Die optimale Checkliste für das Tradinggeschäft: 10 Dinge, die Sie wissen müssen

Die optimale Checkliste für das Tradinggeschäft: 10 Dinge, die Sie wissen müssen
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Sie wollen von zu Hause aus traden, weil das der einfache Weg ist, um Geld zu verdienen? Sie wollen kein Geschäft führen, weil das zu kompliziert ist?

Die schlechte Nachricht ist, dass erfolgreiche Trader Ihre Trading-Aktivitäten wie eine Firma bzw. ein Geschäft führen. Das liegt vor allem daran, dass Firmen Geld einbringen, was bei Hobbys nicht der Fall ist. Um Geld zu verdienen, ist es von entscheidender Bedeutung, über eine unternehmerische Geisteshaltung zu verfügen. Daher können es Trader nicht vermeiden, ein Unternehmen zu führen.

Die gute Nachricht ist, dass ein Trading-Geschäft einfacher zu führen ist, als andere Geschäftsbetriebe. (Dabei beziehe ich mich auf das Long-/Short-Trading-Geschäft und nicht auf den Import/Export-Geschäftszweig).

In den zehn Punkten, die wir anschließend erörtern, haben wir zusammengefasst, was jeder Trader wissen muss. Um ein professioneller Trader zu werden, sollten Sie diese Liste durcharbeiten.

Bestimmen Sie Ihr Tradingfeld

Trading ist unser Industriezweig. Aber was ist Ihre Sub-Industrie?

Das ist die erste Frage, die ein Trader beantworten muss. Der Grund dafür ist, dass Sie durch diese Antwort Ihr Spielfeld für das Tradinggeschäft abstecken.

1. Entscheiden Sie sich für einen Tradingmarkt

Auf welchen Markt wird sich Ihr Tradinggeschäft beziehen?

Die gebräuchlichen Wahlmöglichkeiten sind folgende:

  • Einzelne Aktien: die öffentlich gehandelte Teilhaberschaft an einem Unternehmen
  • Aktienindizes: ein Performance-Maßtab einer Aktienauswahl
  • Rohstoffe: Nahrungsmittel, Metalle, Energie, usw.
  • Forex: der Wechselkurs zwischen zwei Währungen

Erforschen Sie die Märkte, die Sie interessieren. Vergewissern Sie sich, dass Sie dessen Funktionsweise verstehen.

Beantworten Sie zunächst folgende Fragen:

  • Welche grundlegenden Kräfte lenken den Markt? (Selbst technische Trader brauchen ein grundlegendes Verständnis der Fundamentaldaten des Marktes.)
  • Welches sind die aktiven Handelsstunden des Marktes?
  • Was sind einige gängige Beispiele für den von Ihnen ausgewählten Markt? (Zum Beispiel der S&P 500, NASDAQ 100 und der DOW 30 als bekannte Aktienindizes.)

2. Wählen Sie Ihr Tradinginstrument

Wenn Sie sich für Ihren Markt entschieden haben, müssen Sie noch das Finanzinstrument wählen, mit dem Sie Ihre Marktbetrachtungen umsetzen möchten.

Sie haben folgende Wahlmöglichkeiten:

  • Direkt (Spot- oder Kassamarkt)
  • Optionen
  • Futures
  • CFD (Contract for Difference)
  • Spreads

Traden im Spot- oder Kassamarkt

Im Aktienmarkt und an der Forex können Sie direkt traden (im Spot- oder Kassamarkt). Einige Aktienindizes sind möglicherweise als ETFs (Exchange Traded Funds) handelbar.
Traden von Derivaten

Derivate handeln

Die anderen vier Tradinginstrumente (Optionen, Futures, CFDs und Spreads) sind Derivate. Das bedeutet, dass sie ihren Marktwert vom Wert des Basisinstruments ableiten.

So gewinnt eine Call-Option von AAPL (Apple Aktie) beispielsweise an Wert, wenn die zugrunde liegende AAPL-Aktie steigt. Ein weiteres Beispiel ist ein Futureskontrakt in Rohöl (Crude Oil = CL). Dessen Wert sinkt, wenn Rohöl fällt.

Warum handeln wir Derivate?

Zuerst ist es unpraktisch oder unmöglich, den zugrunde liegenden Markt zu traden.

Physische Rohstoffe zu kaufen ist unpraktisch und unnötig für Spekulanten. Ein Aktienindex ist lediglich eine Kennzahl, die die Performance eines Aktienkorbes widerspiegelt. Eine Zahl kann man nicht kaufen oder verkaufen. Daher werden Futures häufig zur Spekulation auf Rohstoffe und Aktienindizes verwendet.

Außerdem sind Derivate mit einer Hebelwirkung verbunden. Derivate ermöglichen es dem Trader, das Basisinstrument mit einem geringen Betrag zu kontrollieren. Der Hebel ermöglicht einen effizienten Einsatz Ihres Tradingkapitals. Aber die Hebelwirkung wirkt sich sowohl auf Gewinne als auch auf Verluste aus, so dass Sie Vorsicht walten lassen und umsichtig vorgehen müssen.

Bevor Sie mit einem Finanzinstrument traden, sollten Sie überprüfen, ob Sie folgendes wissen:

  • Was stellt das Finanzinstrument dar (beispielsweise verbrieft eine Call-Option ein Kaufrecht)
  • Wie lautet dessen grundsätzliche Fachsprache? (Futures werden beispielsweise in Kontrakten gehandelt, und im Kassamarkt der Forex sind es Lots)
  • Welche Behörde regelt den Handel des Finanzinstruments? (Die Futures-Trading-Industrie der USA wird zum Beispiel durch NFA und CFTC reguliert.)

3. Entscheiden Sie sich für eine Tradingstrategie

Ihre Tradingstrategie ist das Herzstück Ihres Tradinggeschäfts. Im Grunde ist sie entscheidend dafür, dass Sie in diesem Geschäft nicht untergehen. Die Tradingstrategie muss mit allen Aspekten Ihres Tradinggeschäfts im Einklang stehen.

Wählen Sie zuerst eine Tradingstrategie aus, die sinnvoll für Sie ist.

Dann wählen Sie einen Zeitrahmen, den Sie realistischerweise handeln können. Verfügen Sie über die erforderliche Zeit, um Daytrading-Strategien zu praktizieren? Oder sollten Sie sich auf Swing-Trading ausrichten?

Brauchen Sie ein paar Ideen? Schauen Sie sich hier unsere Liste von Trading-Setups an

Schließlich arbeiten Sie aus, was Sie benötigen, um die Strategie praktisch umzusetzen.

  • Wenn Sie Optionen wie Straddles/Strangles handeln wollen, brauchen Sie einen Optionsbroker.
  • Wenn Sie Daytrading betreiben wollen, brauchen Sie einen Discountbroker, um Ihre Gebühren (Kommissionen) zu reduzieren.
  • Wenn Sie einen speziellen Indikator benötigen, wählen Sie eine Plattform, die Ihnen erlaubt, diesen Indikator selbst zu programmieren.

Wie Sie sehen, hat Ihre Tradingstrategie weitreichende Konsequenzen auf andere Aspekte Ihres Tradinggeschäfts.

Bauen Sie Ihre Trading-Infrastruktur auf

Ihre Trading-Infrastruktur muss die Ausführung Ihrer Tradingstrategie unterstützen. Aus diesem Grund müssen Sie zuerst Ihre Tradingstrategie festlegen.

4. Stellen Sie einen Trading-Computer bereit

Ein Computer ist notwendig, um die Märkte zu analysieren und zu traden. Er ist sozusagen das Arbeitspferd für Ihr Tradinggeschäft. Sie brauchen keinen Supercomputer, aber Sie benötigen ein zuverlässiges Gerät.

Wenn Sie Ihren Computer einrichten, bedenken Sie folgendes:

Tradingstil

Daytrader brauchen ein schnelles Gerät, denn für sie ist jeder eintreffende Preistick wichtig. Außerdem ist dabei die rasche Ausführung entscheidend. Swingtrader wiederum können mit einem einfach aufgesetzten Computer auskommen.

Bei der Überprüfung von Tradingsystemen anhand historischer Daten wird ein leistungsstarker Computer Zeit sparen.

Die Anforderungen der Tradingplattform

Überprüfen Sie stets die Mindestanforderungen Ihrer Tradingplattform. Achten Sie darauf, dass Ihr Tradingcomputer deren Datenmengen verarbeiten kann.

Budget

Passen Sie Ihre Tradingerfordernisse Ihrem Budget an. Bedenken Sie Ihren Tradingbedarf und entscheiden Sie, ob Sie den teuren Computer wirklich benötigen.

5. Wählen Sie Ihren Broker

Ihre Trades müssen Sie von einem Broker platzieren lassen. Für Ihr Tradinggeschäft stellt Ihr Broker das ausschlaggebende Bindeglied zu den Märkten dar.

Wenn Sie Ihren Broker wählen, müssen Sie folgendes beachten:

  • Tradingkosten (Kommissionen) und Gebühren
  • Technische Zuverlässigkeit
  • Finanzielle Stabilität

Über Google können Sie sich über jeden Broker informieren. Höchstwahrscheinlich finden Sie dabei mehr unzufriedene Trader als zufriedene. Tatsache ist, dass kein Broker perfekt ist, und Trader lieben es, sich über ihre Broker zu beschweren. Das bedeutet nicht, dass Sie Ihren Broker dauernd wechseln sollten. Lassen Sie Sorgfalt walten, und überlegen Sie immer gründlich, bevor Sie einen Brokerwechsel vornehmen.

Weitere Informationen darüber, wie Sie Ihren Trading-Broker wählen, können Sie hier lesen.

Ihr Broker könnte versagen. So haben Sie für diesen Fall einen Plan.

6. Richten Sie Ihre Tradingplattform ein

Eine Tradingplattform ist im Grunde eine Software zur Eingabe von Orders. Sie geben Ihre Kauf- und Verkaufsorders durch diese Software ein.

Es handelt sich entweder um eine Desktop-Software, eine mobile App, oder um eine web-basiert Software, also eine Web-Anwendung. Einige Tradingplattformen bieten integrierte Chartfunktionen und andere Analysetools.

Tradingplattformen unterscheiden sich in der Art ihrer Order-Eingaben, die sie unterstützen. Ihr Tradingstil und Ihre Strategie werden vorgeben, was Sie brauchen.

Im folgenden finden Sie einige nützliche Order-Eingabefunktionen:

  • One-Klick-Ordereingabe (wichtig für Daytrader)
  • Bracket-Orders (wichtig für die gleichzeitige Platzierung von Verluststop und Gewinnmitnahme-Limitorder)
  • Chart-Trading
  • Auto-trail Stop-Loss-Orders
  • Auto-Reverse-Funktion

Eine Tradingplattform ist die Kontrollstelle für Ihr Tradinggeschäft. Wählen Sie eine aus, die sich für Ihre Tradingstrategie eignet. Dann machen Sie sich mit deren Funktionen vertraut.

(Beachten Sie, dass sich Ihre Tradingplattform in die Technologie Ihres Brokers einfügen muss. Daher werden durch die Wahl Ihres Brokers Ihre Wahlmöglichkeiten einer Tradingplattform beschränkt.)

Risikomanagement

Ein erfolgreicher Trader ist ein toller Risikomanager. Erweisen Sie diesem Abschnitt besondere Aufmerksamkeit, wenn Sie wollen, dass Ihre Tradinglaufbahn von Dauer ist.

7. Legen Sie Ihre Postionsgröße fest

Für einen Trader ist die Bestimmung der Positionsgröße von entscheidender Bedeutung. Ist sie zu klein, ist die Investmentrendite dürftig. Ist sie zu groß, dann riskieren Sie, Ihr Tradingkonto zu vernichten.

Es gibt drei goldene Regeln für die Postionsgröße:

  • Fangen Sie klein an
  • Erhöhen Sie die Positiongröße langsam
  • Arbeiten Sie mit einem System.

Lesen Sie hier weiter, um mehr über Positionsgrößenmodelle zu lernen.

8. Beherrschen Sie Ihre Emotionen

Ihre Angst und Ihre Gier werden dazu führen, dass Sie beten und hoffen. Ihre aufbrausenden Emotionen bilden das Haupthindernis für dauerhafte Trading-Ergebnisse.

Der erste Schritt, um Ihre Emotionen in den Griff zu bekommen, besteht darin, sich derer bewusst zu werden. Fangen Sie an zu protokollieren, wie Sie sich fühlen und zwar vor, während und nach jedem Trade.

Dann verwenden Sie diese Notizen, um Ihre Tradingpsychologie zu verbessern.

9. Schreiben Sie Ihren Tradingplan auf

Jedes Geschäft bzw. jede Firma hat einen Plan. Für einen Trader, der keinen Supervisor hat, ist ein Plan für das Tradinggeschäft von großer Bedeutung. Viele Trader haben einen Plan im Kopf. Aber wenn sie diesen schwarz auf weiß zu Papier bringen, ist dies hilfreich, indem eine Struktur entsteht. Ein strukturierter Plan vermindert das Risiko.

Ein Tradingplan sollte alles enthalten, was bisher erörtert wurde.

Was noch wichtiger ist, ein Tradingplan sollte sich darauf konzentrieren, das Risiko zu reduzieren. Dazu gehören auch Regeln, um den Tradingvorteil (Edge) zu gewährleisten, Overtrading (exzessives Trading) zu vermeiden, technische Ausfälle und Schädigungen des Tradingkontos zu unterbinden.

Behördliche Bestimmungen

10. Über Steuern Bescheid wissen

Niemand zahlt gerne Steuern. Aber das ist ein gutes Problem, weil nur erfolgreiche Trader Steuern bezahlen müssen.

Steuern für Trader sind kompliziert. Sie hängen vom Tradingstil, den Märkten und den Steuerbestimmungen ab. Daher ist es schwierig, gezielte Beratung zu erhalten.

Wenn Sie Zweifel haben, konsultieren Sie einen Fachmann oder einen ortsansässigen Steuerexperten.

Die Checkliste für das Tradinggeschäft – Blick nach vorne

Die Kontrollliste bietet ein Grundgerüst für Ihr Tradinggeschäft. Es liegt an Ihnen, daraus ein lukratives und zukunftsfähiges Unternehmen zu machen.

Wenn Sie Erfahrungen sammeln, werden Sie die Wechselwirkung zwischen verschiedenen Aspekten erkennen. Sie müssen planen, vorausdenken und Kompromisse innerhalb Ihres Tradinggeschäfts akzeptieren. Sie wählen zum Beispiel einen teuren Broker, weil der die Tradingplattform anbietet, die Sie bevorzugen.

Betrachten Sie Ihr Tradinggeschäft nicht als einmaliges Projekt. Letzlich muss sich Ihr Tradinggeschäft im Laufe der Zeit entwickeln, um dessen Vorteil zu bewahren.

 

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Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlich: The ultimate Trading Business Checklist: 10 Dinge, die Sie wissen müssen

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

 

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