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Tradovate Erfahrungen: Kosten, Regulierung und was deutsche Futures-Trader wissen müssen

Zuletzt aktualisiert: 19. September 2026

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11 Min

Christian Möhrer

Überprüft von

Christian Möhrer

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Wer sich in Deutschland mit Futures-Trading beschäftigt, stößt früher oder später auf Tradovate. Meist nicht über die eigene Suche, sondern über eine Prop-Firma: Viele Anbieter wickeln ihre Konten über diese Plattform ab. Dann steht der Name plötzlich im Vertrag, und die Frage kommt auf, wer eigentlich dahintersteckt.

Eine dieser Firmen ist Tradeify, bei der Tradovate eine von drei wählbaren Plattform-Anbindungen ist.

Dieser Bericht beantwortet die drei Fragen, die dabei wirklich zählen: was der Handel unter dem Strich kostet, wem das Unternehmen heute gehört und ob du als Trader aus dem deutschsprachigen Raum überhaupt ein Konto führen kannst. Alle Zahlen stammen vom 26. August 2026 und sind direkt beim Anbieter geprüft. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Tradovate: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Futures-Broker mit eigener Plattform: Tradovate ist auf börsengehandelte Futures spezialisiert und liefert Handelsplattform und Brokerkonto aus einer Hand.
  • Gehört heute zu Kraken: Tradovate ist Teil der NinjaTrader Group, die die Kryptobörse Kraken 2025 für rund $1,5 Milliarden übernommen hat.
  • Drei Tarife: $0 ohne Grundgebühr, $99 im Monat oder $1.499 einmalig, jeweils mit unterschiedlich hoher Kommission je Kontrakt.
  • Gebühren kommen obendrauf: Börsen-, Clearing- und NFA-Gebühren zahlst du zusätzlich zur Kommission. Ein Round Turn im E-mini S&P 500 kostet dadurch $4,34 bis $5,74.
  • Für DACH-Trader nutzbar: Einzahlungen in Euro laufen seit 2024 über SEPA, für den Umtausch in Dollar berechnet der Broker 1 Prozent.

Was ist Tradovate?

Tradovate ist ein US-amerikanischer Futures-Broker, der eine eigene cloudbasierte Handelsplattform betreibt und ausschließlich börsengehandelte Terminkontrakte anbietet.

Ein anderes Modell fährt Optimus Futures: Der Anbieter ist Introducing Broker mit fünf wählbaren Clearinghäusern und bindet den Kunden nicht an ein einzelnes Haus.

Der Zuschnitt ist eng und bewusst gewählt. Anders als ein Universalbroker führt Tradovate keine Aktien, keine CFDs und keinen Devisenhandel außerhalb der Börse. Es geht um Futures, also um standardisierte Kontrakte, die an einer Terminbörse gehandelt und dort auch abgerechnet werden.

Cloudbasiert heißt hier: keine Installation nötig. Die Plattform läuft im Browser, Kontoeinstellungen und Chartlayouts liegen auf dem Server. Du meldest dich an einem anderen Rechner an und findest deine Arbeitsumgebung vor. Das war 2015, im Gründungsjahr, ein deutlicher Unterschied zum damaligen Standard aus lokal installierter Software.

Tradovate Handelsplattform mit Chart, Orderbuch und Indikator-Code nebeneinander
Die Tradovate Handelsplattform vereint Charting, Markttiefe und eigene Indikatoren in einer Oberfläche.

Welche Produkte sind handelbar?

Das Angebot deckt die gängigen Kontraktgruppen ab. Handelbar sind Aktienindizes, Zinskontrakte, Energie, Metalle, Agrarrohstoffe, Währungen und Kryptokontrakte. Für Einsteiger sind vor allem die Micro-Kontrakte wichtig: Der Micro E-mini S&P 500 bewegt $5 pro Indexpunkt, der große E-mini dagegen $50.

Wem gehört Tradovate heute?

Diese Frage beantwortet der Anbieter nur im Kleingedruckten. Tradovate ist seit 2022 keine eigenständige Firma mehr. Der Broker gehört zur NinjaTrader Group, LLC, und diese wurde 2025 von der Kryptobörse Kraken übernommen.

Die Übernahme war kein kleiner Vorgang. Kraken gab die Vereinbarung am 20. März 2025 bekannt und nannte einen Kaufpreis von rund $1,5 Milliarden. Es ist die bislang größte Transaktion zwischen einem Kryptounternehmen und einem klassischen Finanzdienstleister. NinjaTrader wird seither als eigenständige Plattform weitergeführt.

Im Fußtext der Tradovate-Website steht die Konzernstruktur wörtlich. Dort heißt es, NinjaTrader sei eine Gruppe verbundener Unternehmen unter der NinjaTrader Group, zu der NinjaTrader, LLC und NinjaTrader Clearing, LLC gehören, letztere zusätzlich unter dem Namen Kraken Derivatives US, und eben Tradovate.

Für dich als Trader hat das zwei praktische Folgen. Erstens bekommst du in allen Tarifen inzwischen auch Zugang zu den NinjaTrader-Plattformen für Desktop, Web und Mobilgeräte. Zweitens liegt das Clearing, also die Abwicklung und Verwahrung deines Geldes, bei einer Schwestergesellschaft und nicht bei Tradovate selbst. Wie sich die Schwesterplattform im Alltag schlägt, zeigt unser Bericht zu NinjaTrader. Wer mehrere Tradovate-Konten gleichzeitig über einen Copier handelt, stößt schnell an die Grenze von 5.000 API-Anfragen pro Stunde, wie meine Einordnung von Tradesyncer zeigt.

Ist Tradovate ein Broker, und wie ist er reguliert?

Die Antwort lautet ja, aber die Rollen sind aufgeteilt. Im Hilfebereich nennt der Anbieter drei Gesellschaften unter dem Dach der Tradovate Holdings, LLC. Diese Aufteilung ist keine Formalie, denn sie entscheidet, wer dein Geld hält.

Tradovate Technologies, LLCentwickelt und betreibt die Plattform-Technologie
Tradovate, LLCIntroducing Broker, NFA-ID 0484683
NinjaTrader Clearing, LLCFutures Commission Merchant, NFA-ID 0309379

Ein Introducing Broker nimmt Orders entgegen, verwahrt aber kein Kundengeld.

Das übernimmt der Futures Commission Merchant, kurz FCM. Er führt das Konto, hält die Sicherheiten und rechnet mit der Börse ab. Beide Gesellschaften sind bei der CFTC registriert und Mitglied der National Futures Association.

Der Satz „Tradovate ist reguliert” ist damit richtig, aber unvollständig. Wenn du wissen willst, wer im Ernstfall für dein Guthaben geradesteht, ist die maßgebliche Gesellschaft NinjaTrader Clearing mit der NFA-ID 0309379, nicht die Marke auf der Website.

Ist Tradovate ein Market Maker?

Nein. Tradovate stellt keine eigenen Kurse und handelt nicht gegen dich. Alle Orders laufen an eine Terminbörse wie die CME. Das ist ein struktureller Unterschied zu CFD-Anbietern, bei denen der Broker häufig selbst die Gegenseite der Position einnimmt.

Wo hat Tradovate seinen Firmensitz?

Die Anschrift lautet 936 Home Road, 43015 Delaware, Ohio. Die Telefonnummer trägt dagegen die Vorwahl 312, also Chicago, wo die NinjaTrader Group sitzt. Beides steht so in den offiziellen Unternehmensangaben.

Was kostet Tradovate wirklich?

Der beworbene Preis ist nur die halbe Rechnung. Tradovate nennt drei Tarife mit einer Kommission je Seite. Auf der Preisseite steht aber auch der entscheidende Satz, dass Börsen-, Clearing- und NFA-Gebühren zusätzlich anfallen. Bei kleinen Kontrakten sind sie sogar der größere Posten.

TarifGrundgebührKommission je Seite
Freekeine$1,29 E-mini / $0,39 Micro
Monthly$99 im Monat$0,99 E-mini / $0,29 Micro
Lifetime$1.499 einmalig$0,59 E-mini / $0,09 Micro

Den Lifetime-Tarif gibt es auch in vier Raten zu je $499. Der frühere Tarif Commission Free Membership für $199 im Monat wird nicht mehr angeboten. Wer ältere Testberichte liest, findet ihn dort noch.

Die All-in Rate, also was ein Round Turn tatsächlich kostet

Die All-in Rate ist der Gesamtpreis eines Futures-Trades und besteht aus drei Teilen: der Kommission des Brokers, der Börsen- und NFA-Gebühr sowie der Clearinggebühr.

Tradovate erklärt die Rechnung im eigenen Hilfebereich. Alle genannten Preise gelten pro Kontrakt und pro Seite. Für einen Round Turn, also Einstieg und Ausstieg, verdoppelst du den Wert. Beim E-mini S&P 500 liegen Börse und NFA bei $1,39 und das Clearing bei $0,19, zusammen $1,58 je Seite. Beim Micro E-mini sind es $0,36 und $0,19, zusammen $0,55.

TarifRound Turn E-miniRound Turn Micro
Free$5,74$1,88
Monthly$5,14$1,68
Lifetime$4,34$1,28
Tradovate Kosten je Round Turn: Free, Monthly und Lifetime im Vergleich für E-mini und Micro E-mini
Die All-in Rate je Round Turn setzt sich aus Kommission, Börsen- und NFA-Gebühr sowie Clearinggebühr zusammen. Stand 26. August 2026.

Die Grundgebühr rechnet sich erst ab einem bestimmten Handelsvolumen. Der Sprung von Free auf Monthly spart im E-mini $0,60 je Round Turn. Damit sich die $99 lohnen, brauchst du rund 165 Round Turns im Monat. Handelst du Micro-Kontrakte, sparst du nur $0,20 je Round Turn, und die Schwelle liegt bei etwa 495 Trades im Monat.

Für die meisten Einsteiger heißt das: Der kostenlose Tarif ist die richtige Wahl. Wer wenige Micro-Kontrakte handelt, zahlt mit dem $99-Tarif drauf. Gebühren fallen zudem nur an, wenn eine Order tatsächlich ausgeführt wird.

Welche Kosten kommen sonst noch dazu?

Bei Auszahlungen und beim Währungstausch greifen eigene Gebühren. Eine ACH-Überweisung ist kostenlos, eine Inlandsüberweisung kostet $30, eine internationale Überweisung 30 Einheiten der Ursprungswährung, für dich also 30 Euro. Ein geplatzter Scheck schlägt mit $30 zu Buche.

Der für DACH-Trader wichtigste Posten ist die Währungsumrechnung. Tradovate berechnet dafür 1 Prozent der umgerechneten Summe, mindestens zehn Währungseinheiten. Bei einer Einzahlung von 10.000 Euro sind das 100 Euro, die vor dem ersten Trade abgehen. Die Gebühr fällt bei Ein- und Auszahlung an.

Können Trader aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ein Konto eröffnen?

Ja, Tradovate nimmt Kunden außerhalb der USA an, und Einzahlungen laufen seit 2024 in Euro über das SEPA-Überweisungssystem.

Der Anbieter hat dafür einen eigenen Hilfeartikel, der auch auf Deutsch vorliegt. Dort heißt es wörtlich, dass du Euro, britische Pfund oder australische Dollar über das SEPA-Überweisungssystem auf dein Tradovate-Konto einzahlen kannst.

Das ist die praktisch wichtigste Neuerung für deutschsprachige Trader. Vorher war eine Auslandsüberweisung in US-Dollar nötig, mit entsprechenden Bankgebühren. Über SEPA überweist du aus dem Euroraum wie an ein europäisches Konto. Die Überweisungsdaten findest du in der Web-Plattform unter „Überweisungen und Zahlungen” und dann „Konto aufladen”.

Drei Punkte solltest du trotzdem kennen. Erstens bleibt das Kontoguthaben in US-Dollar, und für den Tausch berechnet Tradovate 1 Prozent der Summe. Zweitens gilt für dich US-Recht, nicht die europäische Anlegerentschädigung. Drittens kostet die Auszahlung ins Ausland 30 Euro, was kleine Beträge unwirtschaftlich macht.

Eine Einlagensicherung nach deutschem Muster gibt es nicht. US-Futures-Konten unterliegen den Regeln der CFTC zur getrennten Verwahrung von Kundengeldern. Das ist etwas anderes als eine Einlagensicherung, und gegen Marktverluste schützt es ohnehin nicht.

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Was Kundenbewertungen über Tradovate sagen

Die öffentlichen Bewertungen widersprechen sich deutlich, und dafür gibt es eine Erklärung. Auf Trustpilot steht Tradovate am 26. August 2026 bei 1,6 von 5 und damit in der Kategorie „Ungenügend”, ausgewertet über 1.895 Bewertungen. Auf TradingView kommt derselbe Broker bei 10.671 Stimmen auf 4,4 von 5.

Der Blick in die Verteilung macht den Widerspruch noch größer. Von den Trustpilot-Bewertungen sind 62 Prozent Fünf-Sterne und nur 13 Prozent Ein-Stern. Der einfache Durchschnitt läge damit bei rund 4,1. Der ausgewiesene Wert von 1,6 liegt weit darunter, weil Trustpilot die Bewertungen gewichtet und nicht schlicht mittelt.

Trustpilot weist auf dem Profil selbst auf eine Einschränkung hin. Dort steht, das Unternehmen habe Kunden zuletzt nicht zur Bewertungsabgabe eingeladen, weshalb die Bewertungen möglicherweise nicht repräsentativ seien. Wo niemand aktiv um Rückmeldung gebeten wird, schreiben überwiegend die Verärgerten. Auf negative Bewertungen antwortet der Anbieter nach Trustpilot-Angabe in 67 Prozent der Fälle.

Inhaltlich drehen sich die kritischen Stimmen um wiederkehrende Themen. Genannt werden Schwierigkeiten beim Kündigen von Zusatzabonnements, Probleme beim Login und bei Einzahlungen sowie ein als langsam empfundener Support. Diese Punkte betreffen die Kontoverwaltung, nicht die Orderausführung.

Unser Rat: Nimm keine der beiden Zahlen für bare Münze. Ein Wert von 1,6 bei überwiegend positiven Einzelbewertungen ist ebenso wenig aussagekräftig wie ein 4,4-Durchschnitt auf einer Plattform, die den Broker selbst anbindet. Aussagekräftig sind die Beschwerdethemen, und die solltest du vor der Kontoeröffnung kennen.

Welche Märkte und Marktdaten bietet Tradovate?

Angebunden sind die großen Terminbörsen. Dazu zählen CME, CBOT, COMEX, NYMEX, EUREX, ICE Futures US sowie die europäischen ICE-Segmente für Finanz- und Rohstoffkontrakte. Ergänzend gibt es marktinterne Daten.

Echtzeit-Kurse sind kostenpflichtig, und das übersehen viele. Die einfachste Stufe heißt Top of Book und zeigt die jeweils beste Kauf- und Verkaufsorder. Privat genutzt kostet sie $12 im Monat für das CME-Paket oder $4 je einzelner Börse. Die volle Markttiefe liegt bei $48 im Monat für das Paket. Ohne Abonnement laufen die Kurse mit zehn Minuten Verzögerung, was zum Handeln nicht taugt.

Datenanbieter von außerhalb lassen sich nicht einbinden. Wer einen anderen Feed gewohnt ist, findet in unserer Rithmic-Vorstellung die Alternative mit dem größten Verbreitungsgrad im Futures-Bereich.

Welche Zusatzwerkzeuge gibt es?

Tradovate lässt sich mit verbreiteter Analysesoftware verbinden. Als Partner genannt werden TradingView, Bookmap, Sierra Chart, MotiveWave, Investor/RT, Collective2, Daytradr und CQG. Damit kannst du deine gewohnte Chartsoftware behalten und Tradovate nur als Broker nutzen. Was die Elliott-Wellen-Plattform aus dieser Liste kostet und wo ihre Grenzen liegen, steht in unserem MotiveWave Testbericht.

Welche Margins gelten beim Daytrading?

Die Day-Margin ist die reduzierte Sicherheitsleistung für Positionen, die noch am selben Handelstag geschlossen werden.

Bleibt die Position über Nacht offen, greift die volle Initial Margin der Börse. Der Unterschied zwischen beiden Werten ist erheblich, und genau darin liegt das Risiko.

KontraktDay-MarginInitial Margin
Micro E-mini S&P 500 (MES)$50$2.858
E-mini S&P 500 (ES)$500$28.580
E-mini Nasdaq 100 (NQ)$1.000$46.303

Beim E-mini S&P 500 handelst du untertags mit $500 eine Position, für die über Nacht das 57-fache hinterlegt sein müsste. Der Hebel ist entsprechend groß: Ein Indexpunkt bedeutet $50 Gewinn oder Verlust. Zwölf Punkte gegen dich, und die hinterlegte Sicherheit ist aufgebraucht.

Wer mit kleinem Konto startet, sollte bei den Micro-Kontrakten bleiben. Dort kostet ein Punkt $5, und die Day-Margin liegt bei $50. Die Sätze ändern sich mit der Marktlage, ein Blick auf die aktuelle Übersicht vor dem Handelstag ist deshalb sinnvoll.

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Plattform, App und Anbindung an TradingView

Die Handelsoberfläche läuft im Browser und braucht keine Installation. Enthalten sind Charts, Markttiefe, Ordermanagement, ein simuliertes Konto, Market Replay zum Nachspielen historischer Kursdaten, Optionsketten, eine Spread-Matrix und TPO-Profile.

Für mobiles Handeln gibt es eine eigene App für Android und iOS. Sie ist auf das Wesentliche reduziert: Position ansehen, Order aufgeben, Stop anpassen. Für die Analyse bleibt der Desktop die bessere Wahl.

Tradovate App auf dem Smartphone mit Chart, Orderbuch und Kauf- und Verkaufsschaltflächen
Die mobile App zeigt Chart, Markttiefe und Orderschaltflächen auf einem Bildschirm.

Lässt sich Tradovate mit TradingView verbinden?

Ja, Tradovate ist im Brokerverzeichnis von TradingView gelistet. Du verbindest dein Konto direkt aus dem Chart heraus und handelst anschließend aus der TradingView-Oberfläche. Der Anbieter hält dafür eine eigene Anleitung im Hilfebereich bereit. Wie das grundsätzlich funktioniert, zeigt unsere Übersicht zu TradingView-Brokern.

Kann man Tradovate kostenlos testen?

Es gibt eine 14-tägige Testphase mit echten Kursdaten. Der Anbieter bewirbt sie als Demo mit Live-Daten. Du handelst dabei auf einem Simulationskonto, ohne eigenes Geld einzusetzen. Ein simuliertes Konto ist zudem in allen Tarifen dauerhaft enthalten.

Lassen sich eigene Indikatoren entwickeln?

Ja, die Programmierung erfolgt in JavaScript. Vorhandene Indikatoren lassen sich als Vorlage kopieren und anpassen. Über die Programmierschnittstelle kannst du den Handel automatisieren oder eigene Anwendungen anbinden. Das unterscheidet Tradovate von Plattformen mit eigener, geschlossener Skriptsprache.

Wie erreichst du den Support?

Der Support ist per E-Mail, Live-Chat und Telefon erreichbar, dazu kommt ein Nutzerforum. Die Verständigung läuft auf Englisch. Der Hilfebereich ist inzwischen in Teilen auf Deutsch übersetzt, die Beratung selbst nicht.

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Kurzcheck: Vorteile und Nachteile von Tradovate

Die Stärken von Tradovate liegen bei Kosten und Technik, die Schwächen bei Service und Anlegerschutz. Dieser Kurzcheck stellt beide Seiten nebeneinander.

Vorteile von Tradovate

  • Niedrige Einstiegshürde: die Day-Margin für den Micro E-mini S&P 500 liegt bei $50.
  • Tarif ohne Grundgebühr: im Free-Tarif zahlst du $0 im Monat und nur die Kommission je Trade.
  • Keine Plattformgebühr: alle Handelsoberflächen sind ohne Lizenzkosten enthalten, inklusive der NinjaTrader-Plattformen.
  • Euro-Einzahlung über SEPA: seit 2024 entfällt die teure Auslandsüberweisung in Dollar.
  • Offene Schnittstelle: eigene Indikatoren in JavaScript und Anbindung an TradingView, Sierra Chart oder Bookmap.

Nachteile von Tradovate

  • Gebühren sind nicht im Preis enthalten: Börsen-, Clearing- und NFA-Gebühren kommen zusätzlich zur beworbenen Kommission.
  • Kein europäischer Anlegerschutz: es gilt US-Recht, eine Einlagensicherung nach deutschem Muster gibt es nicht.
  • Teurer Währungstausch: 1 Prozent beim Umtausch in US-Dollar, dazu 30 Euro je Auslandsüberweisung.
  • Schwache öffentliche Bewertung: auf Trustpilot steht der Broker bei 1,6 von 5, kritisiert werden Support und Kündigungen.
  • Nur Futures: Aktien, ETFs und Optionen auf Einzelwerte sind nicht handelbar, und der Support arbeitet auf Englisch.

Fazit: Für wen sich Tradovate lohnt

Tradovate ist ein spezialisierter Futures-Broker, dessen Stärke in der Kostenstruktur für kleine Kontrakte liegt. Wer mit Micro-Kontrakten einsteigt, kommt mit $50 Sicherheit je Position und $1,88 je Round Turn im kostenlosen Tarif aus. Das ist ein niedriger Einstieg, auch im Vergleich zu europäischen Anbietern.

Die Tarifwahl entscheidet sich allein am Handelsvolumen. Unter etwa 165 Round Turns im Monat im E-mini lohnt der $99-Tarif nicht, bei Micro-Kontrakten liegt die Schwelle noch deutlich höher. Rechne vor dem Abschluss mit deiner eigenen Trade-Zahl nach, statt dich an der beworbenen Kommission zu orientieren.

Zwei Punkte solltest du vor der Kontoeröffnung abwägen. Der eine ist der Anlegerschutz: Dein Geld liegt bei einem US-Clearinghaus, europäische Schutzmechanismen greifen nicht. Der andere ist der Service. Die öffentliche Kritik betrifft überwiegend Kontoverwaltung und Kündigungen, also genau die Vorgänge, bei denen sich aus der Ferne wenig Druck aufbauen lässt.

Für deutschsprachige Trader hat sich die Lage seit 2024 verbessert. Die SEPA-Einzahlung in Euro nimmt der Kontoführung die größte praktische Hürde, auch wenn die Umrechnungsgebühr von 1 Prozent bleibt. Wer ernsthaft Futures handeln will und die Grenzen kennt, findet hier eine funktionierende Lösung. Wer einen deutschsprachigen Ansprechpartner und europäische Regulierung braucht, ist bei einem hiesigen Anbieter besser aufgehoben.

Häufige Fragen zu Tradovate

Ist Tradovate seriös?

Tradovate ist bei der US-Aufsichtsbehörde CFTC registriert und Mitglied der National Futures Association. Das Clearing übernimmt NinjaTrader Clearing, LLC mit der NFA-ID 0309379. Die öffentlichen Bewertungen fallen gemischt aus: Auf Trustpilot steht der Broker bei 1,6 von 5, auf TradingView bei 4,4 von 5. Kritisiert werden vor allem Support und Abo-Kündigungen, nicht die Orderausführung.

Wem gehört Tradovate?

Tradovate gehört zur NinjaTrader Group, LLC. Diese wurde 2025 von der Kryptobörse Kraken für rund $1,5 Milliarden übernommen. NinjaTrader Clearing, LLC firmiert zusätzlich unter dem Namen Kraken Derivatives US.

Was kostet Tradovate im Monat?

Es gibt drei Tarife: $0 ohne Grundgebühr, $99 im Monat und $1.499 einmalig. Dazu kommen je Trade die Kommission sowie Börsen-, Clearing- und NFA-Gebühren. Ein Round Turn im E-mini S&P 500 kostet je nach Tarif $4,34 bis $5,74.

Kann ich als deutscher Trader ein Konto bei Tradovate eröffnen?

Ja. Einzahlungen in Euro sind seit 2024 über das SEPA-Überweisungssystem möglich, ebenso in britischen Pfund und australischen Dollar. Das Konto wird weiterhin in US-Dollar geführt, für den Umtausch berechnet Tradovate 1 Prozent der Summe. Es gilt US-Recht ohne europäische Einlagensicherung.

Wie hoch ist die Margin beim Daytrading?

Die Day-Margin beträgt $50 für den Micro E-mini S&P 500, $500 für den E-mini S&P 500 und $1.000 für den E-mini Nasdaq 100. Über Nacht gilt die volle Initial Margin der Börse, beim E-mini S&P 500 sind das rund $28.580.

Gibt es eine kostenlose Testphase?

Ja, Tradovate bietet eine 14-tägige Demo mit Live-Kursdaten an. Ein simuliertes Handelskonto ist zusätzlich in allen Tarifen dauerhaft enthalten.

Lässt sich Tradovate mit TradingView verbinden?

Ja, Tradovate ist im Brokerverzeichnis von TradingView gelistet. Nach der Verbindung handelst du direkt aus dem TradingView-Chart. Auch Sierra Chart, Bookmap, MotiveWave und CQG lassen sich anbinden.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er ist seit 1980 aktiver Trader an den internationalen Finanzmärkten mit Schwerpunkt auf Forex, Aktienindizes, Rohstoffen und Zinsmärkten.

In den späten 1980er Jahren übersetzte er Robert Prechters Elliott-Wave-Standardwerke ins Deutsche und trug damit maßgeblich dazu bei, die Elliott-Wellen-Analyse im deutschsprachigen Raum bekannt zu machen. Über 17 Jahre war er der Repräsentant von Joe Ross in Deutschland, einem der einflussreichsten amerikanischen Trading-Autoren, bekannt für praxisnahe Handelsstrategien wie den Ross-Haken und den Traders Trick Entry. Karsten übersetzte und veröffentlichte alle 10 Fachbücher von Ross auf Deutsch.

Den Tradovate-Erfahrungsbericht bewertet Karsten aus der Perspektive eines aktiven Traders mit über 40 Jahren Markterfahrung, ohne Werbepartnerschaft mit dem Anbieter. Im Fokus stand die Frage, was der Handel nach Abzug aller Gebühren tatsächlich kostet und ob ein US-Futures-Broker für Trader aus dem deutschsprachigen Raum praktikabel ist.

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Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer fachlich geprüft.

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