Die meisten deutschen Trader kommen zu Dorman Trading, ohne es zu suchen. Der Broker taucht auf, wenn man ein Konto über NinjaTrader, über einen Introducing Broker oder über die Anbindung von TradingView eröffnet. Dorman ist dann nicht die Handelsoberfläche, sondern das Haus, bei dem das Geld tatsächlich liegt.
Genau deshalb lohnt der genaue Blick. Ein Clearing-Haus wird nicht nach Bedienkomfort ausgewählt, sondern nach Kapitalausstattung, Aufsicht und Kosten. Alle drei Punkte sind bei einem US-Broker öffentlich nachprüfbar, weil die CFTC die Finanzdaten jedes Clearing-Hauses monatlich veröffentlicht. Dieser Bericht arbeitet mit genau diesen Zahlen.
Ein Punkt hat sich seit der ersten Fassung dieses Artikels grundlegend geändert. Dorman war jahrzehntelang ein Familienunternehmen, und die eigene Website wirbt bis heute damit. Der Eigentümer ist seit 2022 ein anderer. Was das für die Einordnung bedeutet, steht weiter unten, zusammen mit den Margins, den Plattformen und den Kosten. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Dorman Trading: das Wichtigste
in 30 Sekunden
- Dorman Trading ist ein US-Clearing-Haus, kein Broker mit eigener Kundschaft im klassischen Sinn. Gegründet 1956 an der Chicago Board of Trade, seit 2022 im Eigentum der Miami International Holdings.
- Die Aufsicht führen CFTC und NFA. Dorman ist Clearing-Mitglied von CME, CBOT, COMEX, NYMEX und ICE US. An der Eurex ist der Broker nach eigener Angabe ausdrücklich kein Clearing-Mitglied.
- Die Kundengelder lagen zum 30. Juni 2026 bei 269 Millionen Dollar auf getrennten Konten, das haftende Eigenkapital bei 25,9 Millionen Dollar. Das ist das 4,6-Fache der aufsichtsrechtlichen Anforderung.
- 25 Handelsplattformen sind angebunden, darunter Sierra Chart, ATAS, MultiCharts und TradingView. Die hauseigene Oberfläche heißt Dorman Direct und basiert auf CTS T4.
- Die Margin-Tabelle des Brokers trägt kein Datum und liegt bei den wichtigsten Kontrakten deutlich unter dem, was andere Clearing-Häuser am selben Tag verlangen. Für die Kontoplanung ist sie damit nicht brauchbar.
- Bewertet wird Dorman kaum. Die aussagekräftigste Quelle ist TradingView mit 3,7 von 5 aus 138 Bewertungen. Bei Google sind es 3,0 aus acht Stimmen, auf Trustpilot 3,2 aus einer einzigen.
Wer ist Dorman Trading?
Dorman Trading ist ein US-amerikanisches Clearing-Haus für Futures, das bei der CFTC als Futures Commission Merchant registriert und Mitglied der National Futures Association ist.
Gegründet wurde das Haus 1956 von Bernard Dorman, einem Rohstoffhändler im Parketthandel der Chicago Board of Trade. Aus dem Parketthandel ist über die Jahrzehnte ein reiner Clearing- und Ausführungsbetrieb für elektronischen Handel geworden. Die Firma sitzt bis heute im historischen Board-of-Trade-Gebäude in Chicago, 141 W. Jackson Blvd., Suite 1900.
Ein Futures Commission Merchant ist das Haus, das Futures-Orders abwickelt, die Margin überwacht und die Kundengelder getrennt vom eigenen Vermögen verwahrt. Es ist die Stelle, bei der das Geld liegt, nicht die Software, mit der gehandelt wird.
Der wichtigste Punkt dieses Updates betrifft den Eigentümer. Dorman gehört seit 2022 zur Miami International Holdings, dem Betreiber der MIAX-Börsen. Die Übernahme wurde am 21. Oktober 2022 bekanntgegeben. Auf der eigenen Website wirbt Dorman weiterhin als „one of the oldest, family-operated Futures Commission Merchants in the world“ mit drei Generationen Familientradition. Beides steht nebeneinander: Die operative Geschichte ist eine Familiengeschichte, der Eigentümer ist heute ein börsennaher Konzern.
Für die Einordnung ist das kein Nachteil, aber eine Korrektur. Wer die Seriosität eines Clearing-Hauses aus dem Familienbesitz ableitet, argumentiert mit einer Struktur, die es so nicht mehr gibt. Belastbar sind stattdessen die aufsichtsrechtlichen Zahlen, und die stehen im nächsten Abschnitt.
Im Aufsichtsregister firmiert das Haus unter mehreren Namen. Das NFA-Register BASIC führt Dorman Trading LLC unter der NFA-ID 0002569 und nennt als Geschäftsbezeichnungen Dorman Direct, Dorman Futures, Eclipse, GAP und GAP Trading. Wer einem dieser Namen begegnet, hat dasselbe Clearing-Haus vor sich.
| Anbieter | Dorman Trading, LLC, 141 W. Jackson Blvd., Suite 1900, Chicago, IL 60604 |
| Gegründet | 1956 von Bernard Dorman an der Chicago Board of Trade |
| Eigentümer | Miami International Holdings, Inc. (seit 2022) |
| Rolle | Futures Commission Merchant, also Clearing-Haus, kein Introducing Broker |
| Aufsicht | CFTC-registriert, NFA-Mitglied (ID 0002569), DSRO ist die CME |
| Clearing-Mitglied | CME, CBOT, COMEX, NYMEX, ICE US |
| Eurex | Zugang vorhanden, aber kein Clearing-Mitglied (laut eigener Angabe) |
| Weitere Namen | Dorman Direct, Dorman Futures, Eclipse, GAP, GAP Trading |
| Plattformen | 25 laut eigener Plattformübersicht |
| Kundengelder | 269,2 Mio. Dollar segregiert (CFTC, Stand 30.06.2026) |
| Kundenportal | dormanaccounts.com |
Wie sicher ist das Geld bei Dorman Trading?
Bei einem US-Clearing-Haus lässt sich diese Frage mit Zahlen beantworten. Jeder Futures Commission Merchant muss der CFTC monatlich seine Finanzlage melden, und die Behörde veröffentlicht die Meldungen. Die folgenden Werte stammen aus der FCM-Finanzdatenübersicht der CFTC zum Stichtag 30. Juni 2026.
| Kennzahl | Bedeutung | Wert |
|---|---|---|
| Adjusted Net Capital | haftendes Eigenkapital nach Aufsichtsdefinition | 25,92 Mio. Dollar |
| Net Capital Requirement | aufsichtsrechtliche Mindestanforderung | 5,68 Mio. Dollar |
| Excess Net Capital | Puffer über der Anforderung | 20,25 Mio. Dollar |
| Customers’ Assets in Seg | Kundengelder auf getrennten Konten | 269,19 Mio. Dollar |
| Excess Funds in Seg | Überdeckung dieser Kundengelder | 10,23 Mio. Dollar |
| Funds in Section 30.7 Account | Gelder für den Handel an Auslandsbörsen | 4,26 Mio. Dollar |
Segregierte Kundenkonten sind gesetzlich vorgeschriebene Konten, auf denen ein US-Clearing-Haus die Gelder seiner Kunden getrennt vom eigenen Vermögen führt. Im Insolvenzfall fallen sie nicht in die Masse des Brokers.
Zwei Werte sind für einen deutschen Kunden entscheidend. Der erste ist das haftende Eigenkapital: 25,9 Millionen Dollar stehen einer Mindestanforderung von 5,7 Millionen gegenüber, das ist das 4,6-Fache. Der zweite ist das Section-30.7-Konto. Auf ihm liegen die Gelder von Kunden, die an Börsen außerhalb der USA handeln, also auch das Geld deutscher Trader mit Eurex-Positionen. Es war zum Stichtag mit 4,26 Millionen Dollar gegen eine Anforderung von 3,23 Millionen ebenfalls überdeckt.
Bei der Größe lohnt der Vergleich, und er fällt nüchtern aus. In derselben CFTC-Liste stehen 73 Clearing-Häuser mit zusammen rund 382 Milliarden Dollar Kundengeldern. Dorman liegt mit 269 Millionen auf Rang 33 und damit knapp über dem Median, hält aber nur 0,07 Prozent des Gesamtvolumens. Zum Vergleich: NinjaTrader Clearing kommt auf 506 Millionen Dollar Kundengelder und 113,7 Millionen haftendes Eigenkapital, StoneX Financial auf 12,8 Milliarden.
Was diese Zahlen nicht sagen, ist genauso wichtig. Eine Einlagensicherung nach europäischem Muster gibt es im US-Futuresgeschäft nicht. Die Trennung der Kundengelder schützt im Insolvenzfall vor dem Zugriff der Gläubiger des Brokers, sie ersetzt aber keine Garantiesumme. Die BaFin hat hier keine Zuständigkeit, im Streitfall gelten US-Recht und die Schiedsverfahren der NFA.
Regulatorische Auffälligkeiten sind im öffentlichen Register nicht verzeichnet. Das BASIC-Profil zu Dorman Trading LLC weist die Mitgliedschaft als „Approved“ aus und führt keine Disziplinarmaßnahmen auf. Belegt ist damit der Registerstand zum Abrufdatum, nicht die Abwesenheit jedes denkbaren Vorgangs.
Welche Märkte sind handelbar?
Dorman clearing ausschließlich Futures und Optionen darauf. Aktien, ETFs und CFDs gibt es nicht. Der Zugang läuft über die Börsen, bei denen das Haus Mitglied ist, und dort gibt es einen Unterschied, den der Anbieter selbst in jeder Fußzeile ausweist.
| Börsengruppe | Status von Dorman | Typische Kontrakte |
|---|---|---|
| CME, CBOT, COMEX, NYMEX | Clearing-Mitglied | ES, NQ, YM, ZN, CL, GC |
| ICE Futures U.S. | Clearing-Mitglied | Kaffee, Kakao, Zucker, Baumwolle |
| Eurex | Zugang, aber kein Clearing-Mitglied | FDXM, FESX |
| MGEX, CBOE, ICE UK, Eris | Zugang über Exchange Access | Weizen, VIX, Zinsswaps |
Ein Clearing-Mitglied wickelt Geschäfte direkt mit der Börse ab und haftet ihr gegenüber. Wer nur Zugang zu einer Börse hat, schaltet für die Abwicklung ein weiteres Haus dazwischen.
Der Unterschied zwischen Clearing-Mitglied und Zugang ist nicht bloß formal. Als Clearing-Mitglied steht Dorman der Börse direkt gegenüber. Wo das Haus kein Clearing-Mitglied ist, läuft die Abwicklung über ein drittes Haus, und der Kunde hat eine zusätzliche Station in der Kette. Für den DAX-Future und den Euro STOXX 50 ist das der Normalfall bei Dorman. Wer schwerpunktmäßig Eurex handelt, sollte das vor der Kontoeröffnung ansprechen.
Der Schwerpunkt liegt eindeutig bei den US-Indizes. Für Trader, die Micro-Futures handeln, ist das Angebot vollständig. Der Kontraktkatalog der CME Group ist über die CME-Anbindung ebenso verfügbar wie die großen Zins-, Energie- und Metallkontrakte.
Welche Plattformen gibt es?
Die Plattformauswahl ist der Grund, aus dem die meisten Trader bei Dorman landen. Die Plattformübersicht des Brokers listet aktuell 25 Programme. Ältere Quellen, auch frühere Fassungen dieses Artikels, sprachen von „fast 40“ Plattformen. Diese Zahl steht heute nirgends mehr auf der Anbieterseite, und sie stimmt auch nicht mit der Liste überein. Eine der gelisteten Plattformen haben wir im Detail geprüft: MotiveWave im Test.
- Charting und Orderflow: Sierra Chart, ATAS, MultiCharts, MotiveWave, MTPredictor, Volfix, ProOpticus und InsideEDGE.
- Broker-Oberflächen: Dorman Direct, CQG in den Varianten Desktop und Integrated Client, R|Trader und R|Trader Pro, TT Trader, QST und iBroker.
- Automatisierung: Collective2, iSystems, Striker Securities, HFT Technologies und VELA für algorithmischen Handel.
- Weitere: TradingView, Trade Navigator, eSignal und Barchart Trader.
Vier Plattformen aus der alten Liste sind verschwunden. MarketDelta, Advanced TS, Overcharts und TransAct stehen nicht mehr in der Übersicht. Neu dazugekommen ist ATAS. Wer eine dieser älteren Oberflächen einsetzt, sollte die Anbindung vor der Kontoeröffnung bestätigen lassen. Wer Orderflow handelt, findet in dieser Liste auch die Volfix Trading Software.
Was ist Dorman Direct?
Dorman Direct ist die hauseigene Oberfläche und technisch die T4-Plattform von Cunningham Trading Systems. Sie richtet sich an Trader, die alles in einem Fenster wollen: Spread-Erstellung über T4 Sniper, ein Optionsmodul mit Heatmap, Ordervorlagen für wiederkehrende Ein- und Ausstiege und eine Spread-Matrix für Calendar Spreads, Butterflies und Condors. Eine mobile App gehört dazu.
Läuft Dorman Trading auch mit NinjaTrader?
Nicht direkt, aber über einen Umweg. Dorman bietet NinjaTrader nicht selbst an. Wer die Oberfläche nutzen und trotzdem bei Dorman clearen will, eröffnet das Konto über einen Introducing Broker, der beides verbindet. Dasselbe Muster gilt für andere Vermittler: Beim US-Broker Stage 5 wählt der Kunde zwischen Dorman, StoneX und Ironbeam als Clearing-Haus.
Ein Introducing Broker vermittelt Kunden an ein Clearing-Haus und betreut sie, führt die Konten aber nicht selbst. Er legt die Kommissionen fest, das Geld liegt beim Clearing-Haus.
Diese Konstellation ist bei Dorman eher Regel als Ausnahme. Das Haus bewirbt seine Rolle als Partner von Introducing Brokern ausdrücklich und stellt ihnen ein eigenes Demo-Portal zur Leadverfolgung bereit. Ein erheblicher Teil der Endkunden kommt also nicht über die Dorman-Website, sondern über einen Vermittler, der die Konditionen selbst festlegt.
Margins bei Dorman Trading
Die Initial Margin ist der Betrag, den ein Kontrakt bei der Eröffnung bindet. Die Maintenance Margin ist der Betrag, der danach dauerhaft auf dem Konto stehen muss.
Dorman veröffentlicht eine eigene Margin-Tabelle, und die hat ein Problem. Sie trägt kein Datum und keinen Hinweis auf einen Aktualisierungsrhythmus. Die folgenden Werte wurden am 22. August 2026 von der Margin-Seite des Brokers abgerufen.
| Kontrakt | Angabe von Dorman | Gegenprobe bei einem anderen Clearing-Haus |
|---|---|---|
| E-Mini S&P 500 (ES) | 12.320 Dollar | 25.737 Dollar |
| E-Mini Nasdaq 100 (NQ) | 17.050 Dollar | 24.420 Dollar |
| Mini-Dow Jones (YM) | 9.350 Dollar | 11.440 Dollar |
| Gold (GC) | 7.920 Dollar | 30.439 Dollar |
| Crude Oil (CL) | 9.625 Dollar | 5.720 Dollar |
| 10-Year T-Note (ZN) | 1.870 Dollar | 2.062 Dollar |
Beide Spalten stammen vom selben Tag, und sie widersprechen sich deutlich. Die Gegenprobe stammt aus dem täglich aktualisierten Margin-Portal eines anderen Clearing-Hauses für dieselben Kontrakte. Beim Gold-Future liegt Dorman bei einem Viertel des Vergleichswerts, beim E-Mini S&P 500 bei knapp der Hälfte, beim Rohöl dagegen deutlich darüber. Genau dieses Muster entsteht, wenn eine Tabelle über längere Zeit nicht nachgeführt wird: Gold ist seither stark gestiegen, Rohöl gefallen, die Zinskontrakte sind fast unverändert.
Praktisch heißt das zweierlei. Erstens taugt die Dorman-Tabelle nicht zur Kapitalplanung. Wer sein Konto danach ausrichtet, kalkuliert beim ES mit rund der Hälfte des tatsächlich benötigten Betrags. Zweitens sagt die Tabelle nichts über Intraday-Margins, die viele Häuser für Daytrader deutlich reduzieren. Die verbindlichen Sätze nennt im Zweifel der Introducing Broker oder das Risk Desk, nicht diese Seite. Wie Margin generell funktioniert, steht im Artikel zum Margin-Trading.
Ein Detail in der Tabelle verdient einen eigenen Hinweis. Die Zeile „Mini-Dax (FDXM)“ führt 11.000 Dollar. Der FDXM ist ein Eurex-Kontrakt und wird in Euro abgerechnet, nicht in Dollar. Auch das spricht dafür, die Werte vor einer Kontoeröffnung schriftlich bestätigen zu lassen.
Kontoeröffnung und Kosten
Die Kontoeröffnung läuft über ein eigenes Portal. Der Antrag startet auf der Online-Antragsseite und wird unter dormanaccounts.com weitergeführt. Dort liegen später auch die Antragsdokumente und der Login. Das reine Ausfüllen dauert nach Angaben des Anbieters wenige Minuten, die Prüfung selbst nimmt mehr Zeit in Anspruch.
Eine Mindesteinlage nennt Dorman nicht. Das ist keine Auslassung dieses Artikels, sondern der Stand auf der Anbieterseite: Weder die Antragsstrecke noch die Kontoseiten führen einen Betrag. Praktisch ergibt sich die Untergrenze aus der Margin des Kontrakts, den du handeln willst, plus Puffer. Kommt das Konto über einen Introducing Broker zustande, legt dieser eigene Grenzen fest.
Bei den Kosten ist der Anbieter ungewöhnlich offen. Auf seiner Seite zu den CME-Gebühren schreibt Dorman, die Börsen- und Globex-Gebühren seien „wahrscheinlich der teuerste Teil deiner Transaktion, vermutlich höher als deine Kommissionen und Plattformgebühren“. Diese Einschätzung deckt sich mit der Praxis und wird in Broker-Vergleichen selten so deutlich formuliert. Wie sich die Gesamtkosten zusammensetzen, zeigt der Artikel zu den Tradingkosten.
- Eigene Kommissionen veröffentlicht Dorman nicht. Sie werden individuell verhandelt und hängen am Handelsvolumen und an der Kundengruppe.
- Börsengebühren lassen sich senken, aber nur mit Aufwand. Dorman verweist auf CME-Mitgliedschaften zum Kauf oder zur Miete, deren Antragsverfahren rund 2.500 Dollar kostet und etwa sechs Wochen dauert.
- Für Firmen gibt es die ECM-Variante. Der Electronic Corporate Member Status setzt im Schnitt 50 Kontraktseiten pro Tag im Quartal voraus, die Antragsgebühr liegt bei 2.000 Dollar.
- Als Faustregel nennt Dorman selbst 1.000 Kontrakte im Monat, ab denen sich die Beschäftigung mit Mitgliedsraten überhaupt lohnt. Darunter zahlt man die regulären Börsengebühren.
Für deutsche Trader kommt der steuerliche Teil dazu. Gewinne aus US-Futures sind in Deutschland steuerpflichtig, ein automatischer Abzug wie bei einer deutschen Bank findet nicht statt. Was das konkret bedeutet, steht im Artikel zu Daytrading und Steuern.
Welche Kundengruppen gibt es bei Dorman Trading?
Dorman sortiert seine Kunden in sechs Gruppen, und die Einteilung ist keine Kosmetik: Sie entscheidet über die Kommission, über die Ansprechpartner und über den Zugang zu bestimmten Diensten. Der Service ist laut Anbieter in allen Gruppen derselbe, die Konditionen sind es nicht.
- Individual: Selbstentscheider mit eigenem Konto, die typische Adresse für deutsche Privattrader.
- Professional: hauptberufliche Trader mit höherem Volumen und entsprechend verhandelten Kommissionen.
- Algo Trader: Nutzer der Server im CME-Rechenzentrum in Aurora, für die Latenz zählt.
- CTAs und Fonds: registrierte Vermögensverwalter im Terminmarkt, für die Dorman ein eigenes Managed-Futures-Angebot führt.
- Institutional: Banken, Handelshäuser und andere professionelle Marktteilnehmer.
- Introducing Broker: Vermittler, die eigene Kunden bei Dorman clearen lassen. Diese Gruppe ist für das Geschäftsmodell zentral.
Das Managed-Futures-Geschäft ist ein eigenes Standbein und im deutschen Kontext erklärungsbedürftig. Dabei legt ein registrierter Commodity Trading Advisor für den Kunden an, und Dorman führt das Konto. Der Anbieter bewirbt das mit Diversifikations- und Renditeargumenten und weist im selben Text auf das erhebliche Risiko hin. Für Privatanleger aus Deutschland ist dieser Weg in aller Regel weder zugänglich noch sinnvoll.
Was ist das Systems Trading?
Systems Trading bezeichnet den Handel nach einem fertigen, automatisierten Regelwerk, das ein Dritter entwickelt hat und das Kauf- und Verkaufssignale selbstständig im Konto ausführt.
Dorman vermittelt solche Systeme über drei Partner. Das sind iSystems, Striker Securities und Collective2. Auf deren Plattformen lassen sich die Systeme nach Kennzahlen filtern, etwa nach Profitfaktor, maximalem Drawdown, gehandelten Märkten und Kapitalbedarf. Die Ausführung läuft über das Dorman-Konto.
Bei den ausgewiesenen Ergebnissen ist Vorsicht angebracht. Die Kennzahlen auf solchen Marktplätzen sind fast immer Rückrechnungen oder Ergebnisse laufender Systeme, aus denen die gescheiterten längst verschwunden sind. Wer nur die verbliebenen Systeme sieht, überschätzt die Trefferquote der Kategorie systematisch. Eine Erfolgsgarantie ist damit ausdrücklich nicht verbunden, und passives Einkommen ist es erst recht nicht.
Dazu kommt ein struktureller Punkt. Ein Clearing-Haus verdient an der Zahl der ausgeführten Kontrakte. Systeme, die häufiger handeln, erzeugen mehr Kommission. Das ist kein Vorwurf, sondern die normale Anreizlage im Geschäft, und sie gehört bei der Auswahl mitgedacht. Wer lieber selbst entwickelt, findet in unserem Algo Camp den Gegenentwurf.
Ausbildung und Trading Tools
Der Ausbildungsbereich ist überschaubar. Dorman erklärt dort die Grundbegriffe des Futureshandels und stellt Marktberichte bereit. Das reicht als Nachschlagewerk, ersetzt aber keine Trading-Ausbildung. Wer bei Dorman landet, bringt das Handwerk in der Regel schon mit, und genau darauf ist das Haus auch ausgelegt.
Nützlicher sind die Marktdaten-Werkzeuge. Unter „Quotes and Charts“ lassen sich Märkte nach Veränderung und Volumen sortieren, „Most Active“ zeigt die liquidesten Kontrakte. Die Kontraktspezifikationen nennen Börse, Handelszeiten, Liefermonat, Kontraktgröße und Punktwert. Ein Marktkalender listet die Termine, die für Terminhändler wichtig sind. Wer einen breiteren Überblick braucht, findet ihn in unserem Wirtschaftskalender.
Was Nutzer über Dorman Trading berichten
Belastbare Bewertungen sind bei einem Clearing-Haus rar. Das liegt in der Natur der Sache: Die meisten Kunden kommen über einen Vermittler und bewerten dann diesen, nicht das Haus dahinter. Drei Quellen gibt es trotzdem, und sie unterscheiden sich stark in der Aussagekraft.
| Quelle | Bewertung | Anzahl |
|---|---|---|
| TradingView | 3,7 von 5 | 138 |
| 3,0 von 5 | 8 | |
| Trustpilot | 3,2 von 5 | 1 |
Nur die TradingView-Bewertungen tragen eine Aussage. Acht Google-Stimmen und eine einzelne Trustpilot-Bewertung sind statistisch wertlos. Auf TradingView dagegen stehen 138 Bewertungen von Nutzern, die den Broker über die Plattform angebunden haben, und das ist genau die Gruppe, die für deutsche Leser relevant ist. Der Wert von 3,7 ist solide, aber kein Spitzenwert.
Inhaltlich wiederholen sich drei Punkte. Gelobt werden die Ausführung und die Anbindung, ein Nutzer schrieb im Mai 2024: „Fast connection to Tradingview, both desktop and mobile. Execution and position management are optimal.“ Ein anderer nennt sich seit über einem Jahrzehnt Dorman-Kunde. Kritik trifft die Bedienung im Detail, etwa dass sich Buy- und Sell-Buttons nur für alle Charts gemeinsam schalten lassen.
Negative Stimmen gibt es, sie bleiben aber unspezifisch. Die schärfste lautet „funktioniert absolut nichts“ und stammt vom November 2023, ohne weitere Angaben. Aus einzelnen Sätzen dieser Art lässt sich kein Schwachstellenbild ableiten. Wer die Erfahrungen eines vergleichbaren Hauses gegenlesen will, findet sie im Bericht zu AMP Futures.
Vor- und Nachteile von Dorman Trading
Dorman ist ein Infrastrukturanbieter, kein Endkundenbroker. Die Stärken liegen entsprechend bei Anbindung und Aufsicht, die Schwächen bei allem, was ein Privatkunde an Transparenz und Betreuung erwartet.
Vorteile von Dorman Trading
- 25 angebundene Plattformen: von Sierra Chart über ATAS bis TradingView. Ein Softwarewechsel kostet nicht das Clearing-Haus.
- Nachprüfbare Finanzlage: Die CFTC veröffentlicht monatlich Eigenkapital und Kundengelder. Zuletzt lag der Puffer beim 4,6-Fachen der Anforderung.
- Clearing-Mitglied an fünf Börsen: Bei CME, CBOT, COMEX, NYMEX und ICE US steht Dorman der Börse direkt gegenüber.
- Direkte CME-Anbindung: Server im CME-Rechenzentrum in Aurora, ein Vorteil für algorithmischen Handel.
- Offene Ansage zu den Börsengebühren: Der Anbieter benennt sie selbst als den größten Kostenblock, statt sie zu verschweigen.
Nachteile von Dorman Trading
- Undatierte Margin-Tabelle: Die veröffentlichten Werte weichen bei mehreren Kontrakten erheblich von aktuellen Anforderungen ab.
- Keine veröffentlichten Kommissionen: Preise werden verhandelt, ein Vorabvergleich ist ohne Angebot nicht möglich.
- Keine EU-Aufsicht: Es gilt US-Recht, eine Einlagensicherung nach europäischem Muster gibt es nicht.
- Alles auf Englisch: Website, Verträge und Support. Deutschsprachige Betreuung gibt es nur über einen Vermittler.
- Kein Clearing-Mitglied an der Eurex: Für DAX-Trader läuft die Abwicklung über eine zusätzliche Station.
Für wen eignet sich Dorman Trading?
Die ehrlichste Antwort lautet: für Trader, die es sich nicht ausgesucht haben. Dorman ist bei vielen Introducing Brokern und Plattformanbietern das Clearing-Haus im Hintergrund. Für diese Kunden ist die Frage nicht, ob Dorman der beste Broker ist, sondern ob das Haus hinter ihrem Konto solide arbeitet. Nach den Aufsichtszahlen lautet die Antwort ja.
Wer sich aktiv entscheidet, gehört meist in eine von drei Gruppen. Algo-Trader, die Latenz brauchen und das CME-Rechenzentrum nutzen wollen. Vieltrader mit verhandelbarem Volumen, für die individuelle Kommissionen mehr wert sind als eine veröffentlichte Preisliste. Und Anwender von Spezialsoftware, die schlicht ein Haus brauchen, das ihre Plattform anbindet.
Nicht geeignet ist Dorman für Einsteiger. Es gibt keine deutschsprachige Betreuung, keine veröffentlichten Preise, keinen nennenswerten Ausbildungsbereich und mit Futures ein Produkt, das ohne Vorkenntnisse gefährlich ist. Wer den Einstieg sucht, ist bei einem EU-regulierten Anbieter mit deutschem Support besser aufgehoben. Auch für alle, die Aktien oder ETFs handeln wollen, ist die Adresse falsch: Dorman clearing ausschließlich Terminkontrakte.
Fazit über Dorman Trading
Dorman Trading ist ein solides Clearing-Haus mittlerer Größe mit einer sehr breiten Plattformanbindung. Die Aufsichtszahlen stimmen, die Trennung der Kundengelder ist überdeckt, und die Mitgliedschaften an fünf Börsen sind mehr, als viele Wettbewerber vorweisen. Wer über einen Vermittler dort gelandet ist, hat keinen Grund zur Sorge.
Zwei Punkte muss ich diesem Update hinterherschieben, weil die alte Fassung sie falsch darstellte. Der erste ist der Eigentümer: Das Familienargument trägt seit 2022 nicht mehr, Dorman gehört zur Miami International Holdings. Der zweite ist die Margin-Tabelle, aus der dieser Artikel jahrelang Zahlen übernommen hat. Sie ist undatiert und weicht bei mehreren Kontrakten erheblich von dem ab, was am selben Tag anderswo verlangt wird.
Meine Einschätzung nach der Prüfung fällt deshalb geteilt aus. Als Infrastruktur ist Dorman in Ordnung, und die veröffentlichten Finanzdaten sind ein Pluspunkt, den kaum ein europäischer Broker in dieser Form bietet. Als Adresse, die man selbst auswählt, fehlt mir die Preistransparenz: Ohne veröffentlichte Kommissionen lässt sich vorab schlicht nicht rechnen. Wer diesen Weg gehen will, holt sich vor der Kontoeröffnung ein schriftliches Angebot und lässt sich die aktuellen Margins bestätigen.
Häufige Fragen zu Dorman Trading
Was ist Dorman Trading?
Dorman Trading ist ein US-amerikanisches Clearing-Haus für Futures. Fachlich heißt das Futures Commission Merchant: Das Haus wickelt die Orders ab, überwacht die Margin und verwahrt die Kundengelder. Gegründet wurde es 1956 an der Chicago Board of Trade.
Wem gehört Dorman Trading?
Dorman gehört seit 2022 zur Miami International Holdings, dem Betreiber der MIAX-Börsen. Die Übernahme wurde im Oktober 2022 bekanntgegeben. Die eigene Website beschreibt das Haus weiterhin als familiengeführt, was die operative Geschichte trifft, aber nicht mehr die Eigentümerstruktur.
Ist Dorman Trading seriös?
Dorman ist bei der CFTC registriert und Mitglied der NFA. Zum 30. Juni 2026 wies das Haus laut CFTC ein haftendes Eigenkapital von 25,9 Millionen Dollar bei einer Anforderung von 5,7 Millionen aus, die Kundengelder lagen bei 269 Millionen Dollar auf getrennten Konten. Das NFA-Register führt keine Disziplinarmaßnahmen.
Wie hoch ist die Mindesteinlage bei Dorman Trading?
Dorman nennt keine Mindesteinlage. Weder die Antragsstrecke noch die Kontoseiten führen einen Betrag. Maßgeblich ist die Margin des Kontrakts, den du handeln willst, plus Puffer. Läuft das Konto über einen Introducing Broker, setzt dieser eigene Grenzen.
Kann ich Dorman Trading mit NinjaTrader nutzen?
Nicht direkt, aber über einen Introducing Broker. Dorman bietet NinjaTrader nicht selbst an. Ein Vermittler kann beides verbinden, sodass du die Oberfläche nutzt und das Konto bei Dorman geführt wird. Direkt angebunden sind dagegen 25 andere Plattformen, darunter Sierra Chart, ATAS und TradingView.
Kann ich über Dorman den DAX-Future handeln?
Ja, Eurex-Kontrakte sind zugänglich. Dorman ist an der Eurex nach eigener Angabe allerdings kein Clearing-Mitglied, die Abwicklung läuft also über ein weiteres Haus. Die Margin-Angabe für den Mini-DAX auf der Anbieterseite steht zudem in Dollar, obwohl der Kontrakt in Euro abgerechnet wird.
Was kostet der Handel bei Dorman Trading?
Eigene Kommissionen veröffentlicht Dorman nicht, sie werden nach Volumen und Kundengruppe verhandelt. Der Anbieter weist selbst darauf hin, dass die Börsen- und Globex-Gebühren in der Regel der größte Kostenblock sind, größer als Kommission und Plattformgebühr. Vergünstigte Sätze lohnen laut Dorman ab etwa 1.000 Kontrakten im Monat.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer von Kagels Trading. Er handelt seit 1980 diskretionär nach Price Action und arbeitet vor allem in Forex, Aktienindizes, Rohstoffen und Zinsmärkten. Automatisierte Systeme beurteilt er als Praktiker von außen, nicht als Entwickler.
Seine Arbeit hat die deutschsprachige Trading-Literatur mitgeprägt. Ende der 1980er übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und übersetzte sowie verlegte dessen zehn Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
Für die Beurteilung eines Clearing-Hauses zählt bei ihm die Erfahrung mit der Abwicklung. In über vier Jahrzehnten am Terminmarkt hat er Broker kommen und gehen sehen und weiß, dass sich die Qualität eines Hauses selten am Marketing zeigt, sondern an Margin-Politik, Ausführung und daran, was im Ernstfall passiert.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.












