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Rheinmetall Aktie Prognose 2026: Chartanalyse, Kursmarken und Szenarien

Zuletzt aktualisiert: 01. November 2026

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11 Min

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Christian Möhrer

Überprüft von

Christian Möhrer

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Stand Freitag, 30. Oktober 2026, nach Xetra-Schluss. Die Wochendaten und der Wochenchart reichen bis zum Wochenschluss vom 30. Oktober. Wir schreiben die Analyse laufend fort.

Im Oktober 2025 kostete die Rheinmetall-Aktie 2.008 Euro. Nach einem Rücksetzer von 6,5 Prozent in der Woche bis zum 23. Oktober testete sie die Halbierungsmarke von 1.004 Euro am 28. Oktober zum zweiten Mal binnen einer Woche. Das Tief lag bei 1.007,40 Euro, die Marke hielt. Die Woche bis zum 30. Oktober schloss sie bei 1.037,60 Euro, ein Plus von 1,8 Prozent. Vom Allzeithoch ist sie rund 48 Prozent entfernt.

Als Price-Action-Trader interessiert mich nicht, welches Kursziel eine Bank ausruft. Mich interessieren die Marken, an denen der Kurs dreht. Genau die bekommst du hier. Dazu die Zahlen hinter der Bewertung und zwei klare Szenarien, ehrlich getrennt in Chart und Spekulation. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Rheinmetall Prognose aktuell in 30 Sekunden

  • Halbierungsmarke hält erneut: Am Mittwoch, dem 28. Oktober, fiel die Aktie bis auf 1.007,40 Euro, 3,40 Euro über 1.004. Schon am 21. Oktober lag das Tief mit 1.006,40 Euro knapp darüber. Beide Male schloss sie über der Marke.
  • Woche im Plus: Am Donnerstag, dem 29. Oktober, stieg die Aktie um 3,6 Prozent auf 1.048,20 Euro, das Wochenhoch lag bei 1.060,40 Euro. Am Freitag gab sie 1,0 Prozent auf 1.037,60 Euro ab. Die Woche endete 1,8 Prozent über dem Schluss vom 23. Oktober, zum dritten Mal in Folge über 1.004.
  • Neuer Auftrag, Sektor im Plus: Am Donnerstag meldete Rheinmetall, dass die europäische Rüstungsagentur OCCAR 69 weitere Radschützenpanzer Schakal bestellt hat, 35 für die Bundeswehr und 34 für die Niederlande. Der Auftrag läuft über Artec, das Gemeinschaftsunternehmen mit KNDS. Auf Rheinmetall entfällt ein mittlerer dreistelliger Millionenbetrag. Auf Wochensicht legten auch Hensoldt, Renk, BAE Systems und Thales zu. Rheinmetall stieg etwa so stark wie Hensoldt und Renk, Thales und BAE Systems gewannen mehr.
  • Nächster Termin: Die Quartalsmitteilung zum dritten Quartal erscheint laut Finanzkalender des Konzerns voraussichtlich am 5. November 2026. Der Kapitalmarkttag in Hamburg ist für Ende November geplant.

Rheinmetall Chartanalyse und Kursmarken

Die Rheinmetall-Aktie beendet die Woche bis zum 30. Oktober bei 1.037,60 Euro, ein Plus von 1,8 Prozent nach 1.019,00 Euro in der Vorwoche. Am Mittwoch testete der Kurs mit einem Tief von 1.007,40 Euro die Halbierungsmarke von 1.004 Euro zum zweiten Mal binnen einer Woche von oben. Sie hielt erneut. Am Donnerstag lag das Wochenhoch bei 1.060,40 Euro, am Freitag gab die Aktie 1,0 Prozent ab. An keinem Tag schloss sie unter 1.004.

Rheinmetall Aktie Wochenchart bis 30. Oktober 2026: Unterstützungszone 900,20 bis 933 Euro, Halbierungsmarke 1.004 Euro
Wochenchart seit 2024. Gegenüber dem Vorwochenschluss von 1.019,00 Euro gewinnt die Aktie 1,8 Prozent und beendet die Woche bis zum 30. Oktober bei 1.037,60 Euro, zum dritten Mal in Folge über der Halbierungsmarke von 1.004 Euro. Eigene Darstellung, Kursdaten von Yahoo Finance und onvista.

Die Wochenkerzen zeigen das große Bild. Der Wochenchart oben zeigt die ganze Bewegung: den Anstieg von rund 300 Euro Anfang 2024, die Rally auf 2.008 Euro im Oktober 2025 und den Absturz seither. Seit dem Hoch überwiegen die fallenden Wochen, der übergeordnete Trend zeigt klar nach unten. Die Erholung Anfang September blieb eine kurze Gegenbewegung, die an der 1.000er-Zone endete. Die Woche bis zum 16. Oktober brachte den stärksten Wochengewinn seit Anfang Januar, die Woche danach einen Rücksetzer von 6,5 Prozent, die Woche bis zum 30. Oktober ein Plus von 1,8 Prozent. Am übergeordneten Abwärtstrend ändert das nichts: Die Aktie notiert weit unter ihrer 200-Tage-Linie und unter den Hochs vom August.

Der Weg hierher, kurz erzählt. Anfang September brach der Kurs nach der gesenkten Prognose und der Warnung vor negativem Cashflow unter die 1.000er-Marke. Ende September scheiterte der Erholungsversuch bei 1.025 Euro, die Woche bis zum 2. Oktober schloss bei 956,90 Euro, ein Minus von 2,6 Prozent. In der Woche bis zum 9. Oktober sprang die Aktie am Montag auf 980,20 Euro, gab dann aber nach: 953,00 am Dienstag, 926,20 am Mittwoch. Das war der erste Schluss unter der 933er-Marke. Am Donnerstag lief der Kurs bis auf 909 Euro, den tiefsten Stand seit dem Juni-Tief, und schloss wieder über 933. Berenberg strich am Donnerstagabend das Kursziel. Der Freitag brachte trotzdem keinen neuen Tiefpunkt: Tief 920,80, Schluss 939,10 Euro. In der Woche bis zum 16. Oktober drehte das Bild. Nach 962,20 am Montag, 953,40 am Dienstag und 983,30 am Mittwoch schloss die Aktie am Donnerstag bei 1.026,00 Euro, plus 4,3 Prozent. Das war der erste Schluss über 1.004 seit dem 23. September. Am Freitag folgten weitere 6,3 Prozent auf 1.090,20 Euro. Rückenwind kam aus dem ganzen Sektor: Morgan Stanley hatte zum Wochenbeginn mehr Aufträge aus den laufenden Haushalten bis zum Jahresende in Aussicht gestellt. In der Woche bis zum 23. Oktober kam ein Teil des Gewinns zurück. Am Montag fiel die Aktie um 2,8 Prozent auf 1.059,80 Euro, am Dienstag schloss sie bei 1.054,00 Euro. Am Mittwoch folgte mit minus 3,2 Prozent der größte Tagesverlust der Woche: Tief 1.006,40, Schluss 1.020,00 Euro. Am Donnerstag und Freitag schloss sie bei 1.015,00 und 1.019,00 Euro. In der Woche bis zum 30. Oktober schloss die Aktie am Montag bei 1.034,20 und am Dienstag bei 1.025,20 Euro. Am Mittwoch fiel sie bis auf 1.007,40 Euro und schloss bei 1.012,00 Euro, dem tiefsten Schluss seit dem 14. Oktober. Am Donnerstag drehte sie nach einem schwachen Start und stieg um 3,6 Prozent auf 1.048,20 Euro. Am Freitag gab sie 1,0 Prozent ab und schloss die Woche bei 1.037,60 Euro.

Diese Marken zählen jetzt:

Kursmarke (EUR)Bedeutung
2.008,00Allzeithoch. Oktober 2025, am Ende der Sektor-Rally.
1.238,00Augusthoch. Hoch der Woche bis zum 7. August. Bis Ende August scheiterte der Kurs mehrfach knapp darunter.
1.096,60Oktoberhoch. Hoch vom 16. Oktober, knapp unter dem Septemberhoch von 1.104,20. Hier endete der Sprung über die Halbierungsmarke.
1.037,60Aktueller Kurs. Wochenschluss vom 30. Oktober, plus 1,8 Prozent zur Vorwoche. Das Wochenhoch lag bei 1.060,40.
1.004,00Halbierungsmarke. Hälfte des Allzeithochs, am 15. Oktober per Schluss zurückerobert und am 21. und 28. Oktober von oben getestet. Die erste Unterstützung unter dem Kurs.
933,00Unterstützung. Alte Ausbruchsmarke aus dem März 2025. Am 7. Oktober per Schluss unterschritten, danach zurückerobert. Das Wochentief vom 12. Oktober lag mit 934 knapp darüber.
909,00Oktobertief. Das Tief vom 8. Oktober, der tiefste Stand seit dem Juni.
900,2052-Wochen-Tief. Das Tief vom 25. Juni, letzter Boden vor unbekanntem Terrain.

Zwei Linien, keine Kursziele. Nach unten entscheidet die Halbierungsmarke bei 1.004. Die Tests am 21. und 28. Oktober hat sie bestanden, die Tiefs lagen 2,40 und 3,40 Euro darüber. Darunter liegt die 933er-Zone, die im Oktober zweimal gehalten hat. Nach oben ist die 1.100er-Marke die Hürde: Dort drehte der Kurs Anfang September und am 16. Oktober. Darüber folgt die Zone der Sommer-Erholung bis 1.238 Euro.

Kurz gesagt: Die Aktie hat zum ersten Mal seit Anfang September drei Wochen in Folge über der Halbierungsmarke von 1.004 geschlossen. Im September hielt der Kurs dort nur eine Woche. Die Rücksetzer bis 1.006,40 am 21. und bis 1.007,40 am 28. Oktober waren Tests von oben, beide Male hat die Marke gehalten. Am 29. Oktober zog der Kurs bis auf 1.060,40 Euro an, der Wochenschluss lag bei 1.037,60 Euro. Bis zur Hürde bei 1.100 Euro fehlen rund 6 Prozent. Fällt die Halbierungsmarke per Wochenschluss, war der Oktober-Sprung eine weitere Gegenbewegung im Abwärtstrend. Wir schreiben die Reaktion hier fort.

Den aktuellen Rheinmetall-Kurs in Echtzeit findest du auf TradingView

Welche Bewertung steckt hinter der Rheinmetall Aktie?

Das operative Geschäft wächst weiter kräftig. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz um 39 Prozent auf 5,23 Milliarden Euro, das operative Ergebnis sogar um 74 Prozent auf 786 Millionen Euro, die operative Marge lag bei 15,0 Prozent. Dazu kommt ein Auftragsbestand von rund 80,5 Milliarden Euro zum 30. Juni, laut Halbjahresbericht ein Plus von 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr und etwa das Sechsfache des für 2026 erwarteten Jahresumsatzes. An der Nachfrage und der langfristigen Substanz besteht kein Zweifel.

Die gesenkte Prognose bleibt das Problem. Anfang September kappte Rheinmetall den Umsatzausblick für 2026 von 14,0 bis 14,5 auf 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro und kündigte einen deutlich negativen operativen freien Cashflow an. Genau daran hängt der Kurs. Ein volles Auftragsbuch nützt wenig, wenn Aufträge sich verzögern und der Konzern beim Kapazitätsausbau mehr Geld bindet als hereinkommt. Diese Sorge trug den Abverkauf bis Anfang Oktober, auch ohne neue Nachricht.

Die Analysten und der Chart widersprechen sich weiter. Die Kursziele liegen im Schnitt bei rund 1.630 Euro und damit weit über dem Kurs von 1.037,60 Euro. Die Streuung ist groß: Die Deutsche Bank bestätigte Anfang September ihr Buy mit Ziel 1.800 Euro, Berenberg stufte am 8. Oktober von Buy auf Hold zurück und senkte das Ziel von 1.600 auf 1.020 Euro. Am 30. Oktober schloss die Aktie mit 1.037,60 Euro knapp 2 Prozent darüber. Der Markt bezahlt den Aufschlag seit Monaten nicht, die Aktie notiert weit unter ihrer 200-Tage-Linie. Wer sich auf Kursziele verlässt, sollte wissen: Sie folgen dem Kurs häufiger, als sie ihn führen. Ob die Bewertung trägt, prüfst du besser selbst über KGV und KUV.

Wer weniger auf den Kurs und mehr auf die Ausschüttung schaut, findet Höhe, Rendite und die komplette Historie in unserer Übersicht zur Rheinmetall Dividende.

Rheinmetall Prognose: Bull- und Bear-Szenario

Zwei Szenarien, klar getrennt. Keine Kursziele, nur die Logik hinter den Verläufen.

Bull-Szenario

Die 933er-Zone hat gehalten: Das Oktobertief bei 909 blieb über dem Juni-Tief von 900,20. Danach eroberte die Aktie die Halbierungsmarke zurück. In der Woche bis zum 23. Oktober gab sie 6,5 Prozent ab, schloss aber erneut darüber, das Tief bei 1.006,40 blieb über 1.004. Am 28. Oktober hielt die Marke ein zweites Mal. Am 29. Oktober stieg die Aktie auf 1.048,20 Euro. Am selben Tag meldete Rheinmetall einen Auftrag über 69 weitere Schakal-Radschützenpanzer. Die Woche schloss mit 1.037,60 Euro zum dritten Mal in Folge über 1.004. Morgan Stanley erwartet bis zum Jahresende mehr Aufträge aus den laufenden Haushalten, die Halbjahreszahlen und die Analystenziele im Schnitt weit über dem Kurs liefern das fundamentale Gegengewicht. Die für den 5. November erwartete Quartalsmitteilung kann diese Sicht stützen. Bestätigt ist die Wende erst, wenn der Kurs auch die 1.100er-Marke per Wochenschluss überwindet.

Bear-Szenario

Der Rücksetzer zeigt, wie dünn die Erholung ist. Rheinmetall gab in der Woche bis zum 23. Oktober stärker nach als Hensoldt, Renk, BAE Systems und Thales. In der Woche bis zum 30. Oktober legte sie 1,8 Prozent zu, etwa so viel wie Hensoldt und Renk, aber weniger als Thales und BAE Systems. Die Aktie notiert weiter weit unter ihrer 200-Tage-Linie. Fällt der Kurs per Wochenschluss zurück unter 1.004, war der Oktober-Sprung eine Gegenbewegung, und die 933er-Zone rückt wieder in den Blick. Enttäuscht die Quartalsmitteilung beim Cashflow, fehlt der Grund für eine nachhaltige Wende.

Entscheiden wird die Umsetzung, nicht die Auftragslage. Am Chart misst du die Aktie an drei Marken: 1.004 als Marke, über der sich der Kurs jetzt halten muss, 933 als Unterstützung darunter und 900,20 als letzten Boden. Ganz ohne Glaskugel.

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Welche Faktoren treiben den Rheinmetall Aktienkurs?

Diese Treiber solltest du für die laufende Chartanalyse im Blick behalten:

  • Prognose und Cashflow: Die im September gesenkte Umsatzguidance und der angekündigte negative freie Cashflow sind die Messlatte. Erst die Quartalsmitteilung zum dritten Quartal zeigt, ob sich der Mittelabfluss wie angekündigt einstellt oder überrascht. Sie erscheint laut Finanzkalender des Konzerns voraussichtlich am 5. November 2026. Der Kapitalmarkttag in Hamburg ist für Ende November geplant.
  • Verteidigungsetats und NATO-Quote: Rheinmetall lebt von öffentlichen Haushalten. Jede Debatte über das Fünf-Prozent-Ziel der NATO und über den deutschen Verteidigungshaushalt bewegt den Kurs stärker als jede Quartalszahl.
  • Politische Auftragsrisiken und Umsetzung: Der 24. Juni hat gezeigt, wie schnell ein Milliardenprojekt kippt. Das Ministerium stoppte F126, Rheinmetalls Tochter NVL bekam den Zuschlag nicht, gebaut wird bei TKMS. Seither belasten zusätzlich Lieferverzögerungen bei mehreren Programmen.
  • Der Sektor als Ganzes: RENK und HENSOLDT laufen im Gleichschritt. Wer Rheinmetall beobachtet, sollte den Sektor mitlesen. Wie sich Rheinmetall gegen Hensoldt, Renk, TKMS und Vincorion schlägt, zeigt der Sektorvergleich der Rüstungsaktien, das Drohnen-Segment unsere Auswahl der wichtigsten Drohnen-Aktien.
  • DAX und Zinsumfeld: Rheinmetall war zeitweise einer der schwersten Werte im deutschen Leitindex. Der Kurs hängt damit auch an der Gesamtverfassung im DAX.

Das Wichtigste zur Rheinmetall Aktie auf TradingView

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Rheinmetall Aktie Prognose 2030: Szenarien statt Kursziele

Eine belastbare Rheinmetall-Prognose für 2030 gibt es nicht, nur Szenarien. Sie hängen an drei Größen: den Verteidigungsetats, der Abarbeitung des Auftragsbestands und der Marge.

Warum kein festes Kursziel? Bis 2030 sind es gut vier Jahre, in einem politisch getriebenen Geschäft eine sehr lange Zeit. Ein einziger Ministerentscheid hat den Kurs an einem Tag um fast ein Fünftel bewegt, eine einzige Prognosesenkung ihn binnen einer Woche unter die Hälfte des Hochs gedrückt. Wer daraus eine Punktprognose ableitet, verkauft Sicherheit, die es nicht gibt. Seriös ist nur die Spanne.

Das Bull-Szenario bis 2030: Die NATO-Staaten halten an höheren Quoten fest, Deutschland führt seinen Etat-Aufwuchs fort. Rheinmetall arbeitet die 80,5 Milliarden Euro planmäßig ab, bringt die Lieferketten in den Griff und stabilisiert den Cashflow. Dann wächst das Unternehmen über Jahre in seine Bewertung hinein, und der Kurs folgt den Gewinnen statt den Schlagzeilen.

Das Bear-Szenario bis 2030: Die geopolitische Lage beruhigt sich dauerhaft, in den Haushalten setzt sich die Friedensdividende durch. Aufträge werden gestreckt, storniert oder wie bei F126 neu vergeben. Der Kapazitätsausbau bleibt, die Auslastung nicht. Dann drückt die Fixkostenbasis auf die Marge, und die Neubewertung von 2022 bis 2025 läuft weiter zurück. Berenberg nennt genau diese Unsicherheit als Grund für die Herabstufung: Für Wachstum über 2030 hinaus brauche Rheinmetall deutlich mehr Aufträge.

Der Anker für die Einordnung: Zwischen 87 Euro Anfang 2022 und 2.008 Euro im Oktober 2025 liegt der Faktor 23. Eine solche Bewegung ist keine Basis für eine Fortschreibung in die Zukunft. Für 2030 zählt allein, ob aus dem Auftragsbestand Gewinne und echter Mittelzufluss werden. Alles andere ist eine Wette auf die Politik.

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Fazit zur Rheinmetall Aktie Prognose

Volle Bücher, fallender Kurs. Die Halbjahreszahlen sind stark, der Auftragsbestand real, die Nachfrage ungebrochen. Trotzdem hat die Aktie seit Oktober 2025 fast die Hälfte ihres Wertes verloren. Der Markt zweifelt nicht an der Nachfrage, sondern an der Umsetzung: an der Marge, am Cashflow und an der Verlässlichkeit der Auftraggeber. Die gesenkte Prognose vom September hält diesen Zweifel wach.

Die ehrliche Doppelbotschaft. Die 933er-Zone hat gehalten, Mitte Oktober eroberte die Aktie die Halbierungsmarke zurück, und am 21. und 28. Oktober bestand sie zwei Tests von oben. Der Abwärtstrend ist damit nicht gebrochen: Die Aktie notiert weit unter der 200-Tage-Linie, und Berenberg hat sein Kursziel gekappt. Zugleich hat die Zone, die den Absturz im Juni gestoppt hat, auch im Oktober gehalten, und die Bewertung ist nach der Halbierung deutlich günstiger geworden. Ob aus der Erholung eine Wende wird, entscheidet sich an der 1.004 und an der für den 5. November erwarteten Quartalsmitteilung. Die Analystenziele weit über dem Kurs sind kein Argument gegen diesen Trend, sie sind seine Gegenprobe. Wir schreiben diese Prognose laufend fort, statt dir eine Momentaufnahme zu verkaufen. So kennst du es aus unseren übrigen Kursprognosen.

Häufige Fragen zur Rheinmetall Aktie Prognose

Warum ist die Rheinmetall Aktie so stark gefallen?

Der Auslöser kam Anfang September: Rheinmetall senkte die Umsatzprognose für 2026 auf 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro und kündigte einen deutlich negativen freien Cashflow an, dazu kamen Berichte über Lieferverzögerungen. In der Folge fiel der Kurs unter die 1.000er-Marke. Ein Erholungsversuch scheiterte, im Oktober kam die Herabstufung durch Berenberg dazu. Ab dem 8. Oktober erholte sich der Kurs bis zum 16. Oktober um rund ein Fünftel. In der folgenden Woche fiel er um 6,5 Prozent auf 1.019,00 Euro, in der Woche bis zum 30. Oktober stieg er um 1,8 Prozent auf 1.037,60 Euro. Der übergeordnete Grund bleibt die Neubewertung des Sektors nach über 150 Prozent Kursplus im Jahr 2025.

Wie hoch wird die Rheinmetall Aktie noch steigen?

Das weiß niemand seriös. Die Analysten sehen die Aktie im Schnitt bei rund 1.630 Euro, die Deutsche Bank bei 1.800 Euro, Berenberg nach der Herabstufung nur noch bei 1.020 Euro. Der Chart zeigt einen Abwärtstrend mit einer kräftigen Erholung: Nach dem Sprung auf 1.090,20 Euro schloss die Woche bis zum 23. Oktober bei 1.019,00 Euro, zum zweiten Mal in Folge über der Halbierungsmarke von 1.004 Euro. Die Woche bis zum 30. Oktober schloss mit 1.037,60 Euro zum dritten Mal in Folge darüber. Hält die Aktie über 1.004, verliert der Bruch vom September seine Wucht. Solange sie unter ihrer 200-Tage-Linie notiert, bleibt der übergeordnete Trend abwärts gerichtet.

Soll man Aktien von Rheinmetall kaufen?

Das ist deine Entscheidung, keine Empfehlung. Für einen Kauf sprechen das Auftragsbuch mit 80,5 Milliarden Euro und die starken Halbjahreszahlen, dagegen sprechen die gesenkte Umsatzprognose, der negative Cashflow und die politische Abhängigkeit. Die letzten Wochen haben gezeigt, wie schnell schlechte Nachrichten den Kurs bewegen. Wer einsteigt, plant dieses Risiko von Anfang an ein.

Was sagen Analysten zu Rheinmetall Aktie?

Die durchschnittlichen Kursziele liegen mit rund 1.630 Euro klar über dem aktuellen Kurs. Die Deutsche Bank bestätigte Anfang September ein Buy mit Ziel 1.800 Euro, Berenberg stufte am 8. Oktober von Buy auf Hold zurück und senkte das Ziel von 1.600 auf 1.020 Euro, am 30. Oktober schloss die Aktie mit 1.037,60 Euro knapp darüber. Wichtig zur Einordnung: Kursziele werden nach Kursbewegungen angepasst, nicht davor. Sie beschreiben eine Erwartung, keine Zusage.

Wird Rheinmetall 2026 steigen?

Das operative Geschäft läuft: Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz um 39 Prozent auf 5,23 Milliarden Euro, die operative Marge lag bei 15 Prozent. Belastend wirkt die im September gesenkte Umsatzprognose samt negativem Cashflow. Ob der Kurs dreht, hängt an zwei Fragen: Bekommt Rheinmetall die Lieferprobleme in den Griff? Und bleiben die Verteidigungsetats auf Wachstumskurs? Am Chart zählt, ob die Aktie über der am 15. Oktober zurückeroberten Halbierungsmarke von 1.004 Euro bleibt. Die Tests am 21. und 28. Oktober hat sie bestanden.

Wie weit kann die Rheinmetall Aktie noch fallen?

Die erste Marke unter dem Kurs ist die Halbierungsmarke bei 1.004 Euro, die die Aktie am 15. Oktober zurückerobert und am 21. und 28. Oktober mit Tiefs bei 1.006,40 und 1.007,40 Euro verteidigt hat. Darunter folgt die Unterstützung bei 933 Euro, eine alte Ausbruchsmarke aus dem März 2025. Der Kurs schloss am 7. Oktober darunter und holte die Marke zurück, das Wochentief vom 12. Oktober lag mit 934 Euro knapp darüber. Das Tief vom 8. Oktober liegt bei 909 Euro. Darunter folgt das 52-Wochen-Tief bei 900,20 Euro vom 25. Juni. Fällt auch diese Zone, beginnt Terrain, in dem seit über einem Jahr nicht gehandelt wurde. Solange die 933er-Marke hält, ist der Absturz vorerst gebremst.

Wo steht die Rheinmetall Aktie 2027 und 2030?

Eine belastbare Zahl für 2027 oder 2030 gibt es nicht. Beide Jahre hängen an denselben drei Größen: den Verteidigungsetats, der Abarbeitung des Auftragsbestands von 80,5 Milliarden Euro und der Marge. Bank-Kursziele zeigen eine Spanne, keine Prognose, und sie folgen dem Kurs häufiger, als sie ihn führen. Die Szenarien bis 2030 stehen im Abschnitt zur Prognose 2030. Ob die Aktie dorthin kommt, entscheidet sich an den Marken im Chartteil.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer von Kagels Trading und handelt seit 1980 an den Finanzmärkten. Er arbeitet diskretionär nach Price Action, also ohne mechanisches Handelssystem, und ist in Forex, Aktienindizes, Rohstoffen und Zinsmärkten aktiv.

Ende der 1980er-Jahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte dessen zehn Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Die Charteinordnungen dieser Prognose erstellt er selbst. Die Kursmarken liest er aus dem Wochenchart ab, nicht aus Kurszielen von Banken, und die Zahlen zu Auftragsbestand und Guidance prüft er an den Quartalsberichten von Rheinmetall. Vor übereilten Einstiegen warnt er auch dann, wenn die Auftragslage glänzt.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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