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Ordertypen – die wichtigsten Orderarten im Überblick (2021)

Egal ob man sich in einer Chatgruppe bewegt, man den Alarm eines Börsendiensts abonniert hat oder von einem Börsenbrief bzw. Signaldienst Infos einholt, irgendwann fällt das Wort Ordertyp oder Orderart. Jedem erfahrenen Anleger sind verschiedene Ordertypen bewusst, einem Anfänger bietet sich aber selten auf einen Blick, was es eigentlich gibt. Und selbst erfahrene Trader kennen längst nicht jeden Orderzusatz. Dies liegt oftmals auch daran, dass nicht jeder Broker jede Orderart anbietet. Die gängigsten und wichtigsten Ordertypen sollte man aber auf jeden Fall kennen und deren Anwendung verstehen. Deshalb erklären wir hier nachfolgend die wichtigsten Ordertypen und zeigen auch an bekannten Brokern und Online-Banken wie der Comdirect Bank, der Trade Republic App oder Interactive Brokers wie diese Orderarten aussehen und funktionieren.

Warum gibt es verschiedene Ordertypen?

Jemand, der zum ersten Mal tradet und erst langsam mit der Börsenwelt in Berührung kommt, fragt sich zu Beginn sicherlich warum es überhaupt verschiedene Ordertypen gibt. Schließlich will man nichts anderes tun als zu kaufen und zu verkaufen – und das am besten immer zu den besten Kursen. Natürlich kann man auch so handeln, doch lässt man sich dadurch einige Vorteile der verschiedenen Ordertypen entgehen. Denn jede Orderart liefert verschiedene Vorteile und Funktionen und es kann sehr ratsam sein, hier die passende Orderart zum passenden Trade nutzen zu können. Natürlich handelt ein Daytrader auch häufig anders mit den Orderarten als ein langfristiger Investor.

Mögliche Ordertypen (Orderarten) bei Interactive Brokers
Mögliche Ordertypen bei Interactive Brokers

Was ist eine Order?

Um den Unterschied zwischen den Ordertypen besser verstehen zu können, sollte man wissen, was überhaupt eine Order ist. Hierbei handelt es sich ganz unspektakulär um eine Auftragserteilung an den Broker oder die jeweilige Anbieterbank. Setzt man diese Order werden Aktien, Optionen oder sonstiges gekauft bzw. wieder verkauft. Dies ist natürlich davon abhängig, ob es sich um eine Kaufs- oder Verkaufsorder handelt. Ohne den jeweiligen Broker ist kein Handel möglich, da man als Privatfrau oder -mann keinen direkten Zugang zum Börsenhandel hat.

Die Market Order oder auch Direktkauf

Buy Market Order bei TradingView
Market Order bei TradingView

Wer eine Market Order aufgibt, tätigt im Grunde genommen nichts anderes als einen Direktkauf. Denn hier wartet man nicht auf einen bestimmten Preis, sondern schlägt sofort zu. Steht die Siemens Aktie in diesem Moment also bei 110 Euro, beträgt der Kaufpreis in nahezu 100 Prozent der Fälle auch einen Preis von ca. 110 Euro je Aktie und variiert nicht großartig bis zur Ausführung der Order. Eine Market Order kann beim Kauf als billigst und beim Verkauf als bestens angewandt werden. Der nächst gehandelte Kurs entscheidet dann über den Preis je Aktie. Findet an dem Tag der Ordereingabe kein Handel mehr statt, verschiebt sich die Ausführung der Order auf den nächsten Handelstag.

Mit der Market Order ist somit ein manueller Handel möglich, weil man auf keine Kurssignale oder einen automatisches Auslösen des Kaufs warten muss. Dies kann bei den anderen Ordertypen sehr unterschiedlich ausfallen. Wer mit der Market Order kauft, kann sich sicher sein, dass sein Kauf in Kürze getätigt wird. Langfristiganleger haben mit der Market Order zum Beispiel eine typische Orderart für sich entdeckt, da der exakte Zeitpunkt des Kaufs für die Langfristigkeit eine untergeordnete Rolle spielt. Auch wenn man am Kauftag vielleicht noch zu besseren Kurse hätte kaufen können.

Die Market Order an sich ist die wahrscheinlich einfachste und verständlichste Orderart und ist gerade bei unerfahrenen Anlegern beliebt. Ob sie immer am sinnvollsten ist, kann aber bezweifelt werden.

Die Market Order auf einen Blick

  • Käufe und Verkäufe werden zum aktuellen Kurs ausgeführt
  • wird die Order ausgelöst, ist der nächste verzeichnete Kurs für die Kosten ausschlaggebend
  • jeder Trade kann manuell und ohne Verzögerung durchgeführt werden
  • kein Warten auf Ausübung der Order, da diese sofort umgesetzt wird


Risiken der Market Order

  • bei einer Market Order hat man keine Kontrolle über den Preis, zu dem eine Order ausgeführt wird, da sie immer zum aktuellen Marktpreis ausgeführt wird
  • aufgrund des Slippage-Effekts können die Kurse auch von Richtpreisen abweichen, welche man eigentlich gerade als Orderpreis angezeigt bekommt
  • gibt es also gerade starke Kursbewegungen, kommt es unter Umständen zu einem deutlich teureren Kauf, den man so gar nicht tätigen wollte
  • bei außergewöhnlichen Titeln eventuell tagelang kein Kauf, da es natürlich immer einen Verkäufer im entsprechenden Umfang für den Kauf geben muss
  • wegen der schnellen Ausführung kann eine Market Order eigentlich nicht storniert werden (andere Ordertypen können hingegen leicht über das Orderbuch zurückgenommen werden)

Besonderheiten und Vorteile der Market Order

  • Market Orders besitzen die höchste Priorität und werden vor allen anderen Ordern ausgeführt
  • es besteht kein Ausführungsrisiko – wird die Order angenommen, wird sie auch ausgeführt (anders als zum Beispiel bei Limit-Käufen)
  • gut um offene Positionen zu schließen

Market on Open Order

Die sogenannte Market-on-Open-Order (MOO) kombiniert die Funktionsweise und Vorzüge der normalen Market-Order mit der Gültigkeitsdauer OPG (das Opening). Dadurch wird eine Order erstellt, welche bei Handelseröffnung automatisch übermittelt und zum Marktkurs ausgeführt wird.

Market on Close Order

Die Market-on-Close-Order (MOC) kann als Gegenstück zur Market on Open Order betrachtet werden. Dabei handelt es sich um eine Market-Order, welche zur Ausführung zum oder noch besser möglichst nahe am Schlusskurs platziert wird.

Die Pending Orders

Pending Orders sind schwebende oder offene Aufträge. Der Trade wird erst dann eröffnet, wenn ein Markt ein bestimmtes Niveau erreicht hat, das vom Trader ausgewählt wurde.

Die Buy Stop Order

Bei der Buy Stop Order handelt es sich um eine Kauforder. Diese Order eignet sich vor allem für Trader, die mithilfe eines Aufwärtstrends investieren wollen. Bei der Buy Stop Order setzt man auf weiter steigende Kurse. Deshalb wird die Kauforder über den aktuellen Kurs gelegt und nur ausgeführt, wenn der Aufwärtstrend weitergeht und den entsprechenden Orderkurs erreicht. Beispielsweise ist die Siemens Aktie bei Abgabe der Order 110 Euro wert. Weil es gute Nachrichten gab und ein Aufwärtstrend vermutet wird, wählt man die Buy Stop Order und setzt diese auf 115 Euro. Erreicht die Siemens Aktie diese Marke nicht, wird die Order nicht ausgeführt. Wird der Kurs von 115 Euro erreicht, werden die Aktien in gewünschter Stückzahl zu 115 Euro pro Stück gekauft.

Erfahrene Trader sprechen bei diesem Ordertyp davon, dass man „eingestoppt“ wird. Das Gegenteil hiervon ist das „Ausgestoppt“-Werden bei einer Stop Verkaufsorder. Wird die Order ausgelöst, so gilt auch hier wie bei der Market Order, dass mit den nächstgehandelten Kurs abgerechnet wird.

Die Begrifflichkeit ist ein wenig verwirrend, weil ein Stop eher wie eine Verkaufsorder wirkt. Deshalb benutzen manche Anbieter und Broker auch weitere Begriffe, die die Buy Stop Order meinen, aber anders gestaltet werden. Gleichbedeutend sind die Stop Buy Order und die Start Buy Order. Aus der Start Buy Order ist der Einkauf in ein Wertpapier auch deutlich besser herauszulesen.

Dieser Ordertyp wird vor allem für long investments benutzt, um beispielsweise im Sinne einer News Trading Strategie einen Einstieg bei Aufwärtstrend zu erwischen.

Die Buy Stop Order auf einen Blick

  • die Order wird für einen höheren Kurs als den aktuellen gesetzt
  • Einstieg vor allem für Langzeitinvestments
  • für den Kauf bei einem Aufwärtstrend

Die Buy Limit Order

Buy Limit Order im MetaTrader
Buy Limit Order im MetaTrader

Ähnlich wie die Buy Stop Order macht die Buy Limit Order auch bei einem Langzeitinvestment Sinn. Im Prinzip kann man diesen Ordertyp als das Gegenteil der Buy Stop Order bezeichnen. Hierbei wird die gewünschte Order nämlich mit einem Wert unterhalb des aktuellen Kursniveaus eingetragen. Man geht mit dieser Order als von einem weiteren Kursabschwung aus. Diese Orderart kann bspw. dann benutzt werden, wenn man sich für eine Aktie oder eine andere Art von Wertpapier interessiert, der Kurs aber noch zu hoch ist. Dann kann man über die Buy Limit Order einen günstigeren Einstieg in den Wert erwischen. Vorausgesetzt der Wert gibt in entsprechendem Maß nach.

Bei Auslösung der Buy Limit Order wird wiederum zum nächsten Kurs gekauft und dieser ist somit Grundlage für die Wertstellung.

Einige Trader nutzen für ihre Analysen das sogenannte Fibonacci Retracement, wobei diese Buy Limit Order gut zum Handeln genutzt werden kann. Bei Interesse am Fibonacci Retracement ist sicherlich auch unser Fibo Cross Indikator einen Blick wert.

Die Buy Limit Order auf einen Blick

  • die Order wird unterhalb des aktuellen Kursniveaus gesetzt
  • Einstieg vor allem für Langzeitinvestments
  • die Buy Limit Order wird ausgeführt, wenn es zu einem Abschwung kommt
  • kann gut mit dem Fibonacci Retracement in Verbindung gebracht werden

Die Buy Stop Limit Order

Eine „Stop Buy“ Order ist ein Limitzusatz, welcher nur in Verbindung mit der Limiteingabe „billigst“ möglich ist. Dazu muss das Aktivierungslimit bei Ordereingabe über dem aktuellen Kurs des zu kaufenden Wertpapiers liegen. Wird dieses Limit erreicht oder überschritten, wird der Kauf zum nächsten Kurs ausgeführt.

Diese Order eignet sich gut zur Markttrendfolge.

Die Sell Stop Order

Anders als bei den Ordertypen für ein Long Investment ist die Sell Stop Order für den Shorthandel gedacht. Mit der Sell Stop Order kann man also kurzfristig Wertpapiere shorten und auf deren Abwärtstrend setzen. Dieser Shorthandel ist in den letzten Monaten deutlich bekannter geworden, da man hierdurch auch an fallenden Kursen verdienen kann.

Bei der Sell Stop Order wird die gewünschte Order ähnlich wie bei der Buy Limit Order ein Kurs unterhalb des aktuellen Kursniveaus als Auslöser gesetzt. Fällt der Kurs dann unterhalb des eingestellten Werts, wird diese Order wie die bereits vorgestellten Orderarten ausgelöst.

Die Sell Stop Order wird von vielen mit dem Stop Limit verwechselt, bedeutet aber eindeutig nicht das Gleiche. Während man mit der Sell Stop Order einen Wert oder Index shorten will, um von den fallenden Kursen zu profitieren, will man mit der Stop Limit Order Verluste begrenzen.

Die Sell Stop Order ist dann zu bevorzugen, wenn man eigentlich short gehen will, der aktuelle Kurs aber noch zu hoch ist. Der Wert wird meist unterhalb verschiedener Unterstützungen gelegt. Wenn dann eine Unterstützungszone durchbrochen wird, kann es einen starken Ausbruch nach unten geben und man kann vom fallenden Kurs profitieren. Durch die Sell Stop Order wird man dann in den Markt eingestoppt.

Die Sell Stop Order auf einen Blick

  • die Sell Stop Order wird unterhalb des aktuellen Kursniveaus gesetzt
  • eignet sich zum shorten von Aktien, Märkten
  • oft volatiler Ausbruch nachdem Unterstützung durchbrochen ist, weswegen man mithilfe der Sell Stop Order Gewinn erzielen kann

Die Sell Limit Order

Der Ordertyp der Sell Limit Order kann wieder als Gegenteil der Sell Stop Order bezeichnet werden. Mit diesem Ordertyp verfolgt man ebenso eine Shortstrategie. Der Orderwert wird dabei oberhalb des aktuellen Kursniveaus gesetzt. Man erwartet also, dass ein Kurs erst ansteigt und über einen gewissen Wert wächst und sich dann am oberen Limit ein Abschwung ergibt.

Die Sell Limit Order auf einen Blick

  • eignet sich für den Shorthandel
  • der Einstieg liegt über dem aktuellen Kursniveau
  • kann auch mit dem Fibonacci Retracement verbunden werden

Die Sell Stop Limit Order

Die Sell Stop Limit Order wird ausgeführt, wenn der Verkaufskurs das festgesetzte Stop-Limit erreicht oder dieses unterschreitet, dabei aber gleichzeitig über dem gesetzten Limit liegt. Nachdem das Stop-Limit unterschritten wird, bleibt nur das Limit relevant. Dadurch kann es auch zu einer Ausführung der Order über dem Stop-Limit kommen. Falls aber das Stop-Limit und das Limit unterschritten werden, wird die Order erst ausgeführt, wenn das Limit wieder überschritten wird. Ansonsten wird keine Order ausgführt.

Die Stop Loss Order

Die Stop Loss Order soll Verluste begrenzen, kann aber auch gesetzt werden, wenn man bspw. ab einem gewissen Kurs Gewinne „mitnehmen“ will. Dieser Stop Loss bietet sich vor allem dann an, wenn sich der Markt negativ entwickelt und man seine Verluste niedrig halten will. Mithilfe eines Stop Loss wird ein Limitpreis festgelegt, zu dem die offene Position automatisch geschlossen werden soll. Dieses Niveau liegt unterhalb des aktuellen Kursniveaus. Je nach dem wie der Einstiegskurs war, kann diese Stop Loss Order aber auch über dem damaligen Einstiegskurs liegen.

Besitzt man die oben erwähnte Siemens Aktie und hat sich diese für 60 Euro pro Aktie ins Depot geholt und man betrachtet jetzt den angenehmen Kurs von rund 110 Euro kann ein Stop Loss Sinn machen. Man will eventuell keine Verluste begrenzen, aber einen gewissen Gewinn absichern. Dann setzt man bspw. einen Stop Loss auf 100 Euro. Fällt der Wert nun darunter wird die Order ausgelöst und man geht mit einem gesicherten Gewinn heraus.

Natürlich kann man den Stop Loss auch nach dem Einstieg nutzen und somit gerade auch im Daytrading Positionen schnell wieder automatisch schließen, wenn sie nicht so laufen wie gedacht.

Der Stop Loss wird häufig empfohlen, um nicht in ungeahnte Verluste zu laufen, falls man auch mal keine Möglichkeit haben sollte manuell auf einen großen Abschwung zu reagieren. Die meisten Broker weisen deshalb auf die Nutzung hin.

Man erkennt sowas daran, dass jemand sagt, er wurde „ausgestoppt“. Dies kann gewollt und erwünscht sein, manchmal geschieht dies aber auch, obwohl man hinterher lieber nicht ausgestoppt worden wäre. Bei kurzzeitigen Dips kann das durchaus passieren, wenn der Stop Loss sehr eng gesetzt wurde. 10 Prozent unter dem Einstieg (oder je nach erfolgten Kurssteigerungen unter dem Wunschgewinn) sollte man auf jeden Fall einplanen, um nicht wegen eines kurzen Dips ausgestoppt zu werden. Gerade bei Trade Republic gibt es hierüber immer wieder Beschwerden, weil manche Kursschwankungen sehr stark ausschlagen.

Die Stop Loss Order auf einen Blick

  • eignet sich dazu, um Verluste zu begrenzen oder erwünschte Gewinne abzusichern
  • sollte auf jeden Fall bei der eigenen Strategie in Betracht gezogen werden
  • kann aber auch bei Kursschwankungen schnell ausgelöst werden

Das Problem der Stop Loss Order

Bei den oben bereits angesprochenen Kurs- und Marktschwankungen macht ein Stop Loss immer wieder Sinn. Allerdings muss man beachten, dass die Order immer als Bestens-Order ausgeführt wird. Somit wird auch hier die Order beim nächsten verfügbaren Kurs ausgelöst. Bei schnellen Marktbewegungen (rasantem Fall oder großen Gaps) könnte dieser nächste Kurs anders/geringer sein als das gesetzte Limit. Deshalb kann die Order auch mit einem geringeren Wert als mit dem des Limits ausgeführt werden.

Um einen Stop Loss auszulösen muss es also auch Kursstellungen geben. An Wochenenden oder Tagen ohne Handel (wie z.B. an Feiertagen) ist das Halten von Positionen allgemein mit einem erhöhten Risiko verbunden. Dies kann einem langfristig orientierten Anleger egal sein, da er eine andere Strategie verfolgt. Wer aber kurzfristig tradet, sollte darauf achten Positionen immer wieder zu schließen. Durch Marktlücken (Gaps) könnte es sonst zu sehr starkem Wertverfall und damit trotz Stop Loss zu deutlich höheren Verlusten kommen.

Die Trailing Stop Loss Order

Der Stop Loss wird normalerweise dazu genutzt, um Verluste zu begrenzen und man agiert weniger in der Gewinnzone mit einem solchen. Hier ist eine Stop Loss Order zwar ebenso anwendbar (wie oben auch beschrieben) doch sollte bei Möglichkeit nicht die erste Wahl sein. Umso stärker ein Wert steigt, umso eher macht es dann Sinn den Stop Loss immer wieder nachzuziehen. Dies muss eigentlich manuell geschehen und ist für den Gelegenheitstrader nicht das beste Mittel. Um dieses „Nachziehen“ automatisch erfolgen zu lassen, wurde der Trailing Stop Loss geschaffen.

Mit dem Trailing Stop Loss folgt das Niveau, auf dem man ausgestoppt wird, dynamisch und automatisch dem Kurs. Deshalb nennt man diesen Ordertyp auch oft mitziehenden Stop Loss. Hier wird meist in Prozentpunkten über den Abstand zwischen Kursniveau und Stop festgesetzt, wann die Stop Order ausgeführt werden soll.

Der Trailing Stop Loss auf einen Blick

  • dynamischer Stop Loss bei weiterem Gewinnwachstum
  • ein Stop wird automatisch nachgezogen
  • man muss nicht selbst manuell und oft ein Stopniveau anpassen

Kann man eine Order zurücknehmen, verändern oder löschen?

Die Frage danach, ob eine Order auch wieder zurückgenommen oder verändert werden kann, wird oft gestellt. Die Beantwortung ist ganz einfach. In der Regel erlauben alle Broker und Online-Banken das unbegrenzte Setzen, Verändern und Löschen einer Order (egal welchen Typs) so lange diese noch nicht ausgeführt wurde. Jeder Anbieter hält in einem Orderbuch fest, welche Orderwünsche derzeit hinterlegt sind und je nach Ordertyp und Kursverlauf ausgelöst werden. Hier kann man sich also über die eingestellten Orders informieren.

Die Gültigkeitsdauer einer Order

Verschiedene Möglichkeiten der Gültigkeitsdauer einer Order
Verschiedene Möglichkeiten der Gültigkeitsdauer einer Order

Zusammenfassung und Fazit zu Ordertypen und Orderarten

Nicht jeder Anbieter gewährt alle Ordertypen. Deshalb sollte man bereits bei der Brokerauswahl darauf achten, welche Orderart wichtig für die eigene Strategie ist und ob der Broker diese anbietet. Trade Republic ist hier (noch) sehr eingeschränkt. Bei Interactive Brokers geht nahezu alles und wer bspw. über den MetaTrader handelt hat auch alle Möglichkeiten der Ordertypen zur Verfügung.

Es macht in alle Richtungen Sinn sich mit den Ordertypen auseinanderzusetzen und die verschiedenen Möglichkeiten auch für die eigene Strategie zu nutzen. Gerade das Begrenzen von Verlusten und auch die Gewinnabsicherung und -mitnahme (bspw. durch einen Trailing Stop Loss) kann sehr viel Sinn ergeben.

Deshalb ist es wichtig, die Ordertypen zu kennen, und auch mal den eigenen Broker darauf zu analysieren, was man dort für eine Ordertypenauswahl hat. Gleichzeitig kann man bei den verschiedenen Brokern auch noch Orderzusätze auswählen. Hiervon gibt es auch einige, die die Ordertypen nochmals verfeinern und unerstützen können. Zu den Orderzusätzen könnt ihr in Kürze mehr erfahren.

Weitere Orderarten – für erfahrene Trader

Es gibt gängige Ordertypen, die von fast allen Brokern und Online Banken angeboten werden. Diese reichen den meisten Tradern mit langfristigem Horizont auf jeden Fall aus, einigen anderen Tradern sollte das üppige Angebot an Ordertypen im Regelfall auch reichen. Wer nun allerdings noch einen Schritt weitergehen möchte, findet einige andere Ordertypen, die die eigene Strategie noch stützen und verfeinern können. Je nach Broker werden nicht alle Ordertypen angeboten, weswegen man hier bei der Brokerwahl durchaus auch darauf achten müsste, welche zusätzlichen Ordertypen für die eigene Strategie wichtig sind.

Um überhaupt aufzuzeigen, welche weiteren Ordertypen das eigene Traden noch verbessern könnten, sind hier die bekanntesten weiteren Orderarten alphabetisch für Sie aufgelistet und erklärt.

Bracket Order

Eine Bracket Order ist eher für erfahrene Trader geeignet, die sich immer entsprechend absichern wollen. Mit dieser Mischart von Order und Orderzusatz versucht man die Verluste zu begrenzen und Gewinne zu sichern. Deshalb wird eine Order immer mit zwei weiteren Ordern kombiniert. Diese beiden weiteren stehen sich aber eigentlich gegenüber. Beide zusätzlichen Ordern haben das gleiche Volumen wie die ursprüngliche Order.

Auf diese Weise kann man eine Kaufsorder mit einer high side Verkaufsorder kombinieren, um ein Limit zu setzen und eine low side Verkaufsorder dagegen setzen, mit der man einen Stop generiert. Auch bei einer Verkaufsorder kann man so mit einer high side und low side Order verfahren.

Discretionary Order

Mithilfe einer sogenannten Discretionary Order kann man als Trader eine zeitlich begrenzte oder unlimitierte Handelsvollmacht erteilen. Damit können die Betreuer eines Depots oder Kontos mit freier Hand traden. Dies geschieht durch diese Order (und Vollmachtserteilung) immer im Auftrag des Kunden, der weiterhin mit seinem eigenen Geld für die Börsengeschäfte haftet. Eine solche Discretionary Order ist heutzutage eher selten, da sie ein hohes Maß an Vertrauen in den Broker voraussetzt. In Zeiten des einfacheren Onlinehandels geben nur die wenigsten Anleger ihre Kompetenz in andere Hände.

Die Discretionary Order kann aber komplett oder in Teilen gegeben werden. Bei einer kompletten Order spricht man von der Full Discretionary Order und bei einer teilweisen Order von der Limited Discretionary Order.

Dyna Beat Order

Eine weitere Orderart für erfahrene Trader ist die Dyna Beat Order. Dadurch steht man als Auftraggeber der Order immer ganz oben im Orderbuch. Allerdings immer nur solange bis ein zuvor festgelegter Brief- oder Geldkurs erreicht ist.

Der Vorteil dieser Order ist, dass das eigene Orderlimit in einem vorher festgelegten Rahmen stets an den besten Brief- bzw. Geldkurs angepasst wird.

Iceberg Order

Man kennt ja den Spruch, dass man nur die Spitze des Eisbergs sehen kann und das meiste unterhalb der Wasseroberfläche liegt. Daher leitet sich für die Iceberg Order auch der Namen ab. Wenn diese Order hinterlegt ist, dann ist die Order für alle anderen Marktteilnehmer nur teilweise wahrnehmbar. Eine Iceberg Order ist nahezu ausschließlich von Großinvestoren von Bedeutung. Denn wer mit großen Volumen handelt, will teilweise vermeiden, dass es wegen zu großer Ordern zu sehr starken Kursbewegungen kommt.

Mithilfe der Iceberg Order wird immer nur ein kleiner Teil der gesamten Order am Markt hinterlegt bis schließlich nach und nach die gesamte Order ausgeführt wurde.

Diese Order lässt sich nur noch vom Hidden Orderzusatz steigern. Mehr zur Hidden Order und weiteren Zusätzen dazu erfahren Sie in unserem Artikel zu den Orderzusätzen.

Volume Discovery Order

Die Volume Discovery Order steht in enger Verbindung mit der Iceberg Theorie. Der verborgene Teil kann allerdings gegen andere Volume Discovery Orders ausgeführt werden. Hierzu legt man ein zweites Limit zum Midpoint-Kurs fest. Seit es die MiFID II Richtlinie in der EU gibt, bietet die Volume Discovery Order eine diskrete und vor allem gesetzeskonforme Abwicklung von Großaufträgen.

If-Done Order

Eine If-Done Order kombiniert die Limitsetzungen für eine Kauf- und Verkaufsoption. Ziel ist es eine erwartbare Marktbewegung auszunutzen. Letztlich wird das Verlustrisiko durch die If-Done Order begrenzt, da man automatisch eine Stop Order setzt, falls der Kurs sich in eine andere Richtung als erwartet bewegen sollte. Die If-Done Order regelt im Prinzip nichts anderes als die Reihenfolge, mit der mehrere Ordern kombiniert werden. So wird eine Order immer erst ausgeführt, wenn bereits eine vorhergehende ausgeführt wurde. Dies steckt auch schon im Namen des If-Done.

Market to Limit Order

Eine Market to Limit Order (MTL) ist zunächst immer eine normale Market Order, die zum aktuellen Kurs ausgeführt wird. Falls die Order aber nur teilweise ausführbar ist, dann wird die restliche Order gelöscht und der verbleibende nicht ausgeführte Teil in eine Limit Order umgewandelt. Das Limit ist dabei immer der Ausführungspreis der ersten Order.

Ziel dieses Ordertyps ist es, die Möglichkeiten einer Market Order zu erweitern und zu verhindern, dass man bei einzelnen Teilaufträgen zu unterschiedlichen Kursen kauft oder verkauft.

Next Order

Die Next Order ist sehr ähnlich zur If-Done Order. Auch hier werden Kombinationen von verschiedenen Ordern gebildet. Wird nun die erste Order (die Basisorder) vollständig ausgeführt, wird die nächste Order aktiviert. Als Trader gibt man hier also zwei Ordern gleichzeitig auf und bestimmt, welches die Basisorder und welches die Next Order ist.

Die Next Order wird bei den Brokern dann meist mit in einem „wartend“ Zustand versehen.

One cancels another (OCO) Order

Gibt man mehrere unabhängige Orders auf, kann man mit der One cancels another (OCO) Order arbeiten. Wird nun eine der festgelegten Orders ausgeführt, dann werden die übrigen gelöscht. Falls nun eine Order nur teilweise ausgeführt wird, dann werden die Volumen der anderen Orders entsprechend angepasst und deren Anteil im Verhältnis reduziert.

Löscht man als Trader allerdings eine Order aus dieser gesamten Gruppen, werden automatisch alle anderen auch gelöscht.

Wird eine Order der Gruppe nicht ganz, sondern nur teilweise ausgeführt, so werden die Volumina der anderen Order entsprechend dem bereits ausgeführten Teil der ersten Order proportional reduziert. Storniert der Auftraggeber eine Order der Gruppe, bevor sie ausgeführt wurde, so werden alle anderen Order gleichfalls gelöscht.

Market with Protection (MWP) Order

Die Order Market with Protection (MWP) ist nur im Handel mit Futures und Optionen auf Futures umsetzbar. Ziel dabei ist es, diese zum aktuell besten Preis auslösen zu lassen. Wird dann nicht die komplette Order zum Marktpreis ausgeführt, wird der Orderrest automatisch zu einer Limit Order umgewandelt. Der Limitpreis weicht dann in der Regel minimal vom Marktpreis ab.

Orders vom Typ Market with Protection sind im Handel mit Futures und Futures Optionen möglich. Sie werden mit dem Ziel an die Börse übermittelt, sie zum aktuellen besten Preis ausführen zu lassen.

Orderzusätze – das Trading verbessern

Als erfahrener und auch unerfahrener Trader kennt man im Regelfall die gängigen Ordertypen wie Stop oder Limit Buy und Sell oder eine Marktorder, die billig/bestens ausgeführt wird. Diese reichen für einige Trader in ihren Funktionen sicherlich bereits aus und müssen gar nicht erst weiter ergänzt werden. Es gibt allerdings einige sinnvolle Orderzusätze, die man einmal kennenlernen sollte. Nicht jeder Broker oder jede Online Bank bietet die Orderzusätze in ihrer kompletten Bandbreite an, allerdings findet man meist ein paar der nachfolgenden Zusätze auch beim heimischen Broker.

Neben den normalen und bekannten Ordertypen gibt es natürlich noch zahlreiche weitere Ordertypen, mit denen man die Orderzusätze kombinieren kann. Dafür ist allerdings auch wichtig, diese Orderzusätze einmal mit ihrem Namen und ihren Möglichkeiten kennenzulernen. Deshalb finden Sie in diesem Artikel nachfolgend die bekanntesten Zusätze kurz erklärt.

All or None (AON) Orderzusatz

Der All or None Orderzusatz ist ein Auftrag, der nur vollständig oder überhaupt nicht ausgeführt wird. Die AON Orders bleiben den ganzen Tag über aktiv im Handelssystem und werden laufend geprüft. Wenn Angebote mit der gewünschte Höhe des Ordervolumens vorliegen sollten, wird die Order ausgeführt. Falls allerdings an einem Tag nicht die gewünschte Menge an Wertpapieren verfügbar ist, bleibt die Order unerfüllt. Die All or None Order läuft dann mit dem Ende des Handelstages automatisch ab.

Das bedeutet, dass keinerlei Teilausführungen möglich sind. Denn entweder bekommt man das gesamte georderte Volumen oder eben nichts. Denn All or None steht letztlich auch genau für Alles oder Nichts. Eine solche AON kann für Aktien oder auch Optionen genutzt werden.

Beispiel zur AON

Man erstellt morgens um 9 Uhr eine Order mit dem All or None Zusatz und möchte 5.000 Aktien der fiktiven Trading AG kaufen, liegt diese Order ab 9 Uhr vor. Gibt es dann um 16:30 Uhr insgesamt Verkaufsangebote mit mindestens 5.000 Aktien der Trading AG wird die Order ausgeführt.

Sollte es bis zum Ende des Handelstages aber maximal 4.999 Aktien und weniger gleichzeitig geben, wird die Order nicht ausgeführt und verfällt somit am Ende des Handelstages.

All or none Order können sowohl für Aktien als auch für Optionen erteilt werden.

Eine Bracket Order ist eher für erfahrene Trader geeignet, die sich immer entsprechend absichern wollen. Mit dieser Mischart von Order und Orderzusatz versucht man die Verluste zu begrenzen und Gewinne zu sichern. Deshalb wird eine Order immer mit zwei weiteren Ordern kombiniert. Diese beiden weiteren stehen sich aber eigentlich gegenüber. Beide zusätzlichen Ordern haben das gleiche Volumen wie die ursprüngliche Order.

Auf diese Weise kann man eine Kaufsorder mit einer high side Verkaufsorder kombinieren, um ein Limit zu setzen und eine low side Verkaufsorder dagegen setzen, mit der man einen Stop generiert. Auch bei einer Verkaufsorder kann man so mit einer high side und low side Order verfahren.

Fill or Kill (FOK) Orderzusatz

Der Orderzusatz Fill or Kill (FOK) wird beim Handel mit Optionen genutzt. Trifft das Kauf- oder Verkaufsereignis am Aktienmarkt ein, wird die Order sofort im ganzen ausgeführt. Falls eine sofortige und vollständige Ausführung nicht möglich ist, wird diese Order ganz im Sinne des Fill or Kill gelöscht.

Good till cancelled (GTC) Orderzusatz

Der Orderzusatz Good till cancelled (GTC) kann von einem Trader benutzt werden, um langfristig zu handeln, aber gleichzeitig die Kontrolle zu behalten. Wird eine Order mit dem GTC Zusatz versehen, bleibt die Order solange im Handelssystem vermerkt bis sie entweder ausgeführt wird oder vom Auftraggeber wieder gelöscht wird. Meist findet man diese Good till cancelled Zusätze im Handel mit Futures und Optionen. Sie können aber je nach Broker auch im Handel mit Aktien gesetzt werden.

Good till Date (GTD) und Good after Time (GAT) Orderzusätze

Die beiden Orderzusätze Good till Date (GTD) bzw. Good after Time (GAT) können benutzt werden, damit eine Order entweder nicht vor einem bestimmten Zeitpunkt (Good till Date) oder nicht nach einem bestimmten Zeitpunkt (Good after Time) ausgeführt wird.

Eine Order mit dem GTD Zusatz gilt bis zu einem vom Trader festgelegten Tag. Wird sie bis zum Handelsschluss dieses Tages nicht ausgeführt, dann wird die Order gelöscht. Wiederum wird eine Order mit dem GAT Zusatz erst aktiv, wenn ein festgelegter Zeitpunkt erreicht wird.

Beide Orderzusätze sind mitunter eher für den langfristigen Anleger hilfreich, da sie bspw. Tradingzeiträume abstecken können. Für das Daytrading oder Swingtrading sind eher kurzfristige bis mittelfristige Signale ausschlaggebend für die Bestimmung einer Order.

Hidden Orderzusatz

Bei den Orderarten gibt es die sogenannte Iceberg Order, bei den Zusätzen existiert der Hidden Zusatz. Dabei handelt es sich quasi um eine komplett verborgene Order, die für die anderen Marktteilnehmern unsichtbar bleibt. Bei der Iceberg Order sieht man sozusagen immerhin noch die Spitze.

Eine Order, die mit dem Hiddenzusatz versehen wird, taucht weder im Orderbuch auf noch wirkt sie sich auf die Marktdaten aus. Dies ist also eher ein Zusatz für Großinvestoren, da diese oftmals nicht wollen, dass durch sehr große Ordervolumen starke Kursschwankungen ausgelöst werden. Für den normalen Trader ist der Hidden Zusatz wenn überhaupt nur reine Spielerei und wird von den gängigen Brokern kaum angeboten.

Immediate or Cancel (IOC) Orderzusatz

Ähnlich wie der Fill or Kill Zusatz funkttioniert auch der Immediate or Cancel (IOC) Zusatz. Hier legt man als Trader fest, dass eine Order automatisch wieder gelöscht wird, wenn sie nicht sofort ausgeführt werden kann. Die IOC Order ermöglicht im Vergleich zum Fill or Kill aber Teilausführungen. Kann ein Teil der Order ausgeführt werden, wird die Order ausgelöst, der Rest erlischt dann unausgeführt.

Market if touched (MIT) Orderzusatz

Beim Orderzusatz Market if touchend (MIT) handelt es sich um einen Zusatz, der für Kauf- und Verkaufsordern gesetzt werden kann. Im Gegensatz zu einigen anderen Orderzusätzen ist dieser Market if touched Zusatz bei vielen Broker sehr gängig und kann auf nahezu alle Assetklassen von Aktien über Futures bis zu Optionen benutzt werden.

Dieser Zusatz wird benutzt, um ein Wertpapier zu einem niedrigeren oder höheren Kurs als dem aktuellen Marktwert zu kaufen oder zu verkaufen. Im Orderbuch wird die Order vermerkt, aber im System solange zurückgehalten bis ein festgelgter Auslösekurs erreicht wurde. Diesen Auslösekurs nennt man meistens auch trigger price.

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