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EUR/CHF Prognose und technische Analyse – wie geht es weiter mit dem Euro/Schweizer Franken? (2026)

Zuletzt aktualisiert: 06. August 2026

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8 Min

Karsten Kagels

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Karsten Kagels

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Der Schweizer Franken bleibt die harte Währung Europas. Seit Jahren wertet der Euro gegenüber dem Franken ab. Im März 2026 fiel das Währungspaar auf ein Tief bei 0,8980, aktuell notiert EUR/CHF um 0,93 und arbeitet an einer Erholung. Ob daraus mehr wird als eine Gegenbewegung im Abwärtstrend, entscheidet sich an wenigen klaren Marken.

Diese Prognose stützt sich auf die Chartanalyse in drei Zeitebenen: Der Tageschart zeigt die kommenden Wochen, der Wochenchart den Weg bis 2028 und der Monatschart den langfristigen Ausblick bis 2030. Dazu ordnen wir die wichtigsten fundamentalen Treiber ein, allen voran die Zinspolitik von SNB und EZB. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

EUR/CHF-Prognose: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Kurzfristig: Die Erholung über der 200-Tage-Linie läuft. Ein Test der 0,94er-Zone ist möglich, dort wartet der nächste Widerstand.
  • Mittelfristig: Der Kurs hat den 50-Wochen-Durchschnitt zurückerobert. Unterhalb von 0,95 bleibt das Wochenchart-Bild aber neutral bis seitwärts.
  • Langfristig: Der Abwärtstrend ist intakt und hat bei 0,8980 ein neues Tief gesetzt. Unter den gebrochenen Unterstützungen rücken die runden Marken 0,85 und 0,80 in den Blick.
  • Trendwende-Marke: Erst ein Anstieg über das Jahreshoch 2023 bei 1,0097 würde den langfristigen Abwärtstrend beenden.

Was ist das Währungspaar EUR/CHF?

EUR/CHF ist das Währungspaar aus Euro und Schweizer Franken. Der Kurs gibt an, wie viele Franken für einen Euro bezahlt werden. Fällt der Kurs, wertet der Euro ab und der Franken auf.

EUR/CHF gilt unter Tradern als ausgeprägtes Trend-Paar. Es bildet oft lange Auf- oder Abwärtstrends aus und wird deshalb gern im Swing-Trading gehandelt. Wegen seiner geringen Volatilität ist es unter Scalpern dagegen weniger beliebt. Zum US-Dollar/Franken besteht eine starke positive Korrelation, mehr dazu in unserer USD/CHF-Kursprognose.

Euro/Schweizer Franken Prognose kurzfristig 2026

Zuletzt aktualisiert: 24.07.2026

Rückblick: Der Abwärtstrend der vergangenen Jahre ist im Bereich des Tiefs aus dem März (0,8980) in eine Erholung übergegangen. Dabei konnte der Kurs auch die 200-Tage-Linie wieder überwinden.

Ausblick: Aus kurzfristiger Sicht dürfte der 200-Tage-Durchschnitt stützen und einen Anlauf auf die 0,94er-Marke in Aussicht stellen. Dort wäre mit Widerstand zu rechnen, sodass vorerst eine Seitwärtsphase um 0,92 wahrscheinlich wird.

Kursziel: Das nächste Kursziel mit Unterstützung des 200er-GD könnte an der 0,94er-Marke liegen.

EURCHF Kursprognose kurzfristiger Chart
EUR/CHF Prognose – Aufwärtstendenz im kurzfristigen Tageschart (Chart: TradingView)

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Euro/Schweizer Franken Prognose mittelfristig bis 2028

Rückblick: Der mittelfristige Abwärtstrend des Währungspaares EUR/CHF ist im abgebildeten Wochenchart gut zu erkennen. Ausgehend vom Jahreshoch aus 2025 bildete sich eine Abwärtstendenz, die im Jahr 2026 ein neues Tief bei 0,8980 gesetzt hat.

Ausblick: Vom aktuellen Jahrestief hat sich eine Erholung gebildet, die jüngst den 50-Wochen-Durchschnitt zurückerobern konnte. Damit liegt ein Test des 0,94er-Bereichs nahe. Dort entscheidet sich, ob mehr daraus wird. Unterhalb von 0,95 bleibt der mittelfristige Ausblick neutral.

EURCHF Kursprognose mittelfristig
EUR/CHF Prognose und Chartanalyse – Ausbruch über die 50-Wochen-Linie
(Chart: TradingView)

Euro/Schweizer Franken Prognose und Chartanalyse: Langfristige Rückschau und Ausblick 2030

Rückblick: Der langfristige Abwärtstrend ist im abgebildeten Monatschart gut zu erkennen. Ausgehend vom 2023er-Jahrestief (im Chart bei 0,9253 zu sehen) durchlief EUR/CHF eine Seitwärtsphase, die nach unten aufgelöst wurde. Mit dem neuen Tief aus dem März bei 0,8980 dürfte diese Tendenz vorherrschend bleiben.

Langfristige EURCHF Kursprognose
EUR/CHF Kursprognose – Intakter langfristiger Abwärtstrend (Chart: TradingView)

Ausblick: Übergeordnet kann von langfristig weiter fallenden Kursen ausgegangen werden. Mit Widerstand an den Abwärtstrendlinien dürfte sich das negative Chartbild des Monatscharts nach dem Bruch unter das Vorjahrestief bestätigen.

Trendwende-Bedingung: Erst ein Kursanstieg durch die im Chart eingezeichnete obere Abwärtstrendlinie (rot) und deutlich über das Jahreshoch 2023 bei 1,0097 würde den etablierten Abwärtstrend beenden und könnte die langfristigen Aussichten ins Positive drehen.

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Diese Faktoren bewegen den EUR/CHF-Kurs

Die Zinsdifferenz zwischen Euroraum und Schweiz ist der wichtigste fundamentale Treiber. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält ihren Leitzins seit Juni 2025 bei 0,00 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) liegt mit ihrem Einlagensatz seit Juni 2026 bei 2,25 Prozent. Wer Euro hält, bekommt also spürbar mehr Zins als in Franken. Diese Differenz stützt den Euro und bremst die Franken-Aufwertung.

Der Schweizer Franken gilt als sicherer Hafen: In Krisenphasen fließt Kapital in die Schweiz, weil das Land als politisch und wirtschaftlich stabil gilt. Diese Nachfrage wertet den Franken auf und drückt den EUR/CHF-Kurs.

Dazu kommt die niedrige Inflation in der Schweiz. Sie liegt deutlich unter der im Euroraum. Ein Franken verliert damit langsamer an Kaufkraft als ein Euro. Genau das erklärt, warum der langfristige Chart seit Jahrzehnten nach unten zeigt: Die Abwertung des Euro gegenüber dem Franken ist auch eine Inflationsgeschichte.

Die SNB behält sich Eingriffe am Devisenmarkt vor. Fällt EUR/CHF zu schnell, kann die Notenbank Franken verkaufen, um die eigene Exportwirtschaft vor einer zu starken Währung zu schützen. Solche Interventionen sind für Trader kaum vorhersehbar und ein ständiges Risiko in diesem Paar.

Wie stark Notenbank-Entscheidungen wirken, zeigte der Frankenschock. Am 15. Januar 2015 hob die SNB den Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro ohne Vorwarnung auf. EUR/CHF brach binnen Minuten zweistellig ein. Seitdem gilt: Wer dieses Paar handelt, sollte Stopps setzen und die SNB-Termine im Kalender haben.

Den umgekehrten Fall zeigt eine Weichwährung. In der EUR/TRY-Prognose steigt der Euro seit Jahren, weil die türkische Inflation weit über der im Euroraum liegt.

Technische Analyse von EUR/CHF

Eine hervorragende Übersicht über die technische Situation des Euro/Schweizer-Franken-Währungspaares findet sich hier auf TradingView.

Die technische Zusammenfassung zu EUR/CHF, die du dort siehst, basiert auf den beliebtesten technischen Indikatoren wie gleitenden Durchschnitten, Oszillatoren und Pivots. Für die langfristigen Aussichten wählst du “1 Monat” aus.

Technische Ratings können ein wertvolles Werkzeug sein. Viele Trader verwenden eine Auswahl sich ergänzender Indikatoren, um bessere Entscheidungen zu treffen. Technical Ratings vereinfacht diese Aufgabe, indem es die beliebtesten Indikatoren und ihre Signale kombiniert.

Hinweis: TradingView empfiehlt niemandem den Kauf oder Verkauf eines Finanzinstruments allein auf der Grundlage der Empfehlungen des Indikators “Technische Ratings”. Die Empfehlungen zeigen lediglich die Erfüllung bestimmter Bedingungen einer Reihe von individuellen Indikatoren an, die helfen können, potenziell günstige Bedingungen für einen Trade zu erkennen, wenn das zur eigenen Strategie passt.

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EUR/CHF Realtime Chart

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Fazit: Erholung ja, Trendwende nein

Die EUR/CHF-Prognose bleibt zweigeteilt. Kurzfristig hat die Erholung über der 200-Tage-Linie Luft bis in die 0,94er-Zone. Übergeordnet dominiert aber weiter der Abwärtstrend: Solange der Kurs unter dem Jahreshoch 2023 bei 1,0097 notiert, ist jede Aufwärtsbewegung zunächst nur eine Gegenbewegung.

Fundamental stehen sich zwei Kräfte gegenüber. Die Zinsdifferenz von gut zwei Prozentpunkten spricht für den Euro, die Rolle des Frankens als sicherer Hafen und die niedrige Schweizer Inflation sprechen dagegen. Diese zweite Kraft hat sich über Jahre als die stärkere erwiesen.

Ein Blick über den Tellerrand lohnt sich: Franken und Yen gelten beide als sichere Häfen, entwickeln sich aktuell aber gegenläufig. Die Yen-Seite analysieren wir in der Dollar-Yen-Kursprognose.

Häufige Fragen zur EUR/CHF-Prognose

Wohin geht der EUR/CHF-Kurs?

Kurzfristig läuft eine Erholung in Richtung der 0,94er-Zone, gestützt von der 200-Tage-Linie. Langfristig ist der Abwärtstrend intakt. Erst über dem Jahreshoch 2023 bei 1,0097 würde sich das übergeordnete Bild drehen.

Wird der Schweizer Franken weiter steigen?

Das Chartbild spricht langfristig dafür. Der Abwärtstrend im EUR/CHF bedeutet einen immer stärkeren Franken. Auch die niedrige Schweizer Inflation und die Nachfrage nach dem Franken als sicherer Hafen stützen diese Tendenz. Gegenkräfte sind die Zinsdifferenz zugunsten des Euro und mögliche SNB-Interventionen.

Was beeinflusst den EUR/CHF-Kurs?

Vier Faktoren dominieren: die Geldpolitik von EZB und SNB, die Inflationsdifferenz zwischen Euroraum und Schweiz, die Nachfrage nach dem Franken als sicherer Hafen in Krisenphasen sowie mögliche Interventionen der SNB am Devisenmarkt.

Ist das Währungspaar EUR/CHF volatil?

EUR/CHF gilt als vergleichsweise ruhiges Paar. Die Volatilität ist niedriger als bei den meisten Majors. Ausnahme sind Notenbank-Überraschungen: Eingriffe der SNB können in Minuten große Kurssprünge auslösen.

Was war der Frankenschock 2015?

Am 15. Januar 2015 hob die SNB den Mindestkurs auf. Bis dahin hatte sie EUR/CHF mit einem Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro verteidigt. Nach der überraschenden Aufhebung stürzte der Kurs binnen Minuten zweistellig ab. Der Frankenschock gilt bis heute als Warnung vor Notenbank-Risiken im Devisenhandel.

Wie kann ich EUR/CHF handeln?

EUR/CHF wird über Forex-Broker gehandelt, zum Beispiel über CFDs (Differenzkontrakte). Trader können auf steigende Kurse (Long) oder fallende Kurse (Short) setzen. Wegen des Interventionsrisikos der SNB gehören Stopps in jedem Fall dazu.

Über den Autor: Christian Möhrer

Christian Möhrer ist technischer Analyst und Options-Trader im Team von Kagels Trading. Er verantwortet neben den regelmäßigen Kursprognosen für Rohstoffe, Indizes und Devisen auch den Optionsbereich der Seite.

Als Options-Trader seit 2014 verbindet Christian klassische Chartanalyse mit einem zahlenorientierten, nüchternen Blick auf die Märkte. Neben seinen täglichen Analysen betreibt er einen Videokurs zum Optionshandel und stellt Handelssignale bereit.

Die EUR/CHF-Prognose schreibt Christian regelmäßig fort. Grundlage sind Tages-, Wochen- und Monatschart mit gleitenden Durchschnitten, Trendlinien und markanten Hochs und Tiefs. Jede Aktualisierung hält fest, welche Marken das Chartbild bestätigen oder kippen würden.

Prüfvermerk: Dieser Artikel wurde von Karsten Kagels final geprüft.

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