Trading-Regeln entstehen nicht am Schreibtisch, sondern nach Verlusten. Deshalb lohnt der Blick auf Trader mit langer Erfahrung mehr als auf die mit den größten Einzelgewinnen: Wer lange dabei ist, hat die teuren Fehler bereits überlebt.
Dieser Artikel sammelt Regeln in vier Blöcken: Risikomanagement, Kontrolle des Egos, Trading als Unternehmen und Regeln, die direkt aus dem Markt kommen. Dazu die unbequemste Regel von allen, nämlich zu erkennen, wann eine Regel gebrochen gehört. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Trading-Regeln: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Trading-Regeln (Handelsregeln) helfen dabei, Disziplin zu wahren und konsistente Handelsentscheidungen zu treffen. Dies ist wichtig, da impulsives und inkonsistentes Handeln oft zu Verlusten führt.
- Durch das Festlegen und Befolgen von Regeln für das Risikomanagement können Händler potenzielle Verluste begrenzen. Dies ist entscheidend, um langfristig profitabel zu bleiben, da es verhindert, dass ein einziger schlechter Trade zu einem großen Verlust führt.
- Emotionen wie Gier und Angst können die Handelsentscheidungen negativ beeinflussen. Trading-Regeln helfen, Emotionen in Schach zu halten und Entscheidungen auf der Grundlage von Analyse und Strategie zu treffen.
- Regeln, die das Sammeln und Analysieren von Marktdaten vorschreiben, stellen sicher, dass Händler informierte Entscheidungen treffen. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, rentable Trades zu identifizieren.
- Märkte sind dynamisch und ändern sich ständig. Handelsregeln, die eine ständige Überprüfung und Anpassung der Strategie vorsehen, sind wichtig, um mit den Marktveränderungen Schritt zu halten.
Trading-Regeln für den Erfolg eines Händlers
Trader schreiben als ihre Trading-Regeln auf, was sie von den Märkten gelernt haben. Eigentlich sind Trading-Regeln verdichtete Markterfahrungen.
Den unerfahrenen Tradern bieten Trading-Regeln einen Kompass, um sich in den turbulenten Gewässern des Marktes zurechtzufinden. Den fortgeschrittenen Tradern eröffnen Trading-Regeln Perspektiven.
Die Frage lautet: Wessen Trading-Regeln willst du erlernen? Von wem willst du etwas erfahren?
Wir neigen dazu, Trader aufgrund ihrer Gewinne zu beurteilen. Aber das ist nicht der einzige Beurteilungsmaßstab für einen Trader. Häufig ist dies auch ein verzerrter Maßstab und nicht das beste Beurteilungskriterium für den Erfolg eines Traders.
Was ist denn wichtiger als die Gewinne, die beim Trading erzielt werden?
Die im Markt verbrachte Zeit, ohne sich finanziell zu ruinieren.
Darum geht es einem erfahrenen Trader. Aus diesem Grund solltest du auch von den Tradern mit der größten Erfahrung und nicht von denen mit den größten Gewinnen lernen.
Für diesen Artikel habe ich einige harte Entscheidungen zur Auswahl von Trading-Regeln getroffen. Ich habe mich für diejenigen Tradingregeln entschieden, die mit meinen Tradingerfahrungen übereinstimmen.
Aber da gibt es ein Problem. Die meisten Trading-Regeln sind nützlich, und nur eine Trading-Regel von jedem Trader auszuwählen ist einschränkend. Deshalb habe ich für mehr Trading-Regeln auch zu den Webseiten dieser Trader verlinkt.
Damit du im Trading-Spiel bleibst, brauchst du keinen Mut. Du musst konsequent sein. Deine Methoden müssen tragfähig und deine Emotionen ausgeglichen sein. Dramatik und Aufregung passen zu spannenden Filmen, die zu Kassenschlagern werden. Aber Gewinne, und nicht Geschichten, sind der tragende Grund deiner Tradinglaufbahn.
„Es gibt alte Trader und es gibt wagemutige Trader, aber es gibt sehr wenige alte und wagemutige Trader.“
Ed Seykota
Möchtest du konsequent und folgerichtig traden? Die folgenden Trading-Regeln helfen dir dabei.
Trading-Regeln für das Risikomanagement
Wisse immer, wie viel du bei einem Trade verlieren kannst
Sorg dafür, dass du nur diesen Betrag verlierst, wenn es zum Verlust kommt.
Wie konsequent das umgesetzt werden kann, zeigt die Turtle-Vorgabe, Positionsgrößen strikt nach Volatilität zu bemessen.
Die beste Möglichkeit, das zu bewerkstelligen, ist der Einsatz einer Stop-Loss-Order.
Gib eine Stop-Loss-Order ein, wenn du in einen Trade einsteigst. Eine weitere hervorragende Methode besteht darin, Optionen zu kaufen, weil sie dein Risiko in Bezug auf den Geldeinsatz begrenzen. Stock auch nie Verlustpositionen auf. Es sei denn, das ist Teil deiner Tradingstrategie, und du hast sie bereits als zusätzliches Risiko einbezogen. Dein potenzielles Risiko unberücksichtigt zu lassen, ist der sicherste Weg, pleite zu gehen. Als Trading-Regel gilt: Achte immer auf dein Risiko.
Risiko ohne Emotionen
Der erste Schritt besteht darin, zu wissen, wie viel man verkraften kann zu verlieren. Der nächste Schritt ist, sich zu vergewissern, dass du diesen bestimmten Betrag verlieren kannst, ohne dass es dich emotional belastet. Konsequente und folgerichtige Trader setzen kein angstbesetztes Geld ein. Wenn du einen Geldbetrag riskierst, den du dir nicht leisten kannst zu verlieren, ergreift dich die Angst.
Du wirst deine Trade-Position in dem Moment infrage stellen, in dem du in den Markt eingetreten bist. Folglich wird deine Fähigkeit beeinträchtigt, Verluste zu reduzieren und Gewinne laufen zu lassen. Emotional verhältst du dich dann wie ein verzweifelter Spieler und nicht wie ein professioneller Trader. Um diese Situation zu vermeiden, wende diese Trading-Regel an und riskier einen Geldbetrag, der keine Ängste auslöst.
Geringe Summen zu verlieren ist kein Problem
Verlieren ist unerlässlich, um als Trader Geld zu verdienen.
Geringe Verluste sind von zentraler Bedeutung für dauerhafte Gewinne. Mach es zur Trading-Regel, geringe Verluste einzufahren. Aber wir verlieren nicht gerne. Dies erklärt, warum Menschen nicht gut traden können. Trading basiert auf Wahrscheinlichkeiten, und Verluste sind notwendig. Damit du gewinnbringend tradest, musst du Verluste nicht nur akzeptieren, sondern geringe Verluste geradezu lieben. Natürlich gibt es das berühmte Sprichwort „Tod durch tausend Schnitte“.
Der Tod erfolgt zwangsläufig, wenn du keinen Tradingvorteil (edge) hast. Vorausgesetzt, du hast diesen Vorteil, dann ist es leichter, sich von Dutzenden kleinen Schnitten zu erholen als von einer tödlichen Schnittwunde.
Schütz dein Tradingkapital
„Die wichtigste Regel beim Trading ist die Verteidigung und nicht der Angriff.“
Paul Tudor Jones
Wenn du Trading als deinen Beruf betrachtest, wirst du selbstverständlich dein Tradingkapital schützen. Das bedeutet, dein Tradingkapital klug einzusetzen. Geh nur die besten Trades ein. Das heißt auch, dass du deine Positionsgröße begrenzt, so dass dich keine Verlustphase ruinieren kann.
Wenn du verantwortungslos mit deinem Tradingkapital umgehst, bist du ein Glücksspieler. Du handelst offensiv, ohne über deine Verteidigung nachzudenken. Das liegt daran, dass du einen Lotteriegewinn erhoffst und keine langfristig ausgerichtete Tradinglaufbahn anstrebst. Schlag nicht den Weg eines Zockers ein.
Mehr über Paul Tudor Jones kannst du im Buch Market Wizards (Deutsche Übersetzung) von Jack D. Schwager erfahren, der diesen Trader interviewt hat.
Regeln zeigen, was zu tun ist. Den Gegenpol dazu bilden die 13 schlimmsten Tradingfehler, also die Verstöße gegen genau diese Regeln, samt der Denkfehler, aus denen sie entstehen.
Das sind die wichtigsten Daytrading Regeln!
Hole dir jetzt das kostenlose E-Book und lerne, worauf es wirklich ankommt.

Wir achten den Datenschutz. Austragung problemlos möglich.
Das sind die wichtigsten Daytrading Regeln!

Wir achten den Datenschutz. Austragung problemlos möglich.
Trading-Regel für die Kontrolle des Egos
Vermeide den Drang, „das Geld zurückholen“ zu wollen
„Wenn du starke Kapitalverluste erleidest, leg eine Pause ein. Schließ alle Trades und hör für einige Tage mit dem Traden auf. Deine Psyche kann dir nach schnellen Verlusten einen Streich spielen. Der Drang, das Geld zurückzubekommen, ist gewaltig, dem solltest du nicht nachgeben.“
Richard Rhodes
Das ist für mich eine wichtige Regel. Wenn ich die Kurve meines Kapitalkontos überprüfe, versuche ich, die zugrunde liegende Ursache für jeden Kapitalverlust herauszufinden. Die Folge davon ist das dringende Bedürfnis, das Geld zurückzubekommen.
Das ist üblich unter Tradern, die meinen, dass sie über einen Vorteil verfügen. Weil sie denken, dass sie einen Tradingvorteil haben, glauben sie, dass sie kein Geld verlieren dürfen. Wenn sie also verlieren, denken sie, dass sie nur weiter traden müssen, um das Geld wieder zurückzuerhalten.
„Hol es zurück“, sagt dein Kopf, um das verlorene Geld zurückzugewinnen. Das versperrt dir die klare Sicht und lässt dich unvernünftig auf die bisherigen Verluste reagieren. Mit dieser mentalen Verzerrung ist es schwierig, folgerichtig und konsistent zu traden.
Ein Beispiel dafür ist, übertrieben ehrgeizige Gewinnziele festzulegen. Da du „das Geld zurückhaben“ willst, legst du dein Kursziel auf den Betrag fest, den du wiederhaben möchtest. Das bringt dich in Schwierigkeiten, weil das nicht mit der Price Action des Marktes übereinstimmt.
Bedenk Folgendes: Selbst wenn du tatsächlich einen Tradingvorteil hast, wird die Einstellung „es zurückhaben“ zu wollen, diesen zunichtemachen.
Die einfachste und beste Lösung besteht darin, eine Auszeit vom Markt zu nehmen.
Überwinde dein Ego
Analysten sind im Geschäft, um Recht zu behalten. Bei Tradern ist das nicht der Fall. Um beim Trading erfolgreich zu sein und ein konsequenter Trader zu werden, solltest du vergessen, recht behalten zu wollen. Konzentrier dich stattdessen darauf, Geld zu verdienen. Warum gelingt es uns nicht, die Verluste zu reduzieren? Weil unser Ego Recht behalten will, und Verluste zu reduzieren, bedeutet, dass wir Unrecht haben.
Warum verpassen wir den hervorragenden Trade gleich nach dem Verlusttrade?
Weil unser Ego recht haben will und es liebt, sich nach einem Verlusttrade dem schlechten Gewissen hinzugeben. Dies benebelt unser Hirn und veranlasst uns, das nächste tolle Trading-Setup zu verpassen. Wenn wir recht haben, haben wir recht. Wenn wir Unrecht haben, haben wir Unrecht. Es gibt keinen Grund zum Bedauern. Du bist nicht im Tradinggeschäft, um recht zu haben. Du bist in diesem Geschäft, um Geld zu verdienen. Halt dich an diese Trading-Regeln, und überwinde dein Ego.
Schütz dein mentales Kapital
„Mentales Kapital ist ebenso wichtig wie finanzielles. Schütz beides.“
Adam Grimes
Kapital benötigst du zum Traden. Finanzielle Mittel benötigst du auf deiner Bank oder auf deinem Tradingkonto. Mentales Kapital ist das, was du für deinen Geist brauchst.
Denk an Vertrauen, Frieden und Konzentration. Nicht Angst, Zweifel und Ungeduld.
Hast du dein Finanzkapital verloren? Es wiederzuerlangen bedeutet, dass du mehrere Jobs brauchst, härter arbeiten, weniger verbrauchen und mehr sparen musst. Mentales Kapital kann hier ebenfalls hilfreich sein.
Hast du dein mentales Kapital verloren? Es ist ein beschwerlicher, mühsamer Weg zur Wiederherstellung. Wenn du geistig angeschlagen bist, gerätst du ganz leicht in einen Teufelskreis. Zweifel erzeugt Zweifel.
Zunächst einmal ist es wichtig, dass du dein mentales Kapital und dein Tradingkapital gar nicht erst verlieren.
Nichts schwächt dein mentales Kapital mehr als ein großer Verlust. Geh sorgsam und vorsichtig mit dem Risiko um, das du eingehst.
Nichts verbessert dein mentales Kapital mehr als Gewinntrades, die sich aus deinen Tradingregeln ergeben. Halt dich an deinen Tradingplan. Das ist die einzige Möglichkeit, um Selbstvertrauen aufzubauen.
Deinen Tradingplan nicht zu beachten, lohnt nicht. Selbst bei Gewinntrades weißt du tief in dir, dass du einfach Glück gehabt hast. Was dein mentales Kapital anbelangt, gewinnst du nichts dabei. Halt dich also an deinen Tradingplan.
Wirf einen Blick auf die Tradingregeln von Adam Grimes. Wir haben sein Buch in unserer Price Action Bücher Übersicht vorgestellt.
Versuch nicht, jeden Swing des Marktes zu erwischen
Neue Trader wollen jeden Swing des Marktes erwischen. Sie wollen am Höchstkurs short gehen und am Tiefstkurs kaufen. Sie erkennen nicht, wie sehr dies ihrer geistigen und finanziellen Gesundheit schadet. Aber noch wichtiger ist, dass es ein unerreichbares Ziel ist.
Es gibt wahnsinnig erfolgreiche Trader. Aber es gibt keine Trader, die jeden Kursschwung (Swing) in jedem Zeitrahmen erwischt haben. Konsequente Trader wissen, dass sie den Markt nicht beherrschen können. Daher konzentrieren sie sich auf den Teil, den sie begreifen und in dem sie einen Vorteil haben. Dann begrenzen sie ihr Risiko, während sie versuchen, von diesem zu profitieren.
Halt dich deshalb an diese Tradingregel: Versuch nicht, jeden Swing des Marktes zu erwischen.
Verehr keinen Trading-Guru
Jeder konsequente und logisch vorgehende Trader hat eine Tradingmethode entwickelt, die zu seiner oder ihrer Persönlichkeit passt. Wenn du Konsequenz und Beständigkeit erreichen willst, musst du genau das auch schaffen.
Alle deine Hoffnungen auf einen Trading-Guru zu richten, ist der beste Weg, deine Entwicklung als Trader zu vereiteln. Dies beinhaltet, undurchsichtige Systeme zu kaufen und Signal-Dienste zu abonnieren. (Außer, wenn dein Tradingvorteil von der Wahl solcher Dienste stammt. In diesem Fall sind die Fähigkeiten, die du benötigst, völlig andere. Du musst dich auf Faktoren konzentrieren, wie die detaillierte Untersuchung und Beurteilung der Performance.)
Der Erfolg eines Trading-Guru ist für dich ohne Bedeutung, weil du anders bist. Jeder ist unterschiedlich und muss selbst herausfinden, was für ihn funktioniert. Das ist der einzige Weg, sich zu einem konsequenten und Gewinn erzielenden Trader zu entwickeln. Merk dir diese Trading-Regel und folg niemals blind irgendeinem anderen Trader.
Hör nicht auf die Meinungen anderer
„Erfolgreiche Trader distanzieren sich von den Beurteilungen anderer.“
Linda Bradford Raschke
Du brauchst eigenständiges Denken, wenn du mit dem Traden deinen Lebensunterhalt verdienen willst.
Einige Trader holen die Meinungen anderer ein, bevor sie einen Trade eingehen. Entweder sind sie zu faul, um für sich selbst zu denken, oder ihr Wissen reicht nicht aus, um sich eine Meinung über den Markt zu bilden. In beiden Fällen sollten sie nicht traden.
Meinungen können tückisch sein. Trotzdem meiden die meisten Trader die Meinungen anderer nicht. Das liegt daran, dass sie glauben, sie seien objektiv und würden sich nicht von den Beurteilungen beeinflussen lassen, die sie hören oder lesen. Das ist aber nicht wahr.
Wir sind nicht so objektiv wie wir meinen.
Hier kannst du mehr über die Tradingregeln von Linda Bradford-Raschke erfahren.
Gründe deine Trades auf deine Logik und auf die Emotionen anderer Leute
Gründe deine Trades nicht auf Ratschläge, kurzlebige Trends, Vorlagen, Meinungen, Nachrichten oder Erträge. Die kannst du in deine Analyse einbeziehen, aber letztlich müssen deine Trade-Voraussetzungen für dich logisch sein. Bedenk auch, dass die besten Trades die Emotionen anderer aufgreifen und nutzen. Willst du eine Gewinnstrategie ausarbeiten? Erkenn zuerst die Logik deiner Trading-Konzepte. Nutz dann die Emotionen der anderen Marktteilnehmer.
Trading-Regel für das Trading-Business
Führ ein Trading-Unternehmen
Betrachte Trading nie als Hobby. Mitunter kannst du mit Trading als Freizeitbeschäftigung etwas Geld verdienen. Genau wie beim Glücksspiel. Aber wenn du regelmäßig und langfristig Geld verdienen willst, musst du ein Trading-Unternehmen führen.
Dazu benötigst du einen Plan mit Trading-Regeln. Definier, wie viel du riskieren willst. Entwickle einen Rahmenplan für deine Weiterentwicklung. Bestimm, wie viel des Gewinnbetrags du entnimmst und wie häufig. Mach keinen Quatsch mehr.
Trade nicht jeden Tag
„Trade nicht jeden Tag im Jahr. Trade nur, wenn der Markt eindeutig bullisch oder bärisch ist. Trade in die Richtung des übergeordneten Trends. Wenn die Kurse steigen, solltest du eine Longposition beziehen, wenn sie fallen, eine Shortposition.“
Jesse Livermore
Das gilt nur, wenn du einen Tradingvorteil hast. Nimm nicht am Markt teil, wenn du diesen Vorteil nicht hast. Bei den meisten Tradingstrategien leitet sich der Vorteil vom Trend des Marktes ab.
In einem Bullenmarkt steigen die Kurse. Den Tradingvorteil nimmst du dann wahr, wenn du kaufst.
In einem Bärenmarkt fallen die Kurse. Wenn du verkaufst, nimmst du den Tradingvorteil wahr.
Wenn der Markt keine deutliche Richtung zeigt, ist es viel schwieriger, einen Vorteil zu erzielen. Wenn das so ist, achte darauf, dass du kein Overtrading betreibst.
Denk daran, dass du ein Trader bist und kein Arbeiter. Ein Arbeiter geht jeden Tag zur Arbeit. Ein Trader wird nur dann aktiv, wenn Geld verdient werden kann.
Erfahre mehr Tradingregeln vom Boy Plunger:
Erkenn, wann die Trading-Regeln zu brechen sind
Wir sprechen über den Markt. Er ist ein chaotisches Durcheinander von menschlichen Emotionen und Absichten. Es handelt sich dabei nicht um etwas, das wir definieren, handhaben und mit starren Regeln bezwingen können. Aus diesem Grund solltest du nach und nach lernen, wann die Regeln zu brechen sind. Dies bezieht sich auch auf die bisher besprochenen Regeln.
Das Verfahren ist wichtiger als das Ergebnis
„Beurteil dich nicht nach den Ergebnissen, sondern nach deinem Verfahren.“
Turtles
Es ist ungesetzlich, ein Spielcasino zu betrügen. Aber es ist legal, Geld im Casino zu gewinnen. Warum?
Das liegt daran, dass Casinos sich nicht für die Ergebnisse ihrer Spiele interessieren (z. B. Gewinn). Was sie aber außerordentlich interessiert, ist der Vorgang des Spiels (z. B. betrügerisches Verhalten). Die Casinos wissen, dass sie Gewinn erzielen, wenn sie den Vorgang unter Kontrolle haben.
Im Spiel der Wahrscheinlichkeit kannst du nicht jedes einzelne Ergebnis steuern. Lediglich das Verfahren kannst du beherrschen. Solange der Prozess bzw. das Verfahren im Zeitablauf kontrolliert wird, wird auch die Statistik erfolgreich sein. Im Fall des Casinos werden diesem die Spieler im Verlauf der Zeit Geld einbringen.
Trading ist auch ein Spiel der Wahrscheinlichkeit. Du kannst nicht das Ergebnis jedes Trades kontrollieren. Daher solltest du dich auch nicht selbst nach den Ergebnissen beurteilen.
Beurteil dich vielmehr danach, was du kontrollieren kannst, nämlich den Prozess, zu dem Folgendes gehört:
- Folge deinen Tradingregeln.
- Vermeide emotionale Entscheidungen.
- Begrenz dein Risiko.
- Führ deine Trades perfekt aus.
Erfahre mehr über die bekannten Tradingregeln der Turtles
Trading-Regeln, jeweils immer nur eine
Wir werden nicht an Trading-Regeln festhalten, nur weil wir sie gelesen haben. Wir müssen die Trading-Regeln im Laufe der Zeit verstehen, uns daran erinnern und sie praktizieren. Irgendwann werden wir sie verinnerlichen. Konzentrier dich jeweils auf eine Tradingregel und erarbeite sie.
Brich Regeln (sparsam verwenden!)
„Alle Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden: Der Trick dabei ist zu wissen, wann… und wie selten diese Regel in Anspruch genommen werden darf!“
Dennis Gartman
Das ist die einzige Trading-Regel, die nicht einer beliebigen Reihenfolge entspricht. Ich habe mich entschlossen, diese Regel an den Schluss zu stellen. Nachdem diese Aufstellung von Trading-Regeln durchgegangen wurde, ist es vernünftig zu erfahren, was man mit diesen Trading-Regeln anfangen kann.
Maschinen sind hervorragend darin, Regeln einzuhalten. Aber Menschen sind besser darin zu entscheiden, wann diese Regeln gebrochen werden sollen.
Das Brechen von Regeln hat zu vielen großartigen Leistungen in der Welt geführt. Aber die gewöhnlichen Ergebnisse von gebrochenen Regeln sind weniger wünschenswert; zum Beispiel ausgestoßen oder ausgewiesen werden, entlassen werden, ins Gefängnis kommen.
Wie es Dennis Gartman ausgedrückt hat: Brich deine Trading-Regeln selten und zum richtigen Zeitpunkt.
Trading-Regeln direkt vom Markt
Achte auf extreme Volumenspitzen
„Großes Volumen zerstört Kursbewegungen. Extreme Volumenspitzen werfen Käufer wie Verkäufer aus dem Markt und führen zu Seitwärtsbewegungen.“
Alan Farley
Wenn du eine einfache Methode willst, die das Volumen in dein Trading einbezieht, hier ist sie:
Such nach Volumenspitzen. Kursstäbe oder Swings mit extrem hohem Volumen sind bei der Marktanalyse immer ausschlaggebend.

Ein praktischer Weg, um dieses Wissen zu nutzen, ist bei hohem Volumen auszusteigen. Schließ zum Beispiel deine Shortposition und realisier deine Gewinne, wenn die Kurse bei großem Volumen fallen.
Woran erkennst du, ob der Markt eine extreme Volumenspitze zeigt?
Wenn du dir nicht sicher bist, handelt es sich wahrscheinlich um eine Volumenspitze. Aber wenn du eine technische Methode benötigst, um das beurteilen zu können, verwende Bollinger Bänder, die auf das Volumen angewendet werden.
Buch: „The Master Swing Trader: Tools and Techniques to Profit from Outstanding Short-Term Trading Opportunities“ (Deutsche Übersetzung)
Lern von anderen und vom Markt
Obwohl du keinen Trading-Guru verehren solltest, ist es wichtig, einen offenen Geist zu bewahren. Lern von anderen Tradern. Der beste Lehrer ist jedoch der Markt. Nachdem du deinen Tradingansatz entwickelt hast, wirst du herausfinden, dass der Markt dein bester Berater ist.
Der Markt verändert sich ständig, weil sich die Welt verändert.
Die Trading-Regeln, die gegenwärtig funktionieren, könnten in Zukunft nicht mehr funktionieren. Aber die zugrunde liegenden Prinzipien bleiben stets die gleichen. Angebot und Nachfrage. Menschliche Psychologie. Verbessere dich und deine Trading-Regeln weiterhin. Kurz gesagt: „Pass dich an.“
Sag niemals nie
„Der größte schlussfolgernde Fehler ist: `Dieses Ereignis passiert in meinem Markt nie.´ Was in einem Markt noch niemals passiert ist, ist meistens zuvor schon in einem anderen Markt geschehen. Die Tatsache, dass jemand nie zuvor gestorben ist, macht ihn noch nicht unsterblich.“
Nassim Taleb
Auf diese Tradingregel bin ich wegen der vielen „Heiligen Grals“ gekommen, von denen ich erfahren habe.
Ich habe viele Trader getroffen, die ihre neu entdeckten Tradingstrategien mit „sicherem Gewinn“ mit mir geteilt haben. Sie platzten fast vor Aufregung und erklärten, warum sie mit dieser Tradingstrategie nie verlieren können.
Ihre Erklärungen haben sich immer auf etwas verlassen, das nie eintreten wird. Der Markt wird an einem Handelstag nie um so viel fallen. Der Markt wird nie so viele Tage hintereinander fallen. Der Markt wird diese Korrelation nie missachten.
Das Problem bei diesem „nie“ ist das Risikoverhalten, zu dem diese Einstellung anspornt. Wenn du glaubst, dass der Markt etwas Bestimmtes nie tun wird, empfindest du, dass du nie verlieren kannst. Daraus folgt, dass du keine Notwendigkeit siehst, deine Positionsgröße und das Risiko zu begrenzen.
Du solltest nie zu denen gehören, die alles auf eine einzige Position setzen.
Die folgenden beiden Bücher von Nassim Taleb bieten noch mehr Einsichten zum Risikomanagement:
Wenn du immer noch nicht überzeugt bist, lies dazu die Geschichte vom LTCM Hedgefond.
- „Narren des Zufalls“ („Fooled by Randomness“) von Nassim Taleb
- „Der schwarze Schwan“ („The Black Swan“) von Nassim Taleb
Red dir die schlechten Trades aus
„Das Einzige, was du jeden Tag tun kannst, ist, dir die schlechten Trades auszureden.“
Al Brooks
Normalerweise sucht ein Trader gute Trades. Aber in der Praxis ist es aufgrund kognitiver Tendenzen, Vorurteile und Neigungen wirksamer, schlechte Trades aktiv auszumerzen.
Wir finden das, was wir suchen. Wenn du ein gutes Setup suchst, ist es einfach, eines zu finden, das es gar nicht gibt. Wenn du ein schlechtes Setup ausfindig machen willst, aber dennoch keines findest, dann muss das Setup, das du entdeckst, ein hervorragendes sein.
Aber es ist schwierig, sich schlechte Trades auszureden. Der knifflige Teil ist folgender:
Schlechte Trades sind nicht immer Verlusttrades.
Hast du dir gerade einen schlechten Trade ausgeredet? Dieser Trade hat sich als der profitabelste der ganzen Handelssitzung erwiesen. Reue und Gewissensbisse machen sich breit.
Danach wirst du in Versuchung kommen, beim nächsten Setup weniger kritisch zu sein, um ja keinen weiteren erfolgreichen Trade zu verpassen. Wenn du Entscheidungen auf der Grundlage von „nur für den Fall“ triffst, verwandelst du dich in einen Zocker.
Bevor du diese Trading-Regel tatsächlich einhalten kannst, musst du wissen, dass es vier Arten von Trades gibt:
- Gute Gewinntrades
- Gute Verlusttrades
- Schlechte Gewinntrades
- Schlechte Verlusttrades
Wie entscheidest du, ob ein Trade gut oder schlecht ist? Klick hier, um mehr zu erfahren.
Lies mehr über Trading-Regeln von Al Brooks (oder Richtlinien, wie er sie nennt) in seinen Büchern.
Fazit: eine Regel nach der anderen
Die Regeln auf dieser Seite widersprechen sich an einer Stelle bewusst. Erst heißt es, halte dich ohne Ausnahme an deinen Plan, am Ende steht, dass du lernen musst, wann eine Regel zu brechen ist. Beides stimmt, aber nicht zur selben Zeit: Erst die Disziplin, dann das Ermessen.
Was sich durch alle vier Blöcke zieht, ist eine einzige Unterscheidung: Was du kontrollieren kannst, und was nicht. Das Ergebnis eines Trades gehört nicht dazu. Deine Positionsgröße, dein Ausstieg und die Zahl deiner Trades gehören dazu.
Praktisch heißt das: Nimm dir eine Regel vor, nicht sechzehn. Arbeite so lange an ihr, bis sie ohne Nachdenken sitzt, und dokumentier dabei, was sie an deinen Ergebnissen ändert. Eine verinnerlichte Regel schlägt eine gelesene Liste.
FAQ über Trading-Regeln
Was sind Tradign-Regeln?
Handelsregeln sind Richtlinien und Prinzipien, die ein Händler festlegt und befolgt, um seine Handelsaktivitäten zu steuern. Diese können das Risikomanagement, die Auswahl von Anlagen, die Analysemethoden und andere Aspekte des Handels betreffen.
Warum ist Risikomanagement eine wichtige Handelsregel?
Risikomanagement hilft, potenzielle Verluste zu begrenzen und sicherzustellen, dass das Handelskapital nicht durch einzelne, schlechte Geschäfte erschöpft wird. Dies ist entscheidend für die langfristige Profitabilität.
Wie können Trading-Regeln dazu beitragen, Emotionen im Handel zu kontrollieren?
Durch das Festlegen von Handelsregeln, die Entscheidungen auf Grundlage von Daten und Analysen vorschreiben, können Händler impulsives Handeln vermeiden, das oft durch Emotionen wie Gier oder Angst getrieben wird. Dies führt zu rationaleren und potenziell profitableren Entscheidungen.
Warum sind Handelskosten in den Handelsregeln wichtig?
Die Überwachung und Minimierung von Handelskosten wie Gebühren und Spreads ist wichtig, weil diese Kosten die Renditen schmälern können. Durch das Verständnis der Kosten und deren Berücksichtigung in der Handelsstrategie können Händler ihre Netto-Renditen erhöhen.
Wie können Trading-Regeln bei der Auswahl von Anlagen helfen?
Trading-Regeln können Kriterien für die Auswahl von Anlagen vorgeben, wie z.B. bestimmte Finanzkennzahlen oder Marktbedingungen. Dies hilft Händlern, potenziell rentable Anlagen systematisch zu identifizieren.
Warum ist Diversifikation eine wichtige Handelsregel?
Diversifikation, also das Verteilen des Kapitals auf verschiedene Anlagen, hilft, das Risiko zu reduzieren. Durch die Diversifikation wird die Abhängigkeit von einer einzelnen Anlage verringert, was das Portfolio in Zeiten der Volatilität stabilisieren kann.
Warum sind Handelsregeln für die Compliance wichtig?
Handelsregeln, die die Einhaltung von gesetzlichen Vorschriften und Marktstandards berücksichtigen, sind wichtig, um Strafen, rechtliche Konsequenzen und Reputationsrisiken zu vermeiden, die die Profitabilität beeinträchtigen können.
Wie können Trading-Regeln dazu beitragen, die Handelsstrategie anzupassen?
Märkte ändern sich ständig, und Handelsregeln, die regelmäßige Überprüfungen und Anpassungen der Strategie vorsehen, ermöglichen es den Händlern, flexibel zu bleiben und ihre Ansätze an neue Marktbedingungen anzupassen.
Über den Autor: Galen Woods
Galen Woods ist Price-Action-Daytrader und Betreiber von Trading Setups Review. Sein Schwerpunkt liegt auf Kursstab-Analyse und dem Handel ohne Indikatoren, sein Wissen gibt er im Kurs „Day Trading With Price Action” weiter.
Auf kagels-trading.de erscheinen seit Jahren über 100 seiner Beiträge in deutscher Übersetzung. Sie decken Setups, Chartformationen und Handelstechniken ab, die er an eigenen Marktbeispielen entwickelt hat.
Für dieses Thema ist er einschlägig, weil seine Regeln aus der Auswertung eigener Trades stammen und nicht aus Zitatsammlungen. Der rote Faden hier ist derselbe wie in seinen Setups: Prozess vor Ergebnis, und lieber kein Trade als ein schlechter.
Dieser Artikel wurde von Karsten Kagels final geprüft.













