenigstens in der EU? Ist er nur Market Maker oder bestenfalls Vermittler mit dem reinen Agenturmodell DMA/STP? Ist das eingezahlte Geld sicher und lassen sich Ansprüche gegen den CFD-Broker im Notfall durchsetzen? Stehen die Handelskosten in einem angemessenen Verhältnis zur Leistung? Diese Fragen müssen eindeutig im Vorfeld geklärt sein, um erfolgreich handeln zu können.

Nur wer darüber hinaus die für den Trader richtige Handelsplattform liefert, keine Requotes sowie neben der negativen auch positive Slippage zulässt und über einen brauchbaren Support verfügt, kann als seriöser CFD-Broker eingestuft werden. Bei all diesen Kriterien sollte man keinesfalls am falschen Ende ein Auge zudrücken. Erfolgreiches Trading hängt letztlich auch vom professionellen CFD-Broker maßgeblich ab.

Vorstellung verschiedener CFD-Broker

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