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Myfxbook Erfahrungen: Was das Forex-Tracking-Tool 2026 wirklich kann

Zuletzt aktualisiert: 30. Oktober 2026

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14 Min

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Christian Möhrer

Überprüft von

Christian Möhrer

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Wer im Forex-Handel wissen will, ob seine Strategie wirklich trägt, kommt um eine saubere Auswertung der eigenen Trades nicht herum. Myfxbook liest dafür seit Jahren Handelskonten automatisch aus und macht daraus eine Statistik, die man teilen kann. Für viele Signalanbieter ist die Plattform bis heute der Ort, an dem sie ihren Track Record zeigen. Wer statt reiner Kontozahlen eine Auswertung je Trade braucht, ist mit einem Trading-Journal wie Tradervue besser bedient.

Diese Rolle hat sich verschoben. Das AutoTrade-System, über das Myfxbook jahrelang Kopierhandel anbot, ist von der Seite verschwunden. Dafür ist ein KI-Baukasten für Handelsstrategien dazugekommen, dazu ein eigener Bereich für Prop-Firmen und ein Dutzend Rechner. Ich habe mir die Plattform am 1. August 2026 komplett neu angesehen und beschreibe hier, was heute noch stimmt und was nicht.

Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Myfxbook: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Kostenloser Kern: Kontoauswertung, Wirtschaftskalender, Sentiment-Daten und 14 Rechner kosten nichts und funktionieren ohne Anmeldung.
  • AutoTrade gibt es nicht mehr: Der Kopierhandel ist aus Navigation und Fußzeile verschwunden, die alten Adressen leiten auf die Startseite um.
  • Strategy AI kostet extra: Der neue KI-Strategiebaukasten startet bei 25 Dollar im Monat und läuft nur mit MetaTrader 5.
  • Vorsicht bei fremden Renditen: In der aktuellen Top-Liste steht ein System mit 3,33 Millionen Prozent Gewinn. Solche Zahlen entstehen durch Ein- und Auszahlungen, nicht durch Können.

Was ist Myfxbook?

Myfxbook ist eine Online-Plattform, die Handelskonten von Forex-Brokern automatisch ausliest und die Wertentwicklung als nachvollziehbaren Track Record darstellt.

Betreiber ist die Myfxbook Ltd. Die Seite läuft seit 2009 und ist auch auf Deutsch verfügbar.

Der Kern ist schnell erklärt: Du verbindest dein Handelskonto, und die Plattform holt sich von dort regelmäßig die Trades. Daraus entsteht eine Statistik mit Rendite, Rückgang und Trefferquote, die du entweder privat nutzt oder öffentlich stellst. Genau das macht Myfxbook für Signalanbieter und Coaches interessant, denn ein öffentliches Konto wirkt glaubwürdiger als ein Screenshot. Gerade bei gehebelten Kopier-Angeboten zählt so ein unabhängiger Track Record, weil dort schon kleine Rücksetzer reichen, wie unsere Rechnung zum Fremdkapital-Copy-Trading zeigt.

Neben der Kontoauswertung ist über die Jahre eine ganze Werkzeugsammlung dazugekommen. Wirtschaftskalender, Zinssätze, Handelszeiten, COT-Daten, eine Heatmap und ein Korrelationsrechner stehen offen zur Verfügung. Für diese Bereiche brauchst du nicht einmal ein Konto. Wie wichtig eine unabhängige Kontoauswertung ist, zeigt unser Bericht über CopyX: Dort wirbt eine Vertriebsseite mit Rekordzahlen einer Strategie, die wir nicht unabhängig überprüfen konnten.

AnbieterMyfxbook Ltd
Online seit2009
SpracheDeutsch und Englisch verfügbar
KernfunktionAutomatische Auswertung von Handelskonten
KontoanbindungMetaTrader 4, MetaTrader 5, cTrader, TradeLocker, Oanda
Kosten Kernfunktionenkostenlos, werbefinanziert
Kosten Strategy AIab 25 Dollar im Monat
Kopierhandelnicht mehr im Angebot (Stand 01.08.2026)
Trustpilot2,6 von 5 bei 41 Bewertungen

Was sich bei Myfxbook geändert hat

Wer die Plattform aus den vergangenen Jahren kennt, findet heute eine spürbar andere Seite vor. Die auffälligste Änderung betrifft ein Feature, das lange zum festen Bestand gehörte.

AutoTrade ist verschwunden. Über dieses System konnten Nutzer fremde Handelssysteme automatisch auf das eigene Konto kopieren, abgewickelt über die Server von Myfxbook. Bei meiner Prüfung am 1. August 2026 taucht AutoTrade weder in der Hauptnavigation noch in der Fußzeile auf. Die alten Adressen /autotrade und /de/autotrade leiten beide auf die Startseite um. Einzelne Broker bewerben den Dienst auf ihren eigenen Seiten zwar weiterhin, auf Myfxbook selbst führt kein Weg mehr dorthin. Wer heute fremde Systeme automatisch handeln lassen will, landet meist bei Trading-Bots und Expert Advisors, deren Ergebnisse sich hier weiterhin verifizieren lassen.

Dazugekommen sind vier Bereiche:

  • Strategy AI: Ein Baukasten, mit dem du Handelsstrategien im Chat beschreibst und daraus fertigen MetaTrader-5-Code samt Backtest bekommst. Der Punkt trägt in der Navigation ein „New”-Abzeichen.
  • Prop Firms: Eine eigene Vergleichsrubrik für Anbieter von Handelskapital, inklusive Bewertungen und Rabattcodes. Wie dieser Markt funktioniert, steht im Überblick zu Prop Trading.
  • Rechner-Sammlung: Inzwischen 14 Werkzeuge, von der Positionsgröße über Margin und Hebel bis zum Zinseszinsrechner.
  • Rewards und Krypto: Ein Punktesystem für aktive Nutzer, dazu Kursdaten für Kryptowährungen.

Für dich als Nutzer heißt das: Wenn du wegen des Kopierhandels auf Myfxbook gestoßen bist, suchst du dort vergeblich. Wenn dich Auswertung und Marktdaten interessieren, ist die Plattform breiter aufgestellt als je zuvor.

Handelskonto verbinden: fünf Wege

Früher lief praktisch alles über den MetaTrader 4. Heute nennt die Hilfe von Myfxbook fünf verschiedene Anbindungen, was vor allem für Trader wichtig ist, deren Broker den alten MetaTrader gar nicht mehr anbietet.

  • MetaTrader 4: Der klassische Weg, weiterhin unterstützt. Passende Anbieter findest du in unserer Übersicht der MetaTrader-4-Broker.
  • MetaTrader 5: Der heutige Standard und die einzige Plattform, die mit Strategy AI zusammenarbeitet.
  • cTrader: Die Alternative mit eigenem Bedienkonzept, die wir im Test zu cTrader genauer beschreiben.
  • TradeLocker: Die Weboberfläche, die bei vielen Prop-Firmen zum Einsatz kommt.
  • Oanda: Direkte Anbindung an den Broker, ohne Umweg über eine Handelsplattform.

Bei der MetaTrader-Anbindung fragt Myfxbook nach Broker, Kontonummer, Server und Investorpasswort. Dieses Passwort erlaubt ausschließlich das Mitlesen, es kann keine Positionen eröffnen oder schließen. Trotzdem gilt: Gib niemals dein normales Handelspasswort ein, sondern ausschließlich das Investorpasswort. Beides steht im Kundenbereich deines Brokers.

Danach entscheidest du, ob das Konto privat bleibt oder öffentlich sichtbar wird. Für den eigenen Gebrauch reicht die Standardeinstellung völlig.

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Track Record verifizieren: was die grünen Haken bedeuten

Bei fremden Konten ist genau ein Punkt entscheidend: Ist die gezeigte Historie überhaupt echt? Myfxbook arbeitet dafür mit zwei getrennten Prüfsiegeln, die häufig verwechselt werden.

Track Record Verified bestätigt, dass die angezeigten Handelsdaten unverändert vom Broker stammen.

Der Kontoinhaber hat dafür das Investorpasswort hinterlegt, sodass Myfxbook die Trades direkt beim Broker abholt.

Trading Privileges Verified bestätigt zusätzlich, dass der Kontoinhaber selbst Zugriff auf das Konto hat und Orders platzieren darf.

Für diesen zweiten Nachweis muss er eine von Myfxbook vorgegebene Order mit einem bestimmten Kommentar setzen. Erst danach wird der zweite Haken grün.

Der Unterschied ist praktisch bedeutsam. Das Investorpasswort kann jeder weitergeben. Theoretisch könnte also jemand ein fremdes erfolgreiches Konto als sein eigenes ausgeben, solange nur der erste Haken gesetzt ist. Erst der zweite Haken belegt, dass die Person auch tatsächlich handelt.

Meine Empfehlung ist deshalb schlicht: Wenn dir jemand einen Signaldienst oder eine Ausbildung mit einem Myfxbook-Konto verkaufen will, dann prüfe beide Haken. Fehlt einer, frag nach dem Grund. Und wenn keine Antwort kommt, hast du deine Antwort.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt ein Blick auf eines der meistverfolgten Systeme der Plattform. Bei FXStabilizer_EUR Turbo steht ein Gewinn von über 3.800 Prozent, und trotzdem ist der Track Record dort nicht verifiziert: An dieser Stelle steht ein Ausrufezeichen, nur die Handelsberechtigung trägt den grünen Haken. Wie wenig ein einzelner Screenshot einer Performanceübersicht über wenige Wochen belegt, zeigt unser Review zum Trading-Coach Alexander Maschke.

Myfxbook Verifizierung mit grünem Haken bei Trading privileges und Ausrufezeichen bei Track record
Bei diesem System ist nur die Handelsberechtigung bestätigt. Der Track Record trägt ein Ausrufezeichen statt eines Hakens. (Quelle: myfxbook.com)

Welche Kennzahlen Myfxbook liefert

Die Auswertung wirkt auf den ersten Blick erschlagend. Tatsächlich tragen nur eine Handvoll Werte die eigentliche Aussage, der Rest ist Beiwerk.

Gain ist die prozentuale Wertentwicklung des Kontos, bereinigt um Ein- und Auszahlungen. Das ist die ehrlichere der beiden Renditezahlen.

Absolute Gain misst die Veränderung des Kontostands einschließlich aller Ein- und Auszahlungen.

Wer Geld nachschießt, treibt diesen Wert nach oben, ohne einen einzigen guten Trade gemacht zu haben. Genau hier setzen die meisten Schönfärbereien an.

Der Drawdown misst den größten Rückgang vom Höchststand eines Kontos bis zum tiefsten Punkt danach.

Er zeigt dir, was du im schlimmsten Fall ausgehalten hättest. Wie stark diese Kennzahl über Erfolg und Misserfolg entscheidet, beschreiben wir ausführlich beim Thema Drawdown.

Der Profit Faktor teilt die Summe aller Gewinne durch die Summe aller Verluste.

Ein Wert über 1 bedeutet, dass unterm Strich Gewinn übrig bleibt. Alles ab etwa 1,5 ist solide, Werte über 3 solltest du mit gesunder Skepsis betrachten.

Expectancy gibt an, was ein durchschnittlicher Trade einbringt, in Pips und in Geld. Diese Zahl ist ehrlicher als die Trefferquote, weil sie Gewinngröße und Verlustgröße zusammen betrachtet. Eine Trefferquote von 80 Prozent nützt nichts, wenn die wenigen Verluste alles auffressen.

Was Myfxbook dagegen nicht kann: Es liefert keine Notizen zu deinen Trades, keine Screenshots und keine Auswertung nach Setup. Wer sein Handeln wirklich verstehen will, braucht zusätzlich ein echtes Trading Journal. Myfxbook zeigt dir, was passiert ist, nicht warum.

Myfxbook Advanced Statistics mit Profit Faktor 1,77, Expectancy und Trefferquote eines Forex-Kontos
Profit Faktor 1,77 und ein Erwartungswert von 3,1 Pips je Trade sagen mehr aus als die Trefferquote von 63 Prozent. (Quelle: myfxbook.com)

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Die Rechner von Myfxbook

Der meistgenutzte Teil der Plattform ist wahrscheinlich der, für den niemand ein Konto braucht. Myfxbook stellt 14 Rechner kostenlos und ohne Anmeldung bereit.

Am wichtigsten ist der Positionsgrößenrechner. Du gibst Währungspaar, Kontogröße, Risiko in Prozent und Stopp-Abstand ein und bekommst die passende Losgröße. Ein Beispiel: Bei einem Konto über 10.000 Dollar, 1 Prozent Risiko und einem Stopp von 30 Pips ergibt sich ein Risiko von 100 Dollar und eine Position von 0,33 Lot. Wie man diese Rechnung für andere Märkte aufstellt, steht bei uns unter Positionsgröße berechnen.

Daneben gibt es unter anderem Rechner für Pip-Wert, Margin, Hebel, Swap, Drawdown und Zinseszins, dazu einen Währungsumrechner. Die Bedienung ist nüchtern und schnell, ohne Anmeldefenster.

Ein Wort zur Einordnung: Ein Rechner ersetzt keine Regel. Er sagt dir, wie groß die Position bei 1 Prozent Risiko ausfällt, aber nicht, ob 1 Prozent für dich richtig ist. Diese Entscheidung gehört ins Risikomanagement und wird vorher getroffen, nicht im Rechner.

Myfxbook Positionsgrößenrechner mit Beispielrechnung für ein Konto über 10.000 Dollar und 1 Prozent Risiko
Bei 10.000 Dollar Konto, 1 Prozent Risiko und 30 Pips Stopp ergeben sich 0,33 Lot. (Quelle: myfxbook.com)

Was Myfxbook kostet

Die alte Antwort „alles gratis” stimmt so nicht mehr. Man muss heute zwei Bereiche unterscheiden.

Kostenlos bleibt der gesamte Kern. Kontoanbindung, Auswertung, öffentliche Profile, Wirtschaftskalender, Sentiment-Daten, Rechner und Forum kosten nichts. Finanziert wird das über Werbung, die auf manchen Seiten kräftig ausfällt, sich aber wegklicken lässt.

Kostenpflichtig ist Strategy AI. Der KI-Baukasten läuft über ein Credit-Modell mit drei Stufen, die sich nur in der Menge unterscheiden. Der Funktionsumfang ist bei allen dreien gleich.

TarifReichweitePreis pro Monat
Starterrund 1 Strategie (25.000 Credits)25 Dollar
Plusrund 3 Strategien (60.000 Credits)50 Dollar
Prorund 12 Strategien (216.000 Credits)150 Dollar

Stand der Preise ist der 1. August 2026. Zusätzlich nennt die Hilfe einen Premium Account Access und einen Bereich für Abonnements, beides betrifft aber nicht die Grundfunktionen.

Für wen sich das lohnt, lässt sich klar eingrenzen: Strategy AI ist etwas für Leute, die ohnehin mit MetaTrader 5 automatisiert handeln und sich das Programmieren sparen wollen. Wer diskretionär handelt, so wie ich, hat davon keinen Nutzen. Und wer Myfxbook nur zum Auswerten des eigenen Kontos benutzt, zahlt weiterhin nichts.

Wo die Zahlen täuschen können

Das ist der Punkt, an dem ich am deutlichsten werde, weil hier echtes Geld auf dem Spiel steht. Myfxbook stellt Daten sauber dar. Das Problem sind nicht die Grafiken, sondern was manche Anbieter hineinschreiben.

Ein Blick in die aktuellen Bestenlisten genügt. Unter den meistverfolgten Systemen steht am 1. August 2026 eines mit 3,33 Millionen Prozent Gewinn bei nur 5,74 Prozent Rückgang. Ein zweites weist 23.377 Prozent aus, bei einem Drawdown von 46,52 Prozent. In der Liste der meistdiskutierten Systeme findet sich eines mit 3.252 Prozent, das zwischendurch aber 90,37 Prozent vom Höchststand verloren hatte.

Diese Zahlen sind nicht gefälscht, sie sind falsch gelesen. Drei Mechanismen stecken dahinter:

  • Absolute Gain statt Gain: Wer regelmäßig einzahlt, treibt den Absolutwert nach oben. Die Kurve steigt, das Können bleibt gleich.
  • Winzige Startguthaben: Aus 100 Dollar 10.000 zu machen ergibt vierstellige Prozentwerte. Mit 100.000 Dollar Startkapital gelingt dasselbe Kunststück nie.
  • Verschwiegener Drawdown: 90 Prozent Rückgang bedeutet, dass aus 10.000 Dollar zwischenzeitlich 1.000 wurden. Kein Kunde hält das durch, egal wie die Endzahl aussieht.

Dazu kommt die Sprache. „Bislang hatten wir keinen einzigen Verlustmonat” steht wörtlich im Profil eines der größten Anbieter dort. Solche Sätze sind kein Beleg, sondern Werbung.

Was ich vor jeder Entscheidung prüfe:

  • Beide Verifizierungshaken vorhanden, nicht nur einer.
  • Gain statt Absolute Gain ablesen und beide Werte vergleichen.
  • Historie mindestens zwölf Monate, besser länger, mit sichtbaren Verlustphasen.
  • Ein- und Auszahlungen in der Detailansicht durchgehen. Häufige Bewegungen sind ein Warnsignal.
  • Zweiter unabhängiger Nachweis, etwa über FXBlue. Wer den verweigert, hat einen Grund.
Myfxbook Top-Systeme mit Renditen bis 3,33 Millionen Prozent und Drawdowns bis 46 Prozent
Platz 5 weist 3,33 Millionen Prozent Gewinn aus, Platz 9 kommt auf 23.377 Prozent bei 46,52 Prozent Drawdown. (Quelle: myfxbook.com)

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Ein Praxisfall dazu: In unserem Mader-&-Rausch-Review klafften Gain und Absolute Gain eines beworbenen Kontos um mehr als 20 Prozentpunkte auseinander.

Meine Erfahrungen mit Myfxbook

Ich handele seit 1980 diskretionär, überwiegend Forex, Indizes und Rohstoffe, und ich arbeite ohne Indikatoren. Für meine eigene Auswertung brauche ich deshalb keine bunten Kennzahlen, sondern belastbare Grundlagen: Wie groß sind meine Verluste im Verhältnis zu den Gewinnen, und wie teuer ist mein Broker wirklich.

Genau dafür taugt Myfxbook. Die Einrichtung dauert wenige Minuten, danach läuft die Aktualisierung von allein. Am nützlichsten finde ich die Aufschlüsselung nach Haltedauer und Kommission, weil dort Kosten sichtbar werden, die man im Alltag übersieht.

Zwei Schwächen sind mir über die Jahre aufgefallen, und beide bestehen fort. Bei Gold (XAUUSD) rechnet die Plattform die Pip-Zahl abweichend, sodass im Konto mehr Pips stehen, als tatsächlich angefallen sind. Prozentwerte und Geldbeträge stimmen, die Pip-Angabe solltest du dort nicht für bare Münze nehmen. Und die Aktualisierung hakt gelegentlich, an manchen Tagen hinkt die Historie dem Konto um bis zu zwei Werktage hinterher.

Bei der öffentlichen Bewertung fällt das Urteil gemischt aus. Auf Trustpilot steht Myfxbook bei 2,6 von 5 Punkten aus 41 Bewertungen. Bei dieser dünnen Basis würde ich nicht überinterpretieren, ein Begeisterungssturm sieht aber anders aus.

Mein Fazit aus der Praxis: Für die Auswertung des eigenen Kontos ist Myfxbook ein gutes und kostenloses Werkzeug. Für die Beurteilung fremder Anbieter ist es ein Ausgangspunkt, mehr nicht.

Alternativen zu Myfxbook

Myfxbook ist nicht die einzige Möglichkeit, ein Handelskonto auswerten zu lassen. Der bekannteste Gegenspieler ist FXBlue, weniger bekannt, dafür unabhängig und in der Aktualisierung zuverlässiger. Welche Plattform in welcher Situation die bessere Wahl ist, haben wir im direkten Vergleich FXBlue als Alternative zu Myfxbook aufgeschrieben.

Ein zweiter Nachweis über einen anderen Anbieter ist ohnehin sinnvoll, sobald jemand mit seiner Performance Kunden gewinnen will. Zwei unabhängige Quellen sind deutlich schwerer zu manipulieren als eine.

Wer statt reiner Auswertung eine vollständige Handelsdokumentation sucht, ist mit spezialisierter Journal-Software besser bedient. Und wer ganz andere Werkzeuge braucht, findet in unserem Überblick zur Trading Software die passenden Kategorien.

Fazit: Für wen sich Myfxbook lohnt

Myfxbook ist 2026 ein anderes Werkzeug als noch vor wenigen Jahren. Der Kopierhandel ist weg, die Auswertung ist geblieben, und ein KI-Baukasten ist dazugekommen, der Geld kostet.

Klar empfehlen kann ich die Plattform für die eigene Kontoauswertung. Sie ist kostenlos, schnell eingerichtet und liefert genau die Kennzahlen, die man braucht, um eine Strategie ehrlich zu beurteilen. Auch die Rechner und Marktdaten sind ihren Klick wert, dafür brauchst du nicht einmal ein Konto.

Zurückhaltend bin ich, sobald es um fremde Performances geht. Die Plattform zeigt, was ein Broker meldet, sie prüft aber nicht, ob die Darstellung sinnvoll ist. Renditen in Millionenhöhe stehen dort unkommentiert neben Konten mit 90 Prozent Rückgang. Wer sich davon leiten lässt, verwechselt Statistik mit Sicherheit.

Für wen Myfxbook nichts ist: für diskretionäre Trader, die eine Setup-Dokumentation mit Notizen und Screenshots suchen. Und für alle, die auf Kopierhandel aus sind, denn den gibt es hier schlicht nicht mehr. Wer automatisierte Strategien baut und mit MetaTrader 5 arbeitet, kann sich Strategy AI ansehen, sollte die monatlichen Kosten aber gegen den Nutzen rechnen.

Wer über die reine Kontoauswertung hinaus Notizen, Tags und Setup-Statistiken führen will, braucht ein vollwertiges Journal. Ein verbreiteter Vertreter ist TradeZella, allerdings zum Abopreis.

Häufige Fragen zu Myfxbook

Ist Myfxbook kostenlos?

Die Grundfunktionen sind kostenlos und werbefinanziert. Dazu gehören die Kontoauswertung, der Wirtschaftskalender, die Sentiment-Daten und alle 14 Rechner. Geld kostet nur der KI-Baukasten Strategy AI, der bei 25 Dollar im Monat beginnt.

Gibt es Myfxbook AutoTrade noch?

Nein. Auf myfxbook.com führt kein Weg mehr zum Kopierhandel. Bei der Prüfung am 1. August 2026 fehlte AutoTrade in Navigation und Fußzeile, die früheren Adressen leiten auf die Startseite um. Einzelne Broker werben auf ihren eigenen Seiten noch damit.

Was bedeuten die beiden grünen Haken bei Myfxbook?

Die Haken stehen für zwei verschiedene Prüfungen. Track Record Verified bestätigt, dass die Daten unverändert vom Broker kommen. Trading Privileges Verified bestätigt zusätzlich, dass der Kontoinhaber selbst handeln darf. Nur beide zusammen sind aussagekräftig.

Ist mein Geld bei Myfxbook sicher?

Myfxbook verwahrt kein Geld und führt keine Orders aus. Die Anbindung läuft über das Investorpasswort, das ausschließlich Leserechte gibt. Gib trotzdem niemals dein normales Handelspasswort ein, sondern nur das Investorpasswort aus dem Kundenbereich deines Brokers.

Welche Handelsplattformen unterstützt Myfxbook?

Fünf Anbindungen stehen zur Verfügung: MetaTrader 4, MetaTrader 5, cTrader, TradeLocker und eine direkte Verbindung zu Oanda. Der KI-Baukasten Strategy AI arbeitet ausschließlich mit MetaTrader 5.

Kann man die Zahlen auf Myfxbook fälschen?

Direkt fälschen kaum, schönfärben sehr wohl. Der Wert Absolute Gain zählt Einzahlungen mit, und Kleinstkonten erzeugen astronomische Prozentwerte. Prüfe deshalb immer Gain statt Absolute Gain, den maximalen Drawdown und die Ein- und Auszahlungen in der Detailansicht.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und diskretionärer Price-Action-Trader seit 1980. Er handelt Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte und arbeitet ohne technische Indikatoren, allein auf Basis von Kursverlauf und Marktstruktur.

Ende der Achtzigerjahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre vertrat er Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte dessen 10 Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Im Devisenhandel bewegt sich Karsten seit Jahrzehnten in Majors und Minors und hat dabei erlebt, wie aus handgeführten Kontobüchern automatische Auswertungen wurden. Tracking-Anbieter beurteilt er aus der Perspektive des Anwenders: Stimmen die Zahlen, und halten sie einer kritischen Prüfung stand, wenn jemand damit etwas verkaufen will?

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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