Wenn du Optionen und Futures direkt an den US-Börsen handeln willst, kommst du an Tastytrade kaum vorbei. Der Broker aus Chicago wurde von erfahrenen Optionshändlern gegründet und gehört seit 2021 zur britischen IG Group. Die Plattform ist auf genau eine Sache optimiert: schnelles, günstiges Handeln von Derivaten ohne unnötigen Ballast.
Dieser Erfahrungsbericht basiert auf eigenem Handel über die Tastytrade-Plattform und wird seit 2020 laufend aktualisiert. Du erfährst, welche Märkte handelbar sind, was der Broker kostet und worauf du als Trader aus Deutschland achten musst. Auch die unbequemen Punkte sparen wir nicht aus, etwa das Thema Steuern. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Tastytrade: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Tastytrade (früher Tastyworks) ist ein US-Broker für Optionen, Futures, Aktien, ETFs und Kryptowährungen. Seit 2021 gehört er zur britischen IG Group.
- Die Gebühren sind niedrig: Aktienoptionen kosten $1,00 pro Kontrakt beim Öffnen, das Schließen ist kostenlos. Futures kosten $1,00, Micro Futures $0,75 je Seite.
- Die intuitive Plattform für Desktop, Browser und App ist auf Optionshändler zugeschnitten und zeigt Gewinnwahrscheinlichkeit und implizite Volatilität direkt in der Ordermaske.
- Seit August 2026 laufen Index-Optionen auf SPX, VIX, XSP und RUT fast rund um die Uhr. Für Trader aus Europa die wichtigste Neuerung der letzten Jahre.
- Für deutsche Trader wichtig: keine Mindesteinlage und keine Depotgebühren, aber nicht steuereinfach und Kontoführung nur in US-Dollar.
Wer ist Tastytrade?
Tastytrade ist ein US-Onlinebroker mit Sitz in Chicago, der sich auf den kostengünstigen Handel mit Optionen und Futures spezialisiert hat und seit 2021 zur britischen IG Group gehört.
Gegründet wurde der Broker 2017 unter dem Namen Tastyworks, von Tradern für Trader. Das Ziel war von Anfang an, den Optionshandel für private Händler so günstig und effizient wie möglich zu machen. 2023 wurde die Plattform in Tastytrade umbenannt. Bei Kagels Trading führen wir sie in der Übersicht der Onlinebroker.
Der Geschäftsbetrieb wird durch die US-Börsenaufsicht SEC und die Regulierungsbehörde FINRA überwacht. Für den Futures-Bereich kommt die NFA dazu. Details liefert der FINRA BrokerCheck unter der Firmennummer 277027.
2021 hat die britische IG Group den Broker für rund eine Milliarde US-Dollar übernommen. Damit steht hinter Tastytrade ein börsennotierter Konzern mit jahrzehntelanger Erfahrung im Derivatehandel. Für dich als Kunde bedeutet das mehr finanzielle Stabilität als bei einem unabhängigen Start-up.
Die Gründungsgeschichte von Tastytrade
Das Gründerteam kam komplett aus der Trading-Praxis. Alle vier hatten zuvor die bekannte Plattform Thinkorswim aufgebaut, die 2009 an TD Ameritrade verkauft wurde:
- Tom Sosnoff, ehemaliger Floor Trader an der CBOE und über Jahre das bekannteste Gesicht des Unternehmens
- Scott Sheridan, ebenfalls ehemaliger CBOE Floor Trader und Mitgründer von Thinkorswim
- Kristi Ross, Finanzchefin und Mitgründerin
- Linwood Ma, Technikchef und Kopf hinter der Handelsplattform
Heute ist keiner der vier Gründer mehr operativ an Bord.
Kristi Ross zog sich bereits zum 1. Juli 2022 aus dem Tagesgeschäft zurück und wechselte in eine beratende Rolle. Linwood Ma verantwortete die Technik nach der Übernahme noch bis Januar 2024 als CTO unter dem Dach der IG Group und ist seitdem weitgehend im Ruhestand. Tom Sosnoff gab Ende September 2025 nach 15 Jahren die Leitung des Medienarms tastylive ab. Gemeinsam mit Scott Sheridan gründete er anschließend das Fintech Lossdog, nach Thinkorswim und Tastytrade das dritte gemeinsame Unternehmen der beiden. Auch JJ Kinahan, der den Broker zuletzt als President führte, wechselte im Oktober 2025 zur Optionsbörse Cboe.
Am Angebot ändert das zunächst nichts: Der Broker wird heute aus der Struktur der IG Group heraus geführt, die Plattform wird sichtbar weiterentwickelt, und die tastylive-Sendungen laufen unverändert weiter, moderiert von Nick und Tony Battista. Wer Tastytrade allerdings gezielt wegen der Gründerpersönlichkeiten und ihrer Handschrift gewählt hat, sollte wissen, dass diese Ära vorbei ist.
Welche Märkte sind handelbar?
Das Angebot konzentriert sich auf US-Märkte und deckt alle wichtigen Instrumente für Options- und Futures-Trader ab:
- Futures und Micro Futures der CME Group (Indizes, Zinsen, Währungen, Energie, Edelmetalle, Agrarprodukte)
- Optionen auf Futures und Micro Futures
- Aktien und ETFs, auch als Bruchstücke
- Optionen auf Aktien, ETFs und Indizes (unter anderem SPX und NDX)
- Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum, abgewickelt über den Partner Zero Hash, allerdings nur nach gesonderter Freischaltung
- Prediction Markets (Event Contracts), also Ja/Nein-Kontrakte auf Marktereignisse
Beim Krypto-Angebot ist über die Jahre einiges dazugekommen. Neben Bitcoin und Ethereum lassen sich inzwischen rund zwei Dutzend weitere Coins handeln, darunter Litecoin, Stellar, Tezos, Sui und Aptos.
Wichtig zu wissen: Der Kryptohandel ist nicht von Haus aus aktiv. Er muss unter My Accounts, Trading Preferences, Cryptocurrency Trading gesondert freigeschaltet werden, weil dabei im Hintergrund ein Konto beim Verwahrer Zero Hash eröffnet wird. Solange das nicht passiert ist, tauchen Kryptowährungen im Konto überhaupt nicht auf. Möglich ist die Freischaltung nur für Einzelkonten als Cash- oder Margin-Variante, nicht für Gemeinschaftskonten. Deutschland steht nicht auf der Sperrliste des Brokers, anders als etwa Großbritannien, Japan, Singapur oder Ungarn.
Die Prediction Markets hat Tastytrade im Juli 2026 zu einem eigenen Produktbereich ausgebaut. Gehandelt werden CFTC-regulierte Kontrakte auf Fed-Entscheidungen, Inflations- und Arbeitsmarktdaten, Volatilität, Rohstoffe wie Gold, Öl und Kupfer sowie Kryptowährungen. Die Laufzeiten reichen von wenigen Stunden bis zu einem Jahr. Gehandelt wird über die Terminbörse Kalshi, die Abwicklung läuft über Apex. Sportwetten bietet der Broker im Unterschied zu manchem Wettbewerber bewusst nicht an.
Wichtig für dich als deutscher Trader: Für internationale Konten nennt Tastytrade als Standardumfang ausdrücklich nur Aktien, ETFs, Optionen und Futures. Die Prediction Markets gehören nicht dazu, sie bleiben US-Kunden vorbehalten. Den Bereich siehst du in der Plattform zwar, freischalten ließ er sich mit unserem deutschen Konto im Test aber nicht. Gleiches gilt für den Forex-Handel über die Schwestermarke tastyfx.
In der Praxis heißt das: In einem frisch eröffneten deutschen Konto siehst du zunächst keine Kryptowährungen. Wer sie handeln will, muss die Freischaltung aktiv anstoßen. In unserem deutschen Konto ließ sie sich problemlos aktivieren, ausgeschlossen sind lediglich Retirement-Konten, die für dich ohnehin nicht infrage kommen.
Für Optionshändler gibt es ohnehin den eleganteren Weg über die US-Spot-ETFs auf Bitcoin und Ethereum. Produkte wie IBIT, FBTC, ARKB oder GBTC sind ganz normale ETFs: Sie kosten im Handel $0 statt der prozentualen Kryptokommission, sie fallen unter den SIPC-Schutz, und vor allem lassen sich Optionen darauf handeln. Damit stehen dir IV Rank, Gewinnwahrscheinlichkeit und die gewohnten Optionsstrategien auch für Kryptoexposure zur Verfügung, was beim direkten Coin-Handel nicht der Fall ist.
Neu seit August 2026: Index-Optionen fast rund um die Uhr
Tastytrade unterstützt seit dem 10. August 2026 die Global Trading Hours (GTH) der Cboe. Optionen auf SPX, VIX, XSP und RUT lassen sich damit nahezu 24 Stunden an fünf Tagen die Woche handeln: in der Nachtsession von 20:15 Uhr bis 9:25 Uhr ET, von Sonntagabend bis Freitagmorgen, sowie in der Curb-Session von 16:15 bis 17:00 Uhr ET. Beides kommt zusätzlich zur regulären Handelszeit.
Für dich aus Deutschland ist das die wohl wichtigste Neuerung der letzten Jahre. Die GTH-Session fällt genau in den europäischen Vormittag und frühen Nachmittag. Index-Optionen und 0DTE-Strategien lassen sich damit zu normalen Bürozeiten eröffnen und anpassen, statt bis 15:30 Uhr auf die US-Eröffnung zu warten. Auch auf europäische Vormittagsnachrichten oder auf US-Daten, die vor der Eröffnung veröffentlicht werden, kannst du direkt reagieren.
Nicht nur Index-Optionen sind betroffen. Auch viele Einzelaktien und ETFs sind rund um die Uhr handelbar, von Sonntag 19 Uhr bis Freitag 19 Uhr CT. Ob ein Wert dazugehört, erkennst du in der Plattform am Kürzel 24h neben dem Symbol und am Feld 24 Hour Eligibility in den Quote Details.
Zu bedenken ist die dünnere Liquidität außerhalb der regulären Handelszeit. Die Spreads sind in diesen Sessions spürbar breiter als tagsüber. Arbeite hier konsequent mit Limit-Orders und verzichte auf Market-Orders.
Welche Plattformen gibt es?
Für ein effektives Trading brauchst du eine passende Software. Die Macher von Tastytrade haben ihre eigene Erfahrung aus dem Optionshandel in die Entwicklung gesteckt. Schnelle Ausführung, intuitive Bedienung und wenige Klicks bis zur Order stehen im Vordergrund. Du kannst zwischen drei Varianten wählen, alle mit identischem Funktionsumfang beim Orderrouting.
Für sehr kurzfristige Trades bietet sich der 0DTE-Handel auf Index-Optionen wie den S&P 500 an.
Desktopinstallation der Handelssoftware
Die installierbare Desktop-Version ist die umfangreichste Variante. Sie läuft auf Windows, macOS und Linux und setzt ein aktives Handelskonto voraus. Hier bekommst du erweiterte Chartfunktionen mit einer Vielzahl an Indikatoren und Zeichenwerkzeugen. In der Kopfzeile sitzt inzwischen zusätzlich eine KI-gestützte Suche, mit der sich Symbole und Funktionen in natürlicher Sprache aufrufen lassen.
Browserbasierte Tradingplattform
Ohne Einbußen beim Handel läuft die browserbasierte Version der Tradingsoftware in jedem aktuellen Browser. Du brauchst nur deine Zugangsdaten, eine Installation ist nicht nötig. Das ist praktisch, wenn du an mehreren Rechnern arbeitest.
Mobiles Trading mit der App für iOS und Android
Für unterwegs gibt es eine leistungsfähige App für iPhone und Android. Die Auswahl der Optionsstrategien aus der Hauptplattform wurde übernommen. Ebenso kannst du Watchlisten anlegen und den Follow Feed einsehen.
Integrationen und Schnittstellen
Wer die hauseigene Software nicht nutzen möchte, hat inzwischen zwei zusätzliche Wege in den Markt:
- TradingView: Seit Dezember 2024 gibt es eine direkte Handelsanbindung. Du verknüpfst dein Tastytrade-Konto in TradingView und gibst Orders aus dem dortigen Chart heraus auf. Damit kombinierst du die Charttechnik von TradingView mit dem Orderrouting des Brokers, ein sinnvoller Weg für alle, die ohnehin dort analysieren.
- Open API: Für eigene Auswertungen, ein Trading-Tagebuch oder automatisierte Abläufe stellt Tastytrade eine offen dokumentierte Programmierschnittstelle bereit. Das setzt Programmierkenntnisse voraus, ist bei US-Brokern in dieser Offenheit aber keineswegs selbstverständlich.
Die Kursdaten für US-Aktien und ETFs liefert die Nasdaq in Echtzeit, sobald das Konto über Guthaben verfügt. Zusatzgebühren für Marktdaten fallen weiterhin nicht an.
Besonderheiten für Optionshändler bei Tastytrade
Die Entwickler haben sich auf den Handel mit Optionen spezialisiert. Die Plattform bietet deshalb einige Werkzeuge, die du bei klassischen Aktienbrokern nicht findest. Direkt aus der Ergebnisliste heraus wählst du passende Optionstrades aus und erstellst die Order.
Filter und Analysen
Die wichtigste Kennzahl im Optionshandel ist der Preis der Option, und der spiegelt sich in der impliziten Volatilität (IV) wider. Um sie schnell einordnen zu können, nutzt Tastytrade das IV-Ranking (IVR). Ein Großteil der dort gehandelten Strategien basiert auf dem Zusammenspiel von IVR und POP (Probability of Profit, die Gewinnwahrscheinlichkeit).
Diese Parameter zeigt die Plattform direkt in der Ordermaske und bei laufenden Trades an. Über den Screener filterst du den Aktienmarkt zusätzlich nach Earnings-Terminen und der Liquidität der Optionen.
Dazu kommt ein integriertes Backtesting. Einzeloptionen wie mehrbeinige Strategien lassen sich über einen frei wählbaren Zeitraum gegen historische Daten durchrechnen. Ausgewertet werden unter anderem Gesamtergebnis, maximaler Rückgang, Rendite auf das eingesetzte Kapital und die MAR Ratio. Die Funktion Lookback zeigt ergänzend, wie sich ein Ansatz in vergangenen Marktphasen geschlagen hätte. Ein Ersatz für ein Demokonto ist das nicht, aber ein brauchbares Werkzeug, um eine Strategie vor dem ersten Echtgeld-Trade auf Plausibilität zu prüfen.
Gewinn- und Verlustprofil
Geschätzt wird im Optionshandel auch die grafische Darstellung der Gewinn- und Verlustzonen. Diese Funktion ist in die Optionskette und die offenen Positionen integriert. Sogar die Summe aller laufenden Trades lässt sich als GuV-Diagramm darstellen. Die Grafiken sind eher schematisch, dafür siehst du die optionsspezifischen Kennzahlen wie die Griechen für die gewählte Strategie.
Eine Besonderheit ist der Follow Feed mit den Trades der Tastytrade-Mitarbeiter. Zu jeder Person gibt es ein kurzes Porträt mit Handelserfahrung, Tradingstil und Erfolgsquote. Jeden dieser veröffentlichten Trades kannst du mit einem Klick in die Ordermaske übernehmen und nachhandeln. Kontraktanzahl und Limit passt du vor dem Absenden an.
Bietet Tastytrade einen Ausbildungsbereich?
Unter dem Namen tastylive betreibt das Team seit 2011 einen Videokanal, aus dem die Brokerplattform überhaupt erst entstanden ist. An Handelstagen laufen dort mehrere Stunden Livestream. Dazu kommt eine umfangreiche Bibliothek an Schulungsvideos zum Handel mit Optionen und Futures. Auch die Funktionen der Trading-Plattform werden in Videos aus dem Hilfebereich erklärt. Die Inhalte findest du auf der Webseite und den gängigen Videoportalen.
Gibt es deutschsprachige Infos zu Optionen?
Seit ich im Jahr 2014 meinen ersten Trade mit Optionen gemacht habe, ist das Interesse am Optionshandel im deutschsprachigen Raum deutlich gewachsen. Der Ausbildungsbereich von Tastytrade ist stark, aber komplett auf Englisch. Gerade Einsteigern stellen sich Fragen, bei denen fremdsprachige Informationen zu teuren Missverständnissen führen können. Speziell für Neueinsteiger habe ich daher einen Videokurs aufgebaut, der das Trading mit Optionen von Anfang an verständlich zeigt.
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Welche Kontotypen gibt es bei Tastytrade?
The Works
The Works steht für die Flexibilität der verfügbaren Kontomodelle. Teils nach gesondertem Antrag lassen sich alle erhältlichen Produkte handeln.
Für Portfolio-Margin verlangt Tastytrade eine Einzahlung von mindestens $125.000. Anschließend musst du im Wertpapierkonto dauerhaft mindestens $100.000 halten, sonst wird das Konto wieder auf Reg-T zurückgestuft. Im Gegenzug wird die Margin risikobasiert über das Gesamtportfolio berechnet, was je nach Positionsstruktur einen Hebel von bis zu 6,7:1 erlaubt, gegenüber 2:1 im klassischen Margin-Konto. Der höhere Hebel bedeutet im Umkehrschluss auch ein deutlich höheres Verlustrisiko.
Individual
Das Standardkonto für eine natürliche Person. Du wählst, ob es als Margin- oder Cashkonto geführt wird.
Joint
Ein Kontotyp für zwei Personen, etwa Ehe- oder Lebenspartner. In der Variante TIC (Tenants in Common) verwaltet jeder Inhaber seinen Anteil, im Todesfall geht er an die Erben. Bei WROS (With Rights of Survivorship) erhält der verbleibende Partner den Zugriff auf das gesamte Konto.
Retirement, Corporate und Trust
Diese Kontotypen orientieren sich an der US-Gesetzgebung zum Vermögensaufbau und stehen ausschließlich Personen und Firmen mit Sitz in den USA offen. Für dich als deutscher Trader sind sie nicht relevant.
International
Diese Variante ist für dich als Trader außerhalb der USA die entscheidende. Tastytrade ist offen für internationale Kundschaft. Cash-, Margin- und Portfolio-Margin-Konten werden angeboten. Die Auswahl triffst du bei der Kontoeröffnung und kannst sie später jederzeit umstellen.
Gibt es ein Demokonto oder Papertrading?
Nein. Tastytrade bietet auch im Jahr 2026 kein Demokonto und kein Papertrading an. Es gibt lediglich das oben beschriebene Backtesting samt Lookback-Funktion, mit dem sich Strategien gegen historische Daten durchrechnen lassen. Das simulierte Handeln in Echtzeit ersetzt das nicht. Wer den Optionshandel risikofrei üben will, braucht daher eine Alternative. Eine Übersicht findest du im Beitrag Trading-Demokonto ohne Anmeldung.
Wie hoch ist die Mindesteinlage?
Es gibt keine Mindesteinlage für die Kontoeröffnung. Zu beachten ist nur: Ohne Guthaben zeigt die Plattform verzögerte Kursdaten. Echtzeitkurse werden freigeschaltet, sobald du eine Einzahlung vorgenommen hast. Extra Gebühren für Kursdaten fallen nicht an.
Kontoeröffnung & Einzahlung
Wie eröffne ich ein Echtgeld-Konto?
Die Kontoeröffnung läuft komplett online über die Webseite von Tastytrade. Eine Eingabemaske führt dich Schritt für Schritt durch den Prozess. Du brauchst deine Ausweisdaten und Angaben zu deiner Handelserfahrung. Die Eröffnung und die Kontoführung sind kostenlos.
Welche Einzahlungsmethoden gibt es?
Für Kunden außerhalb der USA ist die internationale Banküberweisung (Deposit by Wire) weiterhin der Standardweg. Andere klassische Methoden wie ACH setzen ein US-Bankkonto voraus. Je nach Hausbank fallen für eine Auslandsüberweisung in US-Dollar spürbare Gebühren an. Frag vorher bei deiner Bank nach, damit dich die Kosten nicht überraschen.
Viele deutsche Trader senken diese Kosten mit einem Zwischenkonto bei Wise oder Revolut. Dort wechselst du Euro günstig in US-Dollar und überweist dann per Wire an Tastytrade. Die Einzahlung selbst ist bei Tastytrade gebührenfrei, Auszahlungen auf ein deutsches Konto kosten dagegen eine feste Gebühr. Die Details stehen im Gebühren-Abschnitt weiter unten.
Besteht bereits ein Konto bei Interactive Brokers oder einem Partnerbroker wie CapTrader, kannst du Geld von dort kostenfrei zu Tastytrade transferieren. Der Vorgang ähnelt einer Banküberweisung.
Neu: Einzahlung per Stablecoin
Seit Juli 2025 akzeptiert Tastytrade Einzahlungen per Stablecoin, und zwar ausdrücklich auch von Kunden außerhalb der USA. Unterstützt werden USDC, USDT, PYUSD und RLUSD über mehrere Blockchains. Die Abwicklung übernimmt der Partner Zero Hash, der die Coins in US-Dollar tauscht und dem Brokerkonto gutschreibt.
Der Vorteil liegt im Tempo. Die Einzahlung funktioniert rund um die Uhr und ist nahezu sofort verfügbar, während Tastytrade für die Wire-Überweisung selbst typischerweise fünf Werktage veranschlagt und diese zudem an Bankschlusszeiten gebunden ist.
Zwei Einschränkungen solltest du kennen. Erstens muss in deinem Konto der Krypto-Handel freigeschaltet sein. Zweitens funktioniert der Weg bislang nur in eine Richtung: Auszahlungen per Stablecoin sind noch nicht möglich. Für die Rückführung deines Geldes bleibt es bei der Auslandsüberweisung samt Gebühr. Wenn du ohnehin keine Stablecoins hältst, bleibt der Umweg über Wise oder Revolut daher die naheliegende Lösung.
Tastytrade in Deutschland: Steuern, Sicherheit, Besonderheiten
Muss ich meine Gewinne selbst versteuern?
Ja. Tastytrade ist ein US-Broker und führt keine deutsche Abgeltungsteuer ab. Du musst deine Gewinne selbst in der Steuererklärung angeben.
Anders als bei deutschen Brokern bekommt das Finanzamt keine automatische Meldung über deine Kapitalerträge. Du trägst Gewinne und Verluste in der Anlage KAP ein und musst dabei die deutschen Regeln zur Verlustverrechnung beachten. Das kostet Zeit oder Geld für den Steuerberater. Wie die Besteuerung im Detail funktioniert, erklären wir im Guide Trading und Steuern.
Wie sicher ist mein Geld bei Tastytrade?
Wertpapierbestände bei Tastytrade sind über die US-Einlagensicherung SIPC bis 500.000 US-Dollar abgesichert, davon bis zu 250.000 US-Dollar für Barguthaben.
Wichtig ist die Einschränkung, die viele Vergleichsportale unterschlagen: Der SIPC-Schutz gilt nur für das Wertpapierkonto. Futures-, Event-Contract- und Krypto-Bestände fallen nicht darunter. Wer überwiegend Futures handelt, verlässt sich also auf die Bonität des Brokers und die Aufsicht durch SEC, FINRA und NFA. Seit der Übernahme durch die börsennotierte IG Group steht dahinter ein Konzern mit solider Kapitalbasis.
Ein Detail zur Einordnung: Futures- und Event-Contract-Konten werden bei der Apex Clearing Corporation getrennt vom Vermögen des Brokers verwahrt. Eine Einlagensicherung im Sinne des SIPC ist diese Segregierung nicht, sie soll die Kundengelder im Insolvenzfall aber vom Zugriff auf das Brokervermögen abschirmen.
Welche Besonderheiten gelten noch für deutsche Trader?
Drei Punkte solltest du vor der Kontoeröffnung auf dem Schirm haben:
- Das Konto wird ausschließlich in US-Dollar geführt. Du trägst also ein Währungsrisiko auf dein Kapital.
- Die gesamte Plattform und der Support laufen auf Englisch.
- Die PDT-Regel ist entschärft: Zum 4. Juni 2026 wurden die Schwelle von $25.000 und die Einstufung als Pattern Day Trader abgeschafft und durch eine risikobasierte Betrachtung des Kontos während des Handelstages ersetzt. Kleine Margin-Konten werden also nicht mehr pauschal in der Zahl der Daytrades begrenzt. Was das konkret bedeutet, liest du im Beitrag Pattern Day Trading.
Margin & Gebühren
Margins
Die Margin-Zinsen richten sich nach der Kontogröße und hängen an einem Basissatz von 10 %, den Tastytrade seit Oktober 2022 unverändert ansetzt. Die Staffel reicht von 11,00 % für kleine Debit-Salden bis 8,00 % ab einer Million US-Dollar:
| Debit-Saldo | Zinssatz |
|---|---|
| $0 bis $24.999 | 11,00 % |
| $25.000 bis $49.999 | 10,50 % |
| $50.000 bis $99.999 | 10,00 % |
| $100.000 bis $249.999 | 9,50 % |
| $250.000 bis $499.999 | 9,00 % |
| $500.000 bis $999.999 | 8,50 % |
| ab $1.000.000 | 8,00 % |
Welche Gebühren fallen an?
Das Gebührenmodell ist überschaubar und transparent. Alle Angaben stammen aus der offiziellen Preisliste des Brokers (Stand: 18.08.2026):
| Instrument | Öffnen | Schließen |
|---|---|---|
| Aktien & ETFs | $0 | $0 |
| Optionen auf Aktien/ETFs | $1,00 pro Kontrakt | $0 |
| Indexoptionen (SPX & Co.) | $1,00 pro Kontrakt | $0 |
| Futures | $1,00 pro Kontrakt | $1,00 pro Kontrakt |
| Micro Futures | $0,75 pro Kontrakt | $0,75 pro Kontrakt |
| Optionen auf Futures | $1,25 pro Kontrakt | $1,25 pro Kontrakt |
| Optionen auf Micro Futures | $0,75 pro Kontrakt | $0,75 pro Kontrakt |
| Kryptowährungen | 1,00 % vom Ordervolumen | 1,00 % vom Ordervolumen |
| Kryptowährungen (BTC & ETH) | 0,75 % vom Ordervolumen | 0,75 % vom Ordervolumen |
Aus der Reihe fällt der Kryptohandel. Hier berechnet Tastytrade als einziges Instrument eine prozentuale Kommission, und zwar beim Öffnen wie beim Schließen. Bei Bitcoin und Ethereum sind es 0,75 % vom Ordervolumen, bei allen übrigen Coins 1,00 %. Eine Position über $5.000 in Bitcoin kostet dich also rund $37,50 beim Kauf und noch einmal denselben Betrag beim Verkauf. Für den reinen Kryptohandel ist der Broker damit keine günstige Adresse, zumal der Umweg über die Spot-ETFs auf Bitcoin und Ethereum gebührenfrei ist. Börsen- und Clearinggebühren fallen bei Kryptoorders im Gegenzug nicht an.
Bei Aktienoptionen ist die Kommission bei $10 pro Leg gedeckelt. Ab dem elften Kontrakt handelst du also kostenfrei weiter. Zu beachten ist, dass auch bei gebührenfreien Trades die Clearing- und Börsengebühren anfallen. Diese sind vergleichsweise gering, etwa $0,0008 pro Aktie oder $0,10 pro Aktienoptionskontrakt. Die komplette Übersicht findest du in der Preisübersicht des Brokers.
Bei den Bankgebühren musst du vor allem die Auszahlung einplanen: Eine internationale Überweisung auf dein deutsches Konto kostet $45, eine US-Inlandsüberweisung $25. Depot- und Inaktivitätsgebühren gibt es nicht.
Tastytrade oder Interactive Brokers?
Die häufigste Alternative für deutsche Optionshändler ist Interactive Brokers mit seiner Trader Workstation. Der Unterschied liegt weniger im Preis als im Zuschnitt: Interactive Brokers bietet mehr Märkte (auch europäische Börsen), Konten in Euro und mehr Ordertypen. Dafür ist die Plattform deutlich komplexer. Tastytrade gewinnt bei der Bedienung im reinen US-Optionshandel: Vom Screener bis zur fertigen Spread-Order brauchst du nur wenige Klicks. Wer beides will, kombiniert die Konten und transferiert Kapital kostenfrei zwischen den Brokern.
Kundensupport & Erfahrungen
Wie ist der Kundensupport bei Tastytrade?
Die erste Anlaufstelle ist das Help Center von Tastytrade unter support.tastytrade.com. Dort findest du Antworten und Tutorials zu den geläufigsten Situationen, dazu Einführungsvideos zu den ersten Schritten nach der Kontoeröffnung. Auf Anfragen per Kontaktformular oder E-Mail kam die Antwort in unserem Test innerhalb weniger Stunden.
Wie sind die Erfahrungen zu Tastytrade?
Das Bild aus den unabhängigen Bewertungsportalen ist gemischt, aber erklärbar. Bei Trustpilot steht Tastytrade bei 3,2 von 5 Sternen aus 615 Bewertungen (Stand: August 2026). Die Kritik dreht sich meist um die englischsprachige Verifizierung und die Auszahlungswege, selten um die Plattform selbst. Im App Store schneidet die Trading-App deutlich besser ab, gelobt werden Ausführung und Übersichtlichkeit. Fachportale wie BrokerChooser bewerten den Broker mit 4,5 von 5. Positiv fällt auf, dass Tastytrade auf 97 % der negativen Bewertungen antwortet, in der Regel innerhalb einer Woche.
Unsere eigenen Erfahrungen decken sich mit dem positiven Teil: Ein- und Auszahlungen wurden korrekt und zeitnah ausgeführt, ebenso die Orders. Eine Order wird direkt an die Börse geroutet und taucht unverzüglich auf der Geld- bzw. Briefseite auf. Das lässt sich bei illiquiden Optionen mit einem Konto bei einem anderen Broker gut nachvollziehen.
Fazit zum US-Broker Tastytrade
Tastytrade ist aus unserer Sicht einer der besten Broker für den aktiven US-Optionshandel. Die Plattform denkt wie ein Optionshändler, die Kosten sind niedrig und die Kontoeröffnung ist unkompliziert. Diese Stärken sprechen für den Broker:
- Spezialisierte Plattform mit IVR, POP und GuV-Profil direkt in der Ordermaske
- Niedrige, gedeckelte Kommissionen und keine Depotgebühren
- Keine Mindesteinlage, Echtzeitkurse ab der ersten Einzahlung
- Index-Optionen über die Global Trading Hours fast rund um die Uhr handelbar
- Follow Feed als Quelle für Handelsideen, dazu Anbindung an TradingView und eine offene API
- Solider Mutterkonzern IG Group hinter dem Broker
Dem stehen klare Nachteile gegenüber, die du kennen musst:
- Nicht steuereinfach: Gewinne gehören selbst in die Steuererklärung
- Konto nur in US-Dollar, Auszahlungen nach Deutschland kosten Gebühren
- Kein Demokonto und kein Papertrading, lediglich Backtesting auf historischen Daten
- Kryptohandel vergleichsweise teuer mit 0,75 bis 1,00 % je Seite
- Plattform und Support nur auf Englisch
Unterm Strich gilt: Wer ernsthaft Optionen und Futures an den US-Börsen handeln will und mit dem Steuerthema leben kann, bekommt bei Tastytrade ein starkes Gesamtpaket. Reine Einsteiger sollten zuerst die Grundlagen mit Puts und Calls lernen, bevor echtes Geld fließt.
Häufige Fragen zu Tastytrade
Was ist Tastytrade?
Tastytrade ist ein Onlinebroker aus Chicago, der 2017 unter dem Namen Tastyworks gestartet ist. Er hat sich auf den günstigen Handel mit Optionen und Futures für private Trader spezialisiert und gehört seit 2021 zur britischen IG Group.
Ist mein Geld bei Tastytrade sicher?
Wertpapierbestände sind über die US-Einlagensicherung SIPC bis 500.000 US-Dollar abgesichert, davon 250.000 US-Dollar für Barguthaben. Futures-, Event-Contract- und Krypto-Bestände fallen nicht unter diesen Schutz, sie werden stattdessen bei Apex Clearing getrennt verwahrt. Reguliert wird der Broker durch SEC, FINRA und NFA.
Erhebt Tastytrade eine monatliche Gebühr?
Nein. Kontoführung und Depot sind kostenlos, auch Inaktivitätsgebühren gibt es nicht. Kosten entstehen nur beim Handel selbst und bei Auszahlungen per Auslandsüberweisung.
Wie hoch ist die Mindesteinlage bei Tastytrade?
Es gibt keine Mindesteinlage. Echtzeitkurse werden allerdings erst nach der ersten Einzahlung freigeschaltet. Je nach Kontotyp und Kapital können einzelne Handelsmöglichkeiten eingeschränkt sein.
Muss ich Gewinne bei Tastytrade selbst versteuern?
Ja. Als US-Broker führt Tastytrade keine deutsche Abgeltungsteuer ab. Du gibst Gewinne und Verluste selbst in der Anlage KAP deiner Steuererklärung an.
Gibt es bei Tastytrade ein Demokonto?
Nein, Tastytrade bietet weder ein Demokonto noch Papertrading an. Es gibt lediglich ein Backtesting-Werkzeug samt Lookback-Funktion für historische Daten. Zum risikofreien Üben in Echtzeit brauchst du eine Alternative bei einem anderen Anbieter.
Über den Autor: Christian Möhrer
Christian Möhrer ist technischer Analyst und Options-Trader im Team von Kagels Trading. Er verantwortet neben den regelmäßigen Kursprognosen für Rohstoffe, Indizes und Devisen auch den Optionsbereich der Seite.
Als Options-Trader seit 2014 verbindet Christian klassische Chartanalyse mit einem zahlenorientierten, nüchternen Blick auf die Märkte. Neben seinen täglichen Analysen betreibt er einen Videokurs zum Optionshandel und stellt Handelssignale bereit.
Die Screenshots und Praxiseindrücke in diesem Erfahrungsbericht stammen aus Christians eigenem Handel über die Tastytrade-Plattform. Orderrouting, Support-Reaktionszeiten sowie Ein- und Auszahlungen hat er selbst getestet und hält den Bericht seit 2020 aktuell.
Dieser Artikel wurde von Karsten Kagels final geprüft.


























