Ein Trading-Journal ist die billigste Form der Selbstkontrolle, die ein Trader haben kann. Es zeichnet nicht nur auf, was du gehandelt hast, sondern auch, wann du von deinen Regeln abweichst und was dich das kostet. Genau dort setzt Edgewonk an: Die Software wertet deine Trades automatisch aus und rechnet dir vor, welche Gewohnheit dir Geld nimmt.
Dieser Testbericht sagt dir, was das Journal leistet und wo es an Grenzen stößt. Du erfährst, welche Auswertungen du bekommst, wie der Import von deinem Broker läuft, was das Programm kostet und wie es sich gegen die bekannten Alternativen schlägt. Wir haben alle Angaben am 31. August 2026 direkt beim Anbieter geprüft. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Edgewonk Trading Journal: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Was es ist: Ein webbasiertes Trading-Journal, das deine Trades importiert und automatisch nach Stärken und Schwächen durchsucht.
- Wer dahintersteht: Die Quantum Trade Solutions GmbH aus Offenbach, geführt von Rolf Schlotmann und Moritz Czubatinski. Edgewonk ist damit ein deutsches Produkt, die Server stehen in Deutschland.
- Was es kostet: Aktuell 197 Dollar für 16 Monate (Aktion: 16 Monate zum Preis von 12), danach laufend alle 16 Monate. Es gibt keine Testphase, aber 14 Tage Geld-zurück-Garantie.
- Für wen es passt: Für Trader, die genug Trades zusammenhaben. Die Auswertungen brauchen Datenmenge, sonst bleiben sie stumm.
- Der größte Schwachpunkt: Es gibt keine native App und die Oberfläche ist ausschließlich englisch. Nur der Einführungskurs liegt auf Deutsch vor.
Was ist Edgewonk?
Edgewonk ist ein webbasiertes Trading-Journal, das importierte Trades automatisch auswertet und dem Trader zeigt, welche Gewohnheiten seine Ergebnisse verbessern und welche sie kosten.
Der Unterschied zu einer Excel-Tabelle liegt in der Auswertung. Eine Tabelle speichert, was du einträgst. Edgewonk rechnet daraus Kennzahlen wie Trefferquote, Erwartungswert und maximalen Drawdown und stellt sie gegen einzelne Merkmale deiner Trades: gegen die Uhrzeit, den Wochentag, das gehandelte Instrument oder das Setup. Damit beantwortet es die Frage, die eine Tabelle offenlässt: Woran genau liegt es? Wie sich das gegen den bekanntesten Wettbewerber schlägt, steht in unserem Test von Tradervue.

Seit Februar 2024 läuft Edgewonk vollständig im Browser. Mit dem Wechsel auf Edgewonk 3 ist die frühere Desktop-Installation entfallen. Die Daten liegen seither auf Servern in Deutschland, und der Anbieter hat die Plattform nach eigenen Angaben einem Penetrationstest unterzogen. Für Trader im DACH-Raum ist das ein Punkt, den die US-Konkurrenz so nicht bieten kann.

Ursprünge und Gründung
Hinter Edgewonk stehen zwei bekannte Namen der deutschen Trading-Szene. Rolf Schlotmann und Moritz Czubatinski betreiben seit über zehn Jahren Tradeciety, eine Plattform für Trading-Ausbildung. Ihr YouTube-Kanal hat inzwischen rund 635.000 Abonnenten, der eigene Kanal von Edgewonk kommt auf rund 12.600. Die Reichweite erklärt, warum das Journal im deutschsprachigen Raum bekannter ist als manche größere US-Lösung.
Betreiberin ist eine deutsche Gesellschaft. Im Impressum steht die Quantum Trade Solutions GmbH, Berliner Straße 300b in 63065 Offenbach, eingetragen beim Amtsgericht Offenbach am Main unter HRB 48296. Als Geschäftsführer sind Rolf Schlotmann und Moritz Czubatinski eingetragen. Wer wissen will, an wen er sich im Streitfall wendet, hat damit eine Adresse im Inland und deutsches Recht auf seiner Seite.
Eine Einordnung gehört dazu: Die Gründer verkaufen über Tradeciety auch Ausbildungsprodukte. Edgewonk ist damit kein neutrales Werkzeug eines reinen Software-Hauses, sondern Teil eines größeren Angebots. Das ist kein Vorwurf, sondern eine Information, die du bei den Empfehlungen innerhalb der Software mitdenken solltest. Wie wir solche Anbieter bewerten, zeigt auch unser Test zur Trading-Ausbildung von Tradeciety.
Hauptfunktionen von Edgewonk: Ein detaillierter Überblick
Der Anbieter hat die Funktionen inzwischen in drei Bereiche gebündelt. Früher standen die Werkzeuge einzeln nebeneinander, heute heißen sie Chart Lab, Edge Finder und Psychology Lab. Dazu kommt das Strategy Lab mit Simulator und Backtester. Wir gehen die Bereiche der Reihe nach durch.
Chart Lab und Trade Analytics
Das Chart Lab ist die Auswertungszentrale. Es zerlegt deine Handelshistorie in Berichte und Grafiken und lässt dich frei filtern: nach Instrument, Setup, Richtung, Haltedauer, Wochentag oder Uhrzeit. Seit Juli 2026 lassen sich die Kennzahlen in den Charts aufklappen und das Startdashboard frei zusammenstellen. Wer wissen will, ob seine Verluste an einer bestimmten Tageszeit hängen, bekommt hier in wenigen Klicks eine Antwort.
Edge Finder
Der Edge Finder nimmt dir die Suche nach dem Muster ab. Statt selbst zu filtern, lässt du die Software das Journal automatisch durchsuchen. Sie meldet, wo deine Stärken liegen, wo die größten Verlustquellen sitzen und welche Stellschraube am meisten bringt. Das ist die Funktion, die den Unterschied zu einer selbstgebauten Tabelle am deutlichsten macht.
Psychology Lab und Emotions-Tagging
Das Psychology Lab behandelt den Teil, den die meisten Journale auslassen. Du kannst zu jedem Trade deinen emotionalen Zustand festhalten und ein Tagebuch führen, samt Screenshots. Die Software rechnet anschließend aus, was dich Ungeduld oder Rachehandel tatsächlich kosten. Dazu kommen Session Report Cards, die den einzelnen Handelstag bewerten, und Checklisten, mit denen du misst, wie oft du dich an deine eigenen Regeln hältst. Wer an diesem Punkt weiterlesen will, findet Anregungen in unserer Auswahl an Büchern zur Trading-Psychologie.
Strategy Lab: Simulator und Backtester
Der Simulator rechnet deine eigenen Kennzahlen in die Zukunft. Du gibst eine Zahl von Simulationsläufen und Trades vor, und die Software spielt auf Basis deiner tatsächlichen Trefferquote und deines Chance-Risiko-Verhältnisses mögliche Verläufe durch. Das Ergebnis zeigt dir vor allem eines: wie lang deine längste Verlustserie realistisch werden kann. Das ist eine unbequeme, aber nützliche Zahl.

Der Backtester bleibt dagegen ein Basiswerkzeug. Du legst Ein- und Ausstiegsregeln fest, wählst Markt und Zeitrahmen und vergleichst die Ergebnisse. Für einen groben Vergleich zweier Ansätze reicht das. Wer tick-genau testen oder einen Chartverlauf nachspielen will, ist mit spezialisierter Software besser bedient. Wir haben die Möglichkeiten in unserem Beitrag zu Backtesting-Software und bei den Daytrading-Simulatoren gegenübergestellt.

Weitere Funktionen
- Verpasste Trades: Auch Gelegenheiten, die du nicht genommen hast, lassen sich dokumentieren. Oft ist das die aufschlussreichere Hälfte.
- Chartbook: Eine visuelle Ablage deiner Handelshistorie, seit Juli 2026 mit interaktiven Kerzencharts direkt im Trade-Editor.
- Berichte: Wöchentliche und monatliche Auswertungen laufen automatisch und zeigen langfristige Trends statt Tagesrauschen.
- Meilensteine: Ziele, die du abhaken kannst. Ein spielerisches Element, das vor allem am Anfang beim Dranbleiben hilft.
- Papierkorb und Layouts: Seit August 2026 lassen sich Journale 30 Tage lang wiederherstellen und die Ansicht frei anordnen.

Der Anbieter entwickelt sichtbar weiter. Das öffentliche Changelog weist allein zwischen Juli und August 2026 fünf Aktualisierungen aus. Das ist ein brauchbares Signal: Eine Journal-Software, die stehenbleibt, verliert schnell den Anschluss an neue Broker-Schnittstellen.
Die Trades für den Backtester müssen erst einmal entstehen. Viele Trader sammeln sie im Backtest im TradingView-Chart und übertragen die Ergebnisse anschließend ins Journal.
Edgewonk auf Deutsch: Was es gibt und was nicht
Die Frage nach der Sprache stellen viele Interessenten, und die Antwort ist zweigeteilt. Der Anbieter ist deutsch, das Produkt selbst aber englisch. Wir trennen deshalb sauber zwischen dem, was auf Deutsch vorliegt, und dem, was nicht.
Die Bedienoberfläche von Edgewonk ist ausschließlich auf Englisch verfügbar, während der Einführungskurs des Anbieters vollständig auf Deutsch vorliegt.
- Oberfläche: Englisch. Menüpunkte wie Chart Lab, Trade Analytics oder Equity Graph sind nicht übersetzt. Das belegen auch unsere eigenen Screenshots in diesem Artikel.
- Journaling-Kurs: Deutsch. Der Einführungskurs umfasst elf Videoabschnitte vom ersten Trade bis zur Auswertung. Der Anbieter weist offen aus, dass die Videos mit KI übersetzt und manuell korrigiert wurden.
- Support: Läuft über ein englischsprachiges Kontaktformular. Da die Gründer deutschsprachig sind, kommen Antworten auf Deutsch in der Praxis vor, zugesichert ist es nicht.
- Währung: Das Journal rechnet in der Währung deines Kontos, also auch in Euro. Der Kaufpreis selbst wird in Dollar abgerechnet.
Für die meisten Nutzer ist das verschmerzbar. Die Fachbegriffe eines Journals sind ohnehin englisch, und wer Winrate und Drawdown kennt, findet sich zurecht. Wer eine durchgehend deutsche Oberfläche braucht, sollte den Punkt aber vor dem Kauf beachten, denn eine Testphase zum Ausprobieren gibt es nicht.
Unterstützte Märkte und Broker-Kompatibilität von Edgewonk
Edgewonk deckt alle gängigen Anlageklassen ab. Laut Anbieter lassen sich folgende Märkte journalisieren, wobei Optionen inzwischen dazugehören und in älteren Testberichten häufig noch als fehlend geführt werden:
- Forex: Währungspaare, der historische Schwerpunkt der Software.
- Aktien und Indizes: Einzelwerte und Indexprodukte.
- Futures und Rohstoffe: inklusive der üblichen Terminkontrakte.
- Optionen: seit dem Ausbau der Importliste ausdrücklich unterstützt.
- CFDs und Spread Betting: auch für britische Broker.
- Kryptowährungen: über Börsen wie ByBit, Phemex oder Coinbase.
Plattform-Import und Auto-Sync
Der Import ist die Stelle, an der ein Journal steht oder fällt. Edgewonk unterstützt nach eigener Broker-Liste über 100 Broker und Plattformen. Direkt angebunden sind unter anderem Interactive Brokers, TradeStation, NinjaTrader, Quantower, Sierra Chart, Tradovate, CQG, ATAS, MotiveWave, cTrader, Oanda, Saxo Bank und tastytrade.
Die automatische Synchronisation ist seit 2026 deutlich besser geworden. Für MetaTrader 4 und MetaTrader 5 gibt es eine Auto-Sync-Anbindung, die seit dem 5. August 2026 über einen Expert Advisor läuft und damit ohne den früheren FTP-Umweg auskommt. Sie funktioniert nach Anbieterangaben mit allen MT4- und MT5-Brokern, auch mit denen von Prop-Firmen. Ältere Testberichte, die Edgewonk eine fehlende Auto-Sync-Funktion vorwerfen, sind an diesem Punkt überholt. Welche Anbieter die Plattform stellen, zeigt unsere Übersicht der MetaTrader-5-Broker.
Ein Detail der Liste verdient einen Hinweis. Der Anbieter führt weiterhin TD Ameritrade und Think or Swim als Importquellen. Beide Marken sind inzwischen in Charles Schwab aufgegangen, das ebenfalls in der Liste steht. Wer dort ein Konto hat, wählt den Schwab-Import. Fehlt deine Plattform ganz, bleibt der Weg über eine Excel-Vorlage oder die manuelle Eingabe.
Konten von Prop-Firmen
Für Prop-Trader ist Edgewonk brauchbar geworden. Die Importliste führt ausdrücklich Konten von Prop-Firmen, darunter FTMO, FundedNext, Funding Pips, E8 Funding, The 5%ers, Alpha Capital, Bright Funded und Topstep X. Innerhalb eines Zugangs lassen sich beliebig viele Broker- und Prop-Konten parallel führen.
Das löst ein praktisches Problem. Wer mehrere Challenges gleichzeitig laufen hat, verliert schnell den Überblick, welches Konto welche Regel reißt. Getrennte Journale mit einer gemeinsamen Auswertung darüber beantworten die Frage, ob ein Verlust am Setup lag oder an den Vorgaben der Prop-Firma. Genau das ist die Stärke der Software.
Preise und Zugangsmöglichkeiten bei Edgewonk
Edgewonk verkauft nur ein einziges Paket. Es gibt keine Stufen, keine Basis- und keine Pro-Version. Wer zahlt, bekommt den vollen Funktionsumfang. Das Preismodell hat sich 2026 allerdings geändert, weshalb ältere Angaben im Netz nicht mehr stimmen.
| Was | Aktueller Stand (31.08.2026) |
|---|---|
| Preis | $197 für 16 Monate |
| Aktion | 16 Monate zum Preis von 12, also 4 Monate gratis |
| Verlängerung | läuft alle 16 Monate weiter, Preis wird dauerhaft festgeschrieben |
| Mehrwertsteuer | kommt an der Kasse hinzu, in Deutschland 19 % |
| Kostenlose Testphase | nein |
| Geld-zurück-Garantie | 14 Tage, ohne Angabe von Gründen |
| Enthaltene Konten | unbegrenzt viele Broker- und Prop-Konten |
Umgerechnet ist der Zugang günstiger geworden. Früher kostete das Journal $169 für zwölf Monate, also rund $14 im Monat. Die aktuelle Aktion kommt auf rund $12 im Monat. Der Einmalbetrag ist höher, die Laufzeit dafür länger. Wer nur kurz hineinschauen will, zahlt also mehr vorab. Den tagesaktuellen Stand findest du auf der Preisseite des Anbieters.
Konditionen des Abonnements
Die fehlende Testphase ist der wunde Punkt. Du kannst die Software nicht ausprobieren, bevor du zahlst. Der Anbieter stellt dem die 14-tägige Geld-zurück-Garantie gegenüber und sichert eine Rückerstattung ohne Rückfragen zu. Praktisch heißt das: Du kaufst, importierst deine Trades und entscheidest innerhalb von zwei Wochen. Wer den Test ernst meint, sollte in dieser Zeit echte Handelsdaten einspielen und nicht nur klicken.
Kündigung und Zugang
Gekündigt wird zum Ende des bezahlten Zeitraums. Vor der automatischen Verlängerung informiert der Anbieter, sodass du reagieren kannst. Nach der Kündigung wird der Zugang deaktiviert. Wer seine Auswertungen behalten will, sollte sie vorher exportieren, denn ein Lesezugriff auf das alte Journal bleibt nicht bestehen.
Nutzererfahrungen und Bewertungen von Edgewonk
Die öffentliche Datenlage ist dünn, aber eindeutig. Auf Trustpilot steht Edgewonk am 31. August 2026 bei 4,7 von 5 Punkten aus 44 Bewertungen. 98 % davon vergeben fünf Sterne, 2 % einen. Die jüngste Bewertung stammt vom 27. Juli 2026, das Profil ist also aktiv.
Bei dieser Menge ist Vorsicht angebracht. 44 Bewertungen sind für eine Kaufentscheidung keine belastbare Stichprobe. Zum Vergleich: Größere Anbieter im selben Segment sammeln vierstellige Zahlen. Ein Schnitt von 4,7 sagt hier vor allem, dass es keine Häufung von Beschwerden gibt. Er sagt nicht, dass die Software für dich passt.
Inhaltlich wiederholen sich drei Punkte. Gelobt werden die Tiefe der Auswertungen, die Anpassbarkeit an eigene Setups und der Effekt, überhaupt erst zu sehen, welche Gewohnheit Geld kostet. Kritik betrifft fast immer denselben Punkt: den Aufwand der Dateneingabe, wenn der Broker nicht direkt angebunden ist. Wer einen Vergleich sucht, findet ihn in unserem Test von TraderSync und in der Übersicht zur Auswertung der eigenen Trading-Performance.
Edgewonk oder TradeZella? Die Alternativen im Vergleich
Edgewonk ist nicht das einzige Journal am Markt, und es ist nicht in jeder Disziplin das beste. Die drei häufigsten Alternativen unterscheiden sich vor allem in einem Punkt: wie viel Automatik sie bieten und wie viel Handarbeit sie verlangen.
| Journal | Einordnung gegenüber Edgewonk |
|---|---|
| Edgewonk | Tiefste Auswertung von Verhalten und Emotionen, deutscher Anbieter. Dafür ohne Testphase und nur auf Englisch. |
| TradeZella | Modernere Oberfläche und mehr Automatik, rechnet aber laufend im Abo ab und geht bei der Psychologie weniger tief. |
| TraderSync | Sehr breite Broker-Anbindung, verteilt die Funktionen aber auf mehrere Preisstufen. |
| Tradervue | Günstiger Einstieg und lange am Markt, bei der Auswertungstiefe aber schwächer. |
Der häufigste Vergleich ist der mit TradeZella. Beide zielen auf dieselbe Gruppe, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. TradeZella wirkt moderner und automatisierter, Edgewonk geht bei der Auswertung von Verhalten und Emotionen deutlich tiefer. Beim Preismodell unterscheiden sie sich ebenfalls: Bei Edgewonk zahlst du einmal für eine lange Laufzeit, TradeZella rechnet laufend ab. Die Details stehen in unserem Test zu TradeZella.
Wer gar nicht zahlen will, hat eine dritte Option. Ein Journal lässt sich auch selbst aufbauen, mit Tabellenkalkulation und Disziplin. Der Nachteil ist bekannt: Die Auswertung bleibt dann bei dem stehen, was du selbst programmierst, und die meisten hören nach ein paar Wochen auf. Welche Wege es gibt, haben wir im Überblick zum Trading Journal und Trading Tagebuch zusammengestellt. Weitere Werkzeuge rund um den Handelsplatz findest du in unserem Vergleich der Trading Software.
Vor- und Nachteile von Edgewonk
Die Bilanz fällt klar aus, hat aber zwei Bedingungen. Edgewonk lohnt sich, wenn du regelmäßig handelst und bereit bist, die Auswertungen auch zu lesen. Wer nur gelegentlich eine Position eingeht oder ein Werkzeug zum Ausprobieren sucht, wird mit dem Kaufmodell nicht glücklich.
Vorteile von Edgewonk
- Auswertungstiefe: Die Kennzahlen lassen sich gegen nahezu jedes Merkmal eines Trades stellen. Das ist der eigentliche Grund, ein solches Journal zu kaufen.
- Psychologie-Modul: Emotionen, Tagebuch und Regel-Checklisten sind fest eingebaut, nicht nachträglich angeflanscht.
- Deutscher Anbieter: Betreiberin ist eine GmbH mit Sitz in Offenbach, die Server stehen in Deutschland.
- Ein Paket ohne Stufen: Alle Funktionen sind enthalten. Es gibt keine Zusatzkosten für einzelne Auswertungen.
- Unbegrenzte Konten: Broker- und Prop-Konten lassen sich in beliebiger Zahl parallel führen.
- Aktive Entwicklung: Das öffentliche Changelog weist regelmäßige Aktualisierungen aus, zuletzt im August 2026.
Nachteile von Edgewonk
- Keine Testphase: Du musst kaufen, um die Software zu sehen. Nur die Geld-zurück-Garantie federt das ab.
- Nur auf Englisch: Die Oberfläche ist nicht übersetzt. Auf Deutsch liegt allein der Einführungskurs vor.
- Keine native App: Es gibt keine Anwendung für iPhone oder Android, nur den Browserzugriff.
- Backtester bleibt einfach: Für strukturierte Strategietests reicht der Funktionsumfang nicht aus.
- Braucht Datenmenge: Die Auswertungen werden erst ab einer größeren Zahl von Trades aussagekräftig.
- Dünne Bewertungslage: Mit 44 öffentlichen Bewertungen ist die externe Datenbasis klein.
Mein Fazit zu Edgewonk Trading-Journal Software
Edgewonk beantwortet eine Frage, die sich die meisten Trader nie sauber stellen. Nicht, ob der letzte Trade gut war, sondern welches Verhalten über hundert Trades hinweg Geld kostet. Genau dafür ist die Software gebaut, und darin ist sie stark. Der Edge Finder und das Psychologie-Modul liefern Aussagen, die eine selbstgebaute Tabelle nicht hergibt.
Zwei Dinge muss man aber wissen, bevor man kauft. Erstens: Es gibt keine Testphase. Du entscheidest auf Basis von Screenshots und Videos und hast danach zwei Wochen Zeit, es dir anders zu überlegen. Zweitens: Die Auswertungen brauchen Futter. Mit zwanzig Trades im Journal bleiben die Analysen ohne Aussage, und der Eindruck ist dann zwangsläufig enttäuschend.
Gegenüber der Konkurrenz punktet Edgewonk mit Herkunft und Tiefe. Ein deutscher Anbieter mit Servern im Inland ist in diesem Marktsegment die Ausnahme, und beim Blick auf das eigene Verhalten geht kaum ein anderes Journal so weit. Schwächer ist es beim Backtesting und bei der Bedienung für alle, die keine englischen Fachbegriffe mögen.
Meine Einschätzung: Für aktive Trader mit einem festen Handelsansatz ist Edgewonk eine lohnende Anschaffung, gerade weil das Preismodell auf lange Sicht rechnet. Wer noch sucht, wer unregelmäßig handelt oder wer ein Werkzeug zum Ausprobieren braucht, fährt mit einem Anbieter mit Testphase oder mit einem selbstgeführten Journal zunächst besser. Edgewonk direkt beim Anbieter ansehen.
Häufige Fragen zu Edgewonk
Was kostet Edgewonk?
Edgewonk kostet aktuell 197 Dollar für 16 Monate. Der Anbieter wirbt damit als Aktion „16 Monate zum Preis von 12“. Danach verlängert sich der Zugang alle 16 Monate zum festgeschriebenen Preis. Die Mehrwertsteuer kommt an der Kasse hinzu, in Deutschland 19 Prozent. Eine kostenlose Testphase gibt es nicht, dafür 14 Tage Geld-zurück-Garantie.
Gibt es Edgewonk auf Deutsch?
Nur teilweise. Die Bedienoberfläche von Edgewonk ist ausschließlich auf Englisch verfügbar. Auf Deutsch liegt der Einführungskurs des Anbieters vor, der in elf Videoabschnitten durch das Journal führt. Der Anbieter selbst ist deutsch: Betreiberin ist die Quantum Trade Solutions GmbH aus Offenbach, die Server stehen in Deutschland.
Kann ich Edgewonk kostenlos testen?
Nein. Edgewonk bietet keine kostenlose Testversion und kein eingeschränktes Gratis-Konto. Der Anbieter stellt dem eine 14-tägige Geld-zurück-Garantie gegenüber und sagt eine Rückerstattung ohne Angabe von Gründen zu. Wer die Software ernsthaft prüfen will, sollte in diesen zwei Wochen echte Handelsdaten importieren.
Gibt es eine App für Edgewonk?
Eine eigene App für iPhone oder Android gibt es nicht. Edgewonk läuft seit der Umstellung auf Edgewonk 3 im Februar 2024 vollständig im Browser und lässt sich damit auch auf Tablet und Smartphone öffnen. Der Funktionsumfang ist dabei derselbe, die Bedienung auf kleinen Bildschirmen aber deutlich unbequemer.
Gibt es für Edgewonk einen Gutscheincode oder Rabatt?
Der Anbieter weist auf seiner Bestellseite keine Gutscheincodes aus. Den Nachlass gibt es stattdessen über die laufende Aktion: 16 Monate Laufzeit zum Preis von zwölf, was rund vier Gratismonaten entspricht. Wer den Zugang kauft, behält den Preis nach Anbieterangaben dauerhaft, auch bei späteren Erhöhungen.
Welche Märkte kann ich in Edgewonk journalisieren?
Edgewonk unterstützt Forex, Aktien, Indizes, Futures, Rohstoffe, Optionen, CFDs, Spread Betting und Kryptowährungen. Optionen sind seit dem Ausbau der Importliste ausdrücklich dabei, ältere Testberichte führen sie häufig noch als fehlend. Angebunden sind über 100 Broker und Plattformen, dazu Konten von Prop-Firmen wie FTMO oder FundedNext.
Edgewonk oder TradeZella: Was ist besser?
Das hängt vom Schwerpunkt ab. Edgewonk geht bei der Auswertung von Verhalten und Emotionen deutlich tiefer und rechnet sich über die lange Laufzeit. TradeZella wirkt moderner und stärker automatisiert, rechnet dafür laufend im Abo ab. Wer vor allem sein eigenes Verhalten verstehen will, ist bei Edgewonk richtig.
Über den Autor
Bjarne Claussen schreibt seit 2023 für Kagels Trading. Seine Schwerpunkte sind Prop Trading, algorithmischer Handel und Kryptowährungen. Er handelt selbst systematisch Rohöl und den S&P 500 und baut seine Backtesting-Pipelines in Python.
Aus dieser Arbeit stammt auch sein Blick auf Journal-Software: Wer Strategien systematisch testet, ist darauf angewiesen, dass die Datenbasis stimmt und die Auswertung mehr hergibt als eine Gewinn-Verlust-Rechnung. Die Screenshots in diesem Test stammen aus einem eigenen Konto, die Preis- und Funktionsangaben wurden am 31. August 2026 direkt beim Anbieter geprüft.
Mehr Beiträge von ihm findest du auf seiner Autorenseite.
Dieser Artikel wurde von Karsten Kagels final geprüft.









