Degiro Wertpapierhandel 2019 – Erfahrungsbericht und Test

Broker Vergleich – wer ist der Beste? In diesem Artikel stellen wir DEGIRO vor

Logo von DEGIRO Wertpapierhandel
Logo von DEGIRO

Wenn Sie Wertpapiere (zum Beispiel Aktien) oder andere Finanzprodukte (zum Beispiel ETFs, CFDs, Optionen, Futures, Forex) handeln wollen, dann sollten Sie auf einen preiswerten Broker setzen. Einen Broker, der seinen Preis wert ist.

Bei der Auswahl des Brokers schauen viele Anleger zuerst auf die Orderkosten. Orderkosten sind die Gebühren, die Sie für einen Kauf und einen Verkauf an den Broker zahlen müssen. Je niedriger diese Gebühren sind, umso besser sollte der Broker sein. Aber stimmt das auch?

Die Orderkosten allein sind noch kein Kriterium für einen „preiswerten“ Broker. Wenn Sie sich für DEGIRO entscheiden wollen, dann haben wir hier für Sie die wichtigsten Kriterien zusammen gefasst.

Inhalt:

Wichtig zu wissen!

Es gibt nicht den besten Broker für alle. Bevor Sie sich also für einen Broker entscheiden, sollten Sie überlegen: Welche Produkte wollen Sie handeln? Wo wollen Sie handeln (zu Hause oder unterwegs)? Womit wollen Sie handeln (PC, Tablett, Smartphone)?

In unserem heutigen Broker Vergleich werden wir den Online-Broker DEGIRO mit Hauptsitz in den Niederlanden unter die Lupe nehmen.

Ordergebühren bei DEGRIRO

Die Ordergebühren setzen sich bei DEGIRO überwiegend aus einem Festpreis und einer prozentualen Gebühr zusammen. Dieser Mix macht die Ermittlung der korrekten Ordergebühr im Vorfeld etwas kompliziert und ungenau. Hinzu kommt, dass es an den unterschiedlichen Börsen unterschiedliche Preise für die gleichen Aktien gibt.

Beispiel für den Kauf einer deutschen Aktie über DEGIRO

Kaufen Sie die Aktie über XETRA, bezahlen Sie pro Transaktion (Kauf oder Verkauf) einen Festpreis von 2,00 € + 0,026 % vom Geldbetrag. Angenommen Sie wollen für 250 € RWE Aktien zu einem Kurs von 22,15 € kaufen. Ihre Ordergebühren setzen sich dann wie folgt zusammen:

Der Festpreis pro Transaktion beträgt 2,00 €. Zu diesem Festpreis kommt jetzt noch eine prozentuale Gebühr von 0,026% vom Geldbetrag hinzu. Der Geldbetrag errechnet sich aus der Anzahl der Aktien multipliziert mit dem Kaufkurs. Mit Ihren 250€ können Sie zu einem Kurs von 22,15€ insgesamt 11 Aktien kaufen.

250 € : 22,15 € = 11,2867 Aktien

Da Sie an der Börse nur ganze Stückzahlen kaufen können, wird auf 11 Aktien abgerundet.

Für den Kauf der 11 Aktien zu einem Kurs von 22,15 benötigen Sie einen Geldbetrag von (11 * 22,15 €) = 243,65 €. Dieser Geldbetrag stellt jetzt die Berechnungsgrundlage für die prozentuale Gebühr dar.

243,65€ * 0,026 % = 0,0633 = abgerundet auf 0,06 €

Die Gesamtkosten für die Transaktion belaufen sich auf 243,65 + 2,00 € Festpreis + 0,06 € prozentuale Gebühr = 245,71 €

Das entspricht einer Gebühr von 2,06€ für diese Transaktion. Für den Kauf der 11 RWE Aktien müssen Sie einen Gesamtbetrag von 245,71€ aufwenden.

Beispiel für den Verkauf einer deutschen Aktie bei DEGIRO

Angenommen, Sie wollen die 11 RWE Aktien später für 35 € verkaufen. Jetzt berechnet sich Ihre Transaktionsgebühr wie folgt:

11 Aktien * 35 € = 385,00 €. Dieser Geldbetrag stellt jetzt die Berechnungsgrundlage für die prozentuale Gebühr dar (385,00 € * 0,026 % = 0,093 gerundet 0,09 €). Zusätzlich müssen Sie noch den Festpreis von 2,00 € für die Transaktion bezahlen.

Ihr Auszahlungsbetrag beträgt 385,00 € – 0,09 € – 2,00 € = 382,91 €

Das entspricht einer Gebühr von 2,09 € für diese Transaktion.

Kauf und Verkauf einer deutschen Aktie an der Börse Frankfurt

Würden Sie den gleichen Kauf und Verkauf an der Börse Frankfurt durchführen, dann müssten Sie folgende Gebühren bezahlen:

Kauf: 243,65 € + 7,50 € Festpreis + 0,098 % prozentuale Gebühr (243,65 * 0,098 % = 0,2387 gerundet) = 0,24 €

Die Gesamtkosten für diese Transaktion belaufen sich jetzt 243,65 € + 7,50 € Festpreis + 0,24 € prozentuale Gebühr = 251,39 €.

Das entspricht einer Gebühr von 7,74€ für diese Transaktion.

Bitte beachten Sie, dass wenn Sie nur 250 € zur Verfügung haben, keine 11 RWE Aktien zum Preis von 22,15€ erwerben können! Sie müssen entweder weniger Aktien kaufen oder diese zu einem niedrigeren Kurs erwerben. Wenn Ihr Guthaben auf dem Konto nicht ausreicht, wird der Auftrag vom Broker abgelehnt.

Bei einem späteren Verkauf der 11 Aktien zu 35 € bezahlen Sie eine Gebühr von 7,50 € Festpreis + die prozentuale Gebühr von 0,098 %.

385,00 € * 0,098 % = 0,3773 gerundet = 0,38 € = 7,88 €

Die Gesamtkosten für den Verkauf belaufen sich auf 7,50 € Festpreis + 0,38 € prozentuale Gebühr = 7,88 €.

Dieser Betrag wird vom Broker einbehalten und Ihre Gutschrift beträgt 385 € – 7,88 € = 377,12 €.

In beiden Fällen haben Sie einen Kursgewinn von 141,35€ erzielt. Ihr tatsächlicher Gewinn beträgt bei einem Handel über DEGRIRO am Börsenplatz XETRA 141,35 – 2,06 € (Gebühren für den Kauf) – 2,10 € (Gebühren für den Verkauf) = 137,19 €.

Bei einem Handel über die Börse Frankfurt betragen Ihre Kosten 7,74 € für den Kauf und 7,8 8€ für den Verkauf.

Somit verbleiben Ihnen von Ihrem Kursgewinn von ursprünglich 141,35 € – 7,74 € – 7,88 € nur 125,73 €.

Es macht einen großen Unterschied, über welchen Börsenplatz Sie Ihrem Broker handeln!

An ausländischen Börsen wird es noch unübersichtlicher

Nehmen wir an, Sie wollen Aktien an den US-Börsen handeln. Die Berechnung der Ordergebühren wird jetzt etwas komplizierter.

Bei dieser Transaktion wird ein Festpreis in Euro von 0,50 € berechnet zuzüglich einer Gebühr von 0,004 $ (US-Dollar) pro Aktie. Der Kurs der Aktie spielt jetzt keine Rolle.

Angenommen, Sie wollen 50 Aktien kaufen. Für den Kauf bezahlen Sie 0,50 € Festpreis + (50 * 0,004 $ pro Aktie) 0,20 $. Sie müssen einen Teil der Gebühr in EUR und einen Teil in US-Dollar (USD) bezahlen.

Das Problem dabei ist, dass Sie wahrscheinlich keine US-Dollars (USD) auf Ihrem Konto haben. Sie müssten demnach erst Euro zum aktuellen Wechselkurs im Wert von 0,20 $ in US-Dollar (USD) umtauschen. Zusätzlich benötigen Sie US-Dollar (USD) für den Kauf der Aktien.

Der Umtausch der Währung von EUR in USD kann über den Auto FX Trader automatisch erfolgen. Dafür wird eine Gebühr von 1 % fällig. Was Sie aber im Vorfeld nicht genau wissen, ist der genaue Wechselkurs im Moment der Transaktion.

Wie hoch Ihre tatsächlichen Ordergebühren sind, erfahren Sie erst nachdem Sie eine Transaktion durchgeführt haben. Sie hängt immer vom aktuellen Wechselkurs ab. Die Anzeige der Ordergebühr ist nur eine Schätzung.

Ein genauer Blick auf die Ordergebühren und deren Zusammensetzung ist für einen realen Vergleich sehr wichtig. Eine Übersicht über das Preis- und Leistungsverzeichnis von DEGIRO finden Sie hier: https://www.degiro.de/data/pdf/de/Preisverzeichnis.pdf

Zusätzliche Gebühren (Depot- oder Inaktivitätskosten)

DEGIRO erhebt zurzeit etwas verwirrende jährliche Depot- oder Inaktivitätskosten. Inaktivitätskosten sind Kosten, die erhoben werden können, wenn keine Transaktionen mehr durchgeführt werden. Das ist oft der Fall, wenn Aktien mit einem Einmalbetrag gekauft und die Positionen nur noch gehalten werden (buy and hold).

Broker verdienen ihr Geld mit den Handelsgebühren. Kunden sollten also oft kaufen und verkaufen. Wenn Sie wenig handeln, verdient Ihr Broker (zu-) wenig. Der Broker benötigt zusätzliche Einnahmequellen.

DEGIRO erhebt folgende Gebühr (originaler Wortlaut):

Die Gebühr ist 0,25% des Kontoguthabens (der höchste Wert des Kalenderjahres) bzw. maximal 2,50€ pro Jahr und pro Börse (mit Ausnahme von XETRA, Frankfurt und EUREX). Die Kosten werden berechnet, wenn Sie innerhalb eines Kalenderjahres mindestens eine Transaktion durchführen oder die Position an einer Fremdbörse halten.

Beispiel:

Ihr gesamtes Portfolio hat einen Wert von 5.000 € und Sie haben Transaktionen auf den Börsen XETRA, Euronext Amsterdam und NASDAQ durchgeführt. Zusätzlich halten Sie eine offene Position auf der New York Stock Exchange:

  • XETRA 0,00 € (Position & Transaktion Heimatmarkt)
  • Euronext Amsterdam 2,50€ (Transaktion)
  • NASDAQ 2,50€ (Transaktion)
  • NYSE 2,50€ (Position)

Die Kosten für die „Einrichtung von Handelsmodalitäten“ in diesem Kalenderjahr sind einmalig: 3 x 2,50 € = 7,50 €

Das bedeutet, wenn Sie Aktien an einer ausländischen Börse handeln, zahlen Sie bis zu 2,50 € je Börsenplatz. Wenn Sie Aktien im Depot haben, die an der NYSE gehandelt werden, zahlen Sie zusätzlich bis zu 2,50 € pro Jahr.

Für Realtime Kursdaten von den verschiedenen Börsenplätzen werden überwiegend monatliche Gebühren erhoben. Siehe Preisverzeichnis: https://www.degiro.de/data/pdf/de/Preisverzeichnis.pdf

Orderarten bei DEGIRO

DEGIRO bietet nur die Standard-Ordervarianten an.

  • Market Order: Kauf oder Verkauf zum nächst möglichen Kurs
  • Limit Order: Kauf oder Verkauf zum angegebenen Kurs oder besser
  • Trailing Stop: automatische Anpassung der Gegenorder (Stop Loss) in Prozent oder Betrag zum aktuellen Kurs

Als Orderkombination gibt es die Stop Loss Order und die Stop Limit Order.

Die Stop Loss Order ist die unlimitierte Gegenorder zur Einstiegsorder. Bei Long-Positionen ist das eine Sell Stop Order und bei Short-Positionen ist das eine Buy Stop Order. Unlimitiert bedeutet, dass die Order bei Erreichen des angebenden Stop-Kurses zu einer Market Order wird und zum nächst möglichen Kurs ausgeführt wird. Dieser Kurs kann besser oder schlechter als der gewünschte Kurs sein.

Bei einem Kauf bewirkt die Stop Limit Order, dass die Order erst ausgeführt wird, wenn der aktuelle Kurs über den gewünschten Kurs steigt. Aus der Stop Limit Order wird dann eine normale Buy Limit Order.

Bei einem Verkauf bewirkt die Stop Limit Order, dass die Order erst ausgeführt wird, wenn der aktuelle Kurs unter den gewünschten Kurs fällt. Aus der Stop Limit Order wird dann eine normale Sell Limit Order.

Die sinnvollen Bracket-Orders werden von DEGIRO zurzeit nicht angeboten. Eine Bracket-Order ist eine Kombination aus Einstiegsorder, Gewinnzielorder und Verlustbegrenzungsorder. Diese kann für Long- oder Short-Positionen verwendet werden.

Beispiel für Bracket-Order

Nach Eröffnung einer Long-Position werden automatisch zwei Verkaufsorder (Stop Loss und Sell Limit) platziert. Wird eine der beiden Verkaufsorder ausgeführt, wird die verbliebene Order automatisch gelöscht.

Für Short-Positionen werden zwei Kauforder (Stop Loss und Buy Limit) platziert. Wird eine der beiden Verkaufsorder ausgeführt, wird die verbliebene Order automatisch gelöscht.

Bracket-Order haben den Vorteil, dann Sie die Orders nicht ständig überwachen müssen.

Produktpalette und Börsenplätze

DEGIRO bietet seinen Kunden den Zugang zu den üblichen Finanzprodukten wie Aktien, CFDs, ETFs, Investmentfonds, Future, Optionen, Optionsscheine, Anleihen und Zertifikate. Der „echte“ Forex-Handel (Währungshandel) ist zurzeit nicht möglich.

Als Handelsplätze stehen die größten Börsen wie XETRA, NYSE und NASDAQ zur Verfügung. Aber auch der Zugang zu kleineren Börsen in Europa, Kanada, Australien und Asien wird angeboten. In 95% der Fälle reicht aber der Zugang zu den großen Börsen aus.

Ein wichtiger Vorteil ist, dass die verschiedenen Produkte (wie zum Beispiel Aktien, ETFs, Future, Optionen) in der jeweiligen Währung an den Heimatbörsen gehandelt werden können. Hier ist aber zu beachten, das bei jeder Transaktion (Kauf oder Verkauf) zusätzlich ein kostenpflichtiger Währungsumtausch erfolgt (Standardeinstellung von DEGIRO).

Eine Übersicht über die Produktpalette und Börsenplätze finden Sie hier:https://www.degiro.de/produkte-und-boersen/

Handhabung der Orderplatzierungen (Ordermaske)

Die Eingabe der Kauf- oder Verkaufsaufträge erfolgt in einer separaten Ordermaske. Die Ordermaske ist sehr einfach gehalten und bietet zwei Varianten für die Auswahl der Positionsgröße. Diese zwei Varianten können aber gerade bei Anfängern zu Verwirrungen führen.

Als Erstes wählt man das gewünschte Finanzprodukt (zum Beispiel Aktien) aus und legt fest, ob man kaufen oder verkaufen möchte. Danach wählt man den Typ der Order (zum Beispiel Market oder Limit) aus und wenn nötig, den Kurs für das Limit.

Jetzt muss man die Positionsgröße festlegen. Dafür gibt es zwei Varianten. Entweder gibt man die entsprechende Anzahl ein oder einen Betrag, und die Anzahl wird auf Grundlage des gewählten Limit-Kurses automatisch berechnet. Was eigentlich eine gute Idee ist, hat nach meiner Erfahrung gerade bei Anfängern für Verwirrung gesorgt. Es wird versucht, beide Werte (Anzahl und Betrag) gleichzeitig einzugeben.

Zum Schluss muss noch die Gültigkeitsdauer der Order ausgewählt werden. Diese kann tagesgültig sein oder unbefristet.

  • Tagesgültig bedeutet, dass die Order zum Handelsschluss am Tag der Erteilung automatisch gelöscht wird. Die Order muss jeden Tag neu erteilt werden.
  • Unbefristet bedeutet, dass die Order gültig bleibt, bis diese manuell gelöscht wird.

Bei der Orderplatzierung ist folgendes unbedingt zu beachten. Liegt der gewünschte Limitkurs zu weit vom aktuellen Kurs entfernt, wird die Orderplatzierung vom System abgelehnt. Das ist nicht bei jedem Broker der Fall und ein Nachteil von DEGIRO.

Spreads (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs)

Die Profitabilität der eigenen Handelsaktivitäten hängt nicht nur von der Handelsmethode und den Gebühren ab, sondern auch von der Differenz (Spread) zwischen Kaufkurs (BID) und Verkaufskurs (ASK). Je größer diese Differenz ist, umso geringer fällt der eigene Gewinn bei gleicher Kursbewegung aus.

Der Spread ist vor allem für Daytrader wichtig, die auf minimale Kursveränderungen spekulieren. Trader oder Investoren, die größere Kursschwankungen oder Aktien als Langfristanlage nutzen wollen, können den Spread (sofern er börsenüblich ist) vernachlässigen.

DEGIRO macht zur Höhe der Spreads keine konkreten Angaben. Unsere Beobachtung zeigen aber keine nennenswerten Abweichungen zu den börsenüblichen Spreads.

Chartsoftware und Realtime-Kurse

DEGIRO biete keine eigene Chartsoftware, die diesen Namen auch verdient. Es ist mehr eine grobe Übersicht des Kursverlaufes über einen begrenzten Zeitraum. Anleger, die sich auch am Kursverlauf orientieren wollen, müssen auf Drittanbieter ausweichen. Zu beachten ist dann, dass die Kursangaben bei den einzelnen Wertpapieren variieren können.

Es gibt somit auch keinen Chart-Trader. Mit einem Chart-Trader kann man direkt im Chart seine Order platzieren. Das ist oft übersichtlicher als mit einem puren Order-Ticket.

DEGIRO bietet seinen Kunden Realtime-Kurse an. Diese sind abhängig von der jeweiligen Börse entweder kostenlos oder kostenpflichtig. Kursdaten für die wichtigsten Börsen (XETRA, NYSE, NASDAQ) sind 15 Minuten verzögert oder kostenpflichtig.

Eine genaue Übersicht finden Sie hier:https://www.degiro.de/data/pdf/de/Preisverzeichnis.pdf

Umgang mit Fremdwährungsprodukten

Anleger, die nicht nur europäische Aktien und einige ausgewählte US-Aktien über die Börse XETRA in EUR handeln wollen, benötigen Fremdwährungen in ihrem Depot.

Wer zum Beispiel Aktien an der NYSE oder der NASDAQ in den USA handeln möchte, benötigt US-Dollar (USD).

DEGIRO stellt zurzeit keine Möglichkeit zur Verfügung, verschiedene Währungen (zum Beispiel EUR und USD) gleichzeitig im Depot zu halten.

Das hat für den Kunden folgende Auswirkungen.

Bei einem Kauf von zum Beispiel Aktien auf USD-Basis wird der benötigte Geldbetrag in Echtzeit von EUR in USD kostenpflichtig umgetauscht. Bei einem Verkauf der Aktien wird der Geldbetrag wieder in Echtzeit von USD in EUR kostenpflichtig zurück getauscht. Das hat Vorteile, aber auch gravierende Nachteile.

  • Vorteil: Der Kunde hat immer EUR auf seinem Konto.
  • Nachteil: Kursgewinne und Dividendenzahlungen in USD werden sofort kostenpflichtig in EUR getauscht.
  • Vorteil: Kursgewinne in USD können sich bei einem Verbessern des Wechselkurses EUR/USD erhöhen.
  • Nachteil: Kursgewinne in USD können sich bei einem Verschlechtern des Wechselkurses EUR/USD verringern.
  • Vorteil: Kursgewinne in USD können sich bei einem Verbessern des Wechselkurses EUR/USD verringern.
  • Nachteil: Kursverluste in USD können sich bei einem Verschlechtern des Wechselkurses EUR/USD erhöhen.
  • Großer Nachteil: Es ist nicht möglich, USD auf dem Konto zu behalten, um später Aktien auf USD-Basis ohne erneute Umtauschgebühren kaufen zu können.

Übersichtlichkeit (wo finden Sie was?)

Die Übersichtlichkeit der Handelsplattform ist akzeptabel. Nach einer gewissen Einarbeitungszeit und konsequenter Suche findet man alle wichtigen Informationen und Bedienelemente. Für Einsteiger und Langfristanleger (die wenig handeln) ist es aus unserer Sicht ausreichend.

Für Trader, die kleinere Kursschwankungen in Echtzeit handeln wollen, ist die Handelsplattform ungeeignet. Wer andere Handelsplattformen kennt, wird das eine oder andere sehr vermissen.

Sicherheit Ihrer Einlagen bei DEGIRO

Ihr Geld wird nicht bei DEGIRO verwahrt, sondern in einer gesonderten Verwahrstelle. Sollte DEGIRO in finanzielle Schwierigkeiten kommen, sind Ihre Einlagen nicht betroffen.

Die Verwahrstelle ist ein Geldmarktfonds. DEGIRO verwendet hier Morgan Stanley Investment Management oder Fundshare.

Geldmarktfonds unterliegen nicht der gesetzlichen Einlagensicherung. Sollte es bei Morgan Stanley Investment oder Fundshare zu Unregelmäßigkeiten kommen, könnten Ihre Einlagen betroffen sein.

Steuern

Bei DEGIRO sind Sie für die Versteuerung Ihre Kursgewinne selbst verantwortlich. Sie können keinen Freistellungsauftrag erteilen.

Die Quellensteuer auf Dividenden wird von DEGIRO einbehalten.

Mein Fazit zu DEGIRO

DEGIRO kann mit Blick auf die Handelsgebühren eine echte Alternative zu andern bekannten Online-Brokern und Banken sein. Einen Vorteil gegenüber deutschen Brokern und Banken sehe ich bei der Besteuerung von Kursgewinnen. Der Anleger kann seine Abrechnung am Jahresende machen und sofort Verluste mit Gewinnen verrechnen. Die Kapitalertragssteuer wird nicht bei jeder Gewinnrealisierung sofort abgezogen.

In Sachen Sicherheit sollten sich die Anleger bewusst sein, dass es keine gesetzliche Einlagensicherung nach deutschem Standard gibt.

Trader, die mehr als nur eine Ordermaske und eine grobe Übersicht über Ihr Depot und die Märkte wollen, werden hier enttäuscht. Das Fehlen einer brauchbaren Chartsoftware, vieler nützlicher Ordervarianten und einer API-Schnittstelle stellen aus meiner Sicht einen großen Nachteil dar.

DEGIRO eignet sich für die Anleger, die kostengünstig auch kleinere Beträge in Aktien oder ETFs investieren wollen und über die XETRA handelbar sind.