Aktien-Broker: warum der beste nicht immer der richtige ist

Der Handel mit Aktien gewinnt in der heutigen Zeit zunehmend an Bedeutung. Zwar liegt die Quote der Aktionäre insbesondere in Deutschland immer noch erschreckend niedrig. Tendenziell setzt sich jedoch immer deutlicher die Ansicht durch, dass sich Geld zumindest langfristig doch mit Aktien-Investments vermehren lässt.

Die Gründe hierfür können sowohl eine weitsichtige Altersvorsorge sein, wie aber auch kurz- oder mittelfristige Spekulationen. Die verschiedenen Motivationen erfordern ebenso verschiedene Herangehensweisen. Worauf daher beim Aktienhandel zu achten ist, welche Möglichkeiten es gibt und wo die Unterschiede bei den Aktien-Brokern liegen, soll hier einmal näher betrachtet werden.

Aktienhandel ist nicht immer gleich Aktienhandel. Daher sollte auch der Aktien-Broker mit Bedacht gewählt werden. Genauso wie beim CFD-Trading oder beim Future-Trading kommt es meist auf die individuellen Bedürfnisse des Anlegers an. Selbst wenn sich viele Aktien-Broker in den wesentlichen Merkmalen sehr ähneln, gibt es doch markante Unterschiede. Die Wahl des richtigen Aktien-Brokers sollte daher den eigenen Zielen entsprechen.

Präferenzen für den Handel mit Aktien

Nur wer sich im Klaren darüber ist, welche Richtung der Aktien-Handel für ihn einschlagen soll, kann sich am Ende auch für den richtigen Aktien-Broker entscheiden. Dabei kommt es in erster Linie auf den eigenen Zeithorizont an. Es macht dabei durchaus einen Unterschied, ob man eher kurzfristig, also auch intraday, mittelfristig mit Sicht auf wenige Wochen oder Monate, oder eben langfristig handeln möchte. Dieser Unterschied liegt oft nur im Detail.

Gleichermaßen spielen die bevorzugten Märkte eine Rolle. Wer ausschließlich US-Aktien handeln möchte, wird einen anderen Broker wählen, als jemand der nur deutsche, europäische oder alle Aktien im Visier hat. Insofern machen oftmals die im Internet zu findenden Broker-Vergleiche kaum Sinn. Diese sind nicht selten auf bestimmte Interessen ausgelegt, sondern entsprechen im Ergebnis fast nie den Bedürfnissen jedes Aktien-Investors. Wer individuelle Vorstellungen hat, muss seinen Aktien-Broker auch individuell auswählen.

Testergebnisse bei Aktien-Brokern
Testergebnisse von Aktien-Brokern fallen oft sehr unterschiedlich aus

Nur der richtige Aktien-Broker spart Geld und ist effizient

Davon ausgehend spielen zum Beispiel beim langfristigen Investor die Gebühren eine eher untergeordnete Rolle. Beim kurzfristigen Händler, der eine höhere Trade-Frequenz aufweist, sind sie enorm wichtig. Der kurzfristige Händler ist dagegen eher weniger an fundamentalen Daten, sondern an charttechnischen Auswertungen im Stundenbereich interessiert, während die Interessen des langfristigen Händlers eher umgekehrt liegen.

Aus diesen und weiteren Gründen ergeben sich Unterschiede bei Aktien-Brokern, die man beachten sollte. Diese stellen jedoch in den wenigsten Fällen einen Qualitätsunterschied dar! Vielmehr sind sie ein Entscheidungskriterium bei der Wahl für den Broker, der zu einem passt.

Die konkreten Merkmale für den richtigen Aktien-Broker

Für die meisten Suchenden scheinen oftmals nur die Gebühren beim An- und Verkauf im Vordergrund zu stehen. Zweifellos ist das ein wichtiger Aspekt, aber eben nicht der einzige, der für die Wahl des richtigen Aktien-Brokers entscheidend sein kann. Es gibt noch wesentlich mehr Aspekte, die im Nachfolgenden beschrieben werden.

Klar dürfte zumindest sein, dass heutzutage der denkbar ungünstigste Broker die eigene Bank sein kann. Die Beratung ist meist sehr subjektiv, der Handel teuer, die Umsetzung langwierig. Die Zeiten sind vorbei. Wer selbst mit langfristigen Anlage-Horizonten eine vernünftige Rendite erwirtschaften will, kommt an einem Aktien-Broker und ein bißchen Selbst-Studium nicht vorbei.

Der Sitz des Aktien-Brokers

Die Ansässigkeit des Aktien-Brokers spielt die erste wichtige Rolle aus gleich mehreren Gründen. Wer sich im Internet nach Brokern umschaut, stößt auf viele deutsche Websites. Oft jedoch sitzen diese Unternehmen nicht in Deutschland, sondern etwa in Großbritannien, Zypern oder in den Niederlanden.

Das ist zunächst schon allein für die steuerliche Betrachtung von Investments äußerst relevant. Denn für Gewinne, die bei Verkäufen von Aktien realisiert werden, fällt bekanntermaßen die so genannte Abgeltungssteuer an. Diese liegt derzeit bei 25% plus Solidaritätsabgabe und gegebenenfalls der Kirchensteuer.

Fallen diese Gewinne auf einem deutschen Broker-Konto an, so führt dieser die Abgeltungssteuer automatisch an das Finanzamt ab. Dem Anleger entsteht dadurch kein weiterer Handlungsbedarf in seiner Steuererklärung. Aktien-Broker mit Sitz außerhalb Deutschlands führen die Abgeltungssteuer jedoch nicht direkt ab. Der Gewinn verbleibt zu 100% auf dem Konto. Dafür erhält der Kontoinhaber am Ende des Jahres in der Regel eine Jahresübersicht zu Gewinnen und Verlusten. Anhand dieser sind die Gewinne aus Aktiengeschäften in der Steuererklärung anzugeben und zu versteuern.

Freistellungsaufträge zur Gewinnmaximierung

Selbst wer sich diese Arbeit gerne machen möchte, stößt beim ausländischen Aktien-Broker auf einen weiteren Nachteil. Denn bei einem deutschen Broker lassen sich Freistellungsaufträge erteilen, während dies bei ausländischen Brokern nicht möglich ist. Freistellungsaufträge ermöglichen einen steuerfreien Gewinn bis zu 801,00 Euro für Einzelpersonen, bei Ehepaaren bis zu 1602,00 Euro. Angefallene Gewinne bei einem Aktien-Broker außerhalb Deutschlands müssen somit ab dem ersten Euro versteuert werden.

Handelskosten sind mehr als nur Order-Gebühren

Wie oben schon erwähnt liegt das hauptsächliche Augenmerk oft bei den Handelskosten. Doch Handelskosten sind nicht nur die Gebühren für den An- und Verkauf von Aktien. Darüber hinaus sollte man immer auch einen Blick auf die Nebenkosten werfen, die im Preisverzeichnis des Aktien-Brokers aufgeführt sein müssen.

Zunächst sind die reinen Ordergebühren immer das, womit der Broker wirbt. Sie reichen von etwa 2,00 Euro plus 0,026% vom Volumen je Order zum Beispiel bei Degiro mit Sitz in den Niederlanden, bis hin zu sportlichen 9,90 Euro zum Beispiel bei der Comdirect. Hier wird zwar mit einem Grundentgelt von nur 4,90 Euro geworben. Tatsächlich aber beträgt die Mindestprovision 9,90 Euro bei Orders, deren Volumen unter 2000,00 Euro liegt.

Lockangebote bei Aktien-Brokern beachten

Es ist schon fast die Regel, dass Aktien-Broker mit Handelsgebühren werben, die eigentlich nur für bestimmte Zeiträume gelten. So bietet zum Beispiel die Consorsbank zwar günstig erscheinende Gebühren von nur 3,95 Euro an. Diese gelten allerdings nur für die ersten 12 Monate und für Handelsvolumen bis 20.000,00 Euro. Es lohnt es sich also in jedem Fall, bei jedem Aktien-Broker ganz genau hinzusehen!

Zusätzlich fallen so gut wie immer pauschalisierte Handelsplatz-Gebühren an, die zwischen 2,00 Euro und 3,00 Euro liegen können. Hinzu kommen schließlich noch geringe Börsengebühren und Maklercourtagen. In der Summe werden dann aus beworbenen 5,00 Euro Handelsgebühren leicht mal tatsächliche ca. 8,50 Euro, so etwa im Festpreis-Depot des Aktien-Brokers Onvista.

Deutsche Börse in Frankfurt
Deutsche Präsenz-Börse in Frankfurt am Main

Preisverzeichnis des Aktien-Brokers lesen

Neben den unumgänglichen Orderkosten gibt es noch eine weitere Reihe von Kosten, auf die man achten sollte. Zuoberst sollte man prüfen, ob eine Depotgebühr verlangt wird. In der Regel ist das heute wettbewerbsbedingt nicht mehr der Fall. Das heißt aber nicht, dass es nicht Ausnahmen gibt!

Gerade beim Aktienhandel können Kosten für die Gutschrift von Dividenden anfallen. Auch hier ist es mittlerweile meistens so, dass der Aktien-Broker den Vorgang nicht mit einer Gebühr belastet. Doch prüfen sollte man das allemal.

Vergleichen sollte man bei seiner Suche ebenso die Kosten für Einladungen zur Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft, deren Aktien man hält. Diese liegen im Schnitt bei ca. 100,00 Euro, sind allerdings natürlich nur eine Option, die man nicht wahrnehmen muss.

Interessant sind auch die Gebühren für telefonische Orders sowie für sonstige Leistungen. Dazu gehören unter anderem die Erstellung von Kontoauszügen, Erträgnis-Aufstellungen (für die Einkommenssteuer), Bezugsrechtsausübungen oder Depotüberträge zugunsten oder zulasten des Kontos.

Besondere Kosten des Aktien-Brokers

Drei Kosten-Aspekte werden oft wenig beachtet oder unterschätzt. Einige Aktien-Broker verlangen zum Einen eine Inaktivitäts-Gebühr, wenn es auf dem Konto innerhalb eines bestimmten Zeitraums keine Aktivitäten gab. Gerade bei Anlegern mit mittel- oder langfristigen Horizont können diese Kosten auftreten. Es lohnt sich also, das Preisverzeichnis danach zu durchsuchen oder im Zweifel direkt beim Aktien-Broker danach zu fragen.

Ein weiterer Aspekt sind mögliche Kosten für Realtime-Kurse. Natürlich machen solche Echtzeit-Kurse in erster Linie nur für kurzfristig agierende Trader wirklich Sinn. Der langfristige Investor wird sich meistens mit Tagesschlusskursen oder zumindest mit 15 Minuten zeitverzögerten Kursen zufrieden geben, die kostenlos sind. Dennoch sollte man darauf achten, ob und wie viel ein Aktien-Broker für den Bezug von Realtime-Kursen an Gebühren verlangt.

Der richtige Aktien-Broker statt Währungstausch

Schließlich sollte man noch einen Blick auf die Kosten für den Währungstausch werfen, die beim Kauf an fremdländischen, in der Regel den US-Börsen anfallen können. Denn wer ein Depot in EURO führt, muss den erforderlichen Betrag beim Erwerb amerikanischer Aktien an einer US-Börse erst in US-Dollar umtauschen. Dies erledigt im Prinzip natürlich der Aktien-Broker automatisch. Hierfür wird jedoch meist eine Tausch-Gebühr fällig. Darüber hinaus trägt der Händler damit auch ein Währungsrisiko.

Grundsätzlich lassen sich die Kosten für den Währungstausch umgehen, indem man zum Beispiel bei den Londoner Aktien-Brokern InteractiveBrokers oder CapTrader direkt ein US-Dollar-Konto eröffnet. Dieses Konto sollte dann jedoch nur für den Kauf von auf US-Dollar lautende Aktien verwendet werden, da sonst der Cash-Bestand für den Kauf von auf EURO lautende Aktien erst auf EURO getauscht werden müsste. Das allgemeine Währungsrisiko bliebe dadurch weiterhin bestehen.

Wann sich der Währungstausch auch bei einem in EURO gehaltenen Konto umgehen lässt, wenn man bereit ist, kleine Nachteile in Kauf zu nehmen, erkläre ich weiter unten.

Anforderungen an die Handelsplattform des Aktien-Brokers

Obwohl die Handelsplattform für die Wahl des Aktien-Brokers nicht unbedingt kriegsentscheidend ist, sollte man in Betracht ziehen, was sie leisten kann. Bei den meisten Brokern lassen sich anders als etwa beim CFD-Trading Aktien nicht per einmaligen Klick ordern, sondern nur über eine Eingabemaske. Zudem bieten viele Broker eigene Handelsplattformen an, die als Software lokal auf dem eigenen Rechner laufen.

Ob es aber nun die lokale Software sein muss oder nicht doch einfach nur das Web-Interface des Aktien-Brokers ausreicht, hängt von einigen Faktoren ab. Wer langfristig sein Geld in Aktien anlegen möchte, dem dürfte ein Zugang per Web-Browser schon reichen. Wer jedoch kurzfristig oder anhand von Chart-Analysen handeln möchte, ist mit einer Software sicher besser bedient.

Grundsätzlich sollte hierbei die Verwendung von einer nicht zu geringen Auswahl an Indikatoren möglich sein. Seien es gleitende Durchschnitte, MACD, Stochastik oder gar ein Ichimoku und viele andere mehr. Einige bieten sogar Echtzeit-News an, die teilweise in der Software oder aber mindestens auf der Website des Aktien-Brokers angezeigt werden.

Externe Software und Websites für den Aktienhandel

Wer Aktien ernsthaft und intensiv handeln möchte, kann sich auch die AgenaTrader-Software ansehen. Sie ermöglicht oftmals eine Anbindung an den Aktien-Broker und hat je nach Version viele Vorteile für den Handel mit Wertpapieren. Interessant dürfte hierbei vor allem die Screening-Funktion sein, die vordefinierte Märkte mit Kriterien nach Aktien durchsucht, die den eigenen Vorgaben entsprechen.

Darüber hinaus lassen sich Websites nutzen, mit denen relativ effizient nach gewinnversprechenden Aktien Ausschau gehalten betrieben werden kann. Einige gute Beispiele hierfür sind tradingview.com und investing.com, die sich beide auf die deutsche Sprache umstellen lassen. Sie bieten neben vielen börsenrelevanten News ebenfalls die Möglichkeit der Chartanalyse und des Screenings.

Screening-Dienste für den Aktien-Handel
Auf Websites wie investing.com oder tradingview.com lassen sich attraktive Aktien screenen

Aktien-Broker mit breitem Angebot bevorzugt

Der Handel mit Aktien ist umso attraktiver, je mehr Basiswerte überhaupt handelbar sind. Daher sollte der Aktien-Broker den Handel mit möglichst vielen Papieren ermöglichen. Wie breit das Angebot aber ist, hängt oft von den Börsen ab, die der Broker im Portfolio hat. Standardmäßig sind das hierzulande neben Xetra und den Nebenbörsen von Frankfurt über Stuttgart bis Hamburg auch die wichtigsten US-Börsen NYSE und NASDAQ. Jedoch auch die London Stock Exchange (LSE) oder die Swiss Exchange (SIX) in Zürich sind von großer Bedeutung.

Bei den zum Handel angebotenen Aktien sollte man jedoch auch immer die Quelle der Kursstellungen hinterfragen, die der Aktien-Broker zur Verfügung stellt. Denn zahlreiche Broker vermitteln Kurse, die nicht unmittelbar von den Börsen kommen, sondern von Drittanbietern, die auch Market Maker sein können.

Kursstellungen mancher Aktien-Broker von Drittanbietern

Die bekannte Lang & Schwarz AG ist ein prominentes Beispiel dafür. Ihre Kursstellungen, die in der Regel mehr oder weniger den Xetra-Kursen entsprechen, werden an viele bekannte Broker ausgeliefert. Dazu zählen unter anderem Onvista (Tradegate), Flatex, DAB BNP Paribas, ViTrade, TradeRepublic, Comdirect und viele mehr.

Es gibt aber auch andere Aktien-Broker, die ihre Kurse etwa von der BATS (Europa & USA) oder dem multilateralem Handelssystem Chi-X mit Sitz in London beziehen. Dazu gehören in Teilen Broker wie InteractiveBrokers oder auch die in Zypern sitzende JFD. Grundsätzlich spricht nichts dagegen. Allerdings können hier die Spreads bisweilen zu Ungunsten des Aktienkäufers etwas größer sein als an der eigentlichen Börse.

Relative Vorteile eines Drittanbieters

Wenn Broker wie Lang & Schwarz als Drittanbieter Kursstellungen an Aktien-Broker liefern, kann das auch Vorteile mit sich bringen. Einer davon ist sicher die Möglichkeit des vor- und nachbörslichen Handels, während zum Beispiel über Xetra oder die Nasdaq gehandelte Aktien nur innerhalb deren festgelegter Tageszeiten handelbar sind. Die Drittanbieter treten dann als Market Maker auf. Dementsprechend vergrößern sich bei den Aktien natürlich auch die Spreads.

Weitere wichtige Aspekte beim Aktien-Broker

Ein Aktien-Broker sollte mehr als nur eine Kauf- und Verkaufs-Order anbieten. Das hört sich selbstverständlich an, ist es aber nicht. Die einfache Kauf- oder Verkaufs-Order ist immer eine Market-Order, die ihre Tücken haben kann. Deshalb sollte jeder Aktien-Broker ebenso und mindestens noch Stop- und Limit-Orders anbieten, mit denen sich Limit-Käufe einrichten und für bestehende Positionen Verlustbegrenzungen, Gewinnabsicherungen oder Take Profits setzen lassen.

Vorteilhaft ist es, wenn der Aktien-Broker neben dem eigentlichen Handel mit Aktien auch den Handel mit einem breiten ETF-Angebot anbietet. ETFs sind mittlerweile so weit verbreitet, dass an ihnen kaum mehr ein Weg vorbei führt. Dies gilt insbesondere für jene, die langfristige Investitionen in ETFs als Teil ihrer Altersvorsorge betrachten. Aus diesem Grund sollte ein guter Aktien-Broker ebenfalls entsprechende Sparpläne in diesem Segment anbieten können.

Grundanforderungen an den guten Aktien-Broker

Bestimmte Grundanforderungen an einen Aktien-Broker dürfen schließlich nicht unerwähnt bleiben. Dazu zählen auch die Angaben des Brokers über Kontrollinstanzen und Einlagensicherung. In Deutschland liegt die Einlagensicherung für nicht in offenen Positionen gehaltene Barbestände regelmäßig bei 20.000 Euro. Die Überwachung der Finanzgeschäfte sollte durch die Bafin erfolgen. Auch im Ausland ansässige Aktien-Broker müssen Angaben hierzu auf ihrer Website machen.

Ausschlaggebend ist weiterhin ein erreichbarer und kompetenter Support, der bestenfalls in der Lage ist, in deutscher Sprache zu antworten. Wer den Broker seiner Wahl vor Kontoeröffnung testen möchte, sollte dazu immer die Kontaktmöglichkeiten nutzen, die auf der Website leicht zu finden sein sollten.

Spezielle Aktien-Broker in der Kurz-Betrachtung

Im Verlauf des Jahres 2019 sind vor allem amerikanische Aktien-Broker auf der Gebührenseite stark unter Druck geraten. Eins der größten und ältesten Handelshäuser, Charles Schwab, bietet den Wertpapierhandel seit Oktober zum Nulltarif an. Andere wie E-Trade und Fidelity zogen schnell nach.

Der Preiskampf hat sich noch nicht auf Europa ausgeweitet. Allerdings treten mit TradeRepublic und Justtrade zwei spezielle Broker in den Markt, die es zu beachten gilt.

TradeRepublic revolutioniert den Markt für Aktien-Broker

Schon Anfang 2019 nahm der Aktien-Broker TradeRepublic seine Geschäfte auf. Der Clou des Startups war der erste komplett gebührenfreie Handel mit Aktien, Zertifikaten und ETFs. Lediglich eine pauschale Gebühr von 1,00 Euro fällt bei dem Düsseldorfer Unternehmen für den Handel an. Dahinter steht zudem eine Vereinfachung des Handels. Denn die Wertpapiere werden ausschließlich über eine Smartphone-App gekauft und verkauft. Es gibt (bisher) keine Desktop-Version.

Der Vorteil ist deutlich: fast zum Nulltarif lassen sich Wertpapiere schnell und einfach am Smartphone handeln, das immer dabei ist. TradeRepublic bietet mittlerweile sogar frei konfigurierbare Sparpläne auf zahlreiche ETFs an. Selbst die pauschale 1,00 Euro-Gebühr fällt hier beim Ankauf weg.

Im Übrigen lassen sich zwar in der App – via Lang & Schwarz – auch internationale und damit vornehmlich US-Aktien handeln. Die Kurse werden jedoch wie bei anderen Brokern, die an Lang & Schwarz angebunden sind, in Euro gestellt, wodurch ein gewisses Währungsrisiko gegeben ist. Dies dürfte aber für den durchschnittlichen Retailer kleiner ausfallen, als die Kosten für einen Währungstausch bei anderen Aktien-Brokern, welche sich damit vermeiden lassen.

Der Nachteil ist aber ebenso deutlich: keine Charts, keine Analyse, kein Research innerhalb der App. Wer das Gebührenmodell dieses Aktien-Brokers nutzen will, muss daher alles andere aus anderen Quellen ziehen.

Justtrade zog mit nahezu dem gleichen Angebot im Oktober 2019 nach. Beide Startups sind im Prinzip die deutsche Version des US-Aktien-Brokers Robinhood, der schon länger im Markt ist.

CFD- und Aktienbroker JFD

Der Broker JFD kann ebenfalls als Spezialfall gelten. Der zypriotische CFD-Broker bietet seit der Übernahme einer Bank den völlig kostenfreien Handel mit physischen Aktien an. Auch hier gibt es weder Mindestvolumen noch Mindestanzahlen. Der Handel erfolgt typisch für einen CFD-Broker über die Metaquote-Plattform MT5. Das ermöglicht ein Aktien-Trading direkt aus dem Chart heraus, dementsprechend ebenso eine fundierte Chartanalyse unter Anwendung sehr vieler Indikatoren.

Es gibt aber durchaus schwerwiegende Nachteile. Das Angebot an handelbaren Aktien umfasst derzeit nur ca. 600 Aktien aus den USA, Deutschland, Niederlande, Frankreich und Spanien. Dabei werden zwar die liquidesten Papiere berücksichtigt, aber bei Mid- und Small-Caps wird die Luft sehr schnell dünn.

Ein weiterer Nachteil ist die Kursstellung. Diese erfolgt durch das multilaterale Handelssystem Chi-X. Die Spreads weichen daher und insbesondere zur Eröffnungs- und Schlussauktion gerne mal von den Referenz-Spreads der jeweiligen Börse ab. Auch die Dividenden-Auszahlungen wirken bislang sehr intransparent. Während bei der Auszahlung die Abgeltungssteuer abgezogen wird, gilt dies nicht bei der Realisierung von Gewinnen. Da JFD in Zypern sitzt, wundert das nicht. Warum das allerdings für die Abgeltungssteuer gelten soll, konnte bisher niemand schlüssig erklären.

Spezialfall Aktien-CFDs

Einige Aktien-Broker ermöglichen zudem den Handel mit Aktien-CFDs. Aufgrund der geringeren Margin-Anforderungen und einem Hebel von 1:5 lässt sich mit der verfügbaren Equity so die 5-fache Menge handeln. Außerdem sind Short-Positionen auf Aktien problemlos möglich, was praktisch einem Leerverkauf entspricht.

Allerdings werden die Aktien niemals physisch gehalten. Die Kommissionen schlagen hier fast regelmäßig mit 5,00 Euro je Handel zu Buche. Zwar kann man von Dividenden-Zahlungen profitieren. Die Auszahlungsquote beträgt jedoch nur ca. 70%, während bei Short-Positionen die Dividende zu 100% vom Konto abgebucht wird. Hinzu kommen die für CFDs üblichen Over-Night-Haltekosten, die man bei längerer Haltedauer durchaus im Blick haben sollte, selbst wenn sie prinzipiell sehr niedrig sind.

Fazit zur Wahl des richtigen Aktien-Brokers

Wer auf der Suche nach dem passenden Aktien-Broker ist, sollte sich in den wenigsten Fällen auf Test-Ergebnisse verlassen. Denn was für den langfristig ausgerichteten Investor noch sinnvoll sein mag, muss nicht für den kurzfristig orientierten gelten. Wer eher selten handelt, kann auch höhere Gebühren in Kauf nehmen. Die sollten aber durch ein weitreichendes Service-Angebot gerechtfertigt sein. Dazu zählen Bereiche wie Research, Charts und Analyse-Tools oder etwa alternative Anlagemethoden wie ETFs, Anleihen, die Ausgestaltung von Sparplänen usw.

Händler mit hoher Trade-Frequenz schauen naturgemäß zunächst auf die Handelskosten. Wer bereit ist, Chart-Analyse und Research mit anderen Quellen zu nutzen, kann hier auf interessante Aktien-Broker mit extrem niedrigen oder gegen Null tendierenden Kostenmodellen zurück greifen. Natürlich spielen der in- oder ausländische Sitz mit Blick auf Steuern, Freibeträge und Konto-Währung ebenso eine wichtige Rolle. Die oben genannten Rahmenbedingungen wie Service-Leistungen, Kursstellungen, Order-Möglichkeiten usw. müssen unabhängig von Testergebnissen und vor allem subjektiv beachtet werden.

Den besten Aktien-Broker gibt es daher nicht. Nur den richtigen, der den eigenen individuellen Bedürfnissen am ehesten entspricht.

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