EUR/JPY Kursprognose und technische Analyse: wie geht es weiter mit dem Euro/Japanischen Yen? (2026)

Zuletzt aktualisiert: 21. Juni 2026

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Karsten Kagels

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Der japanische Yen zählt seit Jahren zu den schwächsten Währungen der großen Industrieländer. Der entscheidende Treiber ist die Zinsdifferenz zwischen der Europäischen Zentralbank und der Bank of Japan. Solange Anleger in Euro deutlich höhere Zinsen bekommen als in Yen, fließt Kapital aus dem Yen heraus. Genau dieser Mechanismus hat EUR/JPY in die Nähe seiner Mehrjahreshochs getrieben.

Im Jahr 2026 ist Bewegung in dieses Muster gekommen. Inzwischen straffen beide Notenbanken ihre Geldpolitik, die Bank of Japan erstmals seit Jahrzehnten spürbar. Das verändert die Ausgangslage für das Währungspaar. In dieser Euro Yen Prognose schaut sich Chart-Analyst Christian Möhrer die kurz-, mittel- und langfristige Kursentwicklung an und ordnet die wichtigsten Einflussfaktoren ein. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Euro Yen Prognose, die wichtigsten Trends

  • Aktueller Kurs: EUR/JPY notiert Mitte Juni 2026 bei rund 184,02 Yen und damit nahe den höchsten Ständen seit Jahren.
  • Kurzfristig fehlt dem Ausbruch über das 2025er-Jahreshoch noch die Anschlussdynamik. Hält die Marke, rückt die 190-Yen-Region in den Blick.
  • Mittelfristig bleibt der Aufwärtstrend intakt. Stützt der 20-Wochen-Durchschnitt, sind Ziele über 190 Yen möglich.
  • Langfristig zeigt der Monatschart eine Trendwende nach oben. Über dem 175-Yen-Bereich bleibt Spielraum bis 200 Yen.
  • Größtes Risiko: eine Yen-Stärkung, etwa durch weitere Zinserhöhungen der Bank of Japan oder Deviseninterventionen Japans.

Kurzfristige Euro Yen Prognose und Kursentwicklung in 2026

Zuletzt aktualisiert: 09.06.2026

Rückblick: Der abgebildete Tageschart zeigt die Kursentwicklung des Währungspaares EUR/JPY seit Anfang 2025. Der Kurs ist aus der Tradingrange im Juni ausgebrochen und hat trendbestätigende Rücksetzer an die 50- und 20-Tage-Linie bewältigt. Momentan konnte das Währungspaar über dem Vorjahreshoch keine Anschlussdynamik generieren.

Ausblick und Prognose: Der Kursverlauf des kurzfristigen Chartbilds hat im Oktober eine Ausbruchsbewegung vollzogen, die in einem engen Trendkanal bis in den 186er-Bereich gelaufen ist. Der Ausbruch über das 2025er-Jahreshoch wurde vorerst zurückgewiesen, sodass die 100-Tage-Linie unter Druck steht. Ein Bruch könnte Druck auf den 200-Tage-Durchschnitt folgen lassen.

Kurzfristige Kursprognose EUR/JPY
Kurzfristige Euro Yen Prognose – Ausbruch fehlt Anschlussdynamik
(Chart: TradingView)

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EUR/JPY Technische Analyse

Mittelfristige Euro Yen Prognose und Kursentwicklung bis 2028

Rückblick: Der abgebildete Wochenchart zeigt die Kursentwicklung des Währungspaares EUR/JPY seit dem Jahr 2022. Vom Hoch des Jahres 2024 bei 175,42 ergab sich in den folgenden Wochen ein starker Korrekturverlauf. Mit Rückkehr über die 50-Wochen-Linie und das 2024er Jahreshoch etablierte sich in der Folge eine neue Aufwärtsbewegung.

Ausblick und Prognose: Das mittelfristige Chartbild stärkt mit dem Ausbruch über 175 Yen seinen positiven Ausblick. Nun könnte der 20-Wochen-Durchschnitt stützen und den Kurs im nächsten Bewegungszweig an Ziele über 190 Yen führen.

Mittelfristige Kursprognose EUR/JPY
EUR/JPY Kursprognose – Kräftesammeln am Vorjahreshoch (Chart: TradingView)

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Langfristige Euro Yen Prognose und Kursentwicklung 2030

Rückblick: Der abgebildete Monatschart zeigt eine Wende des vorangegangenen Abwärtstrends, die sich seit dem Jahr 2000 herauskristallisiert und einen dauerhaften Bruch unter 100 Yen abwenden konnte. Im Juli 2024 hat der Kurs ein lokales Hoch bei 175,42 gesetzt und konnte nach einem Test des 155er-Bereichs zurück über 180 Yen laufen.

Ausblick und Prognose: Das langfristige Chartbild sieht positiv aus und grundsätzlich sind weiter steigende Kurse möglich. Der laufende Ausbruch über das 2025er Jahreshoch könnte Widerstand im 190er-Bereich aufweichen.

Damit liegt der Fokus jetzt auf Unterstützung durch den 175-Yen-Bereich und die 20-Monats-Linie, die eine Fortsetzung des Anstiegs an Ziele bei 200 Yen fördern dürfte.

EURJPY Prognose langfristig
EUR/JPY langfristige Prognose – Vorjahreshoch überschritten (Chart: TradingView)

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Technische Analyse EUR/JPY

Eine kompakte Übersicht über die technische Lage von Euro/Yen findest du hier auf TradingView. Die technische Zusammenfassung dort bündelt die beliebtesten Indikatoren wie gleitende Durchschnitte, Oszillatoren und Pivots. Für die langfristige Sicht wählst du dort den Zeitrahmen „1 Monat” aus.

Technische Ratings sind ein Werkzeug, kein Selbstläufer. Sie fassen viele Einzelindikatoren zu einem Signal zusammen und erleichtern so den schnellen Überblick. Eine Handelsentscheidung allein auf dieser Basis ersetzt aber keine eigene Analyse. Die Ratings zeigen nur, dass bestimmte Bedingungen einer Reihe von Indikatoren erfüllt sind, die zu deiner Strategie passen können.

Mehr über die technische Analyse von EUR/JPY

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Was ist das Währungspaar EUR/JPY?

Das Währungspaar EUR/JPY gibt an, wie viele japanische Yen ein Euro kostet.

EUR/JPY zählt zu den meistgehandelten Cross-Währungspaaren ohne US-Dollar und reagiert besonders stark auf die Zinsdifferenz zwischen der EZB und der Bank of Japan.

Ein Cross-Paar ist ein Währungspaar ohne den US-Dollar. EUR/JPY verbindet mit dem Euro und dem Yen zwei der wichtigsten Reservewährungen der Welt. Steigt der Kurs, wird der Euro gegenüber dem Yen stärker. Fällt er, gewinnt der Yen an Wert. Für Trader ist das Paar interessant, weil es oft klare Trends ausbildet und stark auf Zinsentscheidungen reagiert.

Die Gegenseite des Yen zeigt sich im Paar USD/JPY. Wer EUR/JPY handelt, behält dieses Paar im Blick, weil sich Bewegungen im Dollar-Yen häufig auf den Euro-Yen übertragen. So lassen sich Yen-spezifische Impulse von reinen Euro-Bewegungen trennen.

Diese Faktoren bewegen den EUR/JPY-Kurs

Der Wechselkurs hängt von wenigen, aber starken Treibern ab. Diese Punkte solltest du im Blick behalten:

  • Zinsdifferenz EZB und Bank of Japan: Der EZB-Einlagensatz liegt seit dem 11. Juni 2026 bei 2,25 %, der Leitzins der Bank of Japan seit dem 16. Juni 2026 bei 1,00 %. Der Renditevorteil liegt damit weiter beim Euro, der Abstand schrumpft aber.
  • Geldpolitische Wende in Japan: Die Bank of Japan hebt die Zinsen so deutlich an wie seit den 1990er Jahren nicht mehr. Das stützt den Yen tendenziell und bremst seine jahrelange Schwäche.
  • Carry-Trade: Viele Anleger leihen sich günstig in Yen und legen das Geld in höher verzinsten Währungen an. Dieser Carry-Trade drückt den Yen, solange die Zinslücke groß bleibt.
  • Deviseninterventionen: Japans Behörden beobachten einen schwachen Yen genau und haben in der Vergangenheit am Devisenmarkt eingegriffen. Das ist das größte kurzfristige Risiko für fallende EUR/JPY-Kurse.
  • Risikoneigung der Märkte: In Krisen gilt der Yen als sichere Währung. Steigt die Unsicherheit, kann der Yen schnell aufwerten und EUR/JPY belasten.
  • Konjunktur und Inflation: Wachstums- und Inflationsdaten aus der Eurozone und Japan verschieben die Zinserwartungen und damit den Kurs. Den Fahrplan der Notenbanken liefert unsere Zinsprognose.

Für eine umfassende Einschätzung der Euro-Stärke lohnt ergänzend die EUR/USD Prognose, da dieses Paar als Leitindikator für die Bewertung des Euro gilt.

Fazit: EUR/JPY mit intaktem Aufwärtstrend, aber wachsenden Gegenkräften

Das charttechnische Bild bleibt aufwärtsgerichtet. Über alle drei Zeitebenen zeigt EUR/JPY eine intakte Trendstruktur. Solange das Paar über dem 175-Yen-Bereich und der 20-Monats-Linie notiert, bleibt der Weg in Richtung 190 bis 200 Yen offen.

Die fundamentale Lage wird allerdings zweischneidig. Mit der Zinswende der Bank of Japan verliert der Yen einen Teil seines strukturellen Nachteils. Eine entschlossene Zinserhöhung oder eine Devisenintervention kann den Aufwärtstrend jederzeit unterbrechen. Christian Möhrer gewichtet die Chart-Argumente höher, behält die Notenbank-Termine aber eng im Blick.

Eine Prognose bleibt eine Wahrscheinlichkeitsaussage, keine Garantie. Gerade bei Devisen können einzelne Nachrichten den Kurs schnell drehen. Wer EUR/JPY handelt, nutzt die genannten Marken als Orientierung und begrenzt das Risiko über klare Stopps.

Häufige Fragen zur EUR/JPY Prognose

Wird der Yen wieder steigen?

Ein steigender Yen ist möglich, aber nicht garantiert. Der Yen wertet vor allem dann auf, wenn die Bank of Japan die Zinsen weiter anhebt oder die Risikoscheu an den Märkten zunimmt. Beides verkleinert den Vorteil des Euro. Aktuell überwiegen im Chart aber weiter die Aufwärtskräfte bei EUR/JPY.

Wird der Yen weiter fallen?

Der strukturelle Druck auf den Yen lässt nach, ist aber nicht verschwunden. Solange der Zinsabstand zwischen EZB (2,25 %) und Bank of Japan (1,00 %) zugunsten des Euro besteht, bleibt der Yen anfällig. Mit jeder weiteren Zinserhöhung in Japan schrumpft dieser Nachteil jedoch.

Warum fällt der Yen so stark?

Hauptgrund ist die jahrelange Niedrigzinspolitik Japans. Während andere Notenbanken die Zinsen anhoben, hielt die Bank of Japan sie extrem niedrig. Anleger zogen Kapital aus dem Yen ab und nutzten ihn als günstige Finanzierungswährung im Carry-Trade. Das hat den Yen über Jahre geschwächt.

Wie entwickelt sich der Yen zum Euro?

Der Yen ist gegenüber dem Euro historisch schwach. EUR/JPY notiert Mitte Juni 2026 nahe seinen Mehrjahreshochs im Bereich von 184 Yen. Ob sich die Yen-Schwäche fortsetzt, hängt vor allem vom Tempo der Zinswende in Japan ab.

Wird der EUR/JPY-Kurs steigen oder fallen?

Charttechnisch überwiegen die Argumente für steigende Kurse. Der Aufwärtstrend ist über alle Zeitebenen intakt, die Ziele liegen bei 190 bis 200 Yen. Fundamental wächst mit der Zinswende der Bank of Japan aber das Risiko von Rücksetzern. Eine eindeutige Richtung gibt es nie, nur Wahrscheinlichkeiten.

Wie beeinflussen die Zinsentscheidungen von EZB und BoJ den Kurs?

Die Zinsdifferenz ist der wichtigste Kurstreiber. Höhere Zinsen in der Eurozone machen den Euro attraktiver und stützen EUR/JPY. Hebt dagegen die Bank of Japan an, gewinnt der Yen an Boden. Genau dieses Wechselspiel bestimmt die mittelfristige Richtung.

Warum gilt der Yen als sichere Währung?

Japan ist ein großer Netto-Gläubiger des Auslands. In Krisenzeiten holen japanische Anleger Kapital zurück, und internationale Investoren suchen den Yen als Zuflucht. Diese Kapitalströme lassen den Yen oft genau dann aufwerten, wenn die Risikoscheu steigt.

Über den Autor: Christian Möhrer

Christian Möhrer ist technischer Analyst bei Kagels Trading. Sein Schwerpunkt liegt auf der Chartanalyse von Devisen, Indizes und Rohstoffen. Für kagels-trading.de erstellt er regelmäßig Kursprognosen und tägliche Markteinschätzungen.

Als Options-Trader ist er seit 2014 aktiv. Über die Jahre hat er einen Videokurs zum Optionshandel aufgebaut und betreut Signal-Dienste. Seine Analysen sind nüchtern, zahlenorientiert und konsequent am Chartbild ausgerichtet.

Für die Euro Yen Prognose bringt er die nötige charttechnische Erfahrung mit. Er verbindet die technische Lage über mehrere Zeitebenen mit den fundamentalen Treibern wie der Zinspolitik von EZB und Bank of Japan. So entsteht ein Bild, das sowohl kurzfristige Trader als auch mittelfristige Anleger nutzen können.

Dieser Artikel wurde von Karsten Kagels final geprüft.