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MotiveWave Erfahrungen – Test und Bewertung (2026)

Zuletzt aktualisiert: 08. September 2026

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21 Min

Christian Möhrer

Überprüft von

Christian Möhrer

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MotiveWave gilt unter Elliott-Wellen-Analysten als eine der wenigen ernsthaften Adressen. Die Software kommt aus dem kanadischen Kelowna, läuft auf Windows, macOS und Linux und wird in sechs Ausbaustufen verkauft, von der kostenlosen Community-Version bis zur voll ausgestatteten Ultimate-Edition. Der Begriff „Lifetime License“ auf der Preisseite ist dabei die wichtigste Stelle, an der Interessenten sich verrechnen.

Dieser Bericht sagt dir, was die einzelnen Editionen tatsächlich kosten — einmalig, zur Miete, auf Raten und ab dem zweiten Jahr. Wir haben die Preisseite des Anbieters in allen fünf Abrechnungsvarianten ausgelesen, die Downloadseite und den Versionsstand geprüft, die 166 Trustpilot-Bewertungen samt Sternverteilung ausgewertet und die Mobile App in beiden Stores nachgeschlagen. Zu jeder Zahl steht hier, woher sie stammt und wann sie geprüft wurde.

Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

MotiveWave Software: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Was es ist: Eine Charting- und Handelsplattform aus Kanada mit Schwerpunkt auf technischer Analyse, Elliott-Wellen und Order Flow. Sie ist broker-neutral und bindet über 30 Broker und Datenanbieter an.
  • Was es kostet: Die Community-Edition ist kostenlos. Die Kaufversionen liegen zwischen $245 (Standard) und $2.295 (Ultimate). Zur Miete geht es ab $24 im Monat los.
  • Der Haken beim Kauf: „Lifetime“ meint die Lizenz, nicht die Updates. Im Kaufpreis steckt ein Jahr Updates und Support. Danach kostet die Verlängerung je nach Edition $55 bis $295 pro Jahr.
  • Aktueller Stand: Version 7.0.29, veröffentlicht am 15. August 2026. Builds gibt es für Windows, Linux, macOS Intel und macOS Apple Silicon.
  • Was Nutzer bemängeln: Bei Trustpilot steht die Software auf 4,3 von 5 aus 166 Bewertungen — aber 12 Prozent vergeben nur einen Stern, und die Kritik trifft fast immer dasselbe: Ruckeln, Ressourcenhunger und der Versionswechsel auf 7.
  • Für wen es sich lohnt: Für Elliott-Wellen-Analysten und Order-Flow-Trader, die eine Desktop-Plattform ohne Broker-Bindung suchen. Wer nur Charts braucht, kommt mit der Gratisversion sehr weit.

Du willst es selbst ausprobieren? Der Anbieter stellt einen 14-tägigen Testzugang ohne Zahlungsdaten bereit: MotiveWave 14 Tage kostenlos testen.

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Was ist MotiveWave?

MotiveWave ist eine Desktop-Software für Chartanalyse und Handelsausführung, die sich mit dem Broker oder Datenanbieter deiner Wahl verbindet und ihren Schwerpunkt auf der Elliott-Wellen-Analyse hat.

Der Name ist ein Fachbegriff. Als Motive Waves bezeichnet die Elliott-Wellen-Theorie die Impulswellen, also die Kursbewegungen in Richtung des übergeordneten Trends. Wie diese Wellenzählung funktioniert, erklärt unsere Einführung in die Elliott-Wellen-Analyse.

Hinter der Marke steht die Silver Bullet Solutions Inc. mit Sitz in Kelowna in British Columbia, Kanada. Das ist die Gesellschaft, die auch in den App-Stores als Anbieter der mobilen App eingetragen ist. Die Softwareentwicklung begann 2008, als der Gründer keine Elliott-Wellen-Software fand, die seinen Ansprüchen genügte, und selbst zu programmieren anfing. Die Firma wurde 2010 gegründet.

MotiveWave 14 Tage kostenlos testenOhne Zahlungsdaten. Der Testzugang endet nach 14 Tagen automatisch.

Die Plattform ist broker-neutral. Sie schreibt dir also nicht vor, wo du dein Konto führst, sondern bindet nach Anbieterangabe über 30 Broker und Datenanbieter an. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu Plattformen, die fest zu einem Broker gehören. Als reinen Datenlieferanten kannst du unter anderem dxFeed anbinden; das US-Clearinghaus Dorman Trading führt die Software in seiner Plattformübersicht.

Wichtig für die Kostenrechnung: MotiveWave liefert selbst keine Kursdaten. Der Anbieter schreibt das in der Beschreibung seiner App ausdrücklich. Marktdaten beziehst du über deinen Broker oder einen separaten Datenanbieter, und die kosten je nach Börse extra.

Bei Optimus Futures kostet MotiveWave 29 US-Dollar im Monat, der Datenfeed über Rithmic oder CQG wird zusätzlich je Orderseite berechnet.

Was kostet MotiveWave?

MotiveWave verkauft sechs Editionen, die aufeinander aufbauen. Jede Stufe enthält alles aus der darunter und legt eigene Werkzeuge obendrauf. Alle Preise stehen in US-Dollar und wurden am 2. September 2026 direkt auf der Preisseite des Anbieters ausgelesen. Regionale Steuern kommen laut Anbieter gegebenenfalls hinzu.

MotiveWave Preistabelle mit den sechs Editionen und den fünf Abrechnungsmodellen
So sieht die Preisseite in der Einmalkauf-Ansicht aus. Über den Editionen stehen die fünf Abrechnungsmodelle zur Auswahl, unter jeder Kaufversion der Vermerk „1 year updates and support included“. Screenshot vom 3. September 2026.

Die sechs Editionen und ihre Kaufpreise

EditionEinmalkaufUpdates ab Jahr 2
Communitykostenlosentfällt
Standard$245$55
Order Flow$595$105
EW Lite$1.395$205
PRO$1.495$225
Ultimate$2.295$295
Kaufpreise und jährliche Verlängerung für Updates und Support, ausgelesen auf motivewave.com am 2. September 2026. Das erste Jahr Updates ist im Kaufpreis enthalten.

Die rechte Spalte ist die Zahl, die in den meisten Testberichten fehlt. Wir kommen gleich darauf zurück.

MotiveWave Editionen im Vergleich: Funktionsumfang von Community bis Ultimate
MotiveWave Editionen im Vergleich: Welche Funktion ab welcher Stufe verfügbar ist. EW Lite setzt auf Standard auf, nicht auf Order Flow. Zum Vergrößern antippen. Stand: 2. September 2026.

Der entscheidende Sprung liegt zwischen Community und Standard. Community ist reines Charting mit Replay und Handelssimulation, ohne Live-Handel. Standard bringt den echten Handel, die Mobile App, Cloud-Arbeitsbereiche und den Trade Report. Order Flow ergänzt die Order-Flow-Werkzeuge, ein erweitertes DOM und einen Trade Copier. EW Lite setzt statt dessen auf Standard auf und fügt nur das Elliott-Wave-Werkzeugpaket hinzu. PRO bringt mehrere Broker gleichzeitig, Strategien, Backtesting und die Scanner. Ultimate enthält zusätzlich die erweiterten Elliott-Wave-Werkzeuge, den Wellen-Scanner und die Hurst-Zyklen.

Ein häufiges Missverständnis betrifft die Indikatoren. Auch die kostenlose Community-Edition enthält bereits über 280 eingebaute Studien. Der Unterschied zu den Kaufversionen liegt nicht in der Zahl der Indikatoren, sondern im Live-Handel, in den Bar-Typen und in den Analysewerkzeugen. Wer nur Charts zeichnen und Marktphasen studieren will, kommt mit der Gratisversion sehr weit.

Vier ältere Editionen führt der Anbieter noch unter „Retired Editions“: Analyst, Charts, Charts Plus und Strategy. Sie sind nicht mehr käuflich, bestehende Lizenzen werden aber weiter unterstützt und können Updates nachkaufen. Wenn du in einem älteren Testbericht auf diese Namen stößt, ist der Bericht veraltet.

Mieten, kaufen oder in Raten zahlen

Neben dem Einmalkauf bietet MotiveWave drei Mietlaufzeiten und einen Ratenkauf an. Die Miete ist der einzige Weg, die Software ohne dreistelligen Betrag ernsthaft zu testen, denn der kostenlose Testzugang läuft nach 14 Tagen ab.

Edition1 Monat6 Monate gesamt
Standard$24$135
Order Flow$49$270
EW Lite$89$475
PRO$99$565
Ultimate$159$875
Mietpreise, ausgelesen am 2. September 2026. Die Dreimonatslaufzeit liegt dazwischen und spart laut Anbieter bis zu 6 Prozent, die Sechsmonatslaufzeit bis zu 11 Prozent gegenüber der Monatsmiete.

Während einer laufenden Miete bekommst du Updates und Support immer mit. Das ist der wesentliche Unterschied zum Kauf. Bei Ultimate liegt der Umschlagpunkt bei rund 14 Monaten: Bis dahin ist die Sechsmonatsmiete günstiger, danach der Kauf — sofern du auf die Update-Verlängerung verzichtest.

MotiveWave monatlich mietenMiete inklusive Updates und Support. Der günstigste Einmalkauf startet bei $245.

Beim Ratenkauf lohnt der Blick auf die Endsumme. Vier Raten kosten bei Ultimate $685 je Rate, also $2.740 statt $2.295. Das sind rund 19 Prozent Aufschlag. Bei PRO liegt der Aufschlag bei etwa 19 Prozent ($1.780 statt $1.495), bei EW Lite ebenfalls ($1.660 statt $1.395), bei Order Flow bei rund 18 Prozent ($700 statt $595). Die Standard-Edition lässt sich gar nicht in Raten kaufen, der Anbieter blendet dort „Unavailable“ ein.

Was „Lifetime License“ wirklich bedeutet

Eine Lifetime License bei MotiveWave ist eine dauerhafte Nutzungslizenz für den Versionsstand, den du beim Auslaufen deines Update-Zeitraums hattest — nicht ein dauerhafter Anspruch auf neue Versionen.

Der Anbieter beschreibt das auf seiner Preisseite offen. Im Kaufpreis ist ein Jahr Updates und Support enthalten. Danach hast du zwei Möglichkeiten. Entweder du zahlst nichts mehr und bleibst auf der Version, die beim Ablauf aktuell war — dann hast du aber, wie der Anbieter schreibt, weder Zugriff auf das Support-Team noch auf weitere Software-Updates. Oder du verlängerst für ein weiteres Jahr.

MotiveWave Kosten für die jährliche Verlängerung von Updates und Support je Edition
Die Folgekosten stehen auf derselben Preisseite, nur weiter unten: Nach dem ersten Jahr kostet die Verlängerung je nach Edition zwischen $55 und $295 pro Jahr. Screenshot vom 3. September 2026.

Was das in Zahlen heißt: Wer Ultimate kauft und die Software drei Jahre lang aktuell halten will, zahlt $2.295 plus zweimal $295, zusammen $2.885. Bei PRO sind es $1.945, bei Standard $355. Wer die Verlängerung mitrechnet, kommt bei den großen Editionen näher an die Mietpreise heran, als der Kaufpreis allein vermuten lässt.

MotiveWave Kosten im Vergleich: Kaufpreis und Gesamtkosten nach drei Jahren je Edition
MotiveWave Kosten: Der Kaufpreis deckt ein Jahr Updates ab. Wer die Software drei Jahre aktuell halten will, zahlt bei Ultimate $2.885 statt $2.295. Stand: 2. September 2026.

Das ist kein verstecktes Kleingedrucktes, der Anbieter erklärt es in einem eigenen Abschnitt. Es steht nur nicht in der Preistabelle, und es ist der Punkt, an dem sich Interessenten regelmäßig verrechnen. Wie sich die Preise gegenüber anderen Plattformen einordnen, zeigt unser Vergleich der Trading-Software-Anbieter.

Der Start mit MotiveWave

Der Einstieg ist unkompliziert. Du lädst die Software auf der Herstellerseite herunter und bekommst ohne Zahlungsdaten einen Testzugang für 14 Tage. Installation und Einrichtung sind sauber gelöst, und die Plattform führt dich beim ersten Start durch die Anbindung von Broker und Datenquelle.

Betriebssysteme und Systemvoraussetzungen

Auf der Downloadseite stehen vier Builds bereit: Windows, Linux, macOS Intel und macOS Apple Silicon. Die eigene Apple-Silicon-Version ist der Punkt, der MotiveWave für Mac-Nutzer interessant macht, denn ein großer Teil der Trading-Software läuft auf dem Mac gar nicht oder nur über einen Umweg. Dass auch eine Linux-Fassung angeboten wird, ist in diesem Markt die Ausnahme.

MotiveWave herunterladen – Windows, macOS und LinuxEigene Builds für Apple Silicon, macOS Intel und Linux. Kein Umweg über eine Emulation.
MotiveWave Downloadseite mit Version 7.0.29 und Builds für Windows, Linux, macOS Intel und Apple Silicon
Vier eigene Installationsdateien statt einer: Windows, Linux, macOS Intel und macOS Apple Silicon. Der Versionsstand steht mit Datum darüber. Screenshot vom 3. September 2026.

Der Preis dafür ist der Unterbau. MotiveWave ist in Java geschrieben, und genau daher rührt die plattformübergreifende Verfügbarkeit. Java-Anwendungen brauchen allerdings vergleichsweise viel Arbeitsspeicher, und das ist der häufigste Kritikpunkt in den Nutzerbewertungen. Eine offizielle Mindestanforderung nennt der Anbieter nicht. Wer viele Charts und Order-Flow-Fenster gleichzeitig offen hält, sollte die Software während der Testphase unter realer Last ausprobieren, nicht mit zwei leeren Charts.

Das SDK ist die eigentliche Hürde

Was mich beim Einrichten Zeit gekostet hat, war das Software Development Kit. Damit programmierst du eigene Indikatoren, Studien und Strategien — in Java. Das ist deutlich sperriger als bei Plattformen mit einer eigenen, vereinfachten Handelssprache.

Zum Vergleich: MultiCharts und TradeStation arbeiten mit EasyLanguage. Die ist für Einsteiger schneller zu lernen, und man findet online deutlich mehr Hilfestellungen dazu. Bei MotiveWave musst du die fertigen Studien zusätzlich noch separat importieren. Wer bereits Java kann, hat den Vorteil einer echten Programmiersprache mit allem, was dazugehört. Wer noch nie programmiert hat, wird hier länger brauchen als anderswo.

Auf der Herstellerseite stehen ein ausführlicher Guide, Video-Tutorials und aufgezeichnete Webinare bereit. Die Oberfläche selbst ist aber so aufgeräumt, dass du für den normalen Chart-Betrieb keine Anleitung brauchst.

Charting und Werkzeuge zur technischen Analyse

Hier liegt die Stärke der Software, und hier fehlt mir nichts. Wer technisch handelt, findet alle Bausteine, die er braucht. Für Einsteiger ist die Oberfläche zu Beginn eher überladen, weil das Spektrum so groß ist.

Ab der Standard-Edition stehen über 275 Studien zur Verfügung. Die Chart-Typen reichen von Candlesticks über Heikin-Ashi bis zu 3D-Bars. Wie die einzelnen Kerzenformationen zu lesen sind, steht in unserer Übersicht der wichtigsten Candlestick-Chartmuster.

Zwei Funktionen nutze ich davon ständig. Die erste ist die zeitebenenübergreifende Darstellung: Du kannst dir einen Gleitenden Durchschnitt auf Tagesbasis in den Stundenchart legen, und Zeichnungen aus dem großen Zeitfenster erscheinen automatisch im kleinen. Die zweite sind die Alarme, die sich nicht nur auf feste Kurse, sondern auch auf Trendlinien und Indikatorlinien setzen lassen. Ausgelöste Alarme können direkt eine Order samt Stopp platzieren.

Dazu kommen frei speicherbare Chartvorlagen und beliebig viele parallele Analysen je Chart. So kannst du mehrere Szenarien nebeneinander stehen lassen, ohne eines zu überschreiben.

Bei den Elliott-Wellen liegt der Unterschied zwischen den Editionen. EW Lite enthält das Grundpaket zur Wellenauszählung. Erst Ultimate bringt die automatische Mustererkennung, die Wellen-Marker und den Elliott-Wave-Scanner, der Hunderte Symbole auf bestimmte Wellenmuster absucht. Wer MotiveWave wegen der Elliott-Wellen kauft, kauft in der Regel Ultimate. Wie sich die Software gegen AgenaTrader, MTPredictor und NinjaTrader schlägt, steht in unserem Vergleich der Elliott-Wellen-Software. Wer die Wellen lieber fertig geliefert bekommt, findet im Bericht über den Analysedienst ElliottWaver eine Alternative.

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Das Trading und Order Management

Zum Handeln bringt MotiveWave alles mit, was man braucht. Du kannst direkt aus dem Chart und aus dem DOM heraus ordern, und die gängigen Orderzusätze sind vorhanden: OCO, Trailing Stops und die übrigen Varianten. Beides funktioniert im Alltag zuverlässig.

Ein DOM, kurz für Depth of Market, zeigt die offenen Kauf- und Verkaufsorders je Preisstufe. Ab der Order-Flow-Edition bekommst du dafür die erweiterte Variante samt Order-Flow-Studien und einem Trade Copier, der Trades auf mehrere Konten spiegelt. Was sich aus dem Orderbuch tatsächlich ablesen lässt, erklärt unser Beitrag zum Orderbuch-Trading mit DOM und Time & Sales. Wie ein Chart diese Daten je Preisstufe bündelt, zeigt unser Artikel dazu, was ein Footprint Chart darstellt.

MotiveWave Footprint-Chart mit Bid- und Ask-Volumen je Preisstufe und Volumenprofil
Volume Imprint, der Footprint-Chart von MotiveWave: je Kerze das gehandelte Volumen auf Bid- und Ask-Seite, rechts das Volumenprofil. Diese Werkzeuge gibt es ab der Order-Flow-Edition. Abbildung: MotiveWave.

Bei der Auswertung sehe ich Luft nach oben. Die Erfassung und Dokumentation der Trades ist in Ordnung, aber andere Plattformen lösen das besser. Ab der Standard-Edition gibt es einen Trade Report zur Leistungsauswertung, und die Trades lassen sich nach Excel exportieren. Wer ein ernsthaftes Handelstagebuch führen will, wird trotzdem zu einer eigenen Lösung greifen — wie das aussehen kann, zeigt unser Test von Edgewonk.

MotiveWave mit deinem Broker verbindenÜber 30 Broker und Datenanbieter lassen sich anbinden. Die Kontowahl bleibt deine.

Ohne angebundenen Broker geht nichts. MotiveWave ist die Oberfläche, nicht der Handelsplatz. Die Ausführung läuft immer über dein Konto bei einem der unterstützten Anbieter.

MotiveWave Mobile: Was die App kann und was nicht

Seit 2023 gibt es eine mobile App für iPhone, iPad und Android. Sie taucht in den Suchergebnissen zur Marke weit oben auf, in älteren Testberichten dagegen gar nicht. Sie ist eine echte Handels-App, keine reine Anzeige-App — du kannst darin Futures, Aktien, Forex und Krypto handeln und überwachen.

Drei Einschränkungen gehören dazu. Erstens ist die App nicht kostenlos nutzbar, sondern erst ab der Standard-Edition im Funktionsumfang enthalten. Zweitens unterstützt sie nach Anbieterangabe derzeit nur sechs Broker, während die Desktop-Version über 30 Anbindungen bietet. Drittens ist die Oberfläche ausschließlich auf Englisch, eine deutsche Fassung gibt es nicht.

Die Bewertungen fallen dünn aus. Im App Store steht die App auf 3,0 von 5 — allerdings aus nur sechs Bewertungen, woraus sich kein belastbares Urteil ableiten lässt. Bei Google Play sind über 10.000 Downloads verzeichnet, aber so wenige Bewertungen, dass der Store gar keine Note anzeigt. Die iOS-Fassung steht bei Version 1.1.0 und verlangt mindestens iOS 15, die Android-Fassung wurde zuletzt am 16. August 2026 aktualisiert.

Als Ersatz für den Desktop taugt die App nicht, als Kontrolle unterwegs und zum Nachziehen von Stopps ist sie brauchbar. Wer die Software allein wegen der mobilen Nutzung erwägt, sollte vorher prüfen, ob sein Broker zu den sechs unterstützten gehört.

Der automatisierte Handel

Funktional ist alles da, bequem ist es nicht. Ab der PRO-Edition bekommst du automatisierte Strategieausführung, Backtesting, Optimierung und Walk-Forward-Tests, dazu die Harmonic- und Study-Scanner. Der Funktionsumfang entspricht dem, was andere professionelle Plattformen bieten.

Der Weg dorthin führt über Java. Wie schon beim SDK beschrieben, ist das für Einsteiger die höhere Hürde, und die Studien müssen zusätzlich separat importiert werden. Für einen Trader mit Programmiererfahrung ist das kein Hindernis, sondern eher ein Vorteil, weil er nicht an eine proprie­täre Sprache gebunden ist. Wer automatisiertes Handeln erst kennenlernen will, startet anderswo leichter — einen Überblick gibt unser Beitrag zum Auto-Trading.

Backtesting bleibt Backtesting. Eine Strategie, die auf historischen Daten gut aussieht, ist damit nicht profitabel. Sie ist nur auf diesen Daten nicht durchgefallen. Das gilt für MotiveWave wie für jede andere Plattform.

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Support und Updates

Meine eigenen Anfragen wurden schnell und umfassend beantwortet. Auch in den positiven Nutzerbewertungen ist der Support der am häufigsten gelobte Punkt, teilweise mit Namensnennung einzelner Mitarbeiter und Reaktionszeiten unter 24 Stunden.

Ein Detail relativiert das Bild. Trustpilot vermerkt auf dem Profil des Anbieters ausdrücklich, dass dieser auf negative Bewertungen nicht antwortet. Der Support ist also gut erreichbar, wenn man Kunde ist und ein Ticket öffnet — die öffentliche Auseinandersetzung mit Kritik findet dagegen nicht statt.

Bei den Updates entscheidet dein Lizenzmodell. Wer mietet, bekommt immer die aktuelle Version. Wer kauft, bekommt sie ein Jahr lang und danach nur gegen die jährliche Verlängerung, deren Preise im Kostenabschnitt stehen. Die Entwicklung selbst läuft sichtbar weiter: Der aktuelle Stand ist Version 7.0.29 vom 15. August 2026.

Was Nutzer an MotiveWave kritisieren

Bei Trustpilot steht MotiveWave auf 4,3 von 5 aus 166 Bewertungen, Stand 2. September 2026. Das Profil ist seit Juni 2020 beansprucht, die jüngste Bewertung stammt vom 15. August 2026. Der Schnitt allein erzählt hier aber nur die halbe Geschichte.

BewertungAnteilEinordnung
5 Sterne77 %Lob vor allem für Support und Funktionsumfang
4 Sterne5 %
3 Sterne2 %
2 Sterne4 %
1 Stern12 %fast durchweg Stabilität und Ressourcenbedarf
Sternverteilung der 166 Trustpilot-Bewertungen zu motivewave.com, abgerufen am 2. September 2026.

Ein Ein-Stern-Anteil von 12 Prozent ist für eine Software mit dieser Gesamtnote ungewöhnlich hoch, und die Texte lesen sich bemerkenswert ähnlich. Es geht fast nie um fehlende Funktionen, sondern fast immer um dasselbe: Die Plattform friere ein, hänge in wichtigen Momenten und verbrauche zu viele Ressourcen. Mehrere Rezensenten ziehen den Vergleich zu TradingView und sehen MotiveWave dabei im Nachteil.

Die aufschlussreichste Bewertung stammt vom 2. April 2026. Ein kanadischer Nutzer schreibt sinngemäß, das größte Problem seien die Updates: Version 7 sei veröffentlicht worden, bevor sie stabil genug war. Als Käufer einer Lifetime-Lizenz stehe er nun vor der Wahl, rund 300 Dollar für das Update-Jahr zu zahlen und auf Stabilität zu warten — oder auf der alten Version zu bleiben. Diese Schilderung deckt sich exakt mit dem Preismodell des Anbieters, das wir oben aufgeschlüsselt haben. Die genannte Summe entspricht der Verlängerung für die Ultimate-Edition.

Zwei Dinge gehören zur fairen Einordnung. Erstens ist der Ressourcenbedarf bei einer Java-Anwendung systembedingt und keine Überraschung. Zweitens vermerkt Trustpilot selbst, der Anbieter habe zuletzt keine Kunden zur Bewertung eingeladen, weshalb die Stimmen möglicherweise nicht repräsentativ sind. Bei einem solchen Profil melden sich unzufriedene Nutzer eher von selbst als zufriedene.

MotiveWave unter realer Last testenDie Community-Edition bleibt dauerhaft kostenlos: über 280 Studien, Replay und Handelssimulation.

Was das für dich heißt: Nutze die 14 Testtage nicht, um die Funktionsliste abzuhaken, sondern um die Software unter deiner tatsächlichen Arbeitslast laufen zu lassen — mit der Zahl an Charts, Order-Flow-Fenstern und Symbolen, die du wirklich brauchst. Genau dort entscheidet sich, ob die Kritik dich betrifft.

Für wen sich MotiveWave lohnt und für wen nicht

Die folgende Gegenüberstellung fasst zusammen, was sich im Test und an den Quellen belegen ließ. Sie bewertet den Stand von Version 7.0.29 und die Preisliste vom 2. September 2026.

Wofür MotiveWave die richtige Wahl ist

  • Elliott-Wellen auf professionellem Niveau: Automatische Mustererkennung, Wellen-Marker und ein Scanner über Hunderte Symbole. In dieser Tiefe bietet das kaum eine andere Plattform.
  • Echte Mac- und Linux-Unterstützung: Eigene Builds für Apple Silicon, macOS Intel und Linux, ohne Emulation. Das ist in diesem Markt selten.
  • Keine Broker-Bindung: Über 30 Broker und Datenanbieter lassen sich anbinden, du bleibst bei der Kontowahl frei.
  • Ernsthafte Gratisversion: Die Community-Edition enthält bereits über 280 Studien, Replay-Modus und Handelssimulation — dauerhaft und ohne Zahlungsdaten.
  • Miete als echter Einstieg: Schon ein Monatsabo lässt die Software länger als 14 Tage testen, mit Updates und Support inklusive.

Wo MotiveWave schwach ist

  • „Lifetime“ ist missverständlich: Nach einem Jahr kostet die Update-Verlängerung jährlich extra. Wer das nicht einrechnet, unterschätzt die Gesamtkosten deutlich.
  • Stabilität ist der häufigste Kritikpunkt: 12 Prozent der Trustpilot-Bewertungen vergeben einen Stern, fast durchweg wegen Einfrieren und hohem Ressourcenbedarf.
  • Programmierung nur in Java: Deutlich sperriger als EasyLanguage bei MultiCharts oder TradeStation, und es gibt weniger Hilfestellungen im Netz.
  • Ratenkauf mit spürbarem Aufschlag: Vier Raten kosten rund 18 bis 19 Prozent mehr als der Einmalkauf, und für die Standard-Edition gibt es ihn gar nicht.
  • Mobile App nur eingeschränkt: Sechs unterstützte Broker statt über 30, ausschließlich englische Oberfläche, erst ab der Standard-Edition.
  • Keine deutsche Oberfläche und kein deutscher Support: Bedienung, Dokumentation und Hilfe laufen komplett auf Englisch.
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Fazit: Für wen sich MotiveWave rechnet

MotiveWave ist im Bereich der technischen Analyse und besonders bei den Elliott-Wellen eine der stärksten Plattformen am Markt. Der Funktionsumfang ist groß, das Charting sehr gut gelöst, und die Freiheit bei Broker und Datenquelle ist ein echter Vorteil gegenüber Plattformen, die fest zu einem Anbieter gehören. Für Mac-Nutzer gehört sie zu den wenigen ernsthaften Optionen überhaupt.

Zwei Punkte sollte man vor dem Kauf verstanden haben. Der erste sind die Folgekosten: Der Kaufpreis deckt ein Jahr Updates ab, danach kostet jedes weitere Jahr Geld. Bei Ultimate summiert sich das über drei Jahre auf gut ein Viertel mehr, als der Kaufpreis vermuten lässt. Der zweite ist die Stabilität: Die Kritik daran ist zu konsistent, um sie als Einzelmeinung abzutun, und sie hängt sichtbar am Wechsel auf Version 7.

Meine Empfehlung für den Einstieg lautet deshalb: erst mieten, dann kaufen. Die 14 Testtage reichen aus, um die Oberfläche kennenzulernen, aber nicht, um die Stabilität unter echter Last zu beurteilen. Ein bis drei Monate Miete kosten bei der Standard-Edition einen zweistelligen Betrag und beantworten genau die Frage, an der sich die negativen Bewertungen entzünden. Wer danach kauft, weiß, worauf er sich einlässt.

Für wen sie sich nicht lohnt: Wer eine deutschsprachige Oberfläche braucht, wer überwiegend mobil handelt oder wer ohne Programmierkenntnisse in den automatisierten Handel einsteigen will, findet passendere Plattformen. Einen Überblick gibt unser Vergleich der besten Trading-Plattformen.

Häufige Fragen zu MotiveWave

Was kosten die einzelnen Editionen?

Die Community-Edition ist kostenlos. Die Kaufversionen liegen zwischen $245 (Standard) und $2.295 (Ultimate), dazwischen Order Flow mit $595, EW Lite mit $1.395 und PRO mit $1.495. Zur Miete geht es ab $24 im Monat los. Im Kaufpreis ist ein Jahr Updates enthalten, danach kostet die Verlängerung je nach Edition $55 bis $295 pro Jahr. Stand: 2. September 2026.

Ist eine Lifetime License wirklich lebenslang?

Die Lizenz ja, die Updates nicht. Nach dem ersten Jahr kannst du die Software unbegrenzt weiternutzen, bleibst dann aber auf dem Versionsstand von damals und hast keinen Zugriff mehr auf den Support. Wer neue Versionen will, verlängert jährlich für $55 bis $295.

Gibt es MotiveWave kostenlos?

Ja. Die Community-Edition ist dauerhaft gratis und enthält bereits über 280 Studien, 19 Chart-Typen, Replay-Modus und Handelssimulation. Was fehlt, ist der Live-Handel sowie die Mobile App und die Elliott-Wave-Werkzeuge. Zusätzlich gibt es für alle Kaufversionen einen 14-tägigen Testzugang.

Läuft MotiveWave auf dem Mac?

Ja, und zwar mit einer eigenen Version für Apple Silicon sowie einer für ältere Intel-Macs. Eine Emulation ist nicht nötig. Daneben gibt es Builds für Windows und Linux, weil die Software in Java geschrieben ist. Genau daher rührt allerdings auch ihr vergleichsweise hoher Bedarf an Arbeitsspeicher.

Welche Version brauche ich für Elliott-Wellen?

EW Lite für $1.395 enthält das Grundpaket zur Wellenauszählung. Die automatische Mustererkennung, die Wellen-Marker und den Elliott-Wave-Scanner gibt es erst in Ultimate für $2.295. Wer die Software wegen der Wellenanalyse anschafft, landet in der Regel bei Ultimate.

Liefert MotiveWave die Kursdaten mit?

Nein. Die Software enthält keine Marktdaten. Du beziehst sie über deinen Broker oder einen separaten Datenanbieter, und je nach Börse fallen dafür eigene Gebühren an. Diese Kosten kommen zum Lizenzpreis hinzu und gehören in jede Rechnung.

Welche Version ist aktuell?

Der Stand ist 7.0.29, veröffentlicht am 15. August 2026. Der Sprung auf Version 7 ist zugleich der häufigste Kritikpunkt in den Nutzerbewertungen: Mehrere Rezensenten schreiben, die Fassung sei zu früh und zu instabil veröffentlicht worden.

Gibt es MotiveWave auf Deutsch?

Nein. Oberfläche, Dokumentation und Support laufen ausschließlich auf Englisch, und das gilt auch für die mobile App. Wer eine deutschsprachige Plattform sucht, sollte sich Alternativen ansehen.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er handelt seit 1978 aktiv und arbeitet als diskretionärer Price-Action-Trader in den Märkten Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsen. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Ende der 1980er Jahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte alle 10 Bücher des amerikanischen Trading-Autors, bekannt für den Ross-Haken und den Traders Trick Entry.

Handelsplattformen beurteilt Karsten aus der Sicht eines täglichen Anwenders. Er arbeitet seit Jahrzehnten mit Chartsoftware und kennt die Elliott-Wellen-Analyse aus der Übersetzungsarbeit an den Standardwerken. Für diesen Bericht wurden am 2. September 2026 die Preisseite des Anbieters in allen fünf Abrechnungsvarianten, die Downloadseite samt Versionsstand, die 166 Bewertungen bei Trustpilot und die Einträge der mobilen App im App Store und bei Google Play an der Quelle geprüft.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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