Risikomanagement: Anleitung zum Überleben als Trader (2021)

Um als Trader erfolgreich zu sein, sind zwei wichtige Punkte zu erfüllen:

Erstens müssen Sie einen Tradingvorteil ausfindig machen.

Zweitens müssen Sie gewährleisten, dass Sie finanziell lang genug überleben können, damit sich dieser Vorteil bewähren kann.

Das zweite Ziel, bei dem es um das Überleben geht, ist als Risikomanagement bekannt.

Als Trader brauchen Sie einen Tradingvorteil. Aber um überhaupt Gewinne erzielen zu können, müssen Sie zunächst Verlustserien (Drawdowns) überstehen. Daher sind beide Ziele gleichermaßen wichtig.

Das Problem dabei ist, dass Trader häufig größeren Wert darauf legen, einen Tradingvorteil zu finden. Die Vernachlässigung des Risikomanagements hat einen sehr hohen Preis.

Diese Anleitung wird die Grundlagen des Risikomanagements abdecken. Wenn Sie sich bemühen, konsequent und planmäßig mit Ihrem Risiko umzugehen, werden Sie gegenüber den meisten Tradern einen entscheidenden Vorteil haben.

Um im Markt zu überleben, müssen Sie Ihr Risiko in zwei wichtigen Bereichen handhaben können: und zwar in finanzieller und in psychologischer Hinsicht.



Finanzielles Risikomanagement

Die Bewältigung des finanziellen Risikos besteht aus zwei Teilen: Der erste Teil ist mit der Gesundheit Ihrer Finanzen insgesamt verbunden. Der zweite Teil betrifft den Schutz Ihres Tradingkapitals.

Persönliche Finanzplanung

Trading ist ein kapitalintensives Geschäft. Zudem sind die Tradinggewinne nicht garantiert. Selbst bei den besten Tradern werden die Häufigkeit und die Höhe der Tradinggewinne schwanken.

Was bedeutet diese von Natur aus bestehende Unsicherheit?

Es bedeutet, dass Sie eine vernünftige Finanzplanung für sich selbst (und Ihre Angehörigen) durchführen müssen. Wenn Sie das unterlassen, werden Sie finanziellen und psychischen Stress erleben, was sich auf Ihr Trading auswirken wird.

Viele unerfahrene Trader meinen, dass sie nur sich nur genügend Kapital zusammen sparen müssen, um ein Tradingkonto zu eröffnen und anzufangen. Das trifft nicht zu.

Um als Trader zu überleben, müssen Sie Ihr finanzielles Wohlergehen insgesamt in Betracht ziehen.

Dies sind die Hauptpunkte, die Sie durcharbeiten müssen:

  • Reduzieren Sie Ihre Ausgaben
  • Vergrößern Sie Ihre Ersparnisse
  • Machen Sie weitere Einnahmequellen ausfindig

Setzen Sie diese drei Punkte mit dem folgenden Ziel um: die Abhängigkeit von Ihren Tradinggewinnen zu reduzieren. Je weniger Sie sich auf Ihre Trading-Gewinne verlassen, desto besser können Sie sich darauf konzentrieren, gut zu traden.

Wenn Sie ein Buch suchen, das Sie für Ihren persönlichen Finanzplan inspirieren kann, empfehle ich Ihnen das folgende Buch. Es gründet auf der Idee, das grundlegende persönliche Finanzwissen auf eine Kartei zu komprimieren: The Index Card

Denken Sie immer daran, dass SIE der Trader sind. Ihr Finanzplan ist von entscheidender Bedeutung, um Ihr Überleben zu sichern. Es spielt keine Rolle, ob Sie innerhalb oder außerhalb des Marktes in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Wenn Sie in finanzielle Schwierigkeiten kommen, wird Ihre Tradinglaufbahn von kurzer Dauer sein.

Das Pleiterisiko des Tradingkontos vermeiden

Entscheidend für den Schutz Ihres Tradingkontos ist die Begrenzung der Verluste.

Einige Trader glauben, dass Verluststopps allein ihr Tradingkonto schützen werden. Andere Trader wiederum halten nichts von Stop Loss Aufträgen. Aber über was wir hier sprechen, sind nicht Verluststopps.

Während das Platzieren von Verluststopps optional sein kann, ist es das Begrenzen Ihrer Verluste nicht. Wenn Sie sich selbst der Möglichkeit von unbegrenzten Verlusten aussetzen, ist Ihr Überleben in Gefahr. Damit riskieren Sie nämlich die Vernichtung Ihres Tradingkontos.

Es gibt viele Möglichkeiten, Ihre Verluste zu begrenzen. Wir werden nun jede einzelne Methode näher betrachten.

Diese Methoden schließen einander nicht aus, so dass Sie diese miteinander kombinieren können, um die besten Ergebnisse zu erzielen.

1. Begrenzen Sie Ihre Positionsgröße

Die Postionsgrößenbestimmung ist die einfachste Methode, um Ihre Verluste zu begrenzen. Ceteris paribus (das heißt unter sonst gleichen Bedingungen): Je größer Ihre Positionen sind, desto mehr können Sie verlieren.

Die Positionsbestimmung ist die effizienteste Methode, Ihre Verluste zu begrenzen, so dass Sie Verlustserien in Ihrer Strategie überstehen können.

2 % Ihres Tradingkontos zu riskieren, wird häufig als Faustregel bezeichnet. Es ist jedoch besser, ein Modell zur Positionsgröße von Ihrer erwarteten Performance abzuleiten. (Siehe Monte Carlo Simulation)

2. Verwenden Sie eine Stop-Loss-Order

Für einen technischen Trader ist eine Stop Loss Order ein wirkungsvolles Instrument des Risikomanagements. Um logische Verluststopps festzulegen, können Sie Kursformationen und Unterstützungs-/Widerstandsebenen nutzen.

Mit einem Stop-loss können Sie herausfinden, wie viel Sie bei einer bestimmten Positionsgröße verlieren können. Nutzen Sie diesen zusammen mit Ihrem Modell für die Positionsgröße, und Sie werden eine größere Überlebenschance haben.

Allerdings gibt es einen wichtigen Vorbehalt, den viele Trader übersehen: Verluststopps sind nicht garantiert.

Trader, die mit dem Zeitrahmen des Tageschart arbeiten, können Kurslücken erleben, die über den Stop-loss hinausgehen. In diesem Fall können sie unerwartet große Verluste erleiden.

Selbst Daytradern kann es passieren, dass ihre Stop-Order aufgrund geringer Liquidität eine beträchliche Slippage verursacht.

Unter diesen Umständen wird Ihr Verlust ausschließlich durch die Positionsgröße eingeschränkt. (Aus diesem Grund ist die Positionsbestimmung so wichtig.)

Es ist wahr, dass Verluststopps nicht perfekt sind. Dennoch sind sie ein leistungsfähiges und nützliches Instrument, damit Sie in den meisten Fällen Ihr Risiko in den Griff bekommen können.

3. Versichern Sie sich mit Optionen aus dem Geld

Hier geht es darum, Ihre Position abzusichern und zwar mit billigen Optionen aus dem Geld (OTM = out of the money). Diese billigen OTM-Optionen werden höchstwahrscheinlich wertlos verfallen. Aber diese Optionen werden Sie gegenüber katastrophalen Kursbewegungen schützen.

Sie können beispielsweise OTM-Put-Optionen kaufen, um eine Longposition gegen einen Kurssturz abzusichern. Wenn es zum Kurssturz kommt, werden Sie mit Ihrer Aktienposition Geld verlieren. Aber gleichzeitig werden Ihre Put-Optionen im Wert steigen, so dass Sie Ihren Verlust aufgrund Ihrer Aktienposition ausgleichen können.

Im Grunde schafft diese Methode eine Spread-Position. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, ist das folgende Buch von Michael Sincere das Richtige für Sie.

4. Arbeiten Sie mit Optionspositionen

Ich bevorzuge diese Methode bei Swingtrades und bei Positionen, die ich über Nacht halte. Anstatt das zugrundeliegende Basisinstrument zu kaufen, also die jeweiligen Aktien, entscheide ich mich für Call-Optionen tief im Geld (ITM = in the money) mit einem hohen intrinsischen Wert. Bei Shortpositionen verwende ich Put-Optionen.

Die Vorteile von Long-Optionspositionen sind:

  • Der mögliche Verlust ist auf den Wert der Optionen begrenzt.
  • Das Risiko von Kurslücken wird dadurch abgeschwächt.
  • Zick-Zack-Kursbewegungen überstehen (weil die traditionelle Stop-loss-Order hier nicht genutzt wird)

Natürlich hat auch dieser Ansatz seine Herausforderungen. Im Gegensatz zu Aktien können Optionen verfallen. Daher ist es erforderlich, dass sich der Markt in die für Sie günstige Richtung bewegt, bevor die Optionen verfallen. Zudem ist es erforderlich, aktiv mit diesen Positionen umzugehen, um die besten Ergebnisse zu erzielen.

Klicken Sie hier, um mehr über die Verwendung von tiefen ITM-Optionen anstatt Aktienpositionen zu lesen.

Warnhinweis: Nackte Optionen verkaufen

Nackte (ungedeckte) Optionen zu verkaufen, setzt Sie unbegrenzten Verlusten aus. Normalerweise können Sie zwar meistens kleine Gewinne erzielen, aber ein einziger schlechter Trade kann Ihr Tradingkonto völlig vernichten.

Es gibt zwar Möglichkeiten, dieses Risiko in den Griff zu bekommen, aber diese sind auch nicht absolut sicher.

Klicken Sie hier, um mehr über die Gefahren des Verkaufs von nackten Optionen zu lernen.

Psychologisches Risikomanagement

Um als Trader zu überleben, brauchen Sie mehr als Ihr Finanzkapital. Sie müssen auch Ihr psychologisches Kapital schützen.

Psychologisches Kapital ist ein weiter Begriff, der sich auf Ihre Willenskraft und Ihre feste Überzeugung bezieht, auf disziplinierte Weise zu traden.

Begrenzen Sie die Anzahl der Trades, die Sie eingehen

Psychologisches Kapital für Trader - Risikomanagement

Damit meine ich die Beschränkung der Anzahl von Trades, die Sie innerhalb eines bestimmen Zeitraums eingehen (zum Beispiel drei Trades pro Tag).

Einige Trader glauben, dass sie sich durch die Festlegung einer Obergrenze für die Trades, die sie eingehen, eine Art Kapitalschutz schaffen. Andere wiederum betrachten die Begrenzung Ihrer möglichen Gewinne als Schutzfunktion. Daher hängt es davon ab, in welchem Lager Sie sich befinden, ob Sie die Anzahl Ihrer Trades reduzieren wollen oder nicht.

Aber dieser Gedankengang bzw. diese Denkrichtung verschleiert den wahren Zweck für die Begrenzung von Trades.

Die tatsächliche Bedeutung, die der Begrenzung der Trades, die Sie eingehen, zukommt, ist psychologischer Art. Willenskraft ist eine beschränkte Hilfsquelle. Jeden Trade einzugehen, der sich bietet, erfordert ernsthafte Analyse, Konzentration und Disziplin.

Die Anzahl der Trades einzuschränken, gewährleistet, dass Sie nur die besten Trades eingehen und zwar mit optimalem Einsatz. Diese Sicherung ist insbesondere nach aufeinanderfolgenden Gewinnen oder Verlusten von Bedeutung. Sonst könnte sich eine Haltung von Selbstüberschätzung oder Vergeltung durchsetzen, so dass alles aus dem Ruder läuft.

Angenommen, Sie verfügen über ein vernünftiges Modell der Positionsgrößenbestimmung. In diesem Fall ist es wahrscheinlicher, dass Sie Ihr psychologisches Kapital zuerst aufzehren. Sie neigen dann eher zu geistiger Erschöpfung, bevor Ihr Tradingkonto in Gefahr gerät, vernichtet zu werden.

Deshalb besteht das eigentliche Ziel in der Begrenzung der von Ihnen gemachten Trades darin, Ihre Psyche zu schützen (und damit indirekt Ihr Tradingkapital).

Beachten Sie, dass das oben Gesagte vor allem auf diskretionäre Trader zutrifft, die in eigener Regie handeln. Für Systemtrader hingegen ist anstelle der Begrenzung der Anzahl von Trades die Überwachung ihres Tradingsystems das wichtigere Ziel.

Konzentrieren Sie sich auf das Richtige (nicht auf die Performance)

Ihre Tradingergebnisse über einen bestimmten Zeitraum sind eine Funktion Ihrer Strategie und der Price Action des Marktes.

Da Sie den Markt nicht kontrollieren können, können Sie auch nicht Ihrr Tradingergebnisse kurzfristig beherrschen.

Daher ist die Ausrichtung auf einen bestimmten Gewinn pro Tag nicht haltbar. Wenn Sie dies trotzdem tun, lassen Sie den Markt völlig außer Acht. Wenn Sie also Ihre vorgegebene Gewinnschwelle erreichen wollen, ist es nur eine Frage der Zeit, dass Sie mit dem Overtrading beginnen werden. Das bedeutet Unheil.

Folglich sollten Sie sich darauf ausrichten, dem richtigen Prozess zu folgen, indem Sie Ihre Strategie durchführen. Konzentrieren Sie sich auf die Gründe, warum Sie einen Trade jeweils eingegangen sind und nicht auf dessen Ergebnis.

Wenn Sie einen Tradingvorteil haben, ist dies der beste Ansatz, als Trader am Leben zu bleiben, bis sich Gewinne einstellen.

Schlussbemerkung

Bekommen Sie Ihr finanzielles Risiko in den Griff:

  1. Eignen Sie sich gute persönliche finanzielle Gewohnheiten für eine zukunftsfähige Tradinglaufbahn an.
  2. Begrenzen Sie Ihre Verluste, um Ihr Tradingkonto zu schützen und dessen Vernichtung zu vermeiden.

Kommen Sie mit Ihrem psychologischen Risiko zurecht:

  1. Schränken Sie die Anzahl der Trades ein, die Sie eingehen, um schlechte Tradingentscheidungen zu vermeiden.
  2. Konzentrieren Sie sich auf Ihren Tradingprozess und nicht auf die Ergebnisse, um im Geschäft zu bleiben.

Zur Erinnerung: Um als Trader erfolgreich zu sein, ist folgendes erforderlich:

  1. Machen Sie einen Tradingvorteil ausfindig.
  2. Halten Sie sich so lange als Trader am Leben, bis sich Ihr Tradingvorteil bewährt hat.

Diese Anleitung hat zum Ziel, Ihnen beim zweiten Ziel behilflich zu sein: Lange genug finanziell zu überleben, bis Sie von Ihrem Tradingvorteil profitieren können. Das Risikomanagement selbst bietet keinen Tradingvorteil.

Da das Risikomanagement nicht direkt mit einem Tradingvorteil verbunden ist, erscheint es häufig für Trader nicht gerade interessant, aber bedenken Sie folgendes:

Gehen Sie davon aus, dass Sie einen Tradingvorteil haben – eine Strategie, die eine positive Erwartung vorweist.

Wollen Sie Ihren Tradingvorteil vergeuden und vertun, indem Sie pleite gehen? Oder wollen Sie das Beste aus Ihrem Tradingvorteil machen, indem Sie so lange wie möglich im Geschäft bleiben?

Für Trader, die wissen, wie man tradet, ist das Überleben das einzige, worauf es ankommt.

Das ist der Grund, warum ich ein ganzes Kapitel in meinem Tradingkurs über eine risikobasierte Tradingmethode geschrieben habe. Darin werden die finanziellen, psychologischen und operativen Risiken und ihre Beziehungen zueinander diskutiert. Klicken Sie hier, um mehr über den Kurs zu erfahren.

Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlich: Trader's Survival Guide: A Primer on Risk Management

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

Weiterlesen:

Bonus: 7 Tipps zum Risiko-Management von Top-Tradern

Das Risikomanagement ist der Grundpfeiler eines nachhaltigen Handelsplans. Dennoch wird es von angehenden Tradern ignoriert, die lediglich auf der Suche nach einer weiteren besondere Strategie sind. Darüber hinaus gibt es Handelsrisiken in so vielen unterschiedlichen Ausprägungen, das selbst erfahrene Trader vor einer Herausforderung gestellt werden.

In diesem Artikel werden wir also einen genauen Blick darauf werfen, was sieben erstklassige Trader zum Risikomanagement zu sagen haben.

Trading-Zitate sind sehr beliebt, weil es sich dabei um kurz gefasste Ratschläge handelt, die leicht zu lesen sind. Aber damit Sie aus diesen altbewährten Tipps Nutzen ziehen können, dürfen Sie sie nicht einfach nur lesen und vergessen.

Sie müssen aktiv werden.

Um Ihnen dabei behilflich zu sein, habe ich für jeden der folgenden Trading-Tipps Handlungsvorschläge eingefügt, die Sie dabei unterstützen, diese in Ihrem praktischen Trading anzuwenden.

1. Verluste begrenzen

“Verluste laufen zu lassen, ist der schlimmste Fehler, den die meisten Privatanleger begehen.“

William O’Neil

Verlusttrades sind unvermeidlich. Entscheiden Sie immer vorher, wie Sie reagieren sollten. Den richtigen Umgang mit Verlusten kann man nicht im Handumdrehen bzw. im Schnellverfahren bewältigen.

Wichtiger Hinweis für die Praxis

2. Bestimmen Sie die Größe Ihrer Position

“Dieser Baumwoll-Trade stürzte mich beinahe in den Ruin. An diesem Punkt sagte ich mir: `Wie dumm, warum sollte ich denn alles für einen Trade riskieren? Sollte ich in meinem Leben nicht nach Glück streben, anstatt nach Schmerz?“

Paul Tudor Jones

Paul Tudor Jones schnitt gar nicht so schlecht ab, wenn man sich sein Trading Setup isoliert betrachtet. Es war vielmehr seine viel zu große Position, die ihn fast ruinierte. Er riskierte zu viel für einen einzigen Trade und verlor fast 70% des Kapitals der von ihm verwalteten Konten.

(Lesen Sie mehr über die mit diesem Zitat in Zusammenhang stehenden Büchern „Magier der Märkte“ von Jack Schwager.)

Wichtiger Hinweis für die Praxis

  • Erstellen Sie ein Modell zur Bestimmung der Positionsgröße und halten Sie sich daran, und zwar unabhängig davon, wie zuversichtlich Sie in Bezug auf den entsprechenden Trade sind.

3. Das Risiko akzeptieren

„Wenn Sie das Risiko tatsächlich akzeptieren, werden Sie mit jedem Ergebnis zufrieden sein.“

Mark Douglas

Das Buch von Mark Douglas „Trading in the Zone“ ist ein Klassiker, der Sie mit der Denkweise eines erfolgreichen Traders bekannt macht. Mit jedem Ergebnis zufrieden zu sein, ist von entscheidender Bedeutung in Anbetracht des ständigen Wandels des Marktes.

Denken Sie auch über das Risiko des Geldverlustes hinaus. Für einige Trader ist bei jedem Trade, den sie tätigen, ihr Ego gefährdet. Für sie ist jeder verlorene Trade eine Belastung für ihr Selbstwertgefühl. Daher ist es wichtig, diesen Aspekt des Trading zu akzeptieren, um unerwünschte Reaktionen auf den Verlust von Trades zu vermeiden.

Wichtiger Hinweis für die Praxis

  • Fragen Sie sich nach jedem Trade, ob Sie ruhig und harmonisch sind. Wenn dies nicht der Fall ist, haben Sie nicht wirklich alle Risiken akzeptiert. Schürfen Sie tiefer, um herauszufinden, warum das so ist. Liegt es daran, dass Sie unterkapitalisiert sind? Liegt es daran, dass Ihnen die Unwägbarkeit des Marktes zu schaffen macht? Oder liegt es vielleicht daran, dass Sie von Ihrem Plan abgewichen sind?

4. Schützen Sie Ihr Kapital

„Sie müssen Ihre Verluste gering halten und das Kapital für die sehr wenigen Fälle erhalten, in denen Sie in ganz kurzer Zeit viel verdienen können. Was Sie sich auf keinen Fall leisten können ist, Ihr Kapital für minderwertige Trades zu vergeuden.“

Richard Dennis

Richard Dennis weist auf die Gefahr hin, gute Trades zu verpassen. Die Märkte sind in der Regel effizient. Das bedeutet, dass die besten Trades (die es Ihnen ermöglichen, in sehr kurzer Zeit viel zu verdienen) selten sind.

Die Kosten für das Versäumen dieser spektakulären Handelsgelegenheiten sind hoch. Daher müssen Sie sichergehen, dass Sie diese auch nutzen können, wenn sie sich einstellen. Dafür müssen Sie Ihr Tradingkapital erhalten.

Wichtiger Hinweis für die Praxis

  • Begrenzen Sie die Verluste bei Trades, die nicht mit Verluststopps durchgeführt werden.
  • Ziehen Sie zeitabhängige Stopps in Erwägung, um sicherzugehen, dass Ihr Kapital nicht ohne triftigen Grund im Markt gebunden ist.

5. Der Umgang mit emotionalen Risiken

„Die persönliche Seite eines jeden Menschen ist der größte Feind des durchschnittlichen Anlegers oder Spekulanten.“

Jesse Livermore

Jesse Livermore erkannte, dass Trader ihre Fähigkeiten häufig überschätzen, mit ihren Emotionen zurechtzukommen.

Ich habe es selbst erlebt: In meinem Anfangsjahren als Trader weigerte ich mich zuzugeben, dass meine Emotionen beim Trading außer Kontrolle geraten können. Erst als ich mich meiner menschlichen Seite stellte und Schritte unternahm, um mit meinen destruktiven Gefühlen umgehen zu lernen, wurde ich zu einem konsequenteren und beständigeren Trader.

Wichtiger Hinweis für die Praxis

  • Halten Sie sich einen Plan bereit, um mit aufflackernden Emotionen umgehen zu können. Reagieren Sie nicht blind auf Angst und Gier. In diesem Artikel können Sie sich diesbezüglich einige Anregungen holen.

6. Behalten Sie die Übersicht

„Viele Menschen verstricken sich so sehr in die Märkte, dass Sie den Überblick verlieren. Mehr zu arbeiten, bedeutet nicht zwangsläufig, dass man auch intelligenter arbeitet. In Wirklichkeit ist es manchmal sogar genau umgekehrt.“

Martin Schwartz

Der Verlust der Übersicht ist ein ernstes Problem für jeden Trader. Es sorgt für Verwirrung.

Ohne Überblick können Sie nicht gut traden und zwar unabhängig von Ihrer Handelsstrategie. Zudem handelt es sich dabei um ein heimtückisches Risiko, denn ein Trader, der den Überblick verloren hat, weiß es oft nicht.

Wichtiger Hinweis für die Praxis

  • Begrenzen Sie die Stunden bzw. Handelssitzungen, während derer Sie traden, so dass Sie sich auf die Qualität und nicht auf die Quantität konzentrieren.
  • Denken Sie wöchentlich über Ihre Tradingergebnisse nach (Tradingberichte sind dabei hilfreich.)

7. Das Risiko respektieren

„Während meiner gesamten Laufbahn als Trader habe ich immer wieder Menschen gesehen, von denen ich wusste, dass sie sich durch die Missachtung von Risiken ruiniert haben. Wenn Sie das Risiko nicht genauestens überprüfen, wird es Sie treffen.“

Larry Hite

Sind Sie noch nicht überzeugt von der Wichtigkeit des Risikomanagements? Ich hoffe, dass die Worte eines „Magiers der Märkte“ wie Larry Hite dazu beitragen werden, die Botschaft zu vermitteln.

Wichtiger Hinweis für die Praxis

  • Werfen Sie einen genauen Blick auf das Risiko. Gehen Sie Ihren gesamten Tradingprozess durch. Stellen Sie sich bei jedem Schritt die Frage: Was könnte schief gehen?
  • Versuchen Sie Ihr Bestes, um das erkannte Risiko zu reduzieren oder in den Griff zu bekommen.

Schlussbemerkung

Bemühen Sie sich, die oben genannten Ratschläge zu befolgen, dann werden Sie beim Risikomanagement den anderen Tradern immer einen großen Schritt voraus sein.

Denken Sie jedoch daran, dass es nicht darum gehen kann, alle Risiken auszuschalten. Trading ist die Kunst der Risikoübernahme, wobei der Schwerpunkt darauf liegt, die lohnenden Risiken einzugehen und die bedrohlichen Risiken unbedingt einzudämmen.

Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlich: 7 Risk Management Tips from Top Traders

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

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