Wer Aktien nach Qualität statt nach Bauchgefühl auswählen will, landet in Deutschland früher oder später bei Aktienfinder.net. Das Tool von Torsten Tiedt zerlegt Unternehmen in Kennzahlen, schätzt einen fairen Wert und zeigt dir, ob eine Aktie gerade teuer oder günstig ist. Genau diese Bewertungslogik ist der Grund, warum das Tool seit Jahren den deutschsprachigen Markt für Fundamentalanalyse prägt und warum sich die Fragen nach den Kosten und dem Abo-Modell so hartnäckig halten. Wie ein Screener aussieht, der Charttechnik und Kennzahlen gleichzeitig filtert, zeigt unser Test von ChartMill.
Ich habe mir den Aktienfinder in seiner heutigen Form angesehen, nicht in der von vor fünf Jahren. Seit 2025 gehören ein ETF-Finder und ein Börsenbrief zum Angebot, und die Preise sind in vier Pakete aufgeteilt. Alle Zahlen in diesem Bericht stammen aus den AGB und der Mitgliedschaftsseite des Anbieters, die Bewertungen von Trustpilot, die Unternehmensdaten aus dem Handelsregister. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Aktienfinder: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Aktienfinder.net ist ein Screener für Fundamentalanalyse, kein Trading-Tool. Er bewertet über 7.500 Aktien weltweit nach Qualität und fairem Wert.
- Betreiber ist die Aktienfinder.Net GmbH aus Bad Homburg, Geschäftsführer ist Gründer Torsten Tiedt. Nach eigenen Angaben nutzen über 160.000 registrierte Mitglieder das Angebot.
- Es gibt eine dauerhaft kostenlose Basic-Version mit Zugriff auf 50 Top-Aktien, 25 Top-ETFs sowie Dividenden- und Earningskalender.
- Kostenpflichtig sind vier Pakete: Aktienfinder, ETF-Finder, Börsenbrief und das Premium-Bundle.
- Das Abo verlängert sich automatisch, ist danach aber jederzeit über die Profilseite kündbar. Von einer Abofalle kann keine Rede sein.
Was ist ein Aktienfinder?
Ein Aktienfinder ist ein Suchwerkzeug, das Aktien anhand fundamentaler Kennzahlen filtert und bewertet, damit Anleger aus tausenden Titeln diejenigen herausfiltern, die zu ihrer Anlagestrategie passen.
Die Auswahl an der Börse ist erdrückend. Weltweit sind zehntausende Aktien handelbar, und ohne Filter sucht man die Nadel im Heuhaufen. Ein Aktienfinder dreht die Suchrichtung um: Statt ein Unternehmen zu suchen und dann zu prüfen, definierst du erst die Kriterien und lässt dir dann die passenden Unternehmen zeigen.
Der Unterschied zu einem Chart-Tool ist grundsätzlich. Ein Aktienfinder arbeitet mit Bilanzdaten, Gewinnentwicklung und Dividendenhistorie, also mit dem, was ein Unternehmen wirtschaftlich leistet. Charttechnik, Einstiegssignale und Zeitfenster spielen keine Rolle. Wer kurzfristig handelt, braucht ein anderes Werkzeug.
Das bekannteste Angebot dieser Art im deutschsprachigen Raum ist Aktienfinder.net, und um dieses Tool geht es in diesem Bericht.
Aktienfinder.net im Steckbrief
| Anbieter | Aktienfinder.Net GmbH |
| Sitz | Kaiser-Friedrich-Promenade 17, 61348 Bad Homburg |
| Geschäftsführer | Torsten Tiedt (Gründer) |
| Handelsregister | HRB 14478, Amtsgericht Bad Homburg v.d. Höhe |
| USt-IdNr. | DE-322600791 |
| Am Markt seit | 2017 (laut eigener Angabe) |
| Mitglieder | über 160.000 registriert (laut eigener Angabe) |
| Abgedeckte Aktien | über 7.500 weltweit (laut eigener Angabe) |
| Abgedeckte ETFs | über 2.200 in Deutschland handelbar (laut eigener Angabe) |
| Produkte | Aktienfinder, ETF-Finder, Börsenbrief, Premium-Bundle |
| Kostenlose Version | ja, dauerhaft nutzbar (Basic) |
| Trustpilot | 4,9 von 5 bei 257 Bewertungen (Stand 07.08.2026) |
| Datenquellen | FactSet und Morningstar (laut eigener Angabe) |
| Zahlungsarten | Kreditkarte, PayPal |
| Kündigung | jederzeit über die Profilseite |
Was bietet Aktienfinder.net?
Aktienfinder.net analysiert über 7.500 Aktien weltweit anhand eigener Qualitätskennzahlen und berechnet für jede Aktie einen fairen Wert, aus dem sich die zu erwartende Rendite ableiten lässt.
Der Anbieter formuliert seinen Ansatz sehr klar: Nicht die Dividendenhistorie steht im Zentrum, sondern das Gewinnwachstum. Diese Priorisierung erklärt, warum der Aktienfinder bei Hochdividendenwerten oft skeptischer urteilt als andere Dividendenportale. Steigende Ausschüttungen ohne wachsende Gewinne sind aus dieser Sicht ein Warnsignal, kein Kaufargument.
Damit steht der Aktienfinder demselben Gedanken nahe wie ein bekanntes Auswahlraster. Auch die CAN-SLIM-Methode stellt das Gewinnwachstum in den Mittelpunkt und verlangt dafür einen Anstieg in jedem der letzten Jahre.
Wer sich fragt, welche Kennzahlen dabei überhaupt eine Rolle spielen, findet die Grundlagen in unserem Ratgeber zur Fundamentalanalyse.
Fundamentaldaten des Aktienfinders
Der Aktienfinder verdichtet eine Vielzahl von Kennzahlen zu einem Qualitäts-Score, der Unternehmen vergleichbar macht. In die Bewertung fließen unter anderem Marktkapitalisierung, Gewinn- und Umsatzentwicklung, Cashflow-Stabilität, Verschuldung sowie Art und Höhe der Dividendenausschüttung ein.
Zwei Details verdienen Beachtung. Der Anbieter stellt 30 Jahre Fundamentaldaten plus Prognosen bereit, was Bewertungsvergleiche über mehrere Konjunkturzyklen erlaubt. Und die Kennzahlen werden stündlich neu berechnet, laufen also nicht wochenlang veralteten Kursen hinterher.
Auch die Herkunft der Daten legt der Anbieter offen: Die Kennzahlen basieren nach eigenen Angaben auf den Rohdaten von FactSet und Morningstar. Das ist ein Punkt, den viele kleinere Tools schuldig bleiben, und bei einer Fundamentalanalyse entscheidet die Datenquelle über die Verlässlichkeit jeder daraus abgeleiteten Bewertung.
Aktiensuche mit dem Aktienfinder
Die Suche ist selbsterklärend. Du gibst einen Namen, eine ISIN oder eine WKN ein und siehst binnen Sekunden, ob der Wert abgedeckt ist. Der eigentliche Nutzen liegt aber nicht in der Suche, sondern im Profil dahinter, denn dort stehen Bewertung, Kennzahlenverlauf und Renditeerwartung auf einer Seite.
Filter, Rankings und die Scorecard
Filter und eigene Rankings sind das Herzstück für zahlende Mitglieder. Du legst Kriterien fest, gewichtest sie und wendest sie auf den gesamten Bestand an. Aus einer Strategie wird so eine wiederholbare Auswahl statt einer Einzelfallentscheidung.
Ergänzt wird das durch die Aktienfinder Scorecard, die zeigt, wie gut eine Aktie zu einer bestimmten Anlagestrategie passt. Wer keine eigene Strategie definiert hat, wird auch mit der Scorecard nicht glücklich, denn sie bewertet gegen ein Zielbild und nicht absolut.
Umgang mit Kennzahlen und Charts
Zu jeder Kennzahl gehören interaktive Charts mit Bewertungslinien, die den Kurs gegen den fairen Wert stellen. Der faire Wert wird dabei nicht aus einer einzigen Größe abgeleitet, sondern wahlweise aus Gewinn, Cashflow oder Umsatz.
Das ist der Punkt, an dem der Aktienfinder seinen Vorsprung ausspielt. Die Frage nach einer teuren Aktie beantwortet er nicht mit einem KGV-Vergleich gegen die Branche, sondern mit der historischen Marktbewertung des Unternehmens selbst. Ein Titel, der über Jahre mit einem KGV von 30 gehandelt wurde, ist bei 25 günstig, auch wenn 25 absolut hoch klingt.
Der ETF-Finder: Fundamentalanalyse für ganze ETFs
Der ETF-Finder analysiert die in einem ETF enthaltenen Einzelaktien, aggregiert deren Kennzahlen auf ETF-Ebene und ermöglicht damit eine Fundamentalbewertung des gesamten Fonds.
Das ist die größte Neuerung der letzten Jahre und im Markt bislang ohne echtes Gegenstück. Klassische ETF-Vergleiche hören bei Kosten, Fondsvolumen und Replikationsmethode auf, also bei der Verpackung. Was tatsächlich im Fonds steckt, bleibt außen vor.
Der ETF-Finder deckt nach Anbieterangaben über 2.200 in Deutschland handelbare ETFs ab und liefert dazu drei Dinge, die es sonst kaum gibt:
- Einen Qualitäts-Score, der die Güte der enthaltenen Unternehmen misst statt nur die Wertentwicklung des Fonds.
- Die Qualitätsdichte, also den Anteil hochwertiger Aktien am Fondsvermögen.
- Das Klumpenrisiko, das offenlegt, wie stark ein vermeintlich breiter ETF an wenigen Schwergewichten hängt.
Gerade der letzte Punkt hat praktischen Wert. Warum das relevant ist, zeigt unser Beitrag zum Klumpenrisiko. Bei Themen-ETFs und aktiv gemanagten ETFs ist die Streuung häufig deutlich geringer, als der Fondsname vermuten lässt.

Meine Einordnung: Der ETF-Finder bearbeitet ein Problem, das die etablierten Vergleichsportale schlicht auslassen. Er ist allerdings ein separates Abo und nicht im Aktienfinder-Paket enthalten.
Weitere Tools des Aktienfinders
Neben Screener und Bewertung gehören mehrere Zusatzwerkzeuge zum Angebot. Sie sind kein Selbstzweck, sondern bedienen jeweils einen konkreten Anlass im Anlegeralltag.
- Dividendenkalender: zeigt, wann welche Ausschüttung ansteht, und löst zuverlässig die Verwechslung von Ex-Tag und Zahltag.
- Earningskalender: listet anstehende Quartalszahlen, auch in der kostenlosen Version verfügbar.
- Kaufenswerte Aktien: monatliche Auswahl aussichtsreicher Qualitätsaktien, Teil des Börsenbriefs.
- Preis- und Dividendenalarm: benachrichtigt per E-Mail, sobald ein gesetztes Limit erreicht ist.
- Maps: neue Funktion zur Analyse von über 30 Aktienmärkten weltweit, ebenfalls in der Basic-Version enthalten.
Auffällig ist, dass mit Earningskalender und Maps zwei Funktionen ohne Bezahlung nutzbar sind, die andere Anbieter hinter die Paywall stellen. Das senkt die Einstiegshürde spürbar.
Aktienfinder.net ist nicht nur Software. Rund um das Tool sind redaktionelle Angebote entstanden, die inzwischen ein eigenes Produkt bilden.
Der Aktienfinder Blog
Im Blog werden einzelne Unternehmen vorgestellt und Bewertungsfragen an konkreten Fällen durchgespielt. Die Verbindung von Kennzahlen und aktueller Einschätzung ist der eigentliche Mehrwert, weil sie zeigt, wie die Zahlen zu lesen sind.
Der Börsenbrief mit Echtgelddepots
Seit der Produktaufteilung gibt es einen kostenpflichtigen Börsenbrief. Er liefert monatlich Analysen zu kaufenswerten Aktien sowie zu Dividendenwerten mit Bewertungsabschlag und gewährt Einblick in live geführte Echtgelddepots.
Hier ist eine Einordnung angebracht. Echtgelddepots sind ein starkes Transparenzsignal, weil sie Entscheidungen nachprüfbar machen. Sie sind aber keine Anlageberatung und keine Renditezusage. Wer einem Musterdepot folgt, übernimmt fremde Entscheidungen mit eigenem Geld. Die Risikotragfähigkeit muss jeder selbst prüfen.
Youtube, Facebook und Instagram
Torsten Tiedt betreibt einen gut besuchten Youtube-Kanal und beantwortet in der zugehörigen Facebook-Gruppe Nutzerfragen. Dieser direkte Draht zum Gründer ist ein Unterscheidungsmerkmal, das größere Anbieter in dieser Form nicht bieten.
Das Aktienfinder Starterdepot
Das Starterdepot ist ein real geführtes Aktiendepot, in das Aktienfinder.net nach eigenen Angaben seit Juli 2019 echtes Geld investiert und dessen Positionen Mitglieder in einer Liveansicht verfolgen können.
Anders als ein Musterdepot ist es kein Rechenbeispiel, sondern ein Depot mit echtem Kapital. Das ist der entscheidende Unterschied, weil jede Entscheidung damit nachprüfbar wird, auch die schlechten. Der Anbieter schreibt selbst, man habe seit dem Start mehrere Korrekturen an der Börse miterlebt.
Die Strategie zielt auf Qualitätsaktien mit wachsenden Ausschüttungen. Nach Anbieterangaben liegt das jährliche Dividendenwachstum im hohen einstelligen Bereich.
Mitglieder sehen im Depot:
- alle Positionen mit Positionswert, erhaltenen Dividenden sowie Gewinn und Verlust
- die Aufteilung nach Branchen sowie nach Land und Region
- eine Dividenden-Matrix über das gesamte Depot
Wichtig zur Einordnung: Das Starterdepot gehört zum Börsenbrief und ist damit kostenpflichtig. Es ist eine Inspirationsquelle, keine Anlageberatung, und eine in der Vergangenheit erzielte Entwicklung sagt nichts über künftige Ergebnisse. Neben dem Starterdepot führt der Anbieter mit dem Dicken Dividenden Depot ein zweites Echtgelddepot.
Kosten und Mitgliedschaft bei Aktienfinder.net
Aktienfinder.net kostet je nach Produkt zwischen 14,90 und 49,00 Euro im Monat, wobei die kostenlose Basic-Version dauerhaft nutzbar bleibt.
Die Preisstruktur wurde mit der Einführung von ETF-Finder und Börsenbrief neu geordnet. Statt einer einzigen Vollmitgliedschaft gibt es heute drei Einzelprodukte und ein Bundle, jeweils monatlich oder jährlich zahlbar. Die Jahreszahlung ist in allen Paketen günstiger.
Die Preise im Überblick
| Paket | Monats-Abo | Jahres-Abo | Jahr pro Monat |
|---|---|---|---|
| Basic | kostenlos | kostenlos | kostenlos |
| Aktienfinder | 29,00 € | 290,00 € | 24,17 € |
| ETF-Finder | 14,90 € | 149,00 € | 12,42 € |
| Börsenbrief | 14,90 € | 149,00 € | 12,42 € |
| Premium-Bundle | 49,00 € | 490,00 € | 40,83 € |
Zwei Dinge fallen auf. Das Premium-Bundle ist mit 490 Euro im Jahr deutlich günstiger als die drei Einzelprodukte zusammen, die auf 588 Euro kämen. Und Vermögensverwalter, Fonds und Banken zahlen nicht denselben Preis wie Privatanleger, für sie gibt es nur ein individuelles Angebot auf Anfrage.
Was die kostenlose Basic-Version leistet
Die Basic-Version ist mehr als ein Schaufenster. Ohne Bezahlung bekommst du einen echten Arbeitsstand:
- Zugriff auf die 50 Top-Aktien im Aktienfinder und die 25 Top-ETFs im ETF-Finder
- den vollständigen Dividendenkalender und den Earningskalender
- alle Aktien-Profile und Dividenden-Profile
- die neue Maps-Funktion mit über 30 Aktienmärkten
Für einen ersten Eindruck reicht das aus. Was fehlt, sind die eigenen Filter, die Rankings, der Excel-Export und der volle Bestand von über 7.500 Aktien. Wer nur gelegentlich eine bekannte Aktie nachschlägt, kommt mit Basic weit, wer systematisch screenen will, kommt an der Vollversion nicht vorbei.
Abofalle oder faire Bedingungen? Laufzeit und Kündigung
Aktienfinder.net verlängert Abonnements nach Ablauf der Mindestlaufzeit automatisch, lässt sie aber jederzeit über die Profilseite kündigen und bietet zusätzlich ein Kündigungsformular sowie ein Widerrufsrecht.
Der Begriff Abofalle taucht rund um den Aktienfinder regelmäßig in Suchanfragen auf. Ich habe deshalb die AGB und die Kündigungswege durchgesehen, statt die Frage abzumoderieren. Das Ergebnis fällt eindeutig aus.
Laufzeit und automatische Verlängerung
Laut AGB des Anbieters gilt:
- Beim Monats-Abo beträgt die Mindestvertragslaufzeit einen Monat, danach ist es monatlich kündbar.
- Beim Jahres-Abo beträgt die Mindestvertragslaufzeit ein Jahr, danach ist es jederzeit mit einer Frist von einem Monat kündbar.
- In beiden Fällen verlängert sich der Vertrag automatisch auf unbestimmte Zeit zu den Abschlusskonditionen, solange nicht gekündigt wird.
- Während der Mindestlaufzeit kann jederzeit zum Laufzeitende gekündigt werden.
Das ist der Punkt, der die Suchanfragen auslöst, und zugleich die gesetzlich zulässige Standardkonstruktion. Entscheidend ist, dass nach der Mindestlaufzeit keine erneute Jahresbindung entsteht, sondern ein monatlich kündbarer Vertrag.
Wie die Kündigung funktioniert
Es gibt drei Wege, und alle sind ohne Hürde erreichbar:
- Direkt im Benutzerprofil. Der Anbieter weist ausdrücklich darauf hin, dass das Abo dort ohne Formular gekündigt werden kann.
- Über ein Kündigungsformular auf der Website, für ordentliche wie außerordentliche Kündigung.
- Über das Widerrufsrecht mit eigener Widerrufsseite.
Zusätzlich lässt sich das Benutzerkonto selbständig und kostenlos löschen. Nach einer Kündigung bleibt der Zugang bis zum Ende der bezahlten Laufzeit bestehen, das Enddatum steht im Profil.
Was ich trotzdem kritisch sehe
Zwei Punkte verdienen eine Erwähnung, auch wenn sie nichts mit einer Abofalle zu tun haben.
Erstens ist ein Wechsel des Zahlungsintervalls oder der Zahlungsmethode während eines laufenden Abos nicht möglich. Wer monatlich gestartet ist und auf die günstigere Jahreszahlung umsteigen will, muss den Umweg über eine Kündigung gehen.
Zweitens sind als Zahlungsarten nur Kreditkarte und PayPal vorgesehen. Lastschrift oder Kauf auf Rechnung fehlen, was für einen Teil der deutschen Anleger eine echte Hürde ist.
Mein Fazit zu diesem Punkt: Die Bedingungen sind transparent dokumentiert, und die Kündigung ist einfacher als bei vielen Wettbewerbern. Der Vorwurf einer Abofalle lässt sich anhand der AGB nicht halten.
Wie seriös ist Aktienfinder.net?
Hinter Aktienfinder.net steht die Aktienfinder.Net GmbH mit Sitz in Bad Homburg, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Bad Homburg v.d. Höhe unter HRB 14478, Geschäftsführer ist Gründer Torsten Tiedt.
Bei Finanztools ist die Frage nach dem Betreiber keine Formalie. Ein vollständiges Impressum mit Registereintrag und benanntem Geschäftsführer ist das Mindestmaß, und daran scheitern in diesem Marktsegment mehr Anbieter, als man erwarten würde.
Aktienfinder.net erfüllt das vollständig: Rechtsform, ladungsfähige Anschrift, Handelsregisternummer, Registergericht und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer sind angegeben, dazu die rechtliche Vertretung.
Was die Nutzerbewertungen zeigen
Auf Trustpilot kommt Aktienfinder.net auf 4,9 von 5 Punkten bei 257 Bewertungen (Stand 07.08.2026). Das Profil ist seit März 2019 vom Unternehmen beansprucht. Ein Nutzer schreibt, Aktien- und ETF-Finder seien für ihn zum Standardwerkzeug der Bewertung geworden.
Bei solchen Werten ist die Einordnung wichtiger als die Zahl selbst. 257 Bewertungen sind bei über 160.000 registrierten Mitgliedern eine sehr dünne Basis, und Trustpilot prüft Bewertungen nicht auf ihren Wahrheitsgehalt. Die Note belegt zufriedene Nutzer, sie belegt keine Produktqualität.
Was das Tool nicht ist
Der wichtigste Seriositätspunkt ist zugleich der am häufigsten missverstandene. Aktienfinder.net ist ein Analysewerkzeug, keine Anlageberatung. Der Qualitäts-Score ist eine Rechengröße auf Basis historischer Daten, kein Kaufsignal und keine Prognose.
Verbraucherschützer weisen regelmäßig darauf hin, dass Aktienanalyse-Abos mit Renditeversprechen kritisch zu sehen sind. Diesen Vorwurf trifft der Aktienfinder in seiner Werkzeugfunktion nicht. Beim kostenpflichtigen Börsenbrief mit konkreten Kaufempfehlungen gilt jedoch dieselbe Sorgfaltspflicht wie bei jedem anderen Börsenbrief auch.
Vorteile und Nachteile von Aktienfinder.net
Nach der Prüfung von Funktionsumfang, Preisen und Vertragsbedingungen ergibt sich ein klares Bild davon, wo die Stärken und wo die Grenzen des Tools liegen.
- Bewertungslogik mit echtem Mehrwert: fairer Wert auf Basis der historischen Marktbewertung statt simpler KGV-Vergleiche
- ETF-Fundamentalanalyse ohne echtes Gegenstück am deutschsprachigen Markt
- Dauerhaft kostenlose Basic-Version mit vollständigem Dividenden- und Earningskalender
- Transparenter Betreiber mit vollständigem Handelsregistereintrag
- Unkomplizierte Kündigung direkt im Benutzerprofil
- Direkter Draht zum Gründer über Youtube und Facebook-Gruppe
- Kein Werkzeug für Trader: keine Charttechnik, keine Einstiegssignale, kein Intraday
- Produkte einzeln bepreist: Aktienfinder, ETF-Finder und Börsenbrief kosten jeweils extra
- Kein Wechsel von Zahlungsintervall oder Zahlungsmethode im laufenden Abo
- Nur Kreditkarte und PayPal, keine Lastschrift und keine Rechnung
- Schwerpunkt auf etablierten Werten, Nebenwerte sind schwächer abgedeckt
- Keine native App, unter dem Namen Aktienfinder ist im Apple App Store keine eigene App auffindbar
Der beste Aktienfinder? Alternativen im Vergleich
Aktienfinder.net ist auf Bewertungstiefe ausgelegt, während die kostenlosen Aktienfinder der Broker vor allem Suchfunktionen für den eigenen Handelsbestand sind.
Der Vergleich lohnt nur mit den richtigen Gegenspielern. Die Suchmasken von Brokerportalen sind keine echten Konkurrenten, weil sie eine andere Aufgabe erfüllen: Sie zeigen, was dort handelbar ist, nicht, was fundamental überzeugt.
Die tatsächlichen Alternativen sind spezialisierte Screener. Wir haben sie einzeln getestet:
- aktien.guide ist der direkteste deutschsprachige Wettbewerber und setzt auf bewährte Anlagestrategien wie die Levermann-Methode.
- Finviz ist ein starker kostenloser Screener mit US-Schwerpunkt.
- InvestingPro kombiniert Screener und KI-gestützte Aktienauswahl.
- MarketScreener setzt den Schwerpunkt auf Analystenschätzungen und Nachrichten.
Den vollständigen Überblick mit allen Kandidaten liefert unser Test der 14 besten Aktienscreener.
Nach der Aktienauswahl kommt die Überwachung, und dafür ist ein Screener das falsche Werkzeug. Parqet im Test zeigt, wie ein Portfolio-Tracker alle Depots zusammenführt und die tatsächliche Gewichtung einzelner Titel über ETFs hinweg sichtbar macht. Dieselbe Durchschau ohne Cloud-Konto liefert Portfolio Performance, das die Daten in einer Datei auf dem eigenen Rechner hält.
Der große Aktienfindervergleich im Überblick
Der sinnvollste Vergleich ist der mit aktien.guide, dem nächsten deutschsprachigen Wettbewerber. Die Aktienabdeckung spricht dabei nicht für Aktienfinder.net, der Unterschied liegt woanders.
| Kriterium | Aktienfinder.net | aktien.guide |
|---|---|---|
| Schwerpunkt | Qualitätsaktien und fairer Wert | Anlagestrategien wie Levermann |
| Abgedeckte Aktien | über 7.500 | 8.252 |
| ETF-Analyse | eigener ETF-Finder, über 2.200 ETFs | kein ETF-Angebot auf der Anbieterseite |
| Kostenlose Version | dauerhaft nutzbar (Basic) | kostenlose Basis-Mitgliedschaft |
Bemerkenswert ist die zweite Zeile: aktien.guide deckt mit 8.252 Aktien mehr Titel ab als Aktienfinder.net. Wer die größtmögliche Auswahl sucht, ist dort besser aufgehoben. Der Vorsprung von Aktienfinder.net liegt in der Bewertungstiefe und im ETF-Finder, nicht in der Menge.
Fazit: für wen sich Aktienfinder.net lohnt
Aktienfinder.net hat sich vom Dividenden-Screener zu einer Bewertungsplattform für Aktien und ETFs entwickelt, und diese Entwicklung ist der Grund, das Tool heute anders zu beurteilen als vor fünf Jahren. Der Kern ist unverändert stark: Die Verbindung aus Qualitäts-Score und fairem Wert beantwortet die zwei Fragen, an denen Anleger tatsächlich hängen. Ist das Unternehmen gut, und ist der Preis gerade angemessen?
Der ETF-Finder ist die interessanteste Ergänzung. Dass jemand ETFs endlich von innen bewertet statt nur nach Kostenquote zu sortieren, füllt eine echte Lücke. Wer Themen-ETFs kauft, ohne das Klumpenrisiko zu kennen, arbeitet mit einer Illusion von Streuung.
Ganz offen zur Einordnung: Ich bin diskretionärer Trader und arbeite mit Preisstruktur, nicht mit Bilanzen. Für meinen eigenen Handel wäre der Aktienfinder nutzlos, und das ist kein Kritikpunkt am Tool, sondern eine Frage des Zeithorizonts. Wer aber langfristig Aktien kauft und heute nach Bauchgefühl oder nach Schlagzeilen entscheidet, bekommt hier eine belastbare Struktur.
Die Preisfrage entscheidet sich am Nutzungsverhalten. Wer zwei- oder dreimal im Jahr eine Aktie prüft, kommt mit der kostenlosen Basic-Version aus. Wer regelmäßig screent und ein Depot systematisch aufbaut, wird die Vollversion schnell als sinnvoll empfinden. Vor einem Jahresabo lohnt der Umweg über die kostenlose Version, denn sie zeigt gut genug, ob die Denkweise des Tools zur eigenen Strategie passt.
Was fehlt, ist ehrlicherweise auch klar: keine Charttechnik, keine App, keine Lastschrift, und drei Produkte, die einzeln bezahlt werden wollen.
Häufige Fragen zum Aktienfinder
Was ist Aktienfinder.net?
Aktienfinder.net ist ein Screener für Fundamentalanalyse, mit dem sich über 7.500 Aktien weltweit nach Qualitätskriterien filtern und nach ihrem fairen Wert bewerten lassen. Betreiber ist die Aktienfinder.Net GmbH aus Bad Homburg.
Wie funktioniert ein Aktienfinder?
Ein Aktienfinder filtert Aktien nach fundamentalen Kennzahlen wie Gewinnwachstum, Cashflow, Verschuldung oder Dividendenrendite. Statt ein Unternehmen zu suchen und dann zu prüfen, definierst du erst die Kriterien und bekommst die passenden Titel angezeigt. Beim Aktienfinder kommt eine Bewertung des fairen Werts hinzu.
Wie viel kostet Aktienfinder?
Die Preise hängen vom gewählten Produkt ab. Das Paket Aktienfinder kostet 29,00 Euro im Monat oder 290,00 Euro im Jahr, ETF-Finder und Börsenbrief je 14,90 Euro im Monat oder 149,00 Euro im Jahr. Das Premium-Bundle mit allen drei Produkten kostet 49,00 Euro im Monat oder 490,00 Euro im Jahr. Die Basic-Version bleibt dauerhaft kostenlos. Stand: 07.08.2026.
Gibt es eine kostenlose Version von Aktienfinder?
Ja. Die Basic-Version ist dauerhaft kostenlos und umfasst die 50 Top-Aktien, die 25 Top-ETFs, den vollständigen Dividendenkalender, den Earningskalender sowie alle Aktien- und Dividenden-Profile. Eigene Filter, Rankings und der volle Aktienbestand bleiben zahlenden Mitgliedern vorbehalten.
Ist Aktienfinder eine Abofalle?
Nein. Das Abo verlängert sich nach der Mindestlaufzeit automatisch, ist danach aber jederzeit kündbar, beim Monats-Abo monatlich und beim Jahres-Abo mit einem Monat Frist. Die Kündigung ist direkt im Benutzerprofil möglich, zusätzlich gibt es ein Kündigungsformular und ein Widerrufsrecht. Das Benutzerkonto lässt sich kostenlos selbst löschen.
Wer steckt hinter Aktienfinder?
Betreiber ist die Aktienfinder.Net GmbH mit Sitz in Bad Homburg, eingetragen unter HRB 14478 beim Amtsgericht Bad Homburg v.d. Höhe. Geschäftsführer ist Gründer Torsten Tiedt, der das Tool nach eigenen Angaben seit 2017 betreibt.
Gibt es eine Aktienfinder App?
Unter dem Namen Aktienfinder ist im Apple App Store keine eigene App auffindbar (Stand 07.08.2026). Das Tool wird als Web-Anwendung im Browser genutzt und lässt sich damit auch auf dem Smartphone aufrufen.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH sowie Betreiber von kagels-trading.de. Als diskretionärer Price-Action-Trader ist er seit 1978 an den Märkten aktiv und handelt Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte.
In den späten 1980er-Jahren übersetzte Karsten die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre war er der Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und übersetzte sowie veröffentlichte alle 10 Ross-Bücher. Seit 1996 ist Interactive Brokers seine primäre Handelsplattform.
Dieser Erfahrungsbericht bewertet Aktienfinder.net aus der Perspektive eines erfahrenen Traders, der ein Fundamentalanalyse-Werkzeug von außen auf Substanz, Preistransparenz und Vertragsbedingungen prüft, nicht aus der Perspektive eines Dividendeninvestors. Alle Preise, Vertragsbedingungen und Unternehmensdaten wurden am 07.08.2026 gegen die Primärquellen des Anbieters geprüft. Mehr über den Autor: Karsten Kagels.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.
















