FX Blue wirbt damit, kostenlos zu sein, und das stimmt auch. Der britische Anbieter wertet deine Handelsergebnisse aus, kopiert Trades zwischen MetaTrader-Konten und liefert gut zwei Dutzend Zusatzwerkzeuge, ohne dafür Geld zu verlangen. Bezahlt wird trotzdem, nur nicht von dir: FX Blue lebt heute von Brokern und Prop-Firmen, die für Platzierung und Vermittlung zahlen.
Dieser Bericht ist ein vollständiger Neuaufbau unserer Fassung von 2019. Der Anbieter hat seine Website seither neu gebaut, Produkte umbenannt und ein Partnermodell eingeführt. Mehrere Aussagen unserer alten Fassung stimmen deshalb nicht mehr, und wir schreiben weiter unten aus, welche das sind. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
FX Blue: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Kostenloses Performance-Tracking: FX Blue Live liest dein Handelskonto aus und wertet es aus. Der Dienst ist gratis und aktualisiert bei offenen Positionen im Abstand von 60 Sekunden.
- 21 Werkzeuge für MetaTrader: Darunter der Personal Trade Copier, der Internet Trade Mirror und der Trading Simulator, der aus dem Strategietester ein Übungswerkzeug macht.
- Finanziert über Broker und Prop-Firmen: FX Blue blendet gesponserte Anzeigen ein und betreibt einen Prop-Firmen-Vergleich, in dem Anbieter für Platzierung und Vermittlung zahlen. Der Anbieter legt das offen.
- Betreiber ist die FXBLUE LLP in London: eingetragen beim britischen Companies House unter OC356843, gegründet 2010, bis 2014 unter dem Namen MT4I LLP.
- Kaum unabhängige Bewertungen: Bei Trustpilot stehen drei Bewertungen, bei Google sieben. Daraus lässt sich nichts ableiten, weder im Guten noch im Schlechten.
- Als Myfxbook-Alternative tauglich: Beide können Tracking. FX Blue hat die größere Werkzeugkiste, Myfxbook die übersichtlichere Darstellung und die größere Community.
Was ist FX Blue?
FX Blue ist ein kostenloser britischer Dienst, der Handelsergebnisse aus MetaTrader und anderen Plattformen ausliest, auswertet und veröffentlicht, und der dazu gut zwei Dutzend Zusatzwerkzeuge für MT4 und MT5 anbietet.
Der Dienst setzt auf der verbreitetsten Handelssoftware überhaupt auf. MetaTrader in den Versionen 4 und 5 ist bei Forex- und CFD-Brokern der Standard, und genau dort setzen die meisten Werkzeuge von FX Blue an. Wer mit einer anderen Plattform arbeitet, kann zwar die Auswertung nutzen, bekommt vom Rest des Angebots aber wenig ab. Welche Anbieter die neuere Version einsetzen, zeigt unser Vergleich der MetaTrader-5-Broker.
Der Dienst gehört keinem Broker. Das ist der wichtigste Unterschied zu vielen ähnlichen Angeboten. FX Blue verkauft weder Konten noch Handelsprodukte und schreibt auf der eigenen Website ausdrücklich, man sei weder eine Prop-Firma noch ein Broker. Für dich heißt das: Die Auswertung deiner Trades kommt von einer Stelle, die am Ergebnis deiner Trades nichts verdient.
Nach eigenen Angaben läuft der Dienst seit 2009. Das Angebot ist über die Jahre stark gewachsen. Aus einem reinen Auswertungswerkzeug für Forex-Trader ist eine Plattform geworden, die Wirtschaftskalender, Nachrichten, Broker- und Prop-Firmen-Vergleiche, Handelswettbewerbe und eine eigene Charting-Oberfläche umfasst.
Die Seite ist auf Englisch, die Auswertung deiner Trades nicht. Wer FX Blue Live nutzt, bekommt seine eigenen Kennzahlen auf Deutsch angezeigt. Das Hauptmenü, die Hilfetexte und die Werkzeugbeschreibungen bleiben aber englisch. Für Einsteiger ohne Englischkenntnisse ist das die größte Hürde des Dienstes.
Wer steckt hinter FX Blue?
Betreiber ist die FXBLUE LLP mit Sitz in London. Die Gesellschaft ist beim britischen Companies House unter der Nummer OC356843 eingetragen, als Rechtsform eine Limited Liability Partnership, gemeldete Anschrift 124 City Road, London EC1V 2NX. Der Status lautet aktiv, der letzte Jahresabschluss ist auf den 31. Dezember 2025 datiert.
Der frühere Name verrät die Herkunft. Von der Gründung am 2. August 2010 bis zum 30. Juni 2014 firmierte dieselbe Gesellschaft als MT4I LLP, also als Anbieter von MT4-Indikatoren. Daneben bestehen die FXBLUELABS LIMITED von 2013 und eine im Juni 2024 gegründete FXBLUE HOLDINGS LTD unter derselben Anschrift. Eine ältere Gesellschaft namens FXBLUE wurde im Oktober 2024 aufgelöst.
Diese aufgelöste Gesellschaft sorgt bis heute für eine falsche Adresse. Wer bei Google nach FX Blue sucht, bekommt im Info-Kasten die Anschrift 118 Pall Mall angezeigt. Die gehörte der 2024 aufgelösten Firma. Der aktive Betreiber sitzt in der City Road. Ein Detail, aber es zeigt, wie wenig belastbar solche Info-Kästen sind.
Die Nutzungsbedingungen nennen selbst keine Gesellschaft. Sie regeln englisches Recht und den Gerichtsstand London, nennen aber weder Firma noch Registernummer noch Anschrift. Wer wissen will, mit wem er es zu tun hat, muss den Umweg über das Handelsregister oder den App-Store-Eintrag gehen. Das ist keine Seltenheit bei Gratisdiensten, sauber ist es trotzdem nicht.
FX Blue Live: die eigene Performance auswerten
FX Blue Live ist das Herzstück des Angebots. Du verbindest dein Handelskonto, und der Dienst wertet jeden abgeschlossenen Trade aus. Bei offenen Positionen aktualisiert er die Zahlen nach Angaben des Anbieters im Abstand von 60 Sekunden. Das Ergebnis kannst du privat lassen, öffentlich stellen oder als Widget in eine eigene Website einbauen.
Für die Anbindung gibt es zwei Wege, und sie unterscheiden sich in einem wichtigen Punkt. Beim Account Sync holt FX Blue die Daten selbst vom Broker ab, du installierst nichts. Beim Publisher-EA läuft ein kleines Programm in deinem MetaTrader und schickt die Daten. Der zweite Weg unterstützt mehr Plattformen, der erste ist bequemer.

Für die Anmeldung brauchst du Serverkennung, Kontonummer und Passwort. Das klingt nach viel, ist aber das Investor-Passwort, also der Lesezugriff ohne Handelsrecht. Prüfe vor der Eingabe, dass du wirklich dieses und nicht dein Hauptpasswort verwendest. Die Daten kommen anschließend direkt vom Broker, was den Spielraum für Schönfärberei klein hält.
Die Auswertung geht deutlich tiefer als eine Gewinnkurve. Du bekommst Profitfaktor, Trefferquote, größten Rückgang, Pips, Trades pro Tag und dazu Aufschlüsselungen nach Symbol, Richtung, Wochentag, Tageszeit und Haltedauer. Wer seine Tradingperformance ernsthaft prüfen will, findet hier mehr, als die meisten Broker liefern.
Der FX Blue Personal Trade Copier
Der Personal Trade Copier ist das meistgesuchte Werkzeug des Anbieters. Er dupliziert Orders zwischen zwei oder mehr MetaTrader-Installationen auf demselben Rechner. Das ist der entscheidende Unterschied zum Trade Mirror: Der Copier arbeitet lokal, nicht über das Internet. FX Blue gibt an, das Werkzeug werde von Zehntausenden Tradern genutzt.
Seit Version 10 laufen MT4 und MT5 gemischt. Du installierst die MT4-Fassung in MT4 und die MT5-Fassung in MT5, danach kopieren beide in jede Richtung. Dazu kommen risikobasierte Lot-Anpassung, das Umkehren der Handelsrichtung und die Möglichkeit, das Verhalten mit eigenem MQL-Code zu überschreiben.
Eine Einschränkung nennt der Anbieter selbst, und sie ist wichtig. Der Installer und einige Werkzeuge brauchen das Microsoft .NET Framework 4.8. Auf einem frisch aufgesetzten virtuellen Server fehlt das oft. Wer den Copier rund um die Uhr laufen lassen will, prüft das besser vor der Buchung des Servers.
Für Prop-Firmen ist der Copier ein heikles Werkzeug. Viele Anbieter verbieten in ihren Bedingungen das Kopieren fremder Signale oder das Spiegeln zwischen Konten verschiedener Personen. Das Spiegeln der eigenen Konten ist meist erlaubt. Lies die Regeln deiner Prop-Firma, bevor du den Copier einsetzt. Einen Überblick über die Alternativen gibt unser Vergleich der Trade Copier für MT4, MT5 und cTrader.
Der FX Blue Trade Mirror
Der Internet Trade Mirror überträgt Signale über das Netz statt über einen Broker. Ein Signalgeber lässt einen Sender-EA laufen, die Empfänger einen Receiver-EA. Dazwischen steht nur FX Blue. Für beide Seiten ist ein kostenloses Konto nötig, und der Signalgeber muss jeden Empfänger in seine Liste aufnehmen.
Als Empfänger behältst du die Kontrolle über dein Risiko. Lot-Größe, Risikoanpassung und die zulässige Slippage stellst du im Receiver-EA selbst ein. Du übernimmst also die Einstiege des Signalgebers, nicht seine Positionsgröße. Wer Signalgeber sucht, sollte diesen Unterschied kennen, weil er über den größten Teil des Risikos entscheidet.

Genau hier hat sich seit unserem ersten Bericht etwas geändert. Der Screenshot oben stammt aus dem Jahr 2019 und nennt den Dienst ausdrücklich nur für MT4. Heute schreibt der Anbieter auf der Produktseite, Sender und Empfänger könnten in jeder Kombination aus MT4 und MT5 laufen. Für Nutzer von MT5 ist das der Unterschied zwischen unbrauchbar und nutzbar.
Support bekommst du vom Signalgeber, nicht von FX Blue. Das schreibt der Anbieter in seiner Anleitung selbst: Wer Signale empfängt, wendet sich bei Problemen an den Sender. FX Blue stellt die Technik und hält sich aus der Beziehung zwischen beiden heraus. Wer über Copytrading nachdenkt, sollte wissen, dass hier niemand die Qualität der Signale prüft.
Trading Simulator und die übrigen Werkzeuge
FX Blue stellt derzeit 21 Werkzeuge zum Download bereit. Sie sind in neun Kategorien sortiert und laufen als Expert Advisor, Indikator oder Skript in MT4 und MT5. Alle sind kostenlos. Die Zahl schwankt über die Jahre, die Aufteilung sah im September 2026 so aus:
| Kategorie | Anzahl | Wofür |
|---|---|---|
| MyTrader App Suite | 1 Paket | Sammlung mit über 35 Einzelwerkzeugen im Terminal |
| Trade Copying | 2 | Personal Trade Copier und Internet Trade Mirror |
| Monitoring und Alerts | 4 | Kontoüberwachung, Alarme, automatischer Neustart |
| Technische Indikatoren | 4 | Renko, Tick-Charts, Sentiment, Krypto-Kurse |
| Developer Apps | 4 | Bibliotheken für E-Mail, SMS und eigene Entwicklungen |
| Chart Tools | 2 | Werkzeuge für mehrere Charts gleichzeitig |
| Publishing Apps | 2 | Übertragung der Handelshistorie an FX Blue |
| Account Analysis | 1 | Trading Simulator für den Strategietester |
| Slingshot | 1 | Signalwerkzeug des Anbieters |
Der Trading Simulator
Der Trading Simulator ist das interessanteste Werkzeug der Liste. Er baut den Strategietester von MT4 und MT5 zu einem Übungsplatz um. Statt einen Roboter laufen zu lassen, handelst du selbst durch historische Kursdaten und siehst sofort, wie deine Entscheidungen ausgegangen wären. Das ist Backtesting von Hand, und es ist ein ehrlicheres Training als jedes Demokonto in Echtzeit.
Du setzt dabei echte Orders, keine Klickübungen. Markt- und Pending-Orders, Trailing Stops, das Verschieben von Stop und Ziel per Klick in den Chart, dazu Vorlagen für wiederkehrende Orderarten. In Version 3 kamen mehrere Zeitebenen und Tastaturkürzel dazu. Das Ergebnis eines Durchlaufs kannst du anschließend bei FX Blue veröffentlichen und dort genauso auswerten wie ein echtes Konto.
MyTrader: die neue Plattform
MyTrader ist der größte Umbau seit unserem ersten Bericht. Was früher Figaro Advanced Trader Tools hieß, heißt heute MyTrader App Suite und umfasst über 35 Werkzeuge im MetaTrader-Terminal. Dass es dieselbe Linie ist, lässt sich nachweisen: Die Android-App trägt bis heute den Paketnamen com.fxblue.figaroandroid.
Dazu kommt eine eigene Plattform im Browser und als App. Sie besteht aus frei kombinierbaren Kacheln für Kurse, Charts, Orders und Marktdaten. Beide Apps wurden zuletzt im Juni 2026 aktualisiert, die iOS-Fassung läuft im App Store unter dem Entwicklernamen FXBLUE LLP. Bewertungen gibt es dort praktisch keine.
Wie sich FX Blue finanziert
An dieser Stelle müssen wir unsere eigene alte Fassung korrigieren. Bis heute stand in diesem Artikel, auf der Seite gebe es keinerlei Werbung und sie sei völlig unabhängig von anderen Firmen. Das war 2019 nach unserem Eindruck richtig. Heute ist es falsch, und zwar in jedem Teil des Satzes.
FX Blue blendet gesponserte Anzeigen ein. Im Programmcode der Website steckt ein Anzeigenfenster, dessen Text wörtlich lautet, es handle sich um eine gesponserte Anzeige, die man wegklicken müsse, um weiterzulesen. Dazu kommt ein Platz im Seitenkopf für das Logo eines Sponsors.
Manche Werkzeuge gibt es nur gegen deine Kontaktdaten. Vor dem Zugriff auf bestimmte Premium-Funktionen erscheint ein Einwilligungsschritt. Der Text erklärt, man könne diese Leistungen dank des Sponsorings eines namentlich genannten Unternehmens kostenlos anbieten, und bittet um Zustimmung zu dessen Datenschutzerklärung. Kostenlos heißt hier also: Du zahlst mit deiner E-Mail-Adresse.
Der Prop-Firmen-Vergleich ist nach Bezahlung sortiert, und der Anbieter sagt das selbst. In einem eigenen Hinweis erklärt FX Blue das Modell in vier Stufen: Firmen mit der Kennzeichnung Premium zahlen für die Listung und zusätzlich eine Vermittlungsprovision, sie stehen oben. Featured zahlt nur für die Listung, Affiliate nur Provision, und darunter folgen Firmen ohne jede Geschäftsbeziehung.

Diese Offenheit ist mehr, als die meisten Vergleichsportale bieten. Jede Firma trägt ihre Kennzeichnung sichtbar, und FX Blue schreibt dazu, dass Filter und Vergleichswerte nicht von der Partnerstufe abhängen. Prüfen lässt sich das von außen nicht. Für dich als Leser bleibt die Regel: Die Reihenfolge der Liste ist keine Rangfolge nach Qualität.
Das Gleiche gilt für die Brokerliste. Dort stehen unter anderem IC Markets, FP Markets, VT Markets, Moneta Markets, PU Prime und XM. Das ist bemerkenswert, weil unsere alte Fassung FX Blue ausdrücklich dafür lobte, unabhängig zu sein, während Myfxbook von XM gesponsert werde. Heute führt FX Blue denselben Broker in der eigenen Liste.
FX Blue oder Myfxbook?
Beide Dienste können dasselbe Grundproblem lösen. Sie lesen dein Handelskonto aus und machen daraus eine nachprüfbare Auswertung. Die Unterschiede liegen im Drumherum, und seit unserem ersten Vergleich haben sie sich verschoben. Myfxbook hat inzwischen eine kostenpflichtige Stufe, FX Blue nicht.
| Merkmal | FX Blue | Myfxbook |
|---|---|---|
| Tracking | kostenlos | kostenlos |
| Kostenpflichtige Stufe | keine | Strategy AI ab 25 US-Dollar im Monat |
| Werkzeuge für MetaTrader | 21 zum Download | deutlich weniger |
| Eigene Handelsplattform | MyTrader für Web und App | keine |
| Trustpilot | 2,8 aus 3 Bewertungen | 2,6 aus 41 Bewertungen |
| Werbung auf der Seite | gesponserte Anzeigen | Broker-Werbung |
| Oberfläche | nüchtern, viele Zahlen | aufgeräumter, grafischer |
Die Zahl der Trustpilot-Bewertungen ist bei beiden zu klein für ein Urteil. Drei gegen 41 Stimmen sagen nichts über die Qualität eines Dienstes mit Zehntausenden Nutzern. Beide Profile sind zudem nicht vom Unternehmen beansprucht, und Trustpilot weist bei FX Blue selbst darauf hin, dass keine Bewertungseinladungen versendet wurden und die Stimmen deshalb nicht repräsentativ sein müssen.
Eine alte Aussage von uns war schlicht falsch. In der Fassung von 2019 stand, bei FX Blue fehle der Wirtschaftskalender. Das stimmt nicht mehr: Der Anbieter führt heute einen eigenen Kalender mit Prognosewerten, Sitzungsübersicht und Wochenansicht sowie einen Nachrichtenteil. Wer lieber unseren nimmt, findet ihn im Wirtschaftskalender.
Auch der zweite alte Kritikpunkt ist erledigt. Wir schrieben, es gebe keine brauchbare iOS-App. Inzwischen liegt MyTrader in beiden Stores, zuletzt im Juni 2026 aktualisiert. Ob die App gut ist, lässt sich mangels Bewertungen nicht sagen, aber die Behauptung, es gebe keine, ist überholt.
Unsere Empfehlung hängt davon ab, was du suchst. Willst du nur deine Ergebnisse sauber ausgewertet sehen und teilen, nimm den Dienst, dessen Oberfläche dir besser gefällt. Brauchst du zusätzlich Werkzeuge im Terminal, einen Copier oder einen Simulator, ist FX Blue klar im Vorteil. Wer cTrader mit voller Automatik anbinden will, findet in unserem Überblick zum Forex Copier die kostenpflichtigen Alternativen.
Meine Erfahrungen mit FX Blue
Ich habe FX Blue über mehrere Jahre für die Auswertung eines Kontos genutzt. Der folgende Screenshot stammt aus dieser Zeit und zeigt mein eigenes Konto in der Oberfläche des Dienstes. Es handelt sich um ein Demokonto, das sagt die Zeile Kontotyp im Bild auch aus. Für die Frage, wie gut die Auswertung arbeitet, spielt das keine Rolle, für die Bewertung der Zahlen schon.

Genau diese Kennzahlen sind der Grund, warum sich der Dienst lohnt. Das Konto stand bei einem Profitfaktor von 1,41, einer Trefferquote von 51,5 Prozent und einem größten Rückgang von 8,0 Prozent bei 1.021,6 Pips. Solche Zahlen rechnet kaum jemand von Hand aus, und ohne sie lässt sich nicht beurteilen, ob eine Handelsweise trägt.
Der Profitfaktor ist dabei die aussagekräftigste Einzelzahl. Er setzt die Summe aller Gewinne ins Verhältnis zur Summe aller Verluste. Ein Wert von 1,41 heißt: Auf einen Euro Verlust kamen 1,41 Euro Gewinn. Eine Trefferquote von rund 50 Prozent sagt für sich genommen nichts, erst zusammen mit dem Verhältnis von Gewinn zu Verlust ergibt sie ein Bild.

Die Anbindung lief zuverlässig, die Oberfläche war nie schön. In der Zeit, in der ich den Dienst genutzt habe, gab es keine Ausfälle und keine falschen Zahlen. Die Darstellung wirkte dagegen immer nüchtern bis altbacken. Mit dem Umbau der Website hat sich das geändert, die Auswertungsansicht selbst ist aber weiterhin auf Zahlen ausgelegt und nicht auf Optik.
Was ich nicht getestet habe, sage ich auch. Den Trade Mirror und den Personal Trade Copier habe ich nicht im Dauerbetrieb eingesetzt, und über die Qualität der Signalübertragung kann ich deshalb nichts aus eigener Anschauung sagen. Die Angaben dazu in diesem Artikel stammen aus den Produktseiten und Anleitungen des Anbieters, geprüft am 16. September 2026.
Dafür spricht
- Wirklich kostenlos: Tracking, Copier, Simulator und alle Downloads kosten nichts. Es gibt keine Bezahlstufe und keinen Zwang zu einem bestimmten Broker.
- Ungewöhnlich tiefe Auswertung: Aufschlüsselung nach Symbol, Richtung, Wochentag und Tageszeit, dazu Profitfaktor und Rückgangswerte. Mehr, als die meisten Broker liefern.
- Daten kommen vom Broker: Wer eine Auswertung veröffentlicht, kann die Zahlen nicht nachträglich verbiegen. Das macht FX Blue als Nachweis brauchbar.
- Große Werkzeugkiste: 21 Downloads für MT4 und MT5, darunter mit dem Trading Simulator ein Werkzeug, für das andere Anbieter Geld verlangen.
- Kein Broker im Hintergrund: Der Betreiber verkauft selbst keine Handelsprodukte und ist seit 2010 im britischen Handelsregister eingetragen.
Dagegen spricht
- Werbung und Sponsoring: Gesponserte Anzeigen, ein Sponsorenplatz im Seitenkopf und ein nach Bezahlung sortierter Prop-Firmen-Vergleich. Die Seite ist kein neutraler Ort mehr.
- Premium-Funktionen gegen Kontaktdaten: Für einzelne Werkzeuge musst du der Datenweitergabe an einen Sponsor zustimmen. Das ist ein Preis, nur eben nicht in Euro.
- Fast alles auf Englisch: Nur die eigene Auswertung erscheint auf Deutsch. Anleitungen, Menüs und Werkzeugbeschreibungen nicht.
- Keine belastbaren Bewertungen: Drei Stimmen bei Trustpilot, sieben bei Google. Wer auf unabhängige Nutzerurteile Wert legt, findet hier keine.
- Kein Firmenname in den Nutzungsbedingungen: Wer der Vertragspartner ist, steht dort nicht. Das muss man sich im Handelsregister zusammensuchen.
- Copier nur auf einem Rechner: Der Personal Trade Copier arbeitet lokal und braucht einen dauerlaufenden Rechner oder Server, dort zusätzlich .NET 4.8.
Fazit: Für wen sich FX Blue lohnt
FX Blue ist eine ernsthafte Alternative zu Myfxbook, aber aus anderen Gründen als früher. Der Vorsprung liegt heute nicht mehr in der Werbefreiheit, denn die gibt es nicht mehr. Er liegt in der Werkzeugkiste: Tracking, Copier, Simulator und über dreißig Terminal-Werkzeuge aus einer Hand, ohne Bezahlstufe.
Für dich lohnt sich der Dienst, wenn du mit MetaTrader arbeitest. Dann bekommst du eine Auswertung, die dir zeigt, an welchen Wochentagen und in welchen Märkten du Geld verlierst, und dazu Werkzeuge, die anderswo kosten. Wer nur eine hübsche Gewinnkurve zum Vorzeigen sucht, ist bei Autotrading-Plattformen oder bei Myfxbook womöglich schneller zufrieden.
Zwei Dinge solltest du im Hinterkopf behalten. Erstens ist ein Gratisdienst, der von Brokern und Prop-Firmen lebt, kein neutraler Ratgeber bei der Frage, wo du handeln sollst. Die Auswertung deiner Trades bleibt davon unberührt, die Empfehlungslisten nicht. Zweitens ersetzt eine schöne Statistik keine Handelsstrategie. Sie zeigt dir nur, was du bereits getan hast.
Wenn du den Dienst ausprobieren willst, fang klein an. Verbinde ein Konto über den Account Sync, lass die Auswertung ein paar Wochen laufen und sieh dir dann die Aufschlüsselung nach Tageszeit und Wochentag an. Das ist der Teil, der bei den meisten Tradern die unbequemsten Erkenntnisse liefert. Die Website findest du unter fxblue.com.
Häufige Fragen zu FX Blue
Ist FX Blue wirklich kostenlos?
Ja. Tracking, alle 21 Downloads und die MyTrader-Plattform kosten nichts, und es gibt keine kostenpflichtige Stufe. Der Anbieter verdient über Broker- und Prop-Firmen-Partnerschaften sowie gesponserte Anzeigen. Für einzelne Premium-Werkzeuge musst du der Weitergabe deiner Kontaktdaten an einen Sponsor zustimmen.
Wer betreibt FX Blue?
Die FXBLUE LLP mit Sitz in London, eingetragen beim britischen Companies House unter OC356843. Die Gesellschaft wurde am 2. August 2010 gegründet und hieß bis Juni 2014 MT4I LLP. In den Nutzungsbedingungen der Website wird sie nicht genannt.
Welche Handelsplattformen unterstützt FX Blue Live?
MT4, MT5 und cTrader lassen sich per Account Sync ohne Installation anbinden. Für xOpenHub, Vertex FX und FXCM TS2 ist ein Publisher-Programm nötig, das in der jeweiligen Plattform läuft.
Worin unterscheiden sich Personal Trade Copier und Trade Mirror?
Der Personal Trade Copier kopiert Orders zwischen MetaTrader-Installationen auf demselben Rechner. Der Internet Trade Mirror überträgt Signale über das Internet an andere Computer. Beide laufen inzwischen mit MT4 und MT5 in jeder Kombination.
Kann ich den FX Blue Copier bei einer Prop-Firma einsetzen?
Das hängt von deren Regeln ab. Viele Prop-Firmen untersagen das Kopieren fremder Signale, erlauben aber das Spiegeln der eigenen Konten. Lies die Bedingungen deiner Prop-Firma, bevor du den Copier startest, sonst riskierst du dein Konto.
Was kann der FX Blue Trading Simulator?
Er macht aus dem Strategietester von MT4 und MT5 ein Übungswerkzeug: Du handelst selbst durch historische Kursdaten, setzt Orders, Stops und Ziele und siehst das Ergebnis sofort. Den Durchlauf kannst du anschließend bei FX Blue veröffentlichen und auswerten lassen.
Gibt es FX Blue als App?
Ja, unter dem Namen MyTrader für Android und iOS, zuletzt im Juni 2026 aktualisiert. Die iOS-Fassung läuft im App Store unter dem Entwickler FXBLUE LLP. Nutzerbewertungen gibt es in beiden Stores bislang kaum.
Ist FX Blue seriös?
Es gibt keine Anhaltspunkte für das Gegenteil: Der Betreiber ist seit 2010 im britischen Handelsregister eingetragen, verkauft selbst keine Handelsprodukte und legt sein Partnermodell offen. Belastbare Nutzerbewertungen fehlen allerdings, und die Broker- und Prop-Listen sind Werbeflächen, keine neutralen Empfehlungen.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er handelt seit 1980 aktiv und arbeitet als diskretionärer Price-Action-Trader in den Märkten Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsen. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
Ende der 1980er Jahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte alle 10 Bücher des amerikanischen Trading-Autors, bekannt für den Ross-Haken und den Traders Trick Entry.
Analysewerkzeuge beurteilt Karsten aus der Sicht des Anwenders. Er hat FX Blue über Jahre für die Auswertung eigener Konten genutzt und kennt die Kennzahlen aus der täglichen Arbeit. Für diesen Bericht wurden Produktseiten, Nutzungsbedingungen, App-Store-Einträge, das Trustpilot-Profil und der Eintrag im britischen Companies House am 16. September 2026 an der Quelle geprüft.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.










