Wie stellt man fest, ob ein Trade gut oder schlecht ist?

Die Bewertung von Trades kann erhebliche Auswirkungen auf Ihre zukünftigen Trading Ergebnisse haben – zum Guten wie zum Schlechten. Kurzfristig und mit Glück können Sie auch ohne die Bewertung Ihrer Trades davonkommen. Aber unbedacht traden, ist nicht vertretbar, genau wie zu zocken.

Richtig ist es vielmehr, zu lernen, was funktioniert und dabei zu bleiben. Sie wissen, dass Sie die guten Trades behalten und die schlechten ausmerzen sollten, um Ihre Trading Ergebnisse zu verbessern. Ob Sie sich an Ihre Tradingmethode halten oder sie umgestalten, hängt davon ab, wie Sie Ihre Trades bewerten. Aber die meisten Trader schätzen ihre Trades falsch ein.

Sie wissen nicht, welcher ein guter Trade ist. Nachdem Sie diesen Artikel gelesen haben, werden Sie wissen, was ein guter Trade ist, und zwar solche Trades, die Sie behalten sollten. Fangen wir an.

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Es wurde Ihnen empfohlen, nur gute Trades zu nehmen. Trading-Gurus werden Ihnen darlegen, wie wichtig es ist, sich an gute Trades zu halten. Aber darüber, was einen guten Trade ausmacht, ist nicht so viel gesagt worden. Sie können nicht herausfinden, ob ein Trade gut ist, indem Sie einfach dessen Nettogewinn betrachten.

In diesem Sinne ist auch ein schlechter Trade nicht einfach ein Verlusttrade – damit ist es nicht getan. Es ist nicht möglich, eine einzige umfassende Erklärung eines guten Trades abzugeben.

Dies ist darauf zurückzuführen, das es mehrere Faktoren zu betrachten gibt. Es gibt jedoch drei Grundsätze, auf die Sie sich verlassen können bei Ihrer Entscheidung, ob ein Trade gut oder schlecht ist.

1. Ein guter Trade hat eine solide Grundlage

Ein guter Trade muss auf einem Tradingansatz beruhen, der eine positive Erwartung vorweist. Gute Trades tauchen nicht aus dem Nichts auf, und man kann sie auch nicht aus dem Boden stampfen. Es muss triftige Gründe geben, um einen Trade einzugehen.

Wenn dies nicht der Fall ist, und zwar unabhängig von seinem Ergebnis, handelt es sich nicht um einen guten Trade. Wie können Sie wissen, ob Sie es mit einem soliden Tradingansatz zu tun haben? Das hängt von Ihrer Art des Tradens ab.

Der auf Regeln bezogene Trader

  1. Sie haben eine Reihe von technischen Tradingregeln, die Sie strengen Tests unterzogen haben.
  2. Sie wenden diese Regeln an, um Trades anhand historischer Daten und Trading-Simulation ausfindig zu machen.
  3. Die Gesamtergebnisse der Trades, die aufgrund dieser Regeln entstanden sind, generieren einen Nettogewinn.
  4. Nutzen Sie eine Monte Carlo Simulation für die Bestätigung, dass Sie über einen Vorteil im Trading verfügen.

Wenn Sie dann Trades eingehen, die auf diesen Tradingregeln basieren, traden Sie mit einer gut fundierten Methode.

Der (diskretionäre) nach eigenem Ermessen vorgehende Trader

  1. Sie haben eine Reihe von Regeln zum Risiko-Management, um Ihren Ermessensspielraum einzuschränken.
  2. Sie spüren, dass der Markt eine bestimmte Richtung einschlägt. Sie eröffnen einen Trade auf dieser Grundlage.
  3. Diese Vorgehensweise können Sie wiederholen (reproduzieren).
  4. Das Gesamtergebnis der Trades, die Sie eingegangen sind, ergibt einen Nettogewinn.
  5. Führen Sie eine Monte Carlo Simulation durch zur Bestätigung, dass Sie einen Vorteil haben.

Wenn Sie dann Trades eingehen, die auf diesen gleichen Tradinginstinkt beruhen, traden Sie mit einer vernünftigen Methode.

Zwischen den beiden Ansätzen

Die meisten Trader nehmen einen Platz ein zwischen dem rein mechanischen Trader und dem gänzlich nach eigenem Ermessen vorgehenden Trader. Das spielt keine Rolle bzw. ist ohne Bedeutung. In beiden Tradingansätzen geht es darum, einen Vorteil (edge) im Trading zu erlangen..

  1. Definieren  Sie Ihre Trading Methode.
  2. Sammeln Sie genügend simulierte Trading-Protokolle.
  3. Führen Sie eine grundlegende statistische Analyse durch, um zu ergründen, ob Sie einen Tradingvorteil haben. Es gibt keine 100%ige Garantie für einen Tradingvorteil. Entscheiden Sie, wie viel Sicherheit Sie diesbezüglich brauchen.

Grundsätzlich gilt, dass gute Trades auf einem Tradingvorteil beruhen. Bevor Sie Ihren nächsten Trade eingehen, sollten Sie sich selbst die Frage stellen, ob Sie tatsächlich einen Tradingvorteil haben.

2. Gute Trades können wiederholt werden

Sie müssen in der Lage sein, einen guten Trade zu reproduzieren. Damit meine ich allerdings nicht die vollständige Wiederholung.

Dies würde eine Zeitmaschine erfordern. Ich meine damit, dass Sie wissen müssen, was Sie tun. Sie müssen sich unter Kontrolle haben, wenn Sie traden. Der Grund dafür ist einfach: Sie müssen wissen, was Sie tun, so dass Sie dies das nächste Mal wieder ausführen können. Beispielsweise gingen Sie einen Trade ein, der auf folgenden Begründungen beruht:

Es ist ein guter Trade, weil Sie einen weiteren Trade wie diesen eingehen können, wenn Sie es mit einer vergleichbaren Price Action zu tun haben. Diesen Trade können Sie immer wieder tätigen. Wenn die Methode eine positive Erwartung aufweist, werden Sie mit der Zeit Gewinne generieren, die sich sehen lassen können.

Aber wenn Sie nicht wissen, warum Sie den Trade eingegangen sind, unabhängig vom Ergebnis (Gewinn oder Verlust), ist es ohne Bedeutung, weil Sie nicht imstande sind, nochmals einen vergleichbaren Trade zu machen. Ob der Trade Gewinne brachte oder nicht, es ist und bleibt ein einmaliges Ereignis. Das ist Glücksspiel.

Deshalb sollten Sie sich an Ihren Tradingplan halten und unbesonnene und von Gefühlen geleitete Trades vermeiden. Wenn Sie von Ihrem Tradingplan abweichen, betreiben Sie Glücksspiel. Sie gehen einen guten Trade ein, wenn:

  • Sie wissen, warum Sie den Trade eingehen und
  • wenn Sie einen anderen Trade aus den gleichen Gründen eingehen können.

3. Gute Trades als Ganzes bringen Ihnen Gewinne ein

Ein guter Trade ist nicht immer profitabel. Eine größere Anzahl von guten Trades ist gewinnbringend. Um herauszufinden, ob Sie gute Trades eingegangen sind, müssen Sie folgendes tun:

  • Nehmen Sie Trades, die einen definierten Ansatz aufweisen (entweder auf Regeln basierend oder dem eigenen Ermessen entsprechend).
  • Führen Sie Tradingprotokolle, die auch die Begründungen für die eingegangenen Trades enthalten sowie das jeweilige Resultat. Es ist wichtig, solide Trading-Aufzeichnungen anzufertigen. Diese werden Ihnen dabei helfen, sowohl die guten als auch die schlechten Trades, die Sie gemacht haben, genau zu bestimmen.
  • Überprüfen Sie diese Trades, um zu ermitteln, ob sie insgesamt Gewinne erbracht haben. Untersuchen Sie nur diese Trades, die Ihrem Tradingplan entsprechen und solche, die Sie nochmals machen können.

Bewerten Sie keinen einzigen Trade nur aufgrund seines Ergebnisses. Sie sollten einzelne Trades aufgrund der Frage einschätzen, warum Sie diese eingegangen sind und ob Sie diese wiederholen können. Stattdessen bewerten Sie die Ergebnisse einer größeren Anzahl von Trades.

Die Frage lautet: Wie viele Trades benötigen Sie für Ihre Gesamteinschätzung? Diese Frage kann keinesfalls mit der Angabe einer Zahl beantwortet werden. Es gibt jedoch zwei Richtlinien:

  1. Je volatiler Ihre Trading-Performance ist, desto mehr Trades benötigen Sie.
  2. Je mehr Gewissheit Sie haben möchten, desto mehr Trades brauchen Sie.

Wenn Sie eine stark vereinfachte Empfehlung wollen, versuchen Sie es mit 30 Trades. Bedenken Sie, dass ein guter Trade Teil einer Reihe von gewinnbringenden Trades ist.

Wichtige Anmerkung: Ein guter Trade ist nicht gleichbedeutend mit einem Gewinntrade

In herkömmlichen Fachbüchern sind die Beispiele für gute Trades wahrscheinlich Gewinntrades. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die meisten Trader gute Trades mit Gewinntrades verwechseln. Das kann zu ernsthaften Problemen bei Ihrem Trading führen.

Um diesem Irrglauben entgegenzuwirken, beginnen wir mit einer unbestreitbaren Wahrheit des Trading:

Trading ist ein Spiel der Wahrscheinlichkeiten. Das bedeutet: Obwohl es möglich ist, einen Nettogewinn zu erzielen, beträgt die Gewinnrate nie 100%. Somit wird laut Definition eine gewinnbringende Reihe guter Trades Verlusttrades einbeziehen. Das heißt, dass einige gute Trades Verlusttrades sind.

Wir wollen also gute Trades ausfindig machen, die auch Verlusttrades enthalten. Da dieser Gedankengang beinhaltet, dass „wir Verlusttrades wollen“, ist es schwierig, diesen vollständig zu erfassen. Das folgende Diagramm soll dabei behilflich sein. Es zeigt die Grundgesamtheit von Trades.

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Wir wollen Trades in dieser Spalte finden. Je mehr Trades links oben sind, umso besser. Aber wir können auch nicht ohne den Bereich unten links leben. | Versuchen Sie nicht nur Trades in dieser Reihe zu finden. Außer Sie möchten sich in der Suche nach dem Heiligen Gral verlieren.

Wir wollen gute Trades eingehen, welche sowohl Gewinntrades als auch Verlusttrades beinhalten. Akzeptieren Sie Tradingverluste, wenn Sie gute Trades anstreben.Richten Sie Ihr Augenmerk nicht darauf, nur Gewinntrades ausfindig zu machen. Dies ist eine aussichtslose Suche. Zur Erinnerung: Gute Trades müssen drei Kriterien erfüllen:

  1. Ein guter Trade bedarf einer soliden und vernünftigen Grundlage.
  2. Ein guter Trade muss wiederholbar sein.
  3. Gute Trades müssen insgesamt, aber nicht zu 100 %, gewinnbringend sein.

Gewinntrades können eine solide und vernünftige Grundlage haben oder auch nicht. Sie können wiederholbar sein oder auch nicht. Sie sind nicht nur insgesamt gewinnbringend, sie sind 100% gewinnbringend.

Aber genau das widerspricht der unbestreitbaren Tradingwahrheit, die wir erwähnt haben. Wie Sie sehen, sind Gewinntrades überhaupt nicht gut.

Schlussbemerkung

Es ist wichtig zu beachten, dass die Zukunft Ihrer Trading-Performance damit zusammenhängt, wie Sie die Auswertung Ihrer Trades vornehmen. Wenn Sie Ihre Trades richtig auswerten wollen, ist es unerlässlich, dass Sie verstehen, was ein guter Trade ist.

Das Setup, das Sie anvisieren, muss eine solide und vernünftige Grundlage haben, wenn Sie ein konsequenter und unbeirrbarer Trader werden wollen. In gewisser Hinsicht betreiben wir alle sozusagen Trading im Dunkeln. Alles, was Sie als Grundlage haben, sind historische Daten und Tests. Wir wissen nie, was wir in Zukunft erfahren werden.

Aber je mehr gute Trades Sie durchführen, desto größer ist Ihre Chance, gut abzuschneiden beim Trading. Wenn dies nicht der Fall ist, werden Sie wohl eher bereit sein, Warnhinweise in Ihrer Tradingmethode ausfindig zu machen. Im Grunde genommen ist Trading eine Kunst, die sich entfaltet.

Wenn Sie herausfinden, dass Sie keine guten Trades (wie oben definiert) auswählen, dann ist es an der Zeit, inne zu halten und alles nochmals zu überdenken. Und dies unabhängig davon, wie viele Gewinne Ihnen diese Trades eingebracht haben.

Arbeiten Sie eine Tradingmethode mit einer positiven Erwartung aus. Schreiben Sie einen Tradingplan und halten Sie sich an diesen. Und vor allem, seien Sie konsequent und geduldig, dann werden Sie allmählich genügend Trades haben, um sich selbst zu bestätigen und zu beweisen. Gute Trades einzugehen, erfordert mehr Anstrengung, als die meisten Leute glauben.

Aber es ist nicht unmöglich. Und wenn Sie es erst einmal geschafft haben, wird dies Sie auf eine festere Grundlage stellen. Fangen Sie heute an.

  Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlicht:

How to determine if a trade is good or bad

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

2 Kommentare zu „Wie stellt man fest, ob ein Trade gut oder schlecht ist?“

  1. Man kann mich nicht zu den schlechten zählen, also bin ein guter Trader, die hälfte hier vorgeführten Kriterien, trefft auf mich nicht zu. meine Schüler machen zuerst provisorische Trades, bist die überhaupt ans Trading im Demo denken, so sammeln die Fakten (CRV emotions Verhalten und,,,,) und erst dann arbeiten wir an den Stärken oder Schwächen. Menschen sind verschieden und in verschiedenen entwicklungs Fasen, auf jedem muss, also individuelle Ausbildung zugeschnitten werden. Zudem betreue ich meine Adepten 6 Monate und wenn es sein muss auch länger

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