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Daytrading Simulator: 8 Plattformen für Paper Trading im Vergleich

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2026

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16 Min

Christian Möhrer

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Christian Möhrer

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Ein Daytrading-Simulator nimmt dir das Lehrgeld ab, das du sonst am echten Markt bezahlst. Du klickst dieselben Orders, liest dieselben Charts und siehst dieselbe Markttiefe wie im Live-Handel. Nur dass ein Fehler dich nichts kostet.

Das Problem ist die Auswahl. Viele Listen im Netz führen bis heute Programme, die es gar nicht mehr gibt. Ich habe deshalb jeden Anbieter in diesem Artikel einzeln angefasst: Website aufgerufen, Preisseite gelesen, Verfügbarkeit für den DACH-Raum geprüft. Vier Namen aus der alten Fassung dieses Artikels sind dabei durchgefallen. Sie stehen weiter unten in einem eigenen Abschnitt, damit du nicht darauf hereinfällst.

Der Vergleich richtet sich an Trader, die wirklich üben wollen, nicht an Spieler. Deshalb geht es hier nicht nur um kostenlos oder teuer, sondern um die Frage, wie realistisch eine Simulation überhaupt sein kann. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Daytrading-Simulator: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Ein guter Simulator kostet nichts: Bei Interactive Brokers, NinjaTrader und TradingView üben Anfänger gratis, teils sogar ohne Kontoeröffnung.
  • Bezahlt wird für die Daten, nicht für die Software: Echtzeitkurse kosten fast überall extra, oft einige Euro pro Monat und Börsenplatz.
  • Replay schlägt Echtzeit: Wer nur abends Zeit hat, braucht einen Market Replay. NinjaTrader und Quantower haben ihn, TradingView nur im kostenpflichtigen Tarif.
  • Die Simulation lügt an einer Stelle: Slippage, Teilausführungen und der eigene Puls fehlen. Simulierte Ergebnisse sind deshalb systematisch zu gut.
  • Alte Empfehlungslisten sind gefährlich: X_TRADER und RapidSP existieren nicht mehr, tastyworks heißt seit 2023 tastytrade.
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Was ist ein Daytrading-Simulator?

Ein Daytrading-Simulator ist eine Handelsplattform, die Kauf- und Verkaufsorders mit virtuellem Geld gegen echte oder historische Marktdaten ausführt, ohne dass eine reale Transaktion stattfindet. Einen Simulator bringt auch die Orderflow-Software Jigsaw mit, dort im Einmalpreis enthalten.

Der Unterschied zum reinen Börsenspiel liegt in der Plattform. Ein Simulator ist in aller Regel dieselbe Software, die du später live bedienst. Du lernst also nicht nur den Markt, sondern auch die Ordermaske, die Hotkeys und die Stellen, an denen du dich verklicken kannst. Genau diese Verklicker sind es, die im Ernstfall Geld kosten. Wie ein reines Börsenspiel dagegen aufgebaut ist, zeigt das Trading Masters Börsenspiel mit seinen zwei Depots und der eigenen Punktewertung.

Daytrading Simulator: Trader übt Orders mit virtuellem Kapital an mehreren Chart-Bildschirmen
Ein Daytrading-Simulator bildet die echte Handelsoberfläche ab, nur ohne Kapitalrisiko.

Paper Trading bezeichnet das Handeln mit simuliertem Kapital unter realen Marktbedingungen und ist der englische Sammelbegriff für alles, was ein Daytrading-Simulator leistet.

Ein Demokonto ist ein vom Broker bereitgestelltes Zweitkonto, das mit virtuellem Guthaben ausgestattet ist und in derselben Handelsplattform läuft wie das echte Konto.

Das Demokonto ist die häufigste Form des Paper Tradings. Üblich sind 50.000 bis 1.000.000 Dollar virtuelles Startkapital, je nach Anbieter frei einstellbar. Wie das im Detail funktioniert und welche Anbieter einen Zugang ohne Anmeldung erlauben, steht in unserem Ratgeber zum Trading Demokonto. Im Kryptobereich führen auch Bot-Anbieter eine solche Übungsumgebung, bei Cryptohopper etwa ab dem Einstiegspaket.

Ein Market Replay spielt aufgezeichnete Marktdaten in Originalgeschwindigkeit erneut ab, sodass ein vergangener Handelstag am Abend so gehandelt werden kann, als liefe er gerade.

Für Berufstätige ist das die wichtigste Funktion überhaupt. Ohne Replay kannst du nur dann üben, wenn dein Markt geöffnet hat. Mit Replay übst du um 22 Uhr die Eröffnung des DAX, und zwar so oft du willst.

Was ein Daytrading-Simulator kostet

Die Software selbst ist fast nie das Teure. Bezahlt wird für Echtzeitdaten, für historische Tickdaten und für Zusatzfunktionen wie Level 2. Wer mit verzögerten Kursen oder historischem Replay übt, kommt in vielen Fällen auf null Euro.

AnbieterPreis der SoftwareDatenkosten
Interactive BrokerskostenlosEchtzeit kostenpflichtig
NinjaTraderkostenlosEchtzeit kostenpflichtig
TradingViewkostenlosEchtzeit teils kostenpflichtig
tastytradekostenlosin der Plattform enthalten
QuantowerBasisversion kostenlosje nach Datenanbieter
TradingSim79 bis 89 Dollar pro Monatenthalten
Forex Tester Online249 bzw. 349 Euro einmaligenthalten
Ensign Software49,95 Dollar pro Monatteilweise extra

Der wichtigste Kostenposten steht in keiner Preisliste: die Zeit. Ein Simulator, den du drei Abende benutzt, ist teurer als jedes Abo, weil er nichts bewirkt.

Broker-eigene Simulatoren: die Demokonten der Handelsplattformen

Wer weiß, bei welchem Broker er später handeln will, übt am besten dort. Der Vorteil ist der direkte Übergang: dieselbe Ordermaske, dieselben Charts, dieselben Tastenkürzel. Du musst nichts umlernen, wenn es ernst wird.

Interactive Brokers: Trader Workstation im Paper-Trading-Modus

Interactive Brokers ist seit 1996 meine eigene Handelsplattform, und das Demokonto der Trader Workstation gehört zu den ehrlichsten Simulatoren am Markt. Du bekommst dieselbe Oberfläche mit Markttiefe, Chart-Trading und dem vollen Orderarten-Katalog.

Interactive Brokers Daytrading Simulator: Umschalter auf das Paper-Trading-Konto im Login
Bei Interactive Brokers läuft das Paper Trading als eigenes Konto in derselben Trader Workstation.

Der Simulator lässt eine Bequemlichkeit nicht durchgehen, die viele Konkurrenten weglassen: Margin-Anforderungen und Positionsgrößen rechnet er wie im Echtbetrieb. Wer eine zu große Position aufmacht, sieht die Warnung, statt sie erst live zu erleben. Wie du die Plattform einrichtest, steht in unserem Leitfaden zur Trader Workstation.

Ein Punkt bremst Einsteiger: Für Echtzeitkurse brauchst du Datenabos, die je Börsenplatz abgerechnet werden. Ohne sie läuft die Simulation auf verzögerten Kursen, was fürs Daytrading zu wenig ist.

Lesetipp: Interactive Brokers Erfahrungen: Kosten, Plattform und wie sich das Konto führt

NinjaTrader: kostenlose Simulation mit Market Replay

NinjaTrader ist der stärkste Gratis-Einstieg für Futures-Trader. Die Plattform lässt sich unbegrenzt im Sim-Modus betreiben, ohne dass du ein Konto eröffnen musst. Zum Live-Handel wählst du später einen der angeschlossenen Partner-Broker.

Daytrading Simulator mit Market Replay: NinjaTrader spielt einen vergangenen Handelstag tickgenau ab
Der Market Replay von NinjaTrader macht Üben unabhängig von den Handelszeiten.

Das eigentliche Argument ist der Market Replay. Er lädt aufgezeichnete Handelstage und spielt sie tickgenau ab, inklusive Orderbuch. Du kannst die Geschwindigkeit verändern, anhalten und dieselbe Eröffnung fünfmal hintereinander handeln. Für jemanden, der tagsüber arbeitet, ist das der Unterschied zwischen Üben und Nichtüben.

Für den DACH-Raum ist NinjaTrader ordentlich aufgestellt: Es gibt eine deutschsprachige EU-Version und Einzahlungen per SEPA, was bei US-Plattformen keine Selbstverständlichkeit ist.

Lesetipp: NinjaTrader Erfahrungen, Features und Kosten

tastytrade: Demokonto mit Schwerpunkt Optionen

tastytrade hieß bis Februar 2023 tastyworks und ist auf Optionen spezialisiert. Das Demokonto führt dieselbe Plattform wie der Livehandel, samt der Analyse-Werkzeuge für Optionsstrategien, für die der Broker bekannt ist.

Hier ist eine Richtigstellung fällig, weil sie sich hartnäckig durch deutsche Vergleichslisten zieht: paperMoney, die Skriptsprache thinkScript und die Replay-Funktion OnDemand gehören nicht zu tastytrade. Sie sind Bestandteile von thinkorswim, das über TD Ameritrade zu Charles Schwab gewandert ist. Wer paperMoney sucht, landet heute bei Schwab.

Für Trader aus Deutschland gibt es eine praktische Hürde: Einzahlungen laufen nicht per SEPA, sondern über eine Auslandsüberweisung in Dollar. Zum Üben spielt das keine Rolle, für den späteren Livehandel schon.

Lesetipp: tastytrade Erfahrungen: Kosten und Seriosität im Test

TradeStation: Simulation für Brokerage-Kunden

TradeStation richtet sich an System-Trader. Die Plattform bringt Marktscanner, Strategieoptimierung und ein sehr umfangreiches Chart-Tool mit, und die Simulation ist darin fest verdrahtet.

Eine alte Zahl, die durch viele Artikel geistert, stimmt nicht mehr: Die früher übliche Plattformgebühr von rund 250 Dollar im Monat für Nutzer ohne Handelskonto gibt es so nicht mehr. Brokerage-Kunden nutzen die Plattform heute ohne separate Plattformgebühr, wie die Gebührenübersicht des Anbieters zeigt. Anfallen können dagegen Mindestaktivitäts- und Inaktivitätsgebühren, wenn das Konto zu ruhig bleibt.

Der Haken für uns liegt woanders: TradeStation ist ein US-Broker, und die Kontoeröffnung aus dem DACH-Raum ist deutlich umständlicher als bei einem europäisch regulierten Anbieter. Als reine Übungsumgebung ohne Live-Perspektive lohnt der Aufwand selten.

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Multi-Broker- und Charting-Plattformen

Diese Gruppe koppelt dich nicht an einen Broker. Du übst in einer Software, die später mit verschiedenen Anbietern verbunden werden kann. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn du deine Brokerwahl noch nicht getroffen hast.

TradingView: Paper Trading direkt im Chart

TradingView ist der bequemste Einstieg überhaupt, weil nichts installiert werden muss. Das Paper Trading ist im Browser aktiviert, für jeden Nutzer kostenlos, und du handelst direkt aus dem Chart heraus, in dem du ohnehin analysierst.

An einer Stelle musst du genau hinsehen: Der Bar Replay, mit dem sich vergangene Kursverläufe Kerze für Kerze nachhandeln lassen, ist im Gratis-Tarif auf Tages-, Wochen- und Monatscharts beschränkt. Genau das, was ein Daytrader braucht, nämlich Minutencharts, ist erst ab dem Bezahltarif freigeschaltet. Für Daytrading-Übungen im Replay reicht die kostenlose Version also nicht.

Lesetipp: Backtesting mit TradingView: so testest du deine Strategie

Quantower: Replay auf Tickbasis

Quantower ist die interessanteste Alternative für Orderflow-Trader. Die Plattform verbindet sich mit einer Reihe von Brokern und Datenanbietern, und die Basisversion ist kostenlos nutzbar.

Daytrading Simulator Quantower: Arbeitsfläche mit Chart, Time and Sales und Stat Matrix
Quantower bündelt Chart, Orderbuch und Auswertung in einer Oberfläche, die Basisversion ist gratis.

Der tickgenaue Market Replay steckt im Paket der erweiterten Funktionen. Wer mit Footprint-Charts und Orderbuch arbeitet, findet hier eine Übungsumgebung, die NinjaTrader in der Darstellung teilweise übertrifft.

Lesetipp: Quantower im Test: Funktionen, Kosten und für wen sich die Plattform lohnt

MetaTrader 5: Demokonten über den Forex-Broker

Im Forex-Bereich führt kaum ein Weg am MetaTrader vorbei. Fast jeder Forex- und CFD-Broker stellt ein Demokonto in der Plattform bereit, meist in Minuten eröffnet und über Monate nutzbar.

Eine Aktualisierung ist hier wichtig: MetaQuotes vergibt seit 2022 keine neuen MT4-Lizenzen mehr. Neue Broker starten ausschließlich mit MetaTrader 5, und immer mehr bestehende Anbieter stellen um. Wer heute anfängt zu üben, sollte deshalb MT5 wählen, sonst lernt er eine auslaufende Oberfläche.

Der eingebaute Strategietester ist kein echter Daytrading-Simulator, sondern ein Backtesting-Werkzeug für automatisierte Systeme. Zum diskretionären Üben brauchst du das Demokonto, nicht den Tester.

Lesetipp: Die besten MetaTrader-5-Broker im Vergleich

Auch Sierra Chart bringt einen eigenen Simulationsmodus mit. Er läuft auf dem Server des Anbieters, arbeitet wahlweise mit Echtzeit- oder verzögerten Daten und speichert Historie und Statistiken dauerhaft. Details dazu findest Du in unserem Sierra Chart Test.

Spezialisierte Simulatoren und Replay-Software

Diese Programme haben nur eine Aufgabe: üben. Sie führen keine echten Orders aus und ersetzen keinen Broker. Dafür sind sie in der Simulation meist besser als die Plattformen, die beides können sollen.

TradingSim: Replay für US-Aktien

TradingSim ist der ausgereifteste reine Replay-Simulator für Aktien. Du spielst komplette Handelssitzungen ab, inklusive vorbörslichem und nachbörslichem Handel, und siehst dabei mehrere Symbole synchron.

Die Preise haben sich deutlich verändert: Aus dem früheren Einmalpreis ist ein Abo geworden. Der Tarif Pro kostet 79 Dollar im Monat oder 396 Dollar im Jahr, der Tarif Premium 89 Dollar im Monat oder 449 Dollar im Jahr, wie die Preisübersicht des Anbieters ausweist. Premium bringt fünf Jahre Marktgeschichte, Tick- und Sekundencharts sowie Level-2-Daten.

Level 2 zeigt die offenen Kauf- und Verkaufsorders unterhalb und oberhalb des aktuellen Kurses und macht damit sichtbar, wie viel Volumen an einer Preismarke wartet.

Der Zuschnitt ist klar amerikanisch. Wer DAX-Futures oder europäische Aktien übt, ist hier falsch.

Forex Tester Online: Backtesting mit Simulationscharakter

Forex Tester war früher ein Programm zum Kaufen, heute ist es ein Online-Dienst. Unter dem Namen Forex Tester Online läuft die Software im Browser und deckt neben Währungspaaren inzwischen auch Indizes, Rohstoffe, Aktien und Futures ab.

Die Preisstruktur wurde umgestellt: Es gibt eine kostenlose Demo ohne Kreditkarte sowie zwei Einmalzahlungen, Starter für 249 Euro und Pro für 349 Euro, jeweils mit allen künftigen Updates. Der frühere Preis von 175 Dollar für die Desktop-Version ist Geschichte.

Ein häufiger Verwechslungsfehler gehört hier korrigiert: Forex Tester und Forex Smart Tools sind zwei verschiedene Anbieter mit verschiedenen Produkten. Wer nach dem Tester sucht, landet über den Namen Smart Tools bei einem Trading-Journal, nicht bei einem Simulator.

Lesetipp: Forex Tester im Test: was die Backtesting-Software leistet

simul8or: sofort loslegen, ohne Anmeldung

simul8or ist der schnellste Einstieg in diesem Vergleich. Die Seite läuft im Browser, verlangt keine Registrierung und startet mit 100.000 Dollar virtuellem Kapital. Wer sich anmeldet, kann auf eine Million aufstocken.

Angeboten werden US-Aktien und Kryptowährungen, im Replay tickweise. Der Kern ist kostenlos, für Zusatzfunktionen gibt es ein günstiges Pro-Abo.

Als Dauerlösung taugt das Werkzeug nicht, weil Markttiefe und Marktabdeckung fehlen. Als Erstkontakt mit einer Ordermaske, ohne jede Hürde, ist es unschlagbar.

Ensign Software: Chartsoftware mit Simulationsmodus

Ensign ist zuerst eine Chartsoftware und erst danach ein Simulator. Die Stärke liegt in der Darstellung und im außergewöhnlich breiten Katalog technischer Indikatoren, die Simulation läuft als Zusatzfunktion mit, inklusive Wiedergabe vergangener Sitzungen.

Der Preis ist über die Jahre stabil geblieben: 49,95 Dollar pro Monat, monatlich kündbar, mit einer kostenlosen Testphase von 14 Tagen laut Bestellseite des Anbieters. Echtzeitdaten für Märkte außerhalb Forex kosten zusätzlich.

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Diese Simulatoren aus alten Empfehlungslisten gibt es nicht mehr

Vergleichsartikel altern schlecht, und Trading-Software altert schnell. Die folgenden Namen stehen bis heute in Listen im Netz, teils mit Preisangabe. Sie sind nicht mehr nutzbar oder heißen anders. Ich habe jeden Punkt selbst geprüft.

  • X_TRADER von Trading Technologies existiert nicht mehr: Der Anbieter hat die Plattform durch die TT-Plattform ersetzt, der Support lief 2020 aus. Die Produktseiten der Broker, die früher eine X_TRADER-Demo anboten, liefern heute 404.
  • RapidSP ist verschwunden: Die Domain rapidsp.com antwortet mit 404, die frühere Anbieterseite liefert eine leere Seite. Ein Kauf ist nirgends mehr möglich.
  • tastyworks heißt tastytrade: Die Umbenennung erfolgte am 22. Februar 2023, die alte Domain leitet auf die neue um. Wer nach tastyworks sucht, findet einen Namen, den es seit über drei Jahren nicht mehr gibt.
  • MetaTrader 4 ist ein Auslaufmodell: Seit 2022 vergibt MetaQuotes keine neuen MT4-Lizenzen. Bestehende Broker führen ihn weiter, neue Anbieter starten mit MT5.
  • paperMoney gehört nicht zu tastyworks: Die Funktion ist Teil von thinkorswim und damit heute bei Charles Schwab. Die alte Adresse leitet inzwischen auf den Schwab-Zugang um.

Der Nutzen dieses Abschnitts ist nicht historisch. Er zeigt dir, woran du eine veraltete Vergleichsliste erkennst: Steht einer dieser Namen als aktuelle Empfehlung drin, hat niemand nachgesehen.

Dasselbe Muster gibt es bei den Wertpapier-Übungsdepots: Auch dort sind zwei der meistempfohlenen Adressen verschwunden, nachzulesen im Vergleich der kostenlosen Musterdepots.

Welcher Daytrading-Simulator passt zu dir?

Die Frage nach dem besten Simulator ist falsch gestellt. Es gibt den passenden, und der hängt an drei Dingen: welchen Markt du handelst, wann du Zeit hast und ob du später live gehen willst.

Dein FallPassender SimulatorGrund
Futures, abends übenNinjaTraderkostenloser Market Replay, EU-Version
Aktien und Indizes, Livehandel geplantInteractive Brokersidentische Plattform, echte Margin-Rechnung
Erstkontakt ohne Anmeldungsimul8orsofort im Browser, kein Konto nötig
Forex und CFDsMetaTrader 5 beim BrokerDemokonto in Minuten, breite Brokerauswahl
Orderflow und FootprintQuantowertickgenauer Replay, Basisversion gratis
US-Aktien nachhandelnTradingSimkomplette Sessions inklusive Randzeiten

Wer schon weiß, wo er später handeln will, kürzt den Vergleich ab: Dann übt er beim eigenen Broker und nirgendwo sonst, weil jede fremde Plattform nur Umlernaufwand erzeugt.

Der Simulator prüft am Ende, was zuvor gelesen wurde. Welcher Ansatz dort getestet wird, entscheidet die Lektüre davor: Unsere Auswahl der besten Daytrading-Bücher nennt zu jedem Titel Ausgabe, Preis und Zielgruppe.

Vor- und Nachteile eines Daytrading-Simulators

Die Stärken liegen dort, wo Fehler teuer sind, die Schwächen sitzen alle beim Menschen und bei der Ausführung.

  • Kein Kapitalrisiko: Fehlklicks, falsche Positionsgrößen und Denkfehler kosten nichts.
  • Plattformroutine: Du lernst Ordermaske, Hotkeys und Chart-Trading, bevor es zählt.
  • Strategietest ohne Zeitdruck: Ein Setup lässt sich im Replay hundertfach durchspielen.
  • Übung nach Feierabend: Mit Market Replay bist du nicht an die Handelszeiten gebunden.
  • Auswertbare Ergebnisse: Simulierte Trades lassen sich protokollieren wie echte.
  • Keine echte Slippage: Orders werden häufig idealisiert gefüllt, im echten Markt schlechter.
  • Keine Teilausführungen: In dünnen Märkten füllt die Realität in Stücken, der Simulator selten.
  • Kein emotionaler Druck: Ohne echtes Geld fehlt die Verlustangst, die live jede Regel bricht.
  • Verzögerte Daten in der Gratisvariante: Ohne Echtzeitabo übst du an einem Markt, den es so nicht gab.
  • Falsche Sicherheit: Ergebnisse aus dem Simulator sind systematisch zu gut.

Slippage bezeichnet die Differenz zwischen dem erwarteten Ausführungskurs einer Order und dem Kurs, zu dem sie tatsächlich gefüllt wird.

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Die vier Fehler, die den Simulator wertlos machen

Ich habe über die Jahre vielen Tradern beim Üben zugesehen, in Gruppenseminaren und in Einzelschulungen. Dieselben vier Fehler tauchen immer wieder auf, und alle vier machen die Übung nicht nur nutzlos, sondern schädlich.

Erstens die falsche Kontogröße: Wer mit 500.000 Dollar Spielgeld übt und später mit 5.000 Euro handelt, hat nichts trainiert. Stell das Demokonto auf den Betrag, den du wirklich einsetzen wirst.

Zweitens der fehlende Ausstieg: Im Simulator lässt man Verlierer gerne laufen, weil es nicht wehtut. Genau diese Gewohnheit nimmst du mit. Setze jeden Stopp so, als ginge es um dein Geld, und halte ihn ein. Wie du die Positionsgröße sauber ableitest, steht in unserem Leitfaden zum Risikomanagement im Trading.

Drittens das Weiterklicken nach dem Verlust: Der Simulator lädt dazu ein, den nächsten Trade sofort hinterherzuschieben. Am echten Markt ist das der schnellste Weg ins Minus. Führe deshalb von Anfang an ein Protokoll und schreibe zu jedem Trade auf, warum du eingestiegen bist.

Viertens der zu frühe Wechsel: Zwei gute Wochen im Simulator sind kein Beleg. Ich halte mindestens 100 protokollierte Trades mit stabiler Handschrift für die untere Grenze, bevor echtes Geld ins Spiel kommt.

Fazit: Der beste Simulator ist der, den du ernst nimmst

Die Auswahl ist heute besser als je zuvor, und das Beste kostet nichts. NinjaTrader und Interactive Brokers decken zusammen fast jeden Anwendungsfall ab, TradingView und simul8or senken die Einstiegshürde auf null, und für spezielle Aufgaben stehen Quantower, TradingSim und Forex Tester Online bereit.

Die eigentliche Arbeit beginnt danach. Ein Simulator zeigt dir, ob du deine Regeln kennst. Ob du sie auch dann einhältst, wenn Geld auf dem Spiel steht, zeigt er dir nicht. Behandle deshalb jeden simulierten Trade wie einen echten, führe Buch, und wechsle erst, wenn die Zahlen über viele Trades tragen. Wer weitermachen will, findet in unserem Überblick zur Trading Software die Werkzeuge für den nächsten Schritt.

Häufige Fragen zu Daytrading-Simulatoren

Was ist ein Daytrading-Simulator?

Ein Daytrading-Simulator ist eine Handelsplattform, die Orders mit virtuellem Geld gegen echte oder historische Marktdaten ausführt. Es findet keine reale Transaktion statt. Der Zweck ist, Plattform und Strategie ohne Kapitalrisiko einzuüben.

Gibt es einen kostenlosen Daytrading-Simulator?

Ja, gleich mehrere. NinjaTrader lässt sich unbegrenzt im Sim-Modus nutzen, TradingView bietet Paper Trading für jeden Nutzer, Interactive Brokers stellt ein Demokonto bereit. Kosten entstehen meist erst bei Echtzeitdaten.

Welcher Simulator läuft ohne Anmeldung?

simul8or startet ohne Registrierung direkt im Browser mit 100.000 Dollar virtuellem Kapital. Auch einzelne Broker erlauben einen Testzugang ohne Kontoeröffnung.

Kann ich mit einem Daytrading-Simulator Geld verdienen?

Nein. Es werden keine echten Orders ausgeführt, also entstehen weder Gewinne noch Verluste. Der Nutzen liegt ausschließlich im Training.

Wie lange sollte ich im Simulator üben?

Nicht nach Zeit, sondern nach Anzahl rechnen. Als untere Grenze halte ich 100 protokollierte Trades mit stabilen Ergebnissen für sinnvoll. Entscheidend ist, dass deine Regeln über viele Trades tragen und nicht über eine gute Woche.

Warum funktioniert meine Strategie live schlechter als im Simulator?

Weil drei Dinge fehlen: Slippage, Teilausführungen und der emotionale Druck. Simulierte Füllungen sind meist besser als echte, und ohne Verlustangst hält sich jeder an seinen Plan. Ergebnisse aus der Simulation sind deshalb systematisch zu optimistisch.

Was ist der Unterschied zwischen Simulator und Backtesting?

Ein Simulator handelt vorwärts, Kerze für Kerze, ohne dass du das Ergebnis kennst. Ein Backtest rechnet eine Regel über abgeschlossene historische Daten durch. Der Simulator trainiert die Entscheidung, der Backtest prüft die Statistik.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH sowie Betreiber von kagels-trading.de. Als diskretionärer Price-Action-Trader ist er seit 1980 an den Märkten aktiv und handelt Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte.

In den späten 1980er-Jahren übersetzte Karsten die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre war er Joe Ross’ Repräsentant in Deutschland und übersetzte sowie veröffentlichte alle 10 Ross-Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen. Seit 1996 ist Interactive Brokers seine primäre Handelsplattform.

Für diesen Vergleich hat er jeden Anbieter einzeln gegen die offizielle Anbieterseite geprüft: Preise, Erreichbarkeit der Domain und Verfügbarkeit im DACH-Raum, Stand 14. August 2026. Vier Einträge der Vorfassung erwiesen sich dabei als nicht mehr existent oder falsch zugeordnet und wurden korrigiert. Kagels Trading unterhält zu keinem der genannten Anbieter eine Werbepartnerschaft für diesen Beitrag. Mehr zur Arbeit von Karsten steht auf seiner Autorenseite.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer, technischer Analyst bei Kagels Trading, final geprüft.

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