Stop Loss und Trailing Stop bei Scalable Capital: Anleitung, Grenzen und Alternativen (2026)

Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026

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Du willst bei Scalable Capital eine Position absichern und suchst den Trailing Stop? Dann vorweg die wichtigste Antwort: Diesen Ordertyp gibt es dort nicht. Was es gibt, sind Stop-Loss, Stop-Limit und Take-Profit. Damit lässt sich eine Position solide absichern, wenn du weißt, wie die Orders funktionieren und wo ihre Grenzen liegen.

Ich handle seit 1978 an den Finanzmärkten und arbeite bei jedem Trade mit Stop-Orders. Aus dieser Praxis zeige ich dir in diesem Artikel Schritt für Schritt, wie du bei Scalable Capital einen Stop Loss setzt, wie du den fehlenden Trailing Stop von Hand nachbildest und in welchen Situationen ein Stop dich nicht schützt. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Scalable Capital Stop Loss: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Stop Loss verfügbar: Stop-, Stop-Limit- und Take-Profit-Orders kannst du direkt nach dem Kauf oder jederzeit nachträglich setzen. Gültigkeit: 360 Tage.
  • Kein Trailing Stop: Das automatische Nachziehen des Stops fehlt. Du musst den Stop-Kurs von Hand anpassen.
  • Kein OCO: Stop-Loss und Take-Profit lassen sich nicht als verknüpftes Orderpaar kombinieren. Das bestätigt Scalable Capital in der eigenen FAQ.
  • Kosten: Das Einstellen, Ändern und Streichen einer Stop-Order ist gratis. Erst bei Ausführung zahlst du die normale Ordergebühr ab 0,99 Euro (gettex und EIX).

Was ist eine Stop-Loss-Order?

Eine Stop-Loss-Order ist eine Verkaufsorder, die automatisch ausgelöst wird, sobald der Kurs ein von dir festgelegtes Niveau erreicht oder unterschreitet. Sie begrenzt deinen Verlust, ohne dass du den Markt ständig beobachten musst.

Technisch passiert Folgendes: Erreicht der Kurs deinen Stop-Preis, wandelt der Broker die Order in eine Market-Order um und verkauft zum nächsten handelbaren Kurs. Dieser Kurs kann unter deinem Stop-Preis liegen, etwa bei schnellen Bewegungen oder Kurslücken. Wie du den Stop-Kurs strategisch klug wählst, erkläre ich ausführlich im Grundlagen-Artikel.

Lesetipp: Stop-Loss-Order erklärt: Logische Anleitung für Trader

Diese Ordertypen bietet Scalable Capital

Scalable Capital bietet sechs Ordertypen an: Market, Limit, Stop, Stop-Limit, Take-Profit und Stop-Loss. Trailing Stops und OCO-Orders sind nicht verfügbar.

Die Details laut offizieller Scalable-Capital-FAQ:

  • Market Order: Direkt nur für Verkäufe. Kauforders erhalten automatisch ein Sicherheitslimit von maximal 4 Prozent über dem letzten Briefkurs und gelten nur am Handelstag.
  • Limit Order: Kauf oder Verkauf zum festgelegten Preis oder besser, 360 Tage gültig.
  • Stop Order: Wird bei Erreichen des Stop-Preises als Market-Order ausgelöst, 360 Tage gültig.
  • Stop-Limit-Order: Bei Erreichen des Stop-Preises wird eine Limit-Order aktiviert. Das schützt vor schlechten Ausführungskursen, birgt aber das Risiko, dass gar nicht verkauft wird.
  • Take-Profit-Order: Limit-Verkaufsorder oberhalb des Kaufkurses zur Gewinnsicherung.
  • Stop-Loss-Order: Verkaufsorder unterhalb des Kaufkurses zur Verlustbegrenzung.

Lesetipp: Ordertypen und Orderarten im Überblick: So handelst du präzise

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Stop Loss bei Scalable Capital setzen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Einen Stop Loss kannst du bei Scalable Capital auf zwei Wegen anlegen: direkt im Anschluss an einen Kauf oder nachträglich für jede Position, die bereits in deinem Depot liegt. Der Weg über die Depot-Ansicht funktioniert so:

  1. Öffne die Detailansicht des Wertpapiers in deinem Depot und tippe auf „Verkaufen”.
  2. Wähle die Stückzahl, die abgesichert werden soll.
  3. Wähle als Ordertyp Stop und trage deinen Stop-Preis ein. Optional ergänzt du einen Limit-Preis und machst daraus eine Stop-Limit-Order.
  4. Prüfe die Order und bestätige sie. Die Order bleibt 360 Tage aktiv und muss danach neu gesetzt werden.

Mein Hinweis aus der Praxis: Setze den Stop nicht auf einen willkürlichen Prozentabstand, sondern unter eine Marktstruktur, zum Beispiel unter das letzte Swing-Tief. Ein Stop, der mitten in der normalen Schwankungsbreite liegt, wird regelmäßig ausgelöst, bevor die eigentliche Bewegung kommt.

Stop-Loss und Take-Profit gleichzeitig? Ohne OCO nur mit Umweg

Eine OCO-Order (One Cancels the Other) verknüpft Stop-Loss und Take-Profit so, dass die Ausführung der einen Order die andere automatisch löscht. Scalable Capital bietet diesen Ordertyp nicht an.

Scalable Capital schreibt dazu in der eigenen FAQ wörtlich: „Der Scalable Broker bietet aktuell keine One-Cancels-the-Other (OCO-Order) an.” Beide Ordertypen existieren also nur unabhängig voneinander. Willst du eine Position gleichzeitig nach oben und unten absichern, bleibt dir ein Umweg: Teile die Position gedanklich auf und sichere einen Teil der Stücke mit Take-Profit und den anderen mit Stop-Loss ab. Oder du setzt eine der beiden Orders und streichst sie manuell, wenn die andere Seite relevant wird.

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Trailing Stop bei Scalable Capital: fehlt, lässt sich aber nachbilden

Ein Trailing Stop ist eine Stop-Loss-Order, die bei steigenden Kursen automatisch nachgezogen wird. Bei Scalable Capital gibt es diesen Ordertyp nicht, du kannst ihn aber manuell nachbilden.

Die manuelle Nachbildung ist unspektakulär, funktioniert aber zuverlässig, wenn du sie zur Routine machst:

  1. Lege einen festen Rhythmus fest, zum Beispiel einmal täglich nach Handelsschluss.
  2. Berechne den neuen Stop-Kurs. Entweder mit festem Abstand zum aktuellen Kurs oder besser an der Marktstruktur orientiert, etwa unter dem jüngsten Swing-Tief oder mit einem ATR-Abstand.
  3. Streiche die alte Stop-Order und setze die neue auf dem höheren Niveau. Nach unten wird der Stop nie angepasst.

Ich selbst ziehe Stops grundsätzlich an der Marktstruktur nach und nicht an starren Prozentwerten. Der Markt interessiert sich nicht dafür, wo dein Einstand liegt. Er respektiert aber Zonen, an denen zuvor gekauft oder verkauft wurde.

Lesetipp: ATR Stop Loss: Volatilitäts-Stopp berechnen und richtig einsetzen

Warum ein Stop Loss nicht immer schützt

Ein Stop Loss ist kein Vollkasko-Schutz. Drei Situationen solltest du kennen, bevor du dich auf ihn verlässt:

  • Kurslücken: Eröffnet eine Aktie nach dem Wochenende oder über Nacht deutlich unter deinem Stop-Preis, wird die Order zum nächsten handelbaren Kurs ausgeführt. Der kann weit unter deinem Stop liegen. Ein Stop schützt nicht über ein Gap hinweg.
  • Stop-Limit ohne Ausführung: Überspringt der Kurs dein Limit, bleibt die Stop-Limit-Order unausgeführt und die Position ungeschützt im Depot.
  • Abgelaufene Orders: Nach 360 Tagen verfällt die Order still. Wer Positionen über Jahre hält, muss seine Stops aktiv erneuern.

Gerade das Wochenend-Gap wird unterschätzt. Wer eine nervöse Position mit engem Stop über das Wochenende hält, trägt das Lücken-Risiko in voller Höhe. In solchen Fällen ist die Reduzierung der Positionsgröße der ehrlichere Schutz als ein enger Stop.

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Was kostet eine Stop-Loss-Order bei Scalable Capital?

Das Einstellen, Ändern und Streichen einer Stop-Order ist bei Scalable Capital kostenlos. Kosten entstehen erst, wenn die Order ausgelöst und ausgeführt wird. Dann zahlst du die normale Ordergebühr: im FREE-Modell 0,99 Euro pro Order über gettex oder EIX. Läuft die Ausführung über Xetra, kostet die Order mindestens 5,49 Euro.

Lesetipp: Scalable Capital Kosten: Wie viel kostet die Geldanlage bei Scalable Capital?

Broker-Alternativen mit echtem Trailing Stop

Wenn der Trailing Stop für dich ein Muss ist, gibt es Alternativen. Unter den Neobrokern bietet finanzen.net zero sowohl Trailing-Stop- als auch OCO-Orders an. Wer die volle Order-Palette samt Zugang zu internationalen Börsen und Terminmärkten braucht, landet bei Interactive Brokers. Über diesen Broker handle ich selbst seit 1996.

Die fehlenden Ordertypen sind allerdings nur eine von mehreren Schwächen des Neobrokers. Bevor du wechselst oder dich neu entscheidest, lohnt der Blick auf das Gesamtbild.

Lesetipp: Die 10 größten Nachteile von Scalable Capital

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Fazit: Solide Basis-Orders, aber kein Werkzeug für aktive Trader

Für langfristige Anleger reicht das Order-Angebot von Scalable Capital aus: Stop-Loss, Stop-Limit und Take-Profit decken die Absicherung einer Buy-and-Hold-Position ab. Die 360-Tage-Gültigkeit und das Gap-Risiko musst du kennen, dann erfüllen die Orders ihren Zweck.

Für aktive Trader ist das Angebot zu schmal. Ohne Trailing Stop und ohne OCO fehlen genau die Werkzeuge, mit denen du Gewinne systematisch laufen lässt und Positionen ohne ständige Bildschirmzeit managst. Die manuelle Nachbildung funktioniert, kostet aber Disziplin und Zeit. Wer täglich handelt, sollte einen Broker mit vollständiger Order-Palette wählen.

Häufige Fragen zum Stop Loss bei Scalable Capital

Hat Scalable Capital einen Trailing Stop?

Nein, eine Trailing-Stop-Order gibt es bei Scalable Capital nicht. Du kannst den Effekt aber nachbilden, indem du deine Stop-Loss-Order in einem festen Rhythmus streichst und auf einem höheren Niveau neu setzt.

Kann ich bei Scalable Capital Stop-Loss und Take-Profit gleichzeitig setzen?

Nicht als verknüpftes Orderpaar: Eine OCO-Order bietet Scalable Capital laut eigener FAQ nicht an. Als Umweg kannst du die Position aufteilen und einen Teil mit Take-Profit, den anderen mit Stop-Loss absichern.

Kann ich einen Stop Loss nachträglich setzen?

Ja. Öffne die Detailansicht des Wertpapiers in deinem Depot, tippe auf Verkaufen, wähle die Stückzahl und den Ordertyp Stop mit deinem gewünschten Stop-Preis. Das funktioniert jederzeit für bereits gekaufte Positionen.

Wie lange ist eine Stop-Loss-Order bei Scalable Capital gültig?

Eine Stop-Order ist 360 Tage gültig. Danach verfällt sie automatisch und ohne gesonderte Warnung. Bei langfristigen Positionen musst du den Stop also aktiv erneuern.

Warum hat mein Stop Loss nicht funktioniert?

Die häufigsten Ursachen: Der Kurs hat mit einer Kurslücke unter deinem Stop eröffnet und die Order wurde deutlich tiefer ausgeführt, dein Limit bei einer Stop-Limit-Order wurde übersprungen, oder die Order war nach 360 Tagen bereits abgelaufen.

Was kostet eine Stop-Loss-Order bei Scalable Capital?

Das Einstellen, Ändern und Streichen ist kostenlos. Erst wenn die Order ausgelöst und ausgeführt wird, fällt die normale Ordergebühr deines Preismodells an.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und betreibt die Informations- und Bildungsplattform kagels-trading.de. Als diskretionärer Price-Action-Trader ist er seit 1978 an den Finanzmärkten aktiv — mit Schwerpunkt auf Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte.

In den späten 1980er-Jahren übersetzte Karsten die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Anschließend war er über 17 Jahre als Repräsentant von Joe Ross in Deutschland tätig und übersetzte 10 Bücher des amerikanischen Trading-Autors. Seit 1996 handelt er über Interactive Brokers — eine Erfahrungsbasis, die den Vergleich mit Neobrokern wie Scalable Capital aus erster Hand ermöglicht.

Für diesen Artikel hat Karsten die verfügbaren Ordertypen und deren Konditionen laut offizieller Scalable-Capital-FAQ (Stand Juli 2026) recherchiert und die Anleitungen gegen die dokumentierten Abläufe der Plattform geprüft. Die Einschätzungen zur Stop-Platzierung stammen aus seiner eigenen Trading-Praxis mit Stop-Orders seit über vier Jahrzehnten.

„Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.”

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