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ViTrade im Test: Erfahrungen mit dem Daytrading-Broker der flatexDEGIRO Bank

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2026

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32 Min

Christian Möhrer

Überprüft von

Christian Möhrer

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ViTrade ist der Daytrading-Ableger einer deutschen Bank, kein eigenständiger Broker. Hinter der Marke steht die flatexDEGIRO Bank SE aus Frankfurt am Main, die auch flatex betreibt. Wer bei ViTrade ein Depot eröffnet, wird also Kunde dieser Bank. Das erklärt einiges an dem Angebot: die deutsche Regulierung, die Einlagensicherung, aber auch die Tatsache, dass hier andere Konditionen gelten als beim günstigen Schwesterprodukt.

Der Bericht prüft, was davon für aktive Trader übrig bleibt. Ich habe die Konditionen, die Plattformen und die Systemvoraussetzungen an der Quelle nachgelesen und dabei drei Punkte gefunden, die kein anderer Testbericht nennt: Die Profi-Plattform HTX läuft nur unter Windows, die dazugehörige App gibt es nur für iPhone und iPad, und Futures bekommt nur, wer sich als professioneller Kunde einstufen lässt. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

ViTrade: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Wer dahintersteht: ViTrade ist eine Marke der flatexDEGIRO Bank SE, Frankfurt am Main. Konto und Depot führt die Bank, beaufsichtigt von BaFin und Deutscher Bundesbank.
  • Was der Handel kostet: An deutschen Börsen ab 5,95 Euro Mindestgebühr plus 0,09 Prozent vom Kurswert, gedeckelt bei 40 Euro. Im außerbörslichen Direkthandel ab 6,90 Euro. Die Profi-Plattform HTX ist ab 70 Trades im Monat gratis, sonst kostet sie 49 Euro monatlich.
  • Die Plattform ist Windows-only: HTX verlangt Windows 10 oder 11, einen Intel-Prozessor der 13. Generation und 16 GB Arbeitsspeicher. Auf dem Mac läuft sie nicht. Nur die Browser-Varianten sind plattformunabhängig.
  • Mobil nur halb: Die Trading-App HTX Mobile gibt es ausschließlich für iPhone und iPad. Android-Nutzer bekommen nur die WebFiliale-App für den normalen Wertpapierhandel, nicht das Daytrading-Frontend.
  • Futures nur für Profis: Den viel beworbenen Mini-DAX-Future handelt nur, wer sich als professioneller Kunde einstufen lässt. Dafür sind zwei von drei Hürden zu nehmen, darunter 500.000 Euro Vermögen.
  • Die Stärke ist das Short-Selling: Gedeckte Leerverkäufe auf deutsche Aktien, mit einem Ampelsystem in der Plattform, das jederzeit anzeigt, welcher Titel leerverkäuflich ist. Das bieten wenige deutsche Broker.

Über ViTrade

ViTrade ist eine Marke der flatexDEGIRO Bank SE und richtet sich an aktive Trader, die häufig handeln und dafür eine Plattform mit direktem Börsenzugang brauchen.

Die Firmierung hat sich mehrfach geändert, das Angebot kaum. Ältere Testberichte nennen die FinTech Group AG als Mutter oder die flatex Bank AG als depotführendes Haus. Beide Namen gibt es nicht mehr. Aus der FinTech Group wurde 2019 die flatexDEGIRO AG, aus der flatex Bank AG die flatexDEGIRO Bank AG. Ende Dezember 2025 wechselte der Konzern in die Rechtsform der Europäischen Gesellschaft, die Tochter heißt seither flatexDEGIRO Bank SE. An der Zuständigkeit ändert das nichts: Konto und Depot liegen weiter bei einer deutschen Bank unter deutscher Aufsicht.

Der Anbieter hat den Wechsel selbst nicht überall nachgezogen. In der eigenen Service-FAQ lautet eine Überschrift bis heute „Sind meine Einlagen bei der flatexDEGIRO Bank AG sicher?”, während die Antwort darunter korrekt von der SE spricht. Das ist keine Kleinigkeit für den Leser, sondern der Grund, warum in Testberichten und Foren drei verschiedene Firmennamen kursieren.

ViTrade sitzt in Berlin, die Bank in Frankfurt. Geleitet wird die Marke seit Mai 2019 von Thorsten Schönfelder, der schon seit 2010 im Haus ist und davor acht Jahre bei E*TRADE Germany gearbeitet hat. Auch die drei Händler im Team kommen überwiegend von dort. Ein namentlich benanntes Team mit nachvollziehbaren Lebensläufen ist bei einem Broker kein Beiwerk: Es zeigt, wer im Zweifel am Telefon sitzt.

AnbieterViTrade, Marke der flatexDEGIRO Bank SE
SitzBerlin (ViTrade), Frankfurt am Main (Bank)
HandelsregisterHRB 141330, Amtsgericht Frankfurt am Main
AufsichtBaFin und Deutsche Bundesbank
EinlagensicherungEntschädigungseinrichtung deutscher Banken, 100.000 Euro je Kunde
ZielgruppeAktive Trader, Heavy Trader, Short-Seller
PlattformenWebFiliale, HTX, HTX Light, WebTrader, CFD-Plattform, stock3
HandelsplätzeAlle deutschen Börsen, Xetra, Eurex, 24 Direkthandelspartner
BesonderheitGedeckte Leerverkäufe mit Ampelsystem

ViTrade Adresse und Kontaktdaten

Die Anschrift steht im Impressum und weicht von älteren Angaben ab. ViTrade sitzt in der Joachimsthaler Straße 12 in 10719 Berlin. In mehreren Testberichten kursiert die Hausnummer 1, auch dieser Artikel führte sie bis zur Überarbeitung. Die kontoführende flatexDEGIRO Bank SE sitzt im Omniturm, Große Gallusstraße 16 bis 18, 60312 Frankfurt am Main.

KanalKontakt
Telefon0800 / 333 20 01
Fax+49 / 30 / 726 100 726
E-Mail Kundenkunden@vitrade.de
E-Mail Interessenteninteressenten@vitrade.de
Kundenhotline der Bank0800 / 387 23 31

Regulierung und Einlagensicherung bei ViTrade

Zuständig ist die BaFin, nicht ViTrade selbst. Weil Konto und Depot bei der flatexDEGIRO Bank SE liegen, gilt deren Erlaubnis. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und die Deutsche Bundesbank beaufsichtigen das Institut, eingetragen im Handelsregister Frankfurt unter HRB 141330. Der Eintrag ist in der BaFin-Institutsdatenbank nachlesbar. Ältere Fassungen dieses Artikels nannten zusätzlich EZB und ESMA als Aufseher. Das ist so nicht richtig: Die ESMA beaufsichtigt keine einzelnen Banken, und die EZB führt nur bei den als bedeutend eingestuften Instituten die direkte Aufsicht.

Bei der Sicherung gelten zwei verschiedene Töpfe, und das wird oft verwechselt. Für Guthaben auf dem Konto greift die gesetzliche Einlagensicherung über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken: bis zu 100.000 Euro je Kunde. Für Wertpapiere im Depot gilt das nicht, denn sie sind Sondervermögen. Sie gehören dem Kunden und fallen im Insolvenzfall nicht in die Masse der Bank. Nur falls die Bank sie nicht herausgeben könnte, springt die Anlegerentschädigung ein, und die deckt lediglich 90 Prozent der Forderung, höchstens 20.000 Euro.

Für den Alltag heißt das: Wer ein großes Depot führt, ist über das Sondervermögen abgesichert und nicht über die 20.000 Euro. Die Anlegerentschädigung ist der Notnagel für den seltenen Fall einer fehlerhaften Verwahrung, kein Ersatz für Kursverluste. Verluste aus dem Handel deckt keine der beiden Einrichtungen ab.

Bisherige Auszeichnungen des Online Brokers

Die Auszeichnungen liegen weit zurück. Die jüngste, die ViTrade selbst führt, stammt aus dem Jahr 2013: ein zweiter Platz im Segment Daytrade-Broker bei Broker-Test.de. In den beiden Jahren davor stand der Anbieter dort auf Platz eins. Auch die Pressemitteilungen auf der Website enden 2016.

Das ist kein Qualitätsurteil, aber ein Hinweis. Ein Broker, der seit über zehn Jahren keine Auszeichnung mehr ausweist, betreibt entweder kein Marketing in diese Richtung oder nimmt an den einschlägigen Tests nicht mehr teil. Für die Bewertung zählt, was heute an Konditionen und Technik geliefert wird, und darum geht es in den folgenden Abschnitten.

Welche handelbaren Instrumente werden bei ViTrade angeboten?

Vier Bereiche stehen zur Auswahl: Wertpapiere an Börsen und im Direkthandel, CFDs, Futures an der Eurex und seit einiger Zeit auch Kryptowerte. Der letzte Punkt fehlt in den meisten Testberichten noch, auch dieser Artikel kannte ihn bis zur Überarbeitung nicht. Bei Futures gilt eine Einschränkung, die weiter unten steht und für viele Leser das entscheidende Kriterium sein dürfte.

Wertpapierhandel

Börslich läuft der Handel über alle deutschen Plätze. Aktien, Zertifikate, Anleihen, ETFs, ETCs und Optionsscheine sind an den deutschen Parkettbörsen sowie über Xetra handelbar. Dazu kommen Eurex und der internationale Handel.

Eine Einschränkung bei Xetra betrifft ausgerechnet Daytrader. ViTrade bietet nur die Haupthandelszeit von 9:00 bis 17:30 Uhr im fortlaufenden Handel an. Den Xetra-Frühhandel zwischen 8:00 und 9:00 Uhr und den Späthandel von 17:30 bis 22:00 Uhr, beide im Modell der Mini-Auktionen, gibt es hier nicht. Wer die erste Stunde nach der Eröffnung oder die Reaktion auf US-Zahlen am Abend über Xetra handeln will, braucht dafür einen anderen Platz. Tradegate und Quotrix sind über ViTrade bis 22:00 beziehungsweise 23:00 Uhr erreichbar.

Außerbörslich stehen 24 Handelspartner bereit. Der Anbieter nennt auf seiner Premiumpartner-Seite 24 Partner, darunter Baader Bank, BNP Paribas, DZ Bank, Goldman Sachs, HSBC, UniCredit, ING, Société Générale und Lang & Schwarz. Auf anderen Seiten derselben Website steht dagegen „mehr als 20″. Ältere Fassungen dieses Artikels nannten an drei Stellen drei verschiedene Zahlen, nämlich 20, 24 und 25. Belastbar ist die Angabe der Premiumpartner-Seite.

Der Direkthandel hat einen Haken, der selten genannt wird. Über die Premiumpartner Vontobel, Morgan Stanley, J.P. Morgan, Société Générale und UBS wirbt ViTrade mit einem stark vergünstigten Ordersatz, der im Kosten-Abschnitt steht. In den Angebotsbedingungen findet sich dazu allerdings, die Bank behalte sich vor, Aufträge von Kunden abzulehnen, die sich professioneller Handelssysteme bedienen. Wörtlich betrifft das „insbesondere den Intra-Day-Handel unter Zuhilfenahme elektronischer Orderprogramme”. Solche Orders können auch zu den regulären Gebühren abgerechnet werden. Für einen Broker, der sich an Daytrader richtet, ist das ein bemerkenswerter Vorbehalt.

International sind die Gebühren deutlich höher. Wer an ausländischen Börsen handelt, zahlt einen prozentualen Satz mit hoher Mindestgebühr. Nur in den USA gilt eine günstigere Staffel. Bei kleinen Positionen frisst diese Mindestgebühr die Rendite auf: Kauf und Verkauf zusammen können bei einer Position von wenigen tausend Euro schnell drei Prozent des Einsatzes kosten. Die Sätze je Börsenplatz stehen im Abschnitt zu den Handelskonditionen.

CFD Handel

Über 1.200 CFDs stehen zur Verfügung. CFDs, also Differenzkontrakte, bilden die Kursbewegung eines Basiswerts gehebelt nach, ohne dass der Basiswert gekauft wird. ViTrade nennt über 1.200 Instrumente auf Indizes, Aktien, Rohstoffe, Futures und Währungen. Marketmaker ist die Société Générale. Ältere Fassungen dieses Artikels sprachen an einer Stelle von 600 Basiswerten und an anderer von 1.200; richtig ist die höhere Zahl.

Der Hebel wirkt in beide Richtungen. Er vergrößert Gewinne und Verluste im selben Verhältnis. Bei CFDs auf Aktien, Indizes und Rohstoffe fällt in Deutschland zwar keine Nachschusspflicht mehr an, der Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist aber jederzeit möglich. Wer den Hebel zum ersten Mal nutzt, sollte die Positionsgröße so wählen, dass ein Fehlschlag das Konto nicht beschädigt.

Bei den Ordergebühren ist ViTrade günstig, beim Halten nicht. Auf Indizes, Rohstoffe, Edelmetalle, Währungen und Zins-Futures fällt keine Ordergebühr an, dort verdient der Anbieter am Spread. Aktien-CFDs kosten einen prozentualen Satz. Teuer wird es beim Halten über Nacht: Dann berechnet ViTrade Finanzierungskosten auf das gehebelte Volumen, bei Aktien und Indizes zuzüglich beziehungsweise abzüglich des Währungszinses. Bei Short-Positionen kann zusätzlich eine Leihegebühr anfallen. Die Sätze stehen im Kosten-Abschnitt.

Die Spreads liegen im Rahmen. Auf den DAX 40 berechnet ViTrade 2 Punkte, auf den EURO STOXX 50 anderthalb, auf den Nasdaq 100 zwei und auf den Dow Jones dreieinhalb. EUR/USD kostet einen Pip, Gold einen halben Punkt. Anleihen-Futures wie Bobl, Bund und Schatz liegen bei 0,02. Eine Anmerkung zur Sorgfalt: Der Anbieter selbst führte den deutschen Leitindex jahrelang als „DAX 30″, obwohl er seit September 2021 vierzig Werte umfasst. Inzwischen steht dort korrekt DAX 40.

Futures nur für professionelle Kunden

Den Futures-Handel bei ViTrade gibt es ausschließlich für Kunden, die nach den Regeln der Finanzmarktrichtlinie MiFID II als professionelle Kunden eingestuft sind.

Das ist die wichtigste Einschränkung des ganzen Angebots. ViTrade bewirbt den Mini-DAX-Future prominent, und auch dieser Artikel führte ihn bis zur Überarbeitung als eines von sechs Highlights, ohne die Bedingung zu nennen. Auf der Futures-Seite des Anbieters steht sie im ersten Satz: „Sofern Sie die Kriterien eines professionellen Kunden erfüllen, können Sie bei ViTrade ausgesuchte Futures an der Eurex handeln.” Für den normalen Privatanleger ist der Futures-Handel hier also verschlossen.

Zwei von drei Bedingungen müssen erfüllt sein. Die Einstufung ist kein Formalakt, sondern an harte Zahlen geknüpft. Der Kunde muss mindestens zwei der folgenden drei Punkte nachweisen, jeweils mit Belegen und einem handschriftlich unterschriebenen Einstufungsbogen.

  • Handelsaktivität: im letzten Jahr durchschnittlich mindestens 10 Wertpapiertransaktionen pro Quartal mit jeweils mindestens 12.500 Euro Ordervolumen.
  • Vermögen: unbelastetes Vermögen aus Bankguthaben und Finanzinstrumenten von mehr als 500.000 Euro. Immobilien zählen ausdrücklich nicht mit.
  • Beruf: mindestens ein Jahr einschlägige Tätigkeit am Kapitalmarkt, nachzuweisen über Lebenslauf und eine Beschreibung der Tätigkeit.

Wer die Hürde nimmt, handelt günstig. Die Kontraktgebühren gehören zu den niedrigeren im deutschen Markt und stehen im Kosten-Abschnitt, der Mini-DAX-Future ist dabei nochmals deutlich billiger als der große Kontrakt. Für das Marginkonto berechnet ViTrade weder Gebühren noch Zinsen. Handelbar sind die liquiden Eurex-Kontrakte, darunter DAX, Mini-DAX, Bund, EURO STOXX und Bobl, und zwar bereits ab 1:00 Uhr morgens mitteleuropäischer Zeit, wenn die asiatische Sitzung läuft.

Die Einstufung kostet Schutz. Ein professioneller Kunde verliert einen Teil der Rechte, die Privatanleger haben, etwa bei der Angemessenheitsprüfung und bei Informationspflichten. Das ist kein Grund, es zu lassen, aber ein Grund, es bewusst zu tun. Wer nur den Mini-DAX handeln will und die Kriterien knapp erfüllt, sollte gegenrechnen, ob ihm ein Broker ohne diese Hürde am Ende nicht günstiger kommt.

Kryptohandel

Seit einiger Zeit sind auch Kryptowerte handelbar. ViTrade listet 20 Werte, darunter Bitcoin, Ethereum, Solana, Cardano, Ripple, Polkadot, Dogecoin und Chainlink. Gehandelt wird im eingeloggten Bereich über dieselbe Suche wie Wertpapiere. Der Anbieter unterscheidet zwischen liquiden Werten, die er als Major führt, und weniger liquiden als Minor.

Drei Bedingungen schließen einen Teil der Leser aus. Der Kryptohandel steht nur natürlichen Personen mit Stammadresse in Deutschland offen, die über 18 Jahre alt sind und ein Einzeldepot führen. Leser aus Österreich und der Schweiz können ihn also nicht nutzen, ebenso wenig Inhaber eines Gemeinschaftsdepots.

Diese Handelsplattformen stehen Anlegern bei ViTrade zur Auswahl

Fünf Oberflächen stehen nebeneinander, und sie unterscheiden sich stark. Die WebFiliale ist die Depotverwaltung, HTX die Profi-Plattform für Daytrader, HTX Light und der WebTrader sind die kostenlosen Einstiegsvarianten, und für Differenzkontrakte gibt es eine eigene CFD-Plattform. Dazu kommt stock3 als Analyse-Umgebung. Welche davon jemand nutzen kann, hängt am Betriebssystem und an der Ordergebühr, die er akzeptiert.

ViTrade Handelsplattformen im Überblick

ViTrade WebFiliale

Die WebFiliale ist das Grundgerüst, nicht die Trading-Oberfläche. Sie läuft im Browser, passt sich dem Endgerät an und steuert alles rund um Konto und Depot: Orderbuch mit offenen und archivierten Aufträgen, bis zu fünf Watchlisten, Umsätze, Dokumente im Online-Archiv. Die gängigen Ordertypen sind vorhanden. Für den schnellen Handel ist sie nicht gedacht, dafür gibt es HTX.

ViTrade WebFiliale mit Aktienkurs und Ordermaske

HTX: Die Plattform für Daytrader

HTX ist das Herzstück und zugleich der größte Vorbehalt. Die Software bietet direkten Börsenzugang, eine frei konfigurierbare Oberfläche, Times and Sales, One-Click-Trading, Realtime-Push-Kurse und ereignisbasierte Orderarten wie OCO, OCA und If-Done. Für Leerverkäufer zeigt sie an, welche Titel intraday und über Nacht short handelbar sind. Charting läuft mit mehr als 200 Indikatoren, und über eine RTD- und API-Schnittstelle lässt sich der Handel automatisieren.

Die Software kostet Geld, wenn wenig gehandelt wird. Ab 70 vollausgeführten Trades im Monat ist HTX kostenlos. Darunter fällt eine monatliche Gebühr an, zuzüglich der Kosten für die Realtime-Kursversorgung der Börsen. Diese Schwelle ist der eigentliche Filter des Angebots: Wer zwei- oder dreimal im Monat handelt, zahlt über das Jahr einen dreistelligen Betrag für eine Plattform, die er kaum nutzt. Die genaue Höhe steht weiter unten bei den Handelskonditionen.

ViTrade HTX Plattform für Daytrader

Systemvoraussetzungen und mobile Apps

HTX läuft nur unter Windows. Das steht nicht im Marketing, sondern in der Tabelle des technischen Supports, und es ist für viele das K.-o.-Kriterium. Verlangt werden Windows 10 oder 11, ein Prozessor der Intel-13.-Generation oder vergleichbar, 16 GB Arbeitsspeicher und das Microsoft .NET Framework 4.0. Wer die RTD-Schnittstelle nach Excel nutzen will, braucht zusätzlich Office 2021. Auf einem Mac läuft die Plattform nicht.

Die Browser-Varianten sind dagegen offen. WebFiliale, CFD-Plattform und WebTrader laufen unter Unix, Linux, macOS und Windows und verlangen nur einen aktuellen Browser mit aktiviertem JavaScript. Mac-Nutzer sind also nicht ausgeschlossen, bekommen aber nicht die Plattform, für die ViTrade bekannt ist. Auch die TT Workstation, die vierte Oberfläche für den Terminhandel, ist reine Windows-Software.

Mobil trennt sich das Angebot nach Betriebssystem. Die Trading-App HTX Mobile gibt es nur für iPhone und iPad, mindestens iOS 14 und ein iPhone 11 oder iPad der 7. Generation. Ein Android-Pendant existiert nicht. Im Google Play Store liegt allein die App ViTrade WebFiliale, mit der sich Aktien, Anleihen, ETFs, Fonds und Hebelzertifikate handeln lassen, aber kein Daytrading über HTX. Wer mit Android arbeitet und unterwegs schnell reagieren will, findet hier kein passendes Werkzeug.

Ein Detail erschwert den Einstieg zusätzlich: Für die Anmeldung an HTX Mobile ist laut Quick-Start-Anleitung des Anbieters ein Benutzerzertifikat nötig, das der Kundenbetreuer im Online-Archiv der WebFiliale bereitstellt. Die App lässt sich also nicht einfach installieren und benutzen.

ViTrade Handelsplattformen und ihre Systemvoraussetzungen im Überblick
Die Profi-Plattform HTX läuft nur unter Windows, die Trading-App HTX Mobile nur auf iPhone und iPad. Stand: September 2026.

stock3

stock3 ist die Analyse-Umgebung, nicht die Handelsplattform. Sie liefert Echtzeitkurse, Charting, Nachrichten, Preisalarme und ein Musterdepot und lässt sich frei aus Widgets zusammensetzen. Aus stock3 heraus kann man sich direkt in das ViTrade-Depot einloggen und eine Analyse in eine Order überführen. Wer die Plattform kennenlernen will, findet in unserem stock3 Testbericht die Details.

Der frühere Name sorgt bis heute für Verwirrung. stock3 hieß bis 2022 Guidants und gehört zur Börsenmedien-Gruppe. Viele Testberichte, auch ältere Fassungen dieses Artikels, führen beide Namen nebeneinander auf, als wären es zwei Angebote. Es ist dasselbe Produkt.

CFD Handelsplattform

Für Differenzkontrakte gibt es eine eigene Oberfläche im Browser. Sie ist kostenlos, verlangt keine Installation und deckt die üblichen Funktionen ab: One-Click-Trading, Realtime-Push-Kurse, Chart-Tool mit Indikatoren, Newsticker und eine Pop-Out-Funktion für mehrere Bildschirme. Ein kostenloses Demokonto gehört dazu. Weil sie im Browser läuft, ist sie die einzige Trading-Oberfläche des Anbieters, die auch auf dem Mac funktioniert.

Die Handelskonditionen des Online Brokers

Die Gebühr hängt daran, welche Plattform genutzt wird. Das ist die Besonderheit bei ViTrade und der Grund, warum in Testberichten drei verschiedene Einstiegspreise kursieren. Über HTX handelt man am günstigsten, über den kostenlosen WebTrader deutlich teurer. Die Konditionen stammen aus dem Preis- und Leistungsverzeichnis der flatexDEGIRO Bank SE, das für die unter der Marke ViTrade betreuten Kunden gilt.

An deutschen Börsen beginnt es bei 5,95 Euro. Über Xetra zahlt man 5,95 Euro Mindestgebühr und 0,09 Prozent vom Kurswert, gedeckelt bei 40 Euro. An den Parkettbörsen sind es 9,00 Euro Minimum. Liegt das Papier beim Auslandskassenverein, steigt die Mindestgebühr auf 6,95 Euro und der Satz auf 0,12 Prozent. Dazu kommen Maklercourtage oder Transaktionsentgelt der Börse und eine Abwicklungsgebühr von 0,59 Euro, bei Auslandsverwahrung 2,08 Euro.

Börslich über HTXInlandAusland
Minimum Xetra5,95 Euro6,95 Euro
Minimum Parkettbörsen9,00 Euro9,00 Euro
Provisionssatz0,09 % vom Kurswert0,12 % vom Kurswert
Höchstbetrag40,00 Euro40,00 Euro

Der Direkthandel ist günstiger als der Börsenweg. Über HTX kostet eine Order außerhalb der Börse ab 6,90 Euro bei 0,09 Prozent, gedeckelt bei 25 Euro. Läuft sie über Lang & Schwarz, sind es 9,00 Euro Minimum. Diese 6,90 Euro fehlten in älteren Fassungen dieses Artikels vollständig, obwohl sie den günstigsten Ordersatz des Hauses darstellen. Bei sogenannten SFDs kommen 6,00 Euro Liquidity Providing Fee je Kauf und Verkauf hinzu.

Die kostenlose Variante zahlt man an der Order. Über HTX Light und den WebTrader entfällt die Monatsgebühr, dafür steigt der Provisionssatz auf 0,15 Prozent. Börslich beträgt die Mindestgebühr dort 9,95 Euro bei einem Höchstbetrag von 50,00 Euro, im Direkthandel 6,90 Euro bei einem Deckel von 25 Euro. Diese Deckelung bei 50 Euro fehlte bisher in unserer Darstellung.

WegMinimumSatz und Deckel
Direkthandel über HTX6,90 Euro0,09 %, max. 25 Euro
Direkthandel L&S9,00 Euro0,09 %, max. 25 Euro
WebTrader börslich9,95 Euro0,15 %, max. 50 Euro
WebTrader Direkthandel6,90 Euro0,15 %, max. 25 Euro
Premiumpartner3,90 Euroab 1.000 Euro Ordervolumen

Im Ausland wird es deutlich teurer. Für Wertpapiere an ausländischen Börsen berechnet ViTrade 0,15 Prozent vom Kurswert bei einer Mindestgebühr von 30 Euro, in Griechenland 35 Euro. Nur für die US-Börsen gilt eine eigene Staffel mit mindestens 14,95 Euro und höchstens 50 Euro. Wer regelmäßig kleine Auslandspositionen handelt, sollte das nachrechnen: Bei einer Order über 2.000 Euro an der Euronext kosten Kauf und Verkauf zusammen 60 Euro, also drei Prozent des Einsatzes.

RegionBörsenplatzProvision
Benelux, Frankreich, PortugalEuronext0,15 %, mind. 30 Euro
ÖsterreichWien0,15 %, mind. 30 Euro
SchweizSWX0,15 %, mind. 30 Euro
ItalienAFFARI0,15 %, mind. 30 Euro
SpanienMadrid0,15 %, mind. 30 Euro
GriechenlandAthen0,15 %, mind. 35 Euro
KanadaTSE, TSX Venture0,15 %, mind. 30 Euro
GroßbritannienIOB, LSE0,15 %, mind. 30 Euro
USANYSE, NASDAQ, AMEX, ARCA0,15 %, mind. 14,95 Euro, max. 50 Euro

Bei CFDs zahlt man meist nur den Spread. Auf Indizes, Rohstoffe, Edelmetalle, Währungen und Zins-Futures fällt keine Ordergebühr an. Aktien-CFDs kosten 0,05 Prozent bei mindestens 5 Euro, DAX-Futures 0,01 Prozent. Wer eine Position über Nacht hält, zahlt 3,5 Prozent Finanzierungskosten auf das gehebelte Volumen, bei Aktien, Indizes und Edelmetallen zuzüglich beziehungsweise abzüglich des Währungszinses. Bei Rohstoffen, Zins-Futures und Volatilitätsindizes bleibt es bei den 3,5 Prozent ohne Zinskomponente.

CFDs aufOrdergebühr
Indizes, Rohstoffe, Währungen, Zins-Futureskeine
Aktien0,05 %, mind. 5,00 Euro
DAX-Futures0,01 %, mind. 5,00 Euro
sonstige Index-Futures0,02 %, mind. 5,00 Euro
Volatilitätsindizes0,02 %, mind. 5,00 Euro

Futures sind der günstigste Teil des Angebots. Ein Kontrakt kostet 3,95 Euro pro Halfturn zuzüglich Börsengebühren, der Mini-DAX-Future nur 1,11 Euro. Für das Marginkonto fallen weder Gebühren noch Zinsen an. Diese Sätze gelten allerdings nur für Kunden mit Profi-Einstufung, wie im Abschnitt zu den handelbaren Instrumenten beschrieben.

Wer selten handelt, rechnet die Plattform mit ein. Die 49 Euro Monatsgebühr unterhalb von 70 Trades sind der größte Kostenblock des Angebots. Bei zehn Trades im Monat kommen auf jede Order rechnerisch fast fünf Euro Plattformkosten obendrauf, und der günstige Ordersatz ist damit aufgezehrt. Ein Überblick über die Gesamtkosten steht in unserem Beitrag zu den Tradingkosten.

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ViTrade und Short-Selling

Gedeckte Leerverkäufe auf deutsche Aktien sind die Kernkompetenz von ViTrade und der Grund, warum der Broker trotz seiner Nischengröße einen Namen hat.

Beim Leerverkauf verkauft man Papiere, die man nicht besitzt. Man leiht sie sich, verkauft sie und deckt sich später zu einem hoffentlich niedrigeren Kurs wieder ein. Bei ViTrade lassen sich auf diesem Weg alle in Deutschland gehandelten Aktien und Schuldtitel short handeln. Die Hintergründe stehen in unserem Beitrag zum Leerverkauf.

Ein Ampelsystem zeigt, was geht. In der HTX-Oberfläche steht neben jedem Titel eine Farbe. Grün heißt: keine Beschränkung. Orange heißt: nur intraday, mit Eindeckung bis 19:00 Uhr am selben Tag. Wer die Position darüber hinaus halten will, braucht eine Wertpapierleihe. Rot heißt: für Leerverkäufe gesperrt. Diese Anzeige in Echtzeit ist der praktische Vorteil gegenüber Brokern, bei denen man es erst bei der Orderaufgabe erfährt.

Wer die Eindeckung verpasst, zahlt. Ist ein orange markierter Shortbestand um 19:00 Uhr nicht glattgestellt, deckt ViTrade zwangsweise ein, und das kostet eine Pauschale zuzüglich Ordergebühr. Die Wertpapierleihe für Overnight-Positionen berechnet einen gattungsabhängigen Prozentsatz auf den Kurswert bei Eröffnung, dazu einen festen Mindestbetrag. Dieser Mindestbetrag ist die eigentliche Hürde: Für eine kleine Position lohnt sich ein Overnight-Short damit selten. Die genauen Sätze stehen im folgenden Abschnitt.

Fünf Voraussetzungen müssen erfüllt sein. Nötig sind ein genehmigter Kundenantrag für ein Intraday- und Overnight-Short-Selling-Limit, die Zulassung für komplexe Finanzinstrumente, eine einwandfreie Kontoführung, hinterlegte Sicherheiten aus Kontosaldo und bewertetem Depotbestand sowie eine Selbstauskunft. Leerverkäufe sind zudem nur im Rahmen der EU-Leerverkaufsverordnung 236/2012 zulässig. Wer die Mechanik dahinter verstehen will, findet sie unter Short-Positionen im Trading.

Die Daytrading Konditionen von ViTrade

Für den Kauf und Verkauf gelten die normalen Sätze. Beim Daytrading fallen die üblichen Transaktionskosten an, also 5,95 Euro aufwärts je nach Handelsplatz und Plattform. Besonders sind bei ViTrade nicht die Ordergebühren, sondern die Zusatzkosten rund um Leerverkäufe, die in der folgenden Tabelle stehen.

LeistungPreis
Leerverkauf und Eindeckungnormale Transaktionskosten
Wertpapierleihe über NachtProzentsatz auf den Kurswert, mind. 300,00 Euro
Zwangseindeckung50,00 Euro zuzüglich Ordergebühr
Short über den HV-Tag50,00 Euro zzgl. 19 % MwSt.

Das Ordermenü ist für schnelles Arbeiten gebaut. Trailing Stop, OCO, Iceberg-Order, Join- und Best-Order sowie vordefinierbare Aufträge stehen bereit, ebenso der Handel in Auktionen. Über die API- und RTD-Schnittstelle lässt sich der Handel automatisieren. Wer wissen will, welche Werkzeuge dafür sonst noch in Frage kommen, findet eine Übersicht unter Trading Software.

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ViTrade und Steuern

ViTrade ist ein steuereinfacher Broker. Weil die flatexDEGIRO Bank SE ihren Sitz in Deutschland hat, führt sie die Abgeltungsteuer automatisch ab. Der Satz beträgt 25 Prozent auf Kapitalerträge, dazu kommen 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf den Steuerbetrag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Der Soli ist für die meisten Steuerzahler seit 2021 weggefallen, bei der Abgeltungsteuer wird er aber weiterhin einbehalten.

Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1.000 Euro. Bis zu diesem Betrag bleiben Kapitalerträge steuerfrei, bei zusammen veranlagten Ehepaaren sind es 2.000 Euro. Diese Beträge gelten seit dem 1. Januar 2023; davor waren es 801 und 1.602 Euro. Ältere Fassungen dieses Artikels nannten noch die alten Werte, ebenso wie zahlreiche andere Broker-Testberichte. Damit der Freibetrag greift, muss beim Broker ein Freistellungsauftrag hinterlegt werden.

Eine Einordnung zur Abgeltungsteuer: Sie wurde zum 1. Januar 2009 eingeführt und ist keine neue Steuerart, sondern eine besondere Form der Kapitalertragsteuer mit abgeltender Wirkung. Der Unterschied zur früheren Regelung liegt darin, dass mit dem Abzug an der Quelle die Steuerschuld erledigt ist. Was das im Alltag bedeutet, steht ausführlich unter Abgeltungssteuer und in unserem Beitrag zu Steuern für Trader.

Eine Grenze gehört dazu: Wir geben keine Steuerberatung. Ob im Einzelfall Verlustverrechnungstöpfe, ausländische Quellensteuer oder die Behandlung von Termingeschäften eine Rolle spielen, klärt ein Steuerberater. Die automatische Abführung nimmt Arbeit ab, sie ersetzt die Prüfung der eigenen Steuererklärung nicht.

Demokonto bei ViTrade

Es gibt zwei Demokonten mit unterschiedlicher Laufzeit. Die Demoversion von HTX Light läuft vier Wochen. Für die CFD-Plattform gibt es ein eigenes Konto über 14 Tage mit 50.000 Euro virtuellem Kapital unter realen Marktbedingungen. Wer mehrere Plattformen vergleichen will, sollte beide nacheinander nutzen und nicht parallel.

Zwei Wochen sind für eine Bewertung knapp. In dieser Zeit lässt sich die Bedienung kennenlernen, aber keine Strategie prüfen. Für eine belastbare Einschätzung braucht es mehrere Marktphasen. Ein Demokonto ersetzt außerdem nicht die Erfahrung mit echtem Geld: Ohne Verlustrisiko trifft man andere Entscheidungen. Mehr dazu steht unter Trading Demokonto.

ViTrade Kontoeröffnung

Der Einstieg läuft über ein Formular auf der Website. Abgefragt werden Stammdaten, also Anrede, Name, E-Mail, Telefon und Anschrift. Nach der Bestätigung der E-Mail-Adresse folgt eine zweite Nachricht mit Installationsprogramm, Anleitung und den Zugangsdaten für das Demokonto. Ein Live-Konto lässt sich während der Demophase oder danach jederzeit eröffnen.

Für das Live-Konto folgt die Legitimation. Wie bei jeder deutschen Bank ist eine Identitätsprüfung vorgeschrieben. Wer Leerverkäufe oder Futures nutzen will, reicht zusätzlich Anträge und Nachweise ein, im Fall der Profi-Einstufung sogar einen handschriftlich unterschriebenen Einstufungsbogen. Der Weg zum vollen Funktionsumfang ist damit länger als bei einem Neobroker.

ViTrade Kontoeröffnung: Formular für die Stammdaten
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Kundenservice und Angebote

Der Kundenservice von ViTrade

Für Kunden ist der Support 14 Stunden am Tag erreichbar. Bestandskunden erreichen ihn montags bis freitags von 8:00 bis 22:00 Uhr, Interessenten von 8:00 bis 18:00 Uhr. Diese Randzeiten decken den US-Handel bis zum Schluss ab, was für aktive Trader mehr wert ist als jede Auszeichnung. Für Kunden aus dem Ausland gibt es eine gesonderte Rufnummer, dazu ein Kontaktformular und den Weg über den technischen Support.

Eine Einschränkung betrifft die Bank, nicht die Marke. Die kontoführende flatexDEGIRO Bank SE ist nur montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr erreichbar. Wer abends ein Problem mit dem Konto statt mit einer Order hat, kommt also nicht weiter. Einen Chat oder eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung gibt es nicht.

Angebote zur Schulung und Weiterbildung bei ViTrade

Es gibt eine Akademie, Webinare und Einzelschulungen. Die Einzelschulung ist dabei das interessanteste Angebot: ein direktes Gespräch mit einem Mitarbeiter zu einem konkreten Anliegen, und laut Anbieter kostenlos. Für eine Plattform mit dem Funktionsumfang von HTX ist so eine Einweisung sinnvoll investierte Zeit.

Eine Grenze sollte man kennen: Schulungen eines Brokers erklären die Bedienung seiner Software. Sie ersetzen keine Handelsausbildung und sind kein neutraler Rat zur Strategie. Wer eine Methode sucht, sollte sie unabhängig vom Broker lernen und die Plattformschulung als das nehmen, was sie ist: eine Produkteinweisung.

ViTrade im Brokervergleich

ViTrade ist kein Broker für jeden, und das ist Absicht. Das Angebot ist auf eine schmale Gruppe zugeschnitten: Trader, die häufig handeln, unter Windows arbeiten und Wert auf Leerverkäufe mit direktem Börsenzugang legen. Für diese Gruppe stimmen die Konditionen. Wer zweimal im Monat einen ETF-Sparplan bedient, ist hier falsch und zahlt mit der Plattformgebühr für Leistungen, die er nicht braucht. Eine Übersicht über die Alternativen steht in unserem Online-Broker-Vergleich.

Die Rechnung geht ab etwa 70 Trades im Monat auf. Das ist keine gegriffene Zahl, sondern exakt die Schwelle, ab der ViTrade die Plattformgebühr erlässt. Der Anbieter hat seine Zielgruppe damit selbst definiert. Wer darunter bleibt, sollte die monatliche Plattformgebühr in die Kostenrechnung aufnehmen, bevor er den günstigen Ordersatz als Argument nimmt.

Vor der Entscheidung sollten drei Fragen geklärt sein: Läuft Windows auf dem Rechner, und erfüllt er die 16 GB Arbeitsspeicher? Wird Android oder iOS genutzt, wenn mobiler Handel dazugehören soll? Und werden Futures gebraucht, für die eine Profi-Einstufung nötig ist? Bei jeder dieser Fragen kann das Angebot ausscheiden, unabhängig davon, wie gut die Gebühren sind.

Vorteile von ViTrade

  • Deutsche Bank im Rücken: Konto und Depot liegen bei der flatexDEGIRO Bank SE unter Aufsicht von BaFin und Bundesbank, Guthaben bis 100.000 Euro gesetzlich gesichert.
  • Leerverkäufe mit Ampelsystem: Die Plattform zeigt in Echtzeit, welcher Titel intraday oder über Nacht short handelbar ist. Das bieten wenige deutsche Broker in dieser Form.
  • Günstig bei hoher Frequenz: Die Ordersätze liegen im unteren Bereich dessen, was Broker mit direktem Börsenzugang verlangen, und sind nach oben gedeckelt. Ab 70 Trades im Monat entfällt die Plattformgebühr.
  • Support bis 22 Uhr: Der Kundenservice ist werktags von 8:00 bis 22:00 Uhr erreichbar und deckt damit den US-Handel bis zum Schluss ab.
  • Automatisierung möglich: Über die API- und RTD-Schnittstelle lassen sich eigene Programme anbinden, inklusive Datenausgabe nach Excel.
  • Steuereinfach: Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag werden automatisch abgeführt, ein Freistellungsauftrag lässt sich hinterlegen.

Nachteile von ViTrade

  • HTX läuft nur unter Windows: Verlangt werden Windows 10 oder 11, ein Intel-Prozessor der 13. Generation und 16 GB Arbeitsspeicher. Mac-Nutzer bekommen die Profi-Plattform nicht.
  • Kein Daytrading auf Android: HTX Mobile gibt es nur für iPhone und iPad. Im Play Store liegt allein die WebFiliale-App für den normalen Wertpapierhandel.
  • Futures nur mit Profi-Einstufung: Der beworbene Mini-DAX-Future setzt zwei von drei MiFID-Kriterien voraus, darunter ein Vermögen von 500.000 Euro oder 40 Wertpapiertransaktionen im Jahr zu je 12.500 Euro.
  • Plattformgebühr unter 70 Trades: Wer die Schwelle verfehlt, zahlt monatlich für die Software, zuzüglich der Realtime-Kursgebühren der Börsen.
  • Xetra nur zur Haupthandelszeit: Der Handel läuft von 9:00 bis 17:30 Uhr. Xetra-Früh- und Späthandel bietet ViTrade nicht an, ausgerechnet in den bewegten Randzeiten.
  • Kaum öffentliche Belege: Es gibt kein Trustpilot-Profil, kaum Erfahrungsberichte und seit 2013 keine Auszeichnung mehr. Wer sich auf Kundenstimmen stützen will, findet fast nichts.

Bisherige Erfahrungen mit ViTrade im Internet

Die auffälligste Erfahrung ist, dass es kaum Erfahrungen gibt. Für ViTrade existiert kein Trustpilot-Profil. Auf den Portalen, die den Broker führen, stehen einzelne Stimmen: aktien.net zählt eine Kundenbewertung, trading-fuer-anfaenger.de ebenfalls eine, vielebroker.de weist null Erfahrungsberichte aus. Im Wertpapier-Forum gibt es einen Diskussionsstrang, dessen jüngster nennenswerter Beitrag aus dem Jahr 2018 stammt.

Das ist keine Schwäche des Anbieters, sondern eine Folge der Größe. Ein Broker mit monatlicher Plattformgebühr und einer 70-Trades-Schwelle hat naturgemäß wenige, aber aktive Kunden. Heavy Trader schreiben selten Bewertungen. Der Vergleich macht es deutlich: Trade Republic kommt auf über 47.000 Trustpilot-Stimmen, Interactive Brokers auf mehr als 5.400. ViTrade auf keine.

Trotzdem behaupten mehrere Testberichte, es gebe viele Stimmen. Ein Wettbewerber schreibt sinngemäß, der Kundenservice werde von vielen Nutzern positiv hervorgehoben. Eine Quelle dafür nennt er nicht, und wir haben keine gefunden. Solche Sätze klingen nach Recherche und sind keine. Wer eine belastbare Einschätzung sucht, findet sie eher in den nachprüfbaren Konditionen als in nicht belegten Stimmungsbildern.

Ein wiederkehrendes Thema lässt sich benennen. In der Forendiskussion ging es um fehlerhafte Abrechnungen bei Trades. Der Beitrag ist von Ende 2018 und damit alt genug, dass daraus keine Aussage über den heutigen Stand folgt. Wir nennen ihn, weil er der einzige inhaltlich konkrete öffentliche Erfahrungsbericht ist, den die Recherche zutage gefördert hat. Wer ein Konto eröffnet, sollte die ersten Abrechnungen gegenlesen. Das ist bei jedem Broker vernünftig.

Karstens eigene Einordnung: Ich habe kein Konto bei ViTrade und gebe deshalb keinen Erfahrungsbericht aus erster Hand aus. Was sich prüfen lässt, sind Konditionen, Regulierung und die technischen Voraussetzungen, und das ist in diesem Artikel geschehen. Für die Ausführungsqualität, die ich bei Brokern für wichtiger halte als jeden Spread, gibt es öffentlich keine belastbaren Daten. Das gehört zur ehrlichen Antwort dazu.

Fazit: Für wen sich ViTrade lohnt

ViTrade ist ein solider Nischenanbieter mit einer klaren Zielgruppe. Hinter der Marke steht eine deutsche Bank unter BaFin-Aufsicht, die Ordersätze sind für vielhandelnde Kunden günstig, und beim Short-Selling bietet der Broker etwas, das im deutschen Markt selten ist. Wer mehr als 70 Mal im Monat handelt, unter Windows arbeitet und Leerverkäufe fährt, findet hier ein passendes Werkzeug.

Für alle anderen gibt es drei harte Ausschlusskriterien. Die Profi-Plattform läuft nicht auf dem Mac. Ein Daytrading-Frontend für Android existiert nicht. Und Futures setzen eine Einstufung als professioneller Kunde voraus, die an 500.000 Euro Vermögen oder eine entsprechende Handelshistorie geknüpft ist. Diese drei Punkte entscheiden über die Eignung stärker als jede Gebührentabelle, und sie stehen in keinem der Testberichte, die derzeit zu diesem Broker ranken.

Was uns beim Prüfen aufgefallen ist: Der Anbieter kommuniziert seine eigenen Zahlen uneinheitlich. Die Zahl der Handelspartner steht auf einer Seite bei 24 und auf einer anderen bei „mehr als 20″, die Zahl der internationalen Börsenplätze schwankt ebenfalls. Auch die eigene FAQ trägt noch die alte Firmierung. Das ist kein Seriositätsproblem, wohl aber ein Hinweis darauf, dass die Website nicht besonders eng gepflegt wird. Für Konditionen gilt deshalb: das Preis- und Leistungsverzeichnis der Bank schlägt jede Marketingseite.

Unser Rat für die Prüfung: Erst die eigene Handelsfrequenz eines typischen Monats ausrechnen und die Plattformgebühr gegenrechnen. Dann das Demokonto nutzen, um zu sehen, ob die Bedienung passt. Und wer international handelt, die Mindestgebühr je Auslandsorder gegen die eigene übliche Positionsgröße halten. Bei kleinen Positionen ist das der teuerste Posten des ganzen Angebots. Alle Beträge stehen im Abschnitt zu den Handelskonditionen.

Häufige Fragen zu ViTrade

Ist ViTrade seriös?

ViTrade ist eine Marke der flatexDEGIRO Bank SE mit Sitz in Frankfurt am Main, eingetragen im Handelsregister unter HRB 141330. Die Bank wird von der BaFin und der Deutschen Bundesbank beaufsichtigt, Guthaben sind über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken bis 100.000 Euro je Kunde gesichert. Anhaltspunkte für Unseriosität gibt es nicht. Auffällig ist allerdings, dass es kein Trustpilot-Profil und kaum öffentliche Erfahrungsberichte gibt und die jüngste Auszeichnung aus dem Jahr 2013 stammt.

Was kostet ein Depot bei ViTrade?

Eine Depotgebühr fällt nicht an, gezahlt wird je Order und für die Plattform. Über die Profi-Software HTX kostet eine Order an deutschen Börsen mindestens 5,95 Euro plus 0,09 Prozent vom Kurswert, gedeckelt bei 40 Euro; im außerbörslichen Direkthandel beginnt es bei 6,90 Euro. Über den kostenlosen WebTrader steigt der Satz auf 0,15 Prozent bei mindestens 9,95 Euro. HTX selbst ist ab 70 vollausgeführten Trades im Monat gratis, darunter kostet es 49 Euro monatlich zuzüglich der Realtime-Kursgebühren.

Gibt es eine ViTrade App für Android?

Nur eingeschränkt. Die Daytrading-App HTX Mobile gibt es ausschließlich für iPhone und iPad ab iOS 14. Im Google Play Store liegt allein die App ViTrade WebFiliale, mit der sich Aktien, Anleihen, ETFs, Fonds und Hebelzertifikate handeln lassen. Ein Android-Pendant zur Profi-Plattform existiert nicht. Für die Anmeldung an HTX Mobile ist zudem ein Benutzerzertifikat nötig, das der Kundenbetreuer im Online-Archiv bereitstellt.

Wie erreiche ich ViTrade telefonisch?

ViTrade ist unter der kostenfreien Nummer 0800 / 333 20 01 erreichbar, werktags von 8:00 bis 22:00 Uhr für Kunden und von 8:00 bis 18:00 Uhr für Interessenten. Für Anliegen rund um Konto und Depot ist die Kundenhotline der flatexDEGIRO Bank SE unter 0800 / 387 23 31 zuständig, dort allerdings nur werktags von 8 bis 18 Uhr. Der Sitz von ViTrade ist die Joachimsthaler Straße 12 in 10719 Berlin.

Kann ich als Firma ein Depot bei ViTrade eröffnen?

Ja, ViTrade führt einen eigenen Geschäftskundenbereich. Angeboten werden dort individuell zugeschnittene Lösungen, die Anbindung eigener Software über die API- und RTD-Schnittstelle, Wertpapierfinanzierung über Kreditlinien und einen Lombardkredit sowie der internationale Handel. Der Kryptohandel steht dagegen nur natürlichen Personen mit Einzeldepot und Wohnsitz in Deutschland offen.

Wie viele außerbörsliche Handelspartner hat ViTrade?

Der Anbieter nennt auf seiner Premiumpartner-Seite 24 Handelspartner für den Direkthandel, darunter Baader Bank, BNP Paribas, DZ Bank, Goldman Sachs, HSBC, UniCredit, ING, Société Générale und Lang & Schwarz. Auf anderen Seiten derselben Website steht dagegen die Angabe mehr als 20. Handelbar sind darüber Aktien, Zertifikate, Optionsscheine, Anleihen und ETFs, meist von 8:00 bis 22:00 Uhr.

Wem gehört ViTrade?

ViTrade ist keine eigenständige Gesellschaft, sondern eine Marke der flatexDEGIRO Bank SE, die auch flatex betreibt. Bis 2019 firmierte die Konzernmutter als FinTech Group AG, danach als flatexDEGIRO AG; Ende Dezember 2025 wechselte der Konzern in die Rechtsform der Europäischen Gesellschaft. Geleitet wird die Marke seit Mai 2019 von Thorsten Schönfelder.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er handelt seit 1980 aktiv und arbeitet als diskretionärer Price-Action-Trader in den Märkten Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsen. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Ende der 1980er Jahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte alle 10 Bücher des amerikanischen Trading-Autors, bekannt für den Ross-Haken und den Traders Trick Entry.

Broker beurteilt Karsten an drei Dingen: Kosten, Regulierung und Ausführung. Nach Jahrzehnten am Terminal weiß er, dass ein günstiger Spread wenig wert ist, wenn die Order im schnellen Markt schlecht gefüllt wird. Für diesen Bericht wurden Impressum, Konditionenseiten, Systemvoraussetzungen und Angebotsbedingungen des Anbieters einzeln an der Quelle geprüft und mit dem Preis- und Leistungsverzeichnis der depotführenden Bank abgeglichen.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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