Einführung in die Volumen Spread Analyse (VSA) (Update 2020)

Wahrscheinlich haben Sie bereits über die Volumen Spread Analyse (VSA) und den Wert, den diese für Ihre Analyse haben kann, gehört. Aber sie klingt wie eine komplizierte Tradingmethode mit ungewöhnlichen Begriffen wie „Keine Nachfrage-Bar“ und „Stopping-Volumen“. Ist die VSA wirklich so schwer zugänglich?

Wir werden nun den ersten Schritt zusammen unternehmen, um die VSA zu verstehen. Aufgrund dieser Einführung werden Sie erkennen, dass es sich bei der VSA letztlich um eine intuitive Methode handelt.

Was ist die Volumen Spread Analyse (VSA) ?

Bei der VSA geht es um das Verhältnis zwischen Volumen (Handelsumsatz) und Kurs zur Vorhersage der Marktrichtung.

Bei der VSA wird insbesondere auf folgendes geachtet:

  • Volumen
  • Kursspanne/Spread (Differenz zwischen Hoch und Schlusskurs)
  • Schlusskurs im Verhältnis zur Kursspanne (Ist der Schlusskurs in der Nähe des oberen oder unteren Endes des Kursstabes?)

Wer hat die VSA erfunden?

Dieses Buch handelt von Jesse Livermores Aktien-Tradingmethoden und stammt von Richard Wyckoff.

Drei große Namen sind in Bezug auf die Entwicklung der VSA zu nennen:

  • Jesse Livermore
  • Richard Wyckoff
  • Tom Williams

Jesse Livermore sprach von einer Theorie, die auf Marktmanipulation beruht. Während seiner legendären Tradingkarriere hat er auch seine Theorie entwickelt. Aber konkrete Tradingmethoden hat er nicht hinterlassen. Sein Vermächtnis war das eines Traders und nicht eines Lehrers.

Richard Wyckoff interessierte sich viel mehr für die Schulung. Um Methoden ausfindig zu machen, die in den Märkten funktionieren, interviewte er erstklassige Trader wie Jesse Livermore. Wyckoff beschrieb den „Composite Trader“, der den gesamten Markt verkörpert. Er benutzte den „Composite Trader“, um die vier Marktphasen zu erklären: Akkumulation, Markup, Distribution, Markdown.

Weder Jesse Livermore noch Richard Wyckoff haben den Begriff „Volumen Spread Analyse“ benutzt. Diesen Begriff hat Tom Williams eingeführt, um die Methoden zu beschreiben, die er auf der Grundlage von Richard Wyckoffs Ideen entwickelt hat. Die Bücher von Tom Williams und seine Software haben dazu beigetragen, das Konzept der VSA unter Tradern zu verbreiten.

Warum funktioniert die VSA?

Der Grundgedanke dabei ist der, dass die privaten Trader nur dann Geld in den Märkten verdienen können, wenn sie verstehen, was die professionellen Trader tun. Und die professionellen Trader sind die großen Player.

Daher hinterlassen sie Ihre Fußspuren in den Volumendaten. Wenn die Professionellen aktiv sind, zeigt der Markt ein hohes Tradingvolumen. Umgekehrt gilt: Wenn das Volumen des Marktes gering ist, dürften sich die Profis zurückhalten.

Daraus geht folgendes hervor: Um eine Ahnung davon zu bekommen, was die großen Jungs im Schilde führen, reicht die Betrachtung der Price Action nicht aus. Wir müssen neben der Price Action auch das Volumen im Auge behalten.

Funktioniert VSA in allen Märkten?

VSA stellt die Kurse und das Volumen in den Mittelpunkt und strebt an, die Aktionen der professionellen Trader zu ergründen. Sofern also ein Markt eine Gruppe von professionellen Marktteilnehmern aufweist und zuverlässige Kurs- und Volumendaten bietet, ist die Voraussetzung für die VSA erfüllt.

Fast alle Finanzmärkte (Aktien, Futures, Forex) scheinen den Anforderungen zu entsprechen.

Beim Spot Forexmarkt (Kassamarkt) ist das Volumen jedoch eine heikle Sache. Da werden Sie kein aktuelles Volumen erhalten. Sie bekommen das Tick-Volumen, das anzeigt, wie oft der Markt aufwärts oder abwärts tickt. Wenn Sie beabsichtigen, die VSA-Methode für den Spot-Forexmarkt anzuwenden, müssen Sie entscheiden, ob Ihre Quelle für das Tickvolumen eine zuverlässige Entsprechung für die tatsächlich gehandelten Umsätze darstellt. (Brauchen Sie eine Entscheidungshilfe? Das ForexFactory-Forum bietet ein Diskussionsmöglichkeit zum Forextrading mit der VSA an.)



Wie verwenden wir die VSA zum Traden?

Ich möchte nicht die Tatsache beschönigen, dass die VSA schwer zu beherrschen ist. Das ist darauf zurückzuführen, dass Trader die verschiedenen VSA-Konzepte unterschiedlich interpretiert haben. Um gut mit der VSA zu traden, ist jahrelange Praxis und Marktbeobachtung notwendig. (Bedenken Sie, wie viel Zeit Jesse Livermore, Richard Wyckoff und Tom Williams damit verbracht haben, die Märkte zu analysieren.)

Dennoch können wir unser Trading mit grundlegenden VSA-Konzepten, die leicht zu verstehen sind, noch verbessern. Daher werden wir uns in dieser Einleitung mit zwei einfachen VSA-Methoden beschäftigen:

  1. Keine Nachfrage (No Demand)
  2. Kein Verkaufsdruck (No Selling Pressure)

VSA-Grundkonzepte

(Die folgenden Definitionen beruhen auf dem Buch von Tom Williams über die VSA: Master the Markets)

1. Keine Nachfrage bei einer Bar mit höherem Schlusskurs

Wenn die Kurse steigen bei kleiner werdendem Spread und Volumen, dann ist keine Nachfrage in diesem Markt vorhanden. Ohne Nachfrage ist die weitere Aufwärtsbewegung eher unwahrscheinlich.

Bars (Kursstäbe) mit „Keine Nachfrage“ finden:

  1. Der Kursstab schloss höher als es in der vorherigen Bar der Fall war.
  2. Das Volumen ist geringer, als es in den letzten beiden Bars der Fall war.
  3. Die Kursspanne (Spread) des Bars ist eng.

2. Kein Verkaufsdruck bei einer Bar mit tieferem Schlusskurs

Wenn die Kurse fallen bei abnehmendem Spread und Volumen, dann ist kein Interesse an Verkäufen vorhanden. Somit ist es nicht wahrscheinlich, dass sich die Abwärtsbewegung des Marktes fortsetzt.

Bars (Kursstäbe) mit „Kein Verkaufsdruck“ finden:

  1. Der Kursstab schloss tiefer, als es in der vorherigen Bar der Fall war.
  2. Das Volumen ist geringer, als es in den letzten beiden Bars  der Fall war.
  3. Die Kursspanne (Spread) des Bars ist eng.

Tradingbeispiele für VSA

In den beiden folgenden Beispielen werden wir einen einfachen 20-Perioden Moving Average (SMA) als Trendindikator verwenden. Unsere Absicht ist, die Konzepte von „Keine Nachfrage“ und „Kein Verkaufsdruck“ einzusetzen, um Trades mit Trend-Korrektur ausfindig zu machen.

Im folgenden Chart habe ich die Bars mit „Keine Nachfrage“ (No Demand) mit roten Pfeilen und die Bars mit „Kein Verkaufsdruck“ (No Selling Pressure) mit grünen Pfeilen gekennzeichnet. (Zum Zoomen klicken Sie auf die Abbildungen.)

1. Bar mit „Keine Nachfrage“: Potentieller Short-Trade

Volumen Spread Analyse - Tageschart John Deere Aktie (DE)
1. Potentieller Trendwechsel als der Kurs unter den SMA fiel. | 2. Drei aufeinander folgende „Keine Nachfrage“ Kerzen bestätigten, dass der Trendwechsel echt war. | 3. Potentielle Short-Möglichkeiten

Dieser Tageschart zeigt den Aktienkurs von Deere & Company (DE).

  1. Diese Kerze rutscht unter den Moving Average und weist auf einen entstehenden Abwärtstrend hin.
  2. Diese nacheinander folgenden Kerzen mit „Keine Nachfrage“ bestätigten das mangelnde Interesse, die bullische Bewegung fortzusetzen.
  3. Deshalb waren diese Gegebenheiten ideal, um einen Short-Trade in Betracht zu ziehen.

2. „Kein Verkaufsdruck“: Potentieller Long-Trade

Tageschart Procter & Gamble (PG) mit Volume Spread Analyse
1. Klarer Aufwärtstrend, da der Markt über dem SMA blieb. | 2. „Kein Verkaufsdruck“ Kerzen | 3. Bullische Umkehrkerze (Pin Bar) bot einen idealen Long-Einstieg.

Dieser Tageschart zeigt den Aktienkurs von Proctor & Gamble Company (PG).

  1. Der Markt befand sich in einem ausgeprägten Aufwärtstrend und blieb über dem Moving Average.
  2. In diesem seitwärts verlaufenden Pullback beobachteten wir drei Kursstäbe mit „Kein Verkaufsdruck“. Diese wiesen darauf hin, dass die Bären nicht vorankamen und dass die Voraussetzungen für ein bullisches Retracement gegeben waren.
  3. Diese bullische Pin Bar bot die ideale Setup-Bar.

Wo können wir noch mehr über VSA erfahren?

Die VSA wird immer beliebter, und es besteht keinerlei Mangel an entsprechenden Quellen, um diesbezüglich größeres Verständnis zu erlangen.

Bücher über die VSA

Foren-Diskussionen über VSA

Es gibt viele Diskussionen über die VSA in Traders Laboratory und Forex Factory.



Trading-Software für VSA

Es gibt mehrere Software-Programme, die für sich in Anspruch nehmen, die VSA-Techniken zu verwenden, um Ihnen zum besseren Traden zu verhelfen. Ich möchte mich nicht zu deren Leistungsfähigkeit äußern, weil ich Sie nicht verwendet habe.

Aber ich bin mir sicher, dass Ihnen keine Software den Tradingerfolg bescheren wird, wenn Sie die VSA-Prinzipien nicht wirklich verstanden haben. Deshalb sollten Sie unbedingt so viel wie möglich über die VSA lernen, bevor Sie sich auf eine Software für Ihre Analyse verlassen. Wenn Sie es so machen, können Sie sicher sein, dass Sie die Software nicht blind einsetzen werden, wenn Sie eine der angebotenen Versionen kaufen.

Verwandte Volumen-Strategien

Das sind zwar keine klassischen VSA-Methoden, aber Sie werden Ihnen dabei behilflich sein, die Wechselwirkung zwischen Kurs und Volumen zu erkennen.

Schlussbemerkung zur VSA

Das Volumen ist wertvoll, denn es bietet eine weitere Dimension des Marktes für die Analyse. Das Volumen ist auch gefährlich, weil es jene verwirrt, die es nicht verstehen.

Überstürzen Sie nichts. Greifen Sie kontinuierlich VSA-Konzepte auf und setzen Sie diese bei Ihrem Trading umsichtig ein. Wenn Ihnen das Volumen allmählich klarer wird, werden Sie Fortschritte wahrnehmen, aber Verbesserungen werden sich nicht von heute auf morgen einstellen.

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Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlich: Your first Guide to Volume Spread Analysis (VSA)

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

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