Echte Futures galten lange als Spielfeld der Profis. Zu groß die Kontrakte, zu hoch die Margin, zu teuer für ein normales Trading-Konto. Genau das hat sich geändert. Mit den Micro Futures hat die Terminbörse ein Produkt geschaffen, das den börslichen Terminhandel auch für kleine Konten öffnet. Wer bisher nur CFDs gehandelt hat, bekommt damit eine echte Alternative an die Hand.
In diesem Artikel zeige ich dir, was Micro Futures genau sind, welche Kontraktfamilien es inzwischen gibt, worin sie sich vom CFD-Trading unterscheiden und welche Broker sie zu welchen Kosten anbieten. Mein Ziel ist eine ehrliche Einordnung, kein Werbetext: Micro Futures haben klare Stärken, aber auch Grenzen. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Micro Futures erklärt in
30 Sekunden
- Micro Futures sind verkleinerte Standard-Futures. Sie bilden meist ein Zehntel der normalen Kontraktgröße ab und machen den börslichen Terminhandel für eine breite Anlegerschicht zugänglich.
- Es gibt sie längst nicht mehr nur auf Aktienindizes. Inzwischen decken Micro-Kontrakte Indizes, Edelmetalle, Energie, Krypto, Devisen und Anleiherenditen ab.
- Die Margin ist niedrig. Beim Micro E-mini S&P 500 (MES) reichen je nach Broker schon rund 40 bis 50 Dollar Intraday-Einschuss für eine Position.
- Sie laufen börsengehandelt. Micro Futures werden an regulierten Börsen wie der CME gehandelt, mit zentraler Verrechnung statt Emittenten-Risiko.
- Sie sind die naheliegende CFD-Alternative. Geringer Tickwert, transparente Preise und volle Skalierbarkeit machen sie zur ernsten Konkurrenz für den CFD-Handel.
Was sind Micro Futures?
Ein Micro Future ist ein börsengehandelter Terminkontrakt, der einen Bruchteil eines Standard-Futures abbildet, meist ein Zehntel der Kontraktgröße. Dadurch sinken Einschuss und Tickwert so weit, dass auch private Trader mit kleinem Konto echte Futures handeln können.
Die Marktlage im großen NG-Kontrakt fasst unsere Natural-Gas-Kursprognose zusammen.
Wer hierzulande Aktienindizes wie den Dax, S&P 500, Dow Jones oder Nasdaq über CFDs statt direkt über Futures handelt, will vor allem von der guten Skalierbarkeit und den niedrigen Margins profitieren. In den USA ist das anders, denn dort sind CFDs schlicht verboten. Um den Futures-Handel trotzdem publikumsfähig zu machen, hat die Chicago Mercantile Exchange (CME) am 6. Mai 2019 die ersten Micro E-mini Futures auf vier US-Indizes eingeführt. Die Frage für dich als Trader in Europa: Lohnt sich das auch hier als Alternative zum CFD-Trading?
Warum die ersten Micro-Kontrakte ein Befreiungsschlag waren
Bei den meisten Brokern werden die echten US-Index-Futures auf S&P 500, Dow Jones Index und Nasdaq 100 gar nicht erst zum Handel angeboten. Margin und Punktwerte sind für kleine Konten viel zu hoch. Deshalb griffen private Trader bisher eher zu Mini-Futures, ähnlich wie die Eurex seit Oktober 2015 den Mini-Dax anbietet.
Doch selbst diese Mini-Futures verlangen oft eine „Maintenance Margin” jenseits der 6.000-Dollar-Grenze. Nimmst du den US-Anbieter AMP Futures als Referenz, sind es beim Dow Jones rund 5.900 Dollar (im Daytrading 500 Dollar), beim S&P 500 etwa 6.300 Dollar und im Nasdaq satte 7.600 Dollar. Deutsche Banken liegen meist noch darüber. Der Grund ist das starke Wachstum der Indizes über zwei Jahrzehnte. Am S&P siehst du es deutlich: Der ursprüngliche Kontrakt hat einen Multiplikator von 250, der E-Mini noch 50. Für den privaten Trader kaum handelbar.
Die Öffnung für den Retail-Markt
Um das zu ändern, hat die CME sozusagen einen Mini vom Mini entwickelt, den Micro-E-mini-Future. In den USA heißen diese Kontrakte gern „Mom & Pops”-Futures, weil die wichtigsten Indizes nun praktisch für jeden handelbar sind. Die Spezifikationen wurden auf ein Zehntel reduziert. Damit sinkt nicht nur die Margin auf 10 % dessen, was der E-Mini verlangt, sondern auch der Tickwert. Im S&P liegt er bei 1,25 Dollar je 0,25 Punkten, der Punktwert bei nur noch 5,00 Dollar. So lässt sich der Handel auch mit kleinem Konto sauber skalieren. Mit einer Intraday-Margin von rund 40 Dollar für den MES wird daraus eine ernste Alternative zum CFD-Trading. Die Unterschiede im Detail folgen weiter unten.
Lesetipp: Alles über Futures erfahren
Diese 10 Chartmuster entscheiden über Gewinn oder Verlust
Kompakt erklärt, mit Praxisbeispielen und klaren Einstiegssignalen. kostenlos als PDF.

Diese 10 Chartmuster entscheiden über Gewinn oder Verlust

Wir achten den Datenschutz. Austragung problemlos möglich.
Welche Micro Futures gibt es? Die Kontraktfamilien im Überblick
Der Start 2019 war reine Aktienindex-Sache. Inzwischen ist daraus ein ganzes Segment geworden. Die CME hat das Micro-Prinzip auf fast alle großen Anlageklassen übertragen. Wer heute „Micro Futures” sagt, meint also viel mehr als nur den S&P. Hier die wichtigsten Familien.
Micro-Futures gibt es heute auf Aktienindizes, Edelmetalle, Energie, Kryptowährungen, Devisen und Anleiherenditen. Allen gemeinsam ist, dass sie einen Bruchteil des jeweiligen Standard-Kontrakts abbilden.
- Index-Micros (MES, MNQ, MYM, M2K): die vier US-Aktienindizes S&P 500, Nasdaq 100, Dow Jones und Russell 2000. Das ist die Familie, mit der alles begann, und bis heute die liquideste. Die kompletten Specs zum S&P-Kontrakt findest du auf unserer Detailseite zum Micro E-mini S&P 500 (MES). Das Technologie-Pendant haben wir ebenso im Detail zerlegt: der Micro E-Mini Nasdaq-100 (MNQ).
- Metall-Micros (MGC, SIL): Der Micro Gold (MGC) umfasst 10 Feinunzen, der Micro Silver (SIL) 1.000 Unzen. Beide bilden einen kleinen Bruchteil der großen Metallkontrakte ab und eignen sich für feinere Positionsgrößen am Goldmarkt.
- Energie-Micros (MCL): Der Micro WTI Crude Oil (MCL) hat eine Kontraktgröße von 100 Barrel, ein Zehntel des Standard-Ölkontrakts. Ein Tick von 0,01 Dollar je Barrel entspricht einem Dollar pro Kontrakt.
- Krypto-Micros (MBT, MET): Der Micro Bitcoin (MBT) steht für 0,1 Bitcoin, der Micro Ether (MET) für 0,1 Ether. Damit lässt sich Krypto-Risiko sehr fein dosieren, eine Alternative zum Kryptohandel mit Hebelprodukten.
- FX-Micros (z. B. M6E): Auf die großen Währungspaare wie EUR/USD gibt es Micro-Devisenfutures, die rund ein Zehntel der Standard-FX-Kontrakte abbilden.
- Zins-Micros (Micro Treasury Yield): Diese Kontrakte bilden direkt die Rendite von US-Staatsanleihen über vier Laufzeiten ab, jeder Basispunkt ist 10 Dollar wert.
Die wichtigsten Micro-Kontrakte mit ihren Tick-Werten habe ich dir hier zusammengestellt. Der Tickwert zeigt, wie viel eine minimale Kursbewegung pro Kontrakt wert ist, also dein kleinstmöglicher Gewinn oder Verlust je Tick. Auffällig für dich als Trader in der DACH-Region: Es gibt sie inzwischen auch auf den DAX und den EURO STOXX 50.
| Micro-Kontrakt (Symbol) | Tick | Tickwert |
|---|---|---|
| Micro E-mini S&P 500 (MES) | 0,25 Punkte | 1,25 $ |
| Micro E-mini Nasdaq 100 (MNQ) | 0,25 Punkte | 0,50 $ |
| Micro E-mini Dow Jones (MYM) | 1 Punkt | 0,50 $ |
| Micro E-mini Russell 2000 (M2K) | 0,10 Punkte | 0,50 $ |
| Micro-DAX (FDXS, Eurex) | 1 Punkt | 1,00 € |
| Micro EURO STOXX 50 (FSXE, Eurex) | 0,5 Punkte | 0,50 € |
| Micro Gold (MGC) | 0,10 $/Unze | 1,00 $ |
| Micro Silver (SIL) | 0,001 $/Unze | 1,00 $ |
| Micro Copper (MHG) | 0,0005 $/lb | 1,25 $ |
| Micro WTI Crude Oil (MCL) | 0,01 $/Barrel | 1,00 $ |
| Micro Henry Hub Natural Gas (MHNG) | 0,001 $/mmBtu | 1,00 $ |
| Micro Bitcoin (MBT) | 5 $/BTC | 0,50 $ |
| Micro Ether (MET) | 0,50 $/ETH | 0,05 $ |
| Micro EUR/USD (M6E) | 0,0001 | 1,25 $ |

Auf die unterschiedlichen Margin-Anforderungen gehe ich wegen einiger Besonderheiten weiter unten ein.
„Russell 2000″: hier wenig beachtet, aber wichtig
Während die ersten drei Indizes bekannt sein dürften, verdient der oft übersehene Russell 2000 Beachtung. Er leitet sich aus dem Russell 3000 ab, der die 3000 US-Aktien mit der höchsten Marktkapitalisierung enthält und rund 98 % des US-Aktienmarkts abdeckt. Der Russell 2000 bündelt daraus die 2000 kleinsten Unternehmen und gilt als wichtiger Gradmesser für US-Nebenwerte. Daneben gibt es den Russell 1000 mit den 1000 größten Titeln, ein Konkurrenzprodukt zum S&P 500.
Micro vs. Mini Futures: Wo liegt der Unterschied?
Bevor es die Micros gab, waren die Mini Futures die kleine Variante für Privatanleger. Beide existieren bis heute parallel, und die Verwechslung ist häufig. Der Unterschied steckt allein in der Kontraktgröße.
Mini Futures und Micro Futures unterscheiden sich nur in der Kontraktgröße: Der Mini Future ist der mittelgroße Kontrakt, der Micro Future die noch kleinere Variante davon. Bei den US-Aktienindizes entspricht ein Micro genau einem Zehntel des E-mini.
Der E-mini kam 1997 auf den Markt, der Micro erst 2019. Bei den US-Indizes ist das Verhältnis sauber 1:10, ein Micro ist also ein Zehntel des E-mini. Nicht jede Familie teilt sich aber in Zehnteln: Beim DAX staffelt die Eurex in Fünfteln, vom großen Kontrakt (25 Euro je Punkt) über den Mini-DAX (5 Euro) bis zum Micro-DAX (1 Euro). Ein Blick auf die Punktwerte macht es klar.
| Index | Mini (Punktwert) | Micro (Punktwert) |
|---|---|---|
| S&P 500 | E-mini (ES): 50 $ | Micro (MES): 5 $ |
| Nasdaq 100 | E-mini (NQ): 20 $ | Micro (MNQ): 2 $ |
| Dow Jones | E-mini (YM): 5 $ | Micro (MYM): 0,50 $ |
| DAX | Mini-DAX (FDXM): 5 € | Micro-DAX (FDXS): 1 € |
Welcher Kontrakt für dich passt, hängt am Kontostand und an der gewünschten Feinsteuerung. Der Micro ist die erste Wahl für kleine Konten und feines Skalieren, weil du dein Risiko in sehr kleinen Schritten dosierst. Wächst deine Position, wird der Mini effizienter: Zehn Micro-Kontrakte entsprechen am US-Index genau einem E-mini, kosten aber mehr Kommission als der eine größere Kontrakt. Wer regelmäßig mit mehreren Kontrakten handelt, fährt mit dem Mini also oft günstiger.
Micro Futures vs. CFD: der ehrliche Vergleich
Genau hier liegt für die meisten der Reiz: Ist der Micro Future die bessere Wahl als der CFD? Beide ähneln sich auf den ersten Blick, doch der Unterschied steckt in der Handelsumgebung.
Der zentrale Unterschied zwischen Micro Future und CFD ist die Handelsumgebung: Ein Micro Future läuft börsengehandelt über die CME mit zentraler Verrechnung, ein CFD ist ein außerbörsliches Geschäft direkt mit dem Broker als Gegenpartei.
Beim Future kennst du deinen Kontrahenten nicht, und das ist gut so. Du handelst gegen den Markt, nicht gegen deinen Broker. Beim CFD ist der Anbieter oft selbst die Gegenpartei und im schlimmsten Fall Market-Maker, dessen Interesse deinem entgegensteht. Hinzu kommt die Regulierung: Für CFDs hat die ESMA den Hebel für Privatkunden stark begrenzt, und die BaFin hat eine Nachschusspflicht für Privatanleger faktisch untersagt. Beim Future-Handel über einen US-Broker gelten diese Grenzen nicht, was Chance und Risiko zugleich bedeutet.
Wo der Micro Future punktet und wo nicht, fasse ich kurz zusammen. Diese Vorteile sprechen für den Micro Future:
- Transparente Börsenpreise: ein zentraler Markt statt eines vom Emittenten gestellten Kurses.
- Kein Spread-Aufschlag des Brokers: du zahlst eine klare Kommission statt eines breiten CFD-Spreads.
- Volle Skalierbarkeit: durch den geringen Tickwert lässt sich das Risiko fein steuern.
- Keine Finanzierungskosten über Nacht wie bei vielen CFDs, dafür ein fester Verfallstermin.
Diese Punkte sprechen dagegen:
- Feste Kontraktgrößen: kleiner als ein Standard-Future, aber unflexibler als ein CFD, der jede Stückelung erlaubt.
- Verfallstermine und Rollen: Futures laufen aus und müssen aktiv gerollt werden, mehr Aufwand als beim CFD.
- Höhere Einstiegshürde: echte Marktdaten und ein Futures-fähiges Derivate-Depot sind nötig.
Welche Broker bieten Micro Futures an?
Es spricht einiges dafür, Micro Futures bei einem deutschen Broker zu handeln: deutschsprachiger Support, Kontrolle durch die BaFin und die einfachere steuerliche Behandlung über die Abgeltungssteuer. Doch es gibt auch Gegenargumente. Bei Brokern außerhalb der EU kann die eigene Versteuerung sogar von Vorteil sein, wenn du dich damit auskennst. Entscheidend sind am Ende meist die Handelskosten und die Margin-Anforderungen.
Neben klassischen Brokern gibt es die Prop-Konten von Take Profit Trader, bei denen du bis zu 150 Micro-Kontrakte mit Firmenkapital handelst.
Deutsche Future-Broker im Vergleich
Mittlerweile bieten mehrere deutsche Future-Broker Micro Futures an. Ein Blick auf die Konditionen lohnt sich vorab. Ich habe dazu mehrere Broker angeschrieben. Geantwortet haben WH SelfInvest, Lynx, Sino und Captrader. Nur Captrader hat klar gesagt, dass sich die genannten Kosten auf Halfturns beziehen.
Lynx verlangt 4,00 Euro je Kontrakt und ist damit der teuerste im Vergleich. Günstiger ist die Sino AG mit 2,60 Euro je CME-Kontrakt. Sino richtet sich allerdings an Heavy Trader. Die Mindesteinzahlung liegt bei 25.000 Euro, der Preis gilt für 1 bis 800 Kontrakte pro Monat. Ab dem 801. Kontrakt sinken die Kosten auf 1,60 Euro.
Micro Futures gehen noch günstiger
Am günstigsten ist in Deutschland bisher Captrader, ein Introducing Broker von Interactive Brokers in Großbritannien. Der Sitz ist in Deutschland, das Konto läuft auf der Insel. Die Kosten je Kontrakt liegen bei niedrigen 1,25 Euro. Captrader macht als einziger direkt auf der Website Angaben zur Margin und kommt über eine einfache Formel etwa auf 391 Dollar für den Dow Jones Micro. Zu den Kosten von WH SelfInvest lagen bei Erstellung keine Angaben vor, die Micro Futures sind dort aber nach Freischaltung handelbar.
Unsere Erfahrungen mit Tastytrade zeigen, warum der US-Broker bei Micro-Futures-Tradern beliebt ist.
Das sind die wichtigsten Daytrading Regeln!
Hole dir jetzt das kostenlose E-Book und lerne, worauf es wirklich ankommt.

Wir achten den Datenschutz. Austragung problemlos möglich.
Das sind die wichtigsten Daytrading Regeln!

Wir achten den Datenschutz. Austragung problemlos möglich.
Micro Futures außerhalb Deutschlands handeln
Ein Vergleich mit Brokern außerhalb Deutschlands zeigt, warum sich der Handel dort trotz aller Abwägungen oft lohnt. Als Referenz nehme ich AMP Futures. Der Broker kommt aus den USA, hat für das Europa-Geschäft aber zusätzlich einen Sitz in Zypern.
AMP bietet derzeit folgende Margins für die vier Index-Micros:
- S&P 500 (MES): 40,00 Dollar Intraday, Maintenance Margin laut CME 600,00 Dollar.
- Nasdaq 100 (MNQ): 50,00 Dollar Intraday, Maintenance Margin 760,00 Dollar.
- Dow (MYM): 50,00 Dollar Intraday, Maintenance Margin 590,00 Dollar.
- Russell 2000 (M2K): 25,00 Dollar Intraday, Maintenance Margin 355,00 Dollar.
Die Handelskosten beim Future-Trading schonen das Konto
Diese geringen Margins von AMP sind aus meiner Sicht bislang unschlagbar. Dazu kommen sehr günstige Kommissionen. Mit 0,62 Dollar je Halfturn und damit nur 1,24 Dollar für die komplette Roundturn wird der Handel enorm preiswert. So lässt sich selbst mit kleinem Konto intraday gut handeln. Für Overnight-Positionen musst du die höhere Maintenance Margin einplanen. Bei allen Brokern, deutschen wie ausländischen, können zusätzlich Kosten für Realtime-Kurse anfallen, vor allem für Level-2-Daten. Je nach Umsatz werden sie aber oft verrechnet.
Mein Fazit zu Micro Futures
Aus meiner Sicht ist der CME mit den Micro Futures ein ganz großer Wurf gelungen. Was als Familie von vier Index-Kontrakten begann, ist heute ein komplettes Segment über Metalle, Energie, Krypto, Devisen und Zinsen. Anders als beim Mini-Dax der Eurex, dem es zeitweise an Liquidität fehlte, muss sich die CME darüber keine Sorgen machen.
Die Anforderungen an Margin und Kommission sind so niedrig, dass selbst kleine Retail-Konten vom echten Future-Handel profitieren. Bei deutschen Brokern liegen die Kosten in etwa auf CFD-Niveau, manchmal leicht darüber. Dafür handelst du ein transparentes, börsengehandeltes Produkt und nicht das eines CFD-Emittenten, der im Zweifel Market-Maker ist.
Auch fürs Risikomanagement sind Micro Futures vorteilhaft. Der geringe Tickwert erlaubt eine sinnvolle Skalierung, ohne kleine Konten zu überfordern. Greifst du auf einen Nicht-EU-Broker wie AMP zurück, ist der Handel nicht nur deutlich günstiger als per CFD. Die Margins liegen auch klar unter dem, was die ESMA-Regeln für CFDs zulassen. Für mich sind Micro Futures damit eine echte Alternative zum CFD-Trading, selbst wenn du bisher nur Micro-CFDs gehandelt hast.
13 Trading-Indikatoren, die du kennen musst

Wir achten den Datenschutz. Austragung problemlos möglich.
Das sind die wichtigsten Indikatoren für erfolgreiche Trader!
Hole dir jetzt das kostenlose E-Book und lerne, worauf es wirklich ankommt.

Wir achten den Datenschutz. Austragung problemlos möglich.
Häufige Fragen zu Micro Futures
Was sind Micro-Futures?
Micro Futures sind verkleinerte Versionen von Standard-Futures-Kontrakten. Sie bilden meist ein Zehntel der Kontraktgröße ab und machen den börslichen Terminhandel für eine breitere Anlegerschicht zugänglich.
Welche Micro Futures gibt es?
Es gibt Micro-Kontrakte auf mehrere Anlageklassen: Aktienindizes (MES, MNQ, MYM, M2K), Edelmetalle (Micro Gold, Micro Silver), Energie (Micro WTI Crude), Krypto (Micro Bitcoin, Micro Ether), Devisen sowie Anleiherenditen.
Wie unterscheiden sich Micro Futures von einem CFD?
Der Micro Future ist börsengehandelt, der CFD außerbörslich. Beim Future handelst du über die CME gegen den Markt, beim CFD oft gegen deinen Broker als Gegenpartei. Futures haben feste Verfallstermine, CFDs laufen unbegrenzt, kosten dafür aber Finanzierung über Nacht.
Für welche Anleger sind Micro Futures geeignet?
Sie passen für Trader mit kleinem oder mittlerem Konto, die echten Future-Handel statt CFDs wollen. Auch erfahrene Trader nutzen sie, um Positionen fein zu skalieren oder Portfolios abzusichern.
Wie hoch ist die Margin bei Micro Futures?
Die Margin ist sehr niedrig. Beim Micro E-mini S&P 500 reichen je nach Broker rund 40 Dollar Intraday. Für Overnight-Positionen gilt die höhere Maintenance Margin der CME.
Wo werden Micro Futures gehandelt?
An regulierten Börsen, vor allem an der CME. Sie unterliegen denselben Regeln wie Standard-Futures und werden zentral verrechnet.
Welche Risiken haben Micro Futures?
Futures bergen ein hohes Risiko durch den Hebel. Du kannst dein eingesetztes Kapital verlieren und solltest nur Geld einsetzen, dessen Verlust du verkraftest. Über einen Nicht-EU-Broker entfällt zudem der ESMA-Schutz vor Nachschusspflicht.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und handelt seit 1978 diskretionär nach Price Action. Seine Schwerpunkte sind Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte, also genau die Märkte, auf die es heute Micro-Kontrakte gibt.
Als Übersetzer der Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter und langjähriger Repräsentant von Joe Ross in Deutschland hat er die Entwicklung des Terminhandels über Jahrzehnte aus erster Hand begleitet. Sein Blick auf neue Produkte ist der eines Praktikers, der Chancen und Kosten nüchtern gegeneinander abwägt.
Für diesen Artikel hat Karsten die Konditionen mehrerer Future-Broker direkt angefragt und die Micro Futures aus Sicht des aktiven Traders eingeordnet. Sein Fazit fällt positiv aus, benennt aber klar die Grenzen gegenüber dem CFD-Handel.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.




